Segmentierung. Inhalt. Segmentierung

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Transkript:

Segmentierung Inhalt Segmentierung Definition der Segmentierung Kantenbasierte Segmentierung Regionenbasierte Segmentierung Globaler Schwellenwert (threshold) Adaptiver Schwellenwert Region Growing Segmentierung von Farbbildern K-means Clustering Folie 2 1

Segmentierung Definition Bild: Gesamtheit der Grauwerte der einzelnen Pixel Jedes Pixel steht für sich Segmentierung Die Pixel werden zu Gruppen (Objekten) zusammengefasst Objekte nach verschiedenen Merkmalen charakterisiert Grauwert, Form, Intensitätsübergang, Nachbarschaft... Segmentierung definiert Semantik im Bild Folie 3 Segmentierung Objekte Ein Pixel kann nur einem Objekt zugeordnet werden I = O { x, x,..., 1 2 xn } = { x} = {} x N = O O i j j N j = {} i j N Anzahl N = Anzahl der der Pixel im Objekt Pixel Vollständige Segmentierung, jedes Pixel ist einem Objekt zugeordnet O1 O2... OM = I M = J Anzahl der Objekte Folie 4 2

Segmentierung von linearen Strukturen Erkennen von : Punkten Linien Kanten zweistufiger Prozeß Verstärkung der Features, z B. Kantenverstärkung Auswahl geeigneter Features Folie 5 Punktdetektion -1-1 -1-1 8-1 -1-1 -1 Summe der Maskenelemente = 0 Maskenoperation auf Bild zum Hervorheben punktförmiger Objekte Operation ergibt in homogener Fläche den Wert 0 Schwellenwertoperation zur Auswahl der Punkte Folie 6 3

Punktdetektion Schritt 1: Binärisierung des Grauwertbildes Folie 7 Punktdetektion Schritt 2: Maskenoperation Schritt 3: Schwellenwertbildung Folie 8 4

Liniendetektion -1-1 -1-1 2-1 2-1 -1-1 -1 2 2 2 2-1 2-1 -1 2-1 -1 2-1 -1-1 -1-1 2-1 -1-1 2 2-1 -1 4 verschiedene Masken Masken für horizontale, vertikale, schräge Linien Optimal für Linien der Breite 1 Pixel Folie 9 Segmentierung Kanten Kanten geben maßgebliche Information zur Definition von Objekten Abgrenzung eines Objekts zum Hintergrund Intensitätsänderung Gradientenoperator, Bestimmung zweier Parameter: Größe und Richtung r g g ϑ = arccos r g Suche in Umgebung ob Kanten ähnlicher Stärke und Richtung vorhanden sind. Zusammenführung mehrerer Kanten in einem Bild x Folie 10 5

Wendepunkt zur Kantendefinition Kante als Intensitätsänderung Kontinuierlicher Übergang der grauwerte auf mehrere Pixel verteilt Wendepunkt definiert Kante Wendepunkt=Extremalwert der Steigung 2. Ableitung = Null Bereich der Intensitätsänderung Wendepunkt, Krümmung der Kurve wechselt das Vorzeichen Position der Kante Folie 11 Laplacian of Gaussian (LoG) Gradientenoperatoren verstärken Rauschen Glättung vor der dem Kantenoperator Zusammenfassung von Glättung und Laplaceoperator Geschwindigkeitsvorteil ( img * g)* laplace = img *( g * laplace) LoG x + y 1 2 2 2σ ( x, y) = e 4 2 πσ 2 2 2 x + y 2σ 1 Mexican hat Folie 12 6

Beispiel Durch Wahl von σ kann der Detailgrad der Kontur bestimmt werden a b (a) Original, (b) LoG mit σ=1 c (c) LoG(blau) vs. Gradient (rot) Folie 13 Beispiel Ein größerer Wert σ unterdrückt die Feinstruktur und betont große Kanten a b (a) Original, (b) LoG mit σ=5 c (c) LoG(blau) vs. Gradient (rot) Folie 14 7

Regionen-basierte Segmentierung Regionen ausgedehnte Strukturen Region: zusammenhängender Bildbereich Zusammenfassung zu Regionen aufgrund gemeinsamer Merkmale ähnlicher Grauwert oder Farbe Grauwertverteilung, Einfluss der Statistik Nachbarschaftsrelationen gemeinsames Muster (Textur) im Allgemeinen mehrere Regionen (Objekte) in einem Bild Vereinfachung: Unterscheidung eines Objektes vom Hintergrund Folie 15 Schwellenwertbildung Globaler Threshold a priori festgelegter Wert Unterscheidung zwischen Objekt und Hintergrund 1 f ( x) = 0 g(x) > T g(x) T Problem: T global, veränderlicher Kontrast Vorder/- Hintergrund, Wahl von T Konsequenz: falsche Zuordnungen g f... Grauwertbild... Binärbild Folie 16 8

