3-01. Triphenylmethan

Ähnliche Dokumente
Darstellung von Phenolphthalein und Fluorescein

Spektroskopie-Seminar SS UV-Vis-Spektroskopie. UV-Vis-Spektroskopie

Triphenylmethanfarbstoffe

Farbigkeit bei Molekülen Fluoreszenz Phosphoreszenz

1.4 Die elektrophile aromatische Substitution

Chemie Stufe 13 / Aromaten / Phenol Folie 01. Das Phenol-Molekül. δ δ+ sp 3. sp 2

Farbstoffe Einleitung

4. Phthaleine 4.1. Mit den Triphenylmethanfarbstoffen eng verwandt sind die Phthaleine, deren Synthese vom Phthalsäureanhydrid

Arbeitsblatt Wie entstehen Farben?

Essigsäure färbt ph-papier rot. Natronlauge färbt ph-papier blau

Schulversuchspraktikum. Isabel Großhennig. Sommersemester Klassenstufen 11 & 12. Farbstoffe. Kurzprotokoll

Einfluß von Substituenten am Benzol auf Geschwindigkeit und Richtung der elektrophilen Substitution

Materialien- Handbuch Kursunterricht Chemie

Darstellung von Malachitgrün Präparat 5

2-01. Das Ethen-Molekül. Perspektivische Darstellung des Ethen-Moleküls.

Farbstoffe Zusammenfassung Klausur K2

Untersuche die Wirkung verschiedener Säuren und Laugen auf natürliche und industriell hergestellte Indikatoren.

EinFaCh 4. Studienvorbereitung Chemie. Einstieg in Freibergs anschauliches Chemiewissen Teil 4: Säuren und Basen. tu-freiberg.de

ph-wert ph-wert eine Kenngröße für saure, neutrale oder basische Lösungen

Schulversuchspraktikum. Anna Hille. Sommersemester Klassenstufen 11 & 12. Farbstoffe

Tracer Fluid Logging (TFL) Fluoreszierende Tracer in der Praxis

Übungen zur VL Chemie für Biologen und Humanbiologen

Übungen zur VL Chemie für Biologen und Humanbiologen Lösung Übung 9

Die elektrophile Addition

Elektrophile Reaktionsmechanismen Erkennungsmerkmale und Reaktionsschritte

Chemie zur Weihnacht. Farbreihe

Übungsaufgaben zum Kapitel Farbstoffe mit Hilfe des Lernprogramms Farbstoffermittler

Zusammenfassung vom

Untersuche die Wirkung von verschiedenen Säuren auf Gemüse- und Blütenfarbstoffe.

11 Organische Farbstoffe

Übung zum chemischen Praktikum für Studierende mit Chemie als Nebenfach Übung Nr. 4, 09./

Aromatische Kohlenwasserstoffe.

Präparat 6: Darstellung von Methylorange (4 Dimethylaminoazobenzol-4 -sulfonsäure, Natriumsalz) - Azofarbstoff -

Organisch-chemisches Praktikum für Studierende des Lehramts WS 08/09

Versuch 6.14 ph-abhängigkeit eines Indikators am Beispiel Thymolblau

Lösungen 3. Übungsblatt SS 2002

Rosa Geheimschrift. Durchführung

Übungen zu den Kapiteln Ungesättigte und aromatische Kohlenwasserstoffe. 1. Wie lauten die allgemeinen Formeln für ungesättigte Kohlenwasserstoffe mit

Praktikum zur Organischen Chemie für Studierende des Lehramts WS 2010/11

SS Thomas Schrader. der Universität Duisburg-Essen. (Teil 7: Säuren und Basen, Elektrolyte)

Indikatoren sind schwache Säuren, deren konjugierte Basen eine andere Farbe aufweist, als die undissoziierte Säure.

Praktikum zur Organischen Chemie für Studierende des Lehramts WS 2010/11

Säure-Base Titrationen. (Seminar zu den Übungen zur quantitativen Bestimmung von Arznei-, Hilfs- und Schadstoffen)

Organik-Beispiel. Inhaltsverzeichnis

Zweite Klausur zum Organisch-Chemischen Grundpraktikum

Radikalische Substitution von Alkanen

Übersicht 3 Aspekte: - Struktur - Farbe (λ, ε) - Wechselwirkung Farbstoff-Faser

Themengebiet: 1 HA + H 2 O A - + H 3 O + H 3 O + : Oxonium- oder Hydroxoniumion. Themengebiet: 2 B + H 2 O BH + + OH - OH - : Hydroxidion

Wirkung von Säuren und Laugen auf natürliche und technische Indikatoren (Artikelnr.: P )

6. Carbonyl-Verbindungen

(Anmerkung: Es sind weitere möglich. Spektren zeigen Diradikal.)

