Dynamische Systeme eine Einführung

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Dynamische Systeme eine Einführung"

Transkript

1 Dynamische Systeme eine Einführung Seminar für Lehramtstudierende: Mathematische Modelle Wintersemester 2010/11

2 Dynamische Systeme eine Einführung 1. Existenz und Eindeutigkeit von Lösungen 2. Flüsse, Orbits, Equilibria 3. Invariante Mengen und Positivität 4. Limesmengen 5. Ljapunov-Funktionen und Stabilität 6. Populationen

3 Dynamische Systeme eine Einführung 1. Existenz und Eindeutigkeit von Lösungen 2. Flüsse, Orbits, Equilibria 3. Invariante Mengen und Positivität 4. Limesmengen 5. Ljapunov-Funktionen und Stabilität 6. Populationen

4 Gewöhnliche Differentialgleichungen Betrachte gewöhnliche Differentialgleichungen der Form u = f (u), f : R d R d stetig, u = u = du dt Die Funktion u = u(t) heißt Lösung der Differentialgleichung auf Intervall J R, falls u : J R d stetig differenzierbar ist und u(t) = f ( u(t) ) für alle t J R

5 Gewöhnliche Differentialgleichungen Betrachte gewöhnliche Differentialgleichungen der Form u = f (u), f : R d R d stetig, u = u = du dt Die Funktion u = u(t) heißt Lösung der Differentialgleichung auf Intervall J R, falls u : J R d stetig differenzierbar ist und u(t) = f ( u(t) ) für alle t J R Die Funktion u heißt Lösung des Anfangswertproblems AWP u = f (u), u(t 0 ) = u 0 falls zusätzlich u(t 0 ) = u 0 gilt, wobei u 0 R d und t 0 J.

6 Anfangswertprobleme: Beispiele Betrachte Anfangswertproblem u = f (u), u(0) = u 0 Beispiele: 1. u(t) = 2u(t) Tafel u(0) = u(t) = u(t) Tafel u(0) = 0

7 Lipschitz-stetige Funktionen Eine Funktion f heißt lokal Lipschitz-stetig, falls es zu jedem x 0 R d eine Umgebung U gibt, so dass f (x) f ( x) L(x 0 ) x x x, x U mit einer Konstanten L(x 0 ) gilt. Notation: Norm auf R d

8 Lipschitz-stetige Funktionen Eine Funktion f heißt lokal Lipschitz-stetig, falls es zu jedem x 0 R d eine Umgebung U gibt, so dass f (x) f ( x) L(x 0 ) x x x, x U mit einer Konstanten L(x 0 ) gilt. Eine Funktion f heißt global Lipschitz-stetig, falls f (x) f ( x) L x x x, x R d mit einer Konstanten L gilt. Notation: Norm auf R d

9 Lipschitz-stetige Funktionen Beispiele: 1. Die Funktion f (x) = 2x ist

10 Lipschitz-stetige Funktionen Beispiele: 1. Die Funktion f (x) = 2x ist global Lipschitz-stetig, denn f (x) f ( x) 2 x x x, x R d.

11 Lipschitz-stetige Funktionen Beispiele: 1. Die Funktion f (x) = 2x ist global Lipschitz-stetig, denn f (x) f ( x) 2 x x x, x R d. 2. Die Funktion f (x) = x 2 ist

12 Lipschitz-stetige Funktionen Beispiele: 1. Die Funktion f (x) = 2x ist global Lipschitz-stetig, denn f (x) f ( x) 2 x x x, x R d. 2. Die Funktion f (x) = x 2 ist lokal Lipschitz-stetig, aber nicht global.

13 Lipschitz-stetige Funktionen Beispiele: 1. Die Funktion f (x) = 2x ist global Lipschitz-stetig, denn f (x) f ( x) 2 x x x, x R d. 2. Die Funktion f (x) = x 2 ist lokal Lipschitz-stetig, aber nicht global. 3. Die Funktion f (x) = x ist

14 Lipschitz-stetige Funktionen Beispiele: 1. Die Funktion f (x) = 2x ist global Lipschitz-stetig, denn f (x) f ( x) 2 x x x, x R d. 2. Die Funktion f (x) = x 2 ist lokal Lipschitz-stetig, aber nicht global. 3. Die Funktion f (x) = x ist in keiner Umgebung von x 0 = 0 Lipschitz-stetig, denn

15 Lipschitz-stetige Funktionen Beispiele: 1. Die Funktion f (x) = 2x ist global Lipschitz-stetig, denn f (x) f ( x) 2 x x x, x R d. 2. Die Funktion f (x) = x 2 ist lokal Lipschitz-stetig, aber nicht global. 3. Die Funktion f (x) = x ist in keiner Umgebung von x 0 = 0 Lipschitz-stetig, denn für x = 0 gilt f (x) f (0) x 0 = x x = 1 x wenn x 0

16 Die Sätze von Picard-Lindelöf und Peano Satz (Picard-Lindelöf). Sei f lokal Lipschitz-stetig. Dann gibt es ein δ > 0 und genau eine Lösung des AWP auf dem Intervall [t 0 δ, t 0 + δ].

17 Die Sätze von Picard-Lindelöf und Peano Satz (Picard-Lindelöf). Sei f lokal Lipschitz-stetig. Dann gibt es ein δ > 0 und genau eine Lösung des AWP auf dem Intervall [t 0 δ, t 0 + δ]. Satz (Peano). Sei f stetig. Dann gibt es ein δ > 0 und mindestens eine Lösung des AWP auf dem Intervall [t 0 δ, t 0 + δ].

18 Die Sätze von Picard-Lindelöf und Peano Satz (Picard-Lindelöf). Sei f lokal Lipschitz-stetig. Dann gibt es ein δ > 0 und genau eine Lösung des AWP auf dem Intervall [t 0 δ, t 0 + δ]. Satz (Peano). Sei f stetig. Dann gibt es ein δ > 0 und mindestens eine Lösung des AWP auf dem Intervall [t 0 δ, t 0 + δ].

19 Der Fortsetzungssatz Satz. Sei f stetig und sei (t, t + ) das maximale Existenzintervall einer Lösung u des AWP. Wenn t + < endlich ist, dann gilt lim u(t) = t t + Die Lösung explodiert am Rand des Existenzintervalls.

20 Der Fortsetzungssatz Satz. Sei f stetig und sei (t, t + ) das maximale Existenzintervall einer Lösung u des AWP. Wenn t + < endlich ist, dann gilt lim u(t) = t t + Die Lösung explodiert am Rand des Existenzintervalls. Beispiel: u = u 2, u(0) = 1, Lösung: u(t) = 1 1 t für t < 1.

21 Der Fortsetzungssatz Satz. Sei f stetig und sei (t, t + ) das maximale Existenzintervall einer Lösung u des AWP. Wenn t + < endlich ist, dann gilt lim u(t) = t t + Die Lösung explodiert am Rand des Existenzintervalls. Beispiel: u = u 2, u(0) = 1, Lösung: u(t) = 1 1 t Strategie, um globale Existenz zu zeigen: für t < 1. Nehme an, dass t + < sei und zeige, dass die Lösung in [t 0, t + ] nicht explodiert.

22 Stetige Abhängigkeit von den Daten Frage: Wie stark können sich Störungen der Funktion f oder des Anfangswerts u 0 auswirken?

23 Stetige Abhängigkeit von den Daten Frage: Wie stark können sich Störungen der Funktion f oder des Anfangswerts u 0 auswirken? Sei u Lösung von u = f (u) u(t 0 ) = u 0 Sei v Lösung von v = g(v) v(t 0 ) = v 0 Frage: Wenn f g und u 0 v 0, gilt dann u(t) v(t)?

24 Stetige Abhängigkeit von den Daten Frage: Wie stark können sich Störungen der Funktion f oder des Anfangswerts u 0 auswirken? Sei u Lösung von u = f (u) u(t 0 ) = u 0 Sei v Lösung von v = g(v) v(t 0 ) = v 0 Frage: Wenn f g und u 0 v 0, gilt dann u(t) v(t)? Satz. Wenn f stetig und u eindeutig ist, dann hängt die Lösung des AWP auf kompakten Intervallen stetig von f und u 0 ab. Details: Prüß/Schnaubelt/Zacher, S. 147

25 Dynamische Systeme eine Einführung 1. Existenz und Eindeutigkeit von Lösungen 2. Flüsse, Orbits, Equilibria 3. Invariante Mengen und Positivität 4. Limesmengen 5. Ljapunov-Funktionen und Stabilität 6. Populationen

26 Flüsse Definition. Eine Abbildung u : R M M heißt Fluss auf M R d, falls u stetig ist und die Gruppeneigenschaft u(t + s, x) = u ( t, u(s, x) ) = u ( s, u(t, x) ) für alle t, s R, x M und u(0, x) = x erfüllt ist. ( Halbfluss falls u : [0, ) M M)

27 Flüsse Definition. Eine Abbildung u : R M M heißt Fluss auf M R d, falls u stetig ist und die Gruppeneigenschaft u(t + s, x) = u ( t, u(s, x) ) = u ( s, u(t, x) ) für alle t, s R, x M und u(0, x) = x erfüllt ist. ( Halbfluss falls u : [0, ) M M) Sei f : R d R d Lipschitz-stetig und u = u(t, x) die Lösung von AWP u = f (u), u(0) = x. Dann ist u : (t, x) u(t, x) ein Fluss.

