Nationaler Aktionsplan Ernährung NAP.e

Ähnliche Dokumente
Leitlinie Schulbuffet eine Initiative des Nationalen Aktionsplans Ernährung (NAP.e)

Die neue österreichische Ernährungspyramide

Linz, 2. Mai Presseinformation Krankenhaus der Elisabethinen Linz Strategie, Marketing & Öffentlichkeitsarbeit Fadingerstr.

Is(s)t Deutschland zu FETT?

Wir können es uns nicht leisten, nichts zu tun!

Ein Programm der Walliser Liga gegen Lungenkrankheiten und für Prävention

Ernährungs-und Stoffwechsel-Analyse

Gesundheitsförderung durch Gemeinschaftsverpflegung: im Spannungsfeld zwischen Anforderungen und Erwartungen. Prof. Ulrike Arens-Azevedo

Nationaler Aktionsplan Ernährung

Geniessen und gesund bleiben

Empfehlungen für Genuss und Nährstoffe für ältere Menschen

Empfehlungen für Genuss und Nährstoffe für ältere Menschen

Deutschland. 75,4 % der erwachsenen Männer 58,9 % der erwachsenen Frauen sind übergewichtig oder fettleibig. 1,9 Millionen Kinder wiegen zu viel

Ausgewählte Fragen und Antworten zur 2. Version der DGE-Leitlinie Fettzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten

Sinn und Zweck von Functional food: Eine ernährungsphysiologische Bestandsaufnahme

Wasser. Wasser ist, neben der Atemluft, unser wichtigstes Lebensmittel. es ist Lösungs- und Transportmittel im menschlichen Organismus

Nationale Verzehrsstudie II (2008)

NATIONALE STRATEGIE PRÄVENTION NICHTÜBERTRAGBARER KRANKHEITEN. Im Rahmen von:

Ansätze zur Prävention von Übergewicht-

Gesundheitsförderung für alle ab 60

Sind dicke Kinder auch kranke Kinder? Gesundheitsrisiken und Folgeerkrankungen des Uebergewichtes im Kindes- und Jugendalter

Gesundheitsförderung in den Schulen Österreichs

Umsetzung einer Nationalen Diabetesstrategie

Ernährungstherapie - Update /22. Januar 2005

Wird unser Essen weiblich?

So dick war Deutschland noch nie. Das Körpergewicht ist viel zu oft viel zu hoch. Prof. Dr. Helmut Heseker

Zehn Jahre BMI-Monitoring bei Kindern- und Jugendlichen

NATIONALE STRATEGIE PRÄVENTION NICHTÜBERTRAGBARER KRANKHEITEN. Im Rahmen von:

Wien, Norbert Fuchs

Der Beitrag von Nahrungsergänzungsmitteln zur Versorgung mit ausgewählten Nährstoffen

Wundverbund Südwest Diabetes mellitus und Ernährung OA Dr. J. Huber Medizinische Klinik II. Dr. J.Huber Städt. Klinikum

Ernährungszustand und Essgewohnheiten

Mangel im Überfluss: Ernährungsepidemiologische Daten zu Übergewicht und Nährstoffmangel

Ernährungszustand und Essgewohnheiten

Was ist der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ)? Was ist Gesundheitsförderung? Warum eine Kooperation zwischen Jugendhilfe und Gesundheitsförderung?

Warum überhaupt eine Evidenzbasierte Leitlinie?

Epidemiologische Beobachtungsstelle. Die Ernährung PASSI

Gesund älter werden. Potsdam, Angelika Riedel Verbraucherberaterin Lebensmittel und Ernährung Verbraucherzentrale Brandenburg e.v.

Essen und Trinken Kurzfassung des Ernährungsberichts 2008

Einführungsphase (EF) Unterrichtsvorhaben II: Thema/Kontext: Kohlenhydrate sind nicht gleich Kohlenhydrate Wie viel Zucker darf es sein?

