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1 Abbildung 1: Titelbild (Quelle: Enterprise Continuum Wiederverwendung von Unternehmensarchitekturen Modul BTI7311, Informatik Seminar, Frühlingssemester 2015 Studiengang: BSc Informatik Autor: Marc Schärer Betreuer: Dr. Urs Sauter Datum: Berner Fachhochschule Haute école spécialisée bernoise Bern University of Applied Sciences

2 Management Summary Das Enterprise Continuum stellt ein Modell zur Strukturierung eines virtuellen Repositorys bereit und bietet Methoden zur Klassifizierung von Architektur- und Lösungsartefakten, indem dargestellt wird, wie sich die unterschiedlichen Typen von Artefakten entwickeln und wie sie optimal genutzt und wiederverwendet werden können. Es basiert auf den Architekturen und Lösungen (in Form von Modellen, Mustern, Architekturbeschreibungen usw.), die innerhalb des Unternehmens und branchenweit häufig vorhanden sind und die das Unternehmen gesammelt hat, um sie zur Entwicklung der Architekturen einzusetzen. 1 1 TOGAF Pocket Guide Enterprise Continuum, Marc Schärer,

3 Inhaltsverzeichnis 1 TOGAF Woher kommt TOGAF 4 2 Enterprise Continuum Übersicht Eingliederung in TOGAF Das Enterprise Continuum im Detail Partitionierung der Architektur Architektur-Repository 9 3 Schlussfolgerungen/Fazit 11 4 Abbildungsverzeichnis 12 5 Tabellenverzeichnis 12 6 Literaturverzeichnis 12 Enterprise Continuum, Marc Schärer,

4 1 TOGAF TOGAF (The Open Group Architecture Framework) ist ein für interne Nutzung frei verfügbares Framework zur (Weiter-)Entwicklung von Unternehmensarchitekturen. Es soll Unternehmen und Organisationen helfen, ihre zumeist komplexen Systemarchitekturen zu verstehen, zu pflegen und wiederzuverwenden. 1.1 Woher kommt TOGAF TOGAF wird seit 1995 von The Open Group weiterentwickelt auf Basis von TAFIM (Technical Architecture Framework for Information Management). TAFIM wurde vom Verteidigungsministerium der vereinigten Staaten entwickelt. Die aktuell verfügbare Version von TOGAF ist 9.1 (Stand ). Enterprise Continuum, Marc Schärer,

5 2 Enterprise Continuum Da es kaum möglich ist, eine einzige einheitliche Systemarchitektur zu erstellen, welche alle Anforderungen abdeckt, ist das Unternehmen gezwungen, für unterschiedlichen Zwecke viele einzelne Systemarchitekturen zu verwalten, welche aber untereinander eng verknüpft sind. Das Enterprise Continuum sammelt und klassifiziert die vorhandenen Systemarchitekturen, -standards, und Richtlinien einer Unternehmung in einem virtuellen Repository. Es zeigt auf, wie die einzelnen Artefakte im Unternehmen beteiligt sind. In neuen Projekten sollen mithilfe des Enterprise Continuum vorhandene Architekturen und Lösungen wiederverwendet werden. 2.1 Übersicht Eingliederung in TOGAF Das Enterprise Continuum und somit sein Architektur-Repository wird durch operative Veränderungen aus der Geschäftsfähigkeit aktualisiert. Ausserdem informiert es das Unternehmen über den aktuellen Zustand. 2 Abbildung 2: Eingliederung des Enterprise Continuum in TOGAF (Quelle: 2 The Open Group Enterprise Continuum, Marc Schärer,

