KARL RAHNER Seminar Über die Ungläubigen

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1 KARL RAHNER Seminar Über die Ungläubigen alle Vorträge gehalten von Karl Rahner Seminarmitschrift von Otto Schärpf 1958/1959 Andere Texte von K.Rahner andere Rahnertexte Natur und Gnade (Seminar) Das Geheimnis (Seminar) Kursvorlesung Gnadenlehre Dogmatische Anthropologie (Spezialvorlesung) Kursvorlesung über die Buße (De poenitentia) Über Schöpfung und Urstand der Menschen (Kursvorlesung) Über die Ursünde Kursvorlesung Fides implicita, Person und Gnade Aus dem theologischen Kolloquium Editor: Otto Schärpf 2012

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3 Inhaltsverzeichnis 0.1 Einleitendes Vorwort des Stenographen, Herausgebers und Bearbeiters Verschiedene mögliche Themen unter dieser Überschrift Abstrakte Überlegungen, warum dieses Thema uns interessieren muss Zum Glauben selbst gehört eine Aussage über Ungläubige Dazu gehören Fragen die noch nicht durchexerziert sind Auch aus konkreter Situation: Unglaube ist viel intensiver gegenwärtig Wie sollen wir das anfangen? Was gehört in dieses Thema hinein Was weiß ich darüber schon Sonst gibt es Traktat darüber, bei Ungläubigen nicht Gibt es Satz des Glaubens, dass es Ungläubige gibt Glaube sagt: ich selbst bin vom Unglauben Bedrohter Kein eigener Traktat, weil es unter die Sünden gerechnet wird Das ist nicht biblisch gedacht, für Paulus ist Glaube irgendwie das Ganze Etwas zu finden bei Sünden gegen den Glauben, Kirchenrecht, Taufe Frage der Kirchengeschichte Theologie des Martyriums Über das Gericht Kleine Apokalypse Jesu in Synoptikern: Moralgericht i

4 Inhaltsverzeichnis Wiederkunft: Ende des Antichrist, des Unglaubens Abschiedsreden: Wer an ihn glaubt ist vom Vater geliebt De Deo uno: Frage der Atheisten, auf Dauer schuldlos? Frage des peccatum philosophicum De fide, ob fides virtualis genügt Sakramentenlehre bzgl. votum sacramentale In Moraltheologie: fides implicita, error vincibilis, invincibilis Paulus: oportet haereses esse Beobachtung, Erfahrung, psychologische Typen Phänomenologie des Ungläubigen: verschiedene Arten Wiederholung und Zusamenfassung Problematik dieser Gruppierung Versuch: Phänomenologische Gruppierungen Der Nichtkatholik Geburtsherkunft als Glauben begründend Sich in Religion durch Herkunft legitimiert fühlen Wie ist das in anderen Ländern? Unglaube im Gläubigen: soziologische Herkunft Glauben begründend Der Nichtpraktizierende Katholik Der unreflex Abgefallene Trotz christlicher Umwelt davon unberührt Gebliebener (Verschärfung von vorher) Der bekümmerte Ungläubige Der Ungläubige aus Religion Der Antiklerikale Geschichte des Antiklerikalismus Wurzeln des Antiklerikalismus Schwierigkeit von Religion als Beruf Der intellektuelle Skeptiker Warum machen wir diese Typologie: Theologische Fragen daraus Beschreibung dieses Typs - was ist er nicht Beschreibung: was ist er Gegentyp: Intoleranz Warum sind Intellektuelle anfälliger dafür. 38 ii

