2.4 Anforderungsanalyse

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Transkript:

2.5 Anpassung des Projektdreiecks 13 Tab. 2.1 Stakeholderanalyse Tab. 2.2 Anforderungsanalyse 2.4 Anforderungsanalyse Nach der Erfassung der Stakeholder müssen die Anforderungen an das Projekt erfasst und dokumentiert werden. Anforderungen an das Projekt werden formal durch den Auftraggeber im Pflichtenheft zusammengestellt. Meist ist es aber Aufgabe des Teams, alle Anforderungen zu erfassen und zu klären. Neben den Anforderungen an das Ergebnis sind nach Art der Tab. 2.2 auch die Projektanforderungen zu berücksichtigen. 2.5 Anpassung des Projektdreiecks Aus den Anforderungen ergeben sich mittels der später detailliert betrachteten Methoden (insbesondere durch die Aufstellung des Arbeitsstrukturplans) Abschätzungen für den Umfang des Projekts. Es zeigt sich meist, dass jeder Stakeholder ein unterschiedliches Projektdreieck hat und unterschiedliche Vorstellungen der Partner und Teammitglieder aufeinanderprallen. Die Kunst des Projektleiters ist es nun, einen Kompromiss zu finden, mit dem alle Beteiligten leben können. Dazu muss er/sie unterschiedliche Anforderung integrieren und gegen den notwendigen Aufwand abwägen. Wichtig ist hier ein sachorientiertes Verhandeln (Fischer und Uri 2013) anstelle des Beharrens auf Positionen. Insgesamt kann man nun das Projekt im Rahmen des Projektdreiecks mit den in Tab. 2.3 gegebenen Informationen festlegen.

14 2 Projektdefinition und Festlegung Tab. 2.3 Planungsformular für ein Projekt Vision (Zielsetzung) als zukünftiger Zustand, erwartete Ergebnisse oder Erkenntnisse (Fragestellung) Wichtige Stakeholder (Anspruchsgruppen) und ihre Anforderungen und Unterstützung für das Projekt Mission (Aufgabe) als Tätigkeiten und zu erstellende Produkte (Deliverable Items) sowie Abgrenzung (Scope) des Projekts (z. B. als Negativliste) Ressourcen: Team und Personenstunden, sonstige Ressourcen, notwendige Zuarbeit und Unterstützung Termine und wichtige Zwischentermine mit ihrer Dringlichkeit Erkannte Risiken und Strategien Sie haben nun gesehen, wie ein Projekt erfolgreich definiert wird. Danach beginnt die Arbeit des Projektmanagers: Planen und Organisieren um die definierten Ziele in der gegebenen Zeit und mit den zugesagten Ressourcen zu erreichen.

Projektplanung 3 Jede Arbeit, die nicht Routine ist, sollte als Projekt geplant werden. Das Projektmanagement stellt eine Vielzahl von Methoden der Planung zur Verfügung. 3.1 Arbeitsstrukturplan Der Arbeitsstrukturplan (Work Breakdown Structure, WBS) gliedert die Gesamtaufgabe hierarchisch in Arbeitspakete. Arbeitsstrukturplan und Arbeitspakete Der Arbeitsstrukturplan zeigt die Struktur der zu leistenden Arbeit in Form von hierarchisch geordneten Arbeitspaketen. Er wird im Allgemeinen wie in Abb. 3.1 graphisch mittels einer hierarchischen Kästchenstruktur wie bei einem Organigramm oder wie in Tab. 2.1 einer halbgraphischen Darstellung durch eingerückte Listen bzw. durch Einrücken des Textes dargestellt. Diese Gliederung ist wichtig für die Ressourcenplanung Zuordnung von Verantwortung Vergabe von Aufträgen Aufstellung der Zeit- und Terminpläne Planung und Kontrolle Arbeitspakete sind die Elemente eines Projektstrukturplans. Wir bezeichnen auch die in der Hierarchie über den Arbeitspaketen der untersten Ebene (AP nach DIN) Springer Fachmedien Wiesbaden 2014 U. Holzbaur, Projektmanagement für Studierende, essentials, DOI 10.1007/978-3-658-06403-7_3 15

