Versuch 16 Der Transformator

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Transkript:

Physikalisches A-Praktikum Versuch 16 Der Transformator Praktikanten: Gruppe: Julius Strake Niklas Bölter B006 Betreuer: Johannes Schmidt Durchgeführt: 10.09.2012 Unterschrift: E-Mail: niklas.boelter@stud.uni-goettingen.de julius.strake@stud.uni-goettingen.de

Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 4 2 Theorie 4 2.1 Idealer Transformator.......................... 4 2.2 Belasteter Transformator........................ 4 2.3 Reale Transformatoren.......................... 5 2.4 Wirk- und Blindleistung......................... 6 3 Durchführung 6 4 Auswertung 8 4.1 Der unbelastete Transformator..................... 8 4.2 Phasenwinkel beim belasteten Transformator............. 8 4.3 Transformatorleistung bei 5 A Laststrom................ 9 4.4 Verlustleistung des unbelasteten Transformators........... 10 5 Diskussion 11 A Tabellen und Grafiken 12

4 2 THEORIE 1 Einleitung In diesem Versuch wird das Verhalten des belasteten und unbelasteten Transformators untersucht. Dabei wird besonders auf die Phasenlage von Strom und Spannung im Primärkreis eingegangen. 2 Theorie 2.1 Idealer Transformator Bei einem idealen Transformator handelt es sich um zwei Spulen, die so arrangiert sind, dass der magnetische Fluss durch beide immer gleich ist. Legt man nun an die sogenannte Primärspule eine zeitlich veränderliche Eingangsspannung U 1 an, so induziert die entstehende Änderung des Magnetfelds in der zweiten Spule (Sekundärspule) eine Spannung U 2 (Lenzsche Regel). Die Größe der induzierten Spannung lässt sich über die Flussregel bestimmen (Meschede, 2006, S. 416): U 1 N 1 = Φ = U 2 N 2. (1) Es bezeichnet N i die Windungszahl der i-ten Spule und Φ den magnetischen Fluss durch jede Windung. Dieser Effekt wird genutzt, um die Amplitude von Wechselspannungen bei gleichbleibender Frequenz zu verändern. Ist der Sekundärkreis offen, der Transformator also unbelastet, so kann dort natürlich kein Strom fließen. Der magnetische Fluss Φ wird ausschließlich vom Leerlaufstrom I 0 = I 1 in der Primärspule verursacht. 2.2 Belasteter Transformator Der belastete Transformator unterscheidet sich vom unbelasteten durch einen an die Sekundärspule angeschlossenen Verbraucher. Es kann nun im Sekundärkreis ein Strom fließen. Hat der angeschlossene Verbraucher den komplexen Widerstand Z, so verursacht die durch Gleichung 1 gegebene Sekundärspannung U 2 einen Strom I 2 = U 2 /Z (Meschede, 2006, S. 416). Dadurch wird in der Sekundärspule ein Magnetfeld induziert, der Sekundärstrom I 2 trägt zum magnetischen Fluss durch beide Spulen bei. Im Primärkreis wird so ein zusätzlicher Strom I 1 induziert, der dem Leerlaufstrom I 0 entgegenwirkt. Der Fluss Φ ändert sich also insgesamt nicht. Es gilt (Meschede, 2006, S. 416): I 1 I 2 = N 2 N 1, wobei I 1 der gesamte Primärstrom ist. I 1 = I 0 N 2 N 1 I 2 = I 0 N 2U 2 N 1 Z, Wie aus Abbildung 1 leicht abzulesen ist, gilt tan ϕ = I 0 sin ϕ 0 I 1 + I 0 cos ϕ 0. (2)