5 Inhaltsverzeichnis Dehnt sich heute auch auf Nichtintellektuelle aus Denkart die dahinter steht Man kann nicht mit opinio (Meinung) arbeiten Ob das geht, ob solche Position theoretisch möglich? Ungläubiger Skeptiker schon im Vorfeld des Glaubens Der bloß Abergläubige der nebenher Abergläubige Der Intellektuelle, der moralisch primitiv geblieben ist Meinung von L. Billot: Die sind auf Niveau unmündiger Kinder Begriff der Rudes in der Moral gehört hierher katholische Religion ist differenzierteste Religion Unglaube als eine Art Berufskrankheit Ärzte und Naturwissenschaftler Mittelalter: die mit Klerus viel zu tun hatten Künstler Der aus Bildung keine Religion hat Mittelalter: Religion hat auch Bildungsansprüche befriedigt Absorbiert von anderen Dingen: Wissenschaft, Politik Geistige Vitalität in Neuzeit ist gebunden von anderem Der Unentschiedene als Produkt eines zwiespältigen Milieus Der Liberale Der Typ des Sektierers Geistesgeschichtlich vielleicht da und dort auch in der Kirche Urkirche hat damit gearbeitet Jesuiten in Parguay Ungläubiger mit Moral als Glaubensersatz Moralpredigt ist einfacher als über Dreifaltigkeit zu reden Gebot der Liebe ist aber was anderes als Gesetzeserfüllung Dies macht den Typ irgendwie verständlich Der Philosoph, der begriffen hat iii

6 Inhaltsverzeichnis Geschichte des Christentums: Gnostizismus Deutscher Idealismus Dogmen des Glaubens sind nicht nur Paragraphen eines Gesetzbuches Modernismus Theologie lebt von diesem Grundaffekt: Verstehenwollen Ungläubiger gegenüber kategorialen Aussagen von Glaubensinhalten Folgerung für Predigten: Rücksicht auf diesen Typ Beispiel Tetzel und Luther Glaube ist anders, kategoriales ist nicht Zentrum, wenn auch wichtig Aber es gibt auch das Vermeidbare Der Unglaube im Glaubenden Warum müssen wir Unglauben im Glaubenden betrachten? Wegen der Aussagen der Theologie Als freie sittliche Entscheidung Natürlich nicht Verliebtheit in existentielle Bedrohtheit Gründe der Bedrohtheit des Glaubens im Gläubigen Von innen, die Bedrohung ist man selbst: Konkupiszenz Glaube sagt von sich; Dass der Glaube dunkel ist Er ist eine Gnade Gottes Ungeschuldetheit und freie Erwählung Gottes Für alle sittlichen Akte Im AT und NT besonders vom Glauben Probleme der Praedestination Praedestination ist nicht: dass er den nicht so liebt Eigentümlichkeit der wirksamen Gnade als Grund unserer Frage Aber das Haben und das Nichthaben sind nicht Verfügbare Tatsachen Aktuell bleiben widerspricht nicht habitueller Gnade Inwiefern kann ich diese Bedrohtheit Unglaube nennen Nur innere Bedrohtheit iv

7 Inhaltsverzeichnis Mit Paulus gesagt: dass Konkupiszenz in gewissen Sinn Sünde ist Wenn nicht wirklich Unglaube genannt: Gefahr, nicht ernst zu sein Tridentinum spricht von Konkupiszenz reduplicative ut talis Wirlich Unglauben im Glaubenden, nach diesen Vorüberlegungen Ergebnis: Es gibt Unglauben im Glaubenden Wo ist das grundgelegt, diese existentielle Gespaltenheit? Dafür kannst du nichts: ist das so? Gilt auch für Glauben innerlich und äußerlich: löst Frage nicht Typen von Unglaube gibt es auch beim Unglauben im Glaubenden Versuch eines systematischen Verständnisses dieser Typologie Systematik hinsichtlich der EINEN Ursache für Unglauben Verborgenheit der EINEN Ursache Gesichtspunkte einer Systematisierung obiger Typen Dasselbe kann nur eine Ursache haben Als freie Tat nur sich selbst als Ursache Wir fanden aber viele Ursachen Diese eine muss irgendwie verborgen sein Ungläubiger in Reinkultur gibt es nicht unter den Typen Verborgenheit als implizite Änderung der Norm bei jeder Schuld Voraussetzung der Moral für Schuld: klare Bewusstheit Eigentlich wieder zurückgenommen: nur wegen bonum apparens getan Moraltheologie: beinahe kindliche Psychologie vorausgesetzt Schuld bewirkt Änderung der Wertmaßstäbe Phänomen des guten Schlechtengewissens Man kann sich das Falsche so einreden, dass man es glaubt Doppeldeutigkeit gibt es: Grund für verborgenheit der Schuld v