28 Orbits, Phasendiagramm Die Kurve γ(x) : t u(t, x) heißt Orbit oder Trajektorie. Die Gesamtheit aller Orbits nennt man Phasendiagramm. Wenn f Lipschitz-stetig ist, dann können sich verschiedene Trajektorien nicht schneiden.

29 Orbits, Phasendiagramm: Beispiel in 2D u = f (u) = ( (u1 1)(u 2 2) (u 1 2)(u 2 1) ) u u 1

30 Orbits, Phasendiagramm: Beispiel in 2D u = f (u) = ( (u1 1)(u 2 2) (u 1 2)(u 2 1) ) u u 1

31 Orbits, Phasendiagramm: Beispiel in 2D u = f (u) = ( (u1 1)(u 2 2) (u 1 2)(u 2 1) ) u u 1

32 Orbits, Phasendiagramm: Beispiel in 2D u = f (u) = ( (u1 1)(u 2 2) (u 1 2)(u 2 1) ) u u 1

33 Orbits, Phasendiagramm: Beispiel in 2D u = f (u) = ( (u1 1)(u 2 2) (u 1 2)(u 2 1) ) u u 1

34 Orbits, Phasendiagramm: Beispiel in 2D u = f (u) = ( (u1 1)(u 2 2) (u 1 2)(u 2 1) ) u u 1

35 Equilibria Eine Nullstelle x R d von f heißt stationärer Punkt oder Equilibrium oder Ruhelage oder steady state oder Gleichgewichtspunkt. Ist f (x )=0, so ist u(t, x ) x eine (konstante) Lösung des AWP: ( ) u(t, x ) = 0 = f (x ) = f u(t, x )

36 Stabilität von Equilibria Sei f Lipschitz-stetig und x ein Equilibrium, d.h. f (x ) = 0. Taylor-Entwicklung von f in x : f (x x ) = f (x ) +f (x }{{} )(x x ) +... =0

37 Stabilität von Equilibria Sei f Lipschitz-stetig und x ein Equilibrium, d.h. f (x ) = 0. Taylor-Entwicklung von f in x : f (x x ) = f (x ) +f (x }{{} )(x x ) +... =0 Setze u = x x und A = f (x ): f (u) = Au + g(u), g(0) = 0, g (0) = 0

38 Stabilität von Equilibria Sei f Lipschitz-stetig und x ein Equilibrium, d.h. f (x ) = 0. Taylor-Entwicklung von f in x : f (x x ) = f (x ) +f (x }{{} )(x x ) +... =0 Setze u = x x und A = f (x ): f (u) = Au + g(u), g(0) = 0, g (0) = 0 Betrachte nun das linearisierte AWP ẏ = Ay, y(0) = y 0

39 Stabilität von Equilibria Sei f Lipschitz-stetig und x ein Equilibrium, d.h. f (x ) = 0. Taylor-Entwicklung von f in x : f (x x ) = f (x ) +f (x }{{} )(x x ) +... =0 Setze u = x x und A = f (x ): f (u) = Au + g(u), g(0) = 0, g (0) = 0 Betrachte nun das linearisierte AWP Das Equilibrium x heißt ẏ = Ay, y(0) = y 0 asymptotisch stabil, falls Reλ i < 0 für alle Eigenwerte von A instabil, falls Reλ j > 0 für mindestens einen Eigenwert von A

40 Stabilität in 2D 1. Stabiler Knoten: λ 1 < 0 und λ 2 <

41 Stabilität in 2D 1. Stabiler Knoten: λ 1 < 0 und λ 2 < 0 2. Instabiler Knoten: λ 1 > 0 und λ 2 >

42 Stabilität in 2D 1. Stabiler Knoten: λ 1 < 0 und λ 2 < 0 2. Instabiler Knoten: λ 1 > 0 und λ 2 > 0 3. Sattelpunkt: λ 1 < 0 und λ 2 >

43 Stabilität in 2D 1. Stabiler Knoten: λ 1 < 0 und λ 2 < 0 2. Instabiler Knoten: λ 1 > 0 und λ 2 > 0 3. Sattelpunkt: λ 1 < 0 und λ 2 > 0 4. Stabile Spirale: Reλ 1 < 0, Reλ 2 < 0 und Imλ i

44 Stabilität in 2D 1. Stabiler Knoten: λ 1 < 0 und λ 2 < 0 2. Instabiler Knoten: λ 1 > 0 und λ 2 > 0 3. Sattelpunkt: λ 1 < 0 und λ 2 > 0 4. Stabile Spirale: Reλ 1 < 0, Reλ 2 < 0 und Imλ i 0 5. Instabile Spirale: Reλ 1 > 0, Reλ 2 > 0 und Imλ i

45 Stabilität in 2D 1. Stabiler Knoten: λ 1 < 0 und λ 2 < 0 2. Instabiler Knoten: λ 1 > 0 und λ 2 > 0 3. Sattelpunkt: λ 1 < 0 und λ 2 > 0 4. Stabile Spirale: Reλ 1 < 0, Reλ 2 < 0 und Imλ i 0 5. Instabile Spirale: Reλ 1 > 0, Reλ 2 > 0 und Imλ i 0 Das Routh-Hurwitz-Kriterium liefert eine hinreichende Bedingung für Reλ i < 0 im Fall d 2.

46 Bifurkationen (Verzweigungen) Beispiel: Sei ( u1 u 2 ) = mit einem Parameter µ. 2 mu = 0.5 ( u 2 µ sin(u 1 ) u 1 2 ) = f (u) mu = u 2 0 u u 1 Bifurkation (Verzweigung) für µ = 1 Ein Equilibrium für µ < 1, drei Equilibria für µ > 1. Unterschiedliches Stabilitätsverhalten an (0,0) u 1

47 Dynamische Systeme eine Einfu hrung Seminar Mathematische Modelle WS 2010/11 Bifurkationen (Verzweigungen) Beispiel: Sei u 1 u 2 = u2 µ sin(u1 ) u1 = f (u) mit einem Parameter µ. mu = u2 u2 mu = u u 1 Bifurkation (Verzweigung) fu r µ = 1 Ein Equilibrium fu r µ < 1, drei Equilibria fu r µ > 1. Unterschiedliches Stabilita tsverhalten an (0,0). Karlsruher Institut fu r Technologie 1 2 3

48 Dynamische Systeme eine Einführung 1. Existenz und Eindeutigkeit von Lösungen 2. Flüsse, Orbits, Equilibria 3. Invariante Mengen und Positivität 4. Limesmengen 5. Ljapunov-Funktionen und Stabilität 6. Populationen

49 Invarianz Sei u(t, x) die Lösung des AWP u = f (u), u(0) = x. Sei (t (x), t + (x)) das maximale Existenzintervall. Definition: Eine Teilmenge D R d heißt invariant, falls gilt: x D = u(t, x) D t (t (x), t + (x)) positiv invariant Aussage gilt für t (0, t + (x)) negativ invariant Aussage gilt für t (t (x), 0)

50 Invarianz Sei u(t, x) die Lösung des AWP u = f (u), u(0) = x. Sei (t (x), t + (x)) das maximale Existenzintervall. Definition: Eine Teilmenge D R d heißt invariant, falls gilt: x D = u(t, x) D t (t (x), t + (x)) u u 1

51 Invarianz Satz zur Invarianz von Sublevelmengen. Sei Φ : R d R stetig differenzierbar. Sei a R derart, dass Φ(x) 0 für alle x Φ 1 (a). Dann ist äquivalent: 1. Die Sublevelmenge {x R d : Φ(x) a} ist positiv invariant. 2. f (x) Φ(x) 0 für alle x Φ 1 (a).

52 Invarianz Satz zur Invarianz von Sublevelmengen. Sei Φ : R d R stetig differenzierbar. Sei a R derart, dass Φ(x) 0 für alle x Φ 1 (a). Dann ist äquivalent: 1. Die Sublevelmenge {x R d : Φ(x) a} ist positiv invariant. 2. f (x) Φ(x) 0 für alle x Φ 1 (a). Beweis: Die Menge bleibt invariant, wenn gilt: d dt Φ( u(t) ) 0 falls Φ ( u(t) ) = a. Außerdem gilt d dt Φ( u ) = u Φ(u) = f (u) Φ(u).

