Gesundheitsreport 2017 Deutschland schläft schlecht ein unterschätztes Problem Hans-Dieter Nolting, IGES Institut
DAK-Gesundheitsreport 2017 Der Krankenstand im Jahr 2016 Deutschland schläft schlecht ein unterschätztes Problem Fazit 2
Krankenstand sinkt 2016 auf 3,9 Prozent 3,5% 3,8% 3,8% 3,7% 3,4% 3,3% 3,2% 3,4% 3,5% 3,6% 3,7% 3,9% 3,8% 4,0% 3,9% 4,1% 3,9% 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Quelle: AU-Daten der DAK-Gesundheit 2000-2016 3
Nur 44,6 Prozent der Beschäftigten überhaupt krankgeschrieben Mehr als die Hälfte der Beschäftigten war 2016 kein einziges Mal krankgeschrieben. Beschäftigte ohne Krankmeldung 55,4% Beschäftigte mit Krankmeldung 44,6% 60% 50% 40% 45,8% 46,0% 48,7% 48,4% 47,6% 47,7% 45,9% 44,5% 45,2% 44,3% 46,5% 47,7% 49,2% 46,7% 48,2% 47,9% 50,6% 48,2% 50,4% 44,6% 30% 20% 10% 0% 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Anteil Beschäftigte mit Krankmeldung Quelle: AU-Daten der DAK-Gesundheit 2000-2016 4
Fehltage je 100 Versicherte nach Erkrankungsgruppen 2015 und 2016 Muskel-Skelett-System Psychische Erkrankungen Atmungssystem Verletzungen Verdauungssystem Neubildungen Infektionen Kreislaufsystem Nervensystem, Augen, Ohren unspezifische Symptome 74,1 78,4 66,8 68,2 66,4 69,7 63,2 64,1 62,2 63,5 55,7 56,6 171,0 175,1 246,2 243,7 211,6 248,9 2016 2015 319,5 325,9 1% mehr 15% weniger 2% weniger Quelle: AU-Daten der DAK-Gesundheit 2015-2016 0 50 100 150 200 250 300 350 5
Psychische Erkrankungen: Höchststand bei Fehltagen 2016 76,7 88,6 96,3 110,0 115,9 123,8 124,6 125,6 125,4 121,7 130,2 140,2 149,5 169,6 195,6 203,5 212,8 237,3 243,7 246,2 300 250 200 150 100 50 0 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Fehltage je 100 Versicherte mit Diagnose psychische Erkrankung Quelle: AU-Daten der DAK-Gesundheit 1997-2016 6
Hintergründe zur Krankenstandsentwicklung Entwicklung 2015/2016 Der Anteil der Versicherten mit wenigstens einer Krankschreibung ist von 50,4 Prozent auf nur noch 44,6 Prozent gesunken. Die Zahl der Erkrankungsfälle lag 2016 deutlich unter der des Jahres 2015: 112 Fälle je 100 ganzjährig Versicherte gegenüber 124 im Vorjahr. Die durchschnittliche Falldauer lag 2016 mit 12,9 Tagen leicht über der des Vorjahres (12,1 Tage). Die Veränderungen im Krankenstand sind größtenteils erklärbar durch einen Rückgang der Fehltage aufgrund von Atemwegserkrankungen (15 Prozent weniger Fehltage als 2015). Einen Anstieg gab es nur bei psychischen Erkrankungen (1 Prozent mehr Fehltage als 2015). Langfristige Entwicklung Seit 2006 ist insgesamt ein ansteigender Trend beim Krankenstand zu erkennen. Die Zahl der Fehltage hat sich seitdem um 19 Prozent erhöht. Dies wurde insbesondere durch einen Anstieg bei psychischen Erkrankungen sowie Muskel-Skelett-Erkrankungen verursacht. 7
DAK-Gesundheitsreport 2017 Der Krankenstand im Jahr 2016 Deutschland schläft schlecht ein unterschätztes Problem Fazit 8
