Bitfehlerrate (bit error rate, BER) Die Bitfehlerrate ist das Verhältnis zwischen fehlerhaft empfangenen Bits zu den gesamt übertragenen Bits.

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1 Glossar Abtastung, Quantisierung, Quellencodierung Bei DVB werden Bild-, Ton- und Zusatzinformationen als Datensignal in digitalisierter Form übertragen. Das analoge, zeit- und wertkontinuierliche Eingangssignal wird hierzu mit kurzen periodischen Impulsen abgetastet. Die Analog-Digital-Wandlung erfolgt dann durch die Codierung der gewonnen Abtastwerte als Binärzahlen. Die ursprünglich wertkontinuierlichen Abtastwerte erscheinen nun als zeit- und amplitudendiskrete (das heißt quantisierte) Abtastwerte. Das digitalisierte Signal hat eine sehr große Datenmenge, die vor der Übertragung durch Kompressionsverfahren (Quellencodierung) reduziert wird. Dies geschieht in Form von Redundanzreduktion und Irrelevanzreduktion. Bei der Redundanzreduktion werden mehrfach vorhandene Informationen weggelassen, bei der Irrelevanzreduktion werden auf für die menschlichen Sinnesorgane meist nicht wahrnehmbare Informationen verzichtet. Die Quellencodierung erfolgt bei allen DVB-Standards nach dem MPEG-2-Standard (Moving Pictures Experts Group), die Übertragung des sogenannten Transportstroms bis zum Fernsehteilnehmer geschieht nach den Richtlinien im DVB-Standard. Bitfehlerrate (bit error rate, BER) Die Bitfehlerrate ist das Verhältnis zwischen fehlerhaft empfangenen Bits zu den gesamt übertragenen Bits. Coded Orthogonal Frequency Division Multiplex (COFDM): COFDM bezeichnet das Verfahren, mit dem auf eine Vielzahl von parallelen Trägern die zu übertragenden Symbole (bit-gruppen) aufmoduliert werden (Mehrträgertechnik). Durch diese breitbandige parallele Aussendung ist die Ausgestaltung von Gleichwellennetzen möglich und das übertragende Signal ist sehr robust gegenüber Störungen. Coderate Die Coderate ist das Verhältnis zwischen dem eigentlichen Nutzsignal und dem Gesamtsignal, wobei sich das Gesamtsignal aus dem Nutzsignal und der Menge der Fehlerschutzbits zusammensetzt. Coderate = Nutzdaten / Nutzdaten + Fehlerschutzbits ( 1) Die Qualität bzw. die Wirksamkeit des Fehlerschutzes hängt unmittelbar von der gewählten Coderate, also von der Anzahl der Fehlerschutzbits, ab. Coderate klein z.b. 1/2 starker Fehlerschutz Coderate groß z.b. 7/8 schwacher Fehlerschutz Datenraten Die Digitalisierung eines Videosignals ergibt ca. 170 Mbit/s und die eines Stereo- Audiosignals ca. 1,4 Mbit/s zu übertragende Datenrate. Zur effizienten Übertragung müssen diese Datenmengen reduziert werden. Bei DVB-T wird die MPEG-2-Codierung sowohl für die Videoübertragung als auch für die Audioübertragung als Quellencodierung zur