53 Invarianz Satz zur Invarianz von Sublevelmengen. Sei Φ : R d R stetig differenzierbar. Sei a R derart, dass Φ(x) 0 für alle x Φ 1 (a). Dann ist äquivalent: 1. Die Sublevelmenge {x R d : Φ(x) a} ist positiv invariant. 2. f (x) Φ(x) 0 für alle x Φ 1 (a). Beispiel: Differentialgleichung: ( ) u1 = u 2 ( c 1 1 c ) ( u1 ( cos(t) sin(t) Exakte Lösung: u(t) = e ct sin(t) cos(t) Betrachte Φ(x) = x x 2 2 u 2 ) = f (u) ) u(0)

54 Invarianz Satz zur Invarianz von Sublevelmengen. Sei Φ : R d R stetig differenzierbar. Sei a R derart, dass Φ(x) 0 für alle x Φ 1 (a). Dann ist äquivalent: 1. Die Sublevelmenge {x R d : Φ(x) a} ist positiv invariant. 2. f (x) Φ(x) 0 für alle x Φ 1 (a). 4 c > 0 4 c < x 2 0 x x x 1

55 Invarianz konvexer Mengen Satz zur Invarianz konvexer Mengen. Sei D abgeschlossen und konvex. Dann ist äquivalent: 1. D ist positiv invariant. 2. An jedem Punkt x auf dem Rand von D gilt für jeden äußeren Normalenvektor ν ν f (x) 0. Das bedeutet: das Vektorfeld f zeigt ins Innere von D.

56 Invarianz konvexer Mengen Satz zur Invarianz konvexer Mengen. Sei D abgeschlossen und konvex. Dann ist äquivalent: 1. D ist positiv invariant. 2. An jedem Punkt x auf dem Rand von D gilt für jeden äußeren Normalenvektor ν ν f (x) 0. Das bedeutet: das Vektorfeld f zeigt ins Innere von D. Beispiel: Sei u = f (u) wie zuvor und D der Einheitskreis, d.h. { } D = x R 2 : x 21 + x 22 1, ν = const. x

57 Quasipositivität In vielen Anwendungen sind nur positive Lösungen sinnvoll. Frage: Wenn x 0 ist (eintragsweise), unter welchen Bedingungen gilt dann u(t, x) 0 für alle t > 0?

58 Quasipositivität In vielen Anwendungen sind nur positive Lösungen sinnvoll. Frage: Wenn x 0 ist (eintragsweise), unter welchen Bedingungen gilt dann u(t, x) 0 für alle t > 0? Beobachtung: Positivität Invarianz von { } R d + = x R d : x k 0, k = 1,..., d

59 Quasipositivität Beobachtung: Positivität Invarianz von R d + = {x R d : x k 0, k = 1,..., d} Definition. Die Funktion f heißt quasipositiv, wenn gilt: Wenn x R d + und x k = 0, dann ist f k (x) 0. Satz (Quasipositivität). R d + ist genau dann positiv invariant, wenn f quasipositiv ist.

60 Quasipositivität Beobachtung: Positivität Invarianz von R d + = {x R d : x k 0, k = 1,..., d} Definition. Die Funktion f heißt quasipositiv, wenn gilt: Wenn x R d + und x k = 0, dann ist f k (x) 0. Satz (Quasipositivität). R d + ist genau dann positiv invariant, wenn f quasipositiv ist. Spezialfall: f(x)=ax ist quasipositiv, falls A = ± ± ± ± ±

61 Dynamische Systeme eine Einführung 1. Existenz und Eindeutigkeit von Lösungen 2. Flüsse, Orbits, Equilibria 3. Invariante Mengen und Positivität 4. Limesmengen 5. Ljapunov-Funktionen und Stabilität 6. Populationen

62 Limesmengen Definition. Sei u ein lokaler Halbfluss auf M R d, d.h. für x M ist u(, x) nur auf dem maximalen Existenzintervall [0, t + ) definiert. Die Menge { ω + (x) = y M : es gibt eine Folge t n t + } mit u(t n, x) y heißt positive Limesmenge von x M. Beispiele:

63 Limesmengen Definition. Sei u ein lokaler Halbfluss auf M R d, d.h. für x M ist u(, x) nur auf dem maximalen Existenzintervall [0, t + ) definiert. Die Menge { ω + (x) = y M : es gibt eine Folge t n t + } mit u(t n, x) y heißt positive Limesmenge von x M. Beispiele: 1. x Equilibrium = ω + (x) = {x}

64 Limesmengen Definition. Sei u ein lokaler Halbfluss auf M R d, d.h. für x M ist u(, x) nur auf dem maximalen Existenzintervall [0, t + ) definiert. Die Menge { ω + (x) = y M : es gibt eine Folge t n t + } mit u(t n, x) y heißt positive Limesmenge von x M. Beispiele: 1. x Equilibrium = ω + (x) = {x} 2. t + (x) = und lim t u(t, x) = x ω + (x) = {x }

65 Limesmengen Definition. Sei u ein lokaler Halbfluss auf M R d, d.h. für x M ist u(, x) nur auf dem maximalen Existenzintervall [0, t + ) definiert. Die Menge { ω + (x) = y M : es gibt eine Folge t n t + } mit u(t n, x) y heißt positive Limesmenge von x M. Beispiele: 1. x Equilibrium = ω + (x) = {x} 2. t + (x) = und lim t u(t, x) = x ω + (x) = {x } 3. Ist γ(x) ein periodisches Orbit, so gilt ω + (x) = {γ(x)}

66 Limesmengen Satz. 1. γ(x) = γ(y) für jedes y γ(x) 2. t + (x) < = lim t t +(x) u(t, x) = = ω+ (x) = 3. ω + (x) ist positiv und negativ invariant. 4. γ + (x) beschränkt = ω + (x) ist nichtleer, kompakt und zusammenhängend. Entsprechende Aussagen gelten für negative Limesmengen.

67 Periodische Orbits Im Spezialfall d = 2 gilt der Satz von Poincaré und Bendixson. Sei d = 2 und u(t, x) der von AWP erzeugte Fluss. Sei γ(x) ein nach rechts beschränktes Orbit. Wenn ω + (x) f 1 (0) =, dann ist ω + (x) ein periodisches Orbit.

68 Periodische Orbits Negativ-Kriterium von Bendixson. Sei G R 2 offen und einfach zusammenhängend, sei ρ : G R und f : G R 2 stetig diffbar. Wenn div ( ρ(x)f (x) ) > 0, x G, dann besitzt das AWP keine echte periodische Lösung. div g(x) = g 1 x g d x d

69 Dynamische Systeme eine Einführung 1. Existenz und Eindeutigkeit von Lösungen 2. Flüsse, Orbits, Equilibria 3. Invariante Mengen und Positivität 4. Limesmengen 5. Ljapunov-Funktionen und Stabilität 6. Populationen

70 Ljapunov-Funktionen: Definition Betrachte wieder das Anfangswertproblem u = f (u), u(0) = x und bezeichne den Halbfluss mit u(t, x). Sei M R d eine positiv invariante Menge des Halbflusses. Sei Φ : M R eine stetige Funktion. Dann heißt Φ : M R 1. Ljapunov-Funktion, falls Φ ( u(t, x) ) Φ ( u(s, x) ) für alle t > s. 2. strikte Ljapunov-Funktion, falls für jede nichtkonstante Lösung Φ ( u(t, x) ) < Φ ( u(s, x) ) für alle t > s

71 Ljapunov-Funktionen: Definition Betrachte wieder das Anfangswertproblem u = f (u), u(0) = x und bezeichne den Halbfluss mit u(t, x). Sei M R d eine positiv invariante Menge des Halbflusses. Sei Φ : M R eine stetige Funktion. Dann heißt Φ : M R 1. Ljapunov-Funktion, falls Φ(x) f (x) 0 für alle x M. 2. strikte Ljapunov-Funktion, falls Φ(x) f (x) < 0 für alle x M.

72 Ljapunov-Funktionen: Eigenschaften Satz. 1. Die Sublevelmengen Φ 1 (, a) bzw. Φ 1 (, a] sind positiv invariant.

73 Ljapunov-Funktionen: Eigenschaften Satz. 1. Die Sublevelmengen Φ 1 (, a) bzw. Φ 1 (, a] sind positiv invariant. 2. Gilt Φ(x) für x, so existieren die Lösungen in M global nach rechts.

74 Ljapunov-Funktionen: Eigenschaften Satz. 1. Die Sublevelmengen Φ 1 (, a) bzw. Φ 1 (, a] sind positiv invariant. 2. Gilt Φ(x) für x, so existieren die Lösungen in M global nach rechts. 3. Auf Limesmengen ist Φ konstant.

75 Ljapunov-Funktionen: Eigenschaften Satz. 1. Die Sublevelmengen Φ 1 (, a) bzw. Φ 1 (, a] sind positiv invariant. 2. Gilt Φ(x) für x, so existieren die Lösungen in M global nach rechts. 3. Auf Limesmengen ist Φ konstant. 4. Ist Φ eine strikte Ljapunov-Funktion, so gilt y ω + (x) = f (y) = 0 für alle x M.

76 Ljapunov-Funktionen: Eigenschaften Satz. 1. Die Sublevelmengen Φ 1 (, a) bzw. Φ 1 (, a] sind positiv invariant. 2. Gilt Φ(x) für x, so existieren die Lösungen in M global nach rechts. 3. Auf Limesmengen ist Φ konstant. 4. Ist Φ eine strikte Ljapunov-Funktion, so gilt y ω + (x) = f (y) = 0 für alle x M. 5. Ist Φ eine strikte Ljapunov-Funktion und ist die Menge aller Equilibria in M diskret, so konvergiert jede beschränkte Lösung mit Anfangswert in M für t gegen ein Equilibrium.

