Heft 2 / 2008 Der Controlling Index Inhalt Ausländische Studierende an der Universität Rostock Ausländische HochschulanfängerInnen an den Fakultäten Ausländische Studierende an den Fakultäten Ausländische AbsolventInnen an den Fakultäten Glossar
Ausländische Studierende an der Universität Rostock Ein zentrales Ziel der Hochschulpolitik ist es, die überregionale Attraktivität des Hochschulstandorts Deutschlands zu steigern. Der Anteil der ausländischen Studierenden und AbsolventInnen an deutschen Hochschulen ist ein Indikator hierfür. Für die Universität Rostock gewinnt dieses Thema aus verschiedenen Perspektiven heraus zunehmend an Bedeutung: Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern wird unsere Universität in den kommenden Jahren verstärkt Anstrengungen unternehmen müssen, die im Hochschulpakt 2020 vereinbarte Zielzahl von 2.292 HochschulanfängerInnen zu erreichen. Zu den HochschulanfängerInnen zählen ausländische Studierende, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben haben ( sog. BildungsausländerInnen, siehe Glossar S. 7) und sich erstmalig an einer deutschen Hochschule immatrikulieren. Der Anteil der ausländischen Studierenden an den Studierenden gesamt stellt einen Erfolgsparameter im Rahmen der formelgebundenen Mittelverteilung des Landes Mecklenburg- Vorpommern dar. Im Rahmen der Zielvorgabe vom 09.05.2006 mit dem Land wurde die Universität Rostock verpflichtet, geeignete Maßnahmen zur Erhöhung der Zahl der ausländischen Studierenden in Richtung auf einen an den Universitäten der Bundesrepublik Deutschland üblichen statistischen Durchschnitt zu ergreifen. In diesem Controlling-Index werden die Ergebnisse einer Analyse der überregionalen Attraktivität der Universität Rostock für ausländische Studierende sowohl auf Ebene der Universität als auch auf Ebene der Fakultäten dargestellt. Die folgenden drei Kennzahlen der Bundesstatistik liegen der Analyse zugrunde: Anteil der BildungsausländerInnen an den HochschulanfängerInnen Die Kennzahl misst den Anteil ausländischer Studierender, die sich erstmalig an einer deutschen Hochschule eingeschrieben und ihre Hochschulreife außerhalb Deutschlands erworben haben. Sie ist ein Indikator für die Attraktivität deutscher Hochschulen für ausländische Studierende, der auch die Studierenden berücksichtigt, die nur für kurze Zeit ( z.b. im Rahmen von Austauschprogrammen ) an deutschen Hochschulen eingeschrieben sind. Anteil der BildungsausländerInnen an den Studierenden Die Kennzahl misst den Anteil der ausländischen Studierenden, die zu Studienzwecken nach Deutschland kommen und ihre Hochschulreife außerhalb Deutschlands erworben haben. Sie ist ein Indikator für die Attraktivität des deutschen Hochschulstandorts für Studierende aus dem Ausland. Anteil der BildungsausländerInnen an den AbsolventInnen Die Kennzahl beschreibt den Anteil ausländischer AbsolventInnen an den HochschulabsolventInnen gesamt. Sie umfasst neben den Erstabschlüssen auch Promotionen und weiterführende Abschlüsse. Die Anteilswerte sind ein Indikator für die Fähigkeit der Hochschulen, ausländische Studierende erfolgreich zu einem Abschluss zu führen. ( Q uelle: Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, Ausgabe 2008 ) Hinweis: Studierende an der Universität Rostock im WS 2007/08 gesamt 14.117 ausländische Studierende deutsche Studierende 818 13.299 mit ausländischer HZB mit deutscher HZB mit deutscher HZB mit ausländischer HZB 747 71 13.204 95 (BildungsausländerInnen) (BildungsinländerInnen) Controlling, Universität Rostock, ZUV Heft 2, 2008 2
