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1 FINANZIERUNGSSTUDIE 2013 Einführung zu Finanzierungsmöglichkeiten und Förderprogrammen für Exporte deutscher Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien

2 Impressum: Herausgeber Arbeitsgemeinschaft: ICON-INSTITUT Engineering GmbH und DFIC Dr. Fromme International Consulting c/o ICON-INSTITUT Engineering GmbH Von-Groote-Straße 28 D Köln Telefon: +49 (0) Fax: +49 (0) Web: Stand Mai 2013 Redaktion Ute Zimmermann (ICON), Alexander Sachs (ICON), Dr. Jörg-W. Fromme (DFIC), Olaf Mecke (DFIC). Titelbild Fotolia Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung des Herausgebers. Sämtliche Inhalte wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Genutzt und zitiert sind öffentlich bereitgestellte Informationen von Banken und Institutionen. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Für Schäden materieller oder immaterieller Art, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen unmittelbar oder mittelbar verursacht werden, haftet der Herausgeber nicht, sofern ihm nicht nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden zur Last gelegt werden kann.

3 Inhaltsverzeichnis 1. Einführung Zielbestimmung der Studie Wertschöpfungsketten Finanzierungsinstrumente Kredit- und Finanzierungsgeber: Banken und Förderprogramme Länderratings, Risiken und Kosten Kurzfristige-mittelfristige Finanzierung: Forfaitierung und das Akkreditivgeschäft Mittelfristige Finanzierung: die Exportfinanzierung Langfristige Finanzierung: Projektfinanzierung Garantien EU Emissionshandel (EU ETS) Eigenkapitalfinanzierungen Instrumente der bi- und multilateralen Geberorganisationen Finanzierungsorganisationen und ihre Programme Finanzierung und Unterstützung im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit BMZ und Durchführungsorganisationen (PPP) GIZ KfW-Bankengruppe IPEX-Bank DEG Exportkreditgarantien des Bundes Weitere Förderprogramme auf Bundesebene BMU BMBF Sonstige Weltbankgruppe IFC MIGA EU: Europäische Investitionsbank (EIB) Regionale Entwicklungsbanken Europäische Entwicklungsbank (EBRD) Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) Asiatische Entwicklungsbank (ADB) Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) Private Equity Funds Ausgesuchte Projektbeispiele

4 5. Zusammmenfassung Anhang Außenwirtschaftsprogramme auf Länderebene Human Ressource Development Finanzierungen durch Stiftungen BMZ-Liste der Kooperationsländer Kommentierte Linksammlung n Definition von Projektarten...53

5 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Darstellung: Wertschöpfungskette in der Solarindustrie...7 Abbildung 2: Aktionsfeld der Akteure...7 Abbildung 3: Prozesskette erneuerbare Energie...7 Abbildung 4: Abläufe der Einzelaktivitäten... 8 Abbildung 5: Abläufe und Finanzierungsinstrumente... 8 Abbildung 6: Einordnung, welche Finanzierungsinstrumente passend sein können... 9 Abbildung 7: Darstellung: Länderrisiko und Finanzierungsinstrumente Abbildung 8: Checkliste Risiken...12 Abbildung 9: Forfaitierung...12 Abbildung 10: Bestellerkredit mit Deckungszusage...13 Abbildung 11: Darstellung: Projektfinanzierung...14 Abbildung 12: Projektfinanzierung und ihre Eignung für erneuerbare Energien Abbildung 13: Übersicht Garantien...16 Abbildung 14: Fachbegriffe Kyoto-Protokoll Abbildung 15: EU ETS...18 Abbildung 16: Eigenkapitalfinanzierung...19 Abbildung 17: Instrumente der bi- und multilateralen Organisation Abbildung 18: Einteilung der Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten...21 Abbildung 19: Die KfW-Bankengruppe

6 Abkürzungsverzeichnis ADB AfDB AHK BMBF BMU BMWi BMZ BOO BOT CAD CDM CER CIF COP CSP CTF DEG DOE EB EBRD ECA EE EIB EK EPC EU ETS EUR EZ GEEREF GEF GIZ IBRD IDA IDB IFC IIC IKI IPEX IPO JI KfW KMU L/C MIF MIGA 4 Asian Development Bank African Development Bank Außenhandelskammer Bundesministerium für Forschung und Entwicklung Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Build operate own Build operate transfer Canadian Dollar Clean Development Mechanism Certified Emission Reductions Climate Investment Funds Conference of Parties Concentrated solar power Clean Technology Fund Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbh (KfW Bankengruppe) Designated operational entity Entwicklungsbank European Bank for Reconstruction and Development Export credit agency Erneuerbare Energien Europäische Investitionsbank Eigenkapital Engineering, Procurement, Construction European Union Emissions Trading System Euro Entwicklungszusammenarbeit Global Energy Efficiency and Renewable Energy Fund Global Environment Facility Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit mbh International Bank for Reconstruction and Development International Development Association Inter-American Development Bank International Finance Corporation (Weltbankgruppe) Inter-American Investment Corporation Internationalen Klimaschutzinitiative IPEX Bank GmbH (KfW Bankengruppe) Initial public offering Joint Implementation Kreditanstalt für Wiederaufbau Kleine und mittlere Unternehmen Letter of Credit Multilateral Investment Fund Multilateral Investment Guarantee Agency (Weltbankgruppe)

7 MW O&M PDD PPP PPA SCF SME SPC TZ USD UNFCCC 5 Megawatt Operation and maintenance Project Design Documents Public Private Partnership Power Purchase Agreement Strategic Climate Fund Small and medium sized enterprises Special purpose vehicle Technische Zusammenarbeit US Dollar United Nations Framework Convention on Climate Change

8 1. Einführung 1.1 Zielbestimmung der Studie Für exportorientierte Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien (EE) stellt die Finanzierung oftmals ein wesentliches Hindernis bei der Umsetzung von Projekten im Ausland dar. Dabei ist ein solides Wissen über Finanzierungsmöglichkeiten und Förderprogramme sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen bei Exportgeschäften entscheidend, um in einer frühen Phase die Grundlage für den Gesamterfolg einer unternehmerischen Tätigkeit zu legen. Durch die vorliegende Finanzierungsstudie im Rahmen des AHK-Geschäftsreiseprogramms der Exportinitiative Erneuerbare Energien sollen Unternehmen darüber informiert werden, welche sowohl kurzfristigen Instrumente (für den klassischen Exporteur) als auch Möglichkeiten der mittel- und langfristigen Finanzierung (insbesondere Projektfinanzierungen) existieren. Dabei sollen Projektaktivitäten entlang der Wertschöpfungskette berücksichtigt und hinsichtlich adäquater Finanzierungsoptionen abgedeckt werden. Der Schwerpunkt der Studie wird auf der direkten Unterstützung der exportorientierten Unternehmen liegen. In diesem Kontext soll das vorliegende Dokument eine Übersicht der (v.a. für kleine und mittelständige) Unternehmen geeigneten Finanzierungsinstrumente und über Finanzierungsinstitutionen sowie ihren Förderungsprogrammen geben. Für das Verständnis des Lesers dieser Basisstudie ist es entscheidend zu wissen, nach welcher Art von Programmen und Förderungen gesucht wird. Daher sollen Unternehmen in der Finanzierungsstudie darüber informiert werden: welche Begrifflichkeit der Wertschöpfungsketten zugrunde gelegt werden (Kapitel 1.2), welche Finanzierungsinstrumente es gibt und für welche unternehmerische Tätigkeit sie in Frage kommen (Kapitel 2) welche Finanzierunginstitutionen und programme für unternehmerische Tätigkeiten im internationalen Kontext existieren (Kapitel 3) und schließlich werden mit drei Fallbeispielen mögliche Finanzierungsoptionen veranschaulicht (Kapitel 4). Eine Übersicht der verschiedenen Projektarten befindet sich Im Anhang unter adressen sowie Internetseiten der Institutionen sind jeweils an der entsprechenden Stelle als Link unterlegt. Zudem stehen für den Großteil der Finanzierungsprogramme die Hausbanken der Unternehmen als Ansprechpartner zur Verfügung. Kontaktadressen, eine kommentierte Linksammlung, eine gängige Definition von Projektarten sowie weitere vertiefende Informationen zur Vollständigkeit der Studie finden sich im Anhang. Weiterhin sei an dieser Stelle darauf verwiesen, dass über die Exportinitiative Erneuerbare Energien diverse Geschäftsreisen in potenzielle Zielländer für Unternehmen angeboten werden. Im Rahmen ausgewählter Reisen werden länderspezifische Finanzierungsstudien angeboten, die sich mit nationalen Finanzierungsmöglichkeiten und Förderprogrammen im jeweiligen Zielland beschäftigen. Diese werden den teilnehmenden Unternehmen zur Verfügung gestellt und werden weiterhin über die Homepage der Exportinitiative veröffentlicht. 1.2 Wertschöpfungsketten Zur besseren Einordnung, welche Finanzierungs- und Förderinstrumente für wen geeignet sind, bietet sich ein Blick auf die Wertschöpfungskette an. Aus Sicht der industriellen Produktion unterscheiden diese sich in den einzelnen Sektoren der erneuerbaren Energien deutlich. In der Solarindustrie sieht die Industriestruktur z.b. wie folgt aus: 6

9 Abbildung 1: Darstellung: Wertschöpfungskette in der Solarindustrie An jedem dieser Kettenglieder hängt eine Vielzahl von Einzelprozessen, die von Zulieferern, Herstellern, Anlagenbauern, Projektierern etc. dargestellt werden. Folgendes gilt für alle Sektoren der erneuerbaren Energie: Jedes der industriellen Prozessglieder wird von verschiedenen Dienstleistungen begleitet. Man kann daher unabhängig von den Sektoren eine Prozesskette nach Art der erbrachten Leistung erstellen, um die Frage der Finanzierung deutlich zu machen. Eine grobe Unterscheidung in Produzenten und Dienstleister ist insofern praktisch, als dass sie in der Regel andere Finanzierungsleistungen verlangen: die Gruppe der Zulieferer, Hersteller, Anlagenbauer ist eher an kurz- mittelfristigen Finanzierungen interessiert, während die Gruppe der Dienstleister, also Projektierer, Betreiber, Wartungsbetriebe und Investoren mittellangfristiger orientiert sind. Die einzelnen Begriffe sind nicht klar voneinander abgegrenzt und ein Leser kann sich je nach Art des aktuellen Geschäfts mal in der einen und mal in der anderen Kategorie wiederfinden. Abbildung 2: Aktionsfeld der Akteure AKTEURE Zulieferer Hersteller Anlagenbauer Vertrieb Beratung Projektentwicklung Betrieb Wartung Investition BEISPIELHAFTE BESCHREIBUNG DER TÄTIGKEIT Spezialwerkzeug Montagesysteme für Solarpanele Windmessungen Von einzelnen Systemkomponenten, z.b. Solarmodule oder Wechselrichter Hersteller von kompletten Anlagen Vertrieb von Produkten verschiedener Hersteller In technischer oder kaufmännischer Hinsicht wie Strategien zum Markteintritt, suche nach Standorten, richtet sich an lokalen als auch deutschen Markt Tätig im Frühstadium der Entwicklung meist größerer Anlagen, stellt erste Messungen an, überprüft Projekt auf Machbarkeit. Operation and maintance, keine eigene Herstellung, typische Dienstleistung Spezialisiert auf Wartung z.b. großer Windparks, Entsorgung von Altanlagen Keine eigene Herstellung, interessiert an der Bereitstellung von Kapital für Investitionen in erneuerbare Energien Abbildung 3: Prozesskette erneuerbare Energie 7

