Viruserkrankungen der Zukunft

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1 Viruserkrankungen der Zukunft Jürgen Rissland Institut für Virologie/Staatliche Medizinaluntersuchungsstelle

2 5670 Übersichtsarbeiten in 25 Minuten?

3 Unter Viruserkrankungen verstehe ich in Deutschland erworbene Infektionen (autochthon!) Zukunft bedeutet für mich in den nächsten 10 Jahren (ungefähr...) Was angesichts einer Virusevolution über ca. 350 Millionen Jahre, einer Co-Evolution zwischen Viren und Menschen seit ca Jahren und dem Beginn der menschlichen Aufzeichnung von Epidemien vor ca Jahren...ein jämmerlich kurzer Zeitraum ist!!!

4 Zukünftige Viruserkrankungen sind... solche, die bereits da sind neue Virusinfektionen

5 Zukünftige Viruserkrankungen sind... solche, die bereits da sind neue Virusinfektionen

6 Beteiligte am Viral Traffic 1 Erreger Wirt Vektor Mensch Mensch Wetter/ Klima Demogr. Wandel 1 Begriff geprägt von Stephen S. Morse

7 Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland 2005 und 2050 Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 2008,

8 Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland 2005 und 2050 Zunahme der 65-jährigen und Älteren bis 2050 um ca. 14 % Zwei synergistisch wirkende Faktoren: Geburtenrückgang und längere Lebenserwartung Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 2008,

9 Inzidenz- und Altersverteilung der namentlich meldepflichtigen Virusinfektionen, Deutschland, Kinder/Jugendliche 19 Erwachsene Senioren 60 ADV CJK FSME Hantavirus HAV HBV HCV HDV HEV Influenza + Inzidenz = Anzahl der Neubetroffenen in einer Bevölkerungsgruppe definierter Größe (üblicherweise ) in einem definierten Zeitraum (üblicherweise in einem Jahr, hier jedoch 11 Jahre) Masern Norovirus + ( ) Rotavirus + ( ) = Inzidenz 0,01-0,99 = Inzidenz 1-9,99 = Inzidenz 10 Quelle: Datenstand:

10 Neben der Häufigkeit ist auch der klinische Verlauf entscheidend für die Bedeutung einer Virusinfektion

11 Relevante Virusinfektionen im Alter (aus epidemiologischer und klinischer Sicht): Gastrointestinale Erreger (Noro-, Rotaviren) Respiratorische Erreger (Rhinoviren, Influenza, Parainfluenza, RSV, ) Herpesviren (HSV, VZV, CMV) chronische Virusinfektionen: HBV, HCV + HIV Zoonosen (FSME, Hantaviren)

12 Epidemiologisches Bulletin 44/ Inzidenz Arbeits- und Schulausfall Inanspruchnahme von Gesundheitseinrichtungen Chronifizierung und Spätschäden Letalität Anteil von Ereignissen, die Public Health Maßnahmen erfordern Trend Öffentliche Wahrnehmung Präventionsmöglichkeiten und notwendigkeiten Therapiemöglichkeiten und -notwendigkeiten

13 Epidemiologisches Bulletin 44/2011

14 Epidemiologisches Bulletin 44/2011 Erreger mit höchster Priorität ( Punkte; N= 26) Erreger mit hoher Priorität (51-75 Punkte; N= 39) Erreger mit mittlerer Priorität (26-50 Punkte; N= 45) Erreger mit niedriger Priorität (0-25 Punkte; N= 17) Hantavirus Adenovirus Coronavirus Astrovirus Hepatitis B-Virus Arboviren CMV Coxsackievirus Hepatitis C-Virus HIV Influenzavirus Prionen Krim-Kongo-Virus Denguevirus HSV-1 HHV-8 HHV6/7 Erreger HSV-2mit höchster Priorität ( Punkte; N= 26) Molluscipoxvirus Punkte Rang Masernvirus RSV VZV FSME-Virus Enteroviren EBV Hepatitis A-Virus Hepatitis D-Virus Hepatitis E-Virus HPV HIV HTLV Parvovirus B19 Hepatitis B-Virus Rhinoviren Hepatitis Rubellavirus C-Virus RSV VZV Vacciniavirus Lassa-Virus Mumpsvirus Norvirus Influenzavirus Masernvirus Parainfluenza Poliovirus Hantavirus Rabiesvirus Rotavirus SARS Varioloa HF-Viren West-Nil-Virus Gelbfieber 8 (30,8%) 24 (61,5%) 10 (22,2%) 4 (23,5)

15 Epidemiologisches Bulletin 44/2011 Erreger mit höchster Priorität ( Punkte; N= 26) Erreger mit hoher Priorität (51-75 Punkte; N= 39) Erreger mit mittlerer Priorität (26-50 Punkte; N= 45) Erreger mit niedriger Priorität (0-25 Punkte; N= 17) Hantavirus Adenovirus Coronavirus Astrovirus Hepatitis B-Virus Arboviren CMV Coxsackievirus Hepatitis C-Virus HIV Influenzavirus Masernvirus Prionen Krim-Kongo-Virus Denguevirus FSME-Virus HSV-1 Erreger mit hoher Priorität (51-75 Punkte; N= 39) HSV-2 HHV-8 HTLV HHV6/7 Punkte Molluscipoxvirus Rang RSV VZV Enteroviren EBV Hepatitis A-Virus Hepatitis D-Virus Hepatitis E-Virus HPV Lassa-Virus Gelbfieber Parvovirus B19 Rhinoviren Denguevirus Rubellavirus Krim-Kongo-Virus Vacciniavirus Lassa-Virus HF-Viren Mumpsvirus Norvirus Parainfluenza Arboviren West-Nil-Virus Poliovirus Rabiesvirus Rotavirus SARS Varioloa HF-Viren West-Nil-Virus Gelbfieber 8 (30,8%) 24 (61,5%) 10 (22,2%) 4 (23,5)