6 2.1.2 Das Enterprise Continuum im Detail Das Enterprise Continuum stellt ein virtuelles Repository zur Verfügung und ist gegliedert in das Architecture Continuum sowie das Solutions Continuum. Abbildung 3: Das Enterprise Continuum im Detail (Quelle: Das Repository sammelt die Referenzbeschreibungen als grafische Modelle oder als Textdokumente. Das Architecture Continuum enthält dabei das Design, vorhandene Frameworks, die Richtlinien usw., also alle abstrakten Architekturartefakte. Das Solutions Continuum andererseits enthält die Lösungen, wie genau etwas aus dem Architecture Continuum umgesetzt wird. Es beinhaltet die konkreten und umgesetzten (implementierten) Systeme eines Unternehmens. Das Architecture Continuum sowie das Solutions Continuum definieren jeweils 4 unterschiedliche Blöcke zum Klassifizieren von Artefakten: 1. Foundation Architectures/Solutions 2. Common Systems Architectures/Solutions 3. Industry Architectures/Solutions 4. Organization-Specific Architectures/Solutions Enterprise Continuum, Marc Schärer,

7 Abbildung 4: Der Zusammenhang von Architecture und Solutions Continuum (Quelle: Der Detailierungsgrad mit Sicht auf die Abbildung 4 wird dabei von links nach rechts immer höher, vom generischen zum spezifischen, vom Allgemeinen zum Unternehmensspezifischen. Von rechts nach links nimmt die Abstraktionsebene zu. An folgender Matrix soll dies verdeutlicht werden: Foundation Common Systems Industry Organization-Specific Network Infiniband FDR, HDR, QDR Ethernet 802.3a 802.3ba 802.3ba (100Gb/s) gelbe Kabel für Test- Netzwerk blaue Kabel für Betrieb Tabelle 1: Beispiel des Detailierungsgrads 2.2 Partitionierung der Architektur Unternehmen führen meistens mehrere unterschiedliche Architekturen, welche jeweils andere Anforderungen berücksichtigen. Genauso verhält es sich mit den eingesetzten Lösungen in einem Unternehmen. Eine Partitionierung der Architekturen zwängt sich aufgrund folgender Gründe auf: 3 Alle Probleme in einer einzigen Architektur zu berücksichtigen ist zu komplex Unterschiedliche Architekturen können zu Konflikten mit anderen führen, z.b. durch zeitlich getriebene Veränderung des Unternehmenszustands. 3 TOGAF Pocket Guide Enterprise Continuum, Marc Schärer,

8 Verschiedene Personen müssen gleichzeitig mit unterschiedlichen Architekturelementen arbeiten, wobei es zu Schwierigkeiten betreffend Verantwortung und Inhaberschaft bestimmter Elemente der Architektur kommen kann. Um die Wiederverwendung bestehender Architekturen sicherzustellen, bedarf es der Segmentierung in kleinere Module. Diese können effektiver in neue Architekturen und Lösungen übernommen und integriert werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Partitionierung von Architekturen durchzuführen. Diese kann z.b. anhand der Arten von Architekturen, mit welchen sich TOGAF grundsätzlich beschäftigt, durchgeführt werden: Architekturart Geschäftsarchitektur Datenarchitektur Beschreibung Geschäftsstrategie, Unternehmenssteuerung, Organisation und die wichtigsten Geschäftsprozesse Struktur von logischen und physischen Datenelementen (kann auch in die Anwendungsarchitektur integriert werden) Anwendungsarchitektur Einzelne, bereitzustellende Anwendungen Technologiearchitektur Logische Funktionsblöcke von Soft- und Hardware Tabelle 2: Von TOGAF unterstützte Architekturtypen 4 Die Partitionierung kann aber auch anhand der thematischen Unterteilung (Breadth), nach Zeitraum (Time) und nach Detailierungsgrad (Level) vorgenommen werden, wie die folgende Grafik zeigt: Abbildung 5: Mögliche Prtitionierung einer Architektur (Quelle: Schliesslich kann eine Partition auch noch anhand der vier Klassifizierungen, wie beschrieben in Punkt 2.1.2, erfolgen. 4 TOGAF Pocket Guide Enterprise Continuum, Marc Schärer,