77 Ljapunov-Funktionen: Eigenschaften Satz. 1. Die Sublevelmengen Φ 1 (, a) bzw. Φ 1 (, a] sind positiv invariant. 2. Gilt Φ(x) für x, so existieren die Lösungen in M global nach rechts. 3. Auf Limesmengen ist Φ konstant. 4. Ist Φ eine strikte Ljapunov-Funktion, so gilt y ω + (x) = f (y) = 0 für alle x M. 5. Ist Φ eine strikte Ljapunov-Funktion und ist die Menge aller Equilibria in M diskret, so konvergiert jede beschränkte Lösung mit Anfangswert in M für t gegen ein Equilibrium. 6. Ist Φ eine strikte Ljapunov-Funktion, so existiert keine echt periodische Lösung in M.

78 Invarianzprinzip von La Salle Satz (Invarianzprinzip von La Salle). Sei M R d eine offene, positiv invariante Menge. Sei Φ eine Ljapunov-Funktion, u(t) eine Lösung und γ + (u(0)) M kompakt. (Erinnerung: γ + (u(0)) Orbit von u(0).) Dann konvergiert u(t) für t gegen die maximale invariante Teilmenge A Φ (M) von {x M : Φ(x) f (x) = 0}. Insbesondere liegen alle periodischen Orbits in A Φ (M).

79 Stabilität Definition. Sei x R d ein Equilibrium. Dann heißt x 1. stabil, wenn es zu jedem ɛ > 0 ein δ > 0 gibt, sodass x B δ (x ) = u(t, x) B ɛ (x ) t 0 2. instabil, falls x nicht stabil ist. 3. attraktiv, wenn es ein δ 0 > 0 gibt, sodass für alle x B δ0 (x ). t + = und lim t u(t, x) = x 4. asymptotisch stabil, wenn x stabil und attraktiv ist.

80 Stabilitätssatz. Satz. Sei M R d eine positiv invariante Menge. Sei U M offen. Sei Φ : U R eine Ljapunov-Funktion. Sei x ein Equilibrium. Dann gilt: 1. Ist x ein striktes lokales Minimum von Φ, dann ist x stabil. 2. Ist x ein isoliertes Equilibrium und ein strikt lokales Minimum von Φ, und ist Φ eine strikte Ljapunov-Funktion, dann ist x asymptotisch stabil.

81 Dynamische Systeme eine Einführung 1. Existenz und Eindeutigkeit von Lösungen 2. Flüsse, Orbits, Equilibria 3. Invariante Mengen und Positivität 4. Limesmengen 5. Ljapunov-Funktionen und Stabilität 6. Populationen

82 Exponentielles und logistisches Wachstum - ein Beispiel Gegeben: Größe einer Population zur Zeit 0 Wachstums- und Sterberate Gesucht: Mathematisches Modell für die Größe der Population zur Zeit t 0.

83 Exponentielles und logistisches Wachstum - ein Beispiel Gegeben: Größe einer Population zur Zeit 0 Wachstums- und Sterberate Gesucht: Mathematisches Modell für die Größe der Population zur Zeit t 0. Kontinuumshypothese: Die Population ist so groß, dass sie durch eine stetige, reelle Funktion u(t) beschrieben werden kann.

84 Exponentielles vs. logistisches Wachstum - ein Beispiel Sei β > 0 die Geburtenrate und µ > 0 die Sterberate. Dann ist u(t + t) = u(t) + t βu(t) t µu(t) }{{}}{{} Geburten Todesfälle

85 Exponentielles vs. logistisches Wachstum - ein Beispiel Sei β > 0 die Geburtenrate und µ > 0 die Sterberate. Dann ist u(t + t) = u(t) + t βu(t) t µu(t) }{{}}{{} Geburten Todesfälle Teile durch t und betrachte Limes t 0: u(t) = (β µ)u(t) (Malthus 1798)

86 Exponentielles vs. logistisches Wachstum - ein Beispiel Sei β > 0 die Geburtenrate und µ > 0 die Sterberate. Dann ist u(t + t) = u(t) + t βu(t) t µu(t) }{{}}{{} Geburten Todesfälle Teile durch t und betrachte Limes t 0: u(t) = (β µ)u(t) (Malthus 1798) Lösung: u(t) = e t(β µ) u 0 Exponentielles Wachstum ist unrealistisch!

87 Exponentielles vs. logistisches Wachstum - ein Beispiel Sei u(t) die Größe einer Population zur Zeit t. u(t) = (β µ)u(t) (Malthus 1798)

88 Exponentielles vs. logistisches Wachstum - ein Beispiel Sei u(t) die Größe einer Population zur Zeit t. u(t) = (β µ)u(t) (Malthus 1798) Idee: Füge neuen Term für die soziale Reibung ein: ( ) u(t) = (β µ) u(t) u2 (t) (Verhulst 1845) u

89 Exponentielles vs. logistisches Wachstum - ein Beispiel Sei u(t) die Größe einer Population zur Zeit t. u(t) = (β µ)u(t) (Malthus 1798) Idee: Füge neuen Term für die soziale Reibung ein: ( ) u(t) = (β µ) u(t) u2 (t) (Verhulst 1845) u Lösung: u(t) = logistisches Wachstum u 0 u u 0 + (u u 0 )e t(β µ)

90 Interaktion von zwei Populationen Betrachte jetzt zwei interagierende Populationen (Spezies) Drei kanonische Situationen 1. Konkurrenz: Beide Spezies leben von derselben Nahrung. 2. Kooperation: Die Spezies leben in Symbiose. 3. Räuber-Beute: Die erste Spezies ist Nahrung für die zweite.

91 Interaktion von zwei Populationen Konkurrenz: Beide Spezies leben von derselben Nahrung. ( ) u = a 1 b 1 u u ( ) v = a 2 b 2 v v Kooperation: Die Spezies leben in Symbiose. ( ) u = a 1 b 1 u u ( ) v = a 2 b 2 v v Räuber-Beute: Die erste Spezies ist Nahrung für die zweite. ( ) u = a 1 b 1 u u ( ) v = a 2 b 2 v v

92 Interaktion von zwei Populationen Konkurrenz: Beide Spezies leben von derselben Nahrung. ( ) u = a 1 b 1 u c 1 v u ( ) v = a 2 b 2 v c 2 u v Kooperation: Die Spezies leben in Symbiose. ( ) u = a 1 b 1 u + c 1 v u ( ) v = a 2 b 2 v + c 2 u v Räuber-Beute: Die erste Spezies ist Nahrung für die zweite. ( ) u = a 1 b 1 u c 1 v u ( ) v = a 2 b 2 v + c 2 u v

93 Analyse des Räuber-Beute-Modells Räuber-Beute-Modell u = v = ( ) a 1 b 1 u c 1 v u ( ) a 2 b 2 v + c 2 u v Durch Umskalierung erhält man das äquivalente System ( ) u = 1 λ 1 u v u ( ) v = µ λ 2 v + u v

94 Existenz und Positivität von Lösungen Schritt 1: Picard-Lindelöf = lokale Existenz und Eindeutigkeit

95 Existenz und Positivität von Lösungen Schritt 1: Picard-Lindelöf = lokale Existenz und Eindeutigkeit Schritt 2: Zeige, dass positive Anfangswerte positive Lösungen haben.

96 Existenz und Positivität von Lösungen Schritt 1: Picard-Lindelöf = lokale Existenz und Eindeutigkeit Schritt 2: Zeige, dass positive Anfangswerte positive Lösungen haben. Schritt 3: Abschätzungen ( ) u = 1 λ 1 u v u u ( ) v = µ λ 2 v + u v (µ + u)v Mit m = µ + u 0 e t folgt dann 0 u(t) e t u 0, 0 v(t) e mt v 0 Fortsetzungssatz: Globale Existenz

97 Analyse des Räuber-Beute-Modells Equilibria: (0, 0) triviales Equilibrium (1/λ 1, 0) marginales Equilibrium (0, µ/λ 2 ) marginales Equilibrium (u, v ) Koexistenz

98 Analyse des Räuber-Beute-Modells Equilibria: (0, 0) triviales Equilibrium (1/λ 1, 0) marginales Equilibrium (0, µ/λ 2 ) marginales Equilibrium (u, v ) Koexistenz Satz. Sei λ 1 > 0, λ 2 > 0,µ R. Dann gilt: 1. Koexistenz: Für λ 2 > µ > 1/λ 1 gibt es genau ein Koexistenz-Equilibrium. Es ist in (0, ) 2 global asymptotisch stabil. System strebt gegen ein Gleichgewicht

99 Analyse des Räuber-Beute-Modells Equilibria: (0, 0) triviales Equilibrium (1/λ 1, 0) marginales Equilibrium (0, µ/λ 2 ) marginales Equilibrium (u, v ) Koexistenz Satz. Sei λ 1 > 0, λ 2 > 0,µ R. Dann gilt: 2. Für λ 2 < µ ist das marginale Equilibrium (0, µ/λ 2 ) in (0, ) 2 global asymptotisch stabil. Beute stirbt aus

