Lässig statt stressig Tipps für ein erfolgreiches Studium Lernen lernen Dipl. Psych. Bożena Fitzek-Toepsch
Lernstoff und Anforderungen einschätzen Fall 1: Ich finde den Lernstoff spannend, wichtig und persönlich relevant. Fall 2: Ich finde den Lernstoff trocken, langweilig und befürchte, dass ich das nie wieder brauche. Lernen funktioniert oft intuitiv Bewusstes Nutzen von Lernstrategien
Lernstoff und Anforderungen einschätzen Prüfungstypen mündlich Klausur Multiple Choice praktische Prüfungen
Anforderungen, die diese Prüfungen stellen Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden/ Lernstoff auswählen Wissen reproduzieren Zusammenhänge verstehen wiedererkennen mündlich formulieren schriftlich formulieren unter Zeitdruck arbeiten Wissen übertragen / anwenden Aufgaben lösen
Prüfungsgebiete Davon beherrsche ich Unterthema sehr gut relativ gut etwas gar nicht Informationsquellen Unterthema Quelle Umfang (Seiten, Kapitel) eigene Mitschriften geschätzte Zeit
Gedächtnisleistung Enkodieren Wiedererkennen Abrufen (und Wiedergeben)
Das Gedächtnis - Dreispeichermodell Sensorischer Speicher Sinnesinformationen Dauer: 250 Millisekunden Kurzzeitspeicher Langzeitspeicher Dauer: mehrere Minuten Kapazität: begrenzt Veränderung der Reizübertragung Dauer: Jahre Kapazität: sehr groß strukturelle Veränderung
Gedächtnistäuschung beim Lernen Inhalte im Kurzzeitgedächtnis erwecken den Eindruck, dass wir sie können. Wenn sie aber nicht in das Langzeitgedächtnis übernommen werden, werden wir sie später nicht abrufen können. Etwas wiedererkennen ist nicht das gleiche wie etwas abrufen können.
Lernprozess Es ist bloß Platz für 7 (± 2) da! Kommt ein Neuer, muß ein Alter gehen.
Lernprozess Lernstoff in kurze, inhaltlich zusammenhängende Abschnitte unterteilen (ca. 5 Minuten). Denkpause (Was habe ich davon verstanden?) nächsten Abschnitt bearbeiten
Lernstrategien Wiederholungsstrategien Organisationsstrategien Elaborationsstrategien Strategien zur Verständniskontrolle / Reproduktion von Wissen Unterstützungsstrategien Lernpausen Schlaf Ernährung
Wiederholungsstrategien Üben (Fertigkeiten) rein rezeptives Wiederholen im Sinne von Anhören oder Lesen hat wenig Effekt Kombination mit Selbstabfrage Mit Elaborationsstrategien Ablauf: kürzere und längere Abstände (z.b. nach 6 h, nach 24 h, 3 Tagen, 2 Wochen und 6 Wochen)
Lernkartei Vorteil: Stoff muss für Karteikarten aufbereitet werden Es wird gezielt wiederholt viermal gewusst dreimal gewusst zweimal gewusst einmal gewusst neu/nicht gewusst
Organisationsstrategien Informationsreduktion Sprechstunden Lerngruppen Prüfungsprotokolle Erfahrungen
Organisationsstrategien Umstrukturierung in eigenen Worten zusammenfassen, dabei Inhalte gruppieren, Überschriften finden, usw. Cluster/ Schaubild Mind-Map Präsentation erstellen
Wiederholungsstrategien Organisationsstrategien Elaborationsstrategien Lernstrategien Lerntheorien Klassische Konditionierung Operante Konditionierung Soziales Lernen Verständniskontrolle/ Reproduktion Gedächtnisleistung Enkodieren Lernen Lernen durch Einsicht Dreispeichermodell Sensorischer Speicher Kurzzeitspeicher Langzeitspeicher Wiedererkennen Abrufen Gedächtnistheorien Netzwerkmodell Implizites Gedächtnis Explizites Gedächtnis prozedurales Gedächtnis
Mind-Map erstellt mit FreeMind
Elaborationsstrategien Inhalte mit Beispielen ergänzen Inhalte Anwenden Inhalte Hinterfragen Prüfungsfragen erstellen Inhalte Verbinden Inhalte zu bisherigem Wissen in Verbindung setzen Inhalte in Verbindung mit persönlichen Erfahrungen setzen
hoch Behaltensleistung niedrig niedrig hoch Grad der Elaboration Quelle: Hoffmann, E. u. Löhle, M. (2004): Erfolgreich Lernen
Frage A Frage B Antwort A Frage C Antwort B Antwort C
ähnlicher Versuchsaufbau 1a 2a 1b B 3b 3a A 2b 4b 4a 5a 1c bestätigt durch eigene Erfahrung 2c übergeordneter Themenbereich 5c C 4c 3c
Strategien zur Verständniskontrolle/ Reproduktion von Wissen sich in Lerngruppen den Stoff gegenseitig erklären jemandem, der nicht vom Fach ist, den Stoff erklären Prüfungen simulieren Einen Vortrag zu dem Stoff erarbeiten Eine eigene Zusammenfassung schreiben Aufgaben mit der Uhr üben
