IT Innovation Readiness Index

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1 IT Innovation Readiness Index

2 2 INHALT 3 Inhalt Vorwort 5 Executive Summary Einführung und Methodik 9 Ergebnisse Industrie. Cloud Computing Mobility Big Data Zukunftsperspektiven in der Fertigung Aktuelle Geschäftsherausforderungen 22 Fazit 23

3 VORWORT Impressum Pierre Audoin Consultants (PAC) GmbH Holzstraße 2 9 München Tel Fax Geschäftsführer Frédéric Munch Ust.-ID/VAT Nr. DE9377 Amtsgericht München HRB 992 Freudenberg IT SE & Co. KG Höhnerweg 2 99 Weinheim Tel Fax Tech-Blog: Komplementärin Freudenberg SE, Höhnerweg 2, D-99 Weinheim Amtsgericht Mannheim, HRB Vorwort Der Innovation Readiness Index 1 knüpft an die Vorjahresuntersuchung zum Status quo der IT-Durchdringung im industriellen Mittelstand an. Er misst den Innovationsgrad der IT in einem Wirtschaftszweig, von dem Wachstum und Wohlstand in Deutschland in besonderer Weise abhängig sind. Als Weiterführung im Jahresrhythmus verdeutlicht der Report für 1 überdies den IT-getriebenen Transformationsfortschritt von Geschäfts- und Produktionsprozessen in der mittelständischen Fertigungsindustrie wobei die inhaltlichen Schwerpunkte wie schon 13 hauptsächlich auf Cloud Computing, Big Data, Mobility und Industrie. liegen, da diese technologischen Megatrends für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Fertigungsindustrie eine entscheidende Rolle spielen. Anders jedoch als noch vor einem Jahr ist Industrie. in Politik und Medien mittlerweile ein gängiger Begriff: Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung grundlegend veränderter Steuerungs- und Fertigungsprozesse steht heute außer Zweifel. So veranschlagt beispielsweise eine aktuelle Studie des Hightech-Verbands BITKOM das zusätzliche Wertschöpfungspotenzial durch den Einsatz von Industrie.-Technologien wie Cloud Computing und Smart Factory allein in sechs ausgewählten Branchen auf 7 Milliarden Euro über die nächsten zehn Jahre hinweg. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit mittelständische Fertigungsunternehmen momentan gerüstet sind, um das immense Potenzial der vierten industriellen Revolution tatsächlich auszuschöpfen. Eben darauf gibt der vorliegende Studienreport eine durch Fakten fundierte Antwort. Der Wert der Untersuchung liegt vor allem darin, dass der aktuelle Handlungsbedarf aus den Ergebnissen unmittelbar ableitbar ist. Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre! Horst Reichardt CEO Freudenberg IT Vorstand Dr. Mohsen Sohi (Sprecher), Christoph Mosmann, Dr. Ralf Krieger Vorsitzender des Aufsichtsrats Dr. Wolfram Freudenberg Unternehmensleitung Horst Reichardt (CEO) Dr. Sebastian Weiß (CFO) Thomas Ahlers (Executive Vice President Consulting) Murat Ekinci (Executive Vice President Operations) Oliver Wolter (Executive Vice President Sales) Projekteitung Manfred Stein (Vice President Marketing & Corporate Communications) Karsten Leclerque Principal Consultant Pierre Audoin Consultants Karsten Leclerque Principal Consultant Pierre Audoin Consultants Horst Reichardt CEO Freudenberg IT 5

4 EXECUTIVE SUMMARY Industrie. Executive Summary Der Innovationsindex der mittelständischen Fertigungsindustrie in Deutschland stieg innerhalb des letzten Jahres um,5 Indexpunkte von,9 auf 5,. Dieser Wert ergibt sich als Mittelwert aus den Indexzahlen auf einer Skala zwischen und 1 für die Themenblöcke Industrie., Mobility, Cloud Computing und Big Data wobei die Resultate für den letztgenannten Komplex im Vorjahr aufgrund der damals noch zu geringen Aussagekraft nicht in die Gesamtauswertung einfloss. Ohne Berücksichtigung der Befragungsergebnisse von Big Data wie im Vorjahr läge der aktuelle Innovationsindex bei 5,3 statt 5,. Als höchster Einzelwert hat der Index für Industrie. den größten Einfluss auf das Gesamtergebnis: Er wuchs gegenüber 13 von,3 auf,. In diesem Anstieg spiegelt sich unter anderem der deutlich höhere Stellenwert von selbststeuernden Fertigungsprozessen wieder: 9 Prozent der Befragten haben diese bereits implementiert oder planen die Implementierung beziehungsweise haben Interesse daran insgesamt Prozentpunkte mehr als 13. Die Verbreitung IT-gestützter Lösungen zur Betriebs- und Maschinendatenerfassung (BDE/MDE) liegt mittlerweile bei rund Prozent ein Zuwachs von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem im Maschinenund Anlagenbau hat der Einsatz von IT-Lösungen für BDE/MDE und Leitstandanwendungen zugenommen. Als Haupthemmnisse für den Industrie.