10 Die Tätigkeitsfelder können nun wiederum heruntergebrochen werden, um die damit verbundenen jeweiligen technischen und kaufmännischen Einzelaktivitäten zu spiegeln, für die sich Finanzierungen anbieten. Der Anbieter einer Gesamtanlage z.b. wird sich in der Regel an einem öffentlichen Ausschreibungsprozess beteiligen, nach der Vertragsunterzeichnung mit der Produktion der Anlage beginnen, um sie dann termingerecht zu liefern, aufzubauen und vom Kunden abgenommen zu bekommen. Erst dann setzt die Gewährleistung ein. Nicht jede dieser Aktivitäten muss zwangsläufig von allen Dienstleistern oder Produzenten ausgeübt werden. Dargestellt ist nachfolgend für die bessere Übersicht ein ausführlicher Gesamtablauf, der die wichtigsten Möglichkeiten einschließt. Abbildung 4: Abläufe der Einzelaktivitäten Für jede dieser Einzelaktivtäten gibt es bestimmte Finanzierungsinstrumente, die entweder bestimmte Risiken ausschließen, Teil eines geforderten Ausschreibungsprozesses sind oder sich aus Sicht der Finanzierung ihres Unternehmens bzw. des Projektes anbieten. Wie bereits angedeutet werden Finanzierungsinstrumente unterschieden - je nach dem was bzw. wen sie finanzieren sollen - in kurz- mittel- und langfristige Produkte. Im folgenden Schaubild zeigen die Pfeile, welche Finanzierungsinstrumente wann im Ablauf greifen. Garantien decken typischerweise ein zeitlich klar definiertes Risiko. Es gibt auch unbefristete Garantien. Dies sind jedoch Sonderfälle, die nur von bestimmten Ländern (z.b. Iran) gefordert werden. Wichtig ist jedoch, dass Garantien einmal vom Importeur und einmal vom Exporteur zu stellen sind. Abbildung 5: Abläufe und Finanzierungsinstrumente Der letzte Pfeil ist farblich anders markiert, um auch diese Finanzierungsmöglichkeit in den Zeitablauf einzuordnen, auf der anderen Seite aber deutlich zu machen, dass es sich hier um Aktivitäten handelt, die den lokalen Finanzmarkt im Ausland und hier besonders die lokalen Banken - stärken und daher eine Erleichterung der Finanzierung Ihres Kunden darstellt. Dazu siehe auch Kapitel 2.9. Instrumente der bi- und multilateralen Geberorganisationen. Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass für jede Art des Auslandsgeschäftes ein geeignetes Finanzierunginstrument existiert, aber, dass nicht alle Instrumente für jedes Auslandsgeschäft passend sind. Ein Kriterium ist hierbei die Langfristigkeit der Unternehmung, was in der Tabelle unten als grober Orientierungsrahmen dargestellt ist. 8

11 Abbildung 6: Einordnung, welche Finanzierungsinstrumente passend sein können kurz mittel Lang Zulieferer Hersteller Anlagenbauer Vertrieb Beratung Projektentwicklung Betrieb Wartung Investition 2. Finanzierungsinstrumente Außer dem Handel mit CO2 Zertifikaten gibt es keine speziellen auf erneuerbare Energien zugeschnittenen Finanzierungsinstrumente im Außenhandel. Alle anderen hier vorgestellten Instrumente sind neutral in Bezug auf was sie finanzieren und Standard im Rahmen internationaler Finanzierungen. Die dargestellten Finanzierungsinstrumente bringen Liquidität und sichern gegen Risiken im internationalen Exportgeschäft ab. 2.1 Kredit- und Finanzierungsgeber: Banken und Förderprogramme Für den Exporteur steht in der Regel als erster Ansprechpartner die Hausbank zur Verfügung. Die üblichen Instrumente in der Außenhandelsfinanzierung sollten dort genauso bekannt sein wie auch nationale Förderprogramme z.b. für erneuerbare Energien. Diese Förderprogramme werden von der Bundesregierung oder den Bundesländern als Geldgebern dann oft über andere Banken wie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder regionalen Landesbanken abgewickelt; der Exporteur hat es hier jedoch lediglich mit einer Institution, der Hausbank, zu tun (Einzelheiten zu Programmen der einzelnen Institutionen siehe Kapitel 3). Die Hausbank übernimmt also eine Art Durchleitungsfunktion. Die gebräuchlichsten Finanzierungsvarianten von Außenhandelsgeschäften sind die Forfaitierung (englisch: forfaiting), das Exportakkreditiv (englisch: letter of credit oder L/C) und der Bestellerkredit (englisch: buyers credit). Während sowohl die Forfaitierung als auch das Export-Akkreditiv Finanzierungsinstrumente für kurz- bis mittelfristige Finanzierungen sind, findet der Bestellerkredit üblicherweise seine Anwendung beim Export von Kapitalgüterexporten mit einer Laufzeit von mehr als 2 Jahren, was im besonderen Maße auf Investitionsprojekte des erneuerbaren Energie Bereiches zutreffen dürfte. Exportfinanzierungen werden häufig von auf den Außenhandel spezialisierten Hausbanken vergeben (Privatbanken, Sparkassen mit ihren angeschlossenen Landesbanken, Volks- und Genossenschaftsbanken sowie ansässige Auslandsbanken). Hausbank evtl. mit nationalen Förderprogrammen Bei einer Exportfinanzierung schaltet die Hausbank Exportversicherungen ein - z.b. Euler Hermes, die von der Bundesregierung mit der Ausstellung von Exportversicherungen beauftragte Institution. Mit den Exportgarantien (englisch: export credit agency oder ECA) fördert die Bundesregierung den deutschen Außenhandel; sie sind eines der wichtigsten nationalen Förderinstrumente. In diesem Zusammenhang sei auch die AKA, die Ausfuhrkreditanstalt 9

12 (besonders bei Bestellerkrediten) genannt, die dem Endkunden gegenüber allerdings nicht direkt auftritt, sondern den beteiligten Geschäftsbanken Risiken aus dem Exportgeschäft sichert. Auch die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau finanziert über ihre Gesellschaft IPEX Exportgeschäfte. Zum Angebot der IPEX Bank GmbH gehört neben dem kurzfristigen Akkreditivgeschäft auch die Handels- und Exportfinanzierung, aber auch die Projekt- und Investitionsfinanzierung. Hausbank und Exportversicherung Neben den nationalen Förderinstrumenten können große Projekte auch aus Deutschland auf internationale Entwicklungsfonds zurückgreifen, die gerade in den letzten Jahren erneuerbare Energien in Entwicklungs- und Schwellenländern besonders stark fördern. Als Kreditgeberin tritt dann z.b. die Weltbank oder eine regionale bzw. bilaterale Entwicklungsbank auf. Diese Projekte sind in der Regel nicht nur langwierig in ihrer Projektentwicklung, sondern auch langfristig in Hinblick auf die Kreditfinanzierung und beruhen meist auf öffentlichen Ausschreibungen. An dieser Art der Finanzierung kann die Hausbank des Exporteurs unter Umständen als ein sogenannter Konsortialpartner beteiligt sein, wenn es sich um eine Projektfinanzierung handelt. Dies ist jedoch keine Voraussetzung. Internationaler Kreditgeber (z.b. Weltbank) evtl. mit Hausbank Als Geldgeber stehen also dem Exporteur je nach Art des Geschäfts neben seiner Hausbank die nationalen Förderprogramme und die internationaler Entwicklungsfonds zur Verfügung. 2.2 Länderratings, Risiken und Kosten Eines der entscheidenden Kriterien für das zustande kommen eines Exportes sind die Überlegungen welche Risiken damit eingegangen werden und welche Kosten damit verbundenen sind. Für das Auslandsgeschäft ist das, neben den üblichen Risiken wie Bonität des Abnehmers, das Risiko des jeweiligen Ziellandes. Zu den typischen Länderrisiken gehört die Nichtzahlung aus politischen Gründen - z.b. aufgrund von Krieg und Revolution - sowie die Nichtzahlung aus wirtschaftlichen Gründen z.b. aufgrund von Transfer- oder Konvertierungsverboten, generellen Zahlungsverboten oder Moratorien, Umschuldungen und Schuldenerlass. Damit diese Risiken auch für den Exporteur rechtzeitig erkennbar sind, werden die Länderratings als Frühwarnsystem zu Hilfe genommen. Die gängigen sogenannten rating agencies (z.b. Standard & Poors, Moody`s, Fitch) bewerten nach bestimmten Kriterien (politische wirtschaftliche, rechtliche und soziale) Risiken und kommen dann zu einer Gesamtbeurteilung die (leider nicht einheitlich) z.b. für Deutschland derzeit AAA bzw. Aaa1 ist. Je schlechter ein Land geratet ist, umso sinnvoller ist es für den deutschen Exporteur, sich entsprechend gegen das Zahlungsrisiko abzusichern, desto höher werden jedoch auch die Kosten. Auch erscheint gerade im erneuerbaren Energie Export vor dem Hintergrund vieler staatlicher Aufträge eine Absicherung des politischen Risikos abhängig vom Importland äußerst ratsam. Aufgrund von Risikogesichtspunkten werden für manche Länder sowieso nur bestimmte Finanzierungsinstrumente angeboten. In der Darstellung unten ist das Länderrisiko ins Verhältnis gesetzt zu den Finanzierungsinstrumenten, die dann üblicherweise genutzt werden können: Die Börsenzeitung fasst die Länderratings der drei rating agencies unter zusammen. 1 10

13 Je risikoreicher ein Land eingeschätzt wird, umso kurzfristiger werden die Instrumente. Abbildung 7: Darstellung: Länderrisiko und Finanzierungsinstrumente Transaktionsbezogen bedeutet, dass Kredite nicht frei, ohne ein zugrunde liegendes Geschäft vergeben werden, sondern lediglich für eine üblicherweise mit warenverbriefenden Transportdokumenten unterlegte Transaktion zustande kommen können. Die finanzierende Bank sichert über die zu finanzierenden Waren den Zahlungsanspruch ab. Ein weiteres großes Risiko für erneuerbaren Energien ist neben der Einschätzung der verfügbaren Energiequellen (Sonne, Wind, Wasser, Biomasse, Erdwärme) der Verkauf in einen meist staatlich dominierten Strommarkt, also das wirtschaftliche Risiko des Abnehmers. Grundsätzlich wird ein staatliches Risiko besser von Bankenseite beurteilt als ein privates, also z.b. der Verkauf von Strom in das staatliche Netz im Gegensatz zu einem privaten Abnehmer. Diese Faustregel gilt aber nur, wenn entsprechend langfristige Regularien dafür vorliegen. Auch der Fall Deutschland hat gezeigt, dass Einspeisegesetze sich schneller als gedacht ändern können. Diese rechtliche Sicherheit auf staatlicher Seite scheint also im Bereich der erneuerbaren Energien aufgrund der weltweit mangelnden Erfahrung nicht immer gegeben zu sein. Es lässt sich hier entsprechend keine Faustregel aufstellen, wie das Risiko am besten abgesichert werden kann. Bei kurzfristigem Geschäft, z.b. dem Verkauf von Solarmodulen an einen nationalen Zwischenhändler, wäre die Verkürzung des Zahlungsziels ein probates Mittel bzw. die Absicherung über das oben beschriebene Akkreditiv. Bei einer auf langfristigen Cash-flow angelegten Projektfinanzierung kann dieses Risiko oft nur mit einer zusätzlichen Bürgschaft von staatlicher Seite (z.b. keine nichtverabredeten Veränderungen an Einspeisetarifen vorzunehmen) minimiert werden. Dies kann jedoch problematisch sein, da Regierungen sich ändern und eine Folgeregierung sich nicht an alte 11

