PLÖTZLICH EIN PFLEGEFALL IN DER FAMILIE - WAS MUSS ICH WISSEN?

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1 PLÖTZLICH EIN FALL IN DER FAMILIE - WAS MUSS ICH WISSEN?

2 ÜBERBLICK > Wie organisiere ich die Pflege? > Wie finanziere ich die Versorgung? > Worauf muss ich bei pflegerischen Handgriffen achten? > Wie überfordere ich mich nicht?

3 PLÖTZLICH EIN FALL Ausgangssituation Frau A. 64 Jahre alt, stürzt beim Treppen steigen und zieht sich eine Oberschenkelhalsfraktur zu. Sie befindet sich nach einer OP Noch im Krankenhaus. Was gilt es jetzt zu berücksichtigen?

4 WIE ORGANISIERE ICH DIE? Folgende Schritte müssen nun getätigt werden: > Kontaktaufnahme zum Stationsarzt der Klinik > Kontaktaufnahme zum Kliniksozialdienst > Kontaktaufnahme mit der Krankenkasse > Abklärung, ob eine Anschlussheilbehandlung möglich ist? > Versorgung zu Hause vorbereiten

5 PLÖTZLICH EIN FALL Ausgangssituation Herr M. 72 Jahre alt, erleidet einen Schlaganfall und wird nach einem Krankenhausaufenthalt zur Anschlussheilbehandlung in eine Reha-Klinik verlegt. Was gilt es jetzt zu berücksichtigen?

6 WIE ORGANISIERE ICH DIE? Folgende Schritte müssen nun getätigt werden: > Kontaktaufnahme zum Stationsarzt Rehabilitationsklinik (Prognose zum Krankheitsbild) > Kontaktaufnahme zum Sozialdienst, um weitere Versorgungsmöglichkeiten abzuklären > Einweisung in die Pflege vor Ort über Pflegekraft oder Ergotherapeut

7 WIE ORGANISIERE ICH DIE? Folgende Schritte müssen nun getätigt werden: > Bedarf der Pflege- sowie Technischen Hilfsmittel über Ergotherapeut abklären > Kontaktaufnahme mit der Krankenkasse zum Thema Pflegeberatung

8 WIE ORGANISIERE ICH DIE? Wie organisiere ich die Pflege zuhause > Beziehen Sie den Pflegebedürftigen und die Familie bereits im Vorfeld in die Planung und Vorbereitung ein > Erkundigen Sie sich bei der Kranken- und Pflegekasse nach Unterstützungsmöglichkeiten > Vereinbaren sie ein Beratungsgespräch mit dem Pflegestützpunkt in den Heimatgemeinden

9 WIE ORGANISIERE ICH DIE? Wie organisiere ich die Pflege zuhause > Lassen Sie sich durch einen ambulanten Pflegedienst beraten und in die Pflege einweisen > Informieren sie den Hausarzt über den Entlassungstermin, evtl. ein Hausbesuch vereinbaren > Verordnungen von Pflege- und Hilfsmitteln über den Hausarzt beantragen > Nehmen Sie an einem Pflegekurs teil

10 WIE FINANZIERE ICH DIE VERSORGUNG? Die Finanzierung wird auf 3 Säulen aufgebaut Finanzierung Krankenkasse Pflegekasse Privat Leistungen (Antrag bei Sozialamt)

11 WIE FINANZIERE ICH DIE VERSORGUNG? Finanzierung über die Krankenkasse > Alle Finanzierungsmöglichkeiten werden nur über eine Verordnung des Hausarztes genehmigt > Behandlungspflege z.b. Medikamentengabe, Blutdruck + Blutzuckerüberwachung, Verbandswechsel etc. > Häusliche Krankenpflege > Pflegehilfsmittel und technische Hilfsmittel > Verordnung von Therapien und Pflegeeinweisung

12 WIE FINANZIERE ICH DIE VERSORGUNG? Finanzierung über die Pflegekasse > Auf Antrag bei der Pflegekasse erfolgt eine Überprüfung der Pflegebedürftigkeit über den MDK > Die Überprüfung erfolgt in der Grundpflege, Hauswirtschaft und hinsichtlich Betreuungsleistungen > Ein Gutachten wird erstellt und es folgt eine Einteilung in eine Pflegestufe

13 WIE FINANZIERE ICH DIE VERSORGUNG? Finanzierung über die Pflegekasse Pflegestufe 0 ( ohne / mit Demenz) mtl. Leistung in Pflegestufe 1 ( ohne / mit Demenz) mtl. Leistung in Pflegebedarf unter 45 Minuten pro Tag Pflegebedarf von 90 Minuten pro Tag Geldleistung 0 / 120 Geldleistung 235 / 305 Sachleistung 0 / 225 Sachleistung 450 / 665 Vollstationäre Pflege

14 WIE FINANZIERE ICH DIE VERSORGUNG? Finanzierung über die Pflegekasse Pflegestufe 2 ( ohne / mit Demenz) mtl. Leistung in Pflegestufe 3 ( ohne / mit Demenz) mtl. Leistung in Pflegebedarf von 3 Stunden pro Tag Pflegebedarf von 5 Stunden pro Tag Geldleistung 440 / 525 Geldleistung 700 / 700 Sachleistung / Sachleistung / Vollstationäre Pflege Vollstationäre Pflege

15 WIE FINANZIERE ICH DIE VERSORGUNG? Finanzierung über die Pflegekasse > Pflegesachleistung, Kombination von Geld- und Sachleistung und Geldleistungen > häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson /Jahr; 50% Geldleistungen bleiben bestehen > Pflegehilfsmittel und technische Hilfen > Zuschüsse zur Verbesserung des Wohnumfeldes

