Übung 5, Analytische Optimierung

Ähnliche Dokumente
Übung 22: Gradient und Richtungsableitung; Extremwertaufgaben für Funktionen mehrerer Veränderlicher

Wirtschaftsmathematik für International Management (BA) und Betriebswirtschaft (BA)

Multivariate Analysis

Technische Universität München Zentrum Mathematik. Übungsblatt 4

Optimieren unter Nebenbedingungen

Extrema von Funktionen in zwei Variablen

Mathematik 1 für Wirtschaftsinformatik

Optimierung für Wirtschaftsinformatiker: Analytische Optimierung ohne Nebenbedingungen

Extrema mit Nebenbedingungen

Analysis II WS 11/12 Serie 9 Musterlösung

Mathematik 3 für Informatik

2004, x 0 (e 2x + x) x 1, x > 0. Untersuchen Sie die Funktion auf Stetigkeit an der Stelle x 0 = 0!

Partielle Ableitungen, Gradient, Lineare Näherung, Extrema, Fehlerfortpflanzung

Aufgaben für die 6. Übung zur Vorlesung Mathematik 2 für Informatiker: Analysis Sommersemester 2010

Modulabschlussklausur Analysis II

Kommentierte Musterlösung zur Klausur HM I für Naturwissenschaftler

a n := ( 1) n 3n n 2. a n := 5n4 + 2n 2 2n n + 1. a n := n 5n 2 n 2 + 7n + 8 b n := ( 1) n

18 Höhere Ableitungen und Taylorformel

Aufgabe des Monats Januar 2012

Optimierung. Optimierung. Vorlesung 2 Optimierung ohne Nebenbedingungen Gradientenverfahren Thomas Brox, Fabian Kuhn

Thema14 Der Satz über inverse Funktionen und der Satz über implizite Funktionen

Vorkurs Mathematik für Wirtschaftsingenieure und Wirtschaftsinformatiker

2 Stetigkeit und Differenzierbarkeit

Höhere Mathematik III WS 05/06 Lösungshinweis Aufgabe G 11 Blatt 2

Studientag zur Algorithmischen Mathematik

Z = 60! 29!31! 1,

Funktionen mehrerer Variabler

Differenzialrechnung

Lernzettel Mathe Inhaltsverzeichnis

Kurvendiskussion Ganzrationale Funktion Aufgaben und Lösungen

Mathematik II für Inf und WInf

Optimalitätskriterien

Übungen zu Funktionen mehrerer Veränderlicher. Lösungen zu Übung Betrachten Sie die durch. y 1 + x 2. z = gegebene Fläche.

Lösung zu den Testaufgaben zur Mathematik für Chemiker II (Analysis)

Die Funktion f sei (zumindest) in einem Intervall I = [a, b] definiert und dort hinreichend oft differenzierbar. f(x 0 ) f(x)

Mathematik für Anwender I. Beispielklausur I mit Lösungen

INGENIEURMATHEMATIK. 9. Differentialrechnung für Funktionen mehrerer Variablen. Sommersemester Prof. Dr. Gunar Matthies

Übungen zur Ingenieur-Mathematik III WS 2009/10 Blatt

Das Optimierungsverfahren mit Lagrange-Multiplikatoren. Robert Koschig ( 09/2012

Aufgabe 1. Zunächst wird die allgemeine Tangentengleichung in Abhängigkeit von a aufgestellt:

Wirtschaftsmathematik für International Management (BA) und Betriebswirtschaft (BA)

Universität Bonn, Institut für Angewandte Mathematik. WS 2012/2013 Prüfung Angewandte Mathematik und Statistik - Agrarwiss. /ELW

Mathematik I für Wirtschaftswissenschaftler

4.7 Der Taylorsche Satz

17. Penalty- und Barriere-Methoden

Numerische Ableitung

(a) Zunächst benötigen wir zwei Richtungsvektoren der Ebene E; diese sind zum Beispiel gegeben durch die Vektoren

Newton-Verfahren zur gleichungsbeschränkten Optimierung. 1 Gleichungsbeschränkte Optimierungsprobleme

Mathematische Methoden in den Ingenieurwissenschaften 1. Übungsblatt

Aufgabe des Monats Mai

Taylor-Entwicklung der Exponentialfunktion.

