Individuelle Förderung Schuleingangsphase Einleitung Die Schulkonferenz der GS Wiener Straße hat entschieden, die neue Schuleingangsphase jahrgangskonform zu gestalten. Mit dem vorliegenden Förderkonzept soll sichergestellt werden, dass die geplante Organisationsform allen Kindern gerecht wird und ihnen eine individuelle Förderung ermöglicht. Der Schuleingangsphase liegt ein verändertes Verständnis von Schulfähigkeit zugrunde. Schulfähigkeit wird als gemeinsame Entwicklungs- und Förderaufgabe des Kindergartens, der Eltern und der Grundschule gesehen. DELFIN Der frühe Anmeldetermin der Schulneulinge im November, der der Schule einen Einblick in den Entwicklungsstand eines jeden Kindes gibt, bietet die Möglichkeit, bis zum Schulbeginn gezielt Fördermaßnahmen zu ergreifen. Bei regelmäßigen Treffen mit Erzieherinnen der Kindergärten, von denen die meisten unserer Schüler/innen kommen, findet ein Austausch über die Arbeit mit den Kindern statt. In die ersten Klassen der Schuleingangsphase werden durch die Verschiebung des Stichtages jetzt zunehmend auch Kinder aufgenommen, die bei Schuleintritt noch nicht das 6. Lebensjahr vollendet haben. Um allen Kindern gerecht zu werden und angemessen
auf ihre Stärken und Schwächen eingehen zu können, wird an unserer Schule eine Schuleingangsdiagnostik durchgeführt?????? Unser Konzept soll allen Kindern ermöglichen, die Schuleingangsphase in einem Jahr bzw. in zwei oder drei Jahren zu durchlaufen, wobei ein eventuelles drittes Jahr nicht auf die Schulpflicht angerechnet wird. Der Klassenunterricht muss sich an den Kindern orientieren und sie differenziert fördern. Dies gelingt durch offene Formen des Lernens wie z.b. die selbstständige Arbeit mit der Anlauttabelle oder differenzierte Übungsformate in Mathematik. Außerdem richten wir Fördergruppen für alle Kinder ein, in denen sie sowohl in den Fächern Deutsch und Mathematik als auch in den Bereichen Wahrnehmung, Konzentration und Motorik individuell gefördert werden können. In jedem Bereich werden (je nach personeller Besetzung der Schule) unterschiedliche Leistungsgruppen angeboten. Die Einteilung der Kinder in die jeweiligen Gruppen erfolgt nach intensiver Beobachtung der Kinder in den ersten Schulwochen und ist jederzeit durchlässig. Die Gruppeneinteilungen werden ein Mal pro Quartal verändert. Unsere Schule bietet zudem Sportförderunterricht an, in dem die Kinder -nach vorheriger Diagnostik- gezielt gefördert werden. Jede erste Klasse erhält eine Partnerklasse aus dem dritten Schuljahr. Die Partnerklassen haben verschiedene Aufgaben. Sie erleichtern den Schulanfängern die Eingewöhnungszeit durch gemeinsame Spiel- und Kennenlernstunden. Außerdem können Kinder der ersten Klasse, mit besonderen Begabungen in Deutsch oder Mathematik, an Unterrichtsstunden der zweiten Klasse teilnehmen und schließlich ganz in diese Klasse wechseln. Es finden regelmäßige Teamsitzungen der Lehrerinnen der ersten und zweiten Klassen statt. Dabei werden die gemachten Beobachtungen im Unterricht ausgetauscht und Förderpläne für die einzelnen Kinder erstellt. Die durchgeführten Fördermaßnahmen werden evaluiert und an den Entwicklungsstand des Kindes angepasst.
Mit den Eltern wird intensiv zusammengearbeitet. Sowohl vor Schulbeginn als auch während der Schulzeit ist ein regelmäßiger Austausch zwischen Eltern und Schule notwendig, um geeignete Fördermaßnahmen ergreifen zu können. Mit den Eltern der Kinder, die die Schuleingangsphase in einem bzw. drei Jahren durchlaufen, finden zusätzliche Beratungsgespräche statt. Schuleingangsdiagnostik und begleitende Diagnostik Bei der Anmeldung im November werden alle Kinder in einem Aufnahmegespräch mit einer Lehrerin unserer Schule beobachtet bzw. getestet. Dabei werden den Kindern mündlich Aufgaben gestellt, die insbesondere ihre sprachlichen Fähigkeiten überprüfen. Die Ergebnisse werden in einem Protokoll festgehalten. Die Kinder, die im sprachlichen Bereich Verständnisschwierigkeiten zeigen, werden erneut zu einem Diagnosetermin bestellt. Dort wird ein umfangreicher Test zur Sprachstandsfeststellung durchgeführt. Gegebenenfalls werden die Kinder zur Teilnahme an einem Sprachförderkurs verpflichtet, der in der Zeit von Februar bis zu den Sommerferien möglichst täglich durchgeführt wird. Die Ergebnisse der Diagnostik bei der Schulanmeldung, die Ergebnisse der Schulärztin und die Beobachtungen der Erzieherinnen ermöglichen es der Schule außerdem, in gemeinsamen Gesprächen mit Erziehern und Eltern zu überlegen, mit welchen Maßnahmen man die Entwicklung des Kindes bis zu seiner Einschulung positiv unterstützen kann, z.b. durch eine Sprachtherapie, eine Ergotherapie oder besondere Fördermaßnahmen im Kindergarten. In den ersten Schulwochen führt die Klassenlehrerin verschiedene Diagnoseverfahren durch, um den aktuellen Entwicklungsstand der Kinder festzustellen. Durch Beobachtungsbögen erfasst die Lehrerin das Sozial- und Arbeitsverhalten der Kinder. Sie stellt Vorerfahrungen im sprachlichen und mathematischen Bereich fest, z.b. durch offene Aufgabenstellungen wie Die Faszination des leeren Blattes und gezielte Aufgabenstellungen im arithmetischen Bereich.
