Netzwerkmanagement interessengeleitet oder unabhängig?

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1 Netzwerkmanagement interessengeleitet oder unabhängig? Hamburger Dialogtage InReha

2 Von Interessen ist auszugehen: Selbständige Akteure vernetzen sich in eigenem Interesse. Eine Netzwerksteuerung muss den Ansprüchen der Netzwerkpartner nachkommen. Nachgerade eine unabhängige Steuerung erfolgt rücksichtsvoll.

3 Intermediäre Verortung von Interessen Akteure können ihre heterogenen Interessen an einer Stelle koordinieren. Die Zusammenführung ist angebracht, wenn die Absichten und Ziele einer Seite nicht erreicht werden können, ohne den Absichten und Zielen der anderen Seite nachzukommen. Eine vermittelnde Stelle spart den Akteuren Transaktionskosten.

4 Schnittstellenmanagement Die Zusammenführung von Interessen und von Aktivitäten ist besonders dann angebracht, wenn die Aufgabenstellung komplex ist. Die Komplexität einer Rehabilitation finden wir sowohl personenbezogen als auch im Sozial-, Medizin-, Beschäftigungs- und Ausbildungssystem vor.

5 Netzwerkendes Reha-Management Ein Reha-Management findet Netzwerke vor, kann sie heranziehen oder an ihnen knüpfen. Es begibt sich im Einzelfall in Netze. Vom fallweisen Vernetzen zu unterscheiden ist ein proaktives Arbeiten an und mit Netzwerken.

6 Die Konfiguration von Netzwerken Es gibt natürliche und künstliche Netzwerke. Menschen sind primär familiär und verwandtschaftlich verflochten in Netzen des Sorgens und der Abhängigkeit. Hinzu kommen in persönlichen NW sekundäre Einbindungen. Institutionelle und Netzwerke von Geschäfts wegen lassen sich einrichten.

7 Tertiäre Netzwerke In einer Systempartnerschaft (community of practice) organisieren Akteure eine gemeinsame Aufgabenerledigung. In Netzen der Interaktion (networks of practice) werden die Vorteile der Kooperation von Personen fallweise genutzt.

8 Versorgungsnetzwerke können in der Medizin, Reha und Pflege lokal oder regional Kompetenzen bündeln, eine gemeinsame Informationsplattform bieten, Austausch optimieren, Versorgungsketten bilden, Synergiepotenziale nutzen. Im Netzwerkmanagement erfolgt die Koordination dezentral oder zentral.

9 Netzwerkpartner in der Reha Akteure in der Versorgungskette der Reha können sich in einer Systempartnerschaft organisieren. Ein Reha-Management von extern zieht Netzwerkpartner heran: - Kliniken - Fachärzte - Hilfsmittelanbieter - Bildungsanbieter - Pflegeanbieter - Arbeitgeber

10 Im sozialrechtlichen Leistungsdreieck sind Leistungsträger, Leistungserbringer und Leistungsnehmer füreinander in unterschiedlicher Weise und auf verschiedener Ebene Partner. Das betrifft auch das Verhältnis von Versicherer, Rehabilitationsdienst, Opferanwalt, seinem Mandanten und Gesundheitsdienstleistern.

11 Beziehung Träger - Dienstleister Leistungsträger schließen fallübergreifend Leistungsvereinbarungen mit Dienstleistern ab. z. B. schließen die Verbände der Unfallversicherungsträger sowie die kassenärztliche Bundesvereinigung mit Wirkung für ihre Mitglieder Verträge über die Durchführung der Heilbehandlung, die Vergütung der Ärzte sowie die Art und Weise der Abrechnung ( 34, 3 SGB VII). Die Leistungserbringung kann über Netzwerke und in ihnen gesteuert werden.

12 Verknüpfungen zur Versorgung Vers. Reha-Dienst. Integr.B... Versorg.N.

13 Case Management bei Trägern und Erbringern Ein Case Management kann sowohl beim Leistungsträger als auch im Verbund von Versorgern als auch bei einer neutralen Stelle etabliert sein. Die Funktion der Fallführung ist an jeder Stelle eine andere. Sie kann als Beratung (Reha-B.), Begleitung (IFM) oder interne Steuerung angelegt sein.