100 Analyse des Räuber-Beute-Modells Equilibria: (0, 0) triviales Equilibrium (1/λ 1, 0) marginales Equilibrium (0, µ/λ 2 ) marginales Equilibrium (u, v ) Koexistenz Satz. Sei λ 1 > 0, λ 2 > 0,µ R. Dann gilt: 3. Für µ < 1/λ 1 ist das marginale Equilibrium (1/λ 1, 0) in (0, ) 2 global asymptotisch stabil. Räuber stirbt aus

101 Dynamische Systeme eine Einführung 1. Existenz und Eindeutigkeit von Lösungen 2. Flüsse, Orbits, Equilibria 3. Invariante Mengen und Positivität 4. Limesmengen 5. Ljapunov-Funktionen und Stabilität 6. Populationen

Ökologische Gleichungen für zwei Spezies

Ökologische Gleichungen für zwei Spezies Ökologische Gleichungen für zwei Spezies Florian Kern 06.Dezember 2011 Josef Hofbauer and Karl Sigmund: Evolutionary Games and Population Dynamics, Cambridge, Kapitel 4 Inhaltsverzeichnis 1 Satz von der

Mehr

Flüsse, Fixpunkte, Stabilität

Flüsse, Fixpunkte, Stabilität 1 Flüsse, Fixpunkte, Stabilität Proseminar: Theoretische Physik Yannic Borchard 7. Mai 2014 2 Motivation Die hier entwickelten Formalismen erlauben es, Aussagen über das Verhalten von Lösungen gewöhnlicher

Mehr

Theorie und Numerik von Differentialgleichungen mit MATLAB und SIMULINK. K. Taubert Universität Hamburg SS08

Theorie und Numerik von Differentialgleichungen mit MATLAB und SIMULINK. K. Taubert Universität Hamburg SS08 Theorie und Numerik von Differentialgleichungen mit MATLAB und SIMULINK K. Taubert Universität Hamburg SS8 Linearisierung 2 LINEARISIERUNG und das VERHALTEN VON LÖSUNGEN NICHTLINEARER DIFFERENTIALGLEICHUNGEN

Mehr

Populations Modelle Das Lotka-Volterra Model. Robin Gwinner Seminarleiterin: Dr. Iryna Rybak

Populations Modelle Das Lotka-Volterra Model. Robin Gwinner Seminarleiterin: Dr. Iryna Rybak Populations Modelle Das Lotka-Volterra Model Robin Gwinner Seminarleiterin: Dr. Iryna Rybak 04.05.2016 Motivation Rote Liste: Motivation Rote Liste: Motivation Rote Liste: Motivation Motivation Motivation

Mehr

Analysis 4. Lösungsvorschlag zum 12. Übungsblatt

Analysis 4. Lösungsvorschlag zum 12. Übungsblatt Karlsruher Institut für Technologie Institut für Analysis Dr. Christoph Schmoeger Dipl.-Math. Andreas Geyer-Schulz SS 208. Juli 208 Analysis 4 Lösungsvorschlag zum 2. Übungsblatt Aufgabe 42 Wir untersuchen

Mehr

Übungen zur Vorlesung. Einführung in Dynamische Systeme. Musterlösungen zu Aufgabenblatt 2

Übungen zur Vorlesung. Einführung in Dynamische Systeme. Musterlösungen zu Aufgabenblatt 2 Prof. Roland Gunesch Sommersemester 00 Übungen zur Vorlesung Einführung in Dynamische Systeme Musterlösungen zu Aufgabenblatt Aufgabe : a Zeigen Sie: Für alle Anfangsdaten u 0, t 0 R R hat das Anfangswertproblem

Mehr

Seminar Gewöhnliche Differentialgleichungen

Seminar Gewöhnliche Differentialgleichungen Seminar Gewöhnliche Differentialgleichungen Dynamische Systeme I 1 Einleitung 1.1 Nichtlineare Systeme In den vorigen Vorträgen haben wir uns mit linearen Differentialgleichungen beschäftigt. Nun werden

Mehr

Lösungsvorschläge zur ersten Klausur Gewöhnliche Differenzialgleichungen am um 10 Uhr. Bearbeitungszeit beträgt zwei Stunden.

Lösungsvorschläge zur ersten Klausur Gewöhnliche Differenzialgleichungen am um 10 Uhr. Bearbeitungszeit beträgt zwei Stunden. Lösungsvorschläge zur ersten Klausur Gewöhnliche Differenzialgleichungen am 20.6.2015 um 10 Uhr. Bearbeitungszeit beträgt zwei Stunden. Prof. Dr. Wolfgang Arendt Manuel Bernhard Sommersemester 2015 Achten

Mehr

Übungen zur Vorlesung. Einführung in Dynamische Systeme. Musterlösungen zu Aufgabenblatt 1

Übungen zur Vorlesung. Einführung in Dynamische Systeme. Musterlösungen zu Aufgabenblatt 1 Prof. Roland Gunesch Sommersemester 00 Übungen zur Vorlesung Einführung in Dnamische Ssteme Musterlösungen zu Aufgabenblatt Aufgabe : Sei A 0 4. a Bestimmen Sie für jeden Anfangswert 0 R das Verhalten

Mehr

Stabilitätsfragen bei autonomen Systemen

Stabilitätsfragen bei autonomen Systemen 1 Stabilitätsfragen bei autonomen Systemen M. Schuster 09.08.2006 Inhaltsverzeichnis 1 Allgemeines über autonome Systeme 1 1.1 Oft übliche Bezeichnungen mit Übersetzung.......................... 1 2 Stabilität

Mehr

12 Gewöhnliche Differentialgleichungen

12 Gewöhnliche Differentialgleichungen 2 2 Gewöhnliche Differentialgleichungen 2. Einleitung Sei f : D R wobei D R 2. Dann nennt man y = f(x, y) (5) eine (gewöhnliche) Differentialgleichung (DGL) erster Ordnung. Als Lösung von (5) akzeptiert

Mehr

Abbildung 5.1: stabile und instabile Ruhelagen

Abbildung 5.1: stabile und instabile Ruhelagen Kapitel 5 Stabilität Eine intuitive Vorstellung vom Konzept der Stabilität vermitteln die in Abb. 5.1 dargestellten Situationen. Eine Kugel rollt unter dem Einfluss von Gravitation und Reibung auf einer

Mehr

Beispiel: Evolution infizierter Individuen

Beispiel: Evolution infizierter Individuen Differentialgleichungen sind sehr nützlich in der Modellierung biologischer Prozesse, denn: damit kann man auch sehr komplizierte Systeme beschreiben die Mathematik liefert mit der gut entwickelten Theorie

Mehr

14 Ljapunov-Funktionen

14 Ljapunov-Funktionen 14 Ljapunov-Funktionen 67 14 Ljapunov-Funktionen 14.1 Gradientenfelder. a Ein Vektorfeld v C 1 D, R n besitze ein Potential U C 2 D, R, d.h. es sei v = gradu. Dann ist Dvx = HUx symmetrisch, und man hat

Mehr

Einfache Modelle der Populationsdynamik

Einfache Modelle der Populationsdynamik Vorlesung 4. Einfache Modelle der Populationsdynamik Wintersemester 215/16 1.11.215 M. Zaks allgemeine vorbemerkungen In kleinen Populationen schwanken die Bevolkerungszahlen stochastisch: Geburt/Tod von

Mehr

Gewöhnliche Differentialgleichungen Woche 6. Existenz nach Picard-Lindelöf

Gewöhnliche Differentialgleichungen Woche 6. Existenz nach Picard-Lindelöf d Gewöhnliche Differentialgleichungen Woche 6 Existenz nach Picard-Lindelöf 6.1 Vorbereitung für den Existenzsatz 6.1.1 Stetigkeit und Lipschitz-Stetigkeit Definition 6.1 Seien (V 1, 1 und (V 2, 2 zwei

Mehr

Übungen zu Differentialgleichungen (WiSe 12/13)

Übungen zu Differentialgleichungen (WiSe 12/13) Übungen zu Differentialgleichungen WiSe 2/) Blatt 6 22 November 202 Gruppenübung Aufgabe G Sei f t, p) := p 5, t, p) R 2 Gegeben sei das Anfangswertproblem ẋ = f t,x), x0) = ) Bestimmen sie das maximale

Mehr

D-MATH, D-PHYS, D-CHAB Analysis II FS 2017 Prof. Manfred Einsiedler. Übungsblatt 5 A := u = Au, u(0) = 1. 1

D-MATH, D-PHYS, D-CHAB Analysis II FS 2017 Prof. Manfred Einsiedler. Übungsblatt 5 A := u = Au, u(0) = 1. 1 D-MATH, D-PHYS, D-CHAB Analysis II FS 2017 Prof. Manfred Einsiedler Übungsblatt 5 1. Gegeben sei die Matrix 1 1 0 A := 0 1 0 0 0 2 a) Bestimmen Sie ein Fundamentalsystem (das heisst eine Basis des Lösungsraums)