-Trend beklagten 27 Prozent fehlendes Know-how und mangelnde Ressourcen, 2 Prozent hohe Investitionskosten und 23 Prozent das Fehlen verbindlicher Standards für den Datenaustausch in der Produktion. Deutlich zugenommen hat im Verlauf des letzten Jahres die Integration zwischen kaufmännischen Anwendungen und Manufacturing Execution Systemen (MES), nämlich von 57 auf 7 Prozent. Als Kernkomponente von Industrie. kann MES somit eine Brücke schlagen von heutigen Planungs- und Steuerungssystemen hin zu den Visionen des neuen Industriezeitalters. STATUS QUO DER FERTIGUNG IT Innovation Readiness Index 1 5.* Innovations-Index.9 Cloud Computing Der Einsatz von Cloud-Lösungen hat seit 13 in allen Bereichen zugenommen sowohl bei Infrastrukturdiensten im Kontext von Speicher-, Backup- oder Serverkapazitäten als auch bei Software-Anwendungen aus der Cloud. Der Cloud-Index der mittelständischen Fertigungsindustrie stieg von 2, auf 3,. Während die Nutzung von Software-as-a-Service (SaaS) für spezielle Einsatzbereiche wie Customer Relationship Management (CRM), Human Ressource (HR) oder Product Lifecycle Management (PLM) mit 3 Prozentpunkten relativ moderat zulegte, ist beim Einsatz von SaaS als strategischer Softwareplattform ein überdurchschnittlicher Zuwachs zu verzeichnen: Hier sprang die Zahl von auf 1 Prozent. Allerdings lehnen nach wie vor rund Prozent der befragten Unternehmen Cloud Computing grundsätzlich ab Industrie Mobility Cloud Computing 2. Big Data* * Big Data wurde erstmalig im Jahr 1 berücksichtigt Im direkten Jahresvergleich, also ohne Berücksichtigung von Big Data, wäre der Index von.9 auf 5.3 gestiegen 1 Skala = Einsatz von allen Befragten kategorisch abgelehnt 1 = Einsatz bei allen Befragten in allen Einsatzgebieten Industrie.-Reife in Deutschland steigt konstant. Neben dem Nutzungszuwachs von Cloud-Lösungen ist im industriellen Mittelstand auch ein gestiegenes Bewusstsein und eine differenziertere Betrachtungsweise hinsichtlich verschiedener Cloud-Konzepte zu beobachten. 7

5 METHODIK Einführung in die Methodik Mobility Der Mobility-Index der mittelständischen Fertigungsindustrie nahm zwischen 13 und 1 von 5, auf 5, zu. Prozent der Befragten Prozentpunkte mehr als im Vorjahr haben bereits mobile Prozesse etabliert. Besonders im Maschinen- und Anlagenbau ist ein signifikanter Anstieg der Mobilitätsnutzung im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Vor dem Hintergrund, dass Effizienzsteigerung und Kostensenkung aktuell zu den größten Herausforderungen im industriellen Mittelstand zählen, ist zu erwarten, dass die Bedeutung mobiler Prozesse zukünftig steigen wird. Big Data Der in diesem Jahr erstmals erhobene Indexwert für Big Data beläuft sich auf 5,9. Während Datenanalysen in kaufmännischen Bereichen bereits bei 7 Prozent der befragten Fertigungsunternehmen etabliert sind, nutzen erst 3 Prozent Data Analytics Tools zur Echtzeitüberwachung ihrer Produktion. Rund ein Drittel der Befragten gaben jedoch Skepsis gegenüber dem Nutzen von Big Data-Anwendungen als Haupthemmnis für den Einsatz entsprechender Lösungen an. Vor dem Hintergrund zunehmender Internationalisierung und Globalisierung hängen fundierte Entscheidungen immer stärker von der schnellen Informationsverfügbarkeit im Hinblick auf Lagerbestände, Auftragssituation, Produktionsauslastung, Qualitätsniveau und Absatzentwicklung ab. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Big Data-Einsatz in der mittelständischen Fertigungsindustrie weiter zunehmen wird. Für die Folgestudie IT Innovation Readiness Index 1 wurden in mittelständischen Fertigungsunternehmen (Vorjahreswert: 11) sowohl Entscheider auf Managementebene als auch aus der IT- und Produktionsleitung befragt. Die ausgewählte Unternehmensstichprobe bildet nach Größen- und Branchenverteilung einen Querschnitt des industriellen Mittelstands in der Bundesrepublik: 3 Prozent der befragten Firmen gehören dem Maschinen- und Anlagenbau an, 29 Prozent der Automotive-Industrie und 3 Prozent sonstigen Fertigungsbranchen zum Beispiel der Elektro- und Elektronikindustrie. Prozent der befragten Unternehmen beschäftigen 25 bis 99 Mitarbeiter; bei Prozent rangiert die Mitarbeiterzahl zwischen 5 bis.999. Im Vorjahr lagen diese Werte bei beziehungsweise 52 Prozent. Eine leichte Verschiebung gegenüber der vorjährigen Umfragewelle ergab sich auch bei der Verteilung der Positionen der Befragten: Während 13 nur in 1 Prozent der teilnehmenden Firmen ein Entscheider auf Managementebene den Fragenkatalog beantwortete, stieg dieser Wert 1 auf 21 Prozent. 52 Prozent der Studienteilnehmer waren IT-Entscheider (13: 5 Prozent) und 27 Prozent Produktionsleiter (13: 32 Prozent). Thematisch erstreckte sich der Fragenkatalog auf aktuelle Herausforderungen aus geschäftlicher Sicht, auf Investitionspläne sowie auf die grundsätzliche Haltung gegenüber wichtigen IT-Innovationen. Wie schon in der Vorjahresbefragung standen dabei die Megatrends Cloud Computing, Mobility und Industrie. im Mittelpunkt. Darüber hinaus wurde in diesem Jahr auch das Thema Big Data als ein Schwerpunkt in die Untersuchung aufgenommen. Konkret gefragt wurde bei jedem der Themenfelder, ob diesbezügliche Anwendungen bereits im Einsatz, geplant, nicht geplant, aber Interesse oder eher uninteressant sind. Die Vorgabe von abgestuften Antwortmöglichkeiten erlaubte eine Verdichtung der erhobenen Resultate zu aussagekräftigen Indexwerten auf einer Skala zwischen und 1. Demzufolge hieße ein Indexwert von, dass alle Befragten die betreffende Technologie für uninteressant halten. Dagegen würde der Index 1 bedeuten, dass sie bereits heute bei allen Unternehmen im Einsatz ist. 9

6 1 ERGEBNISSE 11 Ergebnisse Industrie. Der Indexwert für Industrie. stieg deutlich von,3 auf.. Der auffälligste Unterschied zur Vorjahresbefragung zeigt sich bei der Haltung der Branche gegenüber dezentral vernetzten, selbststeuernden Fertigungsprozessen: War das Thema 13 noch für fast 5 Prozent der Fertigungsunternehmen uninteressant, so sind es 1 nur noch 3 Prozent, die sich nicht mit dem Thema beschäftigen. Bereits 17 Prozent haben die Prozesse implementiert. Innerhalb des Untersuchungszeitraums stieg die Zahl derjenigen Unternehmen, die ihr MES an kaufmännische Systeme angebunden haben, um 1 Prozentpunkte auf 7 Prozent. Noch ein Prozent höher, nämlich bei Prozent, liegt aktuell die Verbreitung von IT-Lösungen für BDE/MDE ein Zuwachs von 9 Prozentpunkten gegenüber 13. IT-DURCHDRINGUNG IN DER PRODUKTION STATUS QUO 1 Industrie. ist im Mittelstand angekommen IT-Lösungen für die Maschinendatenund Betriebsdatenerfassung (MDE/BDE) % 59 % Kern von Industrie. Anbindung von MES an kaufmännische Systeme 57 % 7 % 7 % IT-Lösungen zur Anlagenfernwartung 55 % Automatisierungslösungen 52 % 52 % Intelligente Produktionsanlagen Basis für Industrie. Basis für Industrie. 7 % Basis für Industrie. Dezentrale/selbststeuernde Produktionsprozesse Industrie.-Reife 17 % 15 % 1 13 % Die Ergebnisse zu wichtigen Industrie.-Indikatoren wie engere IT-Integration zwischen Shop Floor und Top Floor sowie das gestiegene Interesse an einer quasi selbststeuernden Fertigung geben Anlass zu Optimismus. Denn darin zeigt sich, welch hohe Priorität die Fertigungsindustrie der Transformation in Richtung Industrie. beimisst.