Ausländische Studierende an der Universität Rostock Zwischen 2005 und 2007 sind die Anzahl und der Anteil der ausländischen HochschulanfängerInnen an der Universität Rostock kontinuierlich gesunken. Während Berlin mit 23,8% im Jahr 2006 den höchsten Anteil an StudienanfängerInnen aus dem Ausland ausweist, gefolgt vom Saarland ( 2 3,5% ) und Brandenburg ( 20,9% ), befindet sich M-V mit 12,7% an drittletzter Stelle im Bundeslandvergleich. Die Universität Rostock liegt mit 13,9% geringfügig oberhalb des Landesdurchschnitts von M-V. Hochschul- Anzahl der anfänger- Bildungsausl. Anteil der BildungsausländerInnen an allen HochschulanfängerInnen Innen Uni HRO Uni HRO Ø Uni M-V Ø Uni D Max. D Min. D absolut in % in % in % in % in % 2004 394 13,4 14,0 19,5 26,4 Berlin 12,2 Thüringen 2005 355 15,5 14,4 18,8 26,6 Berlin 10,5 Schleswig-H. 2006 341 13,9 12,7 18,6 23,8 Berlin 10,4 Schleswig-H. 2007 270 11,4 - - - - - - Mecklenburg-Vorpommern weist im Ländervergleich im WS 2006/07 den geringsten Bildungsausländeranteil an den Studierenden auf, während Bremen mit 14,7% der Spitzenreiter unter den deutschen Bundesländern ist, gefolgt vom Saarland ( 14,6% ) und Berlin ( 11,8%). Die Universität Rostock liegt mit 5,8% nur geringfügig oberhalb des Landesdurchschnitts von M-V. Zum WS 2007/08 haben sich sowohl die Anzahl als auch der Anteil der ausländischen Studierenden an unserer Universität weiter verringert. Anzahl der Studierende Bildungsausl. Anteil der BildungsausländerInnen an allen Studierenden Uni HRO Uni HRO Ø Uni M-V Ø Uni D Max. D Min. D absolut in % in % in % in % in % WS 04/05 818 5,7 5,4 10,8 14,2 Saarland 5,2 Thüringen WS 05/06 814 5,8 5,5 10,7 14,4 Saarland Thüringen WS 06/07 814 5,8 5,7 10,6 14,7 Bremen 5,7 M-V WS 07/08 747 - - - - - - Während die Anzahl ausländischer AbsolventInnen von 2004 bis 2007 an der Universität Rostock kontinuierlich von 38 auf 66 AbsolventInnen angestiegen ist, weist die Anteilsquote 2007 erstmals einen leichten Rückgang auf. Die AbsolventInnenquote für BildungsausländerInnen liegt mit 4,0% im Jahr 2006 unterhalb des Landesdurchschnitts von M-V. Im Ländervergleich liegt M-V mit 4,5% auf dem drittletzten Platz. Mit deutlichem Abstand führt Bremen ( 14,7% ) die Bundesländer an, gefolgt vom Saarland ( 13,4% ) und Brandenburg ( 12,2%). Absolvent- Innen Anzahl der Bildungsausl. Anteil der BildungsausländerInnen an allen AbsolventInnen Uni HRO Uni HRO Ø Uni M-V Ø Uni D Max. D Min. D absolut in % in % in % in % in % 2004 38 2,8 3,5 7,3 14,3 Saarland 3,2 Thüringen 2005 57 3,5 4,2 8,4 19,0 Bremen 2,8 Thüringen 2006 63 4,0 4,5 8,9 14,7 Bremen 3,5 Thüringen 2007 66 3,9 - - - - - - (Quellen: Daten zu M-V und D: Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick ( A usgaben 2006, 2007, 2008) Daten zur Universität Rostock: Controlling ) Controlling, Universität Rostock, ZUV Heft 2, 2008 3
