Wachstumsmärkte in alternden Gesellschaften

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1 Wachstumsmärkte in alternden Gesellschaften Siemensforum München Megatrend Demographie am 4. Dezember 2006 Dr. Andreas Heigl, GlaxoSmithKline München

2 Demographische Binsenweisheit I Gene demographisch Verhalten Altern Alterung Umwelteinflüsse der Generationen

3 Demographische Binsenweisheit II Demographische Strukturen und Prozesse sind zugleich Ursache und Wirkung

4 Demographische Binsenweisheit III Demographie erklärt immer nur einen Teil eines Phänomens, wirkt aber nur selten deterministisch (Demographie als Katalysator)

5 Demographische Binsenweisheit IV Demographie selbst ist nicht das Problem, sondern der demographischen Struktur nicht angepasste Wirtschaftsund Sozialpolitik

6 Entwicklung der über 60-jährigen in der Welt 1800 in Mio Industrieländer Entwicklungsländer Quelle: United Nations

7 Sparprofil und Erwerbsbeteiligung im Lebenszyklus ,8 9 0,6 6 Erwerbsquoten (rechte Skala) 0,4 3 0 Sparquoten in % des verfügbaren Einkommens (linke Skala) unter über 70 0,2 0 Quelle: Einkommens- und Verbrauchstichprobe 2003, Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen für den 7. Familienbericht 7

8 Sparprofil im Lebenszyklus, Längsschnitt Sparquote in Prozent des ausgabefähigen Einkommens, alte Bundesländer unter über Quelle: Einkommens- und Verbrauchsstichproben; eigene Berechnungen für den 7. Familienbericht 8

9 Ausgabenanteile für bestimmte Lebensbereiche: Generationenunterschiede marginal In Prozent der Gesamtausgaben für bestimmte Altersgruppen ,6 16,1 2,7 6,3 6,7 30,4 31,1 5,7 11,2 4,9 12,9 13,9 5,8 4,9 10, Nahrungsmittel Bekleidung Wohnen Innenausstattung Gesundheitspflege Mobilität Freizeit, Kultur Beherbergung, Gaststätten Quelle: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2003; eigene Berechnungen für den 7. Familienbericht 9

10 Bildung von Geldvermögen: Generationenunterschiede gering In Prozent der Ausgaben für die Bildung von Geldvermögen nach Altersgruppen Sparbücher Bausparverträge Lebensversicherung Rentenwerte Aktien/Aktienfonds sonstige Quelle: Einkommens- und Verbrauchstichprobe 2003; eigene Berechnungen für den 7. Familienbericht 10

11 Je älter, desto reicher Bruttogeldvermögen nach Altersstufe in Euro Durchschnitt Euro unter Quelle: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2003; eigene Berechnungen für den 7. Familienbericht 11

12 Nachfragestruktur nach Gesundheitsleistungen klafft auseinander Ausgaben unter 25 Jahren auf 100 normiert unter über 85 private Gesundheitsausgaben GKV-Ausgaben Quelle: Bundesversicherungsamt, Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2003, eigene Berechnungen 12

13 Altersprofil der Ausgaben für Wohnungsinstandsetzung In Euro je Monat unter über 85 Quelle: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2003; eigene Berechnungen für den 7. Familienbericht 13

14 Bevölkerungseffekt (Alterung und Schrumpfung) auf die Ausgaben für bestimmte Lebensbereiche 2002 = Gesundheitspflege Wohnen Beherbergung/Gaststätten Nahrungsmittel Verkehr Bildung Quelle: 10. Koordinierte Bevölkerungsvorausschätzung (Variante 5), Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2003; eigene Berechnungen für den 7. Familienbericht 14

15 Bevölkerungseffekt (Alterung und Schrumpfung) auf Vermögensbildung, Ersparnis und Kreditaufnahme 2002 = Vermögensbildung Ersparnis Kredite Quelle: 10. Koordinierte Bevölkerungsvorausschätzung (Variante 5), Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2003; eigene Berechnungen für den 7. Familienbericht 15

16 Demographische Auswirkungen auf das BIP-Wachstum Durchschnittliches jährliches Wachstum pro Kopf in Prozent 3 2,5 2 1,5 1 0,5 0 Deutschland Frankreich Italien Japan USA Quelle: Lombard Street Research 16

17 Demographische Dividende Was ist das? Erwerbsbevölkerung wächst überdurchschnittlich Intergenerationelle Lastenverteilung sinkt -> Wettbewerbsvorteil für Schwellenländer Faktor Arbeit bleibt dauerhaft konkurrenzlos billig Sparquote hoch, Kapitalversorgung gesichert Demographische Dividende trägt bis zu 40% zum Wirtschaftswachstum bei 17

18 Demographische Dividende Verhältnis von Aktiven zu Abhängigen USA Deutschland Frankreich UK Italien Japan Brasilien Indien China Quelle: United Nations, 2005, eigene Berechnungen 18

19 Demographische Dividende ist nicht Gott gegeben Auslösendes Moment: sinkende Sterblichkeit und Geburtenrückgang Verstärkendes Moment: kleinere Familiengrößen -> mehr Humankapital -> mehr Employability -> höhere Sparquoten -> mehr Investitionen Notwendige Begleitumstände: stabiles makroökonomisches Umfeld (flexible Arbeitsmärkte, offene Güterund Kapitalmärkte, behutsame Reformen) Good Governance (stabiler sozialer Rahmen, Rechtsstaatlichkeit, effiziente Bürokratie, Bekämpfung von Korruption, Vertragsfreiheit und -sicherheit) Chance für Industrieländer!!! 19

20 Globalisierung Frage: Wenn von Globalisierung die Rede ist, was überwiegt dann bei Ihnen? Sehen Sie da alles in allem mehr Chancen oder mehr Risiken? 2006 Trend 50 21% 12% % 20% Prozent Weiß nicht, was mit Globalisierung gemeint ist Mehr Chancen Mehr Risiken Unentschieden Jahr Mehr Risiken Mehr Chancen Quelle: Allensbacher Archiv, IfD-Umfragen, Juni Deutsche Bevölkerung ab 16 Jahren (in Prozent) 20

21 Von der Demographie getriebene Wachstumsmärkte Gesundheitswesen Altersvorsorge (Finanzdienstleister) Lifestyle / Luxuswaren Freizeit / Reisen Wohnen im Alter (Wohnungsinstandsetzung; aber auch neue, alternative Wohnformen) 21

22 Nun sind wir gemeinsam ein Stück älter geworden Trotzdem vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!!! Dr. Andreas Heigl, GlaxoSmithKline München

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