2.3 Reale Transformatoren 5 Imaginärteil I 0 I 1 I0 sin(ϕ0) ϕ 0 ϕ I 1 + I 0 cos(ϕ 0 ) I 1 Realteil Abbildung 1: Schematisches Vektordiagramm für den Phasenwinkel zwischen U 1 und I 1. 2.3 Reale Transformatoren Wie die Bezeichnung des idealen Transformators vermuten lässt, sind die gewünschten Voraussetzungen in der Realität kaum erreichbar. Bei realen Transformatoren wird beispielsweise oft ein Eisenkern, der durch beide Spulen läuft verwendet (siehe auch Abb. 2), damit der magnetische Fluss pro Windung in beiden Spulen möglichst gleich ist. Abbildung 2: Aufbau eines typischen Transformators mit Eisenkern, verändert nach (Prior und Grosse-Knetter). Schaltet man im Primärkreis einen Widerstand parallel zur Spule (siehe auch Abb. 4), so ergibt sich eine Phasenverschiebung zwischen dem Strom durch den Transformator I 1,T und der Spannung U 1. Dies resultiert aus der Selbstinduktivität der Spule, die einen Beitrag zum Strom durch die Spule leistet. In Abbildung 3 ist der Zusammenhang zwischen Phasenverschiebung ϕ, Spulenstrom I 1,T, Strom durch den

6 3 DURCHFÜHRUNG Widerstand I 1,R und Gesamtstrom im Primärkreis I 1 aufgetragen. Wie in dem Diagramm leicht abzulesen ist, gilt cos ϕ 2 = I 1 2I 1,R. (3) Imaginärteil I 1,T I 1 ωt ϕ 2 ϕ 2 I 1,R I 12 Realteil Abbildung 3: Schematisches Vektordiagramm für den Phasenwinkel zwischen U 1 und I 1 bei der Versuchschaltung, verändert nach (Prior und Grosse-Knetter). 2.4 Wirk- und Blindleistung Um bei komplexer Wechselstromrechnung auch die Leistung berücksichtigen zu können, wird die Wirkleistung als Realteil und die Blindleistung als Imaginärteil der komplexen Leistung P definiert. Letztere ist das Produkt des komplexen Stroms mit der komplexen Spannung. (Für weitere Details siehe auch Versuch 14, Wechselstromwiderstände.) Die Wirkleistung ist die für die Umwandlung in andere Leistungen verfügbare Leistung, die Blindleistung steht hierfür nicht zur Verfügung. 3 Durchführung Bei diesem Versuch wird mit teils starken Strömen gearbeitet. Daher ist Vorsicht beim Umstecken und Umschalten geboten. Vor Veränderungen solcher Art sollte die Spannung immer runtergeregelt werden. Nach dem Aufbau der in Abbildung 4 gezeigten Schaltung wird zunächst der Sekundärkreis geöffnet und im Primärkreis nur die Spule zugeschaltet. In Abständen von 10 ma werden dann mindestens 20 Wertepaare des Stroms I 1 und der Spannung U 1 im Primärkreis aufgenommen. Anschließend wird bei weiterhin unbelastetem Transformator die Sekundärspannung U 2 in Abhängigkeit der Primärspannung gemessen. Hier werden in Abständen von 15 V bei der Primärspannung wieder etwa 20 Wertepaare notiert. Nun werden

7 Abbildung 4: Schaltplan des Versuchs (Prior und Grosse-Knetter). Abbildung 5: Ablauf der letzten Messreihe (Prior und Grosse-Knetter). Primär- und Sekundärspule vertauscht und wieder die entsprechenden Wertepaare, diesmal mit U 1 [0 V; 20 V], gemessen. Als nächstes wird die ursprüngliche Schaltung wiederhergestellt. Wie in Abbildung 5 gezeigt werden jetzt nacheinander für verschiedene Ströme I 2 folgende Schritte durchgeführt. Zunächst wird bei geöffnetem Schalter S R die Primärspannung auf 200 V geregelt und über R 2 der Strom I 2 auf verschiedene Werte zwischen 0 V und 5 V gestellt. Bei geöffnetem Schalter S pr wird nun über R 1 der Strom I 1 auf den eben gemessenen Wert gestellt. Jetzt wird bei durchweg geschlossenen Schaltern I ges an der Stelle von I 1 gemessen. Dieser Ablauf wird für mindestens 6 verschiedene Werte von I 2 wiederholt.