2 Datenreduktion angewendet. Zur Übertragung von Fernsehprogrammen in PAL-Qualität mit MPEG-2 - Codierung sind Mindestdatenraten erforderlich. Diese sind 2,5-4 Mbit/s für ein Fernsehprogramm inkl. ca. 0,2 Mbit/s für den Stereoton. Datencontainer Innerhalb der zur Verfügung stehenden Datenrate kann eine wählbare Anzahl von Datencontainern mit einer festen Länge von 188 Byte zur Übertragung von Fernseh-, Datenoder Mediendiensten genutzt werden. Digital Video Broadcasting (DVB) Europaweiter Standard für die Übertragung digitaler Signale per Kabel (DVB-C), Satellit (DVB-S) und Antenne (DVB-T). Bildet neben der MPEG-2-Codierung die Grundvoraussetzung für Digitales Fernsehen. Die Norm legt für Programmanbieter und Endgeräte-Hersteller die Parameter der Übertragungstechnik fest ( Modulation, Multiplex, Coderate). Dolby Digital Ein System das ein räumliches Hörerlebnis ermöglicht. Das Tonsignal wird dabei über 6 Tonkanäle übertragen, 5 völlig separate Tonkanäle für die Front- und Effektkanäle, einen sechsten Kanal für den Subwoofer. Dies ermöglicht eine optimale Anordnung der 6 Boxen im Raum. Auch unter den Namen Dolby Digital 5.1 und Dolby Digital AC3 bekannt. Nicht zu verwechseln mit dem analogen Dolby Surround. DVB-T-Modi (2k und 8k) Es stehen die beiden DVB-T-Modes 8k-Modus mit 6817 (6048 für Nutzdaten) Trägern und der 2k-Modus mit 1705 (1512 für Nutzdaten) Trägern in einem 8 MHz Kanal zur Verfügung. Der 8k-Modus eignet sich, bedingt durch die lange Symboldauer, zur Gleichkanalversorgung bei großen Senderabständen. Der 2k-Modus erfordert bei Gleichkanalnetzen einen kleineren Senderabstand. EPG = Electronic Programme Guide Electronic Programme Guide bedeutet elektronischer Programmführer. Damit werden dem Nutzer Detailinformationen über die Empfangbaren Fernsehprogramme angezeigt; z.b. Name, Start- und Endzeitpunkt der Sendung. Fehlerschutz Als Fehlerschutz gelten alle Maßnahmen, welche die zu übertragenden Bitfolgen der Nutzdaten gegen Fehler schützen oder auftretende Fehler korrigieren. Gleichwellennetze, Mehrfrequenznetze (SFN, MFN) Für DVB-T können durch die Anwendung des COFDM neben Mehrfrequenznetzen (multi frequency networks MFN) auch Gleichwellennetze (single frequency networks, SFN) realisiert werden. Diese SFNs dürfen bei DVB-T eine bestimmte Größe nicht überschreiten,

3 da sonst Eigeninterferenzen auftreten. Gleichwellennetze weisen gegenüber Mehrfrequenznetzen eine deutlich höhere Frequenzeffektivität auf. Integrated Digital TV (idtv) Fernsehempfangsgerät mit eingebautem digitalem Empfangsteil. Kanalcodierung Nach der Quellencodierung und Multiplexbildung ist es erforderlich, das zu übertragende Multiplexsignal an die Eigenschaften des Übertragungskanals (Kabel, Satellit oder Terrestrik) anzupassen. Die Kanalcodierung umfasst alle Maßnahmen, damit das Multiplexsignal möglichst störungsfrei über den Übertragungskanal zum Empfänger gelangen kann. Durch die Kanalcodierung reduziert sich die Nutzdatenrate durch Addition von Fehlerschutz. MHP = Multimedia Home Platform Die Multimedia Home Platform (MHP) ermöglicht interaktive und multimediale Dienste auf dem Fernsehgerät. Um MHP-Datendienste empfangen zu können, benötigt man ein MHPfähiges Empfangsgerät. Modulation Verbinden eines Nutzsignals mit einer Trägerschwingung. Für digitale Signale werden 16 QAM und 64 QAM (Quadratur Amplitude Modulation) oder QPSK ( Quadratur Phase Shift Keying) eingesetzt. Die Unterschiede liegen im wesentlichen in der Robustheit und in der Anzahl der übertragbaren Fernsehsignale. Moving Pictures Experts Group (MPEG) 1988 gegründete gemeinsame Arbeitsgruppe zur Erstellung eines Normenvorschlags für die Datenreduktion bei der Quellencodierung von Bewegtbildern zur Speicherung, Übertragung, und Verteilung. Danach wurden die gängigen Codierverfahren bezeichnet MPEG-2. MPEG-2 Codierverfahren für Bild- und Tonsignale. Erlaubt eine drastische Reduktion der zu übertragenden Informationsmenge bei dem analogen Fernsehen vergleichbarer Bild- und Tonqualität. Dieses Verfahren ist Grundvoraussetzung für die Programmvielfalt. Auf einem analogen Übertragungskanal können je nach geforderter Bildqualität vier bis acht Programme digital gesendet werden. Künftig werden weiterentwickelte, höherwertige Kompressionsverfahren wie H.264 und MPEG-4 AVC eine immer wichtigere Rolle spielen. Multiplex In einem Fernsehkanal werden Fernsehprogramme und andere Dienste wie z.b. Mediendienste oder Datendienste gleichzeitig übertragen und zu einem Multiplex verschachtelt. Die Datenrate eines Multiplexes wird durch diverse technische Parameter des DVB-T-Systems bestimmt. Diese Datenrate teilen sich die einzelnen Programme des Multiplexes (3-4 Mbit/s pro Programm).