16 Ein paar weitere Fakten, logische Annahmen und historische Erfahrungen... Neue Viruskrankheiten werden üblicherweise von alten Viren ausgelöst, die unter veränderten ökologischen Bedingungen infizieren oder eine unbeabsichtigte Spezies infizieren. Beispiel: Dengue-Virus und West-Nil-Virus Neue Viren können alte Erkrankungen auslösen Beispiel: Influenzaviren Schwere klinische Verläufe in Einzelfällen beruhen am ehesten auf einer Verschlechterung der menschlichen Widerstandskraft Schwere klinische Verläufe in Epidemien reflektieren eine Virusmutation und/oder geänderte Bedingungen der Virus-Wirtsbeziehung Emerging viruses (1993), herausgegeben von Stephen S. Morse

17 Ein paar weitere Fakten, logische Annahmen und historische Erfahrungen... Neue Viruskrankheiten werden üblicherweise von alten Viren ausgelöst, die unter veränderten ökologischen Bedingungen infizieren oder eine unbeabsichtigte Spezies infizieren. Beispiel: Dengue-Virus und West-Nil-Virus Neue Viren können alte Erkrankungen auslösen Beispiel: Influenzaviren Schwere klinische Verläufe in Einzelfällen beruhen am ehesten auf einer Verschlechterung der menschlichen Widerstandskraft Schwere klinische Verläufe in Epidemien reflektieren eine Virusmutation und/oder geänderte Bedingungen der Virus-Wirtsbeziehung Emerging viruses (1993), herausgegeben von Stephen S. Morse

18 Verbreitungsgebiet der Asiatischen Tigermücke (Stand 2007) als ein Überträger des Dengue-Virus Blau ursprüngliche Heimat; Türkis Verschleppungsbiet der letzten 30 Jahre 2007: A5 (Autobahnraststätte) bei Bad Bellingen (BW) Quelle: Wikipedia

19 Verbreitungsgebiet der Asiatischen Tigermücke Grund für die Verbreitung: WARENHANDEL auf dem Seeweg (Schnittblumen, Bambuspflanzen und

20 Mögliche Verbreitung und saisonale Aktivität von Aedes albopictus (Tigermücke) Quelle: ECDC, 2009

21 Verbreitungsgebiet des West-Nil-Fiebers in den USA (Vektor: v.a. Mosquitos)

22 Ausbrüche des West-Nil-Fiebers in Italien (1998: Pferde, 2008: Pferde und Menschen) Gobbi, F. et al. Eurosurveillance 14 (10), 2009

23 Stand (Saison 2011): 96 Fälle in der EU, 207 in Nachbarstaaten Quelle: ECDC (aufgesucht am )

24 Grobdifferenzierung viral (hämorrhagische) Fiebererkrankungen Fieber plus Glieder- und Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit Lymphochoriomeningitis, Phlebotomus-Fieber, Bunyaviren, Dengue Arthritis und Hautausschlag Sindbis, Chikunguya Enzephalitis FSME, Tollwut, West-Nil, japanisches Enzephalitis-Virus Hämorrhagien Hanta (HFRS, HCP), Krim-Kongo-Fieber, Gelbfieber, Rift-Valley-Fieber, Ebola, Lassafieber, Dengue-HF

25 Grobdifferenzierung viral (hämorrhagische) Fiebererkrankungen (autochthone Infektionen) Fieber plus Glieder- und Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit Lymphochoriomeningitis, Phlebotomus-Fieber?, Bunyaviren, Dengue Arthritis und Hautausschlag Sindbis, Chikunguya Enzephalitis FSME, Tollwut, West-Nil, japanisches Enzephalitis-Virus Hämorrhagien Hanta (HFRS, HCP), Krim-Kongo-Fieber, Gelbfieber, Rift-Valley-Fieber, Ebola, Lassafieber, Dengue-HF

26 Was es sonst noch gibt...

27 Die drei entscheidenden Faktoren für die Erfassung und Bewertung einer Viruserkrankung sind Diagnose 2. Diagnose 3. Diagnose Foresight. Infectious diseases: preparing for the future. OSI (2006)

28 Autochthon erworbene Viruserkrankungen der nächsten 10 Jahre sind: eine Mischung aus alten Bekannten und neuen (Überraschungs-) Gästen wesentliche Treiber hinter den Veränderungen sind a) der demographische Wandel, b) der klimatologische Wandel und c) der Zufall Die frühzeitige Erfassung des Viral Traffic erfordert: Beobachtung der Vektorenverbreitung und -kompetenz klinische und virologische Surveillance (von Tier und Mensch)

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