mit depressiven Patienten Angela Mahnkopf

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1 Basiswissen : Umgang mit depressiven Patienten Angela Mahnkopf Psychiatrie Verlag

2 Wie verhalte ich mich? Was bestimmt mein Denken? Abbildung 2 gibt einen Eindruck von möglichen Antworten (nicht jedes dieser Symptome muss vorhanden sein!). Abbildung 1 Kriterien einer Depression (nach Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven Verlust von Interesse und Freude Depressive Stimmung Appetitminderung Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit Suizidgedanken und -handlungen Verminderter Antrieb Schlafstörungen Mindestens zwei Hauptsymptome + mindestens zwei Zusatzsymptome über mehr als zwei Wochen können ein Hinweis auf eine Depression sein Abbildung 2 Mögliche Symptome der Depression Körper Fühlen Verhalten Denken Schlafstörungen Bedrückte Stimmung Sozialer Rückzug Konzentrationsstörungen Reduzierter Appetit Interesselosigkeit Antriebslosigkeit oder Unruhe Denkhemmung Druck auf der Brust Keine Freude Verminderte Mimik und Gestik Leere im Kopf Schmerzen Völlige Gefühllosigkeit Weniger Blickkontakt Vergesslichkeit Kraftlosigkeit Hoffnungslosigkeit Negative Gedanken Keine sexuelle Lust Angst Suizidgedanken Gewichtsabnahme Depressive Wahngedanken Patientinnen und Patienten sind oft überrascht, wie komplex und unterschiedlich Symptome bei einer Depression sein können und dass beispielsweise auch ausgeprägte Denkstörungen dazugehören 13

3 können. Nicht selten kommt es vor, dass sie glauben, ihre Konzentrationsstörungen und ihre Vergesslichkeit seien Zeichen einer beginnenden Demenz. Stehen körperliche Beschwerden im Vordergrund, wird manchmal lange nach zugrunde liegenden körperlichen Erkrankungen gesucht, bevor die Depression erkannt wird. Da auch gesunde Menschen einige der Beschwerden gut kennen (Schlafstörung, Angst, Schmerzen), ist die Abgrenzung der Depression als»echte«krankheit von alltäglichen Befindlichkeitseinschränkungen so wichtig. Dabei ist es hilfreich, die eindeutig definierten (»operationalen«) Kriterien der Haupt- und Nebensymptome heranzuziehen. Auch die Unterteilung nach Schweregraden hilft, die Erkrankung besser zu fassen (siehe Abbildung 3). Abbildung 3 Unterteilung der Depression nach Schweregraden Hauptsymptome (Anzahl) Nebensymptome (Anzahl) Leichte depressive Episode 2 2 Mittlere depressive Episode Schwere depressive Episode Dass fast jeder Mensch glaubt, Depressionen zu kennen, hat Vorund Nachteile: Das Einfühlen in einen depressiven Menschen scheint zunächst leichter als bei manchen anderen Erkrankungen, weil man eine Ahnung von einzelnen Symptomen des Betroffenen hat. Da viele Menschen aber das Gefühl der Niedergeschlagenheit, Antriebsstörung und Lustlosigkeit nur als kurzzeitigen und vorübergehenden Zustand kennen, meinen sie, dies müsse beim depressiv Kranken ebenso sein. Dieser Schluss ist falsch. Dass sich die depressive Erkrankung qualitativ deutlich vom»normalen Bedrücktsein«unterscheidet und sich nicht durch ein bloßes»zusammenreißen«beheben lässt, wird von Laien oft nicht verstanden. 14

4 Typische Symptommuster Die verschiedenen Symptome, die bei Depressionen auftreten können, variieren in ihrer Anzahl, ihrer Stärke und darin, in welchen Mustern sie auftreten. Typische und häufig vorkommende Symptommuster werden»syndrome«genannt. Die wichtigsten werden als Unterformen der Depression (mit Zusatzcodierung gemäß ICD-10) beschrieben: = = die gehemmte Depression, = = die agitierte Depression, = = die Depression mit somatischem Syndrom und = = die psychotische (wahnhafte) Depression. Bei der gehemmten Depression steht eine starke Antriebsstörung mit deutlichem Rückzug und auffälliger Kraftlosigkeit im Vordergrund, bei der agitierten Depression eine starke innere und äußere Unruhe mit Bewegungsdrang (hin und her gehen, Hände reiben, mit den Beinen wippen), die als sehr quälend erlebt wird. Die Depression mit somatischem Syndrom und ausgeprägten körperlichen Beschwerden ist für die Patienten, manchmal auch für die Hausärzte schwer als Depression zu erkennen. Beim Vorliegen folgender körperlicher Beschwerden kann bei leichten und mittelschweren Depressionen die Zusatzcodierung»mit somatischem Syndrom«angegeben werden (bei mindestens vier Symptomen aus der folgenden Liste). Merkmale des somatischen Syndroms (ICD-10): = = Interessenverlust, Verlust der Freude an sonst angenehmen Tätigkeiten, = = mangelnde emotionale Reagibilität auf sonst freudige Ereignisse, = = frühmorgendliches Erwachen, = = morgendliches Stimmungstief, 15

