Handout Kommunikation

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Transkript:

Handout Kommunikation Referat von: Manuel Wasmuth, Jonas Kipfer, Basil Gasser, Nils Wicki 1. Definitionen von Kommunikation - Kommunikation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Verbindung, Mitteilung; Aufnahme und Verarbeitung von Signalen (Informationen) durch Lebewesen. - Kommunikation bezeichnet den Austausch von Informationen zwischen zwei oder mehreren Personen, wobei die Mitteilung sprachlich (verbal) oder/und nichtsprachlich (non-verbal) erfolgen kann. - Kommunikation ist zwischenmenschliche Verständigung, reflexibles sprachliches Handeln, intentionales Mitteilen von Zeichen, vor allem durch Sprache als besondere und zugleich fundamentale Form sozialer Interaktion; absichtsgelenktes und zielgerichtetes, auf das Bewusstsein von Partnern einwirkendes und eigenes Bewusstsein veränderndes Handeln; Übertragung und Verarbeitung von Informationen, die der Erzeugung von Bedeutung und Sinn sowie in Arten und Weisen des Verstehens realisiert wird. 2. Das Sender-Nachricht-Empfänger-Modell Für eine Kommunikation sind drei Elemente unerlässlich. Da ist der Sender, welcher dem Empfänger etwas mitteilen möchte. Dieses Anliegen verschlüsselt er in einer Nachricht. Diese Nachricht muss vom Empfänger entschlüsselt werden. Durch eine Rückmeldung an den Empfänger, auch Feedback genannt, eruiert man, ob die Nachricht von ihm richtig dekodiert wurde. Grafisch dargestellt sieht dies wie folgt aus: 3. Das Kommunikationsquadrat Eine Nachricht enthält nie nur eine Botschaft. Stets teilt der Sender dem Empfänger in einer Nachricht verschiedene Dinge mit. Nach Schulz von Thun hat jede Nachricht vier Ebenen. Diese bilden zusammen das sogenannte Kommunikationsquadrat.

3.1. Sachinhalt Eine Nachricht enthält praktisch immer Sachinformationen. Sagt Manfred zu seiner Berta beispielsweise Berta, das Ei ist hart, will er ihr auf der Sachebene lediglich mitteilen, dass das Ei hart ist. 3.2. Selbstoffenbarung In einer Nachricht stecken nicht nur Informationen über die Sache, sondern auch jene über den Sender. Durch gewollte Selbstdarstellung, aber auch durch unfreiwillige Selbstenthüllung gibt der Sender etwas von seiner Persönlichkeit preis. Aus dem obengenannten Beispiel von Manfred und Berta kann man schliessen, dass Manfred keine harten Eier mag. 3.3. Beziehung Jede Nachricht gibt Aufschluss über die Beziehung zwischen dem Sender und dem Empfänger. Der Empfänger reagiert auf dieser Ebene besonders empfindlich, weil diese, im Gegensatz zur Sachebene, persönlichkeitsbezogen ist. In unserem Beispiel gibt Manfred durch seine Aussage zu erkennen, dass es ihm als Mann in der Beziehung zusteht, seine Frau auf gewisse Dinge hinzuweisen. 3.4. Appell Der Sender versucht gewöhnlich durch die Nachricht auf den Empfänger einzuwirken, ihn zu etwas zu veranlassen. Ein solcher Appell kann auch versteckt sein, was Manipulation sein kann. Manfred will Berta dazu veranlassen, in Zukunft weichere Eier zu kochen. 4. Das Vier-Ohren-Modell Als Korrelat zu den vier Seiten der Nachricht, gibt es auf der Empfängerseite ebenfalls vier Seiten, die im sogenannten Vier-Ohren-Modell dargestellt werden. Entsprechend dem Kommunikationsquadrat, mit dem der Inhalt der Nachricht analysiert wird, ist das Sachohr, das Beziehungsohr, das Selbstoffenbarungsohr und das Appellohr voneinander zu unterscheiden.