Anforderung der Prüfung Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden/ Lernstoff auswählen Lösungsansatz Organisationsstrategien Zweck: Informationsreduktion Sprechstunden Lerngruppen Prüfungsprotokolle Erfahrungen Hinweise aus den Veranstaltungen beachten Vom Einfachen zum Komplizierten denken
Anforderung der Prüfung Informationen behalten Lösungsansatz Wiederholungsstrategien Üben (Fertigkeiten) reines rezeptives Wiederholen im Sinne von Anhören oder Lesen hat wenig Effekt Kombination mit Selbstabfrage Kombination mit Organisationsund Elaborationsstrategien Ablauf: kürzere und längere Abstände (z.b. nach 6 h, nach 24 h, 3 Tagen, 2 Wochen und 6 Wochen)
Anforderung der Prüfung Lösungsansatz Wissen reproduzieren Strategien zur Verständniskontrolle/ Wissen reproduzieren sich in Lerngruppen den Stoff gegenseitig erklären jemandem, der nicht vom Fach ist, den Stoff erklären Prüfungen simulieren einen Vortrag zu dem Stoff erarbeiten eine eigene Zusammenfassung schreiben Aufgaben mit der Uhr üben)
Anforderung der Prüfung Zusammenhänge verstehen Lösungsansatz Organisationsstrategien Zweck: Umstrukturierung in eigenen Worten zusammenfassen, dabei Inhalte gruppieren, Überschriften finden, usw. Cluster/ Schaubilder erstellen Mind-Map erstellen Präsentation erstellen
Anforderung der Prüfung Lösungsansatz Zusammenhänge verstehen Elaborationsstrategien Inhalte mit Beispielen ergänzen Inhalte anwenden Inhalte hinterfragen Prüfungsfragen erstellen Inhalte verbinden Inhalte zu bisherigem Wissen in Verbindung setzen Inhalte in Verbindung mit persönlichen Erfahrungen setzen
Anforderung der Prüfung Wiedererkennen Lösungsansatz Wiederholungsstrategien Strategien zur Verständniskontrolle/ Wissen reproduzieren
Anforderung der Prüfung Lösungsansatz mündlich formulieren schriftlich formulieren Strategien zur Verständniskontrolle/ Wissen reproduzieren reden, reden, reden! schreiben, schreiben, schreiben!
Anforderung der Prüfung Lösungsansatz unter Zeitdruck arbeiten Strategien zur Verständniskontrolle/ Wissen reproduzieren Selbstabfrage mit der Uhr unter realistischen Zeitbedingungen die Prüfung simulieren
Anforderung der Prüfung Wissen übertragen/ anwenden Lösungsansatz Elaborationsstrategien
Anforderung der Prüfung Aufgaben lösen Lösungsansatz Wiederholungsstrategien (selber) rechnen, rechnen, rechnen!
Anforderung der Prüfung Lösungsansatz Aufgaben lösen Strategien zur Verständniskontrolle/ Wissen reproduzieren sich in Lerngruppen die Aufgaben gegenseitig erklären sich die Aufgaben selber erklären (inneres Sprechen beim Lösen der Aufgaben)
Unterstützungsstrategien Lernpausen Schlaf Ernährung
Lernpausen Pausen sind wichtig weil: sie Interferenzen der Lerninhalte vorbeugen sie die Arbeitseffizienz steigern indem sie die Konzentrationsfähigkeit wieder herstellen sie Scheinarbeitszeit vorbeugen Beachten sie: Viele kleine Pausen sind effektiver als wenige große. Der Erholungswert einer Pause steigt nicht proportional zur Länge der Pause. Machen sie lieber richtige Pausen statt Scheinpausen!
Schlaf Schlafentzug wirkt sich auf die Lernfähigkeit aus Im Schlaf werden die tagsüber aufgenommenen Informationen, Erfahrungen sowie Erinnerungen abgelegt.
Ernährung Das Gehirn ist für ca. 20% des Energieverbrauchs verantwortlich Es besteht zu über 80% aus Wasser Deswegen ist eine ausreichende Flüssigkeits- und Energiezufuhr in der Lernphase wichtig.
Anforderungen, die diese Prüfungen stellen Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden/ Lernstoff auswählen Wissen reproduzieren Zusammenhänge verstehen wiedererkennen mündlich formulieren schriftlich formulieren unter Zeitdruck arbeiten Wissen übertragen / anwenden Aufgaben lösen
Literaturtipps Anleitung zum Müßiggang (Deutsche Ausgabe) Tom Hodgkinson: How to be Idle Im Alltag Ruhe finden (Deutsche Ausgabe) Jon Kabat-Zinn: Wherever you go there you are Der Spiegel Wissen (Heft 1/2013): Einfach leben. Brand Eins Magazin (Heft 08/2012): Nichts tun. Und was sich daraus machen lässt. Gesund durch Meditation (Deutsche Ausgabe) Jon Kabat-Zinn: Full catastrophe living
Literaturtipps Erfolgreich Lernen Eberhardt Hofmann, Monika Löhe Gedankenlesen durch Schneckenstreicheln Martin Puntigam, Werner Gruber, Heinz Oberhummer