Analysis III - Bachelorversion
|
|
|
- Nicolas Bieber
- vor 8 Jahren
- Abrufe
Transkript
1 Analysis III - Bachelorversion Die Mitarbeiter von September 217
2
3 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis 2 I. Vorwort 5 I.1. Über dieses Skriptum I.2. Wer I.3. Wo Vorbereitungen 7 1. σ-algebren und Maße 9 2. Das Lebesguemaß Messbare Funktionen Konstruktion des Lebesgueintegrals Nullmengen Der Konvergenzsatz von Lebesgue Parameterintegrale Vorbereitungen auf das, was kommen mag Das Prinzip von Cavalieri Der Satz von Fubini Der Transformationssatz (Substitutionsregel) Polarkoordinaten Zylinderkoordinaten Kugelkoordinaten Vorbereitungen für die Integralsätze Der Integralsatz von Gauß im R Flächen im R Explizite Parameterdarstellung Integralsatz von Stokes L p -Räume und L p -Räume 91 3
4 Inhaltsverzeichnis 17. Das Integral im Komplexen Fourierreihen 17 A. Satz um Satz (hüpft der Has) 115 Stichwortverzeichnis 115 B. Credits für Analysis III 119 4
5 I. Vorwort I.1. Über dieses Skriptum Dies ist ein Mitschrieb der Vorlesung Analysis III von Herrn Schmoeger im Wintersemester 21 an der Universität Karlsruhe (KIT). Die Mitschriebe der Vorlesung werden mit ausdrücklicher Genehmigung von Herrn Schmoeger hier veröffentlicht, Herr Schmoeger ist für den Inhalt nicht verantwortlich. I.2. Wer Gestartet wurde das Projekt von Joachim Breitner. Beteiligt an diesem Mitschrieb sind Rebecca Schwerdt, Philipp Ost, Jan Ihrens, Peter Pan und Benjamin Unger. I.3. Wo Alle Kapitel inklusive L A TE-Quellen können unter abgerufen werden. Dort ist ein Wiki eingerichtet und von Joachim Breitner um die L A TE-Funktionen erweitert. Das heißt, jeder kann Fehler nachbessern und sich an der Entwicklung beteiligen. Auf Wunsch ist auch ein Zugang über Subversion möglich. 5
6
7 Vorbereitungen In diesem Paragraphen seien, Y, Z Mengen ( ) und f : Y, g : Y Z Abbildungen. (1) (i) P() := {A : A } heißt Potenzmenge von. (ii) Sei M P(), so heißt M disjunkt, genau dann wenn A B = für A, B M mit A B. (iii) Sei (A j ) eine Folge in P() (also A j ), so heißt (A j ) disjunkt, genau dann wenn {A 1, A 2,...} disjunkt ist. In diesem Fall schreibe: j=1 := j=1 A j Allgemein sei j=1 A j := A j und j=1 A j := A j. (2) Sei A, für x definiere wobei A c := \ A. 1 A (x) := { 1, x A, x A c (3) Sei B Y dann ist f 1 (B) := {x : f(x) B} und es gelten folgende Eigenschaften: (i) f 1 (B c ) = f 1 (B) c (ii) Ist B j eine Folge in P(Y ), so gilt: f 1 ( B j ) = f 1 (B j ) f 1 ( B j ) = f 1 (B j ) (iii) Ist C Z, so gilt: (g f) 1 (C) = f 1 (g 1 (C)) (4) j=1 a j =: a j 7
8
9 1 σ-algebren und Maße In diesem Paragraphen sei eine Menge. Definition Sei A P(), A heißt eine σ-algebra auf, wenn gilt: (σ 1 ) A (σ 2 ) Ist A A, so ist auch A c A. (σ 3 ) Ist (A j ) eine Folge in A, so ist A j A. Beispiel (1) {, } und P() sind σ-algebren auf. (2) Sei A, dann ist {,, A, A c } eine σ-algebra auf. (3) A := {A : A abzählbar oder A c abzählbar} ist eine σ-algebra auf. Lemma 1.1 Sei A eine σ-algebra auf, dann: (1) A (2) Ist (A j ) eine Folge in A, so ist A j A. (3) Sind A 1,..., A n A, so gilt: (i) A 1 A n A (ii) A 1 A n A (iii) A 1 \ A 2 A (1) = c A (nach (σ 2 )). (2) D := A j. D c = A c j A (nach (σ 2) und (σ 3 )), also gilt auch D = (D c ) c A. (3) (i) A 1 A n A folgt aus (σ 3 ) mit A n+j := (j 1). (ii) A 1 A n A folgt aus (2) mit A n+j := (j 1). (iii) A 1 \ A 2 = A 1 A c 2 A 9
10 1. σ-algebren und Maße Lemma 1.2 Sei F eine Menge von σ-algebren auf. Dann ist eine σ-algebra auf. A := A F A (σ 1 ) A F : A = A. (σ 2 ) Sei A A, dann gilt: A F : A A = A F : A c A = A c A (σ 3 ) Sei (A j ) eine Folge in A, dann ist (A j ) Folge in A für alle A F, dann gilt: A F : A j A = A j A Definition Sei E P() und F := {A : A ist σ-algebra auf mit E A}. Definiere σ(e) := Dann ist wegen 1.2 σ(e) eine σ-algebra auf. σ(e) heißt die von E erzeugte σ-algebra. E heißt ein Erzeuger von σ(e). A F A Lemma 1.3 Sei E P(). (1) E σ(e). σ(e) ist die "kleinste"σ-algebra auf, die E enthält. (2) Ist E eine σ-algebra, so ist σ(e) = E. (3) Ist E E, so ist σ(e) σ(e ). (1) Klar nach Definition. (2) A := E, dann gilt A σ(e) A. (3) E E σ(e ), also folgt nach Definition σ(e) σ(e ). 1
11 Beispiel (1) Sei A und E := {A}. Dann ist σ(e) = {,, A, A c }. (2) := {1, 2, 3, 4, 5}, E := {{1}, {1, 2}}. Dann gilt: σ(e) := {,, {1}, {2}, {1, 2}, {3, 4, 5}, {1, 3, 4, 5}, {2, 3, 4, 5}} Erinnerung: Sei d N, R d. A heißt offen (abgeschlossen) in, genau dann wenn ein offenes (abgeschlossenes) G R d existiert mit A = G. Beachte: A abgeschlossen in \ A offen in. Definition Sei R d. (1) O() := {A : A ist offen in } (2) B() := σ(o()) heißt Borelsche σ-algebra auf. (3) B d := B(R d ). Die Elemente von B d heißen Borelsche Mengen oder Borel-Mengen. Beispiel (1) Sei R d. Ist A offen (abgeschlossen) in, so ist A B(). (2) Ist A R d offen (abgeschlossen) so ist A B d. (3) Sei d = 1, A = Q. Q ist abzählbar, also Q = {r 1, r 2,...} (mit r i r j für i j). Also ist Q = {r j }. Sei nun r Q, dann ist B := (, r) (r, ) B 1. Daraus folgt {r j } B 1, also auch Q B 1. Allgemeiner lässt sich zeigen: Q d := {(x 1,..., x d ) : x j Q(j = 1,..., d)} B d. Definition (1) Seien I 1,..., I d Intervalle in R. I 1 I d heißt ein Intervall in R d. (2) Seien a = (a 1,..., a d ), b = (b 1,..., b d ) R d. a b : a j b j (j = 1,..., d) (3) Seien a, b R d und a b. (a, b) := (a 1, b 1 ) (a d, b d ) (a, b] := (a 1, b 1 ] (a d, b d ] [a, b) := [a 1, b 1 ) [a d, b d ) [a, b] := [a 1, b 1 ] [a d, b d ] mit der Festlegung (a, b) := (a, b] := [a, b) :=, falls a j = b j für ein j {1,..., d}. (4) Für k {1,..., d} und α R definiere die folgenden Halbräume: H k (α) := {(x 1,..., x d ) R d : x k α} H + k (α) := {(x 1,..., x d ) R d : x k α} 11
12 1. σ-algebren und Maße Satz 1.4 (Erzeuger der Borelschen σ-algebra auf R d ) Es seien E 1, E 2, E 3 wie folgt definiert: Dann gilt: E 1 := {(a, b) : a, b Q d, a b} E 2 := {(a, b] : a, b Q d, a b} E 3 := {H k (α) : α Q, k = 1,..., d} B d = σ(e 1 ) = σ(e 2 ) = σ(e 3 ) Entsprechendes gilt für die anderen Typen von Intervallen und Halbräumen. (1) Sei G O(R d ), M := {(a, b) : a, b Q d, a b, (a, b) G}. Dann ist M abzählbar und G = I M I. also gilt: G σ(e 1 ) = B d = σ(o(r d )) σ(e 1 ) (2) Sei (a, b) E 1. Fall 1: (a, b) = E 2 σ(e 2 ) Fall 2: (a, b), a = (a 1..., a d ), b = (b 1..., b d ). Dann gilt für alle j {1,..., d} : a j < b j, also gilt auch: N N : n N : j {1,..., d} : a j < b j 1 n Definiere c n := ( 1 n,..., 1 n ) Qd. Dann gilt: (a, b) = (a, b c n ] σ(e 2 ) n N Also auch E 1 σ(e 2 ) und damit σ(e 1 ) σ(e 2 ). (3) Seien a = (a 1,..., a d ), b = (b 1,..., b d ) Q d mit a b. Nachrechnen: (a, b] = d (H k (b k) H k (a k) c ) σ(e 3 ). k=1 Das heißt E 2 σ(e 3 ) und damit auch σ(e 2 ) σ(e 3 ). (4) H k (α) ist abgeschlossen, somit ist H k (α)c offen und damit H k (α)c B d, also auch H k (α) B d. Damit ist E 3 B d = σ(e 3 ) B d. Definition Sei M P() und Y. heißt die Spur von M in Y. M Y := {A Y : A M} 12
13 Satz 1.5 (Spuren und σ-algebren) Sei Y und A eine σ-algebra auf. (1) A Y ist eine σ-algebra auf Y. (2) A Y A Y A (3) Ist E P(), so ist σ(e Y ) = σ(e) Y. (1) (σ 1 ) Es ist Y = Y A Y, da A. (σ 2 ) Sei B A Y, dann existiert ein A A mit B = A Y. Also ist Y \ B = ( \ A) Y A Y, da \ A A ist. (σ 3 ) Sei (B j ) eine Folge in A Y, dann existiert eine Folge (A j ) A N mit B j = A j Y. Es gilt: Bj = (A j Y ) = ( A j ) Y A Y (2) Der erfolgt durch Implikation in beiden Richtungen: = Es gilt Y A Y A. = Sei B A Y, dann existiert ein A A mit B = A Y A. (3) Es gilt: E σ(e) = E Y σ(e) Y = σ(e Y ) σ(e) Y Sei nun: D := {A : A Y σ(e Y )} Übung: D ist eine σ-algebra auf. Sei E E dann ist E Y E Y σ(e Y ) also E D und damit E D. Daraus folgt: σ(e) Y σ(d) Y = D Y = {A Y : A D} σ(e Y ) Folgerungen 1.6 Sei R d. Dann gilt: (1) B() = (B d ) (2) Ist B d, so ist B() = {A B d : A } B d. Definition Wir fügen R das Symbol + hinzu. Es soll gelten: (1) a R : a < + 13
14 1. σ-algebren und Maße (2) ±a + (+ ) := + =: (+ ) ± a (3) (+ ) + (+ ) := + Sei etwa [, + ] := [, ) {+ }. (1) Sei (x n ) eine Folge in [, + ]. Es gilt: n x n : c > nc N : n n c : x n > c (2) Sei (a n ) eine Folge in [, + ]. Es gilt a n = a n = + n=1 genau dann wenn a j = + für ein j N oder, falls alle a j < +, wenn a n divergiert. Wegen 13.1 Ana I können Reihen der obigen Form beliebig umgeordnet werden, ohne dass sich ihr Wert verändert. Definition Sei A eine σ-algebra auf und µ : A [, + ] eine Abbildung. µ heißt ein Maß auf A, genau dann wenn gilt: (M 1 ) µ( ) = (M 2 ) Ist (A j ) eine disjunkte Folge in A, so ist µ( A j ) = µ(a j ). Diese Eigenschaft heißt σ-additivität. Ist µ ein Maß auf A, so heißt (, A, µ) ein Maßraum. Ein Maß µ heißt endlich, genau dann wenn µ() <. Ein Maß µ heißt ein Wahrscheinlichkeitsmaß, genau dann wenn µ() = 1 ist. Beispiel (1) Sei A = () und x. δ x : A [, + ] sei definiert durch: { 1, x A δ x (A) :=, x A Klar ist, dass δ x ( ) = ist. Sei (A j ) eine disjunkte Folge in A. δ x ( { 1, x A j A j ) =, x A j } = δ x (A j ) δ x ist ein Maß auf () und heißt Punktmaß oder Dirac-Maß. (2) Sei := N, A := () und (p j ) eine Folge in [, + ]. Definiere µ : A [, + ] durch: {, A = µ(a) := j A p j, A Übung: µ ist ein Maß auf A = (N) und heißt ein Zählmaß. Sind alle p j = 1, so ist µ(a) gerade die Anzahl der Elemente von A. 14
15 (3) Sei (, A, µ) ein Maßraum, Y und A A eine σ-algebra auf Y. Definiere µ : A [, + ] durch µ (A) := µ(a) (A A ). Dann ist (Y, A, µ ) ein Maßraum. Ist spezieller Y A, so ist A := A Y A und man definiert µ Y : A Y [, + ] durch µ Y (A) := µ(a). Satz 1.7 (, A, µ) sei ein Maßraum, es seien A, B A und (A j ) sei eine Folge in A. Dann: (1) A B = µ(a) µ(b) (2) Ist µ(a) < und A B, = µ(b \ A) = µ(b) µ(a) (3) Ist µ endlich, dann ist µ(a) < und µ(a c ) = µ() µ(a) (4) µ ( A j ) µ(a j ) (σ-subadditivität) (5) Ist A 1 A 2 A 3, so ist µ( A j ) = lim n µ(a n ) (6) Ist A 1 A 2 A 3 und µ(a) <, so ist µ( A j ) = lim n µ(a n ) (1)-(3) B = (B \ A) A. Dann: µ(b) = µ(b \ A) +µ(a) µ(a) }{{} (4) B 1 = A 1, B k := A k \ k 1 j=1 A j (k 2) Dann: B j A, B j A j (j N); (B j ) disjunkt und A j = B j. Dann: ( ) ( ) µ Aj = µ Bj = µ(b j ) µ(a j ) }{{} µ(a j ) (5) B 1 = A 1, B k = A k \ A k 1 (k 2) Dann: B j A; B j A j (j N); A j = B j und A n = n j=1 B j Dann: µ( A j ) = µ( B j ) = µ(b j ) = lim n n µ(b j ) j=1 }{{} =µ( n j=1 B j)=µ(a n) (6) Übung 15
16
17 2 Das Lebesguemaß In diesem Kapitel sei eine Menge,. Definition Sei R P(). R heißt ein Ring (auf ), genau dann wenn gilt: (1) R (2) A, B R = A B, B \ A R Definition Sei d N. (1) I d := {(a, b] a, b R d, a b}. Seien a = (a 1,..., a d ), b = (b 1,..., b d ) R d und I := (a, b] I d { falls I = λ d (I) = (b 1 a 1 )(b 2 a 2 ) (b d a d ) falls I (Elementarvolumen) { n } (2) F d := j=1 I j n N, I 1,..., I n I d (Menge der Figuren) Ziel dieses Kapitels: Fortsetzung von λ d auf F d und dann auf B d ( Lebesguemaß) Beachte: I d F d B d 1.4 = B d = σ(i d ) = σ(f d ) Lemma 2.1 Seien I, I I d und A F d. Dann: (1) I I I d (2) I \ I F d. Genauer: {I 1,..., I l } I d disjunkt: I \ I = l j=1 I j (3) {I 1,..., I l } I d disjunkt: A = l j=1 I j (4) F d ist ein Ring. (1) Sei I = d k=1 (a k, b k ], I = d k=1 (α k, β k ]; α k := max{α k, a k }, β k := min{β k, b k } Ist α k β k für ein k {1,..., d}, so ist I I = I d. Sei α k < β k k {1,..., d}, so ist I I = d k=1 (α k, β k ] I d 17
18 2. Das Lebesguemaß (2) Induktion nach d: I.A. Klar I.V. Die Behauptung gelte für ein d 1 I.S. Seien I, I I d+1. Es existieren I 1, I 1 I 1 und I 2, I 2 I d mit: I = I 1 I 2, I = I 1 I 2 Nachrechnen: I \ I = (I 1 \ I 1) I 2 (I 1 I 1) (I 2 \ I 2) I.A. = I 1 \ I 1 = endliche disjunkte Vereinigung von Elementen aus I 1 I.V. = I 2 \ I 2 = endliche disjunkte Vereinigung von Elementen aus I d Daraus folgt die Behauptung für d + 1 (3) Wir zeigen mit Induktion nach n: ist A = n j=1 I j mit I 1,..., I d I d, so existiert {I 1,..., I l } I d disjunkt: A = l j=1 I j I.A. n = 1 : A = I 1 I.V. Die Behauptung gelte für ein n 1 I.S. Sei A = n+1 j=1 I j (I 1,..., I n+1 I d ) IV = {I 1,..., I l } I d disjunkt: n j=1 I j = l j=1 I j Dann: A = I n+1 l j=1 I j = I n+1 l j=1 (I j \ I n+1) Wende (2) auf jedes I j \ I n+1 an (j = 1,..., l): I j \ I n+1 = l j j=1 I j (I j I d) Damit folgt: A = I n+1 l j=1 l j j=1 I j Daraus folgt die Behauptung für n + 1. (4) (a, a] = = F d Seien A, B F d. Klar: A B F d Sei A = n j=1 I j, B = n j=1 I j (I j, I j I d). Zu zeigen: B \ A F d I.A. n = 1 : A = I 1 = B \ A = n j=1 (I j \ I j ). Wende (2) auf jedes }{{} I j \ I 1 an. Aus (2) F d folgt dann B \ A F d. I.V. Die Behauptung gelte für ein n N I.S. Sei A = A I n+1 (I n+1 I d ). Dann: F d B \ A = (B \ A) }{{} \ I }{{} n+1 F d F d 18
