3.03 Individuelle Förderung
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- Christian Ulrich Amsel
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1 3.03 Individuelle Förderung Stand August 2008 Rahmenbedingungen Zurzeit gibt es an der Johannesschule 12 Klassen, alle Jahrgänge werden dreizügig geführt. Nach einem Schulkonferenzbeschluss vom Januar 2005 wird in der Schuleingangsphase jahrgangsbezogen gearbeitet. Es wird aber eine Durchlässigkeit der Jahrgangstufen gesichert. So ist es möglich, alle Kinder in der Schuleingangsphase ihren Leistungen entsprechend zu fördern und zu fordern, so dass alle Kinder in der Regel nach zwei Jahren, in Ausnahmen auch nach einem bzw. drei Schulbesuchsjahren die in den Lehrplänen der verschiedenen Fächer gesetzten verbindlichen Anforderungen erfüllen. Das erarbeitete Förderkonzept beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Schuleingangsphase, sondern auch auf die Jahrgänge 3 und 4, denn auch hier muss dem zentralen Ziel des neuen Schulgesetzes individuelle Förderung eines jeden Kindes Rechnung getragen werden. Ziel muss es sein, dass alle Kinder am Ende der Klasse 4 die verbindlichen Anforderungen erfüllen und erfolgreich an den weiterführenden Schulen lernen können. Förderkonzept Das Förderkonzept berücksichtigt verschiedene Zeitphasen mit unterschiedlichen Diagnoseinstrumenten, sich daraus ergebenden Förderzielen, -maßnahmen und organisatorischen Rahmenbedingungen. Phase 1: Auf dem Weg zum Schulfähigkeitsprofil vor der Einschulung Delfin Spiel zur Sprachstandsfeststellung der 4- jährigen in 2 Screeningphasen 2 Jahre vor der Einschulung in Kooperation der Grundschule mit den Kindertageseinrichtungen (Kitas). Anmeldung der Lernanfänger im Oktober des Jahres vor der Einschulung, Durchführung der Sprachstandsfeststellung mit kleinem Schulspiel unter Beteiligung der Kitas Kinder mit sprachlichen Defiziten nehmen an Sprachförderkursen in Kitas teil. Auch andere Defizite werden an die Eltern weitergegeben. Diese auffälligen Kinder werden zu einem großen Schulspiel im Mai erneut in die Schule eingeladen. Durch Gespräche mit den Erzieherinnen und unter Berücksichtigung des Schulärztlichen Gutachtens und nach eingehendem Elterngespräch wird bei Kindern mit Behinderung ein AO SF eingeleitet Die Kinder werden in die Grundschule eingeschult und im Rahmen des Gemeinsamen Unterrichts gestützt oder sie lernen künftig an einer Förderschule. Kinder, die vorzeitig eingeschult werden sollen, werden im April / Mai noch einmal getestet mit Hilfe des Materials Förderdiagnose von Bettinger / Ledl und im Elterngespräch wird eine gemeinsame Entscheidung zur Einschulung gefällt. Im Mai / Juni kommen die Lernanfänger zu einer Schnupperstunde in die Schule. Die künftigen KlassenlehrerInnen beobachten die Lernanfänger. Vor Schuleintritt findet ein ausführlicher Informationsaustausch zwischen Erzieherinnen und Grundschule statt. Die Daten werden den KlassenlehrerInnen
2 weitergegeben. Hierzu wurde bei der Anmeldung die Genehmigung der Erziehungsberechtigten eingeholt. Die von den Kitas erstellten Bildungsdokumentationen werden, sofern von den Eltern an die Schule weitergereicht, gesichtet und finden Berücksichtigung bei der Erstellung erster Förderpläne. Phase 2: Einschulung bis zu den Herbstferien In den ersten 6 bis 8 Wochen der Grundschulzeit wird von den KlassenlehrerInnen zur Feststellung der individuellen Lernausgangslage jedes einzelnen Kindes gezielt die körperliche, sozial- emotionale und kognitive