Health Claims aus Sicht der amtlichen Lebensmittelkontrolle

Darmkrebs Beeinflussung durch Ernährung? -Möglichkeiten und Grenzen-

ganz einfach? Dr.oec.troph. Astrid Tombek Diabetes-Zentrum Bad Mergentheim

DER EUROPÄISCHE ERNÄHRUNGS- UND GESUNDHEITS-BERICHT 2004

Inhaltsverzeichnis EINLEITUNG. Erkennen Sie Ihr persönliches Risiko Was sind die wichtigsten Risikofaktoren?

Gesund leben und älter werden in Eving Workshop: Gesundheitsförderung bei sozial benachteiligten älteren Menschen

FREIWILLIGE NÄHRWERT- UND GDA-KENNZEICHNUNG IN DER PRAXIS

voja Projekt ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung

Memorandum der Konferenz Gesundheitliche Prävention. Ernährung und Bewegung Schlüssel für mehr Lebensqualität Februar 2007, Badenweiler

Workshop 3 - Handlungsempfehlungen zur Ernährung von Kleinkindern

Gesunde Ernährung.

DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in stationären Senioreneinrichtungen

Entschließung des Bundesrates zur Umsetzung eines Nationalen Diabetesplans. Der Ministerpräsident Kiel, 6. Juni 2014 des Landes Schleswig-Holstein

1! im fluate erzei ch n os. Vorwort v

Der Herzpatient im Focus der Ernährung

Angemessenheit des Frühstücks (%) 25, %

Freiwillige Nährwertkennzeichnung: Guideline Daily Amounts [GDA] KonsumentInnen wünschen sich bessere Information auf Lebensmitteln

Leitlinien für ein Gender Friendly Hospital

Entschließung des Bundesrates zur Umsetzung eines Nationalen Diabetesplans

Kinder- und Jugendalter Ende oder Anfang aller Probleme? Optimale Ernährung von Jugendlichen. Warum brauchen wir Nahrung?

Low-Carb Diät? 15. Düsseldorfer Diabetes-Tag. Theresa van Gemert Ernährungswissenschaftlerin M.Sc. Diabetesberaterin DDG

Inhalt. Autorenverzeichnis. Verzeichnis der Abkürzungen. Im Text verwendete Symbole

Studienbrief (Auszug) Diätkoch. Diätetik I: Grundlagen und Einführung. Bild: mordeccy - fotolia.com

ERNÄHRUNG beim LYMPHÖDEM, LIPÖDEM Störung des Immunsystems bei diesen Erkrankungen. Inge Sabitzer

Darmkrebsvorsorge. R. Klug - Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie LK Horn Horn

A) Krankmachende Risiken verringern Wussten Sie, dass viele chronische Krankheiten vermeidbar sind?

Gesundheitsförderung im Setting Krankenhaus unterstützen: Der Kooperationsverbund Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten

Inhalt. Aufgaben der Gesundheitsberichterstattung (GB) Inhalt. Gesundheitspolitischer Regelkreis. Empfehlungen des GÖG/ÖBIG I (2007)

Psychosoziale Beeinträchtigungen

DER ÖGD ALS KOORDINIERENDER AKTEUR? Möglichkeiten und Grenzen bei der Gestaltung kommunaler (Inklusions-) Strategien

HERZLICH WILLKOMMEN!

ERNÄHRUNG NACH SCHLAGANFALL

Rede von Frau Katrin Sandmann Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

ERNÄHRUNG, DIE GUT TUT!

