Bildung vielfältig gestalten, Elternkompetenzen stärken!

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1 Bildung vielfältig gestalten, Elternkompetenzen stärken! Claudia Schanz Nds. Kultusministerium Tagung Unsere Kinder, unsere Zukunft der AMFN am

2 Positive Ausgangsbedingungen Eltern wollen immer das Beste für Ihr Kind!

3 Eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule fördert das schulische Lernen und den Bildungserfolg!

4 Kinder mit Migrationshintergrund sind keine Randgruppe mehr! Bei den unter 25jährigen liegt ihr Anteil in Nds. bei ca. 23%, bei den 0 bis 5jährigen sogar bei 28,4%. (Quelle: Nds. Landesamt für Statistik, Daten 2005) ausländische Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Kinder bis zum 10. Schuljahrgang (7,0%) besitzen eine ausländische Nationalität (Quelle: AZR)

5 Schulabschlüsse in Niedersachsen Ende des Schuljahres 2006/2007 Abschluss Gesamtzahl % Altersjahr gang Darunter mit ausl. Staatsang. In % der Gesamtzahl Ohne oder weniger als HS- Abschluss , ,1 Darunter Abschluss FÖS LE , ,2 HS- Abschluss , ,1 RS- Abschluss , ,3 Abitur/ FH- Reife , ,5

6 Interkulturelle Herausforderungen im Handlungsfeld Eltern / Kita/ Schule In den Schulen dominieren die monokulturell geprägten Angehörigen der deutschen Mehrheitsgesellschaft: in einem Land geboren, aufgewachsen und geblieben, in einer Sprache sozialisiert und mit einem Kulturraum verbunden. Grundlegende Erfahrungen von Eltern mit Migrationshintergrund sind anders, transnationaler: Ihre Erfahrungen (oder ihre Erinnerungen) beziehen sich auf mehrere Länder bzw. Kulturen, ein Nebeneinander und eine Mischung von Sprachen, Heimaten und Weltbildern.

7 Äußerungen von Lehrkräften und Eltern mit Migrationshintergrund Wie können wir die zugewanderten Eltern dazu bringen, häufiger an Elternabenden teilzunehmen? Warum kommen sie kurz vor Unterrichtsbeginn und fangen an mich nach den Leistungen zu fragen. Dazu ist doch der Elternsprechtag da! Warum reagieren sie nicht auf schriftliche Einladungen? Ich gehe kaum zu Elternabenden, auch wenn ich Deutsch kann. Was haben denn die anderen davon, wenn ich dabei bin? Außerdem erfahre ich nichts über die Leistungen meines Kindes! Wenn ich mein Kind zur Schule bringe, will ich mit der Lehrerin ein paar Worte wechseln, aber sie ist immer so im Stress! Meine Kinder bringen immer so viele Zettel nach Hause, die ich schlecht verstehe. Warum spricht die Lehrerin mich nicht einfach an?

8 Erschwernisse gelingender Zusammenarbeit Monolinguale, monokulturelle Schule multilinguale zugewanderte Familien Nicht immer stimmen die eigenen Erfahrungen der Eltern mit den Ansätzen des pädagogischen Handelns in den Einrichtungen überein Rückzug kann die Folge sein Die gegenseitigen Erwartungen sind unklar Die Komplexität des deutschen Bildungssystems erschwert die Orientierung Sprachliche Probleme und Schwellenängste Nicht immer fühlen sich zugewanderte Eltern willkommen und akzeptiert Bildungseinrichtungen beklagen häufig mangelndes Interesse der Eltern

9 Aufbau dieser Kompetenzen in einer diversitätsbewussten und interkulturell orientierten Schule Nicht der Erzeugung von Homogenität in der Schule oder Lerngruppe wird Priorität eingeräumt, sondern Stattdessen wird angestrebt, Kompetenzen, die sich aus der Heterogenität der Lernenden ergeben, positiv aufzunehmen. (Baader/ Lutz 2006) Individualisierung von Lernprozessen Chancengleichheit Vorbereitung auf ein Leben in gesellschaftlichen Verhältnissen, die von Pluralität, Globalisierung, Internationalisierung und anhaltenden Migrationsbewegungen geprägt sind Dabei zu berücksichtigen: Erhöhte Wahrscheinlichkeit eigener Migration (Leiprecht 2006)

10 Interventionen zur besseren Zusammenarbeit mit Eltern Eltern: Zusammenarbeit mit Elternverbänden, Informations- und Motivationsveranstaltungen, Mehrsprachige Informationen zum deutschen Schulsystem, Einbeziehung der Eltern in die Sprachförderung, niedrigschwellige Angebote für Eltern, Schule: Interkulturelle Öffnung der Schule, Stadtteilorientierung und Kooperation mit der Jugendhilfe, Einbeziehung der Eltern auf gleicher Augenhöhe, Bildungs- und Integrationspolitik: Aufbau eines Elternnetzwerks, Qualifizierung des pädagogischen Personals, interkulturelle Trainings, Fachberatung Interkulturelle Bildung, Elternlotsen als Mittler,

11 Bildungspolitisches Ziel: Erhöhung des Bildungserfolgs von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund frühe Sprachförderung in Deutsch (Kita und letztem Jahr vor der Einschulung Fit in Deutsch ) bessere Verzahnung von vorschulischem Bereich und Grundschule sowie wirksame Förderung bildungsbenachteiligter Kinder durch das Projekt Brückenjahr Durchgängige und effektive Sprachförderung Deutsch als Zweitsprache vor und in der Schule Wertschätzung und Förderung der Mehrsprachigkeit durch implizite Thematisierung in Kita und Schule, Förderung von Rucksack-Projekten, Neuorientierung des herkunftssprachlichem Unterricht, bilinguale Klassen mehr Ganztagsschulen Stärkere Einbeziehung der Eltern, v.a. mit Migrationshintergrund

12 Eingeleitete Innovationen in Bildungssystem und Schule: Förderung der frühkindlichen Bildung (Letztes beitragsfreies Kindergartenjahr, Sprachförderung im Kindergarten) Sprachförderung im letzten Jahr vor der Einschulung Rucksack-Projekt Projekt Brückenjahr Sprachförderung in der Schule Interkulturelle Öffnung der Schulen Nicht übereinander, sondern miteinander reden: Ermutigung, Stärkung und bessere Information der zugewanderten Eltern Elternlotsen Perspektivenwechsel beim herkunftssprachlichen Unterricht Bilinguale Klassen

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