19 Lemma 2.2 Sei A F d und {I 1,..., I n } I d disjunkt und {I 1,..., I m} I d disjunkt mit n j=1 I j = A = m j=1 I j. Dann: n m λ d (I j ) = λ d (I j) j=1 j=1 Definition Sei A F d und A = n j=1 I j mit {I 1,..., I n } I d disjunkt (beachte Lemma 2.1, Punkt 3). λ d (A) := n λ d (I j ) j=1 Wegen Lemma 2.2 ist λ d : F d [, ) wohldefiniert. Satz 2.3 Seien A, B F d und (B n ) sei eine Folge in F d. (1) A B = = λ d (A B) = λ d (A) + λ d (B) (2) A B = λ d (A) λ d (B) (3) λ d (A B) λ d (A) + λ d (B) (4) Sei δ >. Es existiert C F d : C B und λ d (B \ C) δ. (5) Ist B n+1 B n n N und B n =, so gilt: λ d (B n ) (n ) (1) Aus Lemma 2.1 folgt: Es existiert {I 1,..., I n } I d disjunkt und es existiert {I 1,..., I m} I d disjunkt: A = n j=1 I j, B = m j=1 I j. J := {I 1,..., I n, I 1,..., I m} I d. Aus A B = folgt: J ist disjunkt. Dann: A B = I J I Also: λ d (A B) = I J λ d (I) = n λ d (I j ) + j=1 m λ d (I j) j=1 = λ d (A) + λ d (B) (2) wie bei Satz
20 2. Das Lebesguemaß (3) λ d (A B) = λ(a (B \ A)) (1) = λ d (A) + λ d (B \ A) (2) λ d (A) + λ d (B) (4) Übung; es genügt zu betrachten: B I d (5) Sei ε >. Aus (4) folgt: Zu jedem B n existiert ein C n F d : C n B n und λ d (B n \ C n ) ε 2 n (2.1) Dann: C n B n = = C c n = R d = B }{{} 1 C c n }{{} kompakt offen Aus der Definition von Kompaktheit (Analysis II, 2) folgt: m N : Dann: m j=1 C j B c 1. Andererseits: m j=1 C j m j=1 B j B 1 B 1. Also: m j=1 C j =. Das heißt: n j=1 C j = n m D n := n j=1 C j. Dann: D n = n m m j=1 Cc j B 1 Behauptung: λ d (B n \ D n ) ( 1 1 ) 2 ε n N n I.A. λ d (B 1 \ D 1 ) = λ d (B 1 \ C 1 ) (2.1) ε 2 = ( 1 1 2) ε I.V. Die Behauptung gelte für ein n N. I.S. λ d (B n+1 \ D n+1 ) = λ d ((B n+1 \ D n ) (B n+1 \ C n+1 )) (3) λ d (B n+1 \ D n }{{} (2) ) + λ d (B n+1 \ C n+1 ) }{{} B n\d n λ d (B n \ D n ) + ( I.V. 1 1 ) 2 n ε + = ( n+1 ) ε ε 2 n+1 ε 2 n+1 (2.1) ε 2 n+1 Für n m : D n = = λ d (B n ) = λ d (B n \ D n ) ( n ) ε ε Definition Es sei R ein Ring auf. Eine Abbildung µ : R [, ] heißt ein Prämaß auf R, wenn gilt: (1) µ( ) = (2) Ist A j eine disjunkte Folge in R und A j R, so ist µ ( A j ) = µ(a j ). Satz 2.4 λ d : F d [, ] ist ein Prämaß. 2
21 (1) Klar: λ d ( ) = (2) Sei A j eine disjunkte Folge in F d und A := A j F d. B n := j=n A j (n N); (B n ) hat die Eigenschaften aus 2.3, Punkt 5. Also: λ d (B n ). Für n 2: λ d (A) = λ d (A 1 A n 1 B n ) 2.3.(1) = n 1 λ d (A j ) + λ d (B n ) j=1 Daraus folgt: n 1 λ d (A j ) = λ d (A) λ d (B n ) n 2 j=1 Mit n folgt die Behauptung. Satz 2.5 (Fortsetzungssatz von Carathéodory) Sei R ein Ring auf und µ : R [, ] ein Prämaß. Dann existiert ein Maßraum (, A(µ), µ) mit (1) σ(r) A(µ) (2) µ(a) = µ(a) A R Insbesondere: µ ist ein Maß auf σ(r). Satz 2.6 (Eindeutigkeitssatz) Sei E (), es seien ν, µ Maße auf σ(e) und es gelte: µ(e) = ν(e) E E. Weiter gelten: (1) E, F E = E F E (durchschnittstabil) (2) Es existiert eine Folge (E n ) in E: E n = und µ(e n ) < n N. Dann: µ = ν auf σ(e). Satz 2.7 Es gibt genau eine Fortsetzung von λ d : F d [, ] auf B d zu einem Maß. Diese Fortsetzung heißt Lebesguemaß (L-Maß) und wird ebenfalls mit λ d bezeichnet. 21
22 2. Das Lebesguemaß Aus Lemma 2.1 und Satz 2.4 folgt: λ d ist ein Prämaß auf R := F d ; es ist σ(r) = B d. Aus Satz 2.5 folgt: λ d kann zu einem Maß auf B d fortgesetzt werden. Sei ν ein weiteres Maß auf B d mit: ν(a) = λ d (A) A F d. E := I d. Dann: σ(e) 1.4 = B d. (1) E, F E 2.1 = E F E (2) E n := ( n, n] d Klar: En = R d λ d (E n ) = (2n) d < Klar: ν(e) = λ d (E) E E. Mit Satz 2.6 folgt dann: ν = λ d auf B d. Bemerkung: Sei B d. Aus 1.6 folgt: B() = {A B d A }. Die Einschränkung von λ d auf B() heißt ebenfalls L-Maß und wird mit λ d bezeichnet. Beispiele: (1) Seien a = (a 1,..., a d ), b = (b 1,..., b d ) R d, a b und I = [a, b]. Behauptung λ d ([a, b]) = (b 1 a 1 ) (b d a d ) (Entsprechendes gilt für (a, b) und [a, b)) I n := (a 1 1 n, b 1] (a d 1 n, b d]; I 1 I 2 ; I n = I, λ d (I 1 ) < Aus Satz 1.7, Punkt 5, folgt: λ d (I) = lim n λ d(i n ) = lim n (b 1 a n ) (b d a d + 1 n ) = (b 1 a 1 ) (b d a d ) (2) Sei a R d, {a} = [a, a] B d. Aus obigem Beispiel (1) folgt: λ d ({a}) =. (3) Q d ist abzählbar, also: Q d = {a 1, a 2,...} mit a j a i (i j). Dann: Q d = {a j } Dann gilt: Q d B d und λ d (Q d ) = λ d ({a j }) =. (4) Wie in Beispiel (3): Ist A R d abzählbar, so ist A B d und λ d (A) =. (5) Sei j {1,..., d} und H j := {(x 1,..., x d ) R d x j = }. H j ist abgeschlossen, damit folgt: H j B d. Ohne Beschränkung der Allgemeinheit sei j = d. Dann: I n := [ n, n] [ n, n] {}. }{{} (d 1) mal Aus Beispiel (1) folgt: λ d (I n ) =. Aus H d = I n folgt: λ d (H d ) λ d (I n ) =. Also: λ d (H j ) =. 22
23 Definition Sei x R d, B R d. Definiere: x + B := {x + b b B} Beispiel Ist I I d, so gilt x + I I d und λ d (x + I) = λ d (I). Satz 2.8 Sei x R d, A := {B B d µ(a) := λ d (x + A). Dann gilt: : x + B B d } und µ : A [, ] sei definiert durch (1) (R d, A, µ) ist ein Maßraum. (2) Es ist A = B d und µ = λ d auf B d. D.h. für alle A B d ist x + A B d und λ d (x + A) = λ d (A) (Translationsinvarianz des Lebesgue-Maßes). (1) Leichte Übung! (2) Es ist klar, dass B d A. Nach dem Beispiel von oben gilt: I d A B d = σ(i d ) σ(a) = A Setze E := I d, dann ist σ(e) = B d und es gilt nach dem Beispiel von oben: E E : µ(e) = λ d (E) E hat die Eigenschaften (1) und (2) aus Satz 2.6, daraus folgt dann, dass µ = λ d auf B d ist. Satz 2.9 Sei µ ein Maß auf B d mit der Eigenschaft: Weiter sei c := µ((, 1] d ) <. Dann gilt: x R d, A B d : µ(a) = µ(x + A) µ = c λ d Satz 2.1 (Regularität des Lebesgue-Maßes) Sei A B d, dann gilt: (1) λ d (A) = inf { λ d (G) G R d offen und A G } { = inf λ d (V ) V = } j=1 I j, I j R d offenes Intervall, A V (2) λ d (A) = sup{λ d (K) K R d kompakt, K A} 23
24 2. Das Lebesguemaß (1) Ohne. (2) Setze β := sup{λ d (K) K R d kompakt, K A}. Sei K kompakt und K A, dann gilt λ d (K) λ d (A), also ist auch β λ d (A). Fall 1: Sei A zusätzlich beschränkt. Sei ε >. Es existiert ein r >, sodass A B := U r () [ r, r] d ist, dann gilt: λ d (A) λ d ([ r, r] d ) = (2r) d < Aus (1) folgt, dass eine offene Menge G B \ A existiert mit λ d (G) λ d (B \ A) + ε. Dann gilt nach 1.7: λ d (B \ A) = λ d (B) λ d (A) Setze nun K := B \ G = B G c, dann ist K kompakt und K B \ (B \ A) = A. Da B G K ist, gilt: λ d (B) λ d (G K) λ d (B) λ d (A) + ε + λ d (K) Woraus folgt: λ d (A) λ d (K) + ε Fall 2: Sei A B d beliebig. Setze A n := A U n (). Dann ist A n für alle n N beschränkt, A n A n+1 und A = n N A n. Nach 1.7 gilt: λ d (A) = lim λ d (A n ) Aus Fall 1 folgt, dass für alle n N ein kompaktes K n A n mit λ d (A n ) λ d (K n ) + 1 n existiert. Dann gilt: λ d (A n ) λ d (K n ) + 1 n λ d(a) + 1 n Also auch: λ d (A) = lim λ(k n ) β Auswahlaxiom: Sei Ω Indexmenge, es sei { ω ω Ω} ein disjunktes System von nichtleeren Mengen ω. Dann existiert ein C ω Ω ω, sodass C mit jedem j genau ein Element gemeinsam hat. Satz 2.11 (Satz von Vitali) Es existiert ein C R d sodass C B d. Wir definieren auf [, 1] d eine Äquivalenzrelation, durch: x, y [, 1] d : x y x y Q d x [, 1] d : [x] := {y [, 1] d x y} 24
25 Nach dem Auswahlaxiom existiert ein C [, 1] d, sodass C mit jedem [x] genau ein Element gemeinsam hat. Es ist Q d [ 1, 1] d = {q 1, q 2,...} mit q i q j für (i j). Dann gilt: (q n + C) [ 1, 2] d (1) n=1 [, 1] d (q n + C) (2) n=1 Sei x [, 1] d. Wähle y C mit y [x], dann ist x y, also x y Q d [ 1, 1] d. D.h.: n N : x y = q n = x = q n + y q n + C Außerdem ist {q n + C n N} disjunkt. Sei z (q n + C) (q m + C), dann existieren a, b Q d, sodass gilt: (q n + a = z = q m + b) = (b a = q m q n Q d ) = (a b) = ([a] = [b]) = (a = b) = (q n = q m ) Annahme: C B d, dann gilt nach (1): 3 d = λ d ([ 2, 1] d ) λ d ( (q n + C)) = λ d (q n + C) = λ d (C) Also ist λ d (C) =. Damit folgt aus (2): 1 = λ d ([, 1] d ) λ d ( (q n + C)) = λ d (C) = 25
26
27 3 Messbare Funktionen In diesem Paragraphen seien, Y, Z Mengen. Definition Ist A eine σ-algebra auf, so heißt (, A) ein messbarer Raum. Definition Sei A eine σ-algebra auf, B eine σ-algebra auf Y und f : Y eine Funktion. f heißt genau dann A-B-messbar, wenn gilt: B B : f 1 (B) A Bemerkung: Seien die Bezeichnungen wie in obiger Definition, dann gilt: (1) f sei A-B-messbar, A eine weitere σ-algebra auf mit A A und B sei eine σ-algebra auf Y mit B B. Dann ist f A -B -messbar. (2) Sei A, dann gilt A A nach 1.5. Nun sei f : Y A-B-messbar, dann ist f : Y A -B-messbar. Beispiel (1) Sei A eine σ-algebra auf und A. 1 A : R ist genau dann A-B 1 -messbar, wenn A A ist. (2) Sei = R d. Ist A B d, so ist 1 A B d -B 1 -messbar. (3) Ist C wie in 2.11, so ist 1 C nicht B d -B 1 -messbar. (4) Es sei f : Y eine Funktion und B (A) eine σ-algebra auf Y (), dann ist f ()-B-messbar (A-{Y, }-messbar). Satz 3.1 Seien A, B, C σ-algebren auf, Y bzw. Z. Weiter seien f : Y und g : Y Z Funktionen. (1) Ist f A B messbar und ist g B C messbar, so ist g f : Z A C messbar. (2) Sei E (Y ) und σ(e) = B. Dann: f ist A B messbar, genau dann, wenn gilt: E E : f 1 (E) A (1) Sei C C; g ist messbar, daraus folgt g 1 (C) B; f ist messbar, daraus folgt f 1 (g 1 (C)) = (g f) 1 (C) A 27
28 3. Messbare Funktionen (2) D := {B Y f 1 (B) A} Übung: D ist eine σ-algebra auf Y. Aus der Voraussetzung folgt: E D. Dann: B = σ(e) D. Ist B B, so ist B D, also f 1 (B) A. Definition Sei B d. Ist f : R k B() B k messbar, so heißt f (Borel-)messbar. Ab jetzt sei stets B d. (Erinnerung: B() = {A B d A }) Satz 3.2 Seien f, g : R k und α, β R. (1) Ist f auf stetig, so ist f messbar. (2) Ist f = (f 1,..., f k ), so gilt: f ist messbar alle f j sind messbar. (3) Sind f und g messbar, so ist αf + βg messbar. (4) Sei k = 1 und f und g seien messbar. Dann: (i) fg ist messbar (ii) Ist f(x) x, so ist 1 f messbar (iii) {x f(x) g(x)} B() (1) Sei G O(R k ). Mit f stetig folgt: f 1 (G) O() B() σ(o(r k )) = B k. Die Behauptung folgt aus 3.1.(2). (2) : Sei I = (a, b] = k j=1 (a j, b j ] I k (a = (a 1,..., a k ), b = (b 1,..., b k ), a b) Dann: f 1 (I) = k j=1 f j 1 ((a j, b j ] B() }{{} B 1 }{{} B() Aus σ(i k ) = B k folgt mit 3.1.(2): f ist messbar. : Für j = 1,..., k sei p j : R k R definiert durch p j (x 1,..., x k ) := x j p j ist stetig, also messbar (nach (1)). Es ist f j messbar. = p j f. Mit 3.1.(1) folgt: f j ist (3) h := (f, g) : R 2k ; aus (2): h ist messbar. ϕ(x, y) := αx + βy (x, y R k ) 28
29 ϕ ist stetig, also messbar (nach (1)). Es ist αf + βg = ϕ h. Mit 3.1.(1) folgt: αf + βg ist messbar. (4) (i) h := (f, g) : R 2k ist messbar (nach (2)); ϕ(x, y) := xy, ϕ ist stetig, also messbar. Es ist fg = ϕ h. Mit 3.1.(1) folgt: fg ist messbar. (ii) ϕ(x) := 1 x, ϕ ist stetig auf R \ {}, also messbar. 1 f = ϕ f. Mit 3.1.(1) folgt: 1 f ist messbar. (iii) A := {x f(x) g(x)} = {x f(x) g(x) [, )} = B() B 1 1 {}}{ (f g) ([, )) }{{} messbar nach (3) Folgerungen 3.3 (1) Seien A, B B(), A B = und = A B. Weiter seien f : A R k und g : B R k messbar. Dann ist h : R k, definiert durch { f(x) x A h(x) := g(x) x B, messbar. (2) Ist f : R k messbar und g(x) := f(x) (x ), so ist g messbar. (1) Sei C B k. Dann: h 1 (C) = f 1 (C) }{{} g 1 (C) }{{} B() B(A) B() B(B) B() (2) Definiere ϕ(z) = z (z R k ); ϕ ist stetig, also messbar. Es ist g = ϕ f. Mit 3.1 folgt: g ist messbar. Beispiel { sin(y) = R 2, f(x, y) := x x x = für x : f(x, x) = sin() x x 1 = f(, ), daraus folgt: f ist nicht stetig. A := {(x, y) R 2 x = }, B := {(x, y) R 2 x }, = A B, A B =. A ist abgeschlossen, das heißt: A B 2, B = A C B 2 f 1 (x, y) := ((x, y) A) f 2 (x, y) := sin(y) x ((x, y) B) f 1 ist stetig auf A, f 2 ist stetig auf B. Also: f 1, f 2 ist messbar; mit 3.3.(1) folgt: f ist messbar. 29