8 Inhaltsverzeichnis Unglauben ist mehr als solche subjektive Maßstabsänderung? Ist beim Unglauben das auch nur Maßstabsänderung? Zugeben der Schuld vor Gott? Schuldeingeständnis ist noch seltener beim Unglauben Beim Konvertiten: soll Unglauben bereuen und bei Revertiten? Gibt es versteckte Desavouierung der Schuld? Andere Phänomene der Verstecktheit von Unglaube Unglaube als zu sich selbst gekommene Schuld Verstecktheit des einen Grundes des Unglaubens hinter den Gründen Es gibt sittliche Schuld, die noch nicht Unglaube ist Unglaube ist zu sich selbst gekommene Schuld Schuld ist Widerstand gegen erkannte Wahrheit Wesensgebender Grund des Unglaubens, der sich aber selbst verbirgt Suche nach Ursachen im Plural dieser Typen Typen als Mittel für jenes Sichverstecken oder für Scheinphänomene des Unglaubens Sich anbahnende Problemstellung: Typen als Fassaden der EINEN Ursache Ist nicht bewältigt durch Distinktion: subjektiv - objektiv Scheinphänomen nur empirischen Unglaubens ist zu sehen Dauernde Ursachen für Unglauben Dauernde und akute Ursachen als Einteilungsproblem Einzelne dauernde Ursachen Nur Anlass oder Ursachen für Scheinunglauben Rolle verschiedener Anlagen: bei verschiedenen Völkern? Eigentümlichkeiten verschiedener Art Gott tranzendiert diese doppeldeutigen Eigenarten vi

9 Inhaltsverzeichnis Wiederholung Die mehr akuten Ursachen Allgemein religiöse akute Ursachen von Unglaube Religion kann immer mit was anderem verwechselt werden Das Überanstrengende an der Religion Die Überkategorialität der Religion Das spezifisch Christliche der Religion Starke Bindung an Abendland gibt Verwechselbarkeit damit Vergleich Europa, Asien, Afrika, Südamerika Christentum hat in allen existierenden Kulturen schon Wurzeln Wiederholung Unglaube als defizienter Modus des Glaubens Schlechte Tat als defizienter Modus der Guten Schlechte Tat lebt aus der Guten Antriebe der schlechten Tat schuldhaft missverstandene Gute Übertragung auf Glauben und Unglauben An den Typen klargemacht Letzter Grund für Versteckmöglichkeit: beide sind versteckt Nicht wie zwei disparate Dinge An Beispielen aufscheinend: aus Religion, aus Moral us Fides implicita Was hat das zu tun mit unserem Thema Rückblick auf bisheriges Vorgehen Glaube und Unglaube schieben sich ineinander Wir brauchen diesen Begriff zur Bewältigung unserer Probleme Beispiel: Kind das glaubt, und Glaube an Trinität. Anwendung bei Gläugigen fides implicita braucht fides explicita Wir können ihn anwenden auf unsere Typen von Ungläubigen Es gibt diesen Begriff schon in Kirche und Theologie Voraussetzung für diesen Begriff: Inhalte des Glaubens mittelhaft notwendig für Heil vii

10 Inhaltsverzeichnis Taufe für Kinder: mittelhaft notwendig Mittelhaft notwendig bestimmter Glaubensinhalt Diese Notwendigkeit ist Ansatz für Einführung von fides iplicita Wir heute hätten einfach moralisch dispensiert Alte Theologie: Voraussetzung: es kommt auf Inhalt an Am Schluss werden wir sehen: das Problem ist nicht gegeben Grund für Auffassung: formaliter est actur intellectus Was das sagt Wahrheitserkenntnis als solche ist Heilsbedeutsam Widerspricht heutigem Lebensgefühl Weiterdenken dieses Begriffs Anderee Anwendung dieses Begriffs: in Dogmenentwicklung Dogmenentwicklung betreffsgesamt-glaubens- Bewusstsein Geschichtliche Entwicklung dieses Begriffs Dogmenentwicklung Unterscheide obiective und subiective implicita Einige Unterscheidungen implicita braucht explicita kann obiective und subiective implicita sein Versuch objektive Implikation zu erklären: Axiome Euklids subjektive Implikation, Versuch das zu erklären: Beispiele Es gibt subiective Implikation, anderes Beispiel Subjektive Implikation: Wissen um Logik, auch ohne Studium Fides implizita: objektive oder subjektive Imolikation? Wiederholung vom Semester vorher Begriff der Implikation überhaupt ist weiterer Begriff Subjektive Implikation gibt es (auch in diesem weiteren Begriff) Implikation gibt es nicht nur beim Glauben viii