Grundwissenkarten Hans-Carossa- Gymnasium

Lehrerinformation Brillantblau

9 Aromaten. 1 Elemente Chemie Oberstufe NRW Ernst Klett Verlag GmbH, Stuttgart Lösungen zu den Durchblick-Seiten

Schulversuchspraktikum. Isabel Großhennig. Sommersemester Klassenstufen 11 & 12. Farbstoffe

Lernziele zu Farbigkeit von Stoffen

Herstellung und Oxidation von 2,4,6-Tri-tert-butylphenol

H δ+ H H H H. Addition von HBr an Ethen. Zufällig kommt ein HBr-Molekül in die Nähe der elektronenreichen Doppelbindung. Schritt 1

Kap.7 ph-wert und ph-indikatoren

Reak%onen an der Carbonylgruppe

Herstellung des Benzoldiazoniumchlorids aus Anilin, Natriumnitrit und Salzsäure. Benzoldiazonium-Ion

Research Collection. Skript zur Vorlesung Allgemeine Chemie I. Educational Material. ETH Library. Author(s): Nesper, Reinhard Friedrich

Die Bearbeitung erfolgt mit Textausschnitten des Buches Chemie Teil 2 (Diesterweg Verlag)

Licht und Farbe mit Chemie

KW Alkene. Nomenklatur. Darstellung. Reaktionen. Elektrophile Additionen. Prof. Ivo C. Ivanov 1

Versuch: Darstellung eines Azofarbstoffes (Methylorange)

Schülercode Erste zwei Buchstaben Letzte zwei Buchstaben des Vornamens deiner Geburtstag (TT) deines Vornamens Mutter Kontext Experiment Aufgabe

Theorie der Farbigkeit

Organische Chemie 10C1. Funktionelle Gruppen 10C2. Homologe Reihe der Alkane 10C3. Nomenklatur der Alkane (gesättigte Kohlenwasserstoffe) 10C4

ph-indikatoren Sekundenschnelle Analysen

12 Organische Farbstoffe

Die Indigotinbottle. Zusammenfassung. Einordnung in den Unterricht 1

» Konzepte, Fakten, Gliederung

Mangan: Ein Chamäleon unter den Metallionen RG 1: RG 2: RG 3: + + +

UV-Vis Spektroskopie. Praktikum Analytische Chemie I (WS 2013/14)

Versuchsprotokoll. Gummibärchen-Indikator

Farbigkeit und Theorien

A B - AB K D. Elektrolytische Dissoziation. AB(aq) Stoffe, die in Lösung Ionen bilden, heißen Elektrolyte. Es gilt das Massenwirkungsgesetz

π-bindung: 264 kj/mol (s c hw äc he r als die σ-bindung!)

Skriptum zur Laborübung Wasser und Umwelt

2 Grundlagen der Photochemie

Schulversuchspraktikum. Elena von Hoff. Sommersemester Klassenstufen 11 & 12. Farbstoffe

N N. Chinolin. Pyridin. Imidazol

LAF-Wiederholungsklausur. Wintersemester 2011/12

CHE 102.1: Grundlagen der Chemie - Organische Chemie

Schulversuch (Gruppe 6/Assistentenversuch): Vergleich aliphatischer Alkohole und Phenole

Analytische Chemie. B. Sc. Chemieingenieurwesen

Licht und Farbe - Dank Chemie!

Versuch 1: Rotkohl oder Blaukraut? Die Farbe des Rotkohlfarbstoffes in Abhängigkeit vom ph-wert

SÄUREN, BASEN, ph-wert

Licht und Farbe mit Chemie

Mehrprotonige Säuren (z.b. H 2 SO 4 )

4. Die Bedeutung der Endgruppen am Beispiel der Phenylpolyenale und ihrer Farbsalze

Zweite Klausur zur Vorlesung Grundlagen der Organischen Chemie

Chemisches Grundpraktikum für Ingenieure. 2. Praktikumstag. Andreas Rammo

+ MnO MnO 3. Oxidierbarkeit primärer, sekundärer und tertiärer Alkohole. Chemikalien. Materialien

Farbstoffe Einleitung

Azofarbstoffe Azofarbstoffe enthalten als Chromophor die beiderseits aromatisch gebundene Azogruppe.

