Reform der Erbschaftsteuer 2008

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1 Reform der Erbschaftsteuer 2008

2 Beschluss BVerfG Derzeitiger Stand Wie weit ist der Gesetzgeber? Zur Bewertung: Entwurf von Verordnungen für die Bewertung von Grundstücken, Betriebsvermögen und Anteilen sowie land- und forstwirtschaftliche Betriebe Zu Freibeträge/Steuerklassen/Steuersätze: ErbStR-E (Entwurf der Erbschaftssteuerreform , 1. Lesung im Bundestag ) Wie geht es weiter? oder /3. Lesung im Bundestag, Abstimmung im Bundesrat In Kraft treten

3 Bisheriger Tarif Steuerklasse I Steuerkl. II Steuerkl. III Ehegatten Kinder Enkel Geschwister Übrige Eltern Onkel, Tanten Wert des Vermögens bei Tod Neffen, Nichten abzüglich Freibetrag von: bis % 7 % 7 % 12 % 17 % bis % 11 % 11 % 17 % 23 % bis % 15 % 15 % 22 % 29 % bis % 19 % 19 % 27 % 35 % bis % 23 % 23 % 32 % 41 % bis % 27 % 27 % 37 % 47 % > % 30 % 30 % 40 % 50 %

4 Geplanter Tarif Steuerklasse I Steuerkl.II Steuerkl. III Ehegatte Kinder Enkel Geschwister Übrige Onkel, Tanten (eingetragene abzüglich Freibetrag Neffen, Nichten Lebenspartner Euro ) von: Steuersatz bei einem Vermögen bis % 7 % 7 % 30 % 30 % bis % 11 % 11 % 30 % 30 % bis % 15 % 15 % 30 % 30 % bis % 19 % 19 % 30 % 30 % bis % 23 % 23 % 50 % 50 % bis % 27 % 27 % 50 % 50 % > % 30 % 30 % 50 % 50 %

5 Verschonungsregeln Verschonung für zu Wohnzwecken vermietete Immobilien 10% geringerer Wert, Darlehen ebenfalls um 10% gekürzt Verschonung für Betriebsvermögen, soweit kein überwiegendes Verwaltungsvermögen: - 85% Freibetrag - plus Euro Freibetrag, dieser wird bis auf 0 abgebaut (50% des über liegende Betrags) Falls mehr als 10 Mitarbeiter: falls 10 Jahre lang die Lohnsumme nicht unter 70% der Ausgangslohnsumme fällt und falls 15 Jahre Betrieb fortgeführt

6 Bewertungen geplant gemeiner Wert, d.h. Verkehrswert Probleme: Unternehmen (Verkäufe des letzten Jahres, Unternehmensbewertung, vereinfachte Bewertung laut Verordnung, Mindestwert = Liquidationswert) Problem: Grundstücke (Verkäufe, Vergleichswerte, Ertragswerte, Sachwerte, Gutachten)

7 Bewertung Unternehmen Vereinfachtes Verfahren für Betriebe bis 32 Mio Euro Umsatz = durchschnittlicher Jahresertrag der letzten drei Jahre mal 11,11 (=9% Kapitalisierungszins) Steuerlicher Gewinn ohne a.o. Ergebnis/a.o AfA aber abzüglich Unternehmerlohn, soweit nicht enthalten 30% Abschlag für Steuern

8 Beispiel für Bewertung Betrieb Kleine GmbH durchschnittlicher Gewinn Euro Berechnung: Vereinfachtes Verfahren durchschnittlicher Gewinn * 11,11 * 0,70 = Euro 85% steuerfrei, d.h. Euro frei + Euro Freibetrag d.h. keine Steuer aber 15 Jahre Sperrfrist und evtl. 70% Lohnsumme für 10 Jahre beachten bisherige Bewertung mittels Stuttgarter Verfahren: 68% (200% + 5 * 400%) * = Euro davon frei Euro , darüber hinaus 35% d.h. zu versteuern Euro Sperrfrist 5 Jahre