Die ganze Person des Empfängers - seine Erfahrungen, Gefühle und Vorahnungen - ist ausschlaggebend für das Verstehen der empfangenen Nachricht. Der Empfänger hat nämlich grundsätzlich die freie Auswahl, mit welchem Ohr er die Nachricht entschlüsselt und auf welche Seite der Nachricht er reagieren will. Je nachdem nimmt das Gespräch dann einen sehr unterschiedlichen Verlauf. Folgende Gründe können dabei insbesondere relevant sein: - Der Empfänger hat die Tendenz die Nachricht nach Informationen abzutasten, die ihn in seinem Selbstbild bestätigen. Bsp.: ein Mann sagt zu seiner Frau: Das Kleid ist Dir etwas zu eng Diese versteht aufgrund Ihres Selbstbildes: Ich bin zu dick! - Der Empfänger hat die Tendenz, die Nachricht nach dem Bild, das er vom Sender hat zu beurteilen: Bsp.: Papa die Klausur in der Schule war viel zu anspruchsvoll der Vater versteht aufgrund des Bildes, das er von seinem Sohn hat: Du hast zu wenig gelernt Du bist faul! 5. Das Feedback Der Empfangsvorgang kann in drei Stadien unterteilt werden: Wahrnehmen Interpretieren Fühlen. Aufgrund dieses Empfangsprozesses wird der Empfänger dem Sender ein Feedback übermitteln. Dies kann wiederum verbal oder non-verbal geschehen (z.b. Stirnrunzeln). Das Feedback kann als Wechselprodukt zwischen "Saat" und dem (psychischen) Nährboden und somit als psycho-chemische Reaktion bezeichnet werden. Daraus resultiert, dass auch der Empfänger Mitverantwortung am Gelingen der Kommunikation trägt. Idealerweise sollte der Sender durch das Feedback die Bestätigung erhalten, dass die gesendete Nachricht richtig angekommen ist.

6. Die Interaktion Die Kommunikation beschränkt sich selten auf das Senden und Empfangen einer einzigen Nachricht. Meist ist Kommunikation ein umfassendes Gebilde einer Vielzahl von Nachrichten, die über längere Zeit ausgetauscht werden. Oft sind Probleme in der Kommunikation nicht in der Einzelnen Nachricht, sondern im ganzen komplexen Kommunikationskonstrukt zu suchen. Eine derartige systemtheoretische Betrachtungsweise kann zu weiteren Erkenntnissen und Problemlösungsansätzen führen. 7. Probleme der Kommunikation Im Falle einer gelungenen Kommunikation unterhalten sich Sender und Empfänger auf gleicher Ebene. Nicht selten aber stimmt die gesendete Nachricht nicht mit dem Empfangenen überein, was zu Störungen der zwischenmenschlichen Kommunikation führen kann. Der Grund dafür kann vom Sender selbst, vom Empfänger oder von der Interaktion als Ganzes ausgehen. 7.1. Ausgangspunkt: Der Sender Verschiedene Verhaltensweisen des Senders können seine Nachricht verfälschen und so die Kommunikation stören. Versteckte Aussagen Die Nachricht kann versteckte Botschaften enthalten, die für den Empfänger nicht ohne weiteres erkennbar sind. Nachrichten mit versteckten Appellen beispielsweise verschleiern unausgesprochene Wünsche, so dass eine dauerhaft unbefriedigende Situation entstehen kann. Bsp.: Mutter zu Sohn: "Schön, kommst du uns wieder mal besuchen." Kann heissen: "Besuche uns doch öfters!" (Versteckter Appell) Ungewollte Aussagen Als Gegenstück zur versteckten, aber meist gewollten Aussage kann eine Mitteilung auch eine der Nachricht mitschwingende Botschaft enthalten, die dem Sender gar nicht bewusst ist. Meist handelt es sich um mehrdeutige Nachrichten, die dementsprechend Missverständnisse provozieren. Bsp.: Freund zu Freundin: Dieses Outfit steht dir aber gut. Lässt dich richtig schlank aussehen! Insb. Selbstoffenbarung: Imponiertechniken und Fassadentechniken In vielen Situationen geht es dem Sender darum, vor anderen Menschen gut dazustehen oder nicht negativ aufzufallen. Dazu greift er zu Methoden, die seine Nachrichten auf der Selbstoffenbarungsseite verfälschen. Er schweigt vielleicht lieber, als dass er sich blamieren könnte oder er verbirgt sein Unwissen hinter einer schwer verständlichen Sprache, um besonders klug zu wirken.