16 3 Projektplanung Abb. 3.1 Prinzipskizze Arbeitsstrukturplan liegenden Ebenen als Arbeitspakete, da diese häufig im Laufe des Projekts weiter aufgeteilt werden. Alternative Bezeichnungen sind in abnehmender Hierarchie: Teilprojekt Teilaufgabe Für jedes Arbeitspaket gibt es einen Verantwortlichen. Die Abarbeitung des AP sollte wie ein Projekt geplant werden (Aufteilung, Phasen, Planung und Kontrolle) Der Arbeitsstrukturplan ist die wichtigste Basis für die Planung eines Projekts Die Arbeitspakete werden im Allgemeinen nach einer Dezimalstruktur nummeriert. Dass dabei maximal 9 Teilpakete für jedes Arbeitspaket möglich sind, dient der Übersichtlichkeit. Folgende Kriterien sollte ein sinnvolles Arbeitspaket erfüllen: wohldefinierte Ziele und Aufgaben wohldefiniertes Ergebnis wohldefinierte Voraussetzungen zuordenbar an eine Person oder an eine einfach zu definierende Gruppe

3.1 Arbeitsstrukturplan 17 Aufstellen des Arbeitsstrukturplans Im Arbeitsstrukturplan wird die gesamte innerhalb eines Projekts zu leistende Arbeit in Arbeitspakete heruntergebrochen. Dabei kann sich diese Aufteilung an verschiedenen Prinzipien orientieren. Man kann einen Arbeitsstrukturplan gliedern nach: Phasen (Vorbereitung, Entwurf, Durchführung, Produktion, Dokumentation, Auslieferung) Tätigkeiten (Entwerfen, Produzieren, Experimentieren, Schreiben, Planen, Kommunizieren) Ergebnissen (Spezifikation, Teilergebnis, Entscheidung, Dokument) Produkte und Komponenten (Teilgeräte, Komponenten, Materialien) Die Arbeitspakete der obersten Ebene werden nun wieder verfeinert, indem man die Aufgabe wieder in Teilaufgaben zerlegt. Dabei ist wichtig, dass nichts weggelassen wird und dass Tätigkeiten, die als Schnittstelle zwischen zwei Arbeitspaketen liegen, einem Arbeitspaket zugeordnet werden. Dies kann eines der beiden betroffenen oder ein zusätzliches Arbeitspaket sein. Für das Aufstellen des Arbeitsstrukturplans sollte man zunächst viel mit Bleistift und Papier arbeiten. Im Allgemeinen wird der aufgestellte Plan mehrmals modifiziert, bis er eine solide Basis für die Planung abgibt. Auch wird der Arbeitsstrukturplan im Laufe der Zeit vertieft und verändert werden. Das Vorgehen bei der Aufstellung kann dabei top down oder bottom up erfolgen: Aufstellen bottom up Sammeln aller notwendigen Tätigkeiten, Strukturierung und Zusammenfassung Für jedes Arbeitspaketen die Frage stellen: was brauche ich noch dazu? Aufstellung top down Strukturiert von oben nach unten: Ausgehend von Haupttätigkeitsbereichen und Hauptkomponenten. Die Reihenfolge der obersten Ebenen kann variieren (Produkt Aufgabenbereich Phase). Die Größe von Arbeitspaketen der untersten Ebene wird in der Literatur und in der Praxis verschieden angegeben. Dies liegt zum Teil auch daran, dass in Großprojekten die Arbeitspakete selbst wieder als Projekt geplant und entsprechend heruntergebrochen werden. Für Hochschulprojekte gehen wir von einer Gesamtgröße von mehreren Personenjahren (Forschungsprojekte) bis zu einigen Personentagen aus. Entsprechend gliedern sich die Projekte in zwei bis fünf Ebenen mit jeweils drei bis sieben Paketen auf der Ebene.