7 ERGEBNISSE 13 Cloud Computing Der Cloud-Index im industriellen Mittelstand stieg innerhalb des vergangenen Jahres von 2, auf 3,. Der Einsatz Cloud-basierter Speicher-, Backup- und Serverdienste nahm von 1 auf Prozent leicht zu. Gleichfalls nur moderat wuchs die Nutzung von SaaS für ausgewählte Anwendungsbereiche wie CRM, HR oder PLM um 3 Prozentpunkte auf 19 Prozent. Deutlicher hingegen zeichnet sich die Entwicklung bei denjenigen Unternehmen ab, die SaaS als strategische Softwareplattform einsetzen oder planen, dies zu tun: Hier verdreifachte sich der Anteil nahezu von auf 21 Prozent, und zwar über alle Fertigungsbranchen hinweg. Auffällig dabei ist, dass sich erheblich mehr Non-IT-Manager als im Vorjahr für einen strategischen Einsatz von SaaS aussprachen. Erklären lässt sich diese Tatsache unter anderem mit der Cloud-Strategie großer Softwareanbieter wie SAP und den damit einhergehenden Kommunikationskampagnen. Besonders stark hat die Cloud-Nutzung bei Non-Automotive-Unternehmen zugenommen: Sie lösten Automobilzulieferer in diesem Jahr als Cloud-Spitzenreiter ab und steigerten den Einsatz von SaaS als strategische Softwareplattform von auf Prozent. Am schwächsten ausgeprägt ist die Cloud-Adaption wie schon 13 im Maschinenund Anlagenbau. Hier waren bei allen Cloud-Nutzungsvarianten nur leichte Zuwachsraten zu verzeichnen. Vor allem im Maschinen- und Anlagenbau hat der Einsatz IT-gestützter BDE/MDE- und Leitstandlösungen von 13 auf 1 zugenommen. Im industriellen Mittelstand hat das Thema Industrie. definitiv an Aufmerksamkeit gewonnen. Gleichwohl zeigt die Umfrage auch stagnierende Entwicklungen zum Beispiel beim Einsatz intelligenter Produktionsanlagen: Hier verharrt der Durchdringungsgrad im fertigenden Mittelstand nach wie vor bei 52 Prozent. Als Haupthemmnisse für die Industrie.-Adaption nannten 27 Prozent der Befragten einen Mangel an Know-how und Ressourcen, 2 Prozent zu hohe Investitionskosten und 23 Prozent das Fehlen verbindlicher Standards für den Datenaustausch in der Fertigung. Die letzte Zahl ist insofern interessant, weil mit OPC Unified Architecture (OPC UA) bereits ein system- und herstellerunabhängiger Schnittstellenstandard existiert, der schon heute eine kostensparende MES-Integration des Maschinen- und Anlagenparks ermöglicht. CLOUD COMPUTING ALS TÜRÖFFNER FÜR INDUSTRIE. % der deutschen Fertigungsindustrie lehnen Cloud Computing auch 1 ab % Serverkapazitäten % % Speicher/Backup % 19 % 1 % % 2 % 7% % 21 % 1 % 1 % SaaS für strategische Softwareplattform 25 % 19 % % 1 % SaaS für einzelne funktionale Lösungen Bereits im Einsatz Einsatz geplant Einsatz denkbar % 1 % 25 % 21 % 27 % 22 % % Einsatz von Cloud Computing wird abgelehnt

8 1 ERGEBNISSE 15 Während im Vorjahr noch 23 Prozent der befragten Unternehmen keine Aussage zu der Frage treffen konnten, ob für sie das Public oder Private Cloud-Modell infrage kommt, liegt dieser Wert aktuell bei nur noch Prozent. Um über das Dreifache hingegen stieg der Anteil derjenigen Unternehmen, die das Private Cloud-Modell für geeignet halten nämlich von 11 auf 37 Prozent. In mittelständischen Fertigungsunternehmen wächst die Einsicht, dass für sie vor allem des Private CloudModell infrage kommt dies trifft insbesondere für kleinere Unternehmen zu. Allerdings lehnen nach wie vor rund Prozent der befragten Fertigungsunternehmen Cloud Computing grundsätzlich ab. Skepsis gegenüber der Datensicherheit in der Cloud wird mit 75 Prozent als hauptsächliches Hemmnis genannt. Im Maschinen- und Anlagenbau lag dieser Wert sogar bei Prozent. Die verbreiteten Sicherheitsbedenken geben einen Hinweis darauf, warum das Private Cloud-Modell gegenüber der als vergleichsweise unsicher geltenden Public-Variante in der Zielgruppe bevorzugt wird. Als weitere Argumente, die gegen die Cloud-Nutzung sprechen, wurden Furcht vor Datenverlust (3 Prozent) sowie rechtliche Bedenken (29 Prozent) genannt. Cloud-Adaption MEGATREND CLOUD: PRIVATE CLOUD IST MITTELSTANDS LIEBLING 37% setzen auf Private Cloud Bevorzugte Cloud-Modelle im industriellen Mittelstand Public Cloud Private Cloud Public Cloud für einzelne Unternehmensbereiche Weiß nicht / keine Angaben 23 Die schleppende Adaption von Cloud Computing im industriellen Mittelstand setzt Standortvorteile aufs Spiel. Immer neue Enthüllungen über Spähaktionen ausländischer Dienste sind in diesem Kontext alles andere als hilfreich. Umso wichtiger ist es, über die Sicherheitseigenschaften deutscher Cloud-Infrastrukturen aufzuklären, deren Betreiber nicht dem Patriot Act der US-Administration unterliegen. Hinzu kommt, dass in vielen Fertigungsunternehmen nicht nur das Potenzial von Cloud Computing zur nachhaltigen Reduktion von IT-Kosten unterschätzt wird, sondern auch seine Rolle als Wegbereiter der vierten industriellen Revolution. So sind zum Beispiel selbststeuernde Produktionsprozesse ohne Cloud Computing kaum vorstellbar, da die autarke Kommunikation zwischen intelligenten Werkstücken und vernetzten Fertigungsanlagen im Industrie.-Szenario zu einem exponentiellen Anstieg von Status- und Bewegungsdaten führt. Dies aber ist mit konventionellen IT-Architekturen nicht mehr zu bewältigen.

