Gemäß der Hochwassermeldeordnung /7/, /8/ sind folgende Alarmstufen und zugehörige Maßnahmen für den Pegel Erfurt-Möbisburg festgelegt.

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1 Alarmpläne für kleine Gewässer Hochwasserinformationssystem Erfurt In der ThürWAWassVO ist in 6 Absatz 5 festgelegt: "Die Landräte und Oberbürgermeister der kreisfreien Städte haben die Nachricht über die Auslösung oder Aufhebung einer Alarmstufe innerhalb ihres Verantwortungsbereiches unverzüglich weiterzuverbreiten. Dazu sind Benachrichtigungspläne zu führen, in denen die hochwassergefährdeten Gemeinden und Ortsteile sowie die zuständigen Wasser- und Boden- oder Gewässerunterhaltungsverbände enthalten sind." Für die Organisation des Hochwasserschutzes in der kreisfreien Landeshauptstadt Erfurt ist danach der Oberbürgermeister verantwortlich. Bereits 1995 wurden im Rahmen der Hochwasserschutzstudie Erfurt /1/ durch Hochwasser gefährdete Querschnitte an der Gera ermittelt und Maßnahmen zur Gefährdungsminimierung geplant. Einige davon sind bereits realisiert. Der maßgebende Pegel an der Gera für das Erfurter Stadtgebiet ist der Pegel Möbisburg mit einem Einzugsgebiet von 843 km². Der Abfluss an diesem Pegel wird seit 1931 beobachtet. Die aktuellen Hochwasserwerte des Pegels Erfurt-Möbisburg sind: HQ 2 = 44 m³/s HW 2 = 177 cm HQ 5 = 73 m³/s HW 5 = 236 cm HQ 10 = 100 m³/s HW 10 = 275 cm HQ 25 = 140 m³/s HW 25 = 327 cm HQ 50 = 180 m³/s HW 50 = 374 cm HQ 100 = 220 m³/s HW 100 = 410 cm Gemäß der Hochwassermeldeordnung /7/, /8/ sind folgende Alarmstufen und zugehörige Maßnahmen für den Pegel Erfurt-Möbisburg festgelegt. Wasserstand Abfluss Maßnahme [cm] [m³/s] Meldebeginn Alarmstufe Kontrolldienst an wasserwirtschaftlichen Anlagen, Brücken, Durchlässen und sonstigen Gefährdungspunkten Alarmstufe ständiger Wachdienst an wasserwirtschaftlichen Anlagen und Kontrolldienst an Brücken, Durchlässen und sonstigen Gefährdungspunkten Alarmstufe Hochwasserabwehr Ein vollständiger Hochwasserschutz ist aus Kostengründen nicht möglich. Die Anlieger in hochwassergefährdeten Bereichen müssen daher bei aktuellen Extremsituationen rechtzeitig gewarnt werden. Dafür benötigen die Verantwortlichen des Katastrophenschutzes in der Stadt Erfurt eine schnelle Übersicht, welche Bereiche im Stadtgebiet entsprechend der von der Hochwassernachrichtenzentrale des Staatlichen Umweltamts Erfurt herausgegebenen Hochwasserwarnung aktuell gefährdet sind.

2 2 Die Stadtverwaltung Erfurt hatte daher beschlossen, ein Hochwasserinformationssystem unter Nutzung der von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt Jena im Internet bzw. per Telefonabruf veröffentlichten aktuellen Pegelabflüsse und Tendenzen der Abflussentwicklung am Pegel Erfurt-Möbisburg erarbeiten zu lassen. Es wurde ein PC-Programm erstellt und beim Auftraggeber installiert, mit dessen Hilfe eine schnelle Übersicht über die wichtigsten Objekte gegeben wird, die bei der aktuellen oder einer prognostizierten Hochwasserlage gefährdet sind und welche Maßnahmen erforderlich werden. Ein Objekt ist durch folgende Eigenschaften charakterisiert: - Koordinaten (Rechtswert, Hochwert nach Gauß-Krüger) - Kategorie (Bebauung, Brücken, Deiche, Wehre, Baustellen, Sonstige) - Verantwortliche (z.b. Stadtfeuerwehr, FF der Ortsteile, Umweltamt, Tiefbauamt,...) - Durchfluss bezogen auf den Referenzpegel Erfurt-Möbisburg, bei dem eine Gefährdung beginnt bzw. Maßnahmen erforderlich werden - Kartenausschnitt mit Objekt (beliebige Karte als Bitmap, z.b. Ausschnitt aus TOP10 der Vermessungsämter, aber auch beliebige eingescannte Karten, auf denen das Objekt identifiziert werden kann - Textinformationen zum Objekt und der Gefährdung / Maßnahmen - Sonstige Informationen (z.b. Fotos, detaillierte Lagepläne, Baupläne,...), die für das Objekt von Bedeutung sind Grundlage des Systems ist die Verknüpfung des aktuellen Wasserstandes am Referenzpegel Erfurt-Möbisburg mit den Daten der hochwassergefährdeten Objekte am Gewässer. Dazu sind Grundlagen erforderlich, die im Vorfeld erarbeitet werden müssen und nicht Bestandteil des Informationssystems sind. Das können Wasserspiegellagenberechnungen sein aber auch historische Hochwasserereignisse bei denen ein Zusammenhang zwischen einem Abfluss und dem Beginn der Gefährdung hergestellt werden kann. Bei den unterschiedlichen Behörden (z.b. Planungsunterlagen zu Brücken, Wehren, Deichen,...) oder auch bei Anwohnern liegen derartige Informationen vor, die genutzt werden können.