16 WIE FINANZIERE ICH DIE VERSORGUNG? Finanzierung über die Pflegekasse > individuelle Pflegeberatung > Tages- und Nachtpflege > Kurzzeitpflege / Jahr > Betreuungsleistungen ohne Demenz 100 / Monat > Betreuungsleistungen mit Demenz 200 / Monat

17 WIE FINANZIERE ICH DIE VERSORGUNG? Finanzierung über die Pflegekasse > vollstationäre Pflege > vollstationäre Pflege in Behinderteneinrichtungen > Ab 14 Stunden Pflegeleistungen in der Woche erhalten Pflegepersonen einen Rentenanspruch von 7,10-21,32 je nach Pflegestufe zur sozialen Sicherung > Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen

18 WORAUF MUSS ICH BEI RISCHEN HANDGRIFFEN ACHTEN? Unterstützen Sie ihren Angehörigen in seinen täglichen Aktivitäten ( Essen, Körperpflege Bewegung). Ziel ist seine verbliebenen Fähigkeiten und Möglichkeiten aufzuzeigen und zu fördern. Dann wird die Unterstützung zu einem Lernangebot, bei dem die Bewegungskompetenz des Angehörigen erhalten oder entwickelt wird

19 WORAUF MUSS ICH BEI RISCHEN HANDGRIFFEN ACHTEN? Der Weg vom Sitzen an der Bettkante in einen Rollstuhl Abstützen mit den Armen - eine Variante Abstützen mit den Armen - eine Variante

20 WORAUF MUSS ICH BEI RISCHEN HANDGRIFFEN ACHTEN? Der Weg vom Sitzen an der Bettkante in einen Rollstuhl Abstützen mit den Armen - eine weitere Variante

21 WORAUF MUSS ICH BEI RISCHEN HANDGRIFFEN ACHTEN? Der Weg vom Liegen zum Sitzen an die Bettkante Sich selbst mit seinen Armen abdrücken

22 WORAUF MUSS ICH BEI RISCHEN HANDGRIFFEN ACHTEN? Der Weg vom Liegen zum Sitzen an die Bettkante Hinsetzen mit Hilfsmittel

23 WIE ÜBERFORDERE ICH MICH NICHT? > Im Rahmen der Pflegezeit und der Familienpflegezeit haben Sie die Möglichkeit eine Auszeit vom Beruf zu nehmen und sich der häuslichen Pflege Ihres nahen Angehörigen zu widmen, ohne dass dabei Ihr Arbeitsplatz gefährdet wird

24 WIE ÜBERFORDERE ICH MICH NICHT? Pflegezeit - Kurzzeitige Freistellung > Sie können sich bis zu 10 Tage unbezahlt von der Arbeit freistellen lassen, um die Pflege zu organisieren oder um selbst zu pflegen. > Ihr Versicherungsschutz bei der deutschen Sozialversicherung bleibt bestehen

25 WIE ÜBERFORDERE ICH MICH NICHT? Pflegezeit - Freistellung bis zu sechs Monate > Sie können für sich maximal sechs Monate unbezahlt vollständig oder teilweise von der Arbeit freistellen lassen. Voraussetzungen sind: > Einstufung in die Pflegestufe 1 > Ihr Arbeitgeber hat mehr als 15 Beschäftigte > Sie informieren Ihren Arbeitgeber mindestens 10 Tage vor Beginn der geplanten Pflegezeit über Zeitraum und Umfang schriftlich

26 WIE ÜBERFORDERE ICH MICH NICHT? Kranken- und Pflegeversicherung > Wechseln Sie in die kostenlose Familienversicherung. Falls nicht möglich, müssen Sie sich freiwillig versichern. Die Beiträge übernimmt die Pflegekasse des nahen Angehörigen. Rentenversicherung > Die Pflegekasse des nahen Angehörigen entrichtet Beiträge zur Rentenversicherung für Sie

27 WIE ÜBERFORDERE ICH MICH NICHT? Familienpflegezeit FPZGesetz Reduzierung der Arbeitszeit für längstens 24 Monate > Sie können für maximal zwei Jahre ihre Arbeitszeit reduzieren. Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, einen solchen Vertrag abzuschließen. > Die Arbeitszeit wird auf die Hälfte, jedoch nicht weniger als 15 Stunden in der Woche, reduziert. > Der Arbeitnehmer erhält in dieser Zeit 75 Prozent des bisherigen Bruttolohns. Der Arbeitnehmer muss nach Beendigung der Familienpflegezeit wieder voll arbeiten

28 WIE ÜBERFORDERE ICH MICH NICHT? Familienpflegezeit FPZGesetz Reduzierung der Arbeitszeit für längstens 24 Monate > Der Arbeitnehmer erhält weiterhin nur 75 Prozent des Gehalts - so lange, bis die durch den Vorschuss vorab vergütete Arbeitszeit nachgearbeitet ist. > Der Kranken- und Pflegeversicherungsschutz bleibt erhalten

29 WIE ÜBERFORDERE ICH MICH NICHT? > Informieren Sie sich umfassend > Beziehen Sie den Pflegebedürftigen und die Familie in Entscheidungen ein > Fördern Sie den Pflegebedürftigen in seiner Selbstständigkeit > Nehmen Sie an einem Pflegekurs teil > Vernachlässigen Sie Ihre eigene Gesundheit nicht

30 DANKE FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT

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