14 Beziehung Träger - Leistungsberechtiger Unabhängig von Dienstleistern kann sich ein Leistungsträger mit seinen individuellen Kunden über Umfang, Art und Weise von Leistungen verständigen und vereinbaren. Er kann dazu ebenso wie von sich aus der Leistungsberechtigte vermittelnde (beratende, begutachtende usw.) Stellen heranziehen.

15 Verfahren gemäß Code of Conduct Die Einrichtung des Reha-Managements durch Einschaltung eines Reha-Dienstes erfolgt stets auf ausschließlich freiwilliger Basis und im Einzelfall durch Vereinbarung zwischen dem Haftpflichtversicherer und dem Anwalt des Unfallopfers einerseits und andererseits zwischen dem Haftpflichtversicherer und dem Reha-Dienst.

16 Vorteil beiderseitig Die Einschaltung des Reha-Dienstes liegt im Interesse des Versicherers und im Interesse des Leistungsberechtigten (win-win- Situation). Interessen von anderweitigen Dienstleistern (eigene Steuerungsabsichten intern oder in Vernetzung) können entgegenstehen.

17 Beziehung Dienstleister - Leistungsnehmer Leistungsnehmer bzw. ihre Vertreter bestimmen nach eigener Wahl und Entscheidung über Maßnahmen, heranzuziehende Dienste oder Einrichtungen. Die Beziehung von Berechtigten zum Leistungsträger besteht unabhängig von Dienstleistern.

18 Netzwerkkoordination Einschaltung der intermediären Stelle zwischen Träger und Erbringern im Netzwerk möglicher Versorgung - und dem/den Sorgenden in eigenen Netzen. Die Beziehungen sind auf jeder Seite in jedem Netz, formell und informell andere. Die Koordination fokussiert auf den Fall.

19 Transparenz Prozessuale Fairness beginnt mit der Transparenz des Vorgehens für alle Beteiligten. Der Fall als Gegenstand des Bemühens erlaubt Neutralität in Hinblick auf unterschiedliche Interessen. Fallbezogen kann auf ein gemeinsames Interesse gebaut werden.

20 Fallbezogene, betriebliche und persönliche Ziele Leistungsträger und Leistungserbringer streben nach Effektivität und Effizienz. Betroffene Personen suchen subjektiven Erfolg. Art und Umfang der Tätigkeit des Reha- Dienstes werden ausschließlich durch das Rehabilitationsziel bestimmt. (Code of Conduct)

21 Unabhängigkeit im Fallbezug Der Anwalt des Unfallopfers und der Haftpflichtversicherer legen das Rehabilitationsziel zuvor fest. Der Reha-Dienst hat sich jeglicher Einflussnahme oder Beurteilung auf die Regulierung des Schadens zum Grund oder zur Höhe der Ansprüche zu enthalten und bereits der Möglichkeit des Entstehens eines dahingehenden Anscheins entgegenzuwirken.

22 Abstimmung im Prozess Das Rehabilitationsziel gibt nicht den Weg vor, der zu ihm führt. Der Reha-Dienst leistet Navigation. Über die zur Zielerreichung erforderlichen Maßnahmen sollte laufend Einvernehmen hergestellt werden.

23 Netzwerken zur Integrationsbegleitung Im Einzelfall können gebahnte Wege genutzt werden, wenn zuvor und fallunabhängig eine Netzwerkarbeit erfolgt. Sie ist lokal und zentral angebracht. Netzwerken erfolgt mit vorhandenen Verbünden (communities of practice) oder stellt Vernetzungen (networks of practice) in der Interaktion mit Partnern her.

24 Kompetenznetzwerk In seiner Zwischenstellung bildet der Reha- Dienst selber ein personenbezogenes Netz, indem es die Fallarbeit übergreifend interdisziplinäre Kompetenz heranzieht. Die Zusammenführung von Kompetenz nutzt auch einem Ausgleich der Interessen, indem die Teilhabe an Praxiswissen und Erfahrung für alle Seiten vorteilhaft ist.

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