Tagesmüdigkeit und Schlafprobleme sind weit verbreitet 100% 80% 60% 40% 20% 43% 35% 19% 0% "ziemlich oft", "meistens", oder "immer müde" Einschlaf- und / oder Durchschlafstörungen drei mal pro Woche oder häufiger Schlafdauer von 5 Stunden oder weniger Mit Schlafstörungen beschäftigte sich bereits der DAK- Gesundheitsreport 2010. Jetzt ist es Zeit für ein Update! Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016. N=5.207 9
Datenquellen Online-Befragung von Erwerbstätigen im Alter von 18 bis 65 Jahren (N=5.207) Auswertung von Prozessdaten der DAK-Gesundheit (N=2,6 Mio. Versicherte) Halbstandardisierte Befragung von Expertinnen und Experten (N=15) Literaturanalysen 10
Inhalt 1. Was sind Schlafstörungen und welche gibt es? 2. Wie verbreitet sind Insomnien? 3. Wie werden Schlafstörungen behandelt? 4. Welche Rolle spielen Schlafstörungen im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen? 5. Werden Schlafstörungen unterschätzt? 6. Was tun Beschäftige für einen besseren Schlaf und wie verbreitet sind Apps und Geräte zur Schlafoptimierung? 11
1.Was sind Schlafstörungen und welche gibt es? 12
80-100 verschiedene Schlafstörungen in 7 Diagnose-Gruppen Schlafbezogene Atmungsstörungen Insomnien Zirkadiane Schlaf- Wach-Rhythmus- Störungen Hypersomnien zentralnervösen Ursprungs Schlafstörungen Störungen, deren Leitsymptom nicht erholsamer Schlaf ist Parasomnien Schlafbezogene Bewegungsstörungen Andere Schlafstörungen Quelle: eigene Darstellung nach der Internationalen Klassifikation der Schlafstörungen (ICSD-3) 13
Insomnien im Fokus Diagnostische Kriterien für Insomnie Einschlaf- und/oder Durchschlafstörungen dreimal pro Woche oder häufiger UND schlechte Schlafqualität UND Tagesbeeinträchtigung (müde und/oder erschöpft) Quelle: Robert Koch-Institut/Schlack et al. 2013 14
2. Wie verbreitet sind Insomnien? 15
Insomnien: Etwa jeder zehnte Erwerbstätige (18-65 Jahre) ist betroffen Erwerbstätige 18 65 Jahre Befragungszeitraum Oktober 2016 N=5.207 Einschlaf- und Durchschlafstörungen seltener als dreimal pro Woche 64,9% Einschlaf- und/oder Durchschlafstörungen dreimal pro Woche oder häufiger 35,1% UND schlechte Schlafqualität 24,7 % UND Tagesbeeinträchtigung (müde und/oder erschöpft) 9,4% Screening-Diagnose Insomnie Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016. N=5.207 16
Hoher Leidensdruck bei Betroffenen (N=482 Befragte mit Insomnie) Einschlafstörungen Durchschlafstörungen 12% 29% ein- bis zweimal/woche 43% 85% dreimal/woche Schlafqualität 82% ziemlich schlecht 18% sehr schlecht müde erschöpft 57% 57% meistens 16% immer 27% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016. 17
Insomnien betreffen Frauen und Männer in allen Altersgruppen 50% 40% 30% 20% 10% 12,0% 11,6% 11,2% 10,9% 9,4% 12,6% 9,5% 6,8% 6,7% 10,9% 8,0% 10,1% 9,4% 8,0% 9,4% 0% 18-29 30-39 40-49 50-65 Gesamt Alter Männer Frauen Gesamt Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016. N=5.207 18
Betroffenheit nach beruflicher Stellung und Tätigkeitsniveau berufliche Stellung Arbeiter/in Angestellte/r Beamte/r Freie Berufe, selbständig 1,4% 6,9% 9,3% 12,0% Tätigkeitsniveau an-/ungelernt bzw. einfach gelernt/ qualifiziert hochqualifiziert/ gehoben 7,6% 9,6% 13,3% Gesamt 9,4% Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016. N=5.207 0% 10% 20% 30% 40% 50% Anteil Menschen mit Insomnien 19