Ausländische HochschulanfängerInnen an den Fakultäten Die IEF und die PHF üben in den Jahren 2004 bis 2006 - relativ betrachtet - die stärkste Anziehungskraft auf ausländische StudienanfängerInnen an der Universität Rostock aus. Der Anteil der BildungsausländerInnen an den HochschulanfängerInnen liegt an der IEF konsequent oberhalb des bundesweiten fachspezifischen Durchschnitts, an der PHF schwankt der Wert um den bundesweiten Durchschnitt. Während sich an der IEF wie auch an der JUF, MEF, MSF, PHF und THF ein negativer Trend in der jüngeren Vergangenheit abzeichnet, weisen die Anteilswerte an der MNF und WSF leicht positive Entwicklungen auf. ( L egende: siehe S. 7 ) AUF IEF JUF 30,9 32,4 22,2 21,7 22,2 13,6 16,7 10,4 22,6 20,9 24,5 17,3 12,4 17,6 18,1 18,2 14,7 13,3 10,3 3,3 18 24 17 9 63 58 53 25 17 25 19 16 MEF MNF MSF 26,3 25,4 24,3 16,2 14,2 15,0 11,3 13,9 9,1 8,1 15,5 11,2 14,0 13,8 9,8 11,3 12,5 8,0 7,8 9,5 2,5 38 31 23 21 40 34 46 42 11 14 22 6 PHF THF WSF 30,8 22,3 23,6 20,7 20,6 28,1 17,6 18,1 18,2 17,3 16,7 14,6 14,8 10,5 13,1 13,0 11,5 13,5 108 110 101 78 9 8 4 4 90 64 48 58 Controlling, Universität Rostock, ZUV Heft 2, 2008 4
Ausländische Studierende an den Fakultäten Die IEF weist seit zwei Jahren die höchste Anzahl von Studierenden aus dem Ausland an unserer Universität auf. Auch im nationalen Vergleich ist der Anteil der BildungsausländerInnen an den Studierenden an der IEF als überdurchschnittlich hoch zu bewerten. Im Gegensatz hierzu liegt diese Kennzahl an den anderen Fakultäten zum Teil deutlich unterhalb des Bundesdurchschnitts, wobei sich an der AUF, der JUF, der MNF und der WSF eine konstante bzw. leicht positive Entwicklung der BildungsausländerInnenanteile abzeichnet. ( L egende: siehe S. 7 ) AUF IEF JUF 11,6 11,7 12,1 13,6 14,5 14,3 13,8 12,4 12,1 13,7 9,7 9,8 9,8 4,7 6,2 5,9 2,7 3,4 3,5 3,8 43 41 52 50 122 151 183 157 44 44 37 41 MEF MNF MSF 18,0 18,3 17,9 7,9 8,3 8,5 6,5 6,0 4,6 10,2 10,0 9,8 6,1 5,7 5,5 6,6 6,1 5,7 3,3 93 93 88 81 108 100 114 114 42 48 51 33 PHF THF WSF 10,7 10,3 10,1 9,7 9,8 9,8 5,1 4,7 4,0 6,6 7,2 6,0 4,6 4,8 4,4 4,9 178 170 157 134 16 18 16 15 168 144 111 115 Controlling, Universität Rostock, ZUV Heft 2, 2008 5
Ausländische AbsolventInnen an den Fakultäten Mit Ausnahme der JUF und der MEF liegen die Anteile der Bildungsausländer-AbsolventInnen an den Fakultäten der Universität Rostock in den Jahren 2004 bis 2006 zum Teil deutlich unterhalb der fachspezifischen bundesweiten Durchschnittswerte. Hervorzuheben ist jedoch die sehr positive Entwicklung dieser Kennzahl an der IEF. Von 4,5% im Jahr 2004 erhöht sich der Anteil ausländischer AbsolventInnen auf 10,4% im Jahr 2007. Mit 23 ausländischen AbsolventInnen im Jahr 2007 weist die IEF ebenfalls den höchsten absoluten Wert für die Universität Rostock auf. ( Legende: siehe S. 7) AUF IEF JUF 11,3 12,5 11,6 10,6 12,0 12,4 10,4 1,7 2,1 1,7 2,3 3 3 2 3 4,5 4,8 3 5 6,0 11 23 6,4 7,7 8,3 7,5 8,1 2,9 4 10 10 5 MEF MNF MSF 18,5 16,0 13,8 4,2 3,8 8 4,3 1,7 3 6,7 4,6 11 4,3 9 7,2 6,8 9,0 9,0 6,5 5,9 10 13 12 10 3,0 8,0 1 4 9,1 6 4,6 3 PHF THF WSF 5,2 6,0 6,0 7,1 10,0 6,4 7,5 8,1 3,2 2,5 1,6 1,6 5 12 6 9 0 1 0 1 1,6 1,8 4 6 1,8 5 0,9 3 Controlling, Universität Rostock, ZUV Heft 2, 2008 6