7.2. Ausgangspunkt: Der Empfänger In den meisten Fällen geht die Kommunikationsstörung vom Empfänger aus, da er die Auswahl hat, auf welcher Ebene er hört und reagieren will. Zu Problemen kommt es, wenn der Empfänger nur auf eine der vier Seiten der Nachricht hört und so taub für die anderen Seiten der Nachricht bleibt. So geht er beispielsweise auf eine Ebene der Nachricht ein, auf die der Sender gar kein Gewicht legen wollte. Dies geschieht häufig dadurch, dass bei vielen Empfängern ein einzelnes Ohr auf Kosten der anderen besonders gut ausgeprägt ist. Ausgeprägtes Sachohr Ein Empfänger mit ausgeprägtem Sachohr hört überwiegend nur sachliche Informationen aus einer Nachricht heraus. Beispiel: Frau: "Liebst du mich noch?" Mann: "Ja, da müssen wir vorerst den Begriff Liebe definieren. Man kann vieles darunter verstehen." Sonderproblem: Beide Kommunikationspartner diskutieren auf der Sachebene eine zwischenmenschliche Unstimmigkeit, die sich eigentlich auf der Beziehungsseite abspielt und reden so permanent am eigentlichen Problem und aneinander vorbei. Ausgeprägtes Selbstoffenbarungsohr Der Empfänger interpretiert jede Nachricht als Hinweis auf das Befinden des Empfängers. Ausgeprägtes Beziehungsohr Der Empfänger interpretiert beziehungsneutrale Nachricht als kritische Stellungnahme zu seiner Person. Hinter jeder Nachricht wollen sie eine Gemeinheit wittern. Bsp.: Sender: "Diese Übung gefällt mir nicht. Empfänger: "Wenn du sie lieber mit jemand anderem machen willst, nur zu." Ausgeprägtes Appellohr Der Empfänger interpretiert hier die Nachrichten als versteckte Appelle. Er denkt, der Sender wolle ihn zu einem bestimmten Verhalten verleiten. Bsp.: Sender: "Hmmm. Das riecht gut hier." Empfänger: "Du musst gar nicht meinen, dass du was abkriegst."

. 8. Interpunktion oder wer hat angefangen Es ist ein wohl bekanntes Phänomen, dass während eines Streites jeder meint, er sei im Recht. Dies ist darauf zurückzuführen, dass jeder sein Verhalten als Reaktion auf das Verhalten des anderen sieht. Interpunktieren bedeutet in diesem Zusammenhang, das eine Verhalten willkürlich als Ursache, das andere Verhalten als Folge zu sehen. Diese Störung lässt sich nicht mehr alleine der Sender- oder Empfängerseite zuweisen, vielmehr geht es um das Zusammenspiel zwischen Sender und Empfänger auf der Ebene der Interaktion. Dadurch entwickelt sich eine Eigendynamik, die sich endlos weiterspinnen liesse. Es ist nicht mehr klar auszumachen, wer angefangen hat. 9. Die Metakommunikation als Lösungsansatz Lösungsansätze bei Kommunikationsfehlern sind in der richtigen Analyse der Kommunikation mithilfe der oben erklärten Analysekriterien zu suchen. Das gesamte Kommunikationskonstrukt sollte sozusagen aus der Vogelperspektive zum Gegenstand neuer Kommunikation, der Kommunikation über Kommunikation, gemacht werden. Idealerweise sollten die Kommunikationsakteure gemeinsam die gescheiterte Kommunikation, bzw. deren Nachrichten versuchen zu analysieren, um herauszufinden, was die wirklichen Anliegen der Parteien waren. Dem Mediator könnte in der Konfliktlösung die Rolle zukommen, zu versuchen, den Parteien den Blick aus der Vogelperspektive zu ermöglichen und Ihnen Ihre Verhaltensweisen darzulegen. Diese Betrachtungsweise einzunehmen dürfte regelmässig die grösste Hürde der Parteien bei der Problemlösung sein, bei der die Hilfe eines neutralen Dritten notwendig sein könnte.

10. Quellen a. Literatur SCHULZ VON THUN, FRIEDEMANN, Miteinander reden 1 Störungen und Klärungen, Allgemeine Psychologie der Kommunikation, Reinbek 1981 KÖCK, PETER / OTT, HANS, Wörterbuch für Erziehung und Unterricht, Donauwörth 1994 b. Internetquellen www.wikipedia.org www.schulz-von-thun.de www.uni-koeln.de