3 3 Der eingegebene Wasserstand wird vom Programm auf der Basis der aktuellen Wasserstands-Abflussbeziehung des Pegels in Abfluss umgerechnet. Durch den Bezug des Wasserstandes auf die aktuelle Wasserstands- Abflussbeziehung ist gewährleistet, dass bei Änderung dieser Beziehung die Verhältnisse an den Objekten unverändert richtig wiedergegeben werden. Nach Eingabe des Wasserstandes am Referenzpegel werden alle Objekte, die bei diesem Pegelstand gefährdet sind, auf einer topografischen Karte markiert. Dabei kann zwischen verschiedenen Karten ausgewählt werden. Im vorliegenden Beispiel gibt es Übersichtskarten für das gesamte Stadtgebiet in den Maßstäben 1: und 1: und Detailkarten für die betroffenen Ortsteile im Maßstab 1: Durch einen Klick auf das Objekt können die zugehörigen Informationen abgerufen werden.

4 4 Hinter den Registerblättern Kartenausschnitt und Fotos u.a. können sich weitere wichtige Informationen zum Objekt befinden. Die Informationen können dabei, abhängig vom Objekt, ganz unterschiedlicher Art sein. Auf Detailkarten können Zufahrtswege für den Hochwasserfall gekennzeichnet sein, im Textteil Angaben zu bestimmten erforderlichen Geräten oder Materialien gemacht werden. Ebenso sind Baupläne oder Vorschriften zu Regeleinrichtungen (Schütze, Wehre,...) möglich.

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6 6 Über eine Filterfunktion können für die Darstellung bestimmte Kategorien von Objekten (Bebauung, Brücken,...) oder Verantwortliche ausgewählt werden. Außerdem ist der Ausdruck einer Liste mit allen gefährdeten Objekten möglich. Bei dem System wurde bewusst auf aufwändige GIS-Software verzichtet, um möglichst vielen Anwendern einen praktikablen Einsatz zu garantieren und die finanziellen Anforderungen gering zu halten. Für die Darstellung der Objekte können beliebige Kartengrundlagen verwendet werden. Im vorliegenden Fall wurde auf die allgemein verfügbaren Karten der Vermessungsämter als Bitmap-Dateien zurückgegriffen. Genauso gut können beliebige eingescannte Karten benutzt werden. Für die richtige Positionierung der Objekte ist lediglich die Angabe der Koordinaten (linke obere und rechte untere) erforderlich. Es können daher auch beliebige Ausschnitte oder Maßstäbe verwendet werden. Das Informationssystem kann beliebig um weitere Objekte erweitert oder aktualisiert werden. Bei entsprechender Fachkunde ist dies auch durch den Anwender möglich. Unterlagen: /1/ Björnsen Beratende Ingenieure: Hochwasserschutzstudie Erfurt, 1995 /7/ TMLNU: Thür. Verordnung zur Einrichtung des Warn- und Alarmdienstes zum Schutze vor Wassergefahren vom (ThürWAWassVO) /8/ TMLNU: Hochwasser-Meldeordnung-HWMO (Verwaltungsvorschrift zu ThürWAWassVO) vom /9/ Oberflussmeisterei Erfurt/Meisterbereich Erfurt: Vorläufiges Operativ- Taktisches Dokument Hochwasser / Territorium Erfurt-Stadt vom /11/ Berufsfeuerwehr Erfurt: Katastrophenschutzplan der Stadt Erfurt/Gefahrenabwehrplan Hochwasser, Erfurt 12/1999

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