30 3. Messbare Funktionen Ein neues Symbol kommt hinzu: R := [, + ] := R {, + } In R gelten folgende Regeln, wobei a R: (1) < a < + (2) ± + (± ) = ± (3) ± + a := a + (± ) := ± ± a > (4) a (± ) := (± ) a = a = a < (5) a ± := Definition (1) Sei (x n ) eine Folge in R. x n + : c R n c N : x n c n n c Analog für. (2) Seien f, g : R. Dann: {f g} := {x f(x) g(x)} {f g} := {x f(x) g(x)} {f g} := {x f(x) g(x)} {f < g} := {x f(x) < g(x)} {f > g} := {x f(x) > g(x)} (3) Sei a R und f : R. Dann: {f a} := {x f(x) a} {f a} := {x f(x) a} {f a} := {x f(x) a} {f < a} := {x f(x) < a} {f > a} := {x f(x) > a} Definition B 1 := {B E B B 1, E {, + }}. Dann: B 1 B 1 Übung: B 1 ist eine σ-algebra auf R. B 1 heißt Borelsche σ-algebra auf R. Sei f : R. f heißt (Borel-)messbar (mb) : f ist B() B 1 messbar. Beispiel f(x) := + (x ), also: f : R Sei B B 1, A := f 1 (B) = {x f(x) B} Fall 1: + B, dann: A = B() Fall 2: + B, dann: A = B() 3
31 f ist messbar. Satz 3.4 (1) Definiere die Mengen: E 1 := {[, a] a Q} E 2 := {[, a) a Q} E 3 := {(a, ] a Q} E 4 := {[a, ] a Q} Dann gilt: B 1 = σ(e j ) für j {1, 2, 3, 4} (2) Für f : R sind die folgenden Aussagen äquivalent: (i) f ist messbar. (ii) a Q : {f a} B(). (iii) a Q : {f a} B(). (iv) a Q : {f < a} B(). (v) a Q : {f > a} B(). (3) Die Äquivalenzen in (2) gelten auch für Funktionen f : R. Die folgenden e erfolgen exemplarisch für einen der Unterpunkte und funktionieren fast analog für die anderen. (1) Für a Q gilt: [, a] c = (a, ] σ(e 1 ) D.h. es gilt E 3 σ(e 1 ) und damit auch σ(e 3 ) σ(e 1 ). (2) Es gilt: {f a} = {x f(x) a} = f 1 ([, a]) Die Äquivalenz folgt dann aus (1) und 3.1. (3) Die Funktion f : R kann aufgefasst werden als Funktion f : R. Es ist f genau dann B()-B 1 -messbar wenn f B()-B 1 -messbar ist. Definition Sei M R. (1) Ist M = oder M = { }, so sei sup M := (2) Ist M \ { } und nach oben beschränkt (also insbesondere M), so sei sup M := sup(m \ { }) 31
32 3. Messbare Funktionen (3) Ist M \ { } nicht nach oben beschränkt oder M, so sei sup M := (4) Es sei inf M := sup( M), wobei M := { m m M}. Definition Sei (f n ) eine Folge von Funktionen f n : R. (1) Die Funktion sup n N (f n ) : R ( inf n N (f n ) : R ) ist definiert durch: (sup f n )(x) := sup{f n (x) n N} n N ( ( inf f n)(x) := inf{f n (x) n N} n N x ) x (2) Die Funktion lim sup n f n : R ( lim inf n f n : R ) ist definiert durch: lim sup f n := inf (sup f n ) n j N n j lim inf f n := sup(inf f n) n n j j N ( ) Erinnerung: Für eine beschränkte Folge (a n ) in R war lim sup a n := inf{sup{a n n j} j N} n (3) Sei N N und g j := f j (für j = 1,..., N), g j := f N (für j > N). Definiere: max f n := sup 1 n N g n j N min f n := inf g n 1 n N j N (4) Ist f n (x) für jedes x R konvergent, so ist lim n f n : R definiert durch: ( lim n f n)(x) := lim n f n(x) (In diesem Fall gilt lim n f n = lim sup n f n = lim inf n f n.) Satz 3.5 Sei (f n ) eine Folge von Funktionen f n : R und jedes f n messbar. (1) Dann sind ebenfalls messbar: sup f n n N inf n N f n lim sup f n n N lim inf n N f n (2) Ist (f n (x)) für jedes x in R konvergent, so ist lim n f n messbar. 32
33 (1) Sei a Q, dann gilt (nach 3.4(2)): {sup f n a} = {f n a} B() n N n N Also ist sup n N f n messbar. Analog lässt sich die Messbarkeit von inf n N f n zeigen, der Rest folgt dann aus ( ). (2) Folgt aus (1) und obiger Bemerkung in der Definition. Beispiel Sei = I ein Intervall in R und f : I R sei auf I differenzierbar. Für x I, n N sei f n := n(f(x 1 n ) f(x)). Da f stetig ist, ist auch jedes f n stetig, also insbesondere messbar und es gilt: Aus 3.5(2) folgt, dass f messbar ist. f n (x) = f(x 1 n ) f(x) 1 n n f (x) Definition Sei f : R eine Funktion. (1) f + := max{f, } heißt Positivteil von f. (2) f := max{ f, } heißt Negativteil von f. Es gilt f +, f, f = f + f und f = f + + f. Satz 3.6 Seien f, g : R und α, β R. (1) Sind f, g messbar und ist αf(x) + βg(x) für jedes x definiert, so ist αf + βg messbar. (2) Sind f, g messbar und ist f(x)g(x) für jedes x definiert, so ist fg messbar. (3) f ist genau dann messbar, wenn f + und f messbar sind. In diesem Fall ist auch f messbar. (1)+(2) Für alle n N, x seien f n und g n wie folgt definiert: f n (x) := max{ n, min{f(x), n}} g n (x) := max{ n, min{g(x), n}} Dann sind f n (x), g n (x) [ n, n] für alle n N, x. Nach 3.2(3) sind also αf n + βg n und f n g n messbar. Außerdem gilt: Die Behauptung folgt aus 3.5(2). αf n (x) + βg n (x) n f n (x)g n (x) n αf(x) + βg(x) f(x)g(x) 33
34 3. Messbare Funktionen (3) Nach 3.5(1) sind f + und f messbar, wenn f messbar ist. Die umgekehrte Implikation folgt aus 3.6(1). Sind f + und f messbar, so folgt ebenfalls aus 3.6(1), dass f = f + + f messbar ist. Beispiel Sei C R d wie in 2.11, also C B d. Definiere f : R d R wie folgt: { 1, x C f(x) := 1, x C Dann ist {f 1} = C, also f nicht messbar. Aber für alle x R d ist f(x) = 1, also f = 1 R d und damit messbar. Definition f : R sei messbar. (1) f heißt einfach oder Treppenfunktion, genau dann wenn f() endlich ist. (2) f sei einfach und f() = {y 1,..., y m } mit y i y j für i j. Sei weiter A j := f 1 ({y j }) für j = 1,..., m. Dann sind A 1,..., A m B() und = m j=1 A j disjunkte Vereinigung. m f = y j 1 Aj heißt Normalform von f. Beispiel Sei A B(). Definiere: j=1 f := 1 A = 2 1 A \A = 1 A + 1 \A Wobei das letzte die Normalform von f ist. Man sieht also, dass einfache Funktionen mehrere Darstellungen haben können. Satz 3.7 Linearkombinationen und Produkte, sowie endliche Maxima und Minima einfacher Funktionen, sind einfach. Satz 3.8 Sei f : R messbar. (1) Ist f auf, so existiert eine Folge (f n ) von einfachen Funktionen f n : [, ), sodass f n f n+1 auf ( n N) und f n (x) n f(x) ( x ). In diesem Fall heißt (f n ) zulässig für f. (2) Es existiert eine Folge (f n ) von einfachen Funktionen f n : R, sodass f n f auf ( n N) und f n (x) n f(x) ( x ). (3) Ist f beschränkt auf (also insbesondere ± f()), so kommt in (2) noch hinzu, dass (f n ) auf gleichmäßig gegen f konvergiert. 34
35 Folgerungen 3.9 (( mit 3.8(2) und 3.5)) Sei f : R eine Funktion, dann ist f genau dann messbar, wenn eine Folge einfacher Funktionen (f n ) mit f n : R und f n (x) n f(x) für alle x existiert. (1) Für n N definiere ϕ n : [, ] [, ) durch ϕ n (t) := { [2 n t] 2, t < n n n, n t Dann ist ϕ n (B 1 ) [, ] -B 1 -messbar, außerdem gilt: t [, ] n N : ϕ 1 t t [, n] n N : t 1 2 n ϕ n(t) t und es ist ϕ n (t) n t für alle t [ ]. Setze f n := ϕ n f. Dann leistet (f n ) das gewünschte. (2) Es ist f = f + f und f +, f auf. Seien (g n ), (h n ) zulässige Folgen für f + bzw. f. Definiere f n := g n h n. Dann ist klar, dass gilt: x : f n (x) = g n (x) h n (x) n f + (x) f (x) = f(x) Weiter gilt: f n g n + h n f + + f = f (3) Ohne. 35
36
37 4 Konstruktion des Lebesgueintegrals In diesem Paragraphen sei B d. Wir schreiben außerdem λ statt λ d. Definition Sei f : [, ) eine einfache Funktion mit der Normalform f = m j=1 y j1 Aj. Das Lebesgueintegral von f ist definiert durch: f(x) dx := m y j λ(a j ) j=1 Satz 4.1 Sei f : [, ) einfach, z 1,..., z k [, ) und B 1,..., B k B() mit B j = und f = k j=1 z j1 Bj. Dann gilt: k f(x) dx = z j λ(b j ) j=1 In der großen Übung. Satz 4.2 Seien f, g : [, ) einfach, α, β [, ) und A B(). (1) 1 A(x) dx = λ(a) (2) (αf + βg)(x) dx = α f(x) dx + β g(x) dx (3) Ist f g auf, so ist f(x) dx g(x) dx. (1) Folgt aus der Definition und 4.1. (2) Es seien f = m j=1 y j1 Aj und g = k j=1 z j1 Bj die Normalformen von f und g. Dann gilt: αf + βg = m αy j 1 Aj + j=1 k βz j 1 Bj j=1 37
38 4. Konstruktion des Lebesgueintegrals Dann gilt: (αf + βg) 4.1 = = α m αy j λ(a j ) + j=1 m y j λ(a j ) + β j=1 = α k βz j λ(b j ) j=1 f(x) dx + β k z j λ(b j ) j=1 g(x) dx (3) Definiere h := g f. Dann ist h und einfach. Sei h = m j=1 x j1 Cj die Normalform von h, d.h. x 1,..., x m. Dann gilt: h(x) dx = m x j λ(c j ) j=1 Also folgt aus g = f + h und (2): g(x) dx = f(x) dx + h(x) dx f(x) dx Definition Sei f : [, ] messbar. (f n ) sei eine für f zulässige Folge. Das Lebesgueintegral von f ist definiert als: f(x) dx := lim f n (x) dx ( ) n Bemerkung: (1) In 4.3 werden wir sehen, dass ( ) unabhängig ist von der Wahl der für f zulässigen Folge (f n ). (2) (f n (x)) ist wachsend für alle x, d.h.: f(x) = lim f n(x) = (sup f n )(x) n n N (3) Aus 4.2(3) folgt dass ( f n(x) dx) wachsend ist, d.h.: lim f n (x) dx = sup{ f n (x) dx n N} = f ( x) dx n Bezeichnung: Für messbare Funktionen f : [, ] definiere M(f) := { g dx g : [, ) einfach und g f auf } 38
39 Satz 4.3 Ist f : [, ] messbar und (f n ) zulässig für f, so gilt: Insbesondere ist f(x) dx wohldefiniert. L := lim f n dx = sup M(f) n Folgerungen 4.4 Ist f : [, ] messbar, so ist f(x) dx = sup M(f). Sei f n dx M(f) n N. Dann ist { L = sup Sei nun g einfach und g f. Sei weiter die Normalform von g. Sei α > 1 und B n := {αf n g}. Dann ist } f n dx n N sup M(f) g = m y j 1 Aj j=1 B n B() und (B n B n+1, sowie 1 Bn g αf n. Sei x. Fall 1: Ist f(x) =, so ist wegen g f auch g(x) =. Somit ist x B n für jedes n N. Fall 2: Ist f(x) >, so ist 1 g(x) < f(x) α (Dies ist klar für g(x) = und falls gilt: g(x) >, so ist 1 αg(x) < g(x) f(x) ) Da f n zulässig für f ist, gilt: f n (x) f(x) (n ), weshalb ein n(x) N existiert mit: 1 g(x) < f(x)für jedes n n(x) α Es folgt x B n für jedes n n(x). Fazit: = B n. ( ) A j = A j = A j Bn = (A j B n ) und A j B n A j B n+1 Aus 1.7 folgt λ(a j ) = lim λ(a j B n ). Das liefert: n m m g dx = y j λ(a j ) = y j lim λ(a j B n ) n j=1 = lim m n j=1 lim n j=1 y j λ(a j B n ) 4.1 = lim αf n dx = αl n 1 Bn g dx 39
40 4. Konstruktion des Lebesgueintegrals g war einfach und g f beliebig, sodass sup M(f) αl α 1 = sup M(f) L Satz 4.5 Seien f, g : [, ] messbar und α, β. (1) (αf + βg)(x) dx = α f(x) dx + β g(x) dx (2) Ist f g auf, so gilt f(x) dx g(x) dx (3) f(x) dx = λ({f > }) = (1) (f n ) und (g n ) seien zulässig für f bzw. g. Weiter sei (h n ) := α(f n )+β(g n ). Dann ist wegen 3.7 und α, β, dass (h n ) zulässig für αf + βg ist. Dann: (αf + βg) dx = lim (α(f n ) + β(g n )) dx n 4.2 = α lim (f n ) dx + β lim (g n ) dx n n = α f dx + β g dx (2) Wegen f g auf ist M(f) M(g) und somit auch sup M(f) sup M(g). Aus 4.4 folgt nun die Behauptung. (3) Setze A := {f > } = {x : f(x) > }. = Sei f dx = und A n := {f > 1 n }. Dann ist A = A n und f 1 n 1 A n. Damit folgt: = f dx (2) Es ist also λ(a n ) = und damit gilt weiter Also ist auch λ(a) =. 1 n 1 A n dx = 1 n λ(a n) λ(a) = λ( A n ) 1.7 λ(a n ) = = Sei λ(a) =, (f n ) zulässig für f und c n := max{f n (x) : x }. Dann ist f n c n 1 A und es gilt: f n dx (2) c n 1 A dx = c n λ(a) Vor. = Es ist also f n dx = für jedes n N und somit auch f dx = 4
41 Satz 4.6 (Satz von Beppo Levi (Version I)) Sei (f n ) eine Folge messbarer Funktionen f n : [, ] und es gelte f n f n+1 auf für jedes n N. (1) Für alle x existiert lim n f n (x). (2) Die Funktion f : [, ] definiert durch: f(x) := lim n f n(x) ist messbar. (3) lim f n(x) dx = n f(x) dx = lim n f n(x) dx (1) Für alle x ist (f n (x)) wachsend, also konvergent in [, + ]. (2) folgt aus 3.5. ( ) { } (3) Sei u (n) j zulässig für f n und v j := max u (1) j, u (2) j,..., u (j) j. Aus 3.7 folgt, dass v j j N einfach ist und aus der Konstruktion lässt sich nachrechnen, dass gilt: v j v j+1 und v j f n f und f n = sup u (n) j j N sup v j (auf ) j N Damit ist (v j ) zulässig für f und es gilt: f dx = lim v j dx lim j j f j dx f dx Satz 4.7 (Satz von Beppo Levi (Version II)) Sei (f n ) eine Folge messbarer Funktionen f n : [, ]. (1) Für alle x existiert s(x) := j=1 f j(x). (2) s : [, ] ist messbar. (3) j=1 f j(x) dx = j=1 f j(x) dx Setze s n := Dann erfüllt (s n ) die Voraussetzungen von 4.6. Aus 4.6 und 4.5(1) folgt die Behauptung. n j=1 f j 41
