Herzlich Willkommen zum Vortrag

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1 Herzlich Willkommen zum Vortrag Wenn Gelenke steif werden: Wie Sie Kontrakturen vorbeugen können Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 1

2 Grundlegende Informationen Die Kontraktur zählt zu den fünf häufigsten Diagnosen in Pflegeheimen (Amann 2009) Etwa die Hälfte aller alten Menschen mit Kontraktur haben zwei oder mehr Kontrakturen Die zweithäufigste Komplikation bei Schlaganfallpatienten (Sackley 2008) (div. in Huhn 2011) Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 2

3 Prävalenz in Krankenhäusern ca % aller Patienten (Gnass et al. 2010) Prävalenz in Pflegeheimen ca % aller Bewohner (div. in Huhn 2011) Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 3

4 Grundlegende Informationen Wenn ein Gelenk gesund ist, kann der gesamten Bewegungsumfang genutzt werden. So können etwa die Finger einer Hand ausgestreckt und danach zu einer Faust geballt werden. Kontrakturen (lat.: contrahere = zusammenziehen) Wie schnell eine Kontraktur auftritt, lässt sich nicht vorhersehen! Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 4

5 Kontrakturen erkennen Es liegen nur wenige Instrumente vor, die das Kontrakturenrisiko erfassen. Keines dieser Instrumente ist wissenschaftlich begründet. Mobilitätsassessments bestimmen die Funktionsfähigkeit des Bewegungsapparates und identifizieren begünstigende Faktoren, aus denen sich ein Kontrakturenrisiko erkennen lässt. (Huhn S.23) Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 5

6 Kontrakturen gehen oft mit Schmerzen und erheblichen Problemen in fast allen Aktivitäten des täglichen Lebens einher. Muskeln schrumpfen durch eine dauernde Untätigkeit. Wenn Gliedmaßen wie im Fall einer Bettlägerigkeit über längere Zeit dauerhaft in einer Streck- oder Beugehaltung gehalten werden oder normale Bewegungsabläufe wegen Schmerzen eingeschränkt sind (Schonhaltung), kann als Folge eine Verkürzung der Muskeln und ein Verkleben der Gelenkkapsel auftreten. Die Bewegungsfähigkeit der Gelenke wird hierdurch eingeschränkt. Für die Pflege ergibt sich ein zeitlicher und personeller Mehraufwand Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 6

7 Wichtige Informationen für die Pflegeplanung Kontrakturen beschreiben Gelenkversteifung, Ortsangabe Kompensation Resultierende Pflegeprobleme Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 7

8 Diagnostik Klinisches Bild Test der Beweglichkeit Seitenvergleich Bewegungsgrade messen (Goniometer) Keine einheitlichen Bewertungen Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 8

9 Diagnostik Erfassung der Merkmale im Zusammenhang mit Kontrakturen: - Abweichungen der Gelenkstellung - Anhaltende funktionelle Einbußen - Schmerzen bei Bewegung und in Ruhe - Rötung und Ödeme als Entzündungszeichen (nach Runge/Rehfeld 2001) Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 9

10 Risikoerkennung Prädiktoren: Alter Immobilität Fixierung Fixiertes Lagern Polypharmazie Sedativa, Psychopharmaka, Hypnotika Analgetika (Unter-/Überdosierung) Pflegebedürftigkeit Lagern (z.b. Weichlagerung) medizinische Diagnosen funktionelle Elke Kirchhoff-Rode Beeinträchtigung Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 10

11 Prophylaktisches Handeln Prophylaktische Maßnahmen setzen an vorhandenen und/oder sich abzeichnenden Problemen/Risiken an, deren Auftreten oder Verschlechterung nach wissenschaftlichen Erkenntnissen oder aus der praktischen Erfahrung heraus durch pflegerische Aktivitäten beeinflussbar scheint. (modifiziert nach DIP 2003) Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 11

12 Ziel der Kontrakturprophylaxe: Durch eine sachgerechte Pflege/Prophylaxe sollen die anatomisch richtige und funktionstüchtige Stellung der Gelenke sowie der normale Ablauf der Bewegungen erhalten oder wiederhergestellt werden bzw. einer Verschlechterung entgegen gewirkt werden! Risikoerkennung Maßnahmenplanung Zusammenarbeit aller Akteure Rehabilitation trotz Pflege (ambulante Reha) Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 12

13 Teamarbeit mehrerer Fachdisziplinen Patient/Bewohner Physiotherapie Ergotherapie Mediziner/ggf. Facharzt Pflegepersonen Angehörige Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 13

14 Leben ist Bewegung, aber die Bewegung ist oft ein Stiefkind der Wahrnehmung. Oft findet sie erst dann Beachtung, wenn es schwierig oder schmerzhaft wird Im Idealfall muss die Kontrakturprophylaxe ansetzen, bevor sich die Immobilität manifestiert. Jede Förderung der Mobilität dient auch der Kontrakturprophylaxe Mobilitätsförderung und Kontrakturprophylaxe sind untrennbare Partner. Kontrakturprophylaxe bedeutet in erster Linie, Mobilität zu ermöglichen, zu erhalten und sicher zu gestalten! Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 14

15 Jede Form der Bewegungsförderung sollte unterstützt und unter Prophylaxeaspekten betrachtet und diskutiert werden. Kraft- und Balancetraining Tanzgruppen / Sitztanz. 3 Schritte Programm nach Zegelin Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 15

16 Jede Form der Bewegungsförderung sollte unterstützt und unter Prophylaxeaspekten betrachtet und diskutiert werden. Positionswechsel im Bett Mobilisieren Stehen mit Druck auf den Füßen aufrechtes Sitzen im Stuhl Yoga im Sitzen Krafttraining auch für immobile Personen Angebote zur Sinnesanregung Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 16

17 Konzepte, die im besonderem Bewegung fördern Fördern von Eigenbeweglichkeit/Wahrnehmung Bobath Kinästhetik Basale Stimulation Aktivitas Pflege (M. Beckmann) Connected care conzept (F. Riehl) Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 17

18 Weitere prophylaktische Aspekte Neubewertung der Medikation Schmerzmedikation abgestimmt dosierte Schlaf- und Beruhigungsmittel Vermeiden von fixiertem Lagern sinnvolle Matratzenwahl Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 18

19 Wir brauchen Pflegefachlichkeit auf dem Neusten Stand der Künste Qualitätsentwicklung Forschung zu Zeit- und Personalressourcen Kosten Wissensmanagement Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 19

20 Vielen Dank an Herrn Siegfried Huhn für die Kooperation und Materialien Siegfried Huhn; ; Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 20

21 Literaturhinweise Praxisheft Kontrakturprophylaxe, Siegfried Huhn, DBfK, 1. Auflage Jan 2012,ISBN Kontrakturprophylaxe kritisch hinterfragt, Siegfried Huhn Die Schwester Der Pfleger 50. Jahrg Strategien der Kontrakturprophylaxe bei mobilitätseingeschränkten Bewohnern von Pflegeheimen, Eine systematische Übersichtsarbeit Autor: Siegfried Huhn GRIN Verlag München, 61 Seiten, ISBN Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 21

22 Haben Sie noch Fragen? Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 22

23 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Ich wünsche Ihnen nach den Fortbildungstagen hier in Ulm einen neuen, vielleicht auch mit vielen neuen Ideen, aber alle Fälle einen bewegten Start in den Arbeitsalltag. Aber bis dahin Elke Kirchhoff-Rode Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegeexperte für Menschen mit Demenz, QMB 23

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