Legende für die Darstellung der Fakultäten: Anzahl der Bildungsausländer-HochschulanfängerInnen ( absolut) Anzahl der Bildungsausländer-Studierenden ( absolut) Anzahl der Bildungsausländer-AbsolventInnen ( absolut ) Anteil der BildungsausländerInnen an den Studierenden/HochschulanfängerInnen/AbsolventInnen, Universität Rostock ( in %) Anteil der BildungsausländerInnen an den Studierenden/HochschulanfängerInnen/AbsolventInnen, Durchschnitt an Universitäten in Deutschland ( in % ) Vergleich mit der Fächergruppe: AUF: Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften IEF ( Informatik ) : Mathematik, Naturwissenschaften IEF ( E-Technik ) : Ingenieurwissenschaften MNF: Mathematik, Naturwissenschaften MSF: Ingenieurwissenschaften PHF: Sprach- und Kulturwissenschaften JUF: Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften THF: - ( kein Vergleichsmaßstab vorhanden ) MEF: Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften WSF: Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Glossar ( siehe auch Glossar auf der Homepage des Controlling ) BildungsausländerInnen vs. BildungsinländerInnen Als BildungsausländerInnen werden die ausländischen HochschulanfängerInnen ( = StudienanfängerInnen), Studierenden und AbsolventInnen nachgewiesen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung ( HZB) im Ausland bzw. an einem Studienkolleg in Deutschland erworben haben. Hinweis: BildungsausländerInnen, die sich erstmalig an einer deutschen Hochschule immatrikulieren, werden statistisch als HochschulanfängerInnen ( = StudienanfängerInnen ) erfasst, auch wenn diese im Ausland bereits eingeschrieben waren oder bereits einen Studienabschluss erworben haben. ( Quelle: Statistisches Bundesamt ) Als BildungsinländerInnen werden die ausländischen HochschulanfängerInnen ( = StudienanfängerInnen), Studierenden und AbsolventInnen nachgewiesen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung ( HZB) in Deutschland, aber nicht an einem Studienkolleg, erworben haben. HochschulanfängerInnen vs. Studierende vs. AbsolventInnen HochschulanfängerInnen sind Studierende, die im Betrachtungszeitraum ( Sommer- und nachfolgendes Wintersemester ) erstmals an einer deutschen Hochschule eingeschrieben sind. Studierende: Als Studierende werden die im jeweiligen Wintersemester in einem Fachstudium immatrikulierten Studierenden nachgewiesen, ohne Beurlaubte, Studienkollegiaten und Gasthörer. AbsolventInnen sind Prüfungskandidaten, die im Betrachtungszeitraum ( Wintersemester und nachfolgendes Sommersemester) die Abschlussprüfung erfolgreich bestanden haben. Hinweis: HochschulanfängerInnen, Studierende und AbsolventInnen werden in der vorliegenden Analyse als Köpfe gezählt. Hierbei handelt es sich um eine statistische Größe, welche die Studierenden/ AbsolventInnen im 1. Studiengang und 1. Fach zählt. Neben dem Erststudium werden auch Promotionen und weiterführende Studienformen ( u.a. Zweit-, Ergänzungs- und Aufbaustudium ) berücksichtigt. HZB = Hochschulzugangsberechtigung Controlling, Universität Rostock, ZUV Heft 2, 2008 7
Impressum Der Kanzler der Universität Rostock Astrid Lubinski Marita Kirchner Dr. Heidrun Jander Leitung/KLR/Controlling Kapazität/Auslastung/Controlling Statistik/Ranking/Controlling Tel: 1039 Tel: 1319 Tel: 1019 astrid.lubinski@uni-rostock.de marita.kirchner@uni-rostock.de heidrun.jander@uni-rostock.de Hinweise und Nachfragen bitte an: Controlling der Universität Rostock controlling@uni-rostock.de www.uni-rostock.de/controlling Für eine DIN A4-Version des Controlling Index siehe Homepage des Controlling. Rostock, 10/2008 Controlling, Universität Rostock, ZUV Heft 2, 2008 8