Krebs und Ernährung. Prof. Dr. Roswitha Siener. Klinik und Poliklinik für Urologie der Universität Bonn

Qualitätssicherungsprozess der BZgA. Schlussfolgerungen aus der EvAKuJ-Studie

Transkript:

Nationaler Aktionsplan Ernährung NAP.e

Nationaler Aktionsplan Ernährung NAP.e Seit 2002 7 klare politische Willensbekundungen der EU-GesundheitsministerInnen zur Verbesserung der Ernährung der EU-Bevölkerung In den letzten Jahren haben viele Länder nationale Ernährungsstrategien oder Aktionspläne implementiert! Nicht in Österreich In Österreich viele gute Projekte, allerdings Keine Vernetzung Keine koordinierende Planung und Steuerung Wirkungsgrad kaum evaluiert Kein Überblick über best-practice -Beispiele Kein evidenzbasierter Empfehlungs- und Handlungskatalog

Warum NAP.e? Ausgewogene Ernährung = Grundpfeiler für Gesundheit und Wohlbefinden Ernährung der ÖsterreicherInnen nicht optimal (EB 2008) Anstieg Übergewicht Schlechte Ernährung v. a. bei sozial Benachteiligten Verbesserungen in der Ernährung Zugewinn an Lebensjahren in Gesundheit Verringerung ernährungsabhängiger Erkrankungen Pro Portion Gemüse/Obst pro Tag sinkt Schlaganfallrisiko um 5 % Risiko für manche Krebserkrankungen kann durch mehr Obst/Gemüse und ballaststoffreiche Ernährung signifikant gesenkt werden Steigerung der individuellen Lebensqualität Stabilisierung für Gesundheitswesen Handlungsauftrag für einen Gesundheitsminister

Warum NAP.e? Ernährung = Querschnittsmaterie über viele Politikfelder und Alltagsbereiche Klare Ziele, einheitliche Strategie und Commitment der Verantwortlichen Vernetzung von Projekten, Initiativen und AkteurInnen Koordinierte Datengenerierung Zentrale Datenerfassung, Sammel- und Verteilstelle Koordinierte Planung und Steuerung Evidenzbasierte Empfehlungen und Interventionen Strategie und Maßnahmen nicht von oben verordenbar Föderale Strukturen im Gesundheits-, Bildungs- und Betreuungswesen Einbindung aller Akteure KONSULTATION

Oberstes Ziel Bis 2020 sollen Verbesserungen im Bezug auf die Prävalenz von ernährungsassoziierten Erkrankungen bzw. deren Determinanten erkennbar sein und der Trend in der Zunahme der Zahl von Übergewichtigen zumindest gestoppt werden! Die gesündere Wahl muss die leichtere werden

Konsultation Entwurf von BMG / AGES erstellt 16 ExpertInnen vorkonsultiert Breite Konsultation bis 30. April 2010 Konsultation dient Ergänzung, Schärfung und Konkretisierung Workshops, strukturierte Dialoge Ende 2010 soll NAP.e vorliegen

Der nationale Aktionsplan Ernährung NAP.e soll ein dynamisches Instrument werden, ein rollierender Handlungskatalog, der ständig weiterentwickelt wird, um eine evidenz- und prozessorientierte, qualitätsgesicherte Vorgehensweise zu ermöglichen.

Analyse und Dokumentation der Ernährungssituation in Österreich Basis Österreichischer Ernährungsbericht 2008 o. Univ.-Prof. Dr. Ibrahim Elmadfa Institut für Ernährungswissenschaften, Universität Wien

in % Beurteilung des Körpergewichts von Schulkindern (6-15 Jahre) nach Regionen Ost (inkl. Wien) Süd West 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 Untergewicht Normalgewicht Übergewicht Adipositas

in % Körpergewicht steigt an Männer 2003 Männer 2008 Frauen 2003 Frauen 2008 70 60 50 40 30 20 10 0 Untergewicht Normalgewicht Übergewicht Adipositas

Männer 60 50 KH Zucker %Energie 40 30 20 10 0 Frauen 60 50 KH Zucker %Energie 40 30 20 10 0 7-<10 J 10-<13 J 13-<15 J 15-19 J 18-24 J 25-50 J 51-64 J 65-74 J 75-84 J > 84 J

Obst und Gemüse Relative tägliche Zufuhrmenge (Mittelwert) an Obst und Gemüse im Vergleich mit den Empfehlungen der WHO, getrennt nach Altersgruppen Kinder 123 83 Erwachsene 216 180 Senioren 175 133 g/d Obst 400 g Gemüse

