Standardisierte Analgetika Abgabe durch Pflegefachpersonen auf Notfallstationen

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1 Standardisierte Analgetika Abgabe durch Pflegefachpersonen auf Notfallstationen

2 Wussten sie, dass bis 78 Prozent aller erwachsenen Patientinnen und Patienten, welche auf eine Notfallstation eintreten, an Schmerzen leiden Nur die Hälfte aller unter Schmerzen leidenden Patientinnen und Patienten auf Notfallstationen ein Analgetikum bekommen Martin, J.S., Spirig, R. (2006). Schmerzprävalenz und Patientenpräferenzen bezüglich Schmerzbehandlungen in Notfallstationen. Pflege

3 Wussten sie, dass...

4 Herzlich Willkommen zu meinem Referat Manuela Buchacher Diplomierte Expertin für Intensivpflege Bachelor of Nursing Science BFH Arbeitsort seit 2008: Interdisziplinäre Notfallstation Bürgerspital Solothurn

5 Bachelor Thesis 2012 Standardisierte Analgetika Abgabe durch Pflegefachpersonen auf der Notfallstation Berner Fachhochschule Gesundheit Bern

6 Inhalte dieses Referats Vorstellen der Bachelor Thesis Vorstellen der Ergebnisse der Thesis Transfer in die Praxis der Notfallstation des Bürgerspital Solothurn Beantwortung ihrer Fragen

7 Einleitung Problemzonen des Gesundheitswesen Schweiz: - Bevölkerung wird zunehmend älter und polymorbider - Zunahme von chronisch Kranken - Steigende Ansprüche der Bevölkerung - Vermehrte Inanspruchnahme Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren GDK. (2012). Neue Versorgungsmodelle für die medizinische Grundversorgung. Bern: Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren.

8 Einleitung Problemzonen des Gesundheitswesen Schweiz: Mangel an Hausärztinnen und Hausärzten Mangel an Pflegepersonen Die Auswirkungen zeigen sich auf den Notfall Stationen der Schweiz Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren GDK. (2012). Neue Versorgungsmodelle für die medizinische Grundversorgung. Bern: Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren.

9 Beispiel Bürgerspital Solothurn Eintritte auf der interdisziplinären Notfallstation 2001: Patientinnen und Patienten Eintritte auf der interdisziplinären Notfallstation 2012: Patientinnen und Patienten Entspricht einer Zunahme von 127 Prozent

10 Gefordert im Schweizer Gesundheitswesen sind neue Ideen und Versorgungsmodelle, die dem Wandel der Zeit gerecht werden In Anlehnung an die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren GDK (2012)

11 Ziele meiner Bachelor Thesis Vor- und Nachteile für Patientinnen und Patienten darstellen Nötige Voraussetzungen für eine Notfallstation darstellen Zusammenfassen von evidenzbasiertem Wissen nach dem neusten Stand der Forschung Argumentationsgrundlage zur Implementation

12 Fragestellung zur Studiensuche Welche Chancen und Risiken hat eine standardisierte Schmerzmittelabgabe durch Pflegefachpersonen bei der Triage, ohne vorgängiges ärztliches Konsilium für Patientinnen und Patienten?

13 Theoretischer Bezugsrahmen der Thesis Interdisziplinäre Notallstation Triage nach Emergency Severity Index (ESI) Schmerz

14 Theoretischer Bezugsrahmen der Thesis Standardisierte Analgetika Abgabe: - Angelehnt an Artikel 24 über Arzneimittel und Medizinprodukte des Bundesgesetzes der Schweiz (2000) - Von einer Ärztin, einem Arzt verordnete, verbindliche Leitlinie oder Algorithmus

15 Such Strategie Systematische Suche in folgenden Datenbanken: PubMed CINAHL The Cochrane Library Web of Knowledge Einschränkungen: - Studien, publiziert ab Teilnehmende Personen, die 15 Jahre und älter sind - Studien mit tiefer Evidenz wurden ausgeschlossen

16

17 Ergebnisse

18 Der wichtigste Punkt: In allen Studien werden Protokolle oder Richtlinien zur Verabreichung von Schmerzmedikamenten durch Pflegefachpersonen auf der Notfallstation empfohlen

19 Zeit bis zur ersten Verabreichung von Analgetika Patientinnen und Patienten erlebten signifikant früher eine Linderung ihrer Beschwerden Ein Beispiel aus Schweden: 23 Minuten bis zur Abgabe eines Analgetikums 91 Minuten bis zur ärztlichen Untersuchung 15 % der Patientinnen und Patienten verliessen die Notfallstation ohne ärztliches Konsilium Fry et al., 2004

20 Zeit bis zur ersten Verabreichung von Analgetika Der Zeitpunkt der ersten Behandlung ist signifikant von folgenden Punkten abhängig: - Grösse der Station - Anwesenheit einer Triage Fachperson - Alter der Patientin, des Patienten - Initiale Schmerzintensität Guentat et al., 2010