14 Verpflichtungen hält. Euler Hermes verlässt sich dementsprechend zum Beispiel nicht nur auf die Einspeisetarife als Sicherheit für die Rückzahlung eines Kredites. In jedem Fall gilt, dass nur gegen Risiken, die bekannt sind, vorgegangen werden kann. Abbildung 8: Checkliste Risiken Checkliste Risiken: Länderrisiko Wirtschaftliches Risiko des Geschäftspartners Operative und technische Risiken Rechtliche Risiken Zinsrisiko Währungsrisiko Weitere Details zur Absicherung von Risiken s. Kapitel Kurzfristige-mittelfristige Finanzierung: Forfaitierung und das Akkreditivgeschäft Forfaitierung Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Exporteur seine Forderung regresslos ( a forfait ) an seine Hausbank oder eine unabhängige Forfaitierungsgesellschaft verkaufen. Der Vorteil ist neben der Zahlungsabsicherung die sofortige Liquiditätsstellung, auch wenn dem Exporteur ein Zahlungsziel eingeräumt wurde. Somit wird der gewährte Lieferantenkredit in einen Barverkauf umgewandelt und die Bilanz entsprechend entlastet. Zusätzlich erhält der Exporteur eine gesicherte Kalkulationsbasis und hat gleichzeitig ein potenzielles Auslandsrisiko (Länderrisiko) abgesichert. Abbildung 9: Forfaitierung Akkreditiv Eines der gebräuchlichsten Finanzierungsinstrumente im Außenhandelsgeschäft ist das Exportakkreditiv (Letter of Credit oder L/C). Hierin verpflichtet sich die Bank des Importeurs, gegen die fristgerechte Einreichung der vereinbarten Exportdokumente, die den erfolgten Versand der Ware bzw. die erbrachte Dienstleistung belegen, den vereinbarten 12

15 Kaufpreis zu zahlen. Zu diesen Dokumenten gehört zum Beispiel die Bill of Lading also ein Dokument, das den Versand der Ware belegt. Möchte der Exporteur neben dem wirtschaftlichen Zahlungsrisiko zusätzlich noch das Länderrisiko absichern, so bittet er seine Hausbank um eine Akkreditivbestätigung. In diesem Fall verpflichtet sich seine Hausbank unabhängig von der Zahlungswilligkeit und fähigkeit des Importeurs zu zahlen und auch dann Zahlung zu leisten, wenn aufgrund politischer (z.b. Krieg, Unruhen, Streik, Boykott) oder devisenrechtlicher Bestimmung (Zahlungs- und Konvertierungsverbot, Moratorien) keine Zahlung aus dem Ausland erfolgen kann. Bei der sogenannten Akkreditiv-Negoziierung zahlt die Hausbank den Dokumentengegenwert abzüglich von Zinsen regresslos mit sofortiger Valuta, auch wenn in den Zahlungsbedingungen ein Zahlungsziel bzw. eine Nachfrist vereinbart wurde. Wie bei der Forfaitierung gewährt diese Form der Außenhandelsfinanzierung dem Exporteur maximale Sicherheit bei gleichzeitiger Bilanzentlastung durch sofortige Liquiditätsstellung. 2.4 Mittelfristige Finanzierung: die Exportfinanzierung Die eher mittelfristige Exportfinanzierung findet üblicherweise ihre Anwendung beim Export von langlebigen Wirtschaftsgütern und Großprojekten, was auf die meisten Fälle des Exportes erneuerbarer Energietechnologien zutreffen dürfte. Unter Exportfinanzierung wird häufig der sogenannte Bestellerkredit gefasst. Hier gewährt die Hausbank dem Käufer der Ware (Besteller) einen mehrjährigen Kredit, wobei der Exporteur unmittelbar nach ordnungsgemäßer Lieferung und Leistung gegen den Nachweis von Lieferdokumenten seinen Kaufpreis aus dem Bestellerkredit ausgezahlt bekommt. Auch in diesem Fall schont der Exporteur seine eigene Liquidität und entlastet seine Bilanz. Bestellerkredite sind zweckgebunden, d.h. dass der Kredit ausschließlich zur Bezahlung des Exportgeschäftes verwendet wird. Üblicherweise ist die Voraussetzung für die Kreditgewährung eine Deckung durch die deutsche staatliche Exportkreditversicherung Euler Hermes Deutschland AG (sog. Hermesdeckung). Diese deckt um die 85% des wirtschaftlichen und 95% des politischen Risikos. Damit stellt auch der Bestellerkredit ein von der Bundesregierung unterstütztes Förderinstrument dar. Abbildung 10: Bestellerkredit mit Deckungszusage 13

16 2.5 Langfristige Finanzierung: Projektfinanzierung Unter Projektfinanzierung im Sinne eines Finanzierungsinstruments wird im Gegensatz zur Unternehmensfinanzierung die Finanzierung eines bestimmten, einzelnen Projektes verstanden. Folgende Kennzeichen sind wichtig: Es wird eine eigene Firma gegründet, das sogenannte special purpose vehicle (SPV). Für die beteiligten Firmen ist damit die Finanzierung außerhalb der eigenen Bilanz, weshalb Projektfinanzierung auch oft off-balance sheet finance genannt wird. Die Rückzahlung des aufgenommenen Kredites ergibt sich über den zukünftigen Cash-flow (d.h. den Nettozugang an liquiden Mitteln). Dazu können gerade bei EE die Einnahmen aus dem Handel mit CDM Zertifikaten zähen. Die Risikoverteilung unter den beteiligten Firmen ist explizit durch Verträge geregelt. Projektfinanzierung eignet sich aufgrund der aufwendigen und kostspieligen Vorarbeit (englisch: due diligence) vor allem für Projekte ab einem Investitionsvolumen von ca. 10 Millionen. Von der Projektidee bis zu den unterschriftsreifen Verträgen müssen mindestens 12 Monate oft aber sehr viel mehr Zeit berechnet werden. Im Rahmen der Projektfinanzierung trifft man häufig auf verschiedene Formen von Betreibermodellen. Damit sind im Rahmen von PPP (public-private partnerships) solche Modelle gemeint, bei denen private Betreiber Teile von ehemals öffentlichen Aufgaben übernehmen, z.b. die Energieerzeugung und über eine bestimmte Zeit durchführen. Den rechtlichen Grundrahmen stellen die sogenannten Konzessionsverträge und es werden unterschiedliche Formen unterschieden wie z.b. BOT (build operate transfer) oder BOO (build operate own) Modelle. Als Beispiel können hier große Wind- oder Solarparks aufgeführt werden, bei denen sich Betreiberkonsortien mit Herstellern, Zulieferern etc. zusammengeschlossen haben und mit Eigenkapital (siehe unten) oft auch ein großes finanzielles Risiko selber tragen. In der Regel wird der Einschuss von 20-30% der Investitionskosten als Eigenkapital erwartet. Das folgende Schaubild macht deutlich, wer alles an einer Projektfinanzierung beteiligt ist, welche Vertragsstrukturen herrschen und in welchem Verhältnis die Parteien zueinander stehen. Es erklärt auch, warum die due diligence, also der Prozess der Kredit- und Geschäftsüberprüfung, so komplex und langwierig ist. Zu prüfen sind technische und finanzielle Risiken, aber auch, ob genügend Wind, Sonne oder Biomasse vorhanden ist und wie die Abnahmerisiken, die legalen Risiken sowie Einspeiseregelungen in dem jeweiligen Land einzuschätzen sind. Abbildung 11: Darstellung: Projektfinanzierung 14

17 Grundsätzlich ist Projektfinanzierung für erneuerbare Energien geeignet, wobei besonders die folgenden Punkte zu beachten sind: 1. Die input Faktoren wie Sonne, Wasser, Wind, Erdwärme und Biomasse: sind in genügender Quantität und Qualität vorhanden. Bei Windkraftwerken werden in der Regel zwei unabhängige Gutachten von den Banken erwartet. Windmessungen onshore sind ein bei Banken akzeptiertes verlässliches Instrument. Das gleiche gilt auch für Solarthermie und Photovoltaik. 2. Die angewandte Technik: Das Stichwort proven technology steht in diesem Zusammenhang dafür, dass im Markt für erneuerbare Energie der technische Fortschritt sich oft von Anlage zu Anlage ablesen lässt, aber nicht jede Veränderung tatsächlich auch verlässlich Strom produziert. Für Banken werden daher Anlagen mit einem hohen Anteil an bisher nicht ausprobierter Technik als risikoreich eingeschätzt. 3. Kosten: letztendlich müssen sich auch erneuerbare Energiequellen rechnen. Daher zählt, dass die Stückkosten, also die Kosten pro produzierter Einheit, bezahlbar und von dem vorhandenen Tarifgefüge auch aufgenommen werden können. Für die traditionellen erneuerbaren Energiequellen ergibt sich in Hinblick auf ihre Eignung für Projektfinanzierung folgendes Bild.2 Abbildung 12: Projektfinanzierung und ihre Eignung für erneuerbare Energien Aufgrund der besonderen Risikoverteilung bei geothermischen Anlagen (Fündigkeitsrisiko) bietet sich eine Projektfinanzierung in der Regel nur für die Phase der Anlagenerrichtung an. Während der Betriebsphase empfiehlt sich die Überführung in ein Fondsmodell. 2 15