42 4. Konstruktion des Lebesgueintegrals Satz 4.8 Sei f : [, ] messbar und es sei Y B() (also Y und Y B d ). Dann sind die Funktionen f Y : Y [, ] und 1 Y f : [, ] messbar und es gilt: Y f(x) dx := Y f Y (x) dx = (1 Y f)(x) dx Fall 1: Die Behauptung ist klar, falls f einfach ist. (Übung!) Fall 2: Sei (f n ) zulässig für f und g n := f n Y, h n := 1 Y f n Dann ist (g n ) zulässig für f Y und (h n ) ist zulässig für 1 Y f n. Insbesondere sind f n Y und 1 Y f n nach 3.5 messbar. Weiter gilt: f Y dx n g n dx F = all1 h n dx n 1 Y f dx Y Y Definition Sei f : R messbar. f heißt (Lebesgue-)integrierbar (über ), genau dann wenn f +(x) dx < und f (x) dx <. In diesem Fall heißt: f(x) dx := das (Lebesgue-)Integral von f (über ). f + (x) dx f (x) dx Beachte: Ist f : [, ] messbar, so ist f genau dann integrierbar, wenn gilt: f(x) dx < Beispiel { 1, x Q Sei B 1, f(x) :=, x \ Q = 1 Q., Q B 1 = Q B 1 = f ist messbar. f(x) dx = 1 Q dx = λ( Q) λ(q) = Das heißt: f L 1 (), f dx =. Ist speziell = [a, b] (a aber f R([a, b]). < b), so gilt: f L1 ([a, b]), Satz 4.9 (Charakterisierung der Integrierbarkeit) Sei f : R messbar. Die folgenden Aussagen sind äquivalent: (1) f ist integrierbar. (2) Es existieren integrierbare Funktionen u, v : [, + ] mit u(x) = v(x) = für kein x und f = u v auf. (3) Es existiert eine integrierbare Funktion g : [, + ] mit f g auf. (4) f ist integrierbar. 42
43 Zusatz: (1) L 1 () = {f : R f ist messbar und f dx < } (folgt aus (1)-(4)). (2) Sind u, v wie in (2), so gilt: f dx = u dx v dx. (des Satzes) (1) (2) u := f +, v := f. (2) (3) g := u + v, dann ist u, v, g, 4.5 g dx = u dx + v dx <. = g ist integrierbar und: f = u v u + v = u + v = g auf. (3) (4) 4.5 = f dx g dx < = f ist integrierbar. (4) (1) f +, f f auf. = f ± dx f dx < Def. = f ist integrierbar. (des Zusatzes) (1) (2) Es ist f = u v = f + f = u + f = f + + v. = u dx + f dx 4.5 = (u + f ) dx = = u dx v dx = f + dx (f + + v) dx 4.5 = f + dx + v dx f dx Def. = f dx. Folgerungen 4.1 Sei f : R integrierbar und N := { f = + } = {x : f(x) = + }. Dann ist N B() und λ(n) =. 3.4 = N B(). n1 N f für alle n N. Dann: n λ(n) = n1 N dx 4.5 f dx 4.9 < für alle n N Also: nλ(n) f dx n N = λ(n) = Satz 4.11 f, g : R seien integrierbar und es sei α R. (1) αf ist integrierbar und (αf) dx = α f dx. (2) Ist f + g : R auf definiert, so ist f + g integrierbar und es gilt: (f + g) dx = f dx + g dx (Für f = + und g = ist f + g beispielsweise nicht definiert.) (3) L 1 () ist ein reeller Vektorraum und die Abbildung f f dx ist linear auf L1 (). 43
44 4. Konstruktion des Lebesgueintegrals (4) max{f, g} und min{f, g} sind integrierbar. (5) Ist f g auf, so ist f dx g dx. (6) f dx f dx. (Dreiecksungleichung für Integrale) (7) Sei Y B(). Dann sind die Funktionen f Y : Y R und 1 Y f : R integrierbar und f(x) dx := f Y (x) dx = (1 Y f)(x) dx Y Y (8) Sei λ() < und h : R sei messbar und beschränkt. Dann: h L 1 () und h dx h λ() (mit h := sup{ h(x) : x }) (1) folgt aus αf) ± = αf ±, falls α und αf) ± = αf, falls α <. (2) Es gilt f + g = f + + g }{{ + } =:u (f + g ) = u v. Dann: }{{} =:v udx = f + + g + dx 4.5 = Genauso: vdx < Mit Satz 4.9 folgt: f + g ist integrierbar. Weiter: (f + g)dx 4.9 = udx vdx ( = f + dx + g + dx = fdx + gdx (3) folgt aus (1) und (2). (4) Mit Satz 3.5 folgt: max{f, g} ist messbar. Es gilt: f + dx + g + dx < max{f, g} f + g ) f dx + g dx Mit 4.9 und Aussage (2) folgt f + g ist integrierbar. Dann folgt mit Satz 4.9: max{f, g} ist integrierbar. Analog zeigt man: min{f, g} ist integrierbar. (5) Nach Voraussetzung ist f g auf. Dann gilt: f + g + auf und f g auf. Es folgt: fdx = f + dx f dx 4.5 g + dx g dx = gdx (6) Es ist ±f f. Mit Aussage (1) und (5) folgt: ± fdx = (±f)dx f dx. Es ist fdx = fdx oder fdx = fdx 44
45 (7) Mit Bemerkung (2) vor 3.1 und Satz 3.6.(2) folgt: f Y und 1 Y f sind messbar. Es gilt: (f Y ) ± = (f ± ) Y und (1 Y f) ± = 1 f ±. Weiterhin gilt 1 Y f ± f ±. Mit 4.9 folgt dann, daß 1 Y f ± integrierbar ist. Dann: (1 Y f)dx = 1f + dx 1 Y fdx = (f + ) Y dx (f ) Y dx Es folgt: f Y Y } {{ } < Y } {{ } < ist integrierbar und Y f Y dx = Y (f +) Y dx Y (f ) Y dx = (1 Y f)dx. (8) Es ist h h 1. Dann folgt: h dx h 1 dx = h λ() < Damit: h ist integrierbar und mit 4.9 auch h. Da h beschränkt ist, folgt: h L 1 (). Schließlich: hdx h dx h λ() Satz 4.12 (1) Sind A, B B() disjunkt, = A B und ist f : R integrierbar (über ), so ist f integrierbar über A und integrierbar über B und es gilt: f dx = f dx + f dx A B (2) Ist K R d kompakt und f : K R stetig, so ist f L 1 (K). (1) Aus 4.11(7) folgt: f ist integrierbar über A und integrierbar über B. Es ist f(x) dx = (1 A B f) (x) dx = ((1 A + 1 B ) f) (x) dx = (1 A f + 1 B f) (x) dx 4.11(2) = 1 A f dx + 1 B f dx 4.11(7) = A f dx + f dx. B (2) K ist kompakt, also gilt: λ(k) <. Aus 3.2(1) folgt, dass f messbar ist. Analysis II ( stetige Funktionen auf kompakten Mengen nehmen Minimum und Maximum an ) liefert: f ist beschränkt. Insgesamt folgt mit 4.11(8) schließlich: f L 1 (K). Satz 4.13 Seien a, b R, a < b, := [a, b] und f C(). Dann ist f L 1 () und es gilt: b L f(x) dx = R f(x) dx a 45
46 4. Konstruktion des Lebesgueintegrals Sei n N, t (n) j := a + j b a n S n := n ( f j=1 t (n) j [ ] (j =,..., n) und I(n) j := t (n) j 1, t(n) j (j = 1,..., n). ) b a }{{ n } ( ) =λ 1 I (n) j ist Riemannsche Zwischensumme für R- Aus Analysis I folgt S n R- b a f(x) dx (n ). Definiere f n := ( n j=1 f ist f n einfach und f n (x) dx = n ( f j=1 t (n) j ) λ 1 ( I (n) j ) = S n b a f(x) dx. t (n) j ) 1 (n) I. Dann j f ist auf gleichmäßig stetig also konvergiert f n auf gleichmäßig gegen f (Übung!), also gilt: f n f = sup { f n (x) f(x) : x } (n ) Aus 4.12(2) folgt f L 1 () L- f(x) dx S n = L- (f f n ) dx 4.11 (f f n ) dx 4.11 f f n λ() }{{} =b a Daraus folgt S n L- f dx Satz 4.14 Sei a R, := [a, ) und f C(). Dann gilt: (1) f ist messbar. (2) f L 1 () genau dann wenn das uneigentliche Riemann-Integral a f(x) dx absolut konvergent ist. In diesem Fall gilt: L f(x) dx = R f(x) dx a Entsprechendes gilt für die anderen Typen uneigentlicher Riemann-Integrale. Eine Hälfte des es folgt in Kapitel 6. Beispiel (1) Sei = (, 1], f(x) = 1 x. Aus Analysis I wissen wir, dass R- 1 1 x dx (absolut) konvergent ist. Also ist f L 1 (). Außerdem wissen wir aus Analysis I, dass R- 1 1 x divergent ist. Also ist f 2 / L 1 (). (2) Sei = [, ), f(x) = sin(x) x. Aus Analysis I wissen wir, dass R- 1 f(x) dx konvergent, aber nicht absolut konvergent ist. Also ist f / L 1 (). 46
47 5 Nullmengen In diesem Paragraphen sei stets B d. Wir schreiben wieder λ statt λ d. Definition Sei N B d. N heißt eine (Borel-)Nullmenge, genau dann wenn λ(n) = ist. Beispiel (1) Ist N R d höchstens abzählbar, so ist N B d und λ(n) =. (2) Sei j {1,..., d} und H j := { (x 1,..., x d ) R d : x j = }. Aus Beispiel (5) nach 2.7 folgt, dass H j eine Nullmenge ist. Lemma 5.1 Seien M, N, N 1, N 2,... B d. (1) Ist M N und N Nullmenge, dann ist M Nullmenge. (2) Sind alle N j Nullmengen, so ist auch N j eine Nullmenge. (3) N ist genau dann eine Nullmenge, wenn für alle ε > offene Intervalle I 1, I 2,... R d existieren mit N I j und j=1 λ(i j) ε. (1) λ(m) λ(n) = (2) λ( N j ) λ(n j ) = (3) Folgt aus 2.1. Bemerkung: (1) Q ist klein : Q ist nur abzählbar. (2) Q ist groß : Q = R (3) Q ist klein : λ(q) = Definition (1) Sei (E) eine Eigenschaft für Elemente in. (E) gilt für fast alle (ffa) x, genau dann wenn (E) fast überall (fü) (auf ) gilt, genau dann wenn eine Nullmenge N existiert, sodass (E) für alle x \ N gilt. (2) f(x) dx := 47
48 5. Nullmengen Satz 5.2 Seien f : R messbare Funktionen. (1) Ist f integrierbar, so ist f fast überall endlich. (2) Ist f auf, so ist f(x) dx = genau dann wenn fast überall f =. (3) Ist f integrierbar und N eine Nullmenge, so gilt: f(x) dx = N (1) ist gerade 4.1. (2) ist gerade 4.5(3) (3) Setze g := 1 N f. Aus 4.11 folgt, dass g integrierbar ist, also ist nach 4.9 auch g integrierbar. Für x \ N gilt: g(x) = g(x) = D.h. g = fast überall. Aus (2) folgt damit g dx =. Dann ist mit 4.11: g dx g dx = und somit g dx =. Satz 5.3 f, g : R seien messbar. (1) Ist f integrierbar und gilt fast überall f = g, so ist g integrierbar und es gilt: f dx = g dx (2) Ist f integrierbar und g := 1 { f < } f, so ist g integrierbar und es gilt: f dx = g dx (3) Sind f und g beide auf, und ist fast überall f = g, so ist f dx = g dx 48
49 (1) Nach Voraussetzung existiert eine Nullmenge N, sodass gilt: x \ N : f(x) = g(x) Aus 5.2(3) folgt dann N f dx =. Sei x \ N Dann gilt: (1 N g ) (x) = 1 N (x) g(x) = D.h.: Fast überall ist 1 N g =. Aus 5.2(2) folgt N g dx = 1 N g dx =. Dann gilt: ( g dx = 1N g + 1 \N g ) dx = 1 N g dx + 1 \N g dx = 1 \N g dx f dx 4.9 < 4.9 liefert nun, dass g und damit auch g integrierbar ist. Weiter gilt: g dx 4.12 = g dx + g dx = g dx = 4.12 = N \N \N f dx 5.2(3) = f dx. N \N f dx + (2) Setze N := { f = }. Aus 5.2(1) folgt, dass N eine Nullmenge ist. Sei x \ N, so ist x { f < } und g(x) = f(x). D.h. fast überall ist f = g. (Klar: g ist mb). Dann folgt die Behauptung aus (1). \N f dx (3) Fall 1: f dx < Dann ist f integrierbar, damit ist nach (1) auch g integrierbar und es gilt: f dx = g dx Fall 2: f dx =. Annahme: g dx <. Dann gilt nach Fall 1: f dx <. ` Definition (f n ) sei eine Folge von Funktionen f n : R. (1) (f n ) konvergiert fast überall (auf ) genau dann, wenn eine Nullmenge N existiert, sodass für alle x \ N (f n (x)) in R konvergiert. (2) Sei f : R. (f n ) konvergiert fast überall (auf ) gegen f genau dann, wenn eine Nullmenge N existiert mit: f n (x) f(x) x \ N In diesem Fall schreiben wir: f n f fast überall. 49
50 5. Nullmengen Satz 5.4 Sei (f n ) eine Folge messbarer Funktionen f n : R und (f n ) konvergiere fast überall (auf ). Dann: (1) Es existiert f : R messbar mit f n f fast überall. (2) Ist g : R eine Funktion mit f n g fast überall, so gilt f = g fast überall. Bemerkung: Ist g wie in (2), so muss g nicht messbar sein (ein Beispiel gibt es in der Übung). (1) Es existiert eine Nullmenge N 1 : (f n (x)) konvergiert in R für alle x \ N 1. f(x) = { x N 1 lim n f n (x) x \ N 1 g n := 1 \N f n, g n ist messbar und g n (x) f(x) für alle x. Mit 3.5 folgt: f ist messbar. (2) Es existiert eine Nullmenge N 2 : f n (x) g(x) x \ N 2. N = N 1 N 2. Aus 5.1 folgt: N ist eine Nullmenge. Für x \ N : f(x) = g(x). Satz 5.5 (Satz von Beppo Levi (Version III)) Sei (f n ) eine Folge messbarer Funktionen f n : [, + ] und für jedes n N gelte: f n f n+1 fast überall. Dann existiert eine messbare Funktion f : [, + ] mit: f n f fast überall und fdx = lim f n dx n Zu jedem n N existiert eine Nullmenge N n : f n (x) f n+1 (x) x \ N n. N := n=1 N n; Mit 5.1 folgt: N ist eine Nullmenge. Dann: f n (x) f n+1 (x) x \ N n N. ˆf n := 1 \N f n, ˆf n ist messbar, ˆf n ˆf n+1 auf für alle n N. f(x) := lim n ˆfn (x) (x ); 3.5 liefert: f ist messbar. Weiter: ˆf n f. fdx 4.6 = lim ˆf n dx 5.3.(2) = lim f n dx n n 5
51 6 Der Konvergenzsatz von Lebesgue Stets in diesem Paragraphen: B d Lemma 6.1 (Lemma von Fatou) (f n ) sei eine Folge messbarer Funktionen f n : [, + ]. (1) Es gilt: (lim inf f n)(x)dx lim inf f n (x)dx n n (2) Ist f : [, + ] messbar und gilt f n f fast überall, so ist fdx lim inf f n dx n (3) Ist f wie in (2) und ist ( f ndx ) beschränkt, so ist f integrierbar. (1) g j := inf n j f n. Aus 3.5 folgt: g j ist messbar, klar: g j g j+1 auf ; sup j N g j = lim inf n f n Weiter: g j f n (n j) Dann: lim inf f ndx = n = 4.6 = lim j = sup j N sup j N = lim inf n sup g j dx j N lim g j(x)dx j g j dx g j dx }{{} inf n j fndx { inf n j } f n dx f n dx (2) Es existiert eine Nullmenge N : f n (x) f(x) x \ N. Dann: f = 1 \N f fast 51
52 6. Der Konvergenzsatz von Lebesgue überall. fdx 5.3.(3) = = (1) lim inf n 1 \N fdx ( lim 1 \Nf n )dx n 1 \N f n dx f n dx 5.3.(3) = lim inf n (3) folgt aus (2). Nach Voraussetzung gilt fdx (2) lim inf n f n dx < Satz 6.2 (Konvergenzsatz von Lebesgue (Majorisierte Konvergenz)) (f n ) sei eine Folge messbarer Funktionen f n : R, (f n ) konvergiere fast überall und es sei g : [, + ] integrierbar. Für jedes n N gelte f n g fast überall. Dann sind alle f n integrierbar und es existiert ein f L 1 () mit: (1) f n f fast überall (2) f ndx fdx (3) f n f dx Beispiel Sei = R, f n := n1 (, 1 ). Dann: n (( f n dx = n λ 1, 1 )) n = n 1 n = 1 n N Es gilt f n f := punktweise und fdx = 1 = f ndx. 6.2 ist ohne Majorante im allgemeinen falsch. (1) Aus 5.4 folgt: Es existiert ˆf : R messbar mit f n ˆf fast überall. Es existiert eine Nullmenge N : f n (x) ˆf(x) x \ N (2) Für alle n N existiert eine Nullmenge N n : f n (x) g(x) x \ N n. Setze N := n= N n. Mit 5.1 folgt: N ist eine Nullmenge. Wir haben: f n (x) g(x) x \ N n N und ˆf(x) g(x) x \ N. (3) f n = 1 \N f n fast überall und ˆf = 1 \N ˆf fast überall. Es gilt 1 \N f n g und 1 \N ˆf g. Mit 4.9 folgt: 1\N f n und 1 \N ˆf sind integrierbar. Mit 5.3.(1) folgt: f n und ˆf sind integrierbar. 52
