Supply Chain Design Neue Wege zur CO 2 -Reduktion

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1 Supply Chain Design Neue Wege zur CO 2 -Reduktion Christof Kandel, M. Sc. Dipl.-Kfm. (FH) Thomas Keuschen (Moderation) FOM First Tuesday Logistik Duisburg

2 Agenda 1. Grundlagen 2. Green Supply Chain Design 3. Potentiale 4. Best Practice aus Forschung und Praxis 5. Diskussionsaufschlag 2

3 Definition: 1. Grundlagen Unter Supply Chain Design wird ein strategischer, aggregierter Planungsprozess verstanden, im Rahmen dessen ganzheitlich die Infrastruktur der Supply Chain über alle Funktionen Lieferanten, Produktionsstätten, Läger, Vertriebszentren, Transportmodi, Produktionsprozesse sowie die sich daraus ergebenden Güterströme für mehrere Jahre ermittelt werden, um die Kundenbedarfe zu decken und eine effektive sowie effiziente Erreichung der Sachziele des Supply Chain Management sicherzustellen. Quelle: Kohler (2008), S.12 3

4 1. Grundlagen langfristig Beschaffung Produktion Distribution Strategische Netzwerkplanung / SC Design Master Planung MRP I & II Produktion -planung Distribution -planung Nachfrageplanung kurzfristig Ablaufplanung Transportplanung Verfügbarkeit 4

5 1. Grundlagen Komplexität logistischer Netzwerke Quelle: 5

6 1. Grundlagen Zentrale Fragestellungen des Supply Chain Design: Wie gut ist die Supply Chain Performance im Vergleich zu anderen? Lässt sich mit den eingesetzten Ressourcen ein Umsatzwachstum generieren? Ist eine dezentrale- oder zentrale Lagerstruktur vorzuziehen? Wie viele Lager- und Distributionsstandorte führen zu einem kostenoptimalem Ergebnis? Welcher Standort ist für eine optimale Kundenbelieferung am besten geeignet? Wo sollen Lager- und Distributionsstandorte errichtet werden? Welche Auswirkungen haben Global Sourcing Aktivitäten auf die Kosten der Supply Chain? Welches logistische Distributionskonzept eignet sich für eine optimale Supply Chain am besten? (Cross-Docking, Direct-Store-Delivery) Wie ist das Verhältnis zwischen Transport- und Beschaffungspreisen? Ist die Wertschöpfungstiefe zu reduzieren oder ist ein Insourcing sinnvoller? 6

7 2. Green Supply Chain Design Aktuelle Einflüsse auf das Supply Chain Design Lean Supply Chain Management Global Supply Chain Management Sustainable Supply Chain Management 7

8 2. Green Supply Chain Design Treiber Kostenreduktion Kundenanforderungen Gesetzliche Vorgaben und Standards Konkurrenz Allgemeine ökologische Trends Grenzen Unsicherheit Risiko 8

9 2. Green Supply Chain Design Zentrale Fragestellungen des Supply Chain Design unter Berücksichtigung des Umweltaspektes: Wie hoch ist der CO 2 -Ausstoß einer Supply Chain? Welches CO 2 -Einsparungspotenzial ergibt sich durch Veränderungen der Beschaffungs- und Distributionsstrukturen? Wie sind für eine umweltgerechte Supply Chain die Lagerstandorte (vertikal und horizontal) zu konfigurieren? Welche Transportmodi ist für eine umweltorientierte Supply Chain besonders geeignet? Ist die Supply Chain unter Berücksichtigung der Umwelt im Vergleich zur Konkurrenz noch wettbewerbsfähig? Kann der gesamte CO 2 -Ausstoß innerhalb der Supply Chain überhaupt gemessen werden? Ist ein Ausweis des CO 2 -Ausstoß einer Supply Chain überhaupt möglich und sinnvoll? Quelle: valuestream2009.wordpress.com 9

10 2. Green Supply Chain Design Bilanzierungsgrenzen des Carbon Footprinting 10

11 3. Potentiale Ansatzpunkte eines Green Supply Chain Designs Reduktion des Ressourceneinsatz um bis zu 40 % durch effizientes Logistik- & IT-Design Quelle: Clausen, U./ Schneider, M./Dobers, K. (2011): Klimaschutz liefern, Logistikprozesse klimafreundlich gestalten. 2 - Deutsche Unternehmen für Klimaschutz, Fraunhofer IML, Dortmund. 11

12 3. Potentiale Messen Bilanzierung Überwachung Messung Kompensieren Ausgleichsprojekte Aufforstung Investition in ökologisch vorteilhafte Anlagen Vermeiden Prozessoptimierung Alternative Energie Intelligente Steuerung Mitarbeiterschulungen Vermindern Moderne Klimatechnik Sparsame Leuchtmittel Effiziente IT-Systeme Schadstoffarme Kfz-Antriebe 12