4 Netzgewinn Der Netzgewinn ergibt sich aus dem gleichzeitigen Empfang von mehreren Sendern an einem Ort in einem Gleichkanalnetz. Der Netzgewinn kann bis zu 3 oder mehr db betragen, wenn zwei Sender oder mehrere Sender gleicher oder annähernd gleicher Stärke am Empfangsort, also gerade in den kritischen Gebieten zwischen den Sendern, empfangen werden können. Ist jedoch die Empfangsfeldstärke eines empfangbaren Senders um 10dB oder mehr höher, als die der anderen am gleichen Ort empfangbaren Sender, so wirkt sich der Gleichkanalgewinn nicht mehr aus. Portable indoor, portable outdoor, stationärer Empfang Bei DVB-T gibt es verschiedene Versorgungsstandards, die verschiedene Arten der Nutzung ermöglichen. Man unterscheidet zwischen portable indoor, portable outdoor und stationärer Versorgung. Bei portable indoor genügt für den Empfang von DVB-T innerhalb des Hauses eine Zimmerantenne. Der Installationsaufwand ist hier besonders gering. Gleichzeitig ist in einem Gebiet, das portable indoor versorgt wird, auch Mobilempfang möglich. Mobil heißt, dass Fernsehen auch während der Fahrt zum Beispiel im Bus oder Auto, möglich ist. Bei portable outdoor kann DVB-T auch außerhalb geschlossener Räume, also zum Beispiel im Garten oder am See, mit einer kleinen tragbaren Antenne empfangen werden. Für Fernsehen in der Wohnung wird eine Außenantenne benötigt. Bei beiden Versorgungsarten ist der Empfang statisch. In einem Gebiet mit stationärer Versorgung ist Fernsehempfang nur mit einer Dachantenne möglich. Schutzintervall (guard interval, TG) Um alle Gleichkanalsignale und Reflexionen zu nutzen, die nicht zeitgleich am Empfänger eintreffen, wird der erste Teil des ausgesendeten Signals nicht zur Datenübertragung genutzt. Dieser erste Teil wird als Schutzintervall bezeichnet und kann auf verschiedene Längen wie 1/4, 1/8, 1/16 oder 1/32 der gesamten Symboldauer eingestellt werden. Ein langes Schutzintervall bedeutet, dass auch noch relativ spät eintreffende Signale genutzt werden, jedoch ist dann die Nutzdatenrate geringer. Set-Top-Box (STB) Bezeichnung für ein Endgerät zum Empfang und Wandlung digitaler Fernsehprogramme. Erforderlich sind diese Geräte um digitale TV-Signale für das analoge Fernsehgeräte verständlich zu "übersetzen" (wird auch Receiver oder Dekoder genannt). Statistischer Multiplex Der statistische Multiplex ist eine dynamische Datenratenzuweisung an die Programme im gleichen Multiplex. Wenn ein übertragenes Programm kurzzeitig eine höhere Datenrate benötigt (z.b. bei schnellen Kameraschwenks oder sehr schnellen Bildsequenzen), wird diese zusätzliche Datenrate von anderen Programmen, die ruhigere Bilder übertragen, abgezogen. Dadurch wird eine verbesserte Bildqualität in kritischen Übertragungssituationen gewährleistet.

5 Symboldauer (TS) Die Symboldauer (oder Symbollänge) gibt an, für welchen Zeitraum die auf Träger aufmodulierten gleichen Daten ausgesendet werden. Die Symboldauer beträgt im 2k-Modus 224 µs und im 8k-Modus 896 µs. Unter Berücksichtigung des Schutzintervalls ergibt sich damit die Gesamtsymboldauer TGS = TG + TS.

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