18 2.6 Garantien Wie in der Darstellung 5 Abläufe und Finanzierungsinstrumente gezeigt gibt es eine Anzahl an Garantien, die zeitlich begrenzt ein klar definiertes Risiko für den Exporteur bzw. Importeur nehmen. Entsprechend unterscheidet man nach Exportgarantien und Importgarantien. Bietungsgarantie: (englisch bid bond) die ausstellende Bank geht in Haftung dafür, dass der Bieter (Produzenten bzw. Exporteure) jederzeit eine Vertrags- oder Konventionalstrafe zahlen kann, wenn er seine bei Angebotsabgabe übernommenen Verpflichtungen nicht erfüllt oder den Vertrag nach Zuschlagserteilung nicht unterzeichnet. Dies ist besonders bei öffentlichen Aufträgen im Ausland eine häufige Voraussetzung, da die ausschreibende Einheit die bietenden Firmen nicht kennt. Vertragserfüllungs- bzw. Lieferungs- und Leistungsgarantie: (englisch: performance bond) die ausstellende Bank des Exporteurs geht in Haftung für einen bestimmten Schaden, der sich aus der vertraglichen Erfüllung von Ansprüchen z.b. aus einem Werkvertrag ergibt. Die Relevanz ergibt sich für den Exporteur einer Anlage bspw. wenn es eine zeitliche Verzögerung gibt oder der Gegenstand des Vertrages nicht entsprechend der Spezifikationen geliefert wird oder funktioniert. Anzahlungsgarantie: (englisch: advance payment guarantee oder down payment guarantee) wird von der Bank des Exporteurs ausgestellt, wenn sich der Importeur gegen z.b. Nichtlieferung der bestellten und angezahlten Leistung absichern möchte. Dies ist besonders dann der Fall, wenn Firmen noch nicht häufig miteinander gearbeitet haben. Sie ist also zugunsten des Importeurs. Gewährleistungsgarantie: (englisch: warrenty guarantee) wird von der Bank des Exporteurs ausgestellt und deckt die finanziellen Risiken ab, die dem Importeur aus Gewährleistungsansprüchen (Mängel) entstehen. In der Regel liegt die Garantie bei 10% des Warenwertes. Eine Gewährleistungsgarantie kann auch unter dem Begriff Performance Bond gefasst werden. Zahlungsgarantie: (englisch: payment guarantee) wird von der Bank des Importeurs ausgestellt, wenn der Verkäufer das Ausfallrisiko des Käufers absichern möchte. Zur Absicherung des Exporteurs kann der sich wiederum seitens seiner Hausbank eine sog. Gegengarantie (englisch: counter guarantee) ausstellen lassen. Abbildung 13: Übersicht Garantien Garantieart Bietungsgarantie Erfüllungsgarantie Aussteller Bank des Exporteurs Bank des Exporteurs Anzahlungsgarantie Bank des Exporteurs Gewährleistungsgarantie Bank des Exporteurs Zahlungsgarantie Bank des Importeurs Grund Voraussetzung für Teilnahme an Bietungsverfahren. Dient dem Importeur, wenn der Exporteur seinen Verpflichtungen aus Lieferungen und Leistungen nicht oder nur teilweise nachkommt. Dient der Sicherung des Importeurs, wenn dieser eine Anzahlung gemacht hat und der Exporteur nicht liefert Dient der Sicherung des Importeurs zur Deckung etwaiger mangelhafter Lieferung Sichert den Exporteur gegen Nichtzahlung des Importeurs ab Neben diesen im Außenhandel üblichen Garantien gibt es weiterhin für große und lang laufende Projekte in schwierigen Ländern politische Risikoversicherungen. Diese decken üblicherweise politische Risiken ab wie Kriege, Terrorismus, gewaltsamer Regierungsumsturz etc., die sich in Vertragsbrüchen, Nicht-Transferierbarkeit von Geldern und Enteignung widerspiegeln. 16

19 2.7 EU Emissionshandel (EU ETS) Die im Kyoto-Protokoll festgelegten Klimaschutzziele einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um 8% gegenüber dem Basisjahr 1990 (bis 2012), versucht die Europäische Union neben anderen Förderprogrammen über den Handel mit CO2 (Ausgleichs-) Zertifikaten über den EU ETS zu erreichen. Im Sommer 2012 hat die EU-Kommission beschlossen, die rechtliche Grundlage für die neue Handelsperiode von 2013 bis 2020 zu bilden. Aktuell wird die Zukunft des Emissionshandels sehr kritisch diskutiert, nicht zuletzt wegen gefallener Preise für Emissionszertifikate ist der Handel gemessen am Aufwand unattraktiver geworden. Das zuständige deutsche Ministerium (BMU) ist sich der Gefahr des Überangebots an Zertifikaten am Kohlenstoffmarkt bewusst und stellte in Aussicht, die Wiederherstellung der Anreizfunktion über den Zertifikatehandel positiv zu begleiten. Die weiteren Entwicklungen sollten insgesamt im Auge behalten werden. Der Handel wird von der KfW als staatlicher Bank abgewickelt. Abbildung 14: Fachbegriffe Kyoto-Protokoll CDM - Clean Development Mechanism: der Mechanismus lässt zu, dass Industrieländer auf Basis des Kyoto Protokolls mit Hilfe von emissionsreduzierenden Projekten in Entwicklungs- und Schwellenländern ihre eigenen Emissionen reduzieren können. CER - Certified emission reduction units: sind die Emissionsgutschriften, die durch CDM Projekte erzeugt werden. 1 CER = 1 Tonne CO2 JI - Joint Implementation: ermöglicht Industrieländern gemeinsam Klimaschutz-Projekte durchzuführen, z.b. in dem ein Land finanziert, die Anlage in einem anderen Land steht. Annex 1 - Länder: Länder, die sich zur Reduktion von Treibhausgasen verpflichtet haben, oft synonym für Industrieländer; entsprechend Non-Annex 1-Länder synonym für Schwellen- und Entwicklungsländer UNFCCC: United Nations Framework Convention on Climate Change. Die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, seit 1992 in Rio de Janeiro von 194 Staaten ratifiziert, bildet den Rahmen für alle Klimaschutzabkommen. COP - Conference of Parties: Das höchste Gremium der Klimarahmenkonvention von 1992, das laut Konvention einmal jährlich tagt. Der CDM-Mechanismus erlaubt es Unternehmen in Annex 1-Ländern CERs anzukaufen, um ihre eigenen Treibhausgasemissionen auszugleichen, die in emissionsreduzierenden Projekten in Non-Annex 1-Ländern angefallen sind. Der Handel stellt beide Seiten besser: das ausländische Zielland erhält Investitionen und meist auch durch den Technologietransfer eine bessere Ausgangsbasis, während der deutsche Hersteller den Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll gerecht wird. Der Projektzyklus eine CDM-Projektes ist genau reglementiert und unterliegt der Beaufsichtigung der entsprechenden Behörden. CDM-Projekte müssen als ein Kriterium additionality erfüllen, das heißt, dass diese Projekte ohne CDM oder JI nicht zustande gekommen wären. Es sei bereits an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass es sich um ein langwieriges (aufgrund der Problematik der Nachweisbarkeit) und in der Regel mit sehr hohen Transaktionskosten verbundenes Verfahren handelt, das eine gewisse Projektgröße voraussetzt, um profitabel zu sein. Es gibt Sonderregelungen für Kleinprojekte, die auch gebündelt eingereicht werden können. Als Kleinanlagen gelten: Projekte mit max. 15 MW Energieeffiziente Projekte bis max. 60 GWh im Jahr Der EU ETS ist ein hochspezialisiertes Geschäft und es sei jedem empfohlen, sich kompetenter Beratung zu bedienen, da der administrative Zeitaufwand relativ hoch ist. 17

20 Nachfolgend ist die Funktionsweise dargestellt: Abbildung 15: EU ETS 2.8 Eigenkapitalfinanzierungen Bei einer Eigenkapitalfinanzierung wird entweder Ihrem Unternehmen oder dem Unternehmen des Abnehmers Eigenkapital zugeführt, um die Kapitalbasis zu verstärken. Das geschieht meist dann, wenn größere Kredite anstehen, das zu finanzierende Unternehmen also größere Unternehmungen wie z.b. Produktionsstättenerweiterung oder Aufnahme neuer Produktionen vor hat. Die Eigenkapitalfinanzierung kann öffentlich über die Börse oder privat durch Investoren 18

21 geschehen (englisch: private equity, s. Kapitel 2.8). Es gibt auch Spezialinstitute (siehe Kapitel DEG) die dafür zur Verfügung stehen. Abbildung 16: Eigenkapitalfinanzierung Eine Mischform ist die sogenannte Mezzanin-Finanzierung (s. Projektbeispiel 1 Kapitel 5), die weder als Eigen- noch als Fremdkapital gezählt werden kann. Sie unterstützt die Eigenkapitalseite und erhält eine höhere Rendite, steht aber in der Risikobewertung zwischen Fremd- und Eigenkapitalgebern. 2.9 Instrumente der bi- und multilateralen Geberorganisationen Die Instrumente, die bei bi- und multilateralen Gebern vorrangig benutzt werden, unterscheiden sich nicht von den oben dargestellten. Hinzu kommt allerdings eine weitere Form, die oft als onlending bezeichnet wird. Bei dieser Art wird ein Kredit einer internationalen Organisation an lokale Banken in den jeweiligen förderberechtigten Ländern vergeben, die diese dann unter bestimmten Bedingungen weiterverleihen können. Diese Bedingungen können entweder den Zweck der Kreditvergabe (nur an erneuerbare Energien-Projekte) oder die Zielgruppe (nur an klein- und mittelständische Unternehmen, englisch: small-and medium-sized enterprises, SME) betreffen. In der Regel sind diese Kredite zur Unterstützung des lokalen Kapitalmarktes gedacht, indem dem Markt entweder mehr Liquidität zugeführt wird, längere Laufzeiten als gegenwärtig vorherrschend angeboten werden oder die lokalen Geschäftsbanken risikomäßig an ein neues Thema wie erneuerbare Energien herangeführt werden. Für den deutschen Exporteur ist dieses Finanzierungsinstrument insofern von Interesse, als dass es seinem Kunden hilft, bestimmte Unterstützung zu oft guten Konditionen zu erhalten. Im Rahmen ausgewählter länderspezifischer Betrachtungen beschäftigt sich das Finanzierungsmodul mit den jeweiligen Angeboten bi- und multilateraler Organisationen in dem Zielland (Förderprogramme, Kreditlinien etc.). 19

22 Abbildung 17: Instrumente der bi- und multilateralen Organisation 3. Finanzierungsorganisationen und ihre Programme Sowohl in Deutschland als auch im internationalen Kontext gibt es verschiedene staatliche Finanzierungs- und Förderprogramme, die für die Finanzierung des Auslandsengagements von Unternehmen, insbesondere von KMU genutzt werden können. Die in Deutschland verfügbaren Institutionen und Programme werden in den Kapiteln 3.1 bis 3.4 dargestellt. Darüber hinaus können in Deutschland auf Länderebene die Außenwirtschaftsprogramme und -beratungen der (großen) Bundesländer sowie auf kommunaler Ebene die Städtepartnerschaften der Kommunen einen Beitrag zur Finanzierung der Auslandsaktivitäten von Unternehmen leisten. Die Förderung auf kommunaler Ebene sei an dieser Stelle der Vollständigkeit halber erwähnt, aufgrund der geringen Relevanz aber nicht weiter beschreiben. Im Anhang findet sich hierzu eine tabellarische Übersicht. Weiterhin finden sich dort Informationen zur Außenwirtschaftsförderung von Stiftungen und zur Förderung von Humanressourcen. Auf internationaler Ebene sind die verfügbaren Finanzierungsprogramme und Förderoptionen durch Mittel multilateraler Entwicklungsbanken sowie der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit geprägt (Kapitel 3.5 bis 3.7). Im Rahmen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit stellen sowohl Weltbank (IBRD, IDA, ICSID) als auch regionale Entwicklungsbanken angepasste Darlehen und spezielle Kreditlinien für Regierungen, bzw. nationale Entwicklungsbanken der Partnerländer zur Verfügung. Diese fördern u. a. Infrastrukturmaßnahmen und stärken die lokalen Finanzmärkte. Weiterhin sind in Kapitel 3.8 noch Möglichkeiten der Finanzierung durch Private Equity Funds erörtert. Insgesamt ist die Reihenfolge der nachfolgenden Unterkapitel zu den Finanzierungsorganisationen und ihren Instrumenten an der folgenden Struktur orientiert, wobei der dritte Themenblock Zielland in der vorliegenden Studie nicht detailliert betrachtet wird, da es sich hier um spezifische Inhalte ausgewählter Länderstudien im Rahmen des Geschäftsreiseprogramms der Exportinitiative handelt. 20