Die Ergebnisse dieser Beobachtungen werden schriftlich festgehalten und in den Teamsitzungen besprochen. Daraufhin werden die Kinder in die Fördergruppen eingeteilt und entsprechende Förderpläne für die Gruppen erstellt. Zusätzlich werden für einzelne Kinder individuelle Förderpläne ausgearbeitet. Beobachtungen und Lernzielkontrollen in den Klassen und Fördergruppen ermöglichen den Lehrerinnen eine begleitende Diagnostik. Die Förderpläne werden in den Teamsitzungen evaluiert und dem Lernfortschritt der Kinder angepasst. Die Kinder können jederzeit bei Veränderungen ihres Lernstandes in eine andere Gruppe wechseln. Fördergruppen Ausgehend von den Lernstandsdiagnosen werden die Kinder eines Jahrganges entsprechend ihres Lernniveaus in den Lernbereichen Deutsch, Mathematik und WMK (Wahrnehmung, Motorik, Konzentration) in Fördergruppen im Rahmen des Förderbandes eingeteilt (siehe auch Kapitel 5.4.2) Jedem Lernbereich wird eine Förderstunde pro Woche zugeteilt. Die Förderstunden der Förderbandes laufen immer parallel. Dies gewährleistet eine Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Fördergruppen. Es besteht demnach keine starre Festlegung der Fördergruppen für das gesamte Schuljahr, vielmehr wird die Zusammensetzung und das Angebot ein Mal pro Quartal im Hinblick auf den Lernfortschritt und den aktuellen Leistungsstand der einzelnen Schüler überprüft und gegebenenfalls verändert. Die Lehrer der Fördergruppen im Förderband arbeiten eng mit den Klassenlehrern der entsprechenden Jahrgangsstufe zusammen. Der Förderunterricht muss eng an den aktuellen Lernstoff angelehnt sein. Eine Parallelarbeit innerhalb der Jahrgangsstufe ist demnach erforderlich. Das Lehrerteam entwickelt für die einzelnen Fördergruppen bzw. für einzelne Schüler Förderpläne, die regelmäßig überarbeitet und ergänzt werden. Die Schüler jeder Klasse erhalten eine weitere Förderstunde, in der sie entweder in wechselnden Kleingruppen oder im gesamten Klassenverband nach individuellen Förderplänen lernen arbeiten.
Vor Weihnachten werden die Beobachtungsbögen der Kinder von Klasse 1 im Hinblick auf ein mögliches Springen in die nächste Jahrgangsstufe oder bei Kindern von Klasse 2 im Hinblick auf eine eventuelle Rückversetzung ausgewertet. Die Lehrer der Jahrgangsstufe, die die Schüler aufgrund der verschiedenen Fördergruppen und des erteilten Kernunterrichts kennen, überlegen gemeinsam, ob entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden sollen. Die Kinder, bei denen in Klasse 2 zu diesem Zeitpunkt erhebliche Lücken festgestellt werden, haben die Möglichkeit, nach Rücksprache mit den Eltern, entweder an einzelnen Lernbereichen der Partnerklasse oder direkt am gesamten Unterricht von Klasse 1 teilzunehmen. Ein Rücktritt in die jeweilige Partnerklasse ist grundsätzlich zu jedem Zeitpunkt möglich. Das Kind verweilt damit drei Jahre in der Schuleingangsphase. Wird zum Jahresende deutlich, dass Kinder der ersten Klasse Lernkompetenzen aufweisen, die dem Anspruch des zweiten Schuljahres nahe kommen, werden deren Eltern zu einem Beratungsgespräch eingeladen. An diesem Gespräch nehmen sowohl der Klassenlehrer als auch die entsprechenden Lehrer der jeweiligen Fördergruppe teil. Entscheiden sich die Eltern nach diesem Beratungsgespräch für ein Springen in Klasse 2 (Termin nach den Osterferien), so erhalten diese Kinder von Januar bis März ein spezielles Förderprogramm innerhalb der Fördergruppe A. Hierzu werden von den Lehrern der zweiten Klasse spezielle Förderpläne entwickelt, um ein erfolgreiches Lernen in Klasse 2 zu unterstützen.
PROZESS DER FÖRDERPLANUNG im Rahmen des Förderkonzeptes 1. BESTANDSAUFNAHME 2. Prioritätensetzung Bestandsaufnahme abschließen, Beobachtungen + Tests auswerten den vordringlichen Förderbedarf jedes Kindes festlegen Ermittlung des vorrangigen Förderbedarfs der Kinder aller drei Parallelklassen zur Festlegung der inhaltlichen Förderschwerpunkte der vier Fördergruppen 3. PLANUNG ausgewählte Maßnahmen, Lernsituationen und arrangements ableiten und stichpunktartig dokumentieren Inhalte der Fördergruppen festlegen, Methoden planen Organisation und Ablauf festlegen (Gruppeneinteilung, Wechsel, Dauer,...) 4. UMSETZUNG die geplanten Maßnahmen realisieren und stichpunktartig dokumentieren 5. EVALUATION UND FORTSCHREIBUNG die Umsetzung auswerten, weiterführende Maßnahmen setzen oder Ziele / Maßnahmen / Förderschwerpunkte korrigieren Organisationsstruktur evaluieren