8 4 AUSWERTUNG 4 Auswertung 4.1 Der unbelastete Transformator 400 350 Messwerte, linearer Teil Messwerte, nichtlinearer Teil Lineare Regression für geringe Ströme Primärspannung Upr [V] 300 250 200 150 100 50 0 0 50 100 150 200 250 300 Primärstrom I pr [ma] Abbildung 6: Abhängigkeit der Primärspannung vom Primärstrom. Zuerst wird der unbelastete Transformator betrachtet (I 2 = 0). In Abb. 6 und Abb. 7 wurden die Zusammenhänge zwischen Strom und Spannung im Primärkreislauf und der Zusammenhang zwischen Sekundär- und Primärspannung aufgetragen. Für Abb. 8 wurden die Anschlüsse von Primär- und Sekundärspule vertauscht, um das Übersetzungsverhältnis u genauer bestimmen zu können. Aus den Steigungen m 1, m 2 der linearen Regressionen in Abb. 7, 8 kann nun mit einem gewichteten Mittelwert das Übersetzungsverhältnis u berechnet werden: u 1 = m 1 = 10.34 ± 1.08 u 2 = 1 m 2 = 10.75 ± 2.32 u = 10.41 ± 0.98 4.2 Phasenwinkel beim belasteten Transformator Mit Hilfe von Gleichung 2 kann nun die Abhängigkeit des Phasenwinkels vom Sekundärstrom graphisch aufgetragen werden (siehe Abb. 9). Die grüne Kurve stellt hierbei den aus dem Messwert für I 2 = 0 A berechneten theoretischen Verlauf dar. Die blaue Kurve enthält in der Diskussion näher erläuterte Korrekturen.

4.3 Transformatorleistung bei 5 A Laststrom 9 30 25 Messwerte Lineare Regression Sekundärspannung Use [V] 20 15 10 5 0 0 50 100 150 200 250 300 Primärspannung U pr [V] Abbildung 7: Abhängigkeit der Sekundärspannung von der Primärspannung. Zur Bestimmung der Phasenwinkel wurden bei den Oszilloskop-Ausdrucken die maximalen Amplituden in y-richtung A und der Wert y(x = 0) gemessen. Durch folgende Formel erhält man dann (Pavlic, 2007 2009): ϕ = arcsin y(0) A. 4.3 Transformatorleistung bei 5 A Laststrom Zur Bestimmung der Wirk- und Blindleistung nutzt man den in Abbildung 11 dargestellten Zusammenhang zwischen Phasenwinkel des Stroms und den jeweiligen Leistungen. Die Wirkleistung kann man am Realteil, die Blindleistung am Imaginärteil der komplexen Leistung ablesen (siehe auch Theorieteil). Um den Phasenwinkel zu bestimmen, wurde in die in Abbildung 9 verwendete Regression der Strom I 2 = 5 A eingesetzt. Der Primärstrom wurde mittels Abbildung 10 berechnet. P Wirk = U 1 I 1 cos(ϕ) = 91.76 W cos(0.4588) = 82.27 W P Blind = U 1 I 1 sin(ϕ) = 91.76 W sin(0.4588) = 40.64 W

10 4 AUSWERTUNG 220 200 Messwerte Lineare Regression 180 Primärspannung Upr [V] 160 140 120 100 80 60 40 20 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 Sekundärspannung U se [V] Abbildung 8: Abhängigkeit der Primärspannung von der Sekundärspannung bei Stromquelle im Sekundärkreis. 4.4 Verlustleistung des unbelasteten Transformators Mit dem gemessenen Phasenwinkel für I 2 = 0 A und Abbildung 10 wurde auch die Verlustleistung im unbelasteten Transformator bestimmt: P Verlust = U 1 I 1 cos(ϕ) = 22.00 W cos(1.4593) = 2.45 W Bei einem Strompreis von 0.20 e /kwh Stromkosten von 4.30 e. errechnen sich somit zusätzliche jährliche