Arbeitsbedingte Risikofaktoren für Insomnien 5-7 Nachtschichten pro Monat 8 und mehr Nachtschichten pro Monat 12,7% 19,1% häufig starker Terminund Leistungsdruck häufig an der Grenze der Leistungsfähigkeit arbeiten häufig Pausen während der Arbeit nicht nehmen 16,7% 16,6% 24,4% 4 oder mehr Überstunden pro Woche 12,5% GESAMT 9,4% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016. N=5.207 20
Ständige Erreichbarkeit erhöht das Risiko 30% 25% 20% 15% 10% hat keine dienstliche E-Mail- Adresse oder liest nie oder fast nie E-Mails nach Feierabend; nie oder fast nie dienstliche Telefonate nach Feierabend; im Urlaub nicht erreichbar 7,0% Anteil mit Insomnien 10,0% 10,3% etwa einmal pro Woche E-Mails außerhalb der Arbeitszeit lesen, um im Zweifel rechtzeitig reagieren zu können; Festnetz- und Handy-Nummer ist auf Arbeitsstelle hinterlegt, etwa ein- bis zweimal pro Woche rufen Vorgesetzte und Kollegen an. Auch im Urlaub ist Kontakt wegen dienstlicher Belange nicht ausgeschlossen. 12,7% 5% 0% nicht oder kaum erreichbar geringes Maß an Erreichbarkeit mittleres Maß an Erreichbarkeit hohes und sehr hohes Maß an Erreichbarkeit Dienstliche Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit und im Urlaub per Mail, Festnetz und Handy Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016. N=5.207 21
Vergleich 2009/2016 (35-65 Jahre): Schlafprobleme haben deutlich zugenommen Häufigkeit von Einschlaf-/Durchschlafstörungen mit Schlafproblemen gar nicht 21,1% 47,5% 2009 78,9% 2016 52,5% Plus 66 Prozent Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016 (N=3.611) und 2009 (N=2.986). Altersgruppe 35-65 Jahre 22
Vergleich 2009/2016 (35-65 Jahre): Schlafprobleme haben deutlich zugenommen Häufigkeit von Einschlaf-/Durchschlafstörungen dreimal pro Woche oder häufiger 19,4% gar nicht 30,9% 21,1% 19,3% ein- bis zweimal pro Woche 8,7% 2009 2016 52,5% 24,4% 23,5% weniger als einmal pro Woche Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016 (N=3.611) und 2009 (N=2.986). Altersgruppe 35-65 Jahre 23
Vergleich 2009/2016 (35-65 Jahre): Insomnien haben um 60 Prozent zugenommen Betroffene 5,5% Betroffene 8,7% Plus 60 Prozent 2009 2016 Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016 (N=3.611) und 2009 (N=2.986). Altersgruppe 35 65 Jahre 24
3. Wie werden Schlafstörungen behandelt? 25
2016 (18-65 Jahre): 4,8 Prozent wegen Schlafproblemen in ärztlicher Behandlung "Sind Sie oder waren Sie wegen Schlafproblemen schon einmal in ärztlicher Behandlung?" ja, in den letzten 12 Monaten 4,8% Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016. N=5.207 26
Vergleich 2009/2016 (35-65 Jahre): 59 Prozent mehr wegen Schlafproblemen in ärztlicher Behandlung 9,7% ja, in ärztlicher Behandlung in den letzten 12 Monaten oder früher 15,4% Plus 59 Prozent 2009 2016 Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016 (N=3.611) und 2009 (N=2.986). Altersgruppe 35 65 Jahre 27