5 = = psychosomatische Hemmung oder Agitiertheit, = = deutlicher Appetitverlust, = = Gewichtsverlust, = = deutlicher Libidoverlust. Bei der psychotischen Depression, die immer einer schweren depressiven Episode entspricht, sind zusätzlich Wahnideen (vor allem Schuldwahn, Versündigungswahn, Verarmungswahn, hypochondrischer Wahn), manchmal auch Halluzinationen (anklagende Stimmen, Verwesungsgeruch), und bei schweren gehemmten Krankheitsbildern ein depressiver Stupor vorhanden. Die Wahngedanken sind synthym, das bedeutet, sie stimmen mit der Gefühlslage überein (also etwa kein Größenwahn). Die psychotische Depression ist ein sehr schweres Krankheitsbild, das Suizidrisiko ist dabei groß, fachärztliche Behandlung ist unbedingt erforderlich, und in der Regel findet eine stationäre Behandlung statt. Beispiel d Eine jüngere Patientin, eine sehr erfolgreiche Exportkauffrau mit Fremdsprachenkenntnissen, war am Arbeitsplatz aufgefallen, weil sie einen Leistungseinbruch hatte und sich nicht mehr»multitaskingfähig«zeigte. Sie zog sich auch privat zurück, lag häufig nur auf dem Sofa herum und mied den Kontakt zu Freunden. Der Ehemann vereinbarte für sie einen Termin beim Arzt, da er sie in ihrer Persönlichkeit verändert erlebte sie war früher kontaktfreudig, stets guter Laune und sehr aktiv gewesen. Auch war er besorgt, da sie nicht mehr einkaufen gehen wollte, um kein Geld auszugeben. Sie machte sich ständig Sorgen, dass sie die monatlichen Raten der Eigentumswohnung nicht mehr bezahlen könnten, und ging auch mit der Mutter nicht mehr Kaffeetrinken, da ihr das zu teuer erschien. Für die Sorgen seiner Frau war objektiv kein Anlass gegeben. Der Ehemann versuchte immer wieder, sie von ihrer unrealistischen Einschätzung abzubringen, indem er ihr die gemeinsame Kassenlage anhand der 16

6 Kontoauszüge vorrechnete. Ihre Sorgen waren aber unkorrigierbar, außerdem sah sie ihre Befürchtungen und übermäßigen Sorgen nicht als krankhaft an. Bei dieser Patientin lag eine schwere depressive Episode mit Verarmungswahn vor, der sich im Rahmen der ausgeprägten depressiven Symptomatik entwickelt hatte. Für den Ehemann, der die Wahngedanken nicht als solche erkannt hatte, war die Erklärung als typisches Symptom einer schweren Depression sehr entlastend. Er konnte dadurch gelassener mit diesem Teil der Erkrankung umgehen. Literatur d Das Erleben einer Depression aus der Sicht der Betroffenen kann man sehr gut im Buch Schattendasein. Das unverstandene Leiden Depression (Müller-Rörich u. a. 2013) nachlesen, das viele Kommentare von Betroffenen enthält, die sich im Forum Kompetenznetz Depression / Suizidalität geäußert haben. Einen weiteren, ganz anderen Blick auf die depressive Symptomatik bietet das Bilderbuch Mein schwarzer Hund: Wie ich meine Depression an die Leine legte von Matthew Johnstone (2008). Burn-out In der ärztlichen und psychologischen Praxis tauchen in den letzten Jahren häufiger Patienten mit der Selbstdiagnose»Burn-out«auf, und auch im Alltag und in den Medien wird dieser Begriff sehr gerne benutzt. Gemeint ist damit ein Sich-ausgebrannt-Fühlen bei berufstätigen Personen, das mit Erschöpfungszuständen und ängstlich-depressiven Gefühlen einhergeht. Oft tragen eine»kombination aus Überlastung, Mangel an Autonomie, mangelnde Anerkennung in der Bezugsgruppe sowie gravierende Wertekonflikte«(Hoff / Sass 2010, 17

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