Inhaltsverzeichnis. 1 Lineare Algebra 12

Extremwertaufgaben. 3. Beziehung zwischen den Variablen in Form einer Gleichung aufstellen (Nebenbedingung),

Abiturvorbereitung Mathematik -Dierentialrechnungc Max. Hoffmann

ÜBUNGSBLATT 11 LÖSUNGEN MAT121/MAT131 ANALYSIS II FRÜHJAHRSSEMESTER 2011 PROF. DR. CAMILLO DE LELLIS

Mathematik-Klausur vom Finanzmathematik-Klausur vom

II. Nichtlineare Optimierung

Wirtschaftsmathematik Plus für International Management (BA) und Betriebswirtschaft (BA)

Lineare (Un-)Gleichungen und lineare Optimierung

Lösungen der Probe-Vorklausur 1. Lösungen der Probe-Vorklausur 2

Ableitung und Steigung. lim h

2 3 x3 17. x k dx = x k x k+1 k +1. Mit jeder weiteren partiellen Integration reduziert sich der Grad des Faktors x n, induktiv erhalten wir also

Übungen Mathematik I, M

Im Jahr t = 0 hat eine Stadt Einwohner. Nach 15 Jahren hat sich die Einwohnerzahl verdoppelt. z(t) = at + b

Übungsaufgaben mit Lösungen

Mathematik-Klausur vom

Kurvendiskussion Gebrochenrationale Funktion Aufgaben und Lösungen

Extrempunkte eine Einführung

Definition: Differenzierbare Funktionen

Ü b u n g s b l a t t 11

Differentialrechnung bei Funktionen mehreren Variablen

6.2 Die Regeln von de l Hospital. Ausgangsfrage: Wie berechnet man den Grenzwert. Beispiel: Sei f(x) = x 2 und g(x) = x. Dann gilt. lim.

K2 MATHEMATIK KLAUSUR 2. Aufgabe PT WTA WTGS Darst. Gesamtpunktzahl Punkte (max) Punkte Notenpunkte

Mathematik-Klausur vom und Finanzmathematik-Klausur vom

Lösungsvorschlag - Zusatzaufgaben (2)

Mathematik-Klausur vom 10. Februar 2003

4. Klassenarbeit Mathematik

Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW M LK HT 3 Seite 1 von 8. Unterlagen für die Lehrkraft. Abiturprüfung Mathematik, Leistungskurs

Mathematik II Frühlingsemester 2015 Kap. 9: Funktionen von mehreren Variablen 9.2 Partielle Differentiation

12 M-Gk1/5 Led Übungen zur 1. Klausur 3. September Kurvendiskussion. Im Folgenden sei die Funktion f(x) = 1 6 x3 1 2 x 1 3 gegeben!

Übungen zur Vorlesung MATHEMATIK II

Mathematik Übungsblatt - Lösung. b) x=2

gebrochene Zahl gekürzt mit 9 sind erweitert mit 8 sind

Lineare Gleichungssysteme

Serie 10: Inverse Matrix und Determinante

Klausur Mathematik 2

1. Klausur. für bau immo tpbau

Optimierungsprobleme mit Nebenbedingungen - Einführung in die Theorie, Numerische Methoden und Anwendungen

)e2 (3 x2 ) a) Untersuchen Sie den Graphen auf Symmetrie, ermitteln Sie die Nullstellen von f und bestimmen Sie das Verhalten von f für x.

Zusammenfassung Mathematik 2012 Claudia Fabricius

6. Übungsblatt zur Mathematik I für Maschinenbau

Lösung der Prüfung Sommer 2009

Aufgaben zu Kapitel 14

Abituraufgabe zur Analysis, Hessen 2009, Grundkurs (TR)

Kurvendiskussion einer ganzrationalen Funktion

Umgekehrte Kurvendiskussion

2 Wiederholung der Ableitungsregeln und höhere Ableitungen

Wirtschaftsmathematik-Klausur vom und Finanzmathematik-Klausur vom und

Übungsbeispiel 1: Quadratische Modellierung

Transkript:

