Datenschutz bei der Nutzung von VoIP-Angeboten der Deutschen Telekom AG

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1 Datenschutz bei der Nutzung von VoIP-Angeboten der Deutschen Telekom AG Die Deutsche Telekom in einer konvergenten Telekommunikationswelt Dr. Claus D. Ulmer, Konzernbeauftragter für den Datenschutz

2 1. Konvergenz Update: Kundenorientierte FMC-Definition Die Konvergenz von Serviceleistungen, Produkten und Technologien soll es den Kunden ermöglichen, Mobilfunk- und Festnetzkommunikation sowie Informationen auf einheitliche und einzigartige Weise nutzen zu können.

3 1. Konvergenz Update: Gegenüberstellung von FMC und FMS Vorteile für den Kunden Nachteile für den Kunden Produktdefinition Produktbeispiele Fixed-Mobile Substitution (FMS) Produkte Kostengünstige Substitutionslösung ausschließlich für relevante mobile Dienste (z. B. Telefon, Internetzugang) Kostengünstig - Keine Grundgebühr/kein Vertrag mit Festnetzbetreiber Da Mobilfunkgebühren immer noch über den Festnetzpreisen liegen, zahlen Vieltelefonierer in der Homezone mit FMS-Produkten mehr als für Festnetzprodukte Ohne Festnetz-/DSL-Anschluss keine Breitbandverbindung möglich O2 Genion (seit 1999): kostengünstiges Angebot für GSM- Zugang in der Homezone. Vodafone At Home (seit 2004): Telefonie- und Internetzugang über UMTS Fixed-Mobile-Konvergenz (FMC) Produkte Seamless-Convergence-Produkte basierend auf Festnetz- und Mobilfunkdiensten kombiniert in einem Endgerät Nutzung der besten verfügbaren Infrastruktur zum günstigen Preis bei einfacher Handhabung (z. B. konvergiertes Endgerät) Abschließen von zwei Verträgen (Festnetz- und Mobilfunkanbieter) kann durch die Implementierung eines Komplettprodukts (z. B. T-One des DT- Konzerns) vermieden werden. BT Fusion (seit 2005) mit konvergentem Endgerät für VoIP über Bluetooth zu Hause und GSM unterwegs

4 1. Konvergenz Update: Gegenüberstellung von FMC und FMS Kostengünstige Substitutionslösung für relevante Mobilfunkdienste (z. B. Telefon, Internetzugang) FMS Festnetz: PSTN/DSL FMC Hotspot WLAN zu Hause unterwegs mobil Mobilfunknetz: GSM/GPRS UMTS/HSDPA Seamless-Convergence-Produkte basieren auf Diensten für Festnetz- und Mobiltelefone kombiniert in einem Gerät (Bandbreite gegen Mobilität in optimaler Preiskategorie)

5 2. Kundenerwartungen Marktforschung ermittelt vier relevante Themen Rabattbetrag Sparen durch Produktpakete und bessere Kostenkontrolle durch Transparenz Nahtlosigkeit Konv. Endgeräte und Dienste (z. B. ein Adressbuch) mit erstklassigen Diensten aus dem Festnetz- und Mobilfunkbereich Komfort Komplettangebot (One-Stop-Offer), ein Gerät, Kauf im Paket und Benutzerfreundlichkeit Funktionen / Leistung Servicequalität gleich der oder besser als von Mobilfunknetzen (QoS, Bandbreite)

6 3. Deutsche Telekom: FMC Das FMC-Vorreiterprodukt: T-One TC 300 Mobilfunk Festnetz Nomade So empfindet es der Kunde Preistransparenz Gestern z. B. GSM Festnetztelefon DSL- Telefonie (VoIP) hohe Komplexität, wenig Komfort zu viele Geräte nur ein Telefon überall Erfüllt die Anforderungen der Kunden optimale Preisgestaltung 2006 einfach und komfortabel ein Endgerät, ein Ansprechpartner, ein Adressbuch Kundenziel: im Jahr 2007 Quelle: Team

7 3. Deutsche Telekom: FMC T-One TC 300 Ein Endgerät zu Hause und unterwegs Servicepaket T-One umfasst Festnetz-, Mobilfunk- und VoIP-Nummer durchgängige Verfügbarkeit der Festnetznummer durch Rufumleitung Ein Adressbuch Anrufbeantworter zu Hause und unterwegs Eine Rechnung im DTAG- Leistungsumfang Nutzung über T-Online VoIP- Technologie an circa HotSpot Standorten von T-Com und T-Mobile Mobilfunk Festnetz Internet

8 4. Deutsche Telekom: T-One DSL und PSTN im Überblick T-One DSL über Voice-Over-IP und WLAN-Router über Internet zum VoIP- Server T-One PSTN über PSTN-Zugang, dann WLAN Konverter wandelt WLAN- Signal in PSTN-Signal um über Festnetzanschluss übliche Festnetz- Tarife gelten

9 5. Telekommunikation VoIP und TK-Datenschutz 3 Nr. 22 Telekommunikationsgesetz (TKG) Telekommunikation ist der technische Vorgang des Aussendens, Übermittelns und Empfangens von Signalen mittels Telekommunikationsanlagen. 3 Nr. 23 TKG Telekommunikationsanlagen sind technische Einrichtungen oder Systeme, die als Nachrichten identifizierbare elektromagnetische oder optische Signale senden, übertragen, vermitteln, empfangen, steuern oder kontrollieren können. Das bedeutet: Die Beurteilung eines Sachverhalts als Telekommunikation ist technikneutral Deshalb ist die Übermittlung von Informationen über IP-Netze oder Stromnetze oder Kabelnetze der Übermittlung über Festnetz bzw. Funknetze gleichzustellen.