Mehr

Gewöhnliche Differentialgleichungen Woche 7. Globale Existenz einer Lösung

Gewöhnliche Differentialgleichungen Woche 7. Globale Existenz einer Lösung Gewöhnliche Differentialgleichungen Woche 7 Globale Existenz einer Lösung 7.1 Von lokal zu global Wir betrachten wiederum das Anfangswertproblem { y (x = f (x, y(x, y( = y 0. (7.1 Eine erste Erweiterung

Mehr

Kapitel 7. Topologische Äquivalenz. 7.1 Strukturelle Stabilität

Kapitel 7. Topologische Äquivalenz. 7.1 Strukturelle Stabilität Kapitel 7 Topologische Äquivalenz 7.1 Strukturelle Stabilität Wir betrachten in diesem Abschnitt C 1 -Vektorfelder auf kompakten Mannigfaltigkeiten, oder aber Lipschitz stetige Vektorfelder auf einem Gebiet

Mehr

Topologie und Differentialrechnung mehrerer Veränderlicher, SS 2009 Modulprüfung/Abschlussklausur. Aufgabe Punkte

Topologie und Differentialrechnung mehrerer Veränderlicher, SS 2009 Modulprüfung/Abschlussklausur. Aufgabe Punkte Universität München 22. Juli 29 Topologie und Differentialrechnung mehrerer Veränderlicher, SS 29 Modulprüfung/Abschlussklausur Name: Aufgabe 2 3 4 Punkte Gesamtpunktzahl: Gesamturteil: Schreiben Sie unbedingt

Mehr

Differentialgleichungen I

Differentialgleichungen I Differentialgleichungen I Michael Hinze (zusammen mit Peywand Kiani) Department Mathematik Schwerpunkt Optimierung und Approximation, Universität Hamburg 5. Januar 2009 Beachtenswertes Die Veranstaltung

Mehr

Floquet Theorie II. 1 Einführung

Floquet Theorie II. 1 Einführung Vortrag zum Seminar Gewöhnliche Differentialgleichungen, 18.10.2011 Sebastian Monschang 1 Einführung Auf den Ergebnissen des ersten Vortrags basierend werden wir in diesem Vortrag gewöhnliche lineare Differentialgleichungssysteme

Mehr

1 Die direkte Methode der Variationsrechnung

1 Die direkte Methode der Variationsrechnung Die direkte Methode der Variationsrechnung Betrachte inf I(u) = f(x, u(x), u(x)) dx : u u + W,p () wobei R n, u W,p mit I(u ) < und f : R R n R. (P) Um die Existenz eines Minimierers direkt zu zeigen,

Mehr

Stabilität linearer Differentialgleichungssysteme 1-1

Stabilität linearer Differentialgleichungssysteme 1-1 Stabilität linearer Differentialgleichungssysteme Ein lineares homogenes Differentialgleichungssystem mit konstanten Koeffizienten u = Au, u = (u 1,..., u n ) t, ist Stabilität linearer Differentialgleichungssysteme

Mehr

Kurze Einführung zu Stabilität bei Differentialgleichungen und Einschrittverfahren

Kurze Einführung zu Stabilität bei Differentialgleichungen und Einschrittverfahren Kurze Einführung zu Stabilität bei Differentialgleichungen und Einschrittverfahren Was sind typische qualitative Aussagen bei gewöhnlichen Differentialgleichungen der Form x (t) = f(t, x)? (1) 1. Andere

Mehr

Zusammenfassung Analysis 2

Zusammenfassung Analysis 2 Zusammenfassung Analysis 2 1.2 Metrische Räume Die Grundlage metrischer Räume bildet der Begriff des Abstandes (Metrik). Definition 1.1 Ein metrischer Raum ist ein Paar (X, d), bestehend aus einer Menge

Mehr

Stetige Funktionen. Definition. Seien (X, d) und (Y, D) metrische Räume und f : X Y eine Abbildung. i) f heißt stetig in x 0 (x 0 D(f)), wenn

Stetige Funktionen. Definition. Seien (X, d) und (Y, D) metrische Räume und f : X Y eine Abbildung. i) f heißt stetig in x 0 (x 0 D(f)), wenn Stetige Funktionen Eine zentrale Rolle in der Analysis spielen Abbildungen f : X Y, wobei X und Y strukturierte Mengen sind (wie z.b. Vektorräume oder metrische Räume). Dabei sind i.a. nicht beliebige

Mehr

1 Nicht-lineare dynamische Systeme

1 Nicht-lineare dynamische Systeme 1 Nicht-lineare dynamische Systeme 1.1 Charakteristika linerarer Systeme Superpositionsprinzip: Sind x 1 und x Lösungen eines linearen Systems, dann ist auch α 1 x 1 + α x eine Lösung. Berühmte Beispiele:

Mehr

Wiederholungsklausur zur Analysis II

Wiederholungsklausur zur Analysis II Wiederholungsklausur zur Analysis II Prof. Dr. C. Löh/M. Blank 11. April 2012 Name: Matrikelnummer: Vorname: Übungsleiter: Diese Klausur besteht aus 8 Seiten. Bitte überprüfen Sie, ob Sie alle Seiten erhalten

Mehr

1.6 Stabilität von Gleichgewichtslagen

1.6 Stabilität von Gleichgewichtslagen 40 Kapitel 1. Gewöhnliche Differentialgleichungen Schauen wir uns Gradientenvektorfelder noch einmal genauer an. Ist f:d R eine zweimal stetig differenzierbare Funktion in zwei Variablen, definiert auf

Mehr

Der Satz von Poincaré-Bendixson

Der Satz von Poincaré-Bendixson Der Satz von Poincaré-Bendixson Benjamin Menüc [email protected] 5. März 2005 Wir haben ein autonomes System ẋ = f(x) (1) E ist eine oene Teilmenge von R n und f C 1 (E). E wird auch Phasenraum von (1)

Mehr

Klausur zu Analysis II - Lösungen

Klausur zu Analysis II - Lösungen Mathematisches Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Dr. Axel Grünrock WS 1/11 11..11 Klausur zu Analysis II - Lösungen 1. Entscheiden Sie, ob die folgenden Aussagen richtig oder falsch sind.

Mehr

Floquet-Theorie IV. 1 Hills Gleichung

Floquet-Theorie IV. 1 Hills Gleichung Vortrag zum Seminar Gewöhnliche Differentialgleichungen, 08.11.2011 Tobias Roidl Dieser Vortrag befasst sich mit der Hills Gleichung und gibt eine Einführung in die Periodischen Orbits von linearen Systemen.

Mehr

Kapitel 11: Anwendung in der Biologie

Kapitel 11: Anwendung in der Biologie Kapitel 11: Anwendung in der Biologie 1. Einführung: In diesem Kapitel wollen wir uns mit der Anwendung von Differentialgleichungen in der Biologie beschäftigen und dort unser bisher erlangtes Wissen anwenden.

Mehr

Der Duffing-Oszillator

Der Duffing-Oszillator 11.04.2006 Inhalt Inhalt Erwartung im stationären Fall: eine instabile Ruhelage, zwei asymptotisch stabile Ruhelagen. Inhalt Erwartung im stationären Fall: eine instabile Ruhelage, zwei asymptotisch stabile

Mehr

ANALYSIS 1 Kapitel 6: Stetige Funktionen

ANALYSIS 1 Kapitel 6: Stetige Funktionen ANALYSIS 1 Kapitel 6: Stetige Funktionen MAB.01012UB MAT.101UB Vorlesung im WS 2017/18 Günter LETTL Institut für Mathematik und wissenschaftliches Rechnen Karl-Franzens-Universität Graz 6.1 Grundbegrie

Mehr

Nichtlineare Gleichungssysteme

Nichtlineare Gleichungssysteme Kapitel 5 Nichtlineare Gleichungssysteme 51 Einführung Wir betrachten in diesem Kapitel Verfahren zur Lösung von nichtlinearen Gleichungssystemen Nichtlineares Gleichungssystem: Gesucht ist eine Lösung

Mehr

Klausur: Differentialgleichungen Version mit Lösungen

Klausur: Differentialgleichungen Version mit Lösungen Universität Kassel Fachbereich 10/16 Dr. Sebastian Petersen 16.03.2016 Klausur: Differentialgleichungen Version mit Lösungen Name: Vorname: Matrikelnummer: Versuch: Unterschrift: Bitte fangen Sie für jede

Mehr

Stetigkeit, Konvergenz, Topologie

Stetigkeit, Konvergenz, Topologie Ferienkurs Seite 1 Technische Universität München Ferienkurs Analysis 1 Hannah Schamoni Wintersemester 2011/12 Stetigkeit, Konvergenz, Topologie 21.03.2012 Inhaltsverzeichnis 1 Stetigkeit und Konvergenz

Mehr

Universität des Saarlandes Seminar der Fachrichtung Mathematik Rudolf Umla

Universität des Saarlandes Seminar der Fachrichtung Mathematik Rudolf Umla Universität des Saarlandes Seminar der Fachrichtung Mathematik Rudolf Umla Sätze über Konvexität von Kapitel 4.7 bis 4.10 Theorem 4.7-1. Sei U ein konvexer Unterraum eines normierten Vektorraums. Dann

Mehr

Basisprüfung, Gruppe A Analysis I/II

Basisprüfung, Gruppe A Analysis I/II Offene Aufgaben. Jeder der folgenden sieben offenen Aufgaben ist eine einzelne thematisch verwandte Single Choice-Aufgabe vorangestellt. Beantworten Sie die Single Choice Aufgabe auf dem Antwortzettel.