9 2.3 Architektur-Repository Das Enterprise Continuum wird vom Architektur-Repository unterstützt. Dieses sammelt die unterschiedlichen Arten von Architektur-Ergebnissen, erstellt von der ADM (Architecture Development Method). Damit soll das Verständnis sowie die Zusammenarbeit zwischen Stakeholdern und den praktischen Anwendern auf unterschiedlichen Ebenen erleichtert werden. Das Ziel des Enterprise Continuum und des Architektur-Repository ist es, dass System-Architekten einfacher alle weiteren relevanten Architekturressourcen optimal nutzen können. 5 Wie das Architektur-Repository aufgebaut ist, zeigt die folgende Abbildung: Abbildung 6: Das Architektur-Repository (Quelle: Die dargestellten Komponenten des Architektur-Repository haben dabei folgende Bedeutung: 6 Architecture Metamodel (Architektur-Metamodell) Es beschreibt die Organisationsspezifische Anwendung eines Architektur-Frameworks inklusive eines Metamodells für Architekturinhalte und Architektur-Entwicklungsmethode. Architecture Capability (Architekturfähigkeit) Diese beschreibt die Parameter, Strukturen und Prozesse, welche die Steuerung des Architektur-Repository unterstützen. Architecture Landscape (Architektur-Landschaft) Präsentiert die verwendeten oder zumindest geplanten Bausteine der Unternehmung. 5 TOGAF Pocket Guide 6 The Open Group, TOGAF Pocket Guide Enterprise Continuum, Marc Schärer,

10 Standards Information Base (Standards-Datenbank) Verwaltung der bekannten, verwendeten oder zu verwendenden Standards aus der Industrie, von ausgewählten Produkten oder in der Organisation bereits implementierte. Reference Library (Referenzbibliothek) Bietet Referenzmaterial wie Richtlinien, Vorlagen, Muster und anderes Material, das eingesetzt werden kann um die Erstellung neuer Architekturen für die Unternehmung zu beschleunigen. Governance Log (Steuerungslog) Enthält Einträge zu Steuerungs-Aktivitäten des gesamten Unternehmens. Enterprise Continuum, Marc Schärer,

11 3 Schlussfolgerungen/Fazit Wenn nicht ein bewährtes Vorgehen angewendet wird, kann Enterprise Architecture (Unternehmensarchitektur) ein schwammiger Prozess werden, die Resultate daraus sind ungewiss. Es braucht stabile Methoden und Standards, welche TOGAF anbietet. In dieser Arbeit wurde nur ein spezifischer Teil dieses Rahmenwerks, das Enterprise Continuum, erläutert. Das Enterprise Continuum ist allerdings sehr akademisch, es fehlt auch an praktischen Erfahrungsberichten sowie an deutscher Literatur. Es bedarf ausserdem einer ganzheitlichen Sicht auf TOGAF um die einzelnen Elemente im Gesamten zu verstehen. Enterprise Continuum, Marc Schärer,

12 4 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Titelbild (Quelle: 1 Abbildung 2: Eingliederung des Enterprise Continuum in TOGAF (Quelle: 5 Abbildung 3: Das Enterprise Continuum im Detail (Quelle: 6 Abbildung 4: Der Zusammenhang von Architecture und Solutions Continuum (Quelle: 7 Abbildung 5: Mögliche Prtitionierung einer Architektur (Quelle: 8 Abbildung 6: Das Architektur-Repository (Quelle: doc/arch/chap41.html) 9 5 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Beispiel des Detailierungsgrads 7 Tabelle 2: Von TOGAF unterstützte Architekturtypen 8 6 Literaturverzeichnis TOGAF Pocket Guide The Open Group, TOGAF Version 9 Ein Pocket Guide, Van Haren Publishing, 1. Ausgabe, 2010 The Open Group The Open Group Enterprise Continuum, Marc Schärer,

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