23 3.1 IPEX Bank DEG Euler Hermes BMU (IKI) BMBF (IB, CLIENT) Außenwirtschaftsförderung der Länder (Anhang) Stiftungen (Anhang) Weltbank Gruppe IFC MIGA EIB Regionale Konzentration EBRD IDB (IIC + MIF) ADB AfDB Private Equity Funds Zielland --> Länderstudien Im Rahmen der EZ: BMZ GIZ KfW Entwicklungsbank International Bundes- u. Länderebene Abbildung 18: Einteilung der Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten Kreditlinien - über lokale Banken Spezialisierte Fonds über lokale Banken EZ: Verbesserung der lokalen Rahmenbedingungen/ Liefermärkte Finanzierung und Unterstützung im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit Die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) ist grundsätzlich auf die Förderung von Partnerländern ausgerichtet (Liste der Partnerländer s. Anhang 4.4 sowie unter Dabei werden Vereinbarungen mit den entsprechenden Regierungen geschlossen, in denen Inhalte und lokale Projektpartner -in der Regel öffentliche Institutionen- festgelegt werden. Die Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft hat in den letzten Jahren an Stellenwert hinzugewonnen. Unterscheiden kann man dabei zwischen: Klassischer Auftragsnehmerfunktion (siehe z. B. Ausschreibungen von KfW finanzierten Projekten über die klassischen Ausschreibungsportale) Kooperation im Sinne von Ko-Finanzierung: PPP, etc. Darüber hinaus existiert noch eine Reihe von weiteren Möglichkeiten, wie z. B. Pilotprojekte oder Technologietransfer, Marktinformationen oder Lobbying für deutsche Technologien. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der technischen und finanziellen (Entwicklungs-) Zusammenarbeit. Die technische Zusammenarbeit (TZ) wird über die bundeseigene GIZ abgewickelt und bezieht sich eher auf die Projektentwicklungsphase, da die Finanzierung von Investitionen nicht Bestandteil der TZ ist. Das Kernprodukt PPP der GIZ ist bei den einzelnen Instrumenten dargestellt. Die finanzielle Zusammenarbeit wird über die KfW abgewickelt. 21

24 3.1.1 BMZ und Durchführungsorganisationen (PPP) Im Einzelnen unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Vorhaben mit folgenden Instrumenten (Verlinkung zu weiterführenden Informationen): developpp.de Programm-Komponenten Entwicklungspartnerschaften im Rahmen bilateraler Vereinbarungen mit Entwicklungsländern Förderung der Privatwirtschaft in Entwicklungsländern durch die DEG Qualifizierung und Vermittlung von Fachkräften GIZ Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit mbh (GIZ) befindet sich zu 100% in Staatsbesitz und bietet Unternehmen im In- und z. T. auch Ausland Förderprogramme und Leistungen wie Machbarkeitsstudien, Kooperationspartnerschaften und Unterstützung bei Ausschreibungen an. Das Hauptinstrument sind die Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft. So werden lokale Wirtschaftsunternehmen an der Bekämpfung von Armut beteiligt. GIZ Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit Finanzierungsart Förderprogramme developpp.de und Entwicklungspartnerschaften, Zuschüsse für Leistungen (technische Unterstützung), Ko-finanzierung (50%) Projektentwicklungs- Planungs- u. a. -Leistungen Sämtliche Wirtschaftszweige Bis EUR für Projektvorschläge innerhalb des Ideenwettbewerbs von developpp.de (Bewerbung nur zu festgelegten Terminen, siehe Wichtige Informationen) Projektabhängig Projektabhängig: Unternehmen aller Art im Inland, ggf. auch Ausland GIZ Ko-Finanzierung: developpp.de: Marcel Jagla, Förderberechtigt können auch lokale Unternehmen im Zielland sein Eigenanteil der Unternehmen liegt bei mind. 50% der Gesamtkosten Integrierte Entwicklungspartnerschaften (Projektvolumen beträgt mind EUR) Kooperationen bei Ausschreibung möglich Ideenwettbewerb und Strategische Allianzen (developpp.de) Fristen: Die Wettbewerbe laufen immer vom 15. Februar bis zum 31.März, vom 15. Mai bis zum 30. Juni, vom 15. August bis zum 30. September und vom 15. November bis zum 31. Dezember. Weiterführende Infos unter: Eigenständige Afrika-Fazilität Projektart Bereiche Höhe der Finanzierung Laufzeit der Förderung Antragsberechtigte Antragsstellung Ansprechpartner Wichtige Informationen 3.2 KfW-Bankengruppe Die staatseigene KfW-Bankengruppe ist im Zusammenhang mit Finanzierungsmöglichkeiten und Förderprogrammen eine der wichtigsten Institutionen in Deutschland. Innerhalb der KfW-Bankengruppe existieren mehrere selbständige Banken, die sich auf unterschiedliche Projekt- und Finanzierungsarten spezialisiert haben. 22

25 So ist die KfW-Entwicklungsbank für die bilaterale, finanzielle Zusammenarbeit auf Regierungsebene verantwortlich. Da die Regierung des Partnerlandes auch Empfängerin der finanziellen Mittel (z.b. Kreditlinien) ist, ergibt sich, dass diese Finanzierungsoption für Unternehmen nicht direkt, sondern nur über Geschäftsbanken im jeweiligen Zielland zugänglich ist. Energieprojekte, die von der KfW finanziert werden, werden von dem Projektträger im Partnerland ausgeschrieben. Entsprechende Hinweise auf aktuelle Projekte finden sich in den jeweiligen Länderstudien. Die DEG-Bank ist vor allem auf langfristige Finanzierungen großer Investitionsvorhaben der Privatwirtschaft spezialisiert. Dabei können Unternehmen (bzw. Projektgesellschaften) auch mit Eigenkapital finanziert werden. Unter Umständen werden auch Machbarkeitsstudien und kleinere Projekte bzw. Projektentwicklungen finanziert. Die IPEX-Bank hat sich mit kommerzieller Geschäftsausrichtung vorrangig auf die Exportfinanzierung ausgerichtet. Abbildung 19: Die KfW-Bankengruppe KfW Bankengruppe Zuständigkeiten im Bereich Internationale Finanzierung IPEX-Bank DEG KfW-Entwicklungsbank Internationale Projekt- und Exportfinanzierung Finanzierung großer und langfristiger Investitionsvorhaben Finanzielle Zusammenarbeit im Auftrag der Bundesregierung IPEX-Bank Die IPEX-Bank verantwortet innerhalb der KfW-Bankengruppe als Schwerpunkt die internationale Projekt- und Exportfinanzierung. Als Kernprodukt stellt sie mittel- und langfristige individuelle Finanzierungslösungen bereit und zeichnet sich durch eine tiefe Kenntnis der Branchen aus. IPEX (KfW-Gruppe) Internationale Projekt- und Exportfinanzierung Finanzierungsart Liefergebundene Exportfinanzierung mit und ohne ECA Deckung (als Hermes-Agent), Investitionskredite, Strukturierte und Projektfinanzierung Lieferungen und Leistungen, Investitionen Sämtliche Wirtschaftszweige, u. a. Finanzierung von Vorhaben zur Stromerzeugung mittels Sonnenenergie, Windkraft (On- und Offshore), Wasserkraft, Biomasse, Geothermie Große Volumen bis 100 Mio. EUR Exportauftragswert über das European Recovery Program (ERP); Kleine Volumen zw. 0,5 5 Mio. EUR, max. 10 Mio. EUR, über die Small Ticket Exporte Projektart Bereiche Höhe der Finanzierung 23

26 Zinssätze Laufzeit der Darlehen Tilgung Ausschüttung Antragsberechtigte Antragsstellung Ansprechpartner Wichtige Informationen ERP: Zinsbildung nach Mindestzinsregelung des OECD-Konsensus, bei Abschluss gültige CIRR (Commercial Interest Reference Rate) der jeweiligen Währung Small Ticket Exporte: fix oder variabel, Höhe orientiert sich an spezifischem Exportrisiko 2 5 Jahre Gleiche halbjährliche Raten ab Lieferung, je nach (von Hermes gedeckter) Kreditlaufzeit EUR, USD, CAD Unternehmen aller Art Bereich Erneuerbare Energien: Andreas Ufer, Abteilungsleiter Energie und Umwelt: Tel. +49 (0) ERP: KfW IPEX-Bank, Abteilung X3c Small Ticket Exporte: direkt bei Partnerbank Northstar Europe Große Volumen: Bereiche X1 oder X2 der KfW IPEX-Bank, Für Small Ticket Exporte: Northstar Europe S.A. Bereich Erneuerbare Energien: Andreas Ufer, Abteilungsleiter Energie und Umwelt: Tel. +49 (0) Darlehen jeweils an Käufer dt. Waren im Zielland ERP-Voraussetzung: Hermesdeckung, i. d. R. mit 5% Selbstbehalt, Verpflichtungserklärung des Exporteurs, ausländische Sicherheiten; Small Ticket Exporte : in Kooperation mit Northstar Europe inkl. EulerHermes (Schnellverfahren FKD-express ); die Beurteilung der Kreditwürdigkeit erfolgt hierbei anhand der testierten Jahresabschlüsse der letzten 3 Jahre DEG Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) mbh ist als Teil der KfW-Bankengruppe in erster Linie Ansprechpartnerin für die Privatwirtschaft und auf die Finanzierung großer Projektvolumen spezialisiert. Darüber hinaus steht mittlerweile aber auch die Finanzierung von Leistungen in Form von Machbarkeitsstudien zur Vorbereitung von konkreten Vorhaben zur Einführung neuer Technologien, Verfahren und Dienstleistungen in Entwicklungs- und Schwellenländern zur Verfügung. Zudem werden eine strukturierte Projektbegleitung und ein auf Auslandsinvestitionen spezialisiertes Risikomanagement angeboten. DEG (KfW-Gruppe) Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbh Finanzierungsart Langfristige Finanzierung von größeren Investitionsvorhaben. Kredit-, Mezzanin- und Eigenkapitalfinanzierung (EK-Beteiligung < 50%) sowie Garantien Investitionen Sämtliche Wirtschaftszweige, u. a. Infrastrukturinvestitionen in Stromerzeugung und Verteilung mit dem Schwerpunkt erneuerbare Energien Darlehen bis max. 40 Mio. EUR; ggf. auch Eigenkapital- und Finanzierung Größere Volumina durch Zusammenarbeit mit EDFI Fest oder variabel; Höhe in Abhängigkeit des Projekt- und Länderrisikos 4 10 Jahre Projektspezifisch in Abhängigkeit des Cashflow Projektart Bereiche Höhe der Finanzierung Zinssätze der Darlehen Laufzeit der Darlehen Tilgung 24