13 3. Potentiale Quelle: Clausen, U./ Schneider, M./Dobers, K. (2011): Klimaschutz liefern, Logistikprozesse klimafreundlich gestalten. 2 - Deutsche Unternehmen für Klimaschutz, Fraunhofer IML, Dortmund. 13

14 4. Best Practice aus Forschung und Praxis Stellhebel: Transport Dynamische Konsolidierung Forschungsprojekt im Bereich Güterzugmanagement Problem: Verkehrsträger Schiene zu unflexibel Idee eines Flügelgüterzugverkehrs in Deutschland Dynamische Kopplung und Routing verschiedener Waggons in Abhängigkeit von Ursprungsund Zielland Ziel: Regelmäßig verkehrende, flexibel geroutete und damit effektive Güterverkehre auf der Schiene innerhalb und außerhalb Deutschlands 14

15 4. Best Practice aus Forschung und Praxis Stellhebel: Beschaffung Regionale Beschaffung Beispiel Stahl Vormals: Stahlblöcke aus Polen Günstige Einkaufspreise Aber: Hohe Transportkosten, Pufferzeiten (Lagerbestand) erforderlich Qualifikation eines regionalen Stahlanbieters Höhere Einkaufspreise (fast) keine Transport-/Reisekosten Kein eigenes Stahllager erforderlich Reduktion von Transporten = Reduktion von Emissionen 15

16 4. Best Practice aus Forschung und Praxis Stellhebel: Transport Urban Retail Logistics Forschungsprojekt im Bereich urbane Versorgung Problem: Feindistribution in städtische Lebensräume unter dem Hintergrund des Klimawandels und des demographischen Wandels Infrastrukturoptimierter, CO 2 -neutraler Logistik-Hub Ziel: Bündelung von Warenströmen, Entwicklung individueller Services Entstehung neuartiger Schnittstellen zwischen Fernverkehr und letzter Meile für urbane Handelskonzepte Eng verknüpft mit City-Logistik, E-Mobility 16

17 4. Best Practice aus Forschung und Praxis Stellhebel: Immobilie 35 % der CO 2 Emissionen einer Supply Chain stehen in Verbindung mit Lager oder Verteilzentren, Energie deckt über 50 % des Energiebedarfs Logistikzentrum Metro Logsitics Groß-Gerau Optimaler Standort zur Minimierung der Gesamtverkehrsleistung Energie für die Versorgung der Gabelstapler durch den Betrieb eines Windrads auf dem Gelände Regelkreislauf von Kühlung und Heizung auf der Basis modernster Wärmepumpentechnik Beleuchtung des Außenbereichs mit energiesparender LED- Beleuchtungstechnik 17

18 4. Best Practice aus Forschung und Praxis Stellhebel: Transport Mitarbeiterschulungen bietet größtes Einsparpotential im operativen Transportgeschäft Telematik zur Effizienzsteigerung im Straßengüterverkehr Verbesserung des Dispositionsprozess durch Fehlerverhütung Unterstützung in Touren- und Routenplanung Reduktion des Kraftstoffverbrauchs Einsparung CO 2 -Emissionen Verbesserung von Ortung und Navigation Auswertung von individuellem Fahrverhalten Anbindung an bestehende IT-Systeme erhöht die Prozesssicherheit Möglichkeit einer integrierten Lademittelverwaltung 18

19 5. Diskussionsaufschlag Ohne Green Supply Chain Design - Weltweite Beschaffung - häufige Beschaffungsrhythmus - Funktionsorientierte Beschaffung - Geringe bis keine Lagerbestände - Einsatzsynchrone Beschaffung (JIT/JIS) - Funktions- und unternehmspezifisch - Standardisierter Prozess (z.b. bei der Routenplanung) - Immer kürzer werdende Produktlebenszyklen - Kunden fordern schnelle Abwicklung und Warensendung Beschaffung Mit Green Supply Chain Design - Lokale Beschaffung - Bündelung von Bestellungen - Kooperative und ganzheitliche Beschaffung Lagerung - Höhere Lagerbestände - Lager- und Vorratshaltung Distribution - Ganzheitliche, kooperative Ansätze - Stärkere Fokussierung auf den Kunden (z.b. Abholzeiten) Kommunikation - Ökologischer Einfluss auf den Produktlebenszyklus - Kunden zur rechtzeitigen Planung und zum Warten bewegen 19

20 Supply Chain Design Neue Wege zur CO 2 -Reduktion Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Christof Kandel, M. Sc. Dipl.-Kfm. (FH) Thomas Keuschen (Moderation) FOM First Tuesday Logistik Duisburg

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