11 1 2 π Messwerte Theoretischer Wert Theoretischer Wert (korrigiert) Regression mit Formel (2) Phasenwinkel ϕ [rad] 1 4 π 0 0 1 2 3 4 5 Sekundärstrom I 2 [A] Abbildung 9: Phasenwinkel in Abhängigkeit des Sekundärstroms 5 Diskussion Allgemein ist festzustellen, dass die ermittelten Werte größtenteils sehr nahe an der Theorie liegen. Allein bei der Berechnung des Phasenunterschiedes ist eine auffällige Abweichung festzustellen. Der Grund hierfür liegt vermutlich in der Unaufmerksamkeit der Experimentatoren, da die Messung ohne den Widerstand im Primärkreis hätte erfolgen sollen, möglicherweise aber der Widerstand im Schaltkreis belassen wurde. Nimmt man als neuen Strom durch den Primärstromkreis nicht den Spulenstrom, sondern den Gesamtstrom an, so ergibt sich eine sehr viel kleinere Abweichung der Messwerte, was die erwähnte Theorie unterstützt. Die genaue theoretische Kurve unter diesem Umstand würde zwar noch weitere Terme enthalten, zur Abschätzung des Fehlers reicht diese Betrachtung aber aus. Eine weitere Fehlerquelle ist der Messwert für I 2 = 0 A (siehe auch Abb. 9), der für die Berechnung der theoretische Kurve eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielt. Dieser ist stark fehlerbehaftet und eine Korrektur des Phasenwinkels bei I 2 = 0 A auf ϕ = 1 2π führt zu einer weiteren Verbesserung des Zusammenhangs. Diese Korrektur ist durch den im Vergleich zu R 1 vermutlich vernachlässigbar kleinen Spulenwiderstand zu rechtfertigen. Eine graphische Darstellung des korrigierten Wertes ist in Abbildung 9 zu sehen. Zur Wirkleistung im unbelasteten Handynetzteil sei gesagt, dass private Messungen per Wattmeter keinen messbaren Verbrauch im Leerlauf angezeigt haben, so dass hier vermutlich eine Abschaltautomatik die Primärspule stromlos schaltet.

12 A TABELLEN UND GRAFIKEN A Tabellen und Grafiken 0.5 0.45 Messwerte Lineare Regression 0.4 Primärstrom Ipr [A] 0.35 0.3 0.25 0.2 0.15 0.1 0.05 0 1 2 3 4 5 Sekundärstrom I se [A] Abbildung 10: Abhängigkeit des Primärstroms vom Sekundärstrom. Imaginärteil P komplex Blindleistung ϕ Wirkleistung Realteil Abbildung 11: Bedeutung von Real- und Imaginärteil der komplexen Leistung.

LITERATUR 13 Literatur [Meschede 2006] 2006 Meschede, Dieter: Gerthsen Physik. 23. Ausgabe. Springer, [Pavlic 2007 2009] Pavlic, Theodore P.: Lissajous figures, Lab 1: Introduction to Instrumentation, ECE 209: Circuits and Electronics Laboratory. 2007-2009. URL http://www.tedpavlic.com/teaching/osu/ece209/lab1_intro/lab1_ intro_lissajous.pdf. Zugriffsdatum: 2012-10-22 [Prior und Grosse-Knetter ] Prior, Mira ; Grosse-Knetter, Jörn: LP - Der Transformator. URL http://lp.uni-goettingen.de/get/text/4245. Zugriffsdatum: 2012-09-17