11 Inhaltsverzeichnis Objektive und subjektive Implikation im weiteren Rahmen Wo spielt das eine Rolle: Dogmenentwicklung Wie geht Explikation des Impliziten? Syllogistisch? Dann ist es nicht gewusst: Beispiel Geometrie Es gibt auch subjektive Implikation Unterschied subjektiv und objektiv an weiteren Beispielen Gibt es überhaupt Sätze, die nur enthalten, was sie explizit sagen? Formallogische Sätze, aus denen drittes erkannt: wo ist dieses vorher? Objektive Implikation scheint subjektive vorauszusetzen Für Fragen der Logistik interessant, univok, analog? Ist dann jeder Begriff analog? Wir brauchen diese Untescheidung zwischen objektiver und subjektiver Implikation Was ist subjektive Implikation? Weitere Beispiele Kirchenrechtliches, das subjektive Implikation voraussetzt Nochmal beschrieben objektiv und subjektiv Arten von subjektiver Implikation Apriorische Entwicklung wäre wünschenswert, kann ich hier nicht Diese Frage und die Dogmenentwicklung Dogmenentwicklung ist Explikation von subjektiv immer Gewusstem Erste: Die Implikation der Transzendenz und des Geheimnisses Umgang mit Dingen im Wissen um Prinzipien ontologischer Logik Leuchtet nicht allen scholastischen Philosophen ein: siehe Abstraktion Abstraktion fälschlich als Vorgang des Vergleichens Seiendes als Erkenntnisendpunkt: Grundfalsche Beschreibung eines Formalobjekts Vorbedingung für Möglichkeit von Vergleich ist Wissen um Gemeinsamkeit ix

12 Inhaltsverzeichnis Dinge, die gar nichts gemeinsam hätten Das und jenes kann mir begegnen ist ein Satz über mich selbst Vergeleichende Unterscheidung geschieht in meinem Wissen um letzte Einheit der Wirklichkeit Wissen um Sein ist vorgängig zum Wissen um einzelnes Seiendes Wissen um Sein ist gewusst und nicht gegenständlich gewusst: Fundamentalster Fall von subjektiver Implikation Merkwürdig implizit nur in Verbindung mit explizitem Wissen Diese Implikation kann grundsätzlich nicht adäquat aufgelöst werden moralische Folgerungen daraus Vorausschau Wiederholung Beschreibung von subjektiver Implikation an Hand dieser Art Nicht Haben von Sätzen, aber doch wirkliches Haben der Sache Was schließt diese Implikation alles ein? Ganze Metaphysik ist darin eingeschlossen, damit definierbar Metaphysische Schlüsse unterschieden von anderen: tranzendentale Deduktion ist hier fundiert Transzendentale Deduktion anders gesagt Damit kann man zeigen: es gibt Nicht-thematisches- Gewusstes Aufgabe, dieses einzuüben hat Schwierigkeiten Thomas kannte das: Vergleich mit Licht das gesehen wird und doch nicht Ist Höhlengleichnis Platos so zu deuten? Diese Implikation gibt mir: Erkennen zu können Das zeigt Unterschied zu allen anderen Wissenschaft Metaphysik auf diesem Fundament Redet vom letzten Maßstab x