53 (4) Ñ := N { ˆf = } {g = }. Mit 4.1 und 5.1 folgt: Ñ ist eine Nullmenge. Setze f := 1 \N ˆf. Dann: f ist messbar; es ist f ˆf. Mit 4.9 folgt: f ist integrierbar. Es ist f() R. Also: f L 1 (). Sei x \ Ñ : f(x) = f(x) = lim n f n (x). D.h. f n f fast überall. (5) Definiere g n := f + 1 \ Ñ g 1\Ñ f n f. Es ist fast überall 1 \ Ñ g = g 1\Ñ f n f = f n f Nach 5.3(1) ist g integrierbar und g n f + g fast überall. Es gilt: f n f f n + f g + f auf \ Ñ D.h. es ist g auf. (6) Es gilt: Daraus folgt: Also gilt auch: ( f + g) dx 6.1(2) lim inf g n dx n ( = lim inf g n dx + = lim inf = lim inf = 5.2(3) = \Ñ Ñ \Ñ \Ñ g n dx \Ñ g n dx ) ( f + g f n f ) dx ( f + g) dx lim sup \Ñ f n f dx f + g dx lim sup f n f dx lim sup f n f dx x f n dx f dx = (f n f) dx f n f dx Beispiel Sei := [1, ) und f n (x) := 1 sin ( x n) für alle x, n N mit x 3 fn (x) f(x) für jedes 2 x. Dann ist f n (x) 1 für jedes x und n N. Definiere nun x 3 2 g(x) := 1 Aus Analysis I ist bekannt, dass 1 g(x) dx (absolut) konvergent ist und aus 4.14 folgt g L 1 () sowie g(x) dx = R- g(x) dx x
54 6. Der Konvergenzsatz von Lebesgue Weiter folgen aus 6.2: f n dx und f n dx (n ) Folgerung 6.3 (aus 6.2) (1) Sei f : R messbar und (A n ) sei eine Folge in B() mit A n A n+1 für jedes n N und = A n. Weiter sei f n := 1 An f integrierbar für alle n N und ( ) f dx A n Dann ist f integrierbar und es gilt: f dx A n f dx sei beschränkt. für n (2) Sei a R, := [a, ] und f : R sei stetig. Weiter sei R- a f dx absolut konvergent. Dann ist f L 1 () und wie in 4.14: L- f dx = R- f dx a (1) Sei x. Es exisitert ein m N, für das x A m ist und somit auch x A n für jedes n m. Nach der Definition von f n gilt dann f n (x) = f(x) für jedes n m und somit f n f auf. Damit gilt auch f n f auf Durch die Konstruktion der f n ergibt sich: Dann gilt: f n = 1 An f = 1 An f 1 An+1 f = f n+1 f dx 4.6 = lim f n dx = lim f dx V or. < A n Es folgt, dass f integrierbar ist und somit ist nach 4.9 auch f integrierbar. Da f n f auf für jedes n N gilt, ist f eine integrierbare Majorante und es folgt mit 6.2: f dx = lim f n dx = lim f dx A n (2) Setze A n := [a, n] (n N) und es gelte o.b.d.a.: a 1. Dann gilt: n f dx 4.13 = R- f dx V or. R- f dx A n a a ( ) D.h. f dx ist beschränkt. Definiere f An n := 1 An f mit 4.13 folgt daraus, dass f n integrierbar ist. Weiter folgt aus (1) f L 1 () (denn es ist f() R) und ( n ) L- f dx = lim f dx 4.13 = lim R- f dx = R- f dx. A n a a 54
55 Bemerkung: 6.3(2) gilt entsprechend für die anderen Typen uneigentlicher Riemann-Integrale. Folgerung 6.4 (1) (f n ) sei eine Folge integrierbarer Funktionen f n : R, g : [, + ] sei ebenfalls integrierbar und g n := f 1 + f f n (n N) Weiter sei N eine Nullmenge in so, dass (g n (x)) für jedes x \ N in R konvergiert und g n (x) g(x) für jedes n N und x \ N Setzt man {, falls x N f(x) := f j (x) := lim g n(x), falls x \ N, j=1 n so gilt, dass f integrierbar ist und ( ) f j (x) dx = f j (x) dx j=1 j=1 (2) Sei f L 1 () und (A n ) eine disjunkte Folge in B() mit = A n. Dann gilt f dx = f dx A j (1) Fast überall gelten g n f und für jedes n N auch g n g. Aus 6.2 folgt f j (x) dx = f dx j=1 j=1 6.2 = lim = lim = lim = g n dx n n j=1 j=1 j=1 f j dx f j dx f j (x) dx (2) Setze f j := 1 Aj f, g := f, g n := f f n. Dann ist g n = 1 A1... A n f f = g Es gilt: g n f auf. Aus (1) folgt f dx = j=1 f j dx = j=1 A j f dx 55
56
57 7 Parameterintegrale In diesem Paragraphen sei stets B d. Satz 7.1 Sei U B k, t U und es sei f : U R eine Funktion mit: (1) Für jedes t U ist x f(t, x) messbar. (2) Es existiert eine Nullmenge N so, dass t f(t, x) für jedes x \ N stetig in t ist. (3) Es existiert eine integrierbare Funktion g : [, ] und zu jedem t U existiert eine Nullmenge N t so, dass für jedes t U und jedes x \ N t gilt: f(t, x) g(x) Dann ist x f(t, x) für jedes t U integrierbar. Ist F : U R definiert durch F (t) := f(t, x) dx, so ist F stetig in t. Also: lim f(t, x) dx = lim F (t) = F (t ) = f(t, x) dx = lim f(t, x) dx t t t t t t Aus (1) und (3) folgt, dass x f(t, x) für jedes t U integrierbar ist (zur Übung). Sei (t n ) eine Folge in U mit t n t und g n (x) := f(t n, x) (n N, x ) Setze ( ) Ñ := N N tn n=1 Aus 5.1 folgt, dass Ñ eine Nullmenge ist. Voraussetzung (2) liefert g n(x) f(t, x) für jedes x \ Ñ, also gilt g n (x) f(t, x) fast überall auf 57
58 7. Parameterintegrale Voraussetzung (3) liefert g n (x) = f(t n, x) g(x) für jedes n N und x \ Ñ. Aus 6.2 folgt F (t n ) = f(t n, x) dx = g n dx f(t, x) dx = F (t ) Bezeichnung Sei I R ein Intervall, a := inf I und b := sup I, wobei a = oder b = + zugelassen sind. Weiter sei f : I R integrierbar (oder f ist messbar und ) und Dann ist b a f(x) dx := I (a,b) f(x)dx = f (a,b) (x) dx (a,b) f(x)dx Ist z.b. I = [a, b), dann gilt, da {a} eine Nullmenge ist: f dx = f dx + f dx = I {a} Folgerung 7.2 Sei I R ein Intervall, a = inf I und f : I R sei integrierbar. Definiert man F : I R durch so ist F C(I). F (t) := t a (a,b) f(x) dx, (a,b) f dx Für x, t I definiere h(t, x) := 1 (a,t) f(x). Dann ist F (t) = I h(t, x) dx und h(t, x) = 1 (a,t) f(x) f(x) für alle t, x I Aus 4.9 folgt, dass f integrierbar ist. Sei t I und N := {t }, also eine Nullmenge. Dann ist t h(t, x) für jedes x I \ N stetig in t (zur Übung). Die Behauptung folgt aus 7.1. Satz 7.3 Sei U R k offen, f : U R eine Funktion. Es sei g : [, + ] integrierbar und N sei eine Nullmenge. Weiter gelte: (1) für jedes t U sei x f(t, x) integrierbar. (2) für jedes x \ N sei t f(t, x) partiell differenzierbar auf U. (3) f t j g(x) für jedes x \ N, jedes t U und jedes j {1,..., k} Ist dann F : U R definiert durch F (t) := f(t, x)dx so ist F auf U partiell differenzierbar und für jedes t U sowie jedes j {1,..., k} gilt: F f (t) = (t, x) dx t j t j 58
59 Also: t j f(t, x) dx = f t j (t, x) dx. Sei o.b.d.a. k = 1, also U R. Sei t U und (h n ) eine Folge mit h n und h n für alle n N. Setze g n (x) := f(t + h n, x) f(t, x) h n (x, n N) Aus Voraussetzung (2) folgt für jedes x \ N: g n (x) f t (t, x) (n ) Nach dem Mittelwertsatz aus Analysis 1 existiert für jedes x \ N und jedes n N ein s n = s n (x) zwischen t und t + h n mit: Aus 6.2 folgt g n (x) = f t (s n, x) g n dx (3) g(x) f t (t, x) dx Es ist nach Konstruktion gerade g n dx = F (t +h n) F (t ) h n. 59
60
61 8 Vorbereitungen auf das, was kommen mag In diesem Paragraphen seien k, l, d N und k + l = d. R d = R k R l. Für Punkte z R d schreiben wir z = (x, y), wobei x R k und y R l. Definition (1) p 1 : R d R k sei definiert durch p 1 (x, y) := x (2) p 2 : R d R l sei definiert durch p 2 (x, y) := y (3) Für y R l sei j y : R k R d definiert durch j y (x) := (x, y) (4) Für x R k sei j x : R l R d definiert durch j x (y) := (x, y) Lemma 8.1 p 1, p 2, j y, und j x sind messbar. p 1, p 2, j y und j x sind stetig, also nach 3.2 messbar. Definition Sei C R d. Sei y R l, dann heißt C y := {x R k : (x, y) C} = (j y ) 1 (C) der y-schnitt von C. Sei x R k, dann heißt C x := {y R l : (x, y) C} = (j x ) 1 (C) der x-schnitt von C. Lemma 8.2 Sei C B d. Dann ist C y B k und C x B l. folgt aus 8.1. Beachte: Sei A R k und B R l, sowie C := A B R d. Dann: { {, falls y / B C y = C x, falls x / A = A, falls y B B, falls x A 61
62 8. Vorbereitungen auf das, was kommen mag Lemma 8.3 Sei A B k und B B l. Dann ist C := A B B d. Es ist Nach 8.1 sind p 1 1 (A), p 1 Definition Sei f : R d R. Für y R l : Für x R k : Es ist f y = f j y und f x = f j x. C = (A R l ) (R k B) = p 1 1 (A) p 1 2 (B) 2 (B) B d und somit ist auch p 1 1 f y (x) := f(x, y) (x R k ) f x (y) := f(x, y) (y R l ) (A) p 1 2 (B) B d Lemma 8.4 Ist f : R d R messbar, so sind f y und f x messbar. folgt aus 8.1 und 8.3. Definition und Satz 8.5 (ohne ) Sei C B d. Die Funktionen ϕ C und ψ C seien unter Beachtung von 8.2 definiert durch: ϕ C (x) := λ l (C x ) (x R k ) ψ C (x) := λ k (C y ) (y R l ) Dann sind ϕ C und ψ C messbar. Bemerkung: Für C B d gilt: ϕ C (x) = λ l (C x ) = 1 C x(y) dy = 1 C (x, y) dy R l R l ψ C (y) = λ k (C y ) = 1 Cy (x) dx = 1 C (x, y) dx R k R k 62
63 9 Das Prinzip von Cavalieri Die Bezeichnungen seien wie im Paragraphen 8. Satz 9.1 (Prinzip von Cavalieri) Sei C B d. Dann: λ d (C) = λ l (C x ) dx = λ k (C y ) dy R k R l Das heißt: 1 C (x, y) d(x, y) = R d Beispiel (1) Sei k = l = 1, also d = 2. Sei r > und R k ( ) 1 C (x, y) dy dx = R l R l C := {(x, y) R 2 : x 2 + y 2 r 2 } ( ) 1 C (x, y) dx dy R k Da C abgeschlossen ist, gilt C B 2. Ist y > r, so ist C y =, also λ 1 (C y ) =. Sei also y r. Sei x R so, dass (x, y) C. Dann ist x 2 +y 2 = r 2, also x = ± r 2 y 2. Das heißt, es ist C y = [ r 2 y 2, + ] r 2 y 2 und λ 1 (C y ) = 2 r 2 y 2 Aus 9.1 folgt: λ 2 (C) = = = R λ 1 (C y ) dy λ 1 (C y ) dy + [ r,r] [ r,r] r 4.13 = R- AnaI = πr 2 2 r 2 y 2 dy r 2 r 2 y 2 dy R\[ r,r] λ 1 (C y ) dy (2) Sei R d. sei kompakt, also B d. Weiter sei f : [, ) stetig, woraus mit 4.11 f L 1 () folgt. Setze C := {(x, y) : x, y f(x)} 63
64 9. Das Prinzip von Cavalieri C ist kompakt und somit gilt: C B d+1. Ist x /, so ist C x =, also λ 1 (C x ) =. Ist x, so ist C x = [, f(x)], also λ 1 (C x ) = f(x). Damit gilt λ d+1 (C) 9.1 = λ 1 (C x ) dx = R d λ 1 (C x ) dx + R d \ (3) Sei I = [a, b] R mit a < b und f : I [, ] stetig. Setze Aus Beispiel (2) und 4.13 folgt C := {(x, y) R 2 : x I, y f(x)} λ 2 (C) = R- (4) und f seien wie in Beispiel (2). Setze b a f(x) dx G := {(x, f(x)) : x } λ 1 (C x ) dx = f(x) dx G ist kompakt, also ist G B 2. Ist x /, so ist G x =, also λ 1 (G x ) =. Ist x, so ist G x = {f(x)}, also λ 1 (G x ) =. Aus 9.1 folgt λ 2 (G) = λ 1 (G x ) dx = (Prinzip von Cavalieri) Wir definieren µ, ν : B d [, ] durch: µ(a) := λ l (A x ) dx R k ν(a) := λ k (A y ) dy R l Dann ist klar, dass µ( ) = ν( ) = λ d ( ) = ist. Sei (A j ) eine disjunkte Folge in B d. Dann ist (A x j ) ebenfalls disjunkt und ( A j ) x = A x j. Somit gilt: µ( A j ) = λ l ( A x j ) dx R k = λl (A x j ) dx R k R = R k λ l (A x j ) dx = µ(a j ) D.h. µ ist ein Maß auf B d. Analog lässt sich zeigen, dass ν ein Maß auf B d ist. Sei nun I I d, dann existieren I I k, I I l mit I = I I. Aus 8 folgt: { I x I, x I =, x I Also ist λ l (I x ) = λ l (I ) 1 I (x) und damit: µ(i) = λ l (I ) 1 I (x) dx R k = λ l (I ) λ k (I ) = λ d (I) D.h. auf I d stimmen µ und λ d überein. Analog gilt ν = λ d auf I d. Da I d die Vorraussetzungen des Satzes 2.6 erfüllt, gilt µ = λ d = ν auf B d. 64
65 Folgerung 9.2 (1) Sei N B d. Dann gilt: λ d (N) = λ l (N x ) = λ k (N y ) = f.ü. auf R k f.ü. auf R l (2) Sei M R k (M R l ) eine Nullmenge, dann ist M R l (R k M) eine Nullmenge. (1) Nach 9.1 gilt: λ d (N) = λ l (N x ) dx R k Nach 5.2(2) folgt die Behauptung. Analog lässt sich die zweite Äquivalenz zeigen. (2) Es gilt: Damit folgt die Behauptung aus (1). y R l : (M R l ) y = M Lemma 9.3 Sei D B d und f : D R messbar. Definiere Dann ist f : R d R messbar. f(z) := { f(z), z D, z D Sei a R, B a := {n R d f(z) a}. Fall a < : B a = {z D f(z) a} 3.4 B d Fall a : Also folgt aus 3.4 die Messbarkeit von f. Beispiel (1) Sei r > und B a = {z D f(z) a} {z R d \ D} B d Dann ist K offen, also K B 2 und es gilt: K := {(x, y) R 2 x 2 + y 2 < r 2 } K = K \ K = {(x, y) R 2 x 2 + y 2 = r 2 } B 2 Damit enthält die Menge ( K) y für alle x R höchstens zwei Elemente, d.h. λ 2 ( K) = λ 1 (( K) y ) dy = R 65