Übung 5, 5.7.2011 Analytische Optimierung Aufgabe 5.1 Bei der Herstellung von Konserven werden für Boden und Deckel bzw. für den Konservenmantel verschiedene Materialien verwendet, die g 1 = bzw. g 2 = 4 Geldeinheiten pro Flächeneinheit kosten. Zu einem vorgegebenen Volumen V = 100 soll eine passende Konserve hergestellt werden, die möglichst billig ist. Formulieren Sie die Aufgabe als nichtlineares Optimierungsproblem, plotten Sie die Zielfunktion und bestimmen Sie die Lösung. Sei x > 0 der Radius der runden Böden und Deckel. Dann ist der Inhalt von Grundfläche und Deckel je πx 2, der Umfang 2πx. Damit das Volumen genau V = 100 ist, muss die Höhe h = V/(πx 2 ) sein. Somit ist der Inhalt der Mantelfläche genau 2πxh = 2V/x. Es ergeben sich damit folgende Kosten: Darstellung mit Octave: fplot("6 * pi * x^2 + 800/x", [0.5,10]); Optimierungsproblem: f(x) = 2g 1 πx 2 + g 2 2V/x = 6πx 2 + 800/x Minimiere f(x) = 6πx 2 + 800/x für x > 0 Offensichtlich ist lim x 0 f(x) = = lim x f(x), damit kann das Minimum nicht am Rand liegen. Es ist f (x) = 12πx 800/x 2. Für stationäre Punkte x gilt damit f ( x) = 0 und x = 800/(12π), also x = 800/(12π) 2,7686. Aufgrund der obigen Grenzwertaussagen und da es nur einen stationären Punkt gibt folgt sofort, dass x das globale Minimum ist. Zudem ist f (x) = 12π + 1600/x > 0 für alle x > 0. Damit ist f konvex und x lokales und globales Minimum. Die billigste Konservendose hat somit einen Radius von x = 800/(12π) 2,7686 Längeneinheiten, die Höhe h = 100/(π x 2 ) 4,1528 Längeneinheiten und ergibt Kosten von f( x) 4,44 Geldeinheiten. Aufgabe 5.2 Berechnen Sie Gradient und Hesse-Matrix der folgenden Funktion: Wir haben f(x, y, z) = e x+y sin(z) + grad f(x, y, z) = f x f y f z 1 1 + (x + y + z) 2. e x+y sin(z) = e x+y sin(z) e x+y cos(z) f x,x (x, y, z) = e x+y sin(z) 2(1 + (x + y + z)2 ) 2 2(x + y + z)2(1 + (x + y + z) 2 )2(x + y + z) (1 + (x + y + z) 2 ) 4 = e x+y sin(z) 2(1 + (x + y + z)2 ) 2 8(x + y + z) 2 (1 + (x + y + z) 2 ) (1 + (x + y + z) 2 ) 4 = e x+y 1 (x + y + z)2 sin(z) 2 (1 + (x + y + z) 2 ) (1+(x+y+z) 2 ) (1+(x+y+z) 2 ) H f (x, y, z) = Hinweis: die wird mit folgender Hilfsfunktion besser nachvollziehbar: h(x) := 1/(1 + x 2 ) = (1 + x 2 ) 1 h (x) = 2x(1 + x 2 ) 2 h (x) = 2(1 + x 2 ) 2 + 4x(1 + x 2 ) 2x = (1 + x 2 ) ( 2 2x 2 + 8x 2 ) = (1 + x 2 ) 2(x 2 1) Damit ist f(x, y, z) = e x+y sin(z) + h(x + y + z), e x+y sin(z) h (x + y + z) grad f(x, y, z) == e x+y sin(z) h (x + y + z) e x+y cos(z) h (x + y + z) Universität Hamburg 1 8. August 2011, Nico Düvelmeyer