13 Inhaltsverzeichnis Anwesenlassen des Geheimnisses als Bedingung des Begreifens Implikation des Maßgebenden Diese Implikation muss eingeübt werden Daraus ergibt sich Strunktur der Erkenntnis Aber diese Theorie ist letztlich falsch, führt zu Idololatrie Versuchung zum Götzendienst aus dieser Quelle gibt es Implikation ist hier etwas Endgültiges, nicht nur Vorläufiges Es gibt explizites Wissen nur weil es implizites gibt Geheimnis ist nicht Rest sondern bleibender Grund Probe aufs Exempel an simplem Beispiel des Heizköpers Das ist nicht Ontologismus Warum nicht Ontologismus Es gibt Leute, die diesen Ansatz nicht begreifen, was damit? Zweite: Implikation von irgendwie den ganzen Sätzen, die ein Mensch hat Implizites Gesamtwissen des einzelnen Menschen Zur transzendentale Deduktion einer Implikations- Tafel Existenz des Ganzes eines menschlichen Wissens Zusammenhang dieses Gesamtwissens Vergleichbarkeit als erstes Zusammenhangsprinzip Objektive Implikation im Gesamtwissen als strukturiertes Subjektive Implikation und Bedeutungsfeld des Mitgewussten Mitgewusstes gibt es: Beispiel Deutsche Sätze durch Betonung verändert Das Unausgesprochene und doch Daseienede (auch in Exegese wichtig) Beispiel: Gott ist unser Vater Vaterbegriff und objektive und subjektive Implikation xi

14 Inhaltsverzeichnis Ich weiß immer mehr als ich sagen will Diese Implikation gibt es, aber Frage nach Struktur nicht gelöst Eingegliedertsein in Gesamtfeld und Problem des Verstehens Widersprüchliches in Struktur des Gesamtwissensfelds Es ist bei dieser Implikation noch zu sprechen über allgemeine Strukturen und Widersprüchlichen Inhalt Gewöhnlich nur bei sittlich Bösem behandelt Beispiel: theoretischer Amoralist Das ist nicht bei allem möglich Wenn Widerspruch nur objaktiv, subjektiv nicht erfasst Anwendung auf Ungläubigen Wir fragen allgemein nach Widerspruch, nicht bezogen auf Glauben Es gibt Fälle wo Gegenteil ausgeschlossen und solche wo nicht? Nicht adäquat beschrieben durch verschiedene Helligkeit Freiheit und Glaube Scholastik kennt freie Evidenz Glaube ist Angelegenheit der Erkenntnis Gleichzeitig: Glaube ist freier Akt Freiheit des assensus fidei ist nicht indirekte Freiheit Wille befiehlt den Akt: beschreibt Sache nicht gut Folge: Auch im assensus gibt es Gestuftheit der Freiheit Wesentliche Gestuftheit der Freiheit Unterschied wie bei schweren und lässlichen Sünden Freiheit ist wesentlich Gestuftheit Anwendung auf freie Erkentnisvollzüge Wie ist solcher assensus zu nennen? Bisher kein Name Wichtiger ist, dass es solche Unterschiede gibt: Beispiele aus dem Leben, Stammtischpolitiker xii

15 Inhaltsverzeichnis Unterschied nicht nur in Deutlichkeit sondern in Entscheidung Nochmal Terminologiefrage: Meinung, opinio, Überzeugung Anwendung auf verschiedene angedeutete Probleme Distinktion in Anwendung auf richtige und falsche Sätze Damit wird Koexistenz widersprechender Sätze prägnanter formulierbar Gleichzeitig gleich Tiefes, sich Widersprechendes kann nicht Personkern bestimen Anwendung auf fides implicita Widerspruch kann es geben zwischen Urteil und Meinung nicht klar welcher Satz radikaler angenommen ist Erklärung des error simplex mit diesen Begriffen und Thesen Stichwort der analogia fidei gehört hierher: Glaubnsaussagen korrigieren sich gegenseitig Existentialontologische Grundlagen Nochmal: Widerspechende Sätze auf gleicher Stufe nicht affirmierbar Richtige Metaphysik des Geistes lässt das nicht zu Nachdenken über Gott, aber bin es nicht - gratia increata Beispiel: Gespräch mit einem Monarchisten, der gleichzeitig Abendland untergehen lässt Nochmal diese Unmöglichkeit formuliert mit Bedingungen Lösung des Widerspruchs: mit verschiedener Tiefe vollzogen Ergebnis: assensus hat wesentlich verschiedene Stufen, Voraussetzung für diese Beobachtung Moraltheologie kennt diese Beobachtung schon immer Dasselbe für die Erkenntnis Dritte Art Implikation: Wissen um existetielle Tiefe des Assensus xiii

