Geschlechterdifferenzen im vorschulischen Bereich und in der Grundschule

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1 Seite 1 Geschlechterdifferenzen im vorschulischen Bereich und in der Grundschule Prof. Dr. Wilfried Bos München, DEUTSCHLAND HAT ZUKUNFT! hbw Haus der Bayerischen Wirtschaft

2 Seite 2 Anteil weiblicher und männlicher Erzieher in Kindertageseinrichtungen in Deutschland 3 % Frauen Männer 97 % (Quelle: Statistisches Bundesamt/Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen/ Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung 2008)

3 Seite 3 Einschätzung kindlicher Fähigkeiten durch das pädagogische Fachpersonal in Kindergärten Aggressivität Emotionale Selbststeuerung Aufmerksamkeit Kooperation Schüchternheit Sprache Schriftsprache Kreativität Aufgabenbezogene Selbststeuerung Technisch-mathematisches Interesse (0 = trifft nicht zu bis 3 = trifft zu; Quelle: BiKS)

4 Seite 4 Fachbezogenes Selbstkonzept nach Geschlecht Mathematik Antwortausprägung Naturwissenschaften 1 4 I II III IV V Kompetenzstufen Antwortausprägung I II III IV V Kompetenzstufen (Quelle: TIMSS 2007)

5 Seite 5 Anteil der und an vorzeitiger und verspäteter Einschulung Vorzeitige Einschulung 60,7 % 39,3 % Verspätete Einschulung 37,4 % 62,6 % (Quelle: Statistisches Bundesamt 2008)

6 Seite 6 Geschlechtsunterschiede in Mathematik und Naturwissenschaften Kompetenzwerte Mathematik Naturwissenschaften (Quelle: TIMSS 2007)

7 Seite 7 Leistungsvorsprung der Gesamtskala Lesen bei ausgewählten Teilnehmerstaaten (Differenz der mittleren Testwerte) Teilnehmerstaat Mittelwert Differenz Luxemburg* Spanien Ungarn Belgien (Fl.)* Italien Niederlande* Deutschland Kanada (A)* Österreich USA* Frankreich VG OECD VG EU International Dänemark* Rumänien Schweden Norwegen* England Slowenien* Schottland* * Neuseeland Mittelwertdifferenz nicht signifikant. Mittelwertdifferenz signifikant. * Zu Besonderheiten der Stichproben vgl. Kapitel II. 4.4 in Bos et al., Der Internationale Mittelwert bezieht sich nur auf die hier dargestellten Staaten. 1 Inkonsistenzen in den berichteten Differenzen beruhen auf Rundungsfehlern. Abweichungen zu den in Bos et al. (2007) berichteten Signifikanzen der Differenzen erklären sich durch ein optimiertes Schätzverfahren. 30 (Quelle: IGLU 2006)

8 Seite 8 Schülerinnen und Schüler, die außerhalb der Schule nie oder fast nie zum Spaß lesen bei ausgewählten Teilnehmerstaaten ( und im Vergleich) Teilnehmerstaat Litauen 5 11 Ungarn 6 14 Dänemark* 6 15 Slowakei Kanada (A)* 8 17 Deutschland 9 19 Frankreich Slowenien* 9 20 Polen Belgien (Fl.)* Schweden Spanien Island International VG EU VG OECD Österreich Neuseeland* Italien England USA* Rumänien * Zu Besonderheiten der Stichproben vgl. Kapitel II. 4.4 in Bos et al., Der Internationale Mittelwert bezieht sich nur auf die hier dargestellten Staaten (Quelle: IGLU 2006)

9 Seite 9 Geschlechtsunterschiede in der Selbsteinschätzung sozialer Kompetenz d Durchsetzungsfähigkeit Impulsivität Prosoziales Verhalten Regulation der Gefühle anderer Perspektivenübernahme Empathie 0.05kein Effekt 0.16kein Effekt 0.40mittlerer Effekt 0.40mittlerer Effekt 0.44mittlerer Effekt 0.30mittlerer Effekt Antwortausprägung (Quelle: TIMSS 2007)

