Geldverkehrsrechnung

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Transkript:

Veranstaltungsort: 18. November 2015 in München Dipl.-Finanzwirt (FH) Peter Frankenne Nürnberg Landesverband der steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufe in Bayern e.v.

Geldverkehrsrechnung Dipl.-Finanzwirt (FH) Peter Frankenne Nürnberg Nachdruck und Vervielfältigung auch auszugsweise nur mit Genehmigung des Verfassers

Inhalt I. Allgemeines zur Geldverkehrsrechnung... 4 1. Bedeutung der Geldverkehrsrechung... 4 2. Grundgedanke einer Geldverkehrsrechnung... 6 3. Zulässigkeit einer Geldverkehrsrechung... 6 4. Offenlegung der Ermittlungsmethode... 7 5. Wirkung einer Geldverkehrsrechnung... 8 6. Grund für eine Geldverkehrsrechung... 9 II. Einführung in die Geldverkehrsrechnung... 13 1. Arten der Geldverkehrsrechung... 13 2. Anforderungen an eine Geldverkehrsrechung... 14 3. Vergleichszeitraum... 15 4. Mitwirkungspflicht... 17 5. Anforderung von privaten Konten... 19 Kontoabruf in der ab 1.1.2009 geltenden Fassung:... 21 6. Beweislast... 22 7. Einbeziehung des Ehegatten/ des Lebensgefährten... 24 Formelle Möglichkeiten:... 24 8. Vorbereitung der Prüfer... 27 III. Geldverkehrsrechnung... 29 1. Die betriebliche Geldverkehrsrechung... 29 2. Geldverkehrsrechung im privaten Bereich... 39 I. Verfügbare Mittel... 40 www.lswb-akademie.bayern November 2015 2

II. Konten, Darlehen etc... 48 III. Mittelverwendung... 52 IV. Zusammenfassung... 58 3. Bargeldverkehrsrechung... 59 IV. Lebenshaltungskosten... 63 1. Ermittlung mit Hartz IV... 64 2. Ermittlung durch Schätzung... 68 3. Ermittlung anhand statistischer Werte... 70 4. Ermittlung anhand der Bargeldbewegungen... 76 V. GmbH - Überprüfung der Betriebseinnahmen mit einer GVR bei den Gesellschaftern... 85 VI. Vorlage, Überprüfung, Ergebnisse und Folgen einer Geldverkehrsrechnung... 87 1. Vorlage der Geldverkehrsrechnung... 87 2. Überprüfung der Geldverkehrsrechnung... 88 GVR IV. Stellungnahme zur GVR... 94 3. Ergebnisse der Geldverkehrsrechung... 96 4. Zuordnung der Fehlbeträge... 98 5. Zuschätzung der Fehlbeträge... 99 6. Folgen der Zuschätzung...100 VII. Grenzen der Geldverkehrsrechnung...102 www.lswb-akademie.bayern November 2015 3

I. Allgemeines zur Geldverkehrsrechnung 1. Bedeutung der Geldverkehrsrechung Die Geldverkehrsrechnung ist nur eine der Revisionsmethoden die der Finanzverwaltung zur Verfügung stehen. Sie ist aber in der Praxis die effektivste Revisionsmethode der Außenprüfung. Sie ist rechtlich abgesichert, aussagekräftig und kann bei Beherrschung durch die Prüfer im Normalfall relativ schnell erstellt werden. Andere Methoden (z.b. Nachkalkulation) enthalten, gemessen am Arbeits- und Zeitaufwand, zu hohe Anforderungen und sehr viele Unsicherheitsfaktoren. Die Bedeutung der Geldverkehrsrechnung ergibt sich aus den Urteilen, die vom BFH und den Finanzgerichten ergangen sind. Die Bedeutung dieser Revisionsmethode wurde von den Gerichten in einer langen Reihe von Entscheidungen seit 1974 herausgestellt. In der Praxis wird durch die Geldverkehrsrechnung die Beweislast bei einem Ausgabeüberhang (einer Deckungslücke!) umgekehrt. Die Steuerpflichtigen haben hier die besondere Pflicht, die Differenz aufzuklären, und darüber exakte Nachweise vorzulegen. a) In der Außenprüfung Für die Außenprüfung (Betriebsprüfung und Betriebsnahe Veranlagung) ist die GVR eine Revisionsmethode, mit der die Einnahmen eines Steuerpflichtigen in einer vertretbaren Zeit überprüft werden können. Die Betriebseinnahmen sind häufig (nicht immer!) ein Prüfungsschwerpunkt der Außenprüfung. Sie möglichst schnell und einigermaßen zutreffend überprüfen zu können, ist für eine effektive Prüfung von großer Bedeutung. Die Geldverkehrsrechnung ist allerdings kein Allheilmittel, die in jedem Fall schnell, mit wenig Arbeit und ohne Probleme zu einem Mehrergebnis führt. Ziel der Geldverkehrsrechnung ist die Überprüfung der Einnahmen, nicht die Erzielung von Mehrsteuern um jeden Preis! www.lswb-akademie.bayern November 2015 4