Mehr

D-MAVT/D-MATL Analysis II FS 2017 Dr. Andreas Steiger. Lösung - Serie 26. ẋ 1 = x 1 + 2x ẋ 2 = 2x 1 + x 2

D-MAVT/D-MATL Analysis II FS 2017 Dr. Andreas Steiger. Lösung - Serie 26. ẋ 1 = x 1 + 2x ẋ 2 = 2x 1 + x 2 D-MAVT/D-MATL Analysis II FS 07 Dr. Andreas Steiger Lösung - Serie 6. Es ist das folgende autonome System ẋ = x + x + 3 ẋ = x + x von linearen Differenzialgleichungen. Ordung gegeben. Welche der folgenden

Mehr

Zu einigen Grundlagen der Stabilitätstheorie dynamischer Systeme

Zu einigen Grundlagen der Stabilitätstheorie dynamischer Systeme Seminar Zu einigen Grundlagen der Stabilitätstheorie dynamischer Systeme 15.4.201 2 Inhaltsverzeichnis 1 Existenz und Eindeutigkeit 7 1.1 Lineare Systeme.................................... 7 1.2 Der Begriff

Mehr

Analysis I. Guofang Wang Universität Freiburg

Analysis I. Guofang Wang Universität Freiburg Universität Freiburg 30.11.2016 5. Teilmengen von R und von R n Der R n ist eine mathematische Verallgemeinerung: R n = {x = (x 1,..., x n ) : x i R} = } R. {{.. R }. n mal Für x R ist x der Abstand zum

Mehr

Wettbewerbs- und Symbiose-Modelle Von Jakob Foss

Wettbewerbs- und Symbiose-Modelle Von Jakob Foss Wettbewerbs- und Symbiose-Modelle Von Jakob Foss Wettbewerbsmodell Das einfachste Wettbewerbsmodell für zwei Spezies lässt sich aus dem Lotka- Volterra Modell ableiten und sieht folgendermaßen aus: dn1

Mehr

Kapitel 3. Konvergenz von Folgen und Reihen

Kapitel 3. Konvergenz von Folgen und Reihen Kapitel 3. Konvergenz von Folgen und Reihen 3.1. Normierte Vektorräume Definition: Sei V ein Vektorraum (oder linearer Raum) über (dem Körper) R. Eine Abbildung : V [0, ) heißt Norm auf V, falls die folgenden

Mehr

Satz von Peano. Sei f stetig und beschränkt auf

Satz von Peano. Sei f stetig und beschränkt auf Satz von Peano Sei f stetig und beschränkt auf { } Q ab := (t,y) R n+1 : t t 0 a; y y 0 b mit f(t,y) M und α := min(a, b M ). Dann besitzt das Anfangswertproblem y = f(t,y), y(t 0 ) = y 0 Giuseppe Peano

Mehr

Extremalprobleme mit Nebenbedingungen

Extremalprobleme mit Nebenbedingungen Extremalprobleme mit Nebenbedingungen In diesem Abschnitt untersuchen wir Probleme der folgenden Form: g(x 0 ) = inf{g(x) : x Ω, f(x) = 0}, (x 0 Ω, f(x 0 ) = 0). (1) Hierbei sind Ω eine offene Menge des

Mehr

Limesmengen in planaren Systemen: Satz von Poincaré-Bendixson

Limesmengen in planaren Systemen: Satz von Poincaré-Bendixson Limesmengen in planaren Systemen: Satz von Poincaré-Bendixson Tobias Bohl 1 Einleitung Im letzten Vortrag haben wir viel von Gleichgewichten gehört, dieser Vortrag handelt von einer anderen Möglichkeit,

Mehr

Musterlösung Klausur zu Analysis II. Verständnisteil

Musterlösung Klausur zu Analysis II. Verständnisteil Technische Universität Berlin SS 2009 Institut für Mathematik 20.07.2009 Prof. Dr. R. Schneider Fritz Krüger Sebastian Holtz Musterlösung Klausur zu Analysis II Verständnisteil 1. (a) Sei D R n konvex

Mehr

5 Die Picardschen Sätze

5 Die Picardschen Sätze 03 5 Die Picardschen Sätze Für eine zweimal stetig differenzierbare reell- oder komplexwertige Funktion f auf einem Gebiet G C ist der Laplace-Operator definiert durch Behauptung: = 4 Beweis: Daraus folgt:

Mehr

Klausurenkurs zum Staatsexamen (WS 2015/16): Differential und Integralrechnung 8

Klausurenkurs zum Staatsexamen (WS 2015/16): Differential und Integralrechnung 8 Dr. Erwin Schörner Klausurenkurs zum Staatsexamen (WS 2015/16): Differential und Integralrechnung 8 8.1 (Herbst 2012, Thema 2, Aufgabe 5) Bestimmen Sie die allgemeine Lösung der Differentialgleichung (

Mehr

Modellbildung und Simulation, Kap (S ) 10 Zwei-Spezies-Modelle

Modellbildung und Simulation, Kap (S ) 10 Zwei-Spezies-Modelle Erratum zu Modellbildung und Simulation, Kap. 1.3 (S. 256 261) 1 Zwei-Spezies-Modelle Interessanter als einzelne Populationen sind Modelle mit mehreren Arten, die miteinander in Wechselwirkung stehen,

Mehr

Klausurenkurs zum Staatsexamen (WS 2016/17): Differential und Integralrechnung 8

Klausurenkurs zum Staatsexamen (WS 2016/17): Differential und Integralrechnung 8 Dr. Erwin Schörner Klausurenkurs zum Staatsexamen (WS 2016/17): Differential und Integralrechnung 8 8.1 (Herbst 2012, Thema 2, Aufgabe 5) Bestimmen Sie die allgemeine Lösung der Differentialgleichung (

Mehr

Serie 13: Online Test

Serie 13: Online Test D-ERDW, D-HEST, D-USYS Mathematik I HS 13 Dr. Ana Cannas Serie 13: Online Test Einsendeschluss: 31. Januar 214 Bei allen Aufgaben ist genau eine Antwort richtig. Lösens des Tests eine Formelsammlung verwenden.

Mehr

PROBEPRÜFUNG MATHEMATIK I UND II

PROBEPRÜFUNG MATHEMATIK I UND II PROBEPRÜFUNG MATHEMATIK I UND II für die Studiengänge Agrar-, Erd-, Lebensmittelund Umweltnaturwissenschaften Für diese Probeprüfung sind ca 4 Stunden vorgesehen. Die eigentliche Prüfung wird signifikant

Mehr

den Satz von Poincaré-Bendixson.

den Satz von Poincaré-Bendixson. Seminar zu Geometrie der Gewöhnlichen Differentialgleichungen Der Satz von Poincaré-Bendixson bearbeitet von Rodrigo Menendez Zusammenfassung Fragen des Langzeitverhaltens und der Stabilität spielen in

Mehr

Die komplexe Halbebene faktorisiert nach einer Fuchsschen Gruppe

Die komplexe Halbebene faktorisiert nach einer Fuchsschen Gruppe Die komplexe Halbebene faktorisiert nach einer Fuchsschen Gruppe Matthias Nagel Riemannsche Flächen Stets sei X eine 2-dimensionale Mannigfaltigkeit (Fläche). Definition. ) Eine komplexe Karte auf X ist

Mehr

(a), für i = 1,..., n.