Transkript:

Triphenylmethan 3-01 Triphenylmethan ist ein farbloser Feststoff. Die Verbindung kann aus Benzol und Trichlormethan durch FRIEDL-CRAFTS-Alkylierung (elektrophile Substitution) hergestellt werden. Die H-Atome der drei Benzolringe behindern sich gegenseitig, daher sind die drei Ringe propellerartig gegeneinander verdreht.

Fuchsin 3-02 Fuchsin ist ein grüngelber glänzender Feststoff, der sich in Wasser langsam mit roter Farbe auflöst. Fuchsin wurde 1858 synthetisiert und nach der blauroten Zierpflanze Fuchsie benannt. Fuchsin gehört zu den Triphenylmethanfarbstoffen, ist aber gleichzeitig ein Cyanin. Daher die intensive Farbe der Lösung.

Malachitgrün 3-03 Malachitgrün ist ein grüner glänzender Feststoff, der sich in Wasser gut auflöst. Er wurde 1877 synthetisiert und nach dem grünen Mineral Malachit benannt. Malachitgrün hat zwei Absorptionsmaxima bei 420 nm und 620 nm. Die grüne Farbe des Farbstoffs ist also eine Mischfarbe.

Kristallviolett 3-04 Kristallviolett ist ein metallisch gold glänzender Feststoff, der sich in Wasser mit intensiv violetter Farbe auflöst. Bei Zugabe einer Säure wird die Lösung zunächst blau, dann grün, schließlich gelb. Ursache für den Farbwechsel sind die N-Atome. Sobald sie mit einem Proton besetzt sind, sind sie nicht mehr mesomeriefähig, daher wird ihr bathochromer Effekt aufgehoben (Lexikon der Chemie, 2008).

Fluorescein / Uranin 3-05 Fluorescein ist ein braunroter Feststoff, der sich in alkalischen Lösungen mit intensiv gelbgrüner Farbe auflöst, die im UV-Licht stark fluoresziert. Das wasserlösliche Natriumsalz des F. heißt Uranin. Das Färbevermögen von Uranin ist enorm: Mit 500 g Uranin können Schiffbrüchige 4000 m 2 Meer grün färben. Der Farbstoff wird zum Färben von Schaumbädern und Badezusätzen, Shampoos etc. verwendet. Da es biologisch unbedenklich ist, wird es in der Geologie als Tracer zum Verfolgen von Wasserströmen eingesetzt. Jedes Jahr am St. Patrick's Day wird der Chicago River mit 18 kg Uranin grün eingefärbt (Wikipedia).

Phenolphthalein 3-06

Phenolphthalein-Synthese 1 3-07 1a Schritt 1a: Phthalsäureanhydrid wird protoniert (Zugabe von konz. Schwefelsäure). 1b Schritt 1b: Umlagerung der positiven Ladung; Bildung eines Carbenium-Ions, das als Elektrophil auftreten kann.

Phenolphthalein-Synthese 2 3-08 2a 2b Schritt 2a: Elektrophile Substitution an einem Phenol-Molekül mit dem Carbenium-Ion als Elektrophil. Rückgewinnung des Protons aus Schritt 1a. Schritt 2b Protonierung der Carbonyl- Gruppe. 2c Schritt 2c Abspaltung von Wasser, Bildung eines neuen Carbenium- Ions, das wieder als Elektrophil wirken kann.

Phenolphthalein-Synthese 3 3-09 Schritt 3: Elektrophile Substitution an einem Phenol-Molekül mit dem Carbenium-Ion als Elektrophil. Indikator-Wirkung: Zugabe von Natronlauge, Bildung des Natrium-Salzes.

Phenolphthalein als Indikator 3-10 bei ph = 6 Drei kleine Systeme mit konjugierten Doppelbindungen. Absorption von UV-Licht. sp 3 Zentrales C-Atom Durch sp 2 -Hybridisierung entsteht ein zusammenhängendes konjugiertes System. bei ph = 9 Ein großes System mit konjugierten Doppelbindungen. Absorption von sichtbarem Licht. sp 2

3-11 Phenolphthalein als Indikator 2 farblos orange violett farblos