Was untersuchen Ärzte bei Schlafstörungen? Abklärung möglicher psychischer Ursachen umfassende körperliche Untersuchungen ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch zu Schlafverhalten u. Lebensumstände Verschreiben eines Schlafmittels 70,5% 64,1% 57,2% 50,0% Psychotherapie Ausfüllen eines Fragebogens 38,0% 36,0% andere Polysomnographie Schlafprotokoll Polygraphie 23,1% 20,4% 16,7% 15,8% Wie hat Ihr Arzt/Ihre Ärztin Sie untersucht bzw. behandelt? 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016. Basis sind alle, die wegen Schlafstörungen in ärztlicher Behandlung sind oder waren. N=628 28
Vergleich 2009/2016 (35-65 Jahre): Einnahme von Schlafmitteln fast verdoppelt 4,7% 9,2% 2009 Ärztlich verschriebene oder frei verkäufliche Schlafmittel in den letzten 3 Monaten eingenommen 2016 Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016. N=5.207 29
4. Welche Rolle spielen Schlafstörungen bei Krankschreibungen? Online-Befragung von Erwerbstätigen im Alter von 18 bis 65 Jahren (N=5.207) Auswertung von Prozessdaten der DAK- Gesundheit (N=2,6 Mio. Versicherte) Halbstandardisierte Befragung von Expertinnen und Experten (N=15) Literaturanalysen 30
Trotz ihrer weiten Verbreitung spielen Schlafstörungen bei Krankschreibungen eine geringe Rolle Kennzahl je 100 Versicherte Schlafstörungen gesamt Schlafapnoe Ein- & Durchschlafstörungen Schlafstörungen nicht näher bezeichnet Fehltage 3,86 1,11 0,95 1,3 AU-Fälle 0,36 0,08 0,14 0,10 Betroffenenquote 0,29% 0,07% 0,11% 0,09% Quelle: Daten der DAK-Gesundheit 2015. 31
10-Jahres-Vergleich: Fehltage wegen Schlafstörungen nehmen zu 4,5 4,0 3,5 2005 bis 2015: +71 % 3,18 3,58 3,35 3,70 3,73 3,86 Fehltage je 100 Versicherte 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 2,25 2,14 2,12 2,60 2,66 0,5 0,0 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 Schlafstörungen gesamt Schlafapnoe Schlafstörungen nicht näher bezeichnet Insomnie Quelle: Daten der DAK-Gesundheit 2015. 32
Befragungsdaten zeigen: Erheblich mehr Fehltage ohne ärztliche Krankschreibung oder ohne Diagnose Schlafstörung "Haben in den letzten 12 Monaten Schlafprobleme und deren Folgen (z.b. Tagesmüdigkeit) dazu geführt, dass Sie sich krankmelden mussten?" ja 3,7% Das sind 13 mal so viele Betroffene wie im dokumentierten Arbeitsunfähigkeitsgeschehen. Umgerechnet auf die Kennzahl Arbeitsunfähigkeitsfälle ergeben sich ca. 9 Fälle je 100 Versicherte (statt 0,4 wie in den AU- Daten). nein 96,3% Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016. N=5.074 33
5. Werden Schlafstörungen unterschätzt? 34
Mehrheit der Betroffenen lässt sich nicht ärztlich behandeln (N=432 Befragte mit Insomnie) Sind oder waren Sie wegen Schlafproblemen in ärztlicher Behandlung? ja, in den letzten 12 Monaten 16,3% ja, das ist aber schon länger her 13,7% nein, noch nie 70,0% Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016. 35
Warum gehen Betroffene nicht zum Arzt? Warum waren Sie noch nie wegen Schlafstörungen in ärztlicher Behandlung? Ich wollte ohne ärztliche Hilfe auskommen. 59,7% Schlafprobleme waren nie so schwerwiegend, dass ich dies für nötig hielt. 31,5% Ich wusste nicht, dass ein Arzt mir bei Schlafproblemen helfen könnte. 10,5% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016. Basis sind alle Insomniker, die noch nie wegen Schlafstörungen beim Arzt waren. N=337 36