9 1 ERGEBNISSE 17 DIE MOBILE FABRIK STATUS QUO Mehr als die Hälfte setzt auf Mobile Device Management Mobile Arbeitsplätze BYOD-Strategie 13 geplant Mobile Abläufe etwa in der Zeiterfassung, Lagerverwaltung oder Produktionssteuerung bergen ein erhebliches Potenzial zur Effizienzsteigerung und Kostenreduktion. Beides wird in der mittelständischen Fertigungsindustrie derzeit als eine zentrale Herausforderung angesehen. Daher ist damit zu rechnen, dass mobile Prozesse sowohl in kaufmännischen als auch produktionsnahen Bereichen weiter an Bedeutung gewinnen werden Mobile Prozesse 1 52 Mobile Device Management (MDM) Im Einsatz Nicht geplant, aber Interesse Eher uninteressant 9 1 Keine Angabe Bemerkenswert ist die Entwicklung beim Thema BYOD: Zwar stieg im Untersuchungszeitraum der Anteil derjenigen Unternehmen, die eine dezidierte BYOD-Strategie verfolgen von 13 auf 23 Prozent. Gleichzeitig aber lehnen deutlich mehr Befragte als im Vorjahr BYOD grundsätzlich ab und zwar 3 Prozent gegenüber 5 Prozent 13. Eine Erklärung für diese Gegenläufigkeit ergibt sich aus dem Umstand, dass die Zahl der Unentschiedenen, die im letzten Jahr zu BYOD noch keine Meinung äußern konnten, von 9 auf Prozent abgesunken ist. Ein klarer Trend zeichnet sich demgegenüber beim Mobile Device Management (MDM) ab: Nahezu zwei Drittel der befragten Unternehmen haben MDM inzwischen im Einsatz oder planen, es einzuführen 3 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Mobility Der Mobility-Index stagnierte im Untersuchungszeitraum auf hohem Niveau: Gegenüber 13 legte er lediglich um,2 Indexpunkte auf 5, zu. Inzwischen haben Prozent aller befragten Unternehmen mobile Prozesse etabliert Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Mit 1 Prozent lag dieser Zuwachs im Maschinen- und Anlagenbau deutlich über dem Durchschnitt aller befragten Fertigungsunternehmen. In diesem Unternehmenssegment stieg die Nutzerzahl mobiler Prozesse innerhalb des letzten Jahres von 37 auf 7 Prozent. Über alle Fertigungsbranchen hinweg erkennt allerdings rund ein Drittel der Befragten noch keinen unmittelbaren Nutzen im Einsatz von mobilen Lösungen zur Effizienzsteigerung in Produktion und Logistik. Doch ebenso viele Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau (33 Prozent) stimmen dieser Aussage voll und ganz zu. Mobility-Durchdringung Sowohl die Zurückhaltung bei BYOD als auch die verstärkte Hinwendung zu MDM sprechen für das hohe Verantwortungsbewusstsein des fertigenden Mittelstands im Hinblick auf mögliche Risiken beim unkontrollierten Einsatz mobiler Endgeräte. Die wachsende Einsicht in die Notwendigkeit, dass mobile Hardware unternehmensweit durch eine einheitliche Managementlösung abgesichert werden muss, trägt dazu bei, die Mobility-Adaption in der mittelständischen Fertigungsindustrie weiter zu beschleunigen.