27 Ausschüttung Antragsberechtigte Antragsstellung Ansprechpartner EUR oder USD; auch Lokalwährung möglich Unternehmen aus D und EU Beratung über Unternehmenszentrale in Köln https://www.deginvest.de/internationale-finanzierung/deg/kontakt/ DEG Programmberatung: Wichtige Informationen Schwerpunkt: Finanzierung größerer Projekte (ab ca. 30 Mio. EUR Projektkosten) Einschränkung von Ländern: es gilt die BMZ-Partnerländerliste Vermittlung weiterer Finanzierungsprogramme (z.b. IFC, EBRD, EIB) Syndizierung von Projektfinanzierung Voraussetzung: Projekt ist entwicklungspolitisch und betriebswirtschaftlich sinnvoll (Technische) Machbarkeit des Projektes muss durch Investor gesichert werden Finanzierung von Teilprojekten ist ebenfalls möglich Besicherung der Darlehen erfolgt projektindividuell (Anlagevermögen im Investitionsland, Treuhandkonto) Es sind keine Staatsgarantien notwendig CDM Finanzierung in Abhängigkeit des Projekttyps. Energieerzeugung mit EE: Wind-, Wasserkraft- sowie Geothermie-Projekte ab ca. 12 MW Solarenergie und Biomasse Projekte ab ca. 10 MW. DEG (KfW-Gruppe) Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbh Finanzierungsart Förderprogramm Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft, Zuschüsse für Leistungen Projektentwicklungs- Planungs- u. a. Leistungen Sämtliche Wirtschaftszweige Bis EUR und max. 50% Kostenübernahme EUR oder USD; auch Lokalwährung möglich Unternehmen aus D und EU DEG_Klimapartnerschaften_Projektvorschlag.pdf DEG-Programmfinanzierung: Projektart Bereiche Höhe der Finanzierung Ausschüttung Antragsberechtigte Antragsstellung Ansprechpartner Wichtige Informationen Programm "Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft" ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des BMU Unternehmen sind für die Realisierung des Projektes in finanzieller, inhaltlicher und personeller Hinsicht verantwortlich Förderung wird aus Versteigerung von Emissionszertifikaten finanziert (s. Kapitel II.7). Förderung ist möglich, falls Projekte: In den Partnerländern strukturbildend im Bereich der Nutzung klimafreundlicher Energien wirken Nicht gesetzlich vorgeschrieben sind Ohne öffentlichen Beitrag nicht realisiert würden Noch nicht begonnen haben DEG (KfW-Gruppe) Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbh Finanzierungsart Förderprogramm developpp.de und Machbarkeitsstudien, Zuschüsse für Leistungen Projektentwicklungs- Planungs- u. a. Leistungen Projektart 25

28 Bereiche Höhe der Finanzierung Zinssätze der Darlehen Ausschüttung Antragsberechtigte Antragsstellung Ansprechpartner Wichtige Informationen 3.3 Sämtliche Wirtschaftszweige Jeweils bis EUR und max. 50% Kostenübernahme für die Durchführung von Machbarkeitsstudien und Projektentwicklungen im Rahmen des developpp.de -Programms Fest oder variabel; Höhe in Abhängigkeit des Projekt- und Länderrisikos EUR oder USD; in Lokalwährung möglich Unternehmen aus D und EU Für Machbarkeitsstudien zudem: KMU bis 500 Mio. EUR Umsatz und konkreter Investitionsabsicht Machbarkeitsstudien: https://www.deginvest.de/migration/degstartseite/entwicklungsfinanzierung/unserangebot/f%c3%b6rderprogramme/pdfsf%c3%b6rderprogramme/formular_vorschlag-machbarkeitsstudie.doc developpp.de per DEG-Programmfinanzierung: Kosten für Machbarkeitsstudien müssen in vertretbarer Relation zur Höhe der geplanten Investition stehen Exportkreditgarantien des Bundes Die Exportkreditgarantien des Bundes ( Hermesdeckungen ) schützen Unternehmen vor dem Risiko des Forderungsausfalls bei Ausfuhrgeschäften aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen. Die Exportkreditgarantien begleiten die deutschen Exporteure seit 60 Jahren und helfen bei der Erschließung neuer Märkte. Die Euler Hermes Deutschland AG und die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) bearbeiten im Auftrag und für Rechnung der Bundesrepublik Deutschland die Exportkreditgarantien. In diesem Konsortium ist Euler Hermes der Federführer. Exportkreditversicherung des Bundes ( Hermesdeckungen ) Finanzierungsart Projektart Bereiche Höhe der Versicherung Entgelt Laufzeit Versicherung Tilgung 26 Absicherung von Exportfinanzierung, Kreditversicherung, Bürgschaften Lieferungen und Leistungen Sämtliche Wirtschaftszweige Projektabhängig (auch große Versicherungsvolumen; ggf. Einschränkungen im Hinblick auf Länderrisiko) Spezielles Absicherungsprodukt für KMU: Finanzkreditdeckung-express (FKD-express): Auftragswert bis zu 5 Mio. EUR (Zahlungsziel bis zu 5 Jahre) Einmaliger Betrag als Prozentsatz vom Auftragswert, unter Berücksichtigung von Länderrisiko, Zahlungsbedingungen (Laufzeit des Geschäfts) und Käuferrisiko Maximale Kreditlaufzeit: grundsätzlich 8,5 bzw. 10 Jahre (für erneuerbare Energien: 18 Jahre) FKD-express bis zu 5 Jahre An- und/oder Zwischenzahlungen i.h.v. 15% des Auftragswertes, 85% des Auftragswertes durch Kredit finanzierbar; gleich hohe, regelmäßige Tilgungsraten (min. alle 6 Monate); Fälligstellung spätestens 6 Monate nach Lieferung; degressive Berechnung und Fälligstellung von Zinsen

29 Zulässige Vertragswährung Antragsberechtigte Antragsstellung Ansprechpartner Wichtige Informationen Für erneuerbare Energien: flexible Rückzahlungsbedingungen (z.b. Annuitäten), tilgungsfreie Zeit bis zu 18 Monate nach Fertigstellung möglich Forderungen in EUR sowie anderen klassischen Handelswährungen (z.b. USD, GBP, JPY, CHF, CAD, AUD) absicherbar; nach Einzelfallprüfung auch Absicherung von Lokalwährungsforderungen möglich Dt. Exporteure und Banken, Zweigniederlassungen ausländischer Banken in Deutschland, ausländische Banken unter bestimmten Vorraussetzungen Exportkreditgarantien des Bundes (www.agaportal.de; Konsortium bestehend aus Euler Hermes und PwC): Tel.: +49 (0) 40 / ; Grundzüge zu den Exportkreditgarantien: Absicherungsprodukte: Länderbeschlusslagen: Spezielles Absicherungsprodukt für KMUs: Finanzkreditdeckung-express (FKDexpress) Coface S.A. Ein vergleichbares Produktportfolio, jedoch auf rein privatwirtschaftlicher Ebene, bietet Coface mit Kreditversicherungen und Exportgarantien für Unternehmen an. Eine Übersicht zu den angebotenen Leistungen findet sich unter 3.4 Weitere Förderprogramme auf Bundesebene BMU Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) wird vom Bundesumweltministerium verwaltet und hat sich mit ihren Programmschwerpunkten auf die Förderung der klimafreundlichen Wirtschaft spezialisiert. IKI Internationale Klimaschutzinitiative Finanzierungsart Projektart Bereiche Höhe der Finanzierung Laufzeit der Förderung Antragsberechtigte Antragsstellung Ansprechpartner Förderprogramm, Zuschüsse für Technologiekooperation, Kapazitätsaufbau und Training sowie die Erstellung von Studien und Konzepten sowie konkrete Implementierung von Klimaschutzmaßnahmen Klimaschutz: Projektentwicklungs- Planungs- u.a. -Leistungen Klimafreundliche Wirtschaft Projektabhängig Bis zu 6 Jahre Unternehmen aller Art IKI Programmbüro: Programmbüro Internationale Klimaschutzinitiative (i. A. des BMU) Wichtige Informationen Veröffentlichte Antragsfristen sind zu beachten: 27

30 klimaschutzinitiative.de/de/auswahlverfahren Die Projekte sind in Kooperation mit nationalen, lokalen bzw. regionalen Partnern durchzuführen Fokus u. a. auf Mobilisierung des Finanzmarkts und privater Investitionen für den Klimaschutz Geförderte Projektbereiche: klimafreundliche Wirtschaft, Anpassung an die Folgen des Klimawandels, Kohlenstoffsenken, Biodiversität Verpflichtung während der Förderungsdauer erworbene Emissionszertifikate stillzulegen Weiterführende Informationen unter _Rahmen_der_IKI_1120.pdf BMBF Das Internationale Büro (IB) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die Aufnahmen und Vertiefung von Kontakten zu ausländischen Einrichtungen und Projektpartnern. Art und Umfang der Unterstützung variiert in Abhängigkeit des Ziellandes und wird, sofern relevant, in den entsprechenden Länderstudien detaillierter vorgestellt. BMBF Internationales Büro Finanzierungsart Zuschüsse für technische Unterstützung (Reise- und Aufenthaltskosten, kleinere Investitionen, Workshops, Pilotprojekte, Machbarkeitsstudien) Projektentwicklungs- Planungs- u.a. Leistungen Sämtliche Wirtschaftsbereiche Projektabhängig Max. 2 Jahre KMU lt. EU Definition (<250 Mitarbeiter, < 50 Mio. EUR Umsatz) Länderabteilungen des IB: Auswahlkriterien für Zuschüsse sind: Stimulation neuer Projekte mit Bezug zu den Fachprogrammen des BMBF und den europäischen Förderprogrammen Qualität und Originalität des Forschungsansatzes Innovationsgehalt und Anwendungsbezug Erfolgschancen für die Anbahnungsmaßnahme Gemeinsames Interesse und Nutzen für die Projektpartner Multilaterale Netzwerkbildung Förderung von NachwuchswissenschaftlerInnen und Chancengleichheit. Projektart Bereiche Höhe der Finanzierung Laufzeit der Förderung Antragsberechtigte Antragsstellung Ansprechpartner Wichtige Informationen BMBF - CLIENT Finanzierungsart Projektart Bereiche 28 Internationale Partnerschaften für nachhaltige Umwelt- und Klimaschutztechnologien und Dienstleistungen Zuschüsse für Modellprojekte (Entwicklung und Umsetzung speziell an die Partnerländer angepasster umweltentlastender Technologien, inkl. Entwicklung von Prototypen oder pilothaften Anwendungen) Projektentwicklungs- Planungs- u.a. Leistungen, Investition Umwelt- und Klimaschutztechnologien und -Dienstleistungen

