Wirtschaft Christian Bach Leasing - eine Einführung Studienarbeit
Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung... 2 2 Begriffsdefinition... 2 3 Leasing in Deutschland... 3 4 Erscheinungsformen... 4 4.1 Operating Leasing... 4 4.2 Financial Leasing... 5 4.3 Sonderform des Leasings: Sale and Lease Back... 7 5 Bilanzielle und steuerliche Bedeutung von Leasinggeschäften... 7 5.1 Wirtschaftliches Eigentum bei Leasinggeschäften... 8 5.2 Zuordnung des wirtschaftlichen Eigentums... 8 5.3 Bilanzierung... 10 5.4 Vorteile für den Leasingnehmer bei Operating Leasing... 10 6 Fazit... 11 Anhang... 13 Quellenverzeichnis... 16
1 Einleitung Viele Unternehmen gehen in der heutigen Zeit dazu über, Maschinen, Fahrzeuge und andere Betriebsmittel nicht durch direkten Kauf zu erwerben, sondern sich die Nutzung dieser Objekte für einen bestimmten Zeitraum mittels Leasing zu sichern. Dies wird durch die Tatsache bedingt, dass für die Erreichung des Produktivitätsziels eines Unternehmens nicht die rechtliche Stellung des Maschineninhabers, sondern das generelle Vorhandensein sowie die Möglichkeit der Nutzung einer Maschine entscheidend sind. Bereits Aristoteles erkannte 350 v.chr., dass der Reichtum [ ] vielmehr im Gebrauch als im Eigentum 1 besteht. In seiner heutigen Form ist Leasing eine intressante Sonderform der Fremdfinanzierung, die eine Finanzierungsalternative zum Bankkredit darstellt. Der Einsatz von Leasing ist dabei im Prinzip für jedes Wirtschaftsgut denkbar, wobei vorrangig immer noch Kraftfahrzeuge, Immobilien, Produktionsanlagen, EDV-Einrichtungen und Büroausstattungen mit Hilfe dieses Instruments finanziert werden. 2 Jedoch wird Leasing bereits auch in einer Reihe untypischer Projekte eingesetzt: Leasing von Pferden bei der Polizei Nordrhein- Westfalen, Leasing von Zeitrschriftentiteln, Leasing von Rettungshubschraubern oder auch Leasing von Löwen in einem Safaripark. 3 In der folgenden Arbeit werden die Gestalt sowie die Besonderheiten des Leasings vorgestellt. Dabei wird, ausgehend von einer Definition des Begriffs und einer Vorstellung der Konzeption, die aktuelle Situation des Leasings in Deutschland aufgezeigt. In diesem Zusammenhang werden die Folgen der aktuellen Wirtschaftskrise auf das Leasinggeschäft dargestellt. Anschließend werden die verschiedenen Erscheinungsformen des Leasings kurz aufgezeigt und dabei insbesondere auf die Leasingarten Operating Leasing, Financial Leasing sowie eine Sonderform des Leasings (Sale and Lease Back) eingegangen. Des Weiteren wird nachfolgend dargestellt, wie Leasing steuerrechtlich behandelt wird, um daran aufzuzeigen, welche bilanziellen und steuerlichen Vorteile gewerbliche Leasingnehmer aus Leasinggeschäften generieren können. 2 Begriffsdefinition Allgemein wird unter dem Begriff Leasing die entgeltliche Nutzungsüberlassung eines Wirtschaftsguts auf Zeit durch Finanzierungsinstitute und andere Unternehmen, die das Vermietungsgeschäft gewerbsmäßig betreiben 4, verstanden. Dabei ist, im Unterschied zum Mieten, beim Leasing in der Regel eine größere rechtliche 1 Spittler, Hans-Joachim (1999), S. 3 2 Vgl. Jahrmann, Fritz-Ulrich (2003), S. 206f. 3 Vgl. Handelsblatt (2009) 4 Perridon, Louis und Steiner, Manfred (2007), S. 445 2
Gestaltungsfreiheit vorhanden. Ursprünglich stammt der Begriff Leasing von dem lateinischen Wort laxare (lockern, lösen) ab. In seiner heutigen Form lässt sich der Begriff vor allem von dem englischen Verb to lease (mieten, pachten, vermieten, verpachten) ableiten. 5 Die Komplexität dieser Finanzierungsform basiert vor allem darauf, dass unterschiedliche Vertragsgestaltungen, vom normalen Miet-, Pacht-, und Darlehenvertrag bis hin zum verdeckten Raten-Kaufvertrag, unter dem Begriff des Leasings zusammengefasst werden. Zwar haben Leasingverträge generell eine eigene Rechtsnatur, jedoch weisen sie mit einer unterschiedlichen Dominanz die oben genannten Elemente auf. 6 Im Unterschied zu einem normalen Mietverhältnis ist beim Leasing oft festzustellen, dass zwischen dem Hersteller eines Gebrauchsgutes und dem Verwender eine Leasinggesellschaft als Käufer und gleichzeitig Vermieter fungiert. In diesem Fall spricht man von einem indirekten Mietgeschäft. 7 3 Leasing in Deutschland Die Wurzeln der entgeltlichen Nutzungsüberlassung auf Zeit liegen in Amerika, wo die Bell Telephone Company bereits 1877 zur Förderung des Absatzes das Mieten von Telefonanlagen offerierte. 8 In den darauf folgenden Jahren etablierte sich die Form des Leasings in den USA insbesondre aufgrund einer hohen Anzahl an Gründungen von Leasinggesellschaften sehr schnell. In Deutschland wurden Leasinggeschäfte erstmals um die Jahrhundertwende abgewickelt. 9 Im Vergleich zu den USA setzte sich das Leasing in Deutschland dabei jedoch nur sehr langsam durch, sodass erst im Jahr 1962 die erste deutsche Leasinggesellschaft gegründet wurde (Deutsche Leasing GmbH, Düsseldorf). 10 Heute gibt es in Deutschland zahlreiche Leasinggesellschaften 11, die zumeist Tochtergesellschaften von Kreditinstituten sind. 12 Bedingt durch die aktuelle Wirtschaftskrise, die zu einer Verringerung der Investitionen und einer Steigerung der Refinanzierungskosten für Leasinggesellschaften geführt hat, ist jedoch eine Verringerung der Anzahl an Leasinggesellschaften zu erkennen. 13 Seit Dezember 2008 kommt außerdem hinzu, dass finanzierungsleasingbetreibende 5 Vgl. Siebert, Hanns-Peter (2001), S. 17 6 Vgl. Jahrmann, Fritz-Ulrich (2003), S. 207 7 Vgl. Perridon, Louis und Steiner, Manfred (2007), S. 445 8 Vgl. Martinek, Michael (1991), S. 41 9 Vgl. Spittler, Hans-Joachim (1999), S. 1 10 Vgl. Deutsche Leasing AG (2009) 11 Nach Angaben der Zeitschrift FLF Finanzierung Leasing Factoring (Ausgabe 6/2009) gibt es derzeit rund 2.221 aktive Leasingunternehmen in Deutschland (Vgl. Wacket, Peter (2009), S. 241). 12 Vgl. Jahrmann, Fritz-Ulrich (2003), S. 206 13 Vgl. Köhler, Peter (2009) 3