10 1 ERGEBNISSE 19 Big Data Der 1 erstmals ermittelte Index für Big Data liegt bei 5,9. Dieser vergleichsweise hohe Wert kommt unter anderem dadurch zustande, dass Auswertungssoftware für große Datenbestände zur Ermittlung kaufmännischer Unternehmenskennzahlen im Controlling schon heute relativ weit verbreitet ist: 7 Prozent der befragten Unternehmen haben entsprechende Lösungen im Einsatz; 7 Prozent planen die Einführung, und weitere 1 Prozent haben zwar noch keine konkreten Pläne, sind aber prinzipiell an Datenanalysen zur Kennzahlenermittlung im kaufmännischen Umfeld interessiert. Auch bei Themen wie Absatzentwicklung und Erhebungen zur Kundenzufriedenheit stoßen Analyselösungen für Massendaten im industriellen Mittelstand auf spürbare Resonanz. Hier liegen die Einsatzzahlen bei beziehungsweise 9 Prozent. Big Data-Potenzial Die zunehmende Vernetzung von Anlagen und Maschinen im Shop Floor bis hinab auf die Ebene der Sensoren und Aktoren generiert enorme Mengen an Status- und Bewegungsdaten. Diese Informationen werden für eine quasi selbstregulierende Produktionssteuerung aber nur dann nutzbar sein, wenn sie in Echtzeit ausgewertet und ebenso schnell im ERP-System im Top Floor verfügbar sind. Ohne In-Memory-Technologien ist die Vision einer intelligenten Industrie.-Fabrik folglich nicht zu verwirklichen. Wendet man den Blick jedoch vom Top Floor ab in Richtung Shop Floor, also weg von den Geschäfts- und hin zu den Fertigungsprozessen, so verändert sich das Bild: Lediglich 3 Prozent der befragten Unternehmen nutzen Datenanalysen bereits zur Echtzeitüberwachung ihrer Produktion, und nur 27 Prozent analysieren ihre Fertigungsdaten im Hinblick auf eine vorausschauende Wartungsoptimierung. In kaufmännischen Unternehmensbereichen sind Datenanalysen weitgehend etabliert. Nachholbedarf zeigt sich dagegen vor allem in der Produktion und in zukunftsgerichteten Datenanalysen. In-Memory-Lösungen nutzen derzeit 1 Prozent der Befragten zur Datenanalyse, weitere 11 Prozent planen den Einsatz. Auffallend ist in diesem Zusammenhang die In-Memory-Zurückhaltung bei Automobilzulieferern, denn dieses Branchensegment ging aus der Vorjahresuntersuchung als Pionier bei der Adaption vieler IT-Innovationen hervor. Etwa ein Drittel aller Studienteilnehmer bezweifeln den Nutzen von Big Data-Anwendungen. Als weiteres Hemmnis werden hohe Investitionskosten genannt. Im Kontrast dazu hebt eine Mehrzahl der Befragten den steigenden Innovationsdruck und die fortschreitende Internationalisierung heute als sehr große Herausforderung hervor. Da sich länderübergreifend verteilte Produktionsstandorte jedoch nur mit zusätzlichen Analysemöglichkeiten für die global generierten Datenmengen hinreichend effizient steuern lassen, ist davon auszugehen, dass Big Data-Lösungen im industriellen Mittelstand sehr schnell an Bedeutung gewinnen werden. HERAUSFORDERUNG INDUSTRIE. Produzierendes Gewerbe verkennt die Chancen von Big Data Auswertung von kaufmännischen Unternehmenskennzahlen im Controlling 7 Auswertung von Absatzzahlen Datenauswertung zur Bestimmung der Kundenrentabilität 9 Nutzung der Daten zur zukunftsgerichteten Analyse 39 Datenauswertung zur Preisoptimierung von Produkten und Ersatzteilen 32 7 Datenauswertung zur Prognose oder Simulation von Kundenverhalten Basis von Industrie. 19 Nicht geplant, aber Interesse Eher uninteressant Auswertung von Daten aus der Fertigung für die vorausschauende Wartung Basis von Industrie. geplant 3 Auswertung von Daten aus der Fertigung zur Echtzeitüberwachung der Produktion Basis von Industrie. Im Einsatz 7 1 Keine Angabe