Schulfähigkeit der Kinder beobachtet. Ca. 4 bis 6 Wochen nach der Einschulung soll ein weiterer Austausch zwischen Erzieherinnen und KlassenlehrerInnen stattfinden. Gegebenenfalls werden auch die Beobachtungen der Mitarbeiterinnen der Offenen Ganztagsschule mit aufgenommen. Ein erster Elternsprechtag findet vor den Herbstferien statt. Hier werden auffällige Unterrichts- und Alltagsbeobachtungen thematisiert und geplante Fördermaßnahmen werden den Eltern vorgestellt. Von den Eltern wurde am ersten Schultag die Genehmigung zur Teilnahme ihres Kindes an außerunterrichtlichen Fördermaßnahmen eingeholt. Phase 3: Schuleingangsphase (Jahrgang 1 und 2) Spätestens nach den Herbstferien beginnt für die Erstklässler die Förderung Die Gruppenzusammensetzung und die Fördermaßnahmen orientieren sich am Bedarf der Schülerinnen und Schüler. Es werden Förderkurse in phonetischer Bewusstheit (für Kinder mit Problemen beim Lautieren und der Buchstabenkenntnis), in Mathematik (Schwierigkeiten im Zahlen- und Mengenverständnis) und zur Steigerung der Konzentration angeboten. Bei Bedarf wird auch eine motorische Förderung angeboten. In der Regel nehmen die Kinder an zwei Stunden pro Woche klassenübergreifend an den Förderungen teil. Eine Förderung innerhalb des Unterrichts findet durch offene Unterrichtsformen wie Tages- und Wochenpläne statt. Jedes Kind gelangt selbstgesteuert zu individuellen Zielen. Differenzierte Aufgabenstellungen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, die Arbeit mit konkretem Material und die Begleitung durch die LehrerInnen unterstützen die Kinder je nach Bedarf in ihrem Tun. Eine Förderung in Randstunden ermöglicht Kindern in Kleingruppen oder individuell zu Förderstunden bestellt das Lernen an bestimmten Aufgabenstellungen (Arbeitskarteien, Lernwerkstatt, Lernspiele, Antolin). Ebenso findet Förderunterricht in klassen bzw. jahrgangsübergreifenden Lerngruppen statt. Dieses ermöglicht eine Einteilung der SchülerInnen nach Leistungsstärken. Alle Kinder eines Jahrgangs arbeiteten zum gleichen Thema auf unterschiedlichem Niveau. Zudem gibt es Förderunterricht für Kinder mit Migrationshintergrund durch eine Dozentin der VHS. Die Durchlässigkeit des Stundenplans ermöglicht den Kindern bei Bedarf die Teilnahme am Förderunterricht oder dem gesamten Fachunterricht der höheren bzw. niedrigeren Jahrgangsstufe. In regelmäßigen Abständen (etwa alle 8 Wochen) werden Förderpläne für einzelne Kinder bzw. Gruppen erstellt. Es werden Ziele für einen begrenzten Zeitraum festgelegt, an deren Erreichung auch die Eltern tatkräftig mitarbeiten müssen. Einige Kinder erhalten Förderempfehlungen zum 2. Halbjahr des 2. Schulbesuchsjahres. Hierbei werden Defizite und daraus resultierende pädagogische
3 Maßnahmen benannt und Vorschläge zur individuellen Unterstützung des Kindes, besonders auch für den häuslichen Bereich, erarbeitet. All diese Maßnahmen sollen die Schülerinnen und Schüler in ihrem individuellen Lernen unterstützen und sie ihren Leistungen entsprechend die Mindestanforderungen in den Fächern nach einem, zwei oder drei Besuchsjahren erreichen lassen. In Ausnahmefällen wird aber dennoch die Unterstützung einer Förderschule unabdingbar sein. Die bestmögliche Begleitung für ein Kind muss dann im Rahmen eines AO SF genauer bestimmt werden. Phase 4: Jahrgangsstufen 3 und 4 Auch in den Jahrgangsstufen 3 und 4 werden die Grundsätze der Förderung der Schuleingangsphase fortgesetzt. Selbstgesteuertes Lernen in offenen Unterrichtsformen wird