66 9. Das Prinzip von Cavalieri Mit K = ( K) K folgt dann λ 2 (K) = λ 2 ( K) + λ 2 (K) = λ 2 (K) = πr 2 Sei nun A B 2 mit K A K, dann ist λ 2 (A) = πr 2. (2) Sei r > und K := {(x, y, z) R 3 x 2 + y 2 + z 2 r 2 } Dann ist K abgeschlossen, also K B 3. Fall z > r: Es ist K z =, also λ 2 (K z ) =. Fall z r: Es ist K z = {(x, y) R 2 x 2 + y 2 r 2 z 2 } und damit λ 2 (K z ) = π(r 2 z 2 ). Aus 9.1 folgt dann: λ 3 (K) = λ 2 (K z ) dz R = λ 2 (K z ) dz + = 4.13 = [ r,r] [ r,r] r r = 4 3 πr3 π(r 2 z 2 ) dz πr 2 πz 2 dz R\[ r,r] λ 2 (K z ) dz (3) λ 2 ( ) = (4) Wir wollen nun Rotationskörper betrachten. Sei dazu I = [a, b] R mit a < b und f : I [, ) messbar. Definiere nun V := {(x, y, z, ) R 3 x 2 + y 2 f(z) 2, z I} Setze D := R 2 I und g(x, y, z) := x 2 + y 2 f(z) 2. Dann ist g nach 3 messbar und V = {g } B 3. Fall z I: Es so ist V z =, also λ 2 (V z ) =. Fall z I: Es ist V z = {(x, y) R 2 x 2 + y 2 f(z) 2 } und damit λ 2 (V z ) = πf(z) 2. Aus 9.1 folgt dann: λ 3 (V ) = = π λ 2 (V z ) dz R b a f(z) 2 dz (5) Sei h >, I = [, h] und f(z) = r hz. Definiere den Kegel V := {(x, y, z) R 3 x 2 + y 2 r2 h 2 z2 } 66
67 Dann ist h r 2 λ 3 (V ) = π h 2 z2 dz = πr2 h 3 67
68
69 1 Der Satz von Fubini Die Bezeichnungen seien wie in den Paragraphen 8 und 9. Satz 1.1 (Satz von Tonelli) Es sei f : R d [, + ] messbar. (Aus 8 folgt dann, dass f x, f y messbar sind, wobei klar ist, dass f x, f y sind.) Für x R k : F (x) := f(x, y) dy = f x (y) dy R l R l Für y R l : G(y) := f(x, y) dx = R k f y (x) dx R k Dann sind F, G messbar und f(z) dz = R d F (x) dx = R k G(y) dy R l also f(x, y) d(x, y) = R d (iterierte Integrale) R k ( ) f(x, y) dy dx = R l R l ( ) f(x, y) dx dy R k ( ) Fall 1: Sei C B d und f = 1 C. Die Behauptungen folgen dann aus 9.1. Fall 2: Sei f und einfach. Die Behauptungen folgen aus Fall 1, 3.6 und 4.5. Fall 3 - Der allgemeine Fall: Sei (f n ) zulässig für f, also: f n f n+1, f n einfach und f n f auf R d. Für x R k und n N gilt: F n (x) := f n (x, y) dy R l und nach Fall 2 ist F n messbar. Aus f n f n+1 folgt F n F n+1 und 4.6 liefert F n F auf R k. Dann gilt f(z) dz = lim R d f n (z) dz F all2 = lim R d F n (x) dx 4.6 = R k F (x) dx R k Genauso zeigt man (f(z) dz = G(y) dy R d R l 69
70 1. Der Satz von Fubini Satz 1.2 (Satz von Fubini (Version I)) Es sei f : R d R integrierbar. Dann existieren Nullmengen M R k und N R l mit f x : R l R ist integrierbar für jedes x R k \ M f y : R k R ist integrierbar für jedes y R l \ N Setze und { F (x) := R f x (y) dy = l R f(x, y) dy, falls x R k \ M l, falls x M { G(y) := R f k y (x) dx = R f(x, y) dx, falls y R l \ N k, falls y N Dann sind F und G integrierbar und es gelten folgende zwei Gleichungen f(z) dz = R d F (x) dx = R k G(y) dy R l Es gilt also wieder ( ) aus 1.1. Wir zeigen nur die Aussagen über f x, F und die erste der obigen beiden Gleichungen. Genauso zeigt man die Aussagen über f n, G und die zweite Gleichung. Aus 8.1 folgt, dass f x messbar ist. Definiere Φ(x) := f x (y) dy = R l f(x, y) dy für x R k R l Nach 1.1 ist Φ messbar und Φ(x) dx = R k R k ( ) f(x, y) dy dx 1.1 = R l R d f(z) dz < (denn mit f ist nach 4.9 auch f integrierbar). Somit ist Φ integrierbar. Setze M := {Φ = } was nach 4.1 eine Nullmenge ist. Also gilt: R l f x (y) dy = Φ(x) < für jedes x R k \ M Das heißt, f x ist für jedes x R k \ M integrierbar und es gilt nach 4.9 auch f x ist integrierbar für jedes x R k \ M Aus 9.2 folgt, dass M R l eine Nullmenge ist. Setze { f(z), falls z R f(z) d \ (M R l ) :=, falls z M R l 7
71 Aus 9.3 folgt, dass f messbar ist. Klar ist, dass fast überall f = f gilt. Es ist ) x f x = (1 (M R l ) C f f(x, y) dy = Das heißt f x ist integrierbar für jedes x R k. Dann gilt F (x) 5.3 = f+ (x, y) dy R l R } l {{ } =:F + (x) f (x, y) dy R } l {{ } =:F (x) Nach 1.1 sind F + und F messbar. Die Dreiecksungleichung liefert nun F (x) f(x, y) dy 5.3 = R l f(x, y) dy = Φ(x) für x R k R l Also ist F Φ und Φ ist integrierbar. Aus 4.9 folgt, dass F und F integrierbar sind und dann sind auch F + und F integrierbar (zur Übung). Es folgt F (x) dx = F + (x) dx F (x) dx R k R k R ( k ) ( ) = f+ (x, y) dy dx f(x, y) dy dx R k R l R k R l 1.1 = f+ (z) dz f (z) dz R d R d = f(z) dz = R d f(z) dz R d Satz 1.3 (Satz von Fubini (Version II)) Sei B k, Y B l und D := Y (nach 8 ist D B d ). Es sei f : D R messbar. Ist f auf D oder ist f integrierbar, so gilt ( ) ( ) f(x, y) d(x, y) = f(x, y) dy dx = f(x, y) dx dy D Y Y Definiere f wie in 9.3 und wende 1.1 beziehungsweise 1.2 an. Bemerkung: 1.1, 1.2 und 1.3 gelten natürlich auch für mehr als zwei iterierte Integrale. Gebrauchsanweisung für Fubini: Gegeben: D B d und messbares f : D R. Setze f auf R d zu einer messbaren Funktion f fort (zum Beispiel wie in 9.3). Aus 3.8 folgt dann, dass 1 D f messbar ist und 1.1 liefert ( ) ( ) 1 D f dz = 1 D f dy dx = 1 D f dx dy R d R k R l R l R k 71
72 1. Der Satz von Fubini Ist eines der drei obigen Integrale endlich, so ist 1 D f integrierbar und damit ist nach 4.9 auch 1 D f integrierbar. Dann ist f integrierbar und es folgt D f(z) dz = ( 1 D f R d ( 1.2 = = R l R k ( R k R l ) (z) dz ( ) ) 1 D f (x, y) dy dx ( ) ) 1 D f (x, y) dx dy Beispiel (1) Sei D = [a 1, b 1 ] [a 2, b 2 ] [a d, b d ] mit a i b i (i = 1,..., d). Es sei f : D R stetig. D ist kompakt, also gilt D B d. Nach 4.12(2) ist f L 1 (D) und aus obiger Bemerkung folgt D f(x 1,..., x d ) d(x 1,..., x d ) = b d a d ( ( ( b 2 b 1 a 2 a 1 f(x 1,..., x d ) dx 1 ) dx 2 ) Die Reihenfolge der Integrationen darf beliebig vertauscht werden. Aus 4.13 folgt ) dx d bi a i dx i = R- bi a i dx i Konkretes Beispiel Sei D := [a, b] [c, d] R 2, f C([a, b]) und g C([c, d]). D f(x)g(y) d(x, y) = = d c d c ( b a ( g(y) ) f(x)g(y) dx dy ( b ( b ) ( d = f(x) dx a a )) f(x) dx dy c ) g(y) dy (2) Wir rechtfertigen die Kochrezepte aus Analysis II, Paragraph 15. Seien a, b R mit a < b und I := [a, b]. Weiter seien h 1, h 2 C(I) mit h 1 h 2 auf I und A := {(x, y) R 2 : x I, h 1 (x) y h 2 (x)} Sei f : A R stetig. Da h 1 und h 2 stetig sind, ist A kompakt und somit gilt A B 2. Aus 4.12(2) folgt dann f L 1 (A). Definiere Nach 9.3 ist f messbar. Setze f(x, y) = { f(x, y), falls (x, y) A, falls (x, y) / A M := max{ f(x, y) : (x, y) A} 72
73 Dann gilt f M 1 A. Wegen λ 2 (A) < ist M 1 A integrierbar und nach 4.9 ist f und damit auch f integrierbar. Dann ist A f(x, y) d(x, y) f(x, y) d(x, y) = R 2 ( ) 1.3 = f(x, y) dy dx R R ( b h2 (x) ) = f(x, y) dy dx a h 1 (x) Damit ist 15.1 aus Analysis II bewiesen. Genauso zeigt man (3) Sei D := {(x, y) R 2 : x 1, y 1 x } und f(x, y) := 1 x cos(xy). D ist abgeschlossen und somit ist D B 2. Außerdem ist f stetig, also messbar. Behauptung: f L 1 (D) und f(x, y) d(x, y) = sin(1) : Setze := (, ), Y := [, ) und Q := Y. Sei nun D f(x, y) := 1 cos(xy) für (x, y) Q x f ist eine Fortsetzung von f auf Y. f ist also messbar. Es ist D f d(x, y) = 1.1 = Q 1 D f d(x, y) ( ( 1 x 1 = 1 1 ( 1 x 1 D (x, y) 1 ) Y x cos(xy) dy dx ) 1 cos(xy) dy dx x ) 1 x dy dx 1 x 2 dx = 1 < Also ist f integrierbar und dann nach 4.9 auch f, also f L 1 (D). Dann: D f d(x, y) = wie oben = = = 1 1 ( = sin(1) Y 1 1 D (x, y) 1 ) x cos(xy) dy dx ( 1 ) x 1 cos(xy) dy dx x ) ( 1 x 1 x sin(xy) 1 sin(1) dx x2 y= 1 x y= dx 73
74 1. Der Satz von Fubini Vorbemerkung: Sei x >. Für b > gilt b und daraus folgt e xy dy = 1 x Beispiel (4) Sei e xy dy = 1 x e xy b g := = 1 x e xb + 1 x { sin x x, falls x > 1, falls x = b 1 x g ist stetig auf [, ). Aus Analysis 1 ist bekannt, dass g(x) dx konvergent, aber nicht absolut konvergent ist. Aus 4.14 folgt, dass g / L 1 ([, )) Behauptung: g(x) dx = π 2 : Setze := [, R] mit R >, Y := [, ) und D := Y, sowie f(x, y) := e xy sin x für (x, y) D Es ist D B 2 und f stetig, also messbar. Es ist weiter f L 1 (D) (warum?) und ( ) f(x, y) d(x, y) 1.3 = f(x, y) dy dx Dann gilt 1.3 I R = D Y ( = = R R Y ( Vorbemerkung = ) f(x, y) dx dy = ( sin x ) e xy sin x dy dx R Zweimalige partielle Integration liefert (nachrechnen!): ) e xy dy dx sin x x dx =: I R ( R ) e xy sin x dx dy } {{ } =:ϕ(y) ϕ(y) = y y 2 e yr (y sin R + cos R) Damit gilt dy I R = 1 + y y 2 e yr (y sin R + cos R) dy Aus Analysis 1 ist bekannt, dass das erste Integral gegen π 2 konvergiert und das zweite Integral setzen wir gleich ĨR. Es gilt ĨR 2 Vorbemerkung = y 2 e yr (y sin R + cos R ) dy y + 1 y e yr dy e yr dy 2 R 74
75 Das heißt also ĨR (R ) und damit folgt die Behauptung durch I R = π 2 ĨR π 2 (R ) 75
76
77 11 Der Transformationssatz (Substitutionsregel) Die Sätze in diesem Paragraphen geben wir ohne an. Es seien, Y R d nichtleer und offen. Definition Sei Φ: Y eine Abbildung. Φ heißt Diffeomorphismus genau dann wenn Φ C 1 (, R d ), Φ ist bijektiv und Φ 1 C 1 (Y, R d ). Es gilt x = Φ 1 (Φ(x)) für jedes x Kettenregel: I = ( Φ 1) (Φ(x)) Φ (x) für jedes x Das heißt Φ (x) ist invertierbar für alle x und somit ist det (Φ (x)) für alle x. Satz 11.1 (Transformationssatz (Version I)) Φ: Y sei ein Diffeomorphismus. (1) f : Y [, + ] sei messbar und für x sei g(x) := f (Φ(x)) det Φ (x). Dann ist g messbar und es gilt: f(y) dy = g(x) dx = f (Φ(x)) det Φ (x) dx Y ( ) (2) f : Y R sei integrierbar und g sei definiert wie in (1). Dann ist g integrierbar und es gilt die Formel ( ). Erinnerung: Sei A R d und A := {x A : es existiert ein r = r(x) > mit U r (x) A} das Innere von A. A ist offen! Beispiel Sei A = R \ Q. Es ist A = und A \ A = A. Aus R = A Q folgt Das heißt A \ A ist keine Nullmenge. = λ 1 (R) = λ 1 (A) + λ 1 (Q) = λ 1 (A) 77
78 11. Der Transformationssatz (Substitutionsregel) Satz 11.2 (Transformationssatz (Version II)) Es sei U R d offen, Φ C 1 (U, R d ), A U, A B d, := A und A \ A eine Nullmenge. Weiter sei Φ injektiv auf, det Φ für alle x, B := Φ(A) B d und g(x) = f(φ(x)) det Φ (x) für x A. Dann gilt: (1) Y := Φ() ist offen und Φ : Y ist ein Diffeomorphismus. (2) Ist f : B [, ] messbar, so ist g : A [, ] messbar und f(y) dy = g(x) dx = f(φ(x)) det ( Φ (x) ) dx B A A ( ) (3) Ist f : B R messbar, so gilt: Ist f L 1 (B) so gilt ( ) f L 1 (B) g L 1 (A) Folgerungen 11.3 (1) Sei T : R d R d linear und det T. Weiter sei A B d und v R d. Dann ist T (A) B d und es gilt: λ d (T (A) + v) = det T λ d (A) (2) Φ: Y sei ein Diffeomorphismus und A B(). Dann ist Φ(A) B d und es gilt: λ d (Φ(A)) = det Φ () dx A (3) Sei F C 1 (, R d ) und N eine Nullmenge. Dann ist F (N) enthalten in einer Nullmenge. Beispiel Seien a, b > und T := Dann ist A B 2 und λ 2 (A) = π. ( ) a, det T = ab >. Definiere: b A := {(x, y) R 2 : x 2 + y 2 1} (u, v) T (A) (x, y) A : (u, v) = (ax, by) (x, y) A : (x = u a ) (y = v b ) u2 a 2 + v2 b 2 1 Aus 11.3 folgt T (A) B 2 und λ(t (A)) = abπ. 78
79 11.4. Polarkoordinaten Polarkoordinaten Jeder Vektor im R 2 lässt sich nicht nur durch seine Projektionen auf die Koordinatenachsen (x, y), sondern auch eindeutig durch seine Länge r und den (kleinsten positiven) Winkel ϕ zur x-achse darstellen. Diese Darstellung (r, ϕ) heißen die Polarkoordinaten des Vektors. Dabei gilt: r = (x, y) = x 2 + y 2 und { x = r cos(ϕ) Definiere nun für (r, ϕ) [, ) [, 2π]: Dann ist Φ C 1 (R 2, R 2 ) und es gilt: d.h. falls r > ist gilt: y = r sin(ϕ) Φ(r, ϕ) := (r cos(ϕ), r sin(ϕ)) ( ) Φ cos(ϕ) r sin(ϕ) (r, ϕ) = sin(ϕ) r cos(ϕ) det Φ (r, ϕ) = r cos 2 (ϕ) + r sin 2 (ϕ) = r > Bemerkung (Faustregel für Polarkoordinaten): Ist ein Integral der Form B f(x, y)d(x, y) zu berechnen, so lässt sich oft eine Menge A finden, sodass Φ(A) = B ist. Mit 11.2 folgt dann: f(x, y) d(x, y) = f(r cos ϕ, r sin ϕ) r d(r, ϕ) Beispiel (1) Sei ρ < R. Definiere B A B := {(x, y) R 2 : ρ 2 x 2 + y 2 R 2 } Dann gilt: λ 2 (B) = = 1 = = B 1 d(x, y) 1 r d(r, ϕ) A R ( 2π ρ [ 2π 1 2 r2 ] R ρ ) r dϕ dr = π(r 2 ρ 2 ) (2) Definiere B := {(x, y) R 2 : x 2 + y 2 1, y } 79
80 11. Der Transformationssatz (Substitutionsregel) Dann gilt: B y x 2 + y 2 d(x, y) = = 1 = A A π r sin(ϕ)r r d(r, ϕ) r 3 sin ϕ d(r, ϕ) ( 1 π = 1 sin ϕ dϕ 4 [ ] 1 π = ( cos ϕ) 4 ) r 3 sin ϕ dr dϕ = 1 4 (1 + 1) = 1 2 (3) Behauptung: e x2 dx = π : Für ρ > sei B ρ := {(x, y) R 2 x, y, x 2 + y 2 ρ 2 } Weiterhin sei Q ρ := [, ρ] [, π 2 ] und f(x, y) = e (x2 +y 2). Dann gilt: f(x, y) d(x, y) = e r2 r d(r, ϕ) B ρ Q ρ π ( 1 2 ρ ) = re r2 dr dϕ = π [ 1 ] ρ 2 2 e r2 = π ( e ρ2 + 1 ) 2 =: h(ρ) ρ π 4 Außerdem gilt: f(x, y) d(x, y) = Q ρ = e x2 Q ρ ρ ( ρ ( ρ = e x2 e y2 d(x, y) e x2 e y2 ) 2 dx ) dy dx Wegen B ρ Q ρ B 2ρ und f folgt: B ρ f d(x, y) Q ρ f d(x, y) B f d(x, y) 2ρ = h(ρ) Q ρ f d(x, y) h( 2ρ) ( ρ 2 = h(ρ) dx) e x2 h( 2ρ) ρ = h(ρ) e x2 dx h( 2ρ) 8