11 ERGEBNISSE 21 3D-Druck Zukunftsperspektiven in der Fertigung Im September 1 wurde auf der International Manufacturing Technology Show in Chicago das erste Automobil aus dem 3D-Drucker unter dem Namen Strati präsentiert. Hergestellt aus einem Kunststoff-Karbon-Gemisch, waren lediglich der Motor, Batterien und einzelne mechanische Teile wie Federn oder Aufhängung seperat gefertigt. Zwar kommt dem 3D-Druck-Verfahren in der mittelständischen Fertigungsindustrie momentan noch kaum eine praktische Bedeutung zu. Doch schon bald könnten durch diese Technologie signifikante Effizienz- und Kostenvorteile erzielt werden. Diese Aussage stößt bei 23 Prozent der Befragten voll und ganz auf Zustimmung. Weitere 22 Prozent stimmen eher zu, während 53 Prozent eher nicht oder überhaupt nicht zustimmen. In der Fertigung der Zukunft ist es ein keineswegs unrealistisches Szenario, dass benötigte Teile statt vom Lieferanten oder aus dem Zwischenlager direkt am Montageband On-Demand aus dem 3D-Drucker kommen. Damit ließen sich nicht nur Logistikkosten sparen, sondern auch kleinste Losgrößen bis hin zum Einzelstück deutlich preiswerter in die Fertigung mit einbeziehen. Nicht zu übersehen ist dabei, dass 3D-Druck einen unmittelbaren Bezug zu den IT-Megatrends Big Data und Cloud Computing hat. Denn außer den Daten für eine selbststeuernde Fertigung müssen dann auch alle digitalen Konstruktionspläne für die 3D-DruckTeile in Echtzeit zur Verfügung stehen. Auch Technologien aus dem Umfeld von Augmented Reality können zu nennenswerten Effizienzsteigerungen in der Produktion beitragen. Dieser Aussage stimmen insgesamt Prozent der Befragten voll und ganz beziehungsweise eher zu. Obgleich dieser Wert deutlich geringer ausfällt als beim 3D-Druck, gibt es schon heute ausgereifte, speziell auf die Fertigungsindustrie zugeschnittene Augmented Reality-Anwendungen zum Beispiel für Google Glass: Wenn ein Produktionsmitarbeiter aktuelle Status- und Störungsmeldungen per Datenbrille empfängt statt auf einem Tablet oder Smartphone, hat er beide Hände zur schnelleren Störungsbeseitigung frei. Über eine App als Schnittstelle zum ERP-System werden so die Daten von der Maschinenstörung im Shop Floor dem Produktionsmitarbeiter direkt auf der Netzhaut zur Verfügung gestellt. Assistieren könnte ihm dabei ein spezialisierter Servicetechniker, der die Reparaturarbeiten über die integrierte Videokamera aus der Ferne mitverfolgt und via Live-Kommunikation Anweisungen und Ratschläge erteilt. INDUSTRIE. 3D Druck und Augmented Reality: Killerapplikation oder Hype? Augmented Reality Big Data-Lösungen zur intelligenten Datenaufbereitung sind ein strategischer Erfolgsfaktor. 31 Einsatz von MES ist zentrale Voraussetzung für Industrie.. 32 Durch 3D-Druck könnten in unserer Produktion Kosten- und Effizienzvorteile realisiert werden. 5 Stimme voll zu Mit Augmented Reality-Technologien könnten wir in unserer Produktion Effizienzvorteile erzielen. Stimme eher zu Stimme eher nicht zu Stimme nicht zu Keine Angabe Beim Einsatz von Google Glass in der Fertigung zeigt sich ein unmittelbarer Zusammenhang mit dem Megatrend Mobility. Der heutige Begriff mobiles Endgerät erfährt sozusagen eine Ausweitung und gewinnt spätestens dann eine völlig neue Dimension, wenn auch intelligente Werkstücke im Sinne einer selbstregulierenden Produktionssteuerung autark mit Anlagen und Maschinen kommunizieren. Sowohl mobile Augmented Reality Devices als auch Werkstücke, die mit dem Internet der Dinge verknüpft sind, müssen künftig in das unternehmensweite MDM mit einbezogen werden. Insofern sind die vorliegenden Untersuchungsergebnisse zum verstärkten MDM-Einsatz ein durchaus ermutigendes Signal.

