Gesundheitswesen und Krankenversicherung: Nutzen und Zukunft

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1 Gesundheitswesen und Krankenversicherung: Nutzen und Zukunft Dr. Thomas Grichting, CEO Krankenversicherer OCOM-Herbstanlass, Brig, Seite 1

2 Agenda Die Groupe Mutuel Nutzen und Kosten des Gesundheitswesens Die Krankenversicherung und der Faktor IT Die Zukunft der Krankenversicherung Seite 2

3 Die Groupe Mutuel Gesundheit Leben Unternehmen Walliser Wurzeln seit 1852 Umfassender Personenversicherer Drittgrösster Krankenversicherer, 1.2 Millionen Krankenversicherte Über 1000 Arbeitsplätze, viertgrösster Arbeitgeber im Wallis 173 Mitarbeitende aus dem Oberwallis Seite 3

4 Wir leben länger und besser! Der Nutzen des Gesundheitswesens Lebenserwartung bei der Geburt, Männer, Durchschnitt OECD-Länder, Schweiz und Wallis, Quelle: Walliser Gesundheitsobservatorium, 2010, BFS Seite 4

5 Zufriedene SchweizerInnen Umfrageergebnisse Ärztliche Betreuung: 72 % sehr gut bis ausgezeichnet* Rascher Zugang zu Behandlungen: über 90 % zufrieden* Freundlichkeit/Professionalität Krankenversicherer: 90 % sehr gut/eher gut** Krankenversicherungsgesetz: 64 % sehr positiv/eher positiv** Quelle: *International Health Policy Survey des Commonwealth Fund 2010; Schweizerisches Gesundheitsobservatorium; **Interpharma, gfs Seite 5

6 Wieviel kostet das Gesundheitswesen? Franken Fr Mrd Mrd von 2009 bis 2010 Fr. 5.2 Mrd Fr. 2.4 Mio Fr. 171 Mio 20 Minuten 1 Tag 1 Monat 1 Jahr Zahlen: BFS für das Jahr 2010 Seite 6

7 Wer trägt die Kosten? Franken 23% Out of pocket Fr Mrd Mrd von 2009 bis % Staat 10% weitere Sozialversicherungen 8% Zusatzversicherungen 40% obligatorische Krankenversicherung Zahlen: BFS für das Jahr Jahr Seite 7

8 Kostenblöcke Krankenversicherung 2010: 24 Mrd. 1996: 12 Mrd. Spitex & Pflegeheime, 3.0 Mrd. 12% Medikamente (Apotheken & Ärzte), 4.9 Mrd. 19% Verdoppelung in 14 Jahren Jährliche Zunahme 4,2 % Übrige, 1.9 Mrd. 7% Arztbehandlungen, 5.6 Mrd 22% Spital ambulant & stationär, 9.9 Mrd. 40% Quelle: santésuisse Datenpool obligatorische Krankenversicherung, Kostenblöcke im Jahr Seite 8

9 Leistungsvergütung Schweizweit im Rahmen der obligatorischen Krankenversicherung: Pro Tag: Rechnungen von 67 Millionen Franken (= 40% der gesamten Gesundheitsausgaben) Pro Tag: Rechnungsbelege (durchschnittlicher Rechnungsbetrag: Fr. 200) Pro Tag: geschulte MitarbeiterInnen bearbeiten Belege Seite 9

10 Leistungsvergütung Beispiele Kostenbeispiele Spital Geburt: Blinddarm-OP: Herzschrittmacher: Hüft-/Knieprothese: Herztransplantation: Quelle: DRG Kostengewichte x Basispreis Hôpital du Valais Leistungen erbracht durch: Spitäler: 297 Alten u. Pflegeheime: Apotheken: Ärzte: Pflegepersonal (Altersu. Pflegeheime, Spitäler, Spitex, Vollzeitäquivalente): Quelle. BFS, Daten für 2010 Seite 10

11 Rechnung Hüftprothese Beispiel Krankenversicherer erhält Rechnung (Fr ,-) Krankenversicherer tragen über Tarifverhandlungen und Verträge mit Leistungserbringern zur Kostendämpfung bei (Einsparungen (CH) von fast 1 Milliarde Franken, 2012) Die Rechnung wird eingescannt, kontrolliert u. rückerstattet IT-gestützte, effiziente Abwicklung möglichst aller Prozesse Rechnungskontrolle (jährlich 80 Millionen Rechnungen u. Einsparungen (CH) von ca. 2 Mrd. Franken) Kostenkontrolle u. Optimierung der Behandlung durch Case Management, Disease Management, Pharmaökonomie Seite 11

12 Mitarbeitende und IT - Groupe Mutuel 4,2 Mio. Briefe pro Jahr Telefonanrufe pro Tag 72 Mio. Franken Leistungsvergütungen pro Woche = Mitarbeitende (kaufmännische Angestellte, Pharmaassistenten, Callcenter- Agenten, Buchhalter, Juristen, Ökonomen, Informatiker, etc.) IT (300 Server, 2200 PCs, 40 Scanner, 440 Drucker, 1900 IP-Telefone etc.; eigene Software Nova) Seite 12

13 Zusammensetzung Prämie Medizinische Leistungen oblig. Krankenversicherung pro Kopf pro Monat Fr. 224 (CH) Fr. 205 (VS) = 95% Bruttoprämie pro Kopf pro Monat: Fr. 236 (CH) Fr. 214 (VS) (Nettoprämie, ev. Prämienverbilligung) Verwaltungsaufwand Fr. 12 (CH) = 5% Quelle: BAG, Daten für 2010 Seite 13

14 Zukunft: Weiterer Kostenanstieg Seit 1996: jährlicher Anstieg Kosten um 4.2% Auch in Zukunft: jährlicher Anstieg um 4.2% Medizinischer Fortschritt Gesundheitsausgaben steigen mit dem Einkommensniveau Steigende Lebenserwartung Weiterer Prämienanstieg Seite 14

15 Bruttokosten pro Versicherten (Fr. pro Jahr) Zukunft: Demografische Entwicklung Weniger junge Versicherte Mehr ältere Versicherte Gesundheitskosten im Alter und am Lebensende , , ø3'636 Zunehmende Solidaritätsverschiebungen zulasten der Jungen und jungen Familien Altersklassen Seite 15

16 Massnahmen für das Gesundheitswesen Finanzierungsseite Zusätzliche Prämienlast fair verteilen Prämienverbilligung sozialer u. gerechter verteilen wenn nötig erhöhen Kostenseite Effizienz steigern Systemwidersprüche abbauen Vertragsfreiheit fördern Keine staatlich administrierten Preise Kantonale Spitalplanung nur zur Versorgungssicherung Leistungskatalog Grundversicherung Auf wirksame, zweckmässe u. wirtschaftliche Behandlungen begrenzen (HTA usw.) Prävention fördern Seite 16

17 Fazit und Ausblick Reformmassnahmen zum Teil einschneidend Gewinner und Verlierer Gesundheitskosten, Prämien- und Steuerlast wachsend Zugang zu einer qualitativ guten Versorgung kurz- und mittelfristig nicht gefährdet. Langfristig? Herausforderungen gemeinsam anpacken! Seite 17

18 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Seite 18

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