81 11.5. Zylinderkoordinaten Mit ρ folgt daraus und damit die Behauptung. e x2 dx = π Zylinderkoordinaten Definiere für (r, ϕ, z) [, ) [, 2π] R: Φ(r, ϕ, z) := (r cos(ϕ), r sin(ϕ), z) Dann gilt: det Φ cos(ϕ) r sin(ϕ) (r, ϕ, z) = det sin(ϕ) r cos(ϕ) 1 = r Bemerkung (Faustregel für Zylinderkoordinaten): Ist ein Integral der Form B f(x, y, z)d(x, y, z) zu berechnen, so lässt sich eine Menge A finden, sodass Φ(A) = B ist. Mit 11.2 folgt dann: f(x, y, z) d(x, y, z) = f(r cos ϕ, r sin ϕ, z) r d(r, ϕ, z) B A Beispiel Definiere B := {(x, y, z) R 3 x 2 + y 2 1, x, y, z [, 1]} Dann gilt: z + y x 2 + y 2 d(x, y, z) = B = = = ( A A 1 1 (z + r sin(ϕ) r) r d(r, ϕ, z) rz + r 3 sin(ϕ) d(r, ϕ, z) ( π 2 = π ( 1 r dr) ( rz + r 3 sin(ϕ) dr) dϕ) dz 1 π 2 z dz) ( dϕ) + ( 1 π r dr) ( sin(ϕ) dϕ) ( dz) Kugelkoordinaten Definiere für (r, ϕ, θ) [, ) [, 2π] [, π]: Φ(r, ϕ, θ) := (r cos(ϕ) sin(θ), r sin(ϕ) sin(θ), r cos(θ)) Dann gilt (nachrechnen!): det Φ (r, ϕ, θ) = r 2 sin(θ) 81
82 11. Der Transformationssatz (Substitutionsregel) Bemerkung (Faustregel für Kugelkoordinaten): Ist ein Integral der Form B f(x, y, z)d(x, y, z) zu berechnen, so lässt sich eine Menge A finden, sodass Φ(A) = B ist. Mit 11.2 folgt dann: f(x, y, z) d(x, y, z) = f(r cos(ϕ) sin(θ), r sin(ϕ) sin(θ), r cos(θ)) r 2 sin(θ) d(r, ϕ, θ) B A Beispiel Definiere Dann gilt: B := {(x, y, z) R 3 1 (x, y, z) 2, x, y, z } B 1 x 2 + y 2 d(x, y, z) = + z2 = A A 1 r 2 r2 sin(θ) d(r, ϕ, θ) sin(θ) d(r, ϕ, θ) = π 2 Beispiel (Zugabe von Herrn Dr. Ullmann) Wir wollen das Kugelvolumen λ 3 (K) mit K := {(x, y, z) R 3 (x, y, z) 1} berechnen. Dann ist K = Φ(A) mit A := [, 1] [, 2π] [, π]. Und es gilt: λ 3 (K) = 1 d(x, y, z) K = r 2 sin(θ) d(r, ϕ, θ) = A 1 2π = ( = 4π 3 ( 1 π ( r 2 dr) ( r 2 sin(θ) dθ) dϕ) dr 2π π dϕ) ( sin(θ) dθ) 82
83 12 Vorbereitungen für die Integralsätze Definition Seien a = (a 1, a 2, a 3 ), b = (b 1, b 2, b 3 ) R 3. Dann heißt a b := (a 2 b 3 a 3 b 2, a 3 b 1 a 1 b 3, a 1 b 2 a 2 b 1 ) das Kreuzprodukt von a mit b. Mit e 1 = (1,, ), e 2 = (, 1, ), e 3 = (,, 1) gilt formal: e 1 e 2 e 3 e 1 a 1 b 1 a b = det a 1 a 2 a 3 = det e 2 a 2 b 2 b 1 b 2 b 3 e 3 a 3 b 3 Beispiel Sei a = (1, 1, 2), b = (1, 1, ), dann gilt: e a b = det e = 2e 1 ( 2)e 2 + (1 1)e 3 = ( 2, 2, ) e 3 2 Regeln zum Kreuzprodukt: (1) b a = a b (2) a a = (3) (αa) (βb) = αβ(a b) für α, β R (4) a (a b) = b (a b) = Definition Sei D R n, D offen und f = (f 1,..., f n ) C 1 (D, R n ). Dann heißt die Divergenz von f. div f := f 1 x f n x n C(D, R) Definition Sei D R 3, D offen und F = (P, Q, R) C 1 (D, R 3 ). Dann heißt: die Rotation von F. Dabei gilt formal: rot F := (R y Q z, P z R x, Q x P y ) C(D, R 3 ) rot F = ( x, y, ) (P, Q, R) z Definition Sei γ : [a, b] R n ein Weg. Ist γ in t [a, b] differenzierbar mit γ (t ), so heißt γ (t ) R n Tangentialvektor von γ in t. 83
84
85 13 Der Integralsatz von Gauß im R 2 In diesem Paragraphen sei (x, y ) R 2 (fest), es sei R : [, 2π] [, ) stetig und stückweise stetig differenzierbar und R() = R(2π). Weiter sei γ(t) := (x + R(t) cos t, y + R(t) sin t) (t [, 2π]) Dann ist γ ein stückweise stetig differenzierbarer, geschlossener und rektifizierbarer Weg in R 2. Es sei B := {(x + r cos t, y + r sin t) : t [, 2π], r R(t)} Dann ist B kompakt, also B B 2. Weiter ist B = γ([, 2π]) = Γ γ. Sind B und γ wie oben, so heißt B zulässig. Beispiel Sei R konstant, also R(t) = R >, so ist B = U R (x, y ) Satz 13.1 (Integralsatz von Gauß im R 2 ) B und γ seien wie oben (B also zulässig). Weiter sei D R 2 offen, B D und f = (u, v) C 1 (D, R 2 ). Dann (1) B u x(x, y)d(x, y) = γ u(x, y)d(y) (2) B v y(x, y)d(x, y) = γ v(x, y)d(x) (3) B div f(x, y)d(x, y) = γ (udy vdx) Folgerung 13.2 Mit f(x, y) := (x, y) erhält man aus 13.1: Sind B und γ wie in 13.1, so gilt: (1) λ 2 (B) = γ xdy (2) λ 2 (B) = γ ydx (3) λ 2 (B) = 1 2 Beispiel Definiere γ (xdy ydx) B := {(x, y) R 2 : x 2 + y 2 R 2 } (R > ) und γ(t) = (R cos t, R sin t), für t [, 2π], dann gilt: λ 2 (B) = 2π 2π R cos t R cos t dt = R 2 cos 2 t dt = πr 2 85
86 13. Der Integralsatz von Gauß im R 2 Wir beweisen nur (1). ((2) beweist man analog und (3) folgt aus (1) und (2)) O.B.d.A: (x, y ) = (, ) und R stetig db. Also γ = (γ 1, γ 2 ), γ(t) = (R(t) cos t, R(t) sin t). R }{{}}{{} =γ 1 (t) =γ 2 (t) stetig differenzierbar. A := B u x(x, y)d(x, y) Zu zeigen: A = 2π u(γ(t)) γ 2 (t)dt. Mit Polarkoordinaten, Transformations-Satz und Fubini: A = 2π ( R(t) u x (r cos t, r sin t)rdr)dt (1) β(r, t) := u(r cos t, r sin t). Nachrechnen: rβ r (r, t) cos t β t (r, t) sin t = u x (r cos t, r sin t)r. Also: A = 2π (2) R(t) rβ r (r, t)dr = rβ(r, t) r=r(t) α(t) ( R(t) R(t) r= (rβ r (r, t) cos t β t (r, t) sin t)dr)dt β(r, t)dr = R(t)β(R(t), t) α(t) = R(t)u(γ(t)) } {{ } =:α(t) (3) Ψ(s, t) := s β(r, t)dr. Mit dem zweiten Hauptsatz aus Analysis 1 folgt: Ψ s(s, t) = β(s, t) 7.3 = Ψ t (s, t) = s β t(r, t)dr. Dann: α(t) = Ψ(R(t), t), also α (t) = Ψ s (R(t), t) R (t) + Ψ t (R(t), t) 1 = R (t) β(r(t), t) + }{{} =u(γ(t)) = R(t) β t (r, t)dr = α (t) R (t) u(γ(t)). (4) Aus (1),(2),(3) folgt: R(t) β t (r, t)dr A = = = = 2π 2π 2π 2π (R(t) u(γ(t)) cos t α(t) cos t α (t) sin t + R (t) u(γ(t)) sin t)dt u(γ(t))γ 2(t)dt 2π (α(t) sin t) dt u(γ(t))γ 2(t)dt [α(t) sin t] 2π }{{} = u(γ(t))γ 2(t)dt 86
87 14 Flächen im R 3 Definition Es sei B R 2 kompakt, D R 2 offen und B D. Weiter sei ϕ = (ϕ 1, ϕ 2, ϕ 3 ) C 1 (D, R 3 ) und ϕ = ϕ(u, v). Dann heißt ϕ B eine Fläche (im R 3 ), S := ϕ(b) heißt Flächenstück und B heißt Parameterbereich der Fläche. Es ist Sei (u, v ) B und ϕ = ϕ 1 u ϕ 2 u ϕ 3 u ϕ 1 v ϕ 2 v ϕ 3 v γ(t) := ϕ(t, v ) γ (t) = ϕ u (t, v ) γ (u ) = ϕ u (u, v ) γ(t) := ϕ(u, t) γ (t) = ϕ v (u, v) γ (v ) = ϕ v (u, v ) Definere damit den Normalenvektor in ϕ(u, v ): N(u, v ) := ϕ u (u, v ) ϕ v (u, v ) Seien u, v > (aber klein ). a := uϕ u (u, v ), b := vϕ v (u, v ). P := {λa + µb : λ, µ [, 1]} Aus der Linearen Algebra folgt, der Inhalt von P ist a b = u v N(u, v ). I(ϕ) = N(u, v) d(u, v) heißt deshalb Flächeninhalt von ϕ B Beispiel B := [, 2π] [ π 2, π 2 ], D = R2 ϕ(u, v) := (cos u cos v, sin u cos v, sin v). Dann: ϕ(b) = {(x, y, z) R 3 : x 2 + y 2 + z 2 = 1}. Nachrechnen: N(u, v) = cos vϕ(u, v). Dann: N(u, v) = cos v ϕ(u, v) = cos v ((u, v) B). }{{} Damit gilt: I(ϕ) = B cos vd(u, v) = 2π =1 π ( 2 π 2 cos vd(v))d(u) = 4π Explizite Parameterdarstellung Seien B und D wie in obiger Definition und f C 1 (D, R). Setze ϕ(u, v) := (u, v, f(u, v)) ((u, v) D) 87
88 14. Flächen im R 3 Damit ist ϕ B eine Fläche (in expliziter Darstellung). Dann ist S = ϕ(b) gleich dem Graph von f B. Damit gilt: ϕ u = (1,, f u ), ϕ v = (, 1, f v ), N(u, v) = ( f u, f v, 1) (Nachrechnen!) I(ϕ) = Beispiel Sei D = R 2, B := {(u, v) R 2 u 2 + v 2 1} und B (f 2 u + f 2 v + 1) 1 2 d(u, v) f(u, v) := u 2 + v 2 Dann ist ϕ(u, v) = (u, v, u 2 + v 2 ), f u = 2u und f v = 2v. Also ist S = ϕ(b) ein Paraboloid. I(ϕ) = (4u 2 + 4v 2 + 1) 1 PK π ( ) 3 2 d(u, v) = 5 1 (Nachrechnen!) 6 B 88
89 15 Integralsatz von Stokes In diesem Paragraphen sei B R 2, B kompakt, D R 2 offen, B D und ϕ = (ϕ 1, ϕ 2, ϕ 3 ) C 1 (D, R 3 ). Das heißt: ϕ B ist eine Fläche mit Parameterbereich B, S := ϕ(b) Definition Definiere die folgenden Oberflächenintegrale: (1) Sei f : S R stetig. Dann: fdσ := ϕ B f(ϕ(u, v)) N(u, v) d(u, v) (2) Sei F : S R 3 stetig. Dann: F ndσ := Beispiel Seien D, B, f, ϕ wie im letzten Beispiel in Kapitel 14. ϕ B F (ϕ(u, v)) N(u, v)d(u, v) Sei F (x, y, z) := (x, y, z); bekannt: N(u, v) = ( 2u, 2v, 1). Dann: F (ϕ(u, v)) N(u, v) = F (u, v, u 2 + v 2 ) ( 2u, 2v, 1) = (u, v, u 2 + v 2 ) ( 2u, 2v, 1) = (u 2 + v 2 ) Also: ϕ F ndσ = (u 2 + v 2 )d(u, v) = π B 2 Satz 15.1 (Integralsatz von Stokes) Es sei B zulässig, B = Γ γ, wobei γ = (γ 1, γ 2 ) wie zu Beginn des Paragraphen 13 ist. Es sei ϕ C 2 (D, R 3 ). Weiter sei G R 3 offen, S G und F = (F 1, F 2, F 3 ) C 1 (G, R 3 ). Dann: rot F ndσ = F (x, y, z) d(x, y, z) ϕ }{{} Oberflächenint. ϕ γ } {{ } Wegint. Beispiel D, B, f, F und ϕ seien wie in obigem Beispiel. Hier: γ(t) = (cos t, sin t) (t [, 2π]). Dann: (ϕ γ)(t) = ϕ(cos t, sin t) = (cos t, sin t, 1) (t [, 2π]). 89
90 15. Integralsatz von Stokes Es ist rot F =, also: ϕ rot F ndσ = ϕ γ F (x, y, z)d(x, y, z) = = = = 2π 2π 2π F ((ϕ γ)(t)) (ϕ γ) (t)dt F (cos t, sin t, 1) ( sin t, cos t, )dt (cos t, sin t, 1) ( sin t, cos t, ) dt }{{} = Sei ϕ := ϕ γ, ϕ = (ϕ 1, ϕ 2, ϕ 3 ), also ϕ j = ϕ j γ (j = 1, 2, 3). Zu zeigen: rot F ndσ = ϕ = = = ϕ 2π 2π 3 j=1 F (x, y, z)d(x, y, z) F (ϕ(t)) ϕ (t)dt 3 F j (ϕ(t))ϕ j(t) dt 2π j=1 F j (ϕ(t))ϕ j(t)dt Es ist ϕ rot F ndσ = B (rot F )(ϕ(x, y)) (ϕ x(x, y) ϕ y (x, y)) d(x, y). Für j = 1, 2, 3: }{{} =:g(x,y) h j (x, y) := F j(ϕ(x, y)) ϕ j (x, y), F j (ϕ(x, y)) ϕ j (x, y) y x }{{}}{{} =:u j (x,y) =:v j (x,y) ((x, y) D) h j = (u j, v j ); F C 1, ϕ C 2, damit folgt: h j C 1 Nachrechnen: g = divh 1 + divh 2 + divh 3 Damit: B rot F ndσ = = = 3 j=1 3 B j=1 γ 2π div h j (x, y)d(x, y) (u j dy v j dx) F j (ϕ(t))ϕ j(t)dt 9
91 16 L p -Räume und L p -Räume Stets in diesem Paragraphen: B d Definition Sei p [1, + ]. Dann gilt: 1 p + 1 p = 1 und p = p p = 2., p = 1 p := 1, p =, 1 < p < p p 1 Hilfssatz Seien x, y, p (1, ), dann gilt: xy xp p Für t > : f(t) := t p + 1 p t 1 p Übung: min{f(t) t > } = f(1) = D.h.: t 1 p t p + 1 p t > + yp p Seien u, v >, t := u v. Dann: u 1 p v 1 p u vp + 1 p. Daraus folgt u 1 p v 1 1 p u p + v p = u 1 p v 1 p u p + v p Seien x, y > : u := x p, v := y p. Dann: xy xp p + yp p. Im Falle x = oder y = ist die Ungleichung trivialerweise richtig. Erinnerung: Sei f : R messbar und p >, so ist f p messbar (vgl. Kapitel 3). Es gilt: f p L 1 () f p dx < Definition (1) Sei p [1, ). L p () = {f : R f ist messbar und f p dx < }. Für f L p (): f p = ( f p dx ) 1 p (2) L () = {f : R f ist messbar und f ist f.ü. beschränkt} Für f L (): f := ess sup x f(x) = inf{c > Nullmenge N c : f(x) c x \ N c } Bemerkung: Es sei f L () und stetig. Außerdem habe jede in offene, nichtleere Teilmenge positives Maß. Dann ist f auf beschränkt und sup x f(x) = ess sup x f(x). Übung (ist N eine Nullmenge, so ist N = und \ N = ) 91
92 16. L p -Räume und L p -Räume Beispiel Sei d = 1, = [1, ), p > 1 (p < ), α, β >, f(x) = 1 x α, g(x) = 1 x β (1) (2) f L p () 4.14 konvergiert genau dann, wenn αp > 1 α > 1 p 1 1 dx xαp fg L 1 () konvergiert genau dann, wenn α + β > x α+β dx Satz 16.1 Sei p [1, ] und p wie zu Anfang dieses Kapitels, also 1 p + 1 p = 1. (1) Sei f L p () und g L p (). Dann ist fg L 1 () und es gilt die Höldersche Ungleichung: fg 1 f p g p Ist p = 2 ( = Ungleichung. p = 2), so heißt obige Ungleichung auch Cauchy-Schwarzsche (2) L p () ist ein reeller Vektorraum und für f, g L p () gilt die Minkowskische Ungleichung: f + g p f p + g p (1) Unterscheide die folgenden Fälle: Fall 1: p = 1 (also p = ) oder p = (also p = 1). Etwa p = 1, p =. Sei c > und N c Nullmenge mit: g(x) c x \ N c. g := 1 \Nc g Dann: g = g fast überall und g c auf. Weiter: fg = f g fast überall, bzw. fg = f g fast überall. Dann: fg dx = f g dx = f g dx }{{} c f dx = c f 1 < Also: fg L 1 () und fg 1 c f 1. Übergang zum Infimum über alle c > liefert: fg 1 g f 1 Fall 2: Sei 1 < p <. Ist f p = oder g p =, so ist f = fast überall oder g = fast überall. Daraus folgt: fg = fast überall. Mit 5.2 folgt: fg dx =. Daraus folgen die Behauptungen. 92