16 Inhaltsverzeichnis Implizites Bewusstsein verschiedener Mächtigkeit des Assensus Diese Verschiedenheit im Widerspruch ist bewusst wenn auch unreflex Erkenntnis ist Kommunikation mit Sache, kann wesentlich gestuft sein Feld der Erkenntnis kann Stufung verändern Diese Gestuftheit ist selbst implizit Bewusstes Anwendung auf Bultmann s Leugnung der Trinität Anderer Fall: Weiterleben und unter Preis des Lebens festhalten Das ist die dritte Art Implikation: Wissen um existetielle Tiefe des Assensus Zusammenhang mit zweiter Implikation Bis jetzt nur formales Schema Viertens: Gnadenhafte Implikation Voraussetzung aus der Glaubenslehre: entitative Erhobenheit von Heilsakten Voraussetzung: diese haben übernatürlich erhobenes Formalobjekt Begründung dieser zweiten Voraussetzung Erklärung zum Verständnis: Ohren und Töne Nachdenken über andere Fähigkeit: Formalobjekt nur als inhaltliches Objekt Wenn mit natürlicher Vernunft nachgedacht, dann nicht unter dem eines übernatürlichen Aktes Formalobjekt ist immer bewusst Bewusstes Formalobjekt ist bewusst implizit Vergleich mit transzendentaler Implikation Worin besteht dieses übernatürliche Formalobjekt welche Akte eines Menschen, der meint, nicht zu glauben, können doch übernatürlich erhöhte Akte sein? Wo und wann kommen solche Akte vor? Welche Glaubenswahrheiten enthält dieses Formalobjekt Fünfte: Implikation vom sozialen Milieu her Beschreibung dieser Implikation Scheint nur Variante der 2.Implikation xiv

17 Inhaltsverzeichnis Ist das adäquate Zurückführung oder ist da mehr? Versuch Bedeutung der Kirche für Implikation zu finden Scheint als explizite nur objektive Implikation Gibt es dazwischen subjektives Implizitum Wie geht Kommunikation zwischen Bewusstseinen? Kollektives Bewusstsein? Tugendhaft sein wirkt sich auf andere Menschen aus Zwei Beispiele zur Illustration: die so was nahelegen Wiederholung Sechste: Durch gehorsames Offensein für die Autorität eines anderen? Nicht nur rein formelle Konzeption ohne Einsicht Kann es Implikation hinsichtlich Erkenntnissen dieser Autorität geben? Frage existentialontologisch allgemeiner: Handeln ins Unübersehbare Wagnis In jeder freien Entscheidung: nie alles überblickbar, was folgt Steht man nicht auch mit dem Gewagten in Kommunikation? Wagnis: ich gehe ja in diese Finsternis hinein! Unterschied: Blinder und Sehender in dunklem Raum Geheimnis hat ähnliche Qualität: nicht Ausfall sondern erlitten So beim Freiheitswagnis Wagnis in Anwendung auf die Autorität Verstärkung durch Verhältnis zu dem Dekretierte Nochmal versucht mit Beispiel klarzumachen Zusammenfassung: Noch neuer Aspekt durch Beziehung zum Geheimnis Ist transzendentale Deduktion der Tafel der Implikationen möglich: Was muss explizit geglaubt werden, damit impliziter Glaube möglich ist? Wo ist der theologische Ort der fides implicita? xv