und e x+y sin(z) h (x + y + z) e x+y sin(z) h (x + y + z) e x+y cos(z) h (x + y + z) H f (x, y, z) = e sin(z) h (x + y + z) e x+y sin(z) h (x + y + z) e x+y cos(z) h (x + y + z). e x+y cos(z) h (x + y + z) e x+y cos(z) h (x + y + z) e x+y sin(z) h (x + y + z) Aufgabe 5. F (K, L) = 6K 1/2 L 1/ sei eine Produktionsfunktion mit K als Kapitalinput und L als Arbeitsinput. Der Preis pro Einheit des Outputs sei p, die Kosten (Zinsen) pro Einheit Kapital r und der Preis pro Arbeitseinheit w (p, r, w > 0). Die Gewinnfunktion lautet demzufolge: g(k, L) = pf (K, L) rk wl i) Bestimmen Sie die notwendigen Bedingungen für eine gewinnmaximale Kapital-Lohn-Kombination K, L für p = 0,5; r = 0,1 und w = 1. ii) Ermitteln Sie den Gewinn bei der unter i) gefundenen Kombination K, L und zeigen Sie, dass es sich um ein Maximum handelt. iii) Kann es gewinnmaximale Kapital-Lohn-Kombinationen am Rand des zulässigen Bereiches geben? i) g(k, L) K = /2 K 1/2 L 1/ 0,1! = 0 g(k, L) L = K 1/2 L 2/ 1! = 0 Damit ist K = 15 4 = 50625 und L = 15 = 75 wie folgt: Konstanten auf die rechte Seite bringen: /2 K 1/2 L 1/ = 0,1 K 1/2 L 2/ = 1 dann beide Gleichungen und extra mit 10 multiplizieren 15 K 1/2+1/2 L 1/ 2/ = 1 liefert also 15L 1/ = 1, weiter L 1/ = 15. Daraus ergibt sich einfach L und K als L und K (Umbenennen). ii) Einsetzen ergibt g(k, L ) = 1687,5. Allgemein ist für alle K, L: /4 K H g (K, L) = /2 L 1/ 1/2 K 1/2 L 2/ 1/2 K 1/2 L 2/ 2/ K 1/2 L 5/, und durch Einsetzen speziell H g (K, L ) = 15 /4 15 2 1/2 15 1 1/2 15 1 2/ Hauptunterdeterminanten von H g sind: /4 15 5 < 0 und 2 15 8 > 0. Damit ist H g (K, L ) negativ definit und es ist tatsächlich ein striktes lokales Maximum! iii) Am Rande ist jeweils L bzw. K jeweils 0 oder unendlich. Bei der Null ergibt sich F = 0 und damit g(k, L) < 0 < g(k, L ). Die Summe der Exponenten in F, 1/2 + 1/ = 5/6 < 1, daher fallen die Terme rk bzw wl für sehr große Werte mehr ins Gewicht. Der Grenzwert von g(k, L) für K oder L gegen + ist damit. Also: Nein, am Rand kann es keine gewinnmaximale Kombination geben. Alternative: für alle K, L > 0 ist H g (K, L) negativ definit ( wieder über Hauptunterdeterminanten: /4 K /2 L 1/ < 0; 1/4 K 1 L 4/ > 0) und damit g streng konkav (d.h. g konvex). (K, L ) ist damit striktes globales Maximum, am Rand kann kein Maximum liegen. Universität Hamburg 2 8. August 2011, Nico Düvelmeyer