Konsum von NEM in % Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln nach Region 60 50 40 30 20 10 0 Wien Ost Süd West

Wie kritisch ist die Nährstoffversorgung in Österreich? Basis: Aufnahmedaten + Referenzwert - Fett Gesättigte Fettsäuren Cholesterin Saccharose +Energiebilanz Natrium (als Kochsalz) Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Folsäure, Vitamin D, Calcium Schulkinder 6-15 J: Jod 13-15 J: Vit A, B1, B2, B6, Eisen, Kalium Frauen im gebärfähigen Alter: Eisen Schwangere: Vit B6, Jod Senioren (55-84 J): Magnesium; Männer: Vit A

Vielfältige und gesundheitsförderliche Lebensmittelauswahl ist wichtig für die optimale Zufuhr an Makro- und Mikronährstoffen Aktuelle Aufnahmedaten unterstreichen die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Förderung einer adäquaten Lebensmittelauswahl in Österreich

Ziel der ernährungsbezogenen Prävention ist die Verlängerung der Lebenszeit, die in Gesundheit verbracht wird, als Beitrag zur Verbesserung der Gesamtlebensqualität.

Nationaler Aktionsplan Ernährung NAP.e Primäre Ernährungsziele Angepasste Energiezufuhr bei ausreichender Vitamin- und Mineralstoffzufuhr sowie gleichzeitiger Vermeidung von Überversorgung Fettzufuhr trans-fettsäuren gesättigte Fettsäuren Optimierung der Fettqualität Zuckerzusatz Salzzufuhr komplexe Kohlenhydrate Ballaststoffe Optimierung der Flüssigkeitszufuhr Ziele

Nationaler Aktionsplan Ernährung NAP.e Ziele Strategische Ziele Steigerung der Gesundheit und Lebensqualität durch Verbesserung des Ernährungs- und Gesundheitsverhaltens in Österreich Stärkung des Bereichs Ernährung in allen gesellschaftlichen Bereichen Abbau von sozial-, alters- oder geschlechtsspezifischer gesundheitlicher Ungleichheit Verbesserter Zugang zu gesunder Ernährung für alle Inhaltliche Ziele Senkung der Häufigkeit von ernährungs- und lebensstilassoziierten Erkrankungen und deren Risikofaktoren Verminderung der Zahl übergewichtiger und adipöser Kinder, Jugendlicher und Erwachsener Verbesserung der Ernährung der österreichischen Bevölkerung gemessen an den Ernährungszielen

Nationaler Aktionsplan Ernährung NAP.e Zentrale Aktionsfelder 1. Stärkung des Bereichs Ernährung im Gesundheitswesen und im öffentlichen Bereich 2. Durchführung integrierter Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention von ernährungs- und lebensstilassoziierten Erkrankungen 3. Ausbau der Datenbasis zur evidenzbasierten Vorgehensweise und Qualitätskontrolle 4. Förderung von Netzwerken auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene

Beispiel Aktionsfeld 2: Durchführung integrierter Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention von ernährungs- und lebensstilassoziierten Erkrankungen Optimierung der Angebote im Bereich Information, Aufklärung und Ernährungsbildung Beispiele für Initialmaßnahmen Lebensmittelbasierte Ernährungsempfehlungen Beikostguidelines Ernährungsbildungsoffensive Ernährungsführerschein Förderung einer gesunden Ernährung von Anfang an Beispiele für Initialmaßnahmen Projekt Richtig essen von Anfang an! Gütezeichen für Baby Friendly Hospitals

Nationaler Aktionsplan Ernährung NAP.e Vision Mehr Gesundheit und Lebensqualität der österreichischen Bevölkerung durch Förderung eines gesunden Ernährungsverhaltens und durch Schaffung von Strukturen, die ein besseres, im Idealfall optimales Ernährungs- und Gesundheitsverhalten ermöglichen. Die gesündere Wahl muss für alle ÖsterreicherInnen die leichtere werden.