18 Inhaltsverzeichnis Individuell und ekklesiologische Frage Bis zu welchem Umfang kann Implizitheit gehen beim Glauben Was sie nicht wissen - davon nicht dispensiert Voraussetzung immer: Basis ist eine fides explicita Hinsichtlich Inhalt besteht Kontroverse Unterscheide necessitas medii und praecepti Darstellung der Lehrmeinungen Grundlegend: Innozenz XI: fides late dicta non sufficit Also es braucht Glaube gegenüber eigentlicher formale Offenbarung Theorie von Straub, Ripalda, Gutberlet usw.: fides virtualis Von Inhaltlichkeit her Antwort versucht Vom Hebr.11,6 her: Laxere Meinung Glaube an Trinität und Inkarnation, für christliche Heilsperiode Geschichte der Meinungen: früher und heute Einschränkung als geoffenbarte Wahrheit: vermindert Unterschied Es muss wirklicher Glaube sein Rekurs auf Uroffenbarung keine Lösung Wiederholung Dringlichkeit der Frage aus der Geschichte der Kirche Diese Fragen haben größere Dringlichkeit in der Neuzeit Diese Fragen waren immer da Christenheit fühlte sich als Eine Neuzeit: Christenheit erlebt sich als kleiner Sektor Frage wird dringlich: was ist als Heilsglaube absolut notwendig So entsteht milde Theorie, die aber undurchdacht ist Behauptung, das sei Offenbarungserkenntnis Wozu Offenbarung wenn Inhalt doch nur philosophische Erkenntnis ist Inkonvenienz diese dünne Forderung hier und Forderung an unmündige Kinder anderseits xvi

19 Inhaltsverzeichnis Noch zwei weitere Schwierigkeiten kommen dazu: 1. Berufung auf Uroffenbarung Berufung auf Uroffenbarung ist höchst problematische Angelegenheit wie schaltet sich neue Ära Christi in allgemeine Geschichte ein? Geht das Eindringen für alle gleichzeitig? Beispiel wie wichtig das ist: Ehefragen Anderes Beispiel: Polygamie und christlicher Staatsmann in Türkei Frage dahinter also: ist Eintreten geschichtlicher Prozess? Grundlage der minimalistischen Theorie: Bedenken dagegen Theologische Bedenken gegen Uroffenbarung: Inkonsequenz Weitere Schwierigkeit: Uroffenbarung über Millionen Jahre Versuch Uroffenbarung anders zu fassen: nicht punktförmig einsetzend Versuch einer Antwort auf diese Frage Zwei Bedingungen: 1. Tradition und muss immer neu spontan möglich sein (metaphysisch kontrolliert) Gewisse Perseveranz ist dadurch möglich Uroffenbarung als von der Gnade getragen Dieses Momwnt müssen wir zur Geltung bringen Dadurch übernatürlixhes Formalobjekt wirksam Dadurch wird der Akt ein Offenbarungsanhören Thomastext, der das auch sagt Solcher übernatürlicher Akt kann man als eine Offenbarung qualifizieren Eigenschaften dieses Aktes Uroffenbarung ist so diffus, allgemien, immer gegebene Offenbarung Könnte jetzt genauer expliziert und verteidigt werden Einwand von Metaphysiker her Ansichten sind eingeübt: Dürer - Picasso xvii

20 Inhaltsverzeichnis Selbständigkeit ist oft Produkt kollektiven Einverständnisses Eigenschaften dieses Aktes, der übernatürlich erhoben ist: Daueroffenbarung Uroffenbarung wird zu Daueroffenbarung Inwiefern werden Trinität und Inkarnation dabei miterfasst? Dialogisches Verhalten Gottes hat Höhepunkt erst in der Inkarnation Fragen und Dunkelheiten solcher Konzeption Allgemeine Theorie der Offenbarung denkt an so was nicht Wenn diffuse Offenbarung angenommen, implizit damit Inkarnation des Logos angenommen Bringt implizite Akzeptation der Möglichkeit eines radikalen Höhepunkts Von da aus folgt dann etwas von der Trinität Damit kommen wir über steckenbegliebene Problematik hinaus Was steckt hinter strengerer Sentenz? Spezifisch Christliches braucht man Zweite Voraussetzung: christliches kann nicht impliziert sein in laxerer Sentenz Unterschied nicht mehr brennend, wenn Christliches bei beiden erreichbar Kann man sagen: im Glauben an Gott subjektiv implizit auch christliches erreeicht? Was letztes Mal gesagt, hebt Gegensatz zwischen beiden Sentenzen auf Gibt es impliziten Glauben an Gott? Dieses Problem ist brennend wegen verbreitetem Atheismus Geschichte anderer brennender Probleme schuldlos irrendes Gewissen Toleranzfrage Geburtenkontrolle Zinsgebot Atheismusfrage In den Schulbüchern seit Jahrhunderten als Frage da Atheismus als soziologisches Problem ist neu 252 xviii

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