Schwellenwert data-driven threshold a priori Wahl ist unflexibel data-driven einfacher Ansatz (max-min)/2 Problem: Ausreißer threshold aufgrund der Häufigkeitsverteilung (Histogramme) optimierte Wahl existiert für bi-modale Histogramme bi-modales Histogramm: im Wesentlichen existieren zwei Strukturen im Bild (Objekt und Hintergrund) Folie 17 optimal threshold Algorithmus T a-priori threshold Segmentierung von I mit T : {I} + und {I} - Segmentieren des Bildes μ + =mean({i} + ) μ - =mean({i} - ) T neu =(m + +m-)/2 T neu -T <ε T=T neu Mittelwertbildung aus den Regionen Berechnung des neuen thresholds Abbruchkriterium Wiederholung mit T neu T final =T neu optimaler threshold Folie 18 9

optimal threshold Diskussion Modell: bimodales Histogramm Modellierung durch Gauß-Verteilung Minimierung falscher Zuordnung Folie 19 adaptive threshold Veränderlicher Kontrast Beleuchtung nicht konstant Grauwertverhältnis Objekt /Hintergrund nicht konstant globaler Schwellenwert nicht suffizient Grund: Histogramm nicht bi-modal Folie 20 10

adaptive threshold Unterteilung des Bildes in Subregionen eingeschränkter Bildregion lokale Änderungen konstant bi-modales Histogramm => optimal thresholding möglich Folie 21 adaptive threshold a b c (a) Segmentierungsfehler (b) Körner exakt (c) Rauschen entfernt Folie 22 11

adaptive threshold Diskussion Zellen der Unterteilung zu klein mono-modales Histogramm willkürliche Unterscheidung Kriterium: Histrogramm ob bi-modal; z.b. Varianz Folie 23 region growing (flood fill) Schwellenwertoperation in Kombination mit Nachbarschaftsrelationen Ausgehend von einem seed point wird die maximale zusammenhängende Region bestimmt. Die Region besteht aus allen Pixeln des Bildes, für die ein Pfad zum seed point existiert. Methode 1. Seed point auswählen 2. Intensitätsintervall festlegen 3. Ausgehend vom seed point iterative Abfrage aller Nachbarpixel ob Sie im Wertebereich liegen. 4. Ja: Pixel selektieren und Algorithmus in Punkt 3 fortsetzen Folie 24 12

Region Growing Seedpoint 2 4 3 2 3 1 5 1 Objekt N 6 4 4 7 N 8 8 Reihenfolge der Abfrage der Nachbarpixel Folie 25 Rekursive Implementierung grow(g,m,x,d) begin g(x)=labeled if g(x 1 ) in D then grow(g,m,x 1,D); if g(x 2 ) in D then grow(g,m,x 2,D); if g(x 3 ) in D then grow(g,m,x 3,D); if g(x 4 ) in D then grow(g,m,x 4,D); m(x)=1; end g=bild, m=maske, x=seed point, x i =Nachbarn, D=Wertebereich Folie 26 13

Segmentierung von Farbbilder Problem in 3D Einfarbige Objekte besitzen ähnliche Farbwerte. Jedes Pixel hat 3 Farbwerte (r,g,b). Repräsentation im Farbraum Bild ist 3D Struktur Segmentierung bedeutet Klassifizierung der Punkte im Farbraum Folie 27 Segmentierung von Farbbilder Region -> Cluster Regionen im Farbbild werden auf bestimmte Teile des RGB-Plots abgebildet z.b. Nase auf rote Punkte im Plot Objekte Bilden Cluster Segmentierung: Clusteranalyse im RGB-Raum Folie 28 14

Clusteranalyse Gruppierung der Daten Basis mehrdimensionale Daten Inhärente Merkmale Abstände (Metrik) Hierarchische Methoden Stammbäume Partitionierende Methoden NN, k-means Kein bester Algorithmus (Trial & Error) Folie 29 Problemstellung x2 Einteilung der Datenpunkte in Gruppen Kriterium: Abstand x1 Folie 30 15

k-means Clustering Grundsätzliche Annahmen Anzahl der Cluster ist vordefiniert Klassifizierung: Gesamtabstand aller Punkte zu den Zentroiden soll minimal sein Bedingungen Jeder Cluster enthält mindestens 1 Element Jedes Element muss einem Cluster zugeordnet sein Cluster werden durch die Zentroiden beschrieben c j = N 1 j j-te Komponente des Zentroiden x N ji j Anzahl der Punkte im Cluster j i= 1 x ji Koordinate des i-ten Punktes in Richtung j N Folie 31 Klassifizierung Definitionen Dichte eines Clusters Summe der Abstände aller Punkte die einem Cluster zugeordnet sind vom Zentroiden des Clusters Gesamtdichte Summe der Dichten aller Cluster k-means -> minimiert in einem iterativen Verfahren die Gesamtdichte Folie 32 16

Iterativer Ansatz Algorithmus Auswahl von k Zentroiden Anzahl k wird vorgegeben a-priori Klassifizierung in k Cluster sequentielle Abfrage welcher Zentroid am nähesten ist Neuberechnung der Zentroiden Iteration: Testen aller Punkte Abfrage für jeden Punkt: Ist anderer Zentroid näher? Wechsel des Clusters, Update der beiden Zentroiden Abbruchkriterium wenn minimale Änderungen der Zuordnungen innerhalb einer Iteration Folie 33 Cluster-Update aktuelles Pixel x 2 x 2 Wechsel der Zugehörigkeit Update der Zentroiden 0 x 0 1 x 1 Folie 34 17

k-means Clustering, Resultate Segmentierung der Farbkomponente (U,V) 2 Cluster Weitere Segmentierung von cluster 2 -> Kerne (hierarchisch) Folie 35 Diskussion Schneller, stabiler Algorithmus Gutes Konvergenzverhalten Effiziente Neuberechnung der Zentroiden r c k r c Nk 1 r = x Nk j= 1 r = neu m : ( cmnm xl ) ( N 1) m j r r c neu n = r ( cnnn + xl ) ( N + 1) n r Keine leeren Cluster können entstehen Probleme nur wenn Cluster a-priori leer ist! Folie 36 18