weitergeführt. Wie bereits oben beschrieben wird der Förderunterricht innerhalb des normalen Unterrichts, darüber hinaus in Randstunden, aber weiterhin auch in klassen- bzw. jahrgangsübergreifenden Lerngruppen organisiert. Als Diagnoseinstrumente dienen Klassenarbeiten, Tests, Lernstandserhebungen in den Fächern Deutsch und Mathematik, die Kontrolle der Hefte und Ordner, darüber hinaus Gespräche mit Mitarbeiterinnen der OGS. Die Ergebnisse von VERA werden genauer analysiert und auf der Grundlage all dieser Informationen werden Förderpläne für einzelne Kinder bzw. für Schülergruppen erstellt. Bei Elternsprechtagen bzw. als Anlage zum Zeugnis erhalten einige SchülerInnen Lern- und Förderempfehlungen. All diese Maßnahmen sollen gewährleisten, dass unsere SchülerInnen am Ende der Klasse 4 gut gerüstet zu den weiterführenden Schulen wechseln können. In Einzelfällen bleibt es aber auch in den Klassen 3 und 4 unabdingbar den genauen Förderbedarf einzelner Kinder im Rahmen eines AO SF zu klären. Hierzu werden im Vorfeld Beratungsgespräche mit KollegInnen der Förderschulen geführt. Erforderliche Aussagen Lernstandsdiagnostik Zeit vor der Einschulung Delfin 4 in 2 Screeningphasen 2 Jahre vor der Einschulung Beobachtung der Kindergärten Sprachstandserhebung bei der Schulanmeldung mit kleinem Schulspiel im Oktober; ggf. großes Schulspiel im Mai Sprachförderkurse in Kitas Infoaustausch zwischen Kitas und zukünftigen KlassenlehrerInnen im Mai/Juni, Schnupperstunde der Lernanfänger Test der Kinder auf Antrag mit Förderdiagnose von Bettinger/Ledl im April/Mai
4 Bildungsdokumentation der Kitas zur Erstellung von Förderplänen Klasse 1/2 in den ersten Schulwochen (Beobachtungsbögen) Deutsch 1. Hamburger Schreibprobe (Klasse 1 / 2 jeweils 2 Termine Kl1: 8 Wochen nach Schulbeginn Ende Klasse 1 Kl2: verteilt auf das Schuljahr 2. Stolperwörter (Leseverständnis) 3. Lese WM Kl 1 / 2 (Leseverständnis) Mathematik Diagnose- und Testmaterial des Lehrwerkes Beobachtungsbogen zum Arbeits- und Sozialverhalten Beobachtungsbogen zu den Kernfächern Klassenarbeiten/Tests Schülerportfolio Förderunterricht für Kinder mit Migrationshintergrund durch Dozentin der VHS Förderung von Kindern mit Behinderung im Rahmen des GU Förderplanung Anforderung an die Unterrichtsorganisation Förderpläne für einzelne Kinder bzw. Gruppen Förderempfehlungen als Anlage zum Zeugnis Äußere Differenzierung Paralleles Arbeiten (Jahrgangsteam) Verbindliche Absprachen zur Förderung in den Parallelklassen Innere Differenzierung durch: Freiarbeit
5 ( mit vorhandenem Freiarbeitsmaterial), Tagespläne Wochenpläne, Stations-, Projekt- und Werkstattarbeit Erforderliche Aussagen Lernstandsdiagnostik Förderplanung Klasse 3/4 Beobachtungsbögen Leistungsnachweise (Klassenarbeiten, Tests) VERA Vergleichsarbeiten Klasse 3 Für Klasse 4 Beobachtungsraster für Eltern und Lehrer zum Abgleich und als Gesprächsgrundlage für die Empfehlung Flohkiste (Domino-Verlag) Stolperwörtertest Hamburger Schreibprobe Beobachtungs-und Diagnosebögen zum Lehrwerk (Mathe) Beobachtungsbogen zum Arbeits- und Sozialverhalten Klassenarbeiten/Tests Schülerportfolio Förderpläne für die Bereiche Deutsch und Mathematik Anforderung an die Unterrichtsorganisation Innere Differenzierung mit Hilfe von: Wochenplänen Tagesplänen Stationsarbeit Projektarbeit (fächerübergreifend) Werkstattarbeit Freiarbeit mit vorhandenem Material Äußere Differenzierung in Lerngruppen (Eckstunden) Arbeit und Lernen am PC
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