31 Höhe der Finanzierung Laufzeit der Förderung Antragsberechtigte Antragsstellung Ansprechpartner Wichtige Informationen bis 50% für Personal- und Sachaufwand sowie für Geräteinvestitionen, KMU ggf. höher (differenzierte Bonusregelung) Max. 3 Jahre In Deutschland ansässige Wirtschaftsunternehmen, insbesondere KMU lt. EU Definition (<250 Mitarbeiter, < 50 Mio. EUR Umsatz) https://www.pt-it.de/ptoutline/application/clientfe3 Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.v. (DLR), Projektträger im DLR: Internationales Büro, Hr. Ziegler: Abgabefrist für Projektskizzen von Verbundvorhaben endet in der ersten Stufe zum Verbundvorhaben: Bedarfsorientiert und modellhaft, gemeinsam von Wissenschaft und Wirtschaft getragen Länderfokus auf Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika sowie Vietnam Projektbeispiele: Weiterführende Informationen: Sonstige Im Rahmen weiterer Fördermöglichkeiten auf Bundesebene fällt die Unterstützung des Aufbaus und Qualifizierung von Personalressourcen zur Vorbereitung sowie Begleitung des Auslandsengagements der mittelständischen deutschen Unternehmen. Zudem besteht unter gewissen Voraussetzungen die Möglichkeit der Finanzierung von erneuerbaren Energieprojekten durch Stiftungen. Informationen hierzu finden sich im Anhang. 3.5 Weltbankgruppe Die Weltbank (WB) ist weltweit der größte Finanzier von Entwicklungsvorhaben. Auch für die Privatwirtschaft stellt die WB durch IFC und MIGA zwei bedeutende Finanzierungsquellen für Projekte und Exportaktivitäten dar IFC Die International Finance Corporation hat sich insbesondere auf die Finanzierung großer Infrastrukturprojekte spezialisiert. IFC (WB-Gruppe) International Finance Corporation Finanzierungsart Finanzierung von größeren Investitionsvorhaben (mittels Kredit- oder Eigenkapitalfinanzierung (EK-Beteiligung 5% 20%)) Investitionen Schwerpunkte: Telekommunikation, Umweltschutz, Verkehr und Stromversorgung; andere Sektoren nicht ausgeschlossen Mio. USD Projektabhängig 7 12 Jahre, max. 20 Jahre (Projektabhängig) Projektabhängig gängige Leitwährungen; in lokaler Währung nach Vereinbarung Unternehmen aller Art ate_site/about+ifc/about_ifc_financing Projektart Bereiche Höhe der Finanzierung Zinssätze Laufzeit der Darlehen Tilgung Ausschüttung Antragsberechtigte Antragsstellung 29

32 Ansprechpartner Wichtige Informationen nach Bereichen: orporate_site/about+ifc/contacts/ Beschränkung des IFC-eigenen Darlehens- und Kapitalfinanzierungsanteils auf 25% der geschätzten Projektkosten (in Ausnahmefällen bis zu 50%) übrigen 75% Darlehensanteil werden durch Geschäftsbanken gestellt, welchen die IFC als lender of record an den Darlehensempfänger weiter reicht MIGA Die Multilateral Investment Guarantee Agency (MIGA) ist ähnlich wie Euler-Hermes auf Exportkreditversicherungen und Exportgarantien für Unternehmen spezialisiert. MIGA(WB-Gruppe) Multilateral Investment Guarantee Agency Finanzierungsart Exportfinanzierung Kreditausfallversicherung Lieferungen und Leistungen Sämtliche Wirtschaftszweige Bis 220 Mio. USD 0,45 1,75% der Versicherungssumme, abhängig von Länder- und Projektrisiken 1-15 (max. 20) Jahre Projektabhängig KMU < 300 Mitarbeiter, Gesamtvermögen < 15 Mio. USD, Umsätze < 15 Mio. USD pro Jahr MIGA-Applications: Antragsdauer: ca. 6-8 Wochen nach Vollständigkeit der Unterlagen Small Investment Program (SIP) bietet Versicherungspaket gegen gängige, nicht kommerzielle Risiken Weiterführende Infos unter: Projektart Bereiche Höhe der Versicherung Zinssätze/Beiträge Laufzeit Versicherung Tilgung Antragsberechtigte Antragsstellung Ansprechpartner Wichtige Informationen 3.6 EU: Europäische Investitionsbank (EIB) Die Europäische Investitionsbank ist weltweit der größte Finanzierungsgeber und in mehr als 150 Ländern tätig. Die Spezialisierung für Unternehmen liegt insbesondere auf der Finanzierung großer Projektvorhaben durch Einzeldarlehen. Kleinere Finanzierungen, auch für KMU, werden als Globaldarlehen über Partnerbanken im jeweiligen Zielland abgewickelt (sofern relevant werden diese in entsprechenden Länderstudien vorgestellt). EIB European Investment Bank Finanzierungsart Finanzierung von größeren Investitionsvorhaben (mittels Kredit- oder Eigenkapitalfinanzierung (EK-Beteiligung < 50%)), Bürgschaften Investitionen Sämtliche Wirtschaftszweige Projektart Bereiche 30

33 Höhe der Finanzierung Zinssätze Laufzeit der Darlehen Tilgung Ausschüttung Antragsberechtigte Antragsstellung Ansprechpart ner Wichtige Informationen 3.7 Einzeldarlehen > 25 Mio. EUR (>10 Mio. EUR in AKP3-Staaten), max. 50% der Gesamtinvestitionskosten, Finanzierungsanteil der EIB liegt i.d.r. bei ca. 30% Globaldarlehen für Vorhaben < 25 Mio. EUR; als Kreditlinien an lokale Finanzinstitute AAA - Rating, Kapitalaufnahme zu günstigen Marktbedingungen; Einzeldarlehen: fix oder variabel (projektabhängig) 5 12 Jahre (Kraftwerks-/ Energieprojekte bis max. 15 Jahre) Halbjahres- oder Jahresraten Aufteilung auf mehrere Währungen oder in einzelner Währung Unternehmen der EU Einzeldarlehen: EIB Einzeldarlehen: Abteilung Kapitalmärkte, Voraussetzung: Umfassende Machbarkeitsstudie sowie Angaben zur finanziellen Lage des Darlehensnehmers (geprüfte Jahresabschlüsse, Finanzprognosen) Für jedes Projekt ist eine umfangreiche Besicherung nachzuweisen (Staatsgarantien) Antragsunterlagen Einzeldarlehen: Länderübersicht der EIB: Regionale Entwicklungsbanken Regional tätige Entwicklungsbanken (EB) sind EBRD (europäische EB), IDB (interamerikanische EB), ADB (asiatische EB) und AfDB (afrikanische EB). Sie bieten in aller Regel speziell auf den Privatsektor ausgerichtete Programme an und ermöglichen mit ihren angepassten Programmen und Finanzprodukten oftmals erst den Zugang zu Finanzierungsquellen für die Privatwirtschaft oder sie generieren auf diesem Wege zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten für privatwirtschaftliche Aktivitäten in der jeweiligen Region Europäische Entwicklungsbank (EBRD) Die EBRD ist auf die Finanzierung des Privatsektors, insbesondere auf die Syndizierung von Darlehen für große Projektfinanzierungen in 29 Ländern von Mitteleuropa bis nach Zentralasien spezialisiert. Zudem wurde inzwischen der Tätigkeitsbereich der EBRD auf Nordafrika ausgeweitet. EBRD European Bank for Reconstruction and Development Finanzierungsart Große Projektfinanzierung - Syndizierung von Darlehen; Kofinanzierung mittels Kredit- und Eigenkapitalfinanzierungen sowie Garantien Investitionen Sämtliche Wirtschaftszweige Durchschnittlich 25 Mio. EUR; Projektart Bereiche Höhe der Finanzierung 3 Weitere Informationen zu den Finanzierungstätigkeit der EIB in den Ländern Afrikas, des karibischen Raums und des Pazifischen Ozeans (AKP Staaten): 31

34 Zinssätze Laufzeit der Darlehen Tilgung Ausschüttung Antragsberechtigte Antragsstellung Ansprechpartner Wichtige Informationen Zw Mio. EUR (EK-Finanzierung Mio. EUR) möglich, Bis 35% der Gesamtprojektkosten Fix oder variabel in Abhängigkeit des Länder- und kommerziellen Risikos sowie den vorherrschenden Konditionen am (syndizierten) Kreditmarkt 1-15 Jahre Halbjährlich bzw. Projektabhängig Leitwährungen, weitere Währungen ggf. möglich Unternehmen mit Sitz in EBRD-Ländern, auch KMU Länderliste: Länderbüros der EBRD (siehe Länderliste+ nachstehend verlinkte factsheets) Länderbüros der EBRD (siehe Länderliste + nachstehend verlinkte factsheets) Voraussetzung für Darlehen: signifikanter EK-Anteil der Unternehmen (größer oder gleich EBRD-Finanzierungsanteil) Keine Garantien für Exportkredite Weitere Informationen zu Darlehen: Leitfaden für Darlehensanträge (auf englisch) Zudem: speziell auf KMU zugeschnittene Beratungsdienstleistung Business Advisory Services (BAS) Kurzfristigere KMU Finanzierung über Enterprise Growth Programme (EGP): Erneuerbare Energien: Technische Unterstützung und eine spezielle Fazilität (Abwicklung über lokale Banken): Sustainable energy financing facilities (SEFF) innerhalb der Sustainable Energy Initiative (SEI) der EBRD: Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) Die IDB ist die regionale Entwicklungsbank für den Lateinamerikanischen und Karibischen (LAC) Raum. Die für den Privatsektor verfügbaren Aktivitäten der IDB gliedern sich in verschiedene Programmfenster. Neben dem Structured and Corporate Finance Department (SCF), welches vorrangig großvolumige Finanzierungen für Konzerne und staatlicher Unternehmen organisiert, sind insbesondere die Finanzierungsmöglichkeiten der auf KMU spezialisierten Inter-American Investment Corporation (IIC) sowie der Multilateral Investment Fund (MIF), welcher auf die Finanzierungsbedürfnisse von Kleinstunternehmen und Maßnahmen zur Projektentwicklung fokussiert ist, anzuführen. Ebenfalls zu nennen ist in diesem Zusammenhang die Beteiligung am Emerging Energy Latin America Fund (I + II), welcher auf EE-Projekte mit Wasserkraft, Wind und PV abzielt. Diesbezügliche Finanzierungsoptionen werden in den entsprechender Länderstudien dargestellt. Derzeit wird die Umstrukturierung des Privatsektorfensters der IDB diskutiert, so dass mittelfristig mit neuen Produkt-schwerpunkten und Finanzierungsmöglichkeiten gerechnet werden sollte. IIC (IDB-Gruppe) Inter-American Investment Corporation Finanzierungsart Finanzierung von Investitionsvorhaben (mittels Kredit- oder Eigenkapitalfinanzierung (EK-Beteiligung bis 33%)), Zuschüsse für Leistungen (technische Unterstützung), Bürgschaften Investitionen, Projektentwicklungs- Planungs- u.a. -Leistungen Sämtliche Wirtschaftszweige Projektart Bereiche 32