6. Was tun Beschäftige für einen besseren Schlaf und wie verbreitet sind Apps und Geräte zur Schlafoptimierung? 37
Was machen Erwerbstätige vor dem Einschlafen? 100% 83% 80% 68% 66% 60% 48% 40% 20% 12% 0% Filme oder Serien schauen private Angelegenheiten an Laptop, Smartphone, Tablet Zeit mit Partner/Partnerin lesen oder Hörbücher hören dienstliche Angelegenheiten, z.b. E-Mails, Planung Arbeitstag Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016. N=5.207 38
Nutzung von Apps und Geräten zur Schlafkontrolle/Schlafoptimierung Keine Nutzung der genannten Apps und Geräte 84,2% Fitness Tracker (z.b. Armbänder) mit Funktion zur Schlafanalyse 8,1% Lichtwecker (App oder eigenständiges Gerät) Apps zur Schlafanalyse Schlafphasenwecker (App oder eigenständiges Gerät) 4,8% 4,6% 3,2% Die befragten Expertinnen und Experten sehen in diesen Technologien keinen Nutzen für Menschen mit Schlafstörungen. Schlaftagebücher (als App oder anderweitig) 0,9% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Quelle: DAK-Erwerbstätigenbefragung 2016. N=5.207 39
DAK-Gesundheitsreport 2017 Der Krankenstand im Jahr 2016 Deutschland schläft schlecht ein unterschätztes Problem Fazit 40
Fazit: Deutschland schläft schlecht ein unterschätztes Problem Die Verbreitung von Insomnien hat seit 2010 deutlich zugenommen (+60 Prozent). Auch die Fehltage aufgrund von Schlafstörungen nahmen zu (+71 Prozent). Nach wie vor gehen viele Betroffene nicht zum Arzt, weil sie Schlafstörungen nicht als Krankheit sehen oder sich selbst helfen wollen. Trotz ihrer weiten Verbreitung spiegeln sich Schlafstörungen fast nicht im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen wider. Erwerbstätige berichten allerdings deutlich häufiger sich krank gemeldet zu haben: Die Betroffenenquote ist anhand der Befragung etwa 13- mal höher als im dokumentierten Arbeitsunfähigkeitsgeschehen (3,7 zu 0,3 Prozent). Mögliche Risikofaktoren sind: Erreichbarkeit für dienstliche Belange außerhalb der Arbeitszeit und im Urlaub per E-Mail, Handy oder Festnetz, Schichtarbeit, Nachtschichten, eher niedriges Tätigkeitsniveau und im Hinblick auf die berufliche Stellung eher Arbeiter. Jeder kann selbst durch einfache Maßnahmen der Schlafhygiene viel für sich verbessern. Zur Prävention von Schlafstörungen sollten Arbeitsbedingungen so angepasst werden, dass Risikofaktoren vermindert werden. 41
Neues DAK-Angebot: Dauerhafte Hotline bei Schlafproblemen Schnelle und unkomplizierte Hilfe für Betroffene DAK Hotline Gesunder Schlaf 040-325 325 805 (Ortstarif) rund um die Uhr erreichbar Fachärzte und Medizinexperten beraten rund um das Thema Schlaf und Schlafstörungen. Die Beratung ersetzt zwar nicht den Gang zum Arzt, hilft aber schnell und individuell. Auch Fragen zu Schlafmitteln und Nebenwirkungen können abgeklärt werden. Die Hotline bietet eine Zweitmeinung bei bereits empfohlenen Behandlungsmöglichkeiten. Ärzte beraten in 22 Sprachen. Der Service ist rund um die Uhr erreichbar, an 365 Tagen im Jahr. 42