9 Bewertung Grundstücke Vergleichsverfahren (EHF/ZFH, ETW) Ertragswertverfahren (Mietwohngrundstücke, Geschäftsgrundstücke, gemischt genutzte Grundstücke, soweit sich eine übliche Miete ermitteln lässt) Sachwertverfahren, falls kein Ertragsoder Vergleichswert besteht

10 Beispiel Vergleichswert EFH 180 qm Fläche, ortsübliche Miete 5 Euro/qm, Baujahr qm, Bodenrichtwert Euro 280/qm Vergleichswert = Verkehrswert Euro bisheriger Einheitswert = 180 qm * 5 Euro/qm * 12 * 12,5 * 1,2 * 0,85 = , gerundet mind. aber 80% von 500 * 280 Euro/qm =

11 Auswirkungen EFH Vergleichswert = Verkehrswert Euro bisheriger Einheitswert Euro Steuer neu Steuer alt Erbe/Schenkung unter Ehegatten 0 0 Erbe/Schenkung Elternteil auf Kind 0 0 Erbe/Schenkung Großelternteil auf Enkel, Kinder leben noch , ,00 Erbe/Schenkung an Lebenspartner (eingetragene Partnerschaft) 0, ,00 Erbe/Schenkung an Geschwister , ,00

12 Ertragswertverfahren Falls sich übliche Miete ermitteln lässt Wert des bebauten Grundstückes = Bodenwert + Gebäudeertragswert Gebäudeertragswert = (Jahresmiete oder übliche Miete - Bewirtschaftungskosten - Bodenwertverzinsung) * Vervielfältiger Jahresmiete = Kaltmiete, ohne Betriebskosten und ohne Ausfall Bewirtschaftungskosten = Erfahrungssätze, i.d.r. vom Gutacherausschuss enthalten: nachhaltig entstehende Verwaltungs-, Betriebskosten, Instandhaltung, Mietausfallwagnis, sofern nicht umlegbar Falls nicht vom Gutachterausschuss, dann Anlage 3 der Verordnung (17-30%) Liegenschaftszins = 5% (Mietwohngrundstück) bis 6,5% Geschäftsgrundstück Vervielfältiger s. Anlage 1 Abhängig von Liegenschaftszins und Restnutzungsdauer

13 Beispiel Ertragswertverfahren MFH 500 qm Fläche, ortsübliche Miete 5 Euro/qm, Baujahr qm, Bodenrichtwert Euro 280/qm Ertragswert = Verkehrswert Euro Ertragswert = Gebäudewert + Bodenwert Gebäudewert = (Rohertrag - Bewirtschaftungskosten (15%) - Bodenwertzins (5% vom Bodenwert)) * Faktor = ( ) * 18,26 = Bodenwert = Euro bisheriger Einheitswert =500 qm * 5 Euro/qm * 12 * 12,5 * 0,85 = , gerundet mind. aber 80% von 500 * 280 Euro/qm =

14 Auswirkungen MFH Ertragswert Euro bisheriger Einheitswert Euro Steuer neu Steuer alt Erbe/Schenkung unter Ehegatten 0,00 770,00 Erbe/Schenkung Elternteil auf Kind 2.100, ,00 Erbe/Schenkung Großelternteil auf Enkel, Kinder leben noch , ,00 Erbe/Schenkung an Lebenspartner (eingetragene Partnerschaft) 0, ,00 Erbe/Schenkung an Geschwister , ,00

15 Gewinner und Verlierer der Reform Gewinner - eingetragene Lebenspartnerschaften - u. U. Unternehmer Verlierer - Eigentümer von großem Immobilienbesitz - Unternehmer in risikobehafteten Branchen - Verwandte ab 2. Linie - Lebensversicherungen

16 Zum Schluss Gestaltung - Nachlassplanung (alle 10 Jahre, Testament auf Gegenseitigkeit i.d.r. vermeiden oder bei Tod Pflichtteil oder Erbverzicht gegen Abfindung) - Unternehmen, Immobilien jetzt noch schenken!? Historie Wann erste Mal ErbSt eingeführt? Zu welchem Zweck? Begründung der progressiven Steuersätze?

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