21 Art der Analgesie Nicht nur Schmerzmedikamente der WHO Stufe I sind geeignet, um von einer Pflegefachperson abgegeben werden zu können Fry et al., 2002, 2004, 2011; Pantanwala et al., 2010; Tamches et al., 2007 Pflegefachpersonen verabreichen nicht weniger Morphin Lecomte et al., 2006

22 Art der Analgesie In den Studien zeigte sich, dass sich folgende Analgetika für die Abgabe durch Pflegefachpersonen eignen: - Opiate - Lachgas - Paracetamol (auch mit Codein) - NSAR

23 Wirksamkeit der Analgetika Einnahme von Paracetamol hat einen signifikanten Einfluss auf die Reduktion der Schmerzen Fry et al. (2004) und Wong et al. (2007) Signifikante Zunahme der Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten Muntlin et al. (2010)

24 Nebenwirkungen Keine signifikante Zunahme von Nebenwirkungen der durch die von Pflegefachpersonen verabreichten Analgetika Patientinnen und Patienten wollten keine Analgesie weil sie Angst vor den Nebenwirkungen haben Wong et al., 2007

25 Schmerzmanagement bei Austritt Nur ein sehr kleiner Teil der austretenden Patientinnen und Patienten erhielten weitere Informationen Fry et al. (2011) Keine Evaluation der Schmerzbehandlung durch die Pflegefachpersonen bei Austritt Gueant et al. (2010), Muntlin et al. (2010)

26 Nicht-pharmakologische Interventionen Nicht-pharmakologische Interventionen zur Analgesie durch Pflegefachpersonen werden nur spärlich angewendet

27 Dokumentation/ Assessment und Triage Mehrmalige Erfassung der Schmerzstärke empfohlen Tamches et al. (2007) Ein Assessment oder eine Erfragung der Schmerzstärke durch Pflegefachpersonen sowie eine Evaluation sind nötig Signifikante Zunahme von Schmerz Assessment und Schmerzerfassungen Fry et al. (2011), Muntlin et al. (2010)

28 Dokumentation/ Assessment und Triage Eindimensionale Erfassungsinstrumente sowie bis zu drei geschlossene Fragen eignen sich am Besten auf Notfallstationen Martin und Spirig (2006) Erfassung der Schmerzen ist signifikant von der Anwesenheit einer Triage Fachperson abhängig Gueant et al. (2010) Triage und Dokumentation hat einen signifikanten Einfluss auf die Abgabe von Analgetika Fry et al. (2011)

29 Schulung der Pflegefachpersonen Nur sehr wenige Notfallstationen bieten eine Schulung für Pflegefachpersonen zum Thema Medikamente an

30 Konsequenzen für die Ärzteschaft Zusammenarbeit muss verbessert werden Umdenken muss stattfinden Bestehende Hierarchien müssen aufgelöst werden Neue Versorgungsmodelle müssen geschaffen werden Sensibilisierung für die interprofessionelle Zusammenarbeit Loslösen von alten Traditionen Akzeptanz der neuen Kompetenzverteilung

31 Konsequenzen für die Ärzteschaft Bedeutung für das Beispiel der standardisierten Schmerzmittelabgabe: - Erstellen eines Konzepts zur Analgetika Abgabe - Information und Schulung

32 Beantwortung der Fragestellung Eine Implementation in die Praxis wird empfohlen Information von Patientinnen und Patienten Schulung von Pflegefachpersonen Pflegende und Ärzte müssen umdenken Neue Versorgungsmodelle mit Kompetenzerweiterungen für Pflegefachpersonen müssen geschaffen werden

33 Empfehlungen für die Praxis

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35 Weitere Empfehlungen Informationen bei Austritt Informationsbroschüre über Wirkung und Nebenwirkung der Schmerzmedikamente und das Vorgehen beim Wiederaufritt von Schmerzen

36 Neue Versorgungsmodelle erfordern: Nutzen für Patientinnen und Patienten Umverteilung der Kompetenzen Optimierung der Arbeitsbedingungen Aus- und Weiterbildung Evaluation Geduld Zeit Personelle Ressourcen Einführung in Teilschritten

37 Die standardisierte Analgetika Abgabe ist ein kleiner Schritt in Richtung der neuen Versorgungsmodelle Die Bevölkerung muss über die neuen Modelle informiert und sensibilisiert werden und diese akzeptieren

38 Umsetzung auf der Notfallstation des Bürgerspital Solothurn

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45 Erste subjektive Erfahrungen Verbesserung der Patientenzufriedenheit Verbesserung der Zufriedenheit der Ärzte und der Pflegenden Patientinnen und Patienten in tiefen Triage Kategorien wünschen, trotz eines hohen VAS oder NRS, keine Analgesie sondern möchten zuerst eine Ärztin, einen Arzt sehen Bis heute keine negativen Rückmeldungen oder Erfahrungen

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47 Das komplette Literaturverzeichnis ist bei der Referentin erhältlich:

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