35 Höhe der Finanzierung Zinssätze Laufzeit der Darlehen Tilgung Ausschüttung Antragsberechtigte Antragsstellung Ansprechpartner Wichtige Informationen 1-15 Mio. USD Finanzierung bis max. 33% (neue Projekte) bzw. max. 50% (Erweiterungsinvestitionen) der geschätzten Projektkosten FINPYME-Programm bietet kleinere Volumen zw Tsd. USD an variabel, Orientierung an Libor-Werten; Marktmittelbeschaffung zu internationale Konditionen 3 10 Jahre (FINPYME 3 5 Jahre) Projektabhängig, bis zu 2 Jahre tilgungsfrei USD Unternehmen mit Jahresumsatz zw Mio. USD, mehrheitlich in Privatbesitz und mit Sitz in Mitgliedsländer der IIC (Deutschland ist Mitglied) FINPYME: Unternehmen mit Brutto-Jahresumsatz zw. 0,5 6,0 Mio. USD FINPYME: https://www.iic.org/en/products-and-services/finpyme-creditapplication jeweilige Länderbüros der IIC: Länderliste: Fokus auf KMU Übersicht der einzelnen Finanzierungsprodukte (incl. FINPYME): Durchführung von Markt- und Sektorstudien, Projektevaluationen; Beratungsdienstleistungen Kofinanzierung vergleichbar zu IFC: IIC vermittelt als lender of record Kapital weiterer Investoren MIF (IDB-Gruppe) Multilateral Investment Fund Finanzierungsart Finanzierung von kleineren Investitionsvorhaben (mittels Kredit- oder Eigenkapitalfinanzierung (30-50% EK Anteil), ca. 35% der MIF-Finanzierungen) sowie Zuschüsse für Leistungen (i. d. R. nur an gemeinnützige Unternehmen, ca. 65% der MIF-Finanzierungen) Projektentwicklungs- Planungs- u.a. -Leistungen, kleinere Investitionen Sämtliche Wirtschaftsbereiche Eher geringes Volumen, max. 5 Mio. USD Zuschüsse projektabhängig zw. 0,1 max. 2 Mio. USD Variabel oder fix; Projektabhängig zu günstigen IDB-Bedingungen Projektabhängig Projektabhängig Projektabhängig Unternehmen aller Art, insbesondere NGOs MIF: bzw. IDB: Für Projekte gilt die Länderliste der IDB: Keine Antragsfristen Technische Unterstützung, z. B. Machbarkeitsstudien, Beratungsleistungen, Seminare, Workshops, Ausstattung und Trainingsmaterialien Darlehen insbesondere für NGOs und Mikrofinanziers Projektart Bereiche Höhe der Finanzierung Zinssätze Laufzeit der Darlehen Tilgung Ausschüttung Antragsberechtigte Antragsstellung Ansprechpartner Wichtige Informationen 33

36 3.7.3 Asiatische Entwicklungsbank (ADB) Die asiatische Entwicklungsbank ADB unterstützt Privatsektorprojekte in den Bereichen Finanzsektorentwicklung/Kapitalmärkte sowie Infrastrukturprojekte, wozu auch der Energiesektor mit dem Schwerpunkt erneuerbare Energien zählt. Die Unterstützung erfolgt in der Regel durch Ko-Finanzierung und Syndizierung von Krediten, Garantien und Vermittlung von kommerziellen Finanzierungsoptionen. Der Finanzierungsbeitrag der ADB ist hierbei in aller Regel begrenzt, dennoch sind für geeignete Projekte auch alle gängigen Finanzierungsprodukte zugänglich. Ansprechpartner für den Privatsektor ist hierbei die Abteilung Private Sector Operations Department (PSOD) der ADB. Die umfangreichen Anforderungen der notwendigen Projektbeschreibungen sind abrufbar unter Hierüber hinaus dient die Zuteilung spezifischer Fazilitäten und Kreditlinien der Refinanzierung lokaler?. Eine Länderübersicht zu den Projektaktivitäten der ADB ist abrufbar unter Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) Die Privatsektorförderung der AfDB ist vorrangig auf die Vergabe verschiedener Kreditlinien an lokale Finanzierungspartner fokussiert. Diese werden, wie auch für ADB und IDB und sofern relevant, an geeigneter Stelle in den jeweiligen Länderstudien vorgestellt. Neben den über die Finanzierungspartner der AfDB zugänglichen Kreditlinien und Fonds wird als Darlehen für privatwirtschaftliche Unternehmen ein Non Sovereign Guaranteed Loan (NSGL) angeboten. Die Laufzeit beträgt max. 15 Jahre, weitere Detailinformationen sind abrufbar unter Weitere Informationen zu den verfügbaren Finanzierungsprodukten finden sich unter Eine Länderübersicht zu den Projektaktivitäten der AfDB ist abrufbar unter 3.8 Private Equity Funds Kapitalgeber von Private Equity Fonds investieren in Projekte, insbesondere solche mit erneuerbaren Energien. Risikokapital- (Venture Capital-) Finanzierungen bezeichnen Investitionen in junge oder noch zu gründende Unternehmen, für die ein hohes Risiko des Kapitalausfalls, gleichwohl aber auch die Chance auf eine überdurchschnittlich hohe Rendite kennzeichnend ist. Die Verwalter der Private Equity Fonds bevorzugen im Allgemeinen Kapitalbeteiligungen an Projekten mit einem günstigen Verhältnis von Risiken zu Erträgen (sicherer, hoher Cash Flow des Projekts). Auf Grund des Investitionsanforderungsprofils der Fondsgesellschaften eignen sich große Projektumfänge mit einem hohen Investitionsvolumen und hohen Kapitalrückflüssen im Allgemeinen besser als kleinere Projekte, bei denen einer Beteiligung zudem hohe Verwaltungs- und Transaktionskosten im Wege stehen. Neben den erwähnten Finanzierungs- und Förderungsprogrammen deutscher und internationaler Akteure, kann die Eigenkapitalfinanzierung durch spezialisierte Fonds für KMU - insbesondere in Zielländern ohne ausgeprägtes Engagement von Institutionen der internationalen (Entwicklungs-)Zusammenarbeit - eine Möglichkeit der Finanzierung bieten. 34

37 Konditionen und Umfang der Kapitalbeteiligung durch Private Equity Fonds sind von der Projektgröße abhängig, die Beteiligung erfolgt aber oftmals in der Größenordnung zwischen 25% und 50% (ggf. bis 100%), um die schlussendliche Finanzierung der Projektkosten - möglichst durch günstigeres Fremdkapital - sicher zu stellen. Die Beteiligung an der ausgegliederten Projektgesellschaft kann dabei in unterschiedlichen Formen, u.a. Minderheits-/ Mehrheitsbeteiligungen, stille/ direkte/ offene Beteiligungen, erfolgen und ändert dementsprechend die Besitzverhältnisse und (ggf.) Mitspracherechte in der Gesellschaft. An dieser Stelle sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die nachstehend genannten Fonds lediglich als Beispiele zu verstehen sind. Das dynamische Umfeld der Private Equity Funds sorgt regelmäßig für neue Fonds-Produkte sowie laufend veränderte Schwerpunkte und Zielländer. Dies muss bei der Finanzierungs- und Projektplanung entsprechend berücksichtigt werden. Private Equity Fonds weisen regional und/oder thematisch unterschiedliche Schwerpunkte auf. Anbieter spezialisierter Fonds sind entweder internationale Großbanken (z. B. Deutsche Bank, BNP Paribas, Banco Santander) oder andere Fondsgesellschaften, wie bspw. die: Macquarie Funds Group (MFG) oder der Calvert Global Alternative Energy Fund. Eine diesbezügliche Übersicht und weiterführende Links befinden sich im Anhang unter Macquarie bzw. Calvert. Zwischen den großen kommerziellen Investoren und Entwicklungsbanken soll der Global Energy Efficiency and Renewable Energy Fund (GEEREF) als PPP finanzielle Mittel für geeignete private Fonds bereitstellen. Der Fond ist im Bereich EE auf Investitionen < 10 Mio. EUR spezialisiert. Durch den GEEREF (mit)finanzierte Unterfonds sind in den AKP-Staaten, Nordafrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa (nicht EU-Staaten) verfügbar. Unterstützte Fonds sind u. a.: Renewable Energy Asia Fund (Berkeley Energy), DI Frontier Market Energy and Carbon Fund (DI). Eine diesbezügliche Übersicht und weiterführende Links befinden sich im Anhang unter GEEREF. Helios Investment Partners ist eine der größten auf Afrika fokussierten privaten Investmentgesellschaften. Darüber hinaus gehört Helios Investment Partners zu den wenigen von Afrikanern geführten Private Equity BeteiligungsGesellschaften. Der Fokus liegt insbesondere auf Investitionen im Energie-und Stromsektor. Conduit Capital Partners LLC ist als Private Equity Gesellschaft auf Investitionen in die Energieinfrastruktur des Lateinamerikanischen und Karibischen Raums spezialisiert. Zudem werden im Rahmen der Finanzierungsmöglichkeiten internationaler Fonds (bspw. CIF mit CTF und SCF oder GEF) spezielle Länderprogramme unterstützt, die (Pilot-)Projekte aus dem jeweiligen Themenschwerpunkt der Fonds (u. a. Klimaschutz, Umweltschutz, Förderung der Artenvielfalt) finanzieren. Für KMU sind diese Optionen nicht direkt zugänglich, jedoch können sie im Rahmen der Programmumsetzung im Zielland indirekt von dieser Finanzierungsmöglichkeit profitieren. Diese werden, sofern relevant, in den jeweiligen Länderstudien aufgenommen. 35

38 4. Ausgesuchte Projektbeispiele Miaoli Windpark - Taiwan Kurzbeschreibung Projektpartner Projekt Erster privatwirtschaftlich betriebener Windpark in Taiwan - 25 Windturbinen an der Küste im Nordwesten Taiwans : Start März 2006 Output 49,8 MW 1) VWind AG 2) WPD AG 3) Enercon 4) InfraVest Co. Ltd. Projektstruktur Besondere Merkmale Finanzierung 36 Lokalwährungsfinanzierung durch lokale Bank, um Währungsrisiko zu mindern Erste Hermes gedeckte Windparkfinanzierung ( Kapitel 3.3) Einmalige Kooperation innerhalb der KfW Bankengruppe mit IPEX und IKB als Senior Lenders und DEG als Mezzanine Lender ( Kapitel 3.2.2) Gesamtinvestitionsvolumen: 66,8 Mio. 18 % Eigenkapital (VWind AG und WDP AG) 12 % Mezzanine, bereitgestellt von der DEG 70 % langfristiges Darlehen, bereitgestellt von KfW / IKB mit Hermes-Deckung Mezzanine (7,5 Mio ) vollständig subordiniert zum Senior Loan 15 Jahre Laufzeit inklusive 2 tilgungsfreier Jahre Halbjährliche Rückzahlung von 3% bis 2017; restlicher Betrag wird in zwei Raten in den Jahren 2018 und 2019 gezahlt Finanzkredit der IKB/KfW 12,5 Jahre Laufzeit ab Betriebsbereitschaft Rückzahlung in Annuitäten Abgesichert durch Finanzkreditgarantie des Bundes (Deckungsquote

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