12 22 FAZIT 23 FERTIGUNG 15 Lastenheft Produktion: Individuelle Kundenwünsche vs. Preisdruck Kostensenkung bzw. Effizienzzuwachs in der Produktion 79 2 Zunehmende individuelle Kundenwünsche 29 3 Innovationsdruck/ Time-to-Market 3 Internationalisierung/ Globalisierung 1 Mangel an Produktionskräften durch demographischen Wandel 33 Sehr große Herausforderung 27 Weniger große Herausforderung 19 Fazit Die vorliegende Studie zeigt, dass die IT-getriebene Transformation von Geschäfts- und Produktionsprozessen in der mittelständischen Fertigungsindustrie, im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen ist. Dies spiegelt sich sowohl in dem übergreifenden IT Innovation Readiness Index wider, als auch in den Einzel-Indizes für die technologischen Megatrends Cloud Computing, Industrie., Mobility und Big Data, die als Treiber von Transformationsprozessen betrachtet werden können. Zudem offenbart die Studie auch, dass innerhalb der einzelnen Megatrends nach wie vor Handlungsbedarfe vorliegen, um diesen Transformationsprozess weiter vorantreiben zu können. Aus Sicht von PAC sollten IT-getriebene Transformationsprozesse angesichts des starken Kostensenkungs- bzw. Effizienzzuwachsdrucks von zentraler Bedeutung für die mittelständische Fertigungsindustrie sein. Die Auseinandersetzung mit den offenen Fragestellungen bzw. Handlungsbedarfen in den betrachteten Megatrends Cloud Computing, Industrie., Big Data und Mobility sei es durch die einzelnen Fertigungsunternehmen selbst oder durch die Unterstützung externer IT-Anbieter und -Dienstleister ist dabei erfolgskritisch für den weiteren Transformationsprozess. 1 Keine Herausforderung Handlungsbedarf Aktuelle Geschäftsherausforderungen Befragt nach aktuellen Herausforderungen aus Geschäftssicht, bezeichneten ebenso wie im Vorjahr fast Prozent der befragten Unternehmen die Steigerung der Effizienz und die Reduktion von Kosten als eine sehr große Herausforderung. Deutlich gestiegen ist demgegenüber die Zahl derjenigen Fertigungsunternehmen, die zunehmend individuelle Kundenwünsche 1 als eine sehr große Herausforderung ansehen, nämlich von 59 auf Prozent. Mit Prozent wurden Innovationsdruck und kürzere Markteinführungszeiten (Time-to-Market) als drittwichtigste Herausforderung genannt ein Anstieg um Prozentpunkte gegenüber 13. Am stärksten ausgeprägt ist der Bedeutungszuwachs des Themas Internationalisierung und Globalisierung: Hier nahm die Angabe sehr große Herausforderung im Vergleich zu 13 von auf 1 Prozent zu. Im Vorjahr noch nicht betrachtet, rangiert der Fachkräftemangel in der Produktion aufgrund des demografischen Wandels in der diesjährigen Befragung auf dem fünften Platz: 33 Prozent der Studienteilnehmer nannten dies 1 eine sehr große Herausforderung. Die deutsche Fertigungsindustrie steht vor einem Fachkräftemangel. : Auf dem Weg in die vierte industrielle Revolution darf der Erfolgsfaktor Mensch in der Smart Factory nicht übersehen werden. Mit der Transformation in Richtung Industrie. werden sich auch Job- und Ausbildungsprofile grundlegend verändern. Zwar ist der Anstieg des Innovationsindexes um,5 Indexpunkte zweifellos ein Fortschritt, aber nur ein relativ geringer gemessen an der hohen Dynamik auf den globalen Märkten und den immer kürzeren Innovationszyklen. Akuter Handlungsbedarf besteht vor allem beim Thema Cloud Computing und dies aus zweierlei Gründen: Einerseits ist das rein serviceorientierte IT-Bereitstellungsmodell unentbehrlich zur Bewältigung der gegenwärtig als besonders gravierend wahrgenommenen Herausforderungen wie Effizienzsteigerung und Internationalisierung. Andererseits darf die Rolle von Cloud Computing als wichtiger Treiber für Industrie. und damit für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Fertigungsindustrie nicht unterschätzt werden. Vor dem Hintergrund der immensen volkswirtschaftlichen Bedeutung des industriellen Mittelstands muss die Überwindung bestehender Hemmnisse bei der Adaption der wesentlichen Treibertechnologien für Industrie. mit höchster Priorität behandelt werden. Ein folgenschweres Adaptionshemmnis sowohl für Cloud Computing als auch für Big Data- und Mobility liegt eindeutig im mangelnden Vertrauen des Mittelstands in Bezug auf die Informationssicherheit und den Datenschutz. Ohne dieses Vertrauen droht die Transformation von Geschäfts- und Fertigungsprozessen ins Stocken zu geraten und Deutschland könnte den Anschluss an die vierte industrielle Revolution verlieren. Hier sind IT-Dienstleister gefordert, ihre Überzeugungsarbeit zu verstärken. Aber auch Verantwortliche in Politik und Verbänden stehen in der Pflicht: Sie müssen nicht nur für ein höheres Tempo beim Ausbau der nationalen Breitbandinfrastruktur sorgen, sondern auch dafür, dass diese Infrastruktur absolut vertrauenswürdig für deutsche Fertigungsunternehmen ist.

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