Aufgabe 5.4 Für ein Unternehmen wurde folgende Kostenfunktion f : R R in Abhängigkeit des Ausstoßes x 1, x 2, x 0 der drei Produkte 1, 2 bzw. ermittelt: f(x 1, x 2, x ) = 5x 2 1 + 10x 2 2 + 5x 2 + 10x 1 x 2 + 728 Berechnen Sie den kostenminimalen Ausstoß x min 1, x min 2, x min unter der Produktionsrestriktion: 5x 1 + 60x 2 + 5x = 75 Lagrange-Ansatz L(x 1, x 2, x, λ) = f(x 1, x 2, x ) + λ(5x 1 + 60x 2 + 5x 75) führt mit grad L = 0 zu: 10x 1 + 10x 2 + 5λ = 0 10x 1 + 20x 2 + 60λ = 0 10x + 5λ = 0 5x 1 + 60x 2 + 5x 75 = 0 Hieraus ergibt sich als Lösung: x 1 = 2, x 2 = 5, x = 1 und λ = 2. Die Hessematrix H L,x lautet: 10 10 0 H L,x (x 1, x 2, x, λ) = 10 20 0 0 0 10 Die Hauptunterdeterminanten sind 10, 100 und 2000 und damit alle positiv. Es handelt sich somit um ein lokales Minimum. Konkret ist die Aufgabe sogar konvex: H L,x ist überall positiv definit und die Nebenbedingung ist eine (affin) lineare Gleichung. Daher ist dies sogar ein globales Minimum. Im allgemeinen sind solche Aussagen aber schwer zu treffen (daher: Vergleich der gefundenen stationären Punkte und dem Verhalten am Rand/im Unendlichen). Der Lagrange-Ansatz grad L = 0 liefert hier alle stationären Punkte, da die Regularität erfüllt ist: Der Gradient von g(x 1, x 2, x ) = 5x 1 + 60x 2 + 5x 75 (als 1 -Matrix) muss den Rang 1 haben. Das bedeutet, dass grad g 0, und ist offensichtlich für alle x erfüllt. Der Ausstoß mit minimalen Kosten 110 = f(2, 5, 1) liegt also bei x min 1 = 2, x min 2 = 5 und x min = 1. Alternative Untersuchung mittels der geränderten Hessematrix H, welche lautet: 0 5 60 5 H(x 1, x 2, x, λ) = 5 10 10 0 60 10 20 0 5 0 0 10 Es ist m = 1, n =. Für das hinreichende Kriterium (nicht genau in der Vorlesung besprochen!) müssen die 2 = n m größten Hauptunterdeterminanten von H die Vorzeichen ( 1) m = 1 haben: 0 5 60 5 0 5 60 det 5 10 10 = 18500, det 5 10 10 0 60 10 20 0 = 187500 60 10 20 5 0 0 10 (z.b. mittels folgender Octave-: Datei aufgabe54.m) H= [ 0 5 60 5; 5 10 10 0; 60 10 20 0; 5 0 0 10] det( H(1:,1:) ) det (H) Eine weitere Voraussetzung für dieses Kriterium ist (zumindest wenn n > m + 1), dass die Gradienten der Restriktionen bereits dann linear unabhängig sind, wenn wir nur nach den ersten m Unbekannten ableiten. Das heißt, der quadratische Anfangsbereich der Größe m m in der geränderten Hessematrix der Ableitungen der g i muss invertierbar sein. Hier besteht dieser Teil nur aus der 5 0, diese Voraussetzung ist also erfüllt. Allgemein kann man diesen Teil durch Umbenennen/Umsortieren der Variablen erreichen, wenn die Regularität gegeben ist. Da die hinreichende Bedingung somit erfüllt ist, dürfen wir auf ein Minimum schließen. Universität Hamburg 8. August 2011, Nico Düvelmeyer

Hausübung 5 Papieraufgabe, Abgabe: 12.7.2011 zum Beginn der Übung Aufgabe 5.5 (5 Punkte) Bestimmen und klassifizieren Sie die globalen Extremwerte sowie extremwertverdächtige Punkte der Funktion f : [ 1 2 ; 2] R mit Hinweis: Ränder nicht vergessen! f(x) = x2 + x + 2 2x für 1 2 x 2. f (x) = (6x + )2x 2(x2 + x + 2) 4x 2 = x2 2 2x 2 = /2 1/x 2 [Bewertung:1 P. Ableitung] Stationäre Punkte x: f (x) = 0 x 2 2 = 0 also x = ± 6/ ±0,81649658. Im Definitionsbereich [1/2, 2] liegt davon nur genau x = 6/ 0,81649658. [Bewertung:1 P. stationärer Punkt/Auflösen] Wir betrachten noch die Funktionswerte der extremwertverdächtigen Stellen x und Ränder 1/2, 2: f( x) = f( 2/) = 2/ + 6 + 2 2/ 6 f(1/2) = 17/4 = 4,25 d dx = 6 + /2,9494897 f(2) = 5 /2 1 x = 2x. Wegen x > 0 ist damit f ( x) > 0 2 Diskussion mit 2. Ableitung: f (x) = (genauer: f ( x),674246 > 0), also x ein lokales Minimum! Globale Extrema existieren (da f stetig auf dem abgeschlossenen und beschränkten Definitionsbereich ist), und müssen daher unter den lokalen Extrema zu finden sein. An den Rändern liegen jeweils lokale Maxima vor, da f (1/2) < 0 (linker Rand!) und f (2) > 0 (rechter Rand!). Alternativ: Diskussion mit Vorzeichen von f (x): Da der Zähler x 2 2 für positive x streng monoton wächst und der Nenner positiv ist, hat f (x) bei x = x einen Vorzeichenwechsel von nach +, daher liegt ein lokales Minimum vor. Insbesondere ist f(x) für alle x von 1/2 bis (exklusive) x streng monoton fallend da dort f (x) < 0 ist und analog von x bis 2 monoton wachsend. Somit ist x auch globales Minimum, und an den Rändern liegen jeweils lokale Maxima vor. Das mit dem größeren Funktionswert ist daher das globale Maximum. Wegen der Funktionswerte ist 1/2 nur ein lokales Maximum, 2 sogar ein globales. [Bewertung:1 P. Klassifikation der Ränder; 1 P. Diskussion x ist globales Minimum; 1 P. Ergebnis/Antwort] Die Funktion hat bei x 0 = 1 2 ein lokales Maximum. Die Funktion hat bei x 0 = 6 0,81649658 ein globales Minimum. Die Funktion hat bei x 0 =2 ein globales Maximum. Aufgabe 5.6 (7 Punkte) Untersuchen Sie die Funktion f(x, y, z) = xy 2y + z 2 sin(x) + x 2 auf lokale Extremstellen. für allgemeine (x, y, z) ist der Gradient von f: [Bewertung:2 P] y + z 2 cos(x) + 2x grad f(x, y) = x 2 2 sin(x)z Extremwertverdächtige Stellen (x; y; z) sind damit nur (x; y; z) = (2; 4; 0): grad f(x, y, z) = 0, 2. Zeile liefert x = 2, damit sin x 0 und damit. Zeile z = 0. 1. Zeile kann man nun nach y auflösen. [Bewertung:2 P] Die Hesse-Matrix H f lautet für allgemeine (x; y; z): [Bewertung:1 P] 2 z 2 sin(x) 1 2z cos(x) H f (x; y; z) = 1 0 0 2z cos(x) 0 2 sin(x) Universität Hamburg 4 8. August 2011, Nico Düvelmeyer