10 Seite 10 Leseförderliche Aktivitäten in den Elternhäusern während der Grundschulzeit bei ausgewählten Teilnehmerstaaten Teilnehmerstaat M (SE) SD Polen 3,17 (0,011) 0,47 Schottland* 3,16 (0,012) 0,46 Spanien 3,11 (0,012) 0,51 Italien 3,10 (0,012) 0,51 Norwegen* 3,09 (0,013) 0,43 Dänemark* 3,07 (0,010) 0,46 Rumänien 3,06 (0,033) 0,69 Frankreich 3,01 (0,010) 0,52 Neuseeland 3,00 (0,014) 0,55 Kanada (A)* 3,00 (0,011) 0,53 Ungarn 2,98 (0,013) 0,53 England 2,98 (0,016) 0,50 VG OECD 2,98 (0,003) 0,53 International 2,97 (0,003) 0,55 VG EU 2,95 (0,004) 0,57 Litauen 2,87 (0,012) 0,56 Slowakei 2,87 (0,015) 0,57 Deutschland 2,85 (0,009) 0,53 Schweden 2,84 (0,013) 0,48 Signifikant (p <.05) über dem deutschen Mittelwert liegende Staaten. Nicht signifikant vom deutschen Mittelwert abweichende Staaten. Signifikant (p <.05) unter dem deutschen Mittelwert liegende Staaten. * Zu Besonderheiten der Stichproben vgl. Kapitel II. 4.4 in Bos et al., Der Internationale Mittelwert bezieht sich nur auf die hier dargestellten Staaten. Belgien (Fl.) 2,79 (0,012) 0,57 Österreich 2,70 (0,011) 0,57 2,5 2,7 2,9 3,1 3,3 (Quelle: IGLU 2006)

11 Seite 11 Anzahl der Kinderbücher im Haushalt im internationalen Vergleich bei ausgewählten Teilnehmerstaaten (Angaben in Prozent) Teilnehmerstaat Kanada (A)* Neuseeland* England Schottland* Island Schweden VG OECD Luxemburg* Deutschland Frankreich International Niederlande* Ungarn Belgien (Fl.)* VG EU Österreich Spanien Polen Italien Slowakei Rumänien Kinderbücher Kinderbücher Mehr als 100 Kinderbücher Kinderbücher Kinderbücher * Zu Besonderheiten der Stichproben vgl. Kapitel II. 4.4 in Bos et al., Mittelwert über alle in dieser Abbildung berichteten Staaten. (Quelle: IGLU 2006)

12 Seite 12 Lesekompetenz (Gesamtskala Lesen) nach Geschlecht der Schüler und der Lehrkräfte M Deutschland weibliche Lehrkraft. - männliche Lehrkraft. - weibliche Lehrkraft. - männliche Lehrkraft. 551 Keine der Differenzen ist signifikant. Niederlande Deutschland: Anteil männlicher Lehrkräfte: 11 % Niederlande: Anteil männlicher Lehrkräfte: 32 % (Quelle: IGLU 2006)

13 Seite 13 Geschlechtsspezifische Beurteilungstendenzen (Benotung) und Leseleistung (Quelle: IGLU 2006) Note M (SE) SD (3,4) (4,1) (2,1) (2,9) (2,4) (3,2) 55 4 und schlechter 488 (4,3) (3,9) 54

14 Seite 14 Gruppenspezifische Standards (kritische Werte) für die Gymnasialpräferenz der Lehrkräfte und Eltern nach Geschlecht Gesamtskala Lesen 590 Mittlere Leseleistung Gesamt d 545 Lehrer Eltern (Quelle: IGLU 2006)

15 Seite 15 Handlungsempfehlung: Elternarbeit Herausforderung: Großer Einfluss der Eltern auf die: Herausbildung von Geschlechtsstereotypen und Rollenbildern, Stabilisierung eines gleichwertigen Selbstwertes von und in Bezug auf Mathematik und Naturwissenschaften. Maßnahmen: Beide Elternteile unterstützen aktivieren einbinden zum Beispiel durch Information der Eltern über Geschlechterunterschiede und geschlechtssensible Erziehung z. B. durch Elternbriefe, auf der schuleigenen Homepage, etc., aktivierende Elternarbeit, um Rollenstereotype aufzubrechen, Verankerung eines aktiven Einbezugs beider Elternteile in das schulische Leben als Zielvereinbarung und damit als strategische Schwerpunktsetzung der Schule.

16 Seite 16 Handlungsempfehlung: Bildungsforschung Herausforderung: Vernachlässigung zweier Forschungsbereiche: Benachteiligung der, Evaluation der zahllosen Interventionsmaßnahmen Maßnahmen: Forschungsprogramme z. B. zu den Folgen des hohen Feminisierungsgrades in pädagogischen Berufen vor allem in den frühen Bildungsstufen, Ursachenanalyse der Benachteiligung von in der Schule, etc., Evaluationsforschung, um die Wirksamkeit von Interventionsmaßnahmen adäquat und mit vergleichbaren Methoden zu überprüfen.

17 Seite 17 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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