(a), für i = 1,..., n. .4 Extremwerte Definition Sei M R n eine Teilmenge, f : M R stetig, a M ein Punkt. f hat in a auf M ein relatives (oder lokales) Maximum bzw. ein relatives (oder lokales) Minimum, wenn es eine offene Umgebung

Mehr

Musterlösung. Aufgabe 1 a) Die Aussage ist falsch. Ein Gegenbeispiel ist die Funktion f : [0, 1] R, die folgendermaßen definiert ist:

Musterlösung. Aufgabe 1 a) Die Aussage ist falsch. Ein Gegenbeispiel ist die Funktion f : [0, 1] R, die folgendermaßen definiert ist: Musterlösung Aufgabe a) Die Aussage ist falsch. Ein Gegenbeispiel ist die Funktion f : [, ] R, die folgendermaßen definiert ist: f(x) := { für x R \ Q für x Q f ist offensichtlich beschränkt. Wir zeigen,

Mehr

Ferienkurs Analysis 3. Ari Wugalter März 2011

Ferienkurs Analysis 3. Ari Wugalter März 2011 Ari Wugalter 07. - 08. März 2011 1 1 Hilberträume Im ersten Kapitel wollen wir uns mit den grundlegenden Eigenschaften von Hilberträumen beschäfitgen. Hilberträume habe die herausragende Eigenschaft, dass

Mehr

Darstellungssatz von Riesz in vollständig regulären Räumen. Carina Pöll Wintersemester 2012

Darstellungssatz von Riesz in vollständig regulären Räumen. Carina Pöll Wintersemester 2012 Darstellungssatz von Riesz in vollständig regulären Räumen Carina Pöll 0726726 Wintersemester 2012 Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 1 2 Definitionen und Resultate aus der Topologie 1 3 Der Darstellungssatz

Mehr

Differentialgleichungen

Differentialgleichungen Kapitel Differentialgleichungen Josef Leydold Mathematik für VW WS 05/6 Differentialgleichungen / Ein einfaches Modell (Domar) Im Domar Wachstumsmodell treffen wir die folgenden Annahmen: () Erhöhung der

Mehr

Differentialgleichungen

Differentialgleichungen Kapitel 14 Differentialgleichungen Josef Leydold Mathematik für VW WS 2017/18 14 Differentialgleichungen 1 / 41 Ein einfaches Modell (Domar) Im Domar Wachstumsmodell treffen wir die folgenden Annahmen:

Mehr

Stabile periodische Bewegungen (Grenzzyklen)

Stabile periodische Bewegungen (Grenzzyklen) Stabile periodische Bewegungen (Grenzzyklen) 1. Nichtlineare Systeme mit zwei Gleichungen Prinzipiell neu: Alle Systeme mit mindestens 2 unabhängigen DGL können als Lösungen geschlossene Kurven im Phasenraum

Mehr

Mathematische Methoden in der Systembiologie Universität Heidelberg, Sommer 2017

Mathematische Methoden in der Systembiologie Universität Heidelberg, Sommer 2017 Mathematische Methoden in der Systembiologie Universität Heidelberg, Sommer 2017 Dozent: Dr. M. V. Barbarossa ([email protected]) Vorlesung+ Übung: Mo/Mi/Fr. 8:15-9:45Uhr, SR 1, INF 205 Termin

Mehr

Formelsammlung Analysis I & II

Formelsammlung Analysis I & II Formelsammlung Analysis I & II Wichtige eindimensionale Integrale: { x s dx = s+ xs+ + C falls s log x + C falls s = exp(x dx = exp(x + C cos(x dx = sin(x + C sin(x dx = cos(x + C sinh(x dx = cosh(x +

Mehr

Bemerkung Als Folge von Satz 6.2 kann man jede ganze Funktion schreiben als Potenzreihe. α m z m. f(z) = m=0. 2πi. re it t [0,2π] 2πi

Bemerkung Als Folge von Satz 6.2 kann man jede ganze Funktion schreiben als Potenzreihe. α m z m. f(z) = m=0. 2πi. re it t [0,2π] 2πi Funktionentheorie, Woche 7 Eigenschaften holomorpher Funktionen 7.1 Ganze Funktionen Definition 7.1 Eine Funktion f : C C, die holomorph ist auf C, nennt man eine ganze Funktion. Bemerkung 7.1.1 Als Folge

Mehr

Vollständigkeit. 1 Konstruktion der reellen Zahlen

Vollständigkeit. 1 Konstruktion der reellen Zahlen Vortrag im Rahmen des Proseminars zur Analysis, 17.03.2006 Albert Zeyer Ziel des Vortrags ist es, die Vollständigkeit auf Basis der Konstruktion von R über die CAUCHY-Folgen zu beweisen und äquivalente

Mehr

Höhere Mathematik III

Höhere Mathematik III Universität Stuttgart Fachbereich Mathematik Prof. Dr. J. Pöschel Dr. D. Zimmermann Dipl.-Math. K. Sanei Kashani Blatt 5 Höhere Mathematik III el, kb, mecha, phs Vortragsübungen (Musterlösungen) 7..4 Aufgabe

Mehr

ε δ Definition der Stetigkeit.

ε δ Definition der Stetigkeit. ε δ Definition der Stetigkeit. Beweis a) b): Annahme: ε > 0 : δ > 0 : x δ D : x δ x 0 < δ f (x δ f (x 0 ) ε Die Wahl δ = 1 n (n N) generiert eine Folge (x n) n N, x n D mit x n x 0 < 1 n f (x n ) f (x

Mehr

Analysis II (FS 2015): Vektorfelder und Flüsse

Analysis II (FS 2015): Vektorfelder und Flüsse Analysis II (FS 215): Vektorfelder und Flüsse Dietmar A. Salamon ETH-Zürich 7. April 215 1 Der Fluss eines Vektorfeldes Sei U R n eine offene Menge und sei f : U R n eine lokal Lipschitz-stetige Abbildung.

Mehr

Mathematik für Naturwissenschaftler I WS 2009/2010

Mathematik für Naturwissenschaftler I WS 2009/2010 Mathematik für Naturwissenschaftler I WS 2009/2010 Lektion 12 1. Dezember 2009 Kapitel 3. Differenzialrechnung einer Variablen (Fortsetzung) Satz 19. Es seien M und N zwei nichtleere Teilmengen von R,

Mehr

f f(x ɛξ) f(x) 0, d.h. f (x)ξ = 0 für alle ξ B 1 (0). Also f (x) = 0. In Koordinaten bedeutet dies gerade, dass in Extremstellen gilt: f(x) = 0.

f f(x ɛξ) f(x) 0, d.h. f (x)ξ = 0 für alle ξ B 1 (0). Also f (x) = 0. In Koordinaten bedeutet dies gerade, dass in Extremstellen gilt: f(x) = 0. Mehrdimensionale Dierenzialrechnung 9 Optimierung 9 Optimierung Definition Seien U R n oen, f : U R, x U x heiÿt lokales Maximum, falls eine Umgebung V U von x existiert mit y V : fx fy x heiÿt lokales

Mehr

Skript zur Vorlesung Analysis 3

Skript zur Vorlesung Analysis 3 Skript zur Vorlesung Analysis 3 Herbstsemester 204 Prof. Benjamin Schlein Inhaltsverzeichnis Gewöhnliche Differentialgleichungen 2. Differentialgleichungen erster Ordnung, elementare Lösungsmethoden..

Mehr

Monotonie, Konkavität und Extrema

Monotonie, Konkavität und Extrema Kapitel 8 Monotonie, Konkavität und Extrema Josef Leydold Auffrischungskurs Mathematik WS 2017/18 8 Monotonie, Konkavität und Extrema 1 / 55 Monotonie Eine Funktion f heißt monoton steigend, falls x 1

Mehr

Monotonie, Konkavität und Extrema

Monotonie, Konkavität und Extrema Kapitel 8 Monotonie, Konkavität und Extrema Josef Leydold Auffrischungskurs Mathematik WS 2017/18 8 Monotonie, Konkavität und Extrema 1 / 55 Monotonie Eine Funktion f heißt monoton steigend, falls x 1

Mehr

Definition 3.1: Ein Differentialgleichungssystem 1. Ordnung

Definition 3.1: Ein Differentialgleichungssystem 1. Ordnung Kapitel 3 Dynamische Systeme Definition 31: Ein Differentialgleichungssystem 1 Ordnung = f(t, y) ; y R N ; f : R R N R N heißt namisches System auf dem Phasenraum R N Der Parameter t wird die Zeit genannt

Mehr

Klassifikation planarer Systeme

Klassifikation planarer Systeme Klassifikation planarer Systeme Dieser Vortrag thematisiert die Klassifikation planarer Systeme. Man klassifiziert planare Systeme um einen besseren Überblick über die verschiedenen Verhaltensweisen von

Mehr

18.4 Das Newton-Verfahren

18.4 Das Newton-Verfahren 18.4 Das Newton-Verfahren Ziel: Wir suchen die Nullstellen einer Funktion f : D R n, D R n : f(x) = 0 Wir kennen bereits die Fixpunktiteration x k+1 := Φ(x k ) mit Startwert x 0 und Iterationsvorschrift

Mehr

Kapitel 8: Gewöhnliche Differentialgleichungen 8.1 Definition, Existenz, Eindeutigkeit von Lösungen Motivation: z.b. Newton 2.

Kapitel 8: Gewöhnliche Differentialgleichungen 8.1 Definition, Existenz, Eindeutigkeit von Lösungen Motivation: z.b. Newton 2. Kapitel 8: Gewöhnliche Differentialgleichungen 8.1 Definition, Existenz, Eindeutigkeit von Lösungen Motivation: z.b. Newton 2. Gesetz: (enthalten Ableitungen der gesuchten Funktionen) Geschwindigkeit:

Mehr

Mathematik für Anwender I. Klausur

Mathematik für Anwender I. Klausur Fachbereich Mathematik/Informatik 27. März 2012 Prof. Dr. H. Brenner Mathematik für Anwender I Klausur Dauer: Zwei volle Stunden + 10 Minuten Orientierung, in denen noch nicht geschrieben werden darf.

Mehr