konkret: H = H f (2; 4; 0) 2 1 1 0 0 0 0 0 1,82 ist indefinit, da Hauptminoren 2 > 0, 1 < 0, 1,82 < 0 sind. [Bewertung:1 P] Die Funktion f hat bei (x, y, z) = (2, 4, 0) weder ein lokales Minimum noch ein lokales Maximum, folglich gar keine lokalen Extremstellen. [Bewertung:1 P: Antwort] Aufgabe 5.7 (9 Punkte) Für ein Unternehmen wurde folgende Kostenfunktion f : R 2 R in Abhängigkeit des Ausstoßes x 1, x 2 0 der zwei Produkte 1 bzw. 2 ermittelt: f(x 1, x 2 ) = 7x 2 1 + 8x 2 2 + 9x 1 x 2 10x 1 20x 2 + 80 Berechnen Sie den kostenminimalen Ausstoß x min 1, x min 2 unter der Produktionsrestriktion: 7x 1 + 50x 2 = 75 Lagrange-Ansatz L(x 1, x 2, λ) = f(x 1, x 2 ) + λ(7x 1 + 50x 2 75) führt mit grad L = 0 zu:[bewertung:1 P. Lagrange-Ansatz, 2 P. für das LGS] 14x 1 + 9x 2 10 + 7λ = 0 16x 2 + 9x 1 20 + 50λ = 0 7x 1 + 50x 2 75 = 0 Hieraus ergibt sich als Lösung (z.b. octave oder Gauß): x 1 = 6875/94 1,748, x 2 = 6625/5901 6,207 und λ = 14955/7868 1,901. [Bewertung: P. Lösung des LGS, Näherungen sind dafür ausreichend] Der Ansatz liefert alle stationären Punkte, da grad g 0 (g(x 1, x 2 ) = 7x 1 + 50x 2 75). Die Hessematrix H L,x lautet:[bewertung:1 P] 14 9 H L,x (x 1, x 2, λ) = 9 16 Die Hauptunterdeterminanten sind 14 und 14 und damit alle positiv. Es handelt sich somit um ein globales Minimum (siehe Musterlösung Aufgabe 5.4). [Bewertung:1 P. Kontrolle Definitheit und Minimum] Der kostenminimale Ausstoß liegt also bei x min 1 = 6875/94 1,748, x min 2 = 6625/5901 6,207 mit Kosten von rund 56,42. [Bewertung:1 P. Antwort] Alternative Untersuchung mittels der geränderten Hessematrix H, welche lautet: 0 7 50 H(x 1, x 2, λ) = 7 14 9 50 9 16 Es ist m = 1, n = 2. Für das hinreichende Kriterium der Vorlesung muss det H < 0 für ein Minimum sein. Es ist det H = 2604 < 0. Da die hinreichende Bedingung somit erfüllt ist, dürfen wir auf ein Minimum schließen. Universität Hamburg 5 8. August 2011, Nico Düvelmeyer