10 5. Telekommunikation VoIP und TK-Datenschutz 91 TKG Anwendungsbereich der TK-Datenschutz-Regulierung Gegenstand Schutz personenbezogener Daten von Teilnehmern (Vertragspartner) Nutzern (nutzen, ohne Vertragspartner zu sein) bei der Erbringung von Telekommunikationsdiensten Ergänzend dem Fernmeldegeheimnis unterliegende Einzelangaben juristischer Personen Verpflichtete Unternehmen und Personen, die geschäftsmäßig TK-Dienste erbringen z.b. Corporate Networks, TK-Angebote in Hotels, TK-Angebot zur privaten Nutzung im Betrieb

11 5. Telekommunikation VoIP und TK-Datenschutz 88 TKG Fernmeldegeheimis (Art. 10 GG) Gegenstand Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes die Inhalte einer Kommunikation die näheren Umstände der Kommunikation sowie erfolgloser Verbindungsversuche Verpflichteter ist der Diensteanbieter Besondere Schutznorm 206 StGB Verletzung des Post- oder Fernmeldegeheimnisses

12 5. Telekommunikation VoIP und TK-Datenschutz 96 TKG Verkehrsdaten Verkehrsdaten personenbezogene Daten, die bei der Erbringung eines TK-Dienstes erhoben, verarbeitet oder genutzt werden ( 3 Nr. 30 TKG), z.b. Rufnummer/IP-Adresse Berechtigungskennungen Kartennummer z.b. bei Calling Cards Standortkennung Art des in Anspruch genommenen TK-Dienstes Beginn und Ende der Verbindung Übermittelte Datenmengen Zusätzlich/parallel zu den TK-Daten werden die Netzdaten verarbeitet.

13 5. Telekommunikation VoIP und TK-Datenschutz 96 TKG Verkehrsdaten Verarbeitung von Verkehrsdaten Grundsatz: unverzügliche Löschung, nach dem Ende der Verbindung weitere Verwendung nur, soweit für gesetzlich bestimmte Zwecke zulässig insbesondere für Abrechnungszwecke ( 97 TKG) - Löschung spätestens 6 Monate nach Rechnungsversand, soweit vom Teilnehmer keine Einwände geltend gemacht wurden

14 6. Rechtliche und technische Probleme der Internet-Überwachung Schematische Darstellung der der Ausleitung der der Telekommunikation im iminternet: Teilnehmer A unter Überwachung Teilnehmer B ISDN/PSTN Internet- PoP Internet Postfach Bedarfsträger Filter Speicher Aufzeichnung Visualisierung

15 6. Rechtliche und technische Probleme der Internet-Überwachung Schematische Darstellung der der Ausleitung der der Telekommunikation im iminternet: Betroffener Betroffener kann kann seinen seinen Anschluss Anschluss überall überall haben haben Quelle: Quelle: Bundesnetzagentur Bundesnetzagentur

16 7. Probleme der VoIP-Überwachung Voice Voice over over IP IP VoIP-Provider Access-Provider Access-Provider Internet = traffic data = signalling data

17 8. Datensicherheit bei VoIP Abhörrisiken - Integrität Grundsatz: die Übermittlung von Informationen ist so sicher, wie die zur Informationsübermittlung verwendeten Netze. Festnetz bietet physische Sicherheit (Abhörer muss sich direkt auf das Netz aufschalten) Mobilfunknetze arbeiten mit eigenen Verschlüsselungsstandards Internet ist grundsätzlich offen sicherer Zugang über sichere Hardware und geschlossene W-LAN s problematische Zugang über offene W-LAN s (Hot-Spot) im Netz so sicher bzw. unsicher wie i.d.r. ist netzinterne Kommunikation (z.b. T-Online, Skype) sicher massenmarktfähige, übergreifende Verschlüsselungsverfahren sind in der Entwicklung noch keine marktreife Lösung User ist gefragt (z.b. T-One bietet freie Netzwahl an)

18 9. Entwicklungen VoIP Abstimmungen mit der Bundesnetzagentur Eckpunktepapier von September 2005 VoIP ist Telekommunikation Problematik Überwachung erkannt Problematik Notruf erkannt Arbeitsgruppe zur Zusammenschaltung IP-basierter Netze Regelung zur Überwachung TKG-ÄnderungsG ist die Umsetzung der Überwachungsanforderungen vorgesehen Zusammenarbeit der Netzbetreiber bis dahin Ausleitung der SIP-Protokolle (Verbindungsdaten)

19 9. Entwicklungen VoIP - Abstimmungen mit der Bundesnetzagentur Notruf Gestaltungen nur dann erforderlich, wenn öffentlich zugänglicher Telefondienst problematisch auch hier insbesondere Mitteilung des Standorts Dispens bis Ende 2009 erste Lösungen sind vorgestellt (FH FfM i.v.m. Detecon, Prof. Dr. Trick) Im Vordergrund Ortsbestimmungsverfahren (durch Nutzer, durch Gerät) Problematiken z.b.: Datenaustausch zwischen Providern, rechtliche Rahmenbedingungen, Missbrauch, internationaler Notruf, Verfügbarkeit

20 Quelle: Notruf bei VoIP, Prof. Dr. Ulrich Trick, FH FFM

21 10. Voice over IP Ergebnis Die Netze wachsen zusammen Neue Techniken ermöglichen netzunabhängige und kostengünstige Kommunikation weltweit die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen sind für die Kommunikation über offene Netze noch nicht implementiert für die nahe Zukunft setzt sich der Nutzer der neuen Anwendungen im offenen Netz daher gewissen Risiken aus diese ergeben sich nicht nur bei der Nutzung reiner VoIP Produkte, sondern auch bei einem Transportwege-Mix massenmarktfähige Verschlüsselungstools sind in der Entwicklung

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