93 Sei f p > und g p >. Aus obigem Hilfssatz: Integration liefert: 1 f p g p f(x) f p g(x) g p Daraus folgt: fg L 1 () und 1 f(x) p p f p p f(x)g(x) dx 1 p 1 f p p = 1 p + 1 p = 1 < + 1 p g(x) p g p p f p dx + 1 p fg 1 f p g p 1 fg 1 f p g p x 1 g p p g p dx (2) Klar: Ist f L p () und α R, so ist αf L p () Fall 1: p = 1: Mit 4.11 folgt: L 1 () ist ein reeller Vektorraum. Seien f, g L 1 (). Dann: f + g f + g auf. Damit: f + g dx f dx + g dx Fall 2: p = : Seien f, g L (). Seien c 1, c 2 > und N 1, N 2 Nullmengen und f(x) c 1 x \ N 1, g(x) c 2 x \ N 2. N = N 1 N 2 ist eine Nullmenge. Dann: f(x) + g(x) f(x) + g(x) c 1 + c 2 x \ N. Es folgt: f + g L () und f + g c 1 + c 2. Übergang zum Infimum über alle solche c 1, bzw. c 2, liefert: f +g f + g. Fall 3: Sei 1 < p < und f, g L p (). Es ist f + g p ( f + g ) p (2 max{ f, g }) p 2 p ( f p + g p ) auf. Mit 4.9 folgt: f + g p L 1 () = f + g L p () p = p p 1 ; h := f + g p 1, dann: h p = ( f + g p 1) p p 1 = f + g p L 1 (). Dann ist h L p (). Also: h L p (), f L p () (und 1 p + 1 p = 1). Mit der Hölderschen Ungleichung folgt: f f 1 f p h p = h f dx f p ( hp dx ) 1 p. Dann: f f + g p 1 dx f p ( = f p ( f + g p p ) 1 p = f p f + g p 1 p ( f + g p 1 ) ) 1 p p dx 93
94 16. L p -Räume und L p -Räume Genauso: g f + g p 1 dx g p f + g p+1 p Dann: f + g p p = = = f + g p dx f + g f + g p 1 dx f f + g p 1 dx + ( f p + g p ) f + g p 1 p g f + g p 1 dx Teilen durch f + g p 1 p liefert die Minkowski-Ungleichung. Satz 16.2 Sei λ d () <, p, q 1 und p q. Dann ist L q () L p () und es gilt: f L q () : f p λ d () 1 p 1 q f q Sei f L q (). Fall p = q: Klar. Fall q = : Leichte Übung! Fall p < q < : Sei r := q p > 1, dann ist 1 r = 1 p q. Aus f pr = f q L 1 () folgt f p L r (). Definiere g := 1, dann ist g L r (), da λ d () <. Wegen 16.1 gilt dann: Aus der Hölderschen Ungleichung folgt: g f p L 1 () = f p L 1 () = f L p () f p p = g f p 1 g r f p r = ( g r dx) 1 r ( f pr dx) 1 r = λ d () 1 r ( f q dx) p q = λ d () 1 p q f p q Also gilt: f p λ d () 1 p 1 q f q 94
95 Beispiel (1) Sei := (, 1], 1 p < q < (also 1 q < 1 1 p ) und f(x) := x (α > ). Dann gilt nach 4.14 α und Analysis I: f L p () 1 αp < 1 α < 1 p 1 dx konvergiert xαp Sei 1 q < α < 1 p, dann ist f Lp () und f L q (). D.h. L p () L q () und aus 16.2 folgt L q () L p (). (2) Sei := [1, ), p = 1, q (1, ) und f(x) := 1 x. Dann gilt nach 4.14 und Analysis I: f L p () und f L q (). D.h. also L q () L p (). Definiere g(x) := 1 [1,2) (2 x) 1 q. Übung: g L p () und g L q (). D.h. also L p () L q (). Satz 16.3 (Satz von Lebesgue (L p -Version)) Sei 1 p <, f : R sei messbar, g : [, ] integrierbar und (f n ) eine Folge in L p () mit den Eigenschaften: (1) f n f f.ü. auf (2) n N : f n p g f.ü. auf. Dann ist f L p () und es gilt f n f p n Aus (i) und (ii) folgt: f p g f.ü. Im Paragraphen 5 haben wir gesehen, dass dann gilt: f p dx g dx < (denn g ist nach Voraussetzung integrierbar). Daraus folgt: f L p (). Setze g n := f n f p. Aus (i): g n f.ü. Es sind f n, f L p () (ersteres nach Voraussetzung, zweiteres haben wir gerade gezeigt), und weil L p () ein reeller Vektorraum ist (16.1(2)), folgt: Also g n L 1 (). Es ist g n ( f n + f ) p f n f L p () ( ) g 1 p + g 1 p ( ) p = 2g 1 p p = 2 p g f.ü. Mit 6.2 folgt schließlich: g n dx. }{{} = f n f p p 95
96 16. L p -Räume und L p -Räume Aus 16.1 folgt: L p () ist ein reeller Vektorraum (VR), wobei für f, g L p () gilt: αf p = α f p (α R) f + g p f p + g p Aber p ist keine Norm auf L p ()! Denn aus f p = folgt nur f = f.ü. Definition Es sei N := {f : R f ist messbar und f = f.ü.}, dann ist N ein Untervektorraum von L p (). Definiere L p () := L p () N = { ˆf = f + N f L p ()} Aus der Linearen Algebra ist bekannt, dass L p () durch die Skalarmultiplikation α ˆf := αf und die Addition ˆf + ĝ := f + g zu einem Vektorraum über R wird. Setze für ˆf L 1 (): ˆf(x) dx := f(x) dx dabei ist diese Definition unabhängig von der Wahl des Repräsentanten f L 1 () von ˆf, denn: ist auch noch g L 1 () und ĝ = ˆf, so ist f g N, also f g = f.ü. und damit: f dx = g dx. Für ˆf L p () definiere ˆf p := f p wobei diese Definition unabhängig ist von der Wahl des Repräsentanten f L p () von ˆf. Für ˆf, ĝ L 2 () setze ( ˆf ĝ) := f(x)g(x) dx (auch diese Definition ist Repräsentanten-unabhängig) (Beachte: f g L 1 () ) Dann gilt: (1) L p () ist unter p ein normierter Raum (NR). (2) Für ˆf, ĝ L 2 () gilt: ( ˆf ĝ) = f(x)g(x) dx (Cauchy-Schwarzsche Ungleichung) fg dx = fg f 2 g 2 = ˆf 2 ĝ 2 Nachrechnen: ( ˆf ĝ) definiert ein Skalarprodukt auf L 2 (). Es gilt: ( ˆf ˆf) = f(x) 2 dx = ˆf 2 2 Also: ˆf 2 = ( ˆf ˆf) 96
97 Definition Sei (B, ) ein normierter Raum. Gilt mit einem Skalarprodukt ( ) auf B: v = (v v) v B ( ) so heißt B ein Prähilbertraum. Ist B ein Banachraum mit ( ), so heißt B ein Hilbertraum. Vereinbarung: ab jetzt sei stets in diesem Paragraphen 1 p <. Bemerkung: Seien f, f n L p () (1) f n f p = f ˆ n ˆf p genau dann, wenn ( f ˆ n ) eine konvergente Folge im normierten Raum L p () mit dem Grenzwert ˆf ist. (2) ( ˆf n ) ist eine Cauchyfolge (CF) in L p () genau dann, wenn für jedes ε > ein n N exitiert mit: ˆf n ˆf m p = f n f m p < ε n, m n ( ) (3) Wie in Analysis II zeigt man: gilt f n f p = ˆf n ˆf p, so ist ( ˆf n ) eine Cauchyfolge in L p (). Satz 16.4 (Satz von Riesz-Fischer) ( ˆf n ) sei eine Cauchyfolge in L p (), das heißt es gilt ( ) aus obiger Bemerkung (2). Dann existiert ein f L p () und eine Teilfolge (f nj ) von (f n ) mit: (1) f nj f fast überall auf. (2) f n f p (n ). Das heißt L p () ist ein Banachraum (L 2 () ist ein Hilbertraum). Bemerkung: Voraussetzungen und Bezeichnungen seien wie in Im Allgmeinen wird nicht gelten, dass fast überall f n f ist. Beispiel Sei = [, 1] und (I n ) sei die folgende Folge von Intervallen: [ I 1 = [, 1], I 2 =, 1 ] [ ] [ 1, I 3 = 2 2, 1, I 4 =, 1 ] [ 1, I 5 = 4 4, 1 ] [ 1, I 6 = 2 2, 3 ] [ ] 3, I 7 = 4 4, 1,... Es sei f n := 1 In, sodass f n dx = I n 1 dx = λ 1 (I n ). Also ˆf n L 1 () und ˆf n ˆ 1. Ist x, so gilt: x I n für unendlich viele n N. Daraus folgt, dass eine Teilfolge I nj mit x I nj für jedes j N existiert. Somit ist f nj (x) = 1 für jedes j N und deshalb gilt fast überall f n. (von 16.4) Setze ε j := 1 2 j (j N). Zu ε 1 existiert ein n 1 N mit f l f n1 p < ε 1 für alle l n 1. Zu ε 2 existiert ein n 2 N mit n 2 > n 2 und f l f n2 p < ε 2 für alle l n 2. Etc. Wir erhalten eine Teilfolge (f nj ) mit (+) f l f nj p < ε j für alle l n j mit j N 97
98 16. L p -Räume und L p -Räume Setze g j := f nj+1 f nj (j N). Klar: g l L p (). Für N N: S N := N g j (x) p j=1 1 p Dann: N S N = g j p j=1 N j=1 (+) g j p N ε j = j=1 N j=1 1 2 j 1 Setze g(x) := Es ist g und messbar. Weiter gilt: g p dx = lim g j (x) für x j=1 N N g j j=1 p dx 6.2 lim inf N Sp N 1 Somit ist g p ist integrierbar. Aus 5.2 folgt, dass eine Nullmenge N 1 existiert mit g p (x) < für alle x \ N 1. Es ist dann auch g(x) < für alle x \ N 1 und somit folgt nach Konstruktion von g, dass j=1 g j dx konvergiert absolut in jedem x \ N 1. Aus Analysis I folgt, dass damit j=1 g j dx in jedem x \ N 1 konvergiert. Für m N: m 1 j=1 g j = f nm f n1 = f nm = m 1 j=1 g j + f n1 Deshalb ist (f nm ) konvergent (in R) für alle x \ N 1. { lim m f nm (x), x \ N 1 f(x) :=, x N 1 Aus 3 ist bekannt, dass f messbar ist. Klar: f nm f fast überall und f() R. Es ist f nm = m 1 j=1 g j + f n1 und somit Wie im von Satz 16.1 folgern wir m 1 f nm = f n1 + g j f n1 + g j=1 f nm p 2 p ( f n1 p + g p ) =: g f n1 L p (), g p ist integrierbar. Aus 16.3 folgt, dass f L p () und f nm f p (m ) Sei nun ε >. Wähle m M so, dass 1 2 m < ε 2 und f f n m p < ε 2. Für l n m gilt: Das heißt f l f p = f l f nm + f nm f p f l f nm p + f nm f p (+) < 1 2 m + ε 2 < ε f l f p (l ) 98
99 Satz 16.5 Sei auch noch 1 q <. (f n ) sei eine Folge in L p () L q (). Es sei Weiter gelte: Dann ist fast überall f = g. f L p () und g L q () f n f p und f n g q (n ) 1. Aus Bemerkung (3) vor 16.4 folgt, dass ( ˆf n ) ist eine Cachyfolge in L p (). Wegen 16.4 existiert dann ein ϕ L p () und eine Teilfolge (f nj ) mit: f nj ϕ fast überall und f n ϕ p f ϕ p = f f n + f n ϕ p f f n p + f n ϕ p (n ) Somit ist f ϕ p = und deshalb fast überall f = ϕ. Also gilt fast überall f nj f. Das heißt, dass es eine Nullmenge N 1 gibt, für die gilt: f nj (x) f(x) für alle x \ N 1 2. Setze g j := f nj, dann gilt g j g q (j ). Wie im ersten Schritt zeigt man, dass eine Nullmenge N 2 und eine Teilmenge (g jk ) existiert mit, für die gilt: g jk (x) g(x) für alle x \ N 2 Wir wissen, dass N := N 1 N 2 eine Nullmenge ist. Sei nun x \ N. Dann folgt aus dem ersten Schritt f nj (x) f(x) und daraus f njk (x) f(x) }{{} =g njk (x) Aus dem Zweiten Schritt folgt dann, dass f njk (x) g(x) und somit f(x) = g(x). Bemerkung: Seien f n, f L p () und es gelte f n f p (n ). Der von 16.5 zeigt, dass eine Teilfolge (f nj ) von (f n ) existiert mit f nj f fast überall. Bemerkung: Konvergenz im Sinne der Norm p und punktweise Konvergenz fast überall haben im Allgemeinen nichts miteinander zu tun! Beispiel Sei (f n ) wie im Beispiel vor Also f n p, aber f n fast überall. Beispiel Sei = [, 1] und f n sei wie im Bild. f n ist stetig, also messbar. f n dx = 1 für alle n N 99
100 16. L p -Räume und L p -Räume Somit ist f n L 1 (). f n (x) {, x (, 1] 1, x = Damit gilt fast überall f n, aber f n 1 = 1 (n ) Definition Seien (E, 1 ), (F, 2 ) normierte Räume. (1) Sei (x n ) eine Folge in E und s n := x 1 + x x n (n N). Dann heißt (s n ) eine unendliche Reihe und wird mit n=1 bezeichnet. n=1 x n heißt konvergent genau dann, wenn (s n ) konvergiert. In diesem Fall ist x n := lim s n n n=1 (2) Φ: E F sei eine Abbildung. Φ heißt stetig in x E genau dann, wenn für jede konvergente Folge (x n ) in E mit x n x gilt: x n Φ(x n ) Φ(x ) Φ heißt auf E stetig genau dann, wenn Φ ist in jedem x E stetig. (3) Für (x, y) E E setze (x, y) := x y 2 1 Dann ist eine Norm auf E E (nachrechnen!). Weiter gilt, dass E E genau dann ein Banachraum ist, wenn E einer ist. Für eine Folge ((x n, y n )) in E E und (x, y) E E gilt (x n, y n ) (x, y) x n x y n y Bemerkung: Ist (x n ) eine konvergente Folge in E, so ist (x n ) beschränkt (d.h. c > : x n 1 c n N). ( wie in Ana I) Vereinbarung: Für den Rest dieser Vorlesung schreiben wir (meist) f statt ˆf und identifizieren L p () mit L p (). Ebenso schreiben wir f dx statt ˆf dx und (f g) statt ( ˆf ĝ). Beispiel 16.6 (1) Die Abbildung Φ : L p () R, definiert durch Φ(f) := f p ist stetig auf L p (). D.h. für f n, f L p p () mit f n f gilt f n p f p, also f n p dx f p dx 1
101 Aus Analysis II 17 folgt: f n p f p f n f p n (2) Die Abbildung Φ : L 1 () R definiert durch Φ(f) := f dx ist stetig auf L 1 (). D.h. aus f n, f L 1 1 () und f n f folgt f n dx f dx Es gilt: f n dx f dx = f n f dx f n f dx = f n f 1 n (3) Die Abbildung Φ : L 2 () L 2 () R definiert durch Φ(f, g) := (f g) ist stetig auf L 2 () L 2 (). D.h. für f n, g n, f, g L () mit f n f und g n g gilt (f n g n ) n (f g) Es gilt: (f n g n ) (f g) = (f n g n ) (f n g) + (f n g) (f g) = (f n g n g) + (f n f g) (f n g n g) + (f n f g) f n 2 g n g 2 + f n f 2 g 2 n Satz 16.7 Sei f = f + f L p () und (g n ) und (h n ) seien zulässige Folgen für f + bzw. f (d.h. g n, h n einfach, g n g n+1, g n f +, h n h n+1, h n f ). Setze f n := g n h n. Dann sind f n, g n, h n L p () und es gilt: g n f + p h n f p f n f p 11
102 16. L p -Räume und L p -Räume Es genügt den Fall f zu betrachten (also f = f +, f ). Sei also (f n ) zulässig für f. Definiere ϕ := f n f p. Es ist klar, dass punktweise gilt ϕ n. Außerdem gilt: Dann ist g L 1 () integrierbar. Aus 4.9 folgt: ϕ n ( f n + f ) p = f n + f p (2f) p = 2 p f p =: g ϕ L 1 () = f n f L p () = f n = (f n f) + f L p () Aus 6.2 folgt: ϕ n dx = f n f p p Definition (1) Sei f : R. Dann heißt supp(f) := {x f(x) } der Träger von f (2) C c (, R) := {f C(, R) supp(f) und supp(f) kompakt} Satz 16.8 (1) C c (, R) L p () (2) Ist offen, so liegt C c (, R) dicht in L p (), d.h. ist f L p () und ε >, so existiert g C c (, R) mit f g p < ε. (1) Sei f C c (C, R) und K := supp(f), dann ist K kompakt, also K B d. Es gilt für alle x \ K f(x) = und damit folgt aus 4.12 K f p dx <. Dann gilt: Also ist f L p (). f p dx = \K f p dx + f p dx = f p dx < K K (2) Siehe Übungsblatt
103 17 Das Integral im Komplexen In diesem Paragraphen sei B d, f : C eine Funktion, u := Re(f), v := Im(f), also: u, v : R, f = u + iv. Wir versehen C mit der σ-algebra B 2 (wir identifizieren C mit R 2 ). Definition f heißt (Borel-)messbar, genau dann wenn gilt: f ist B d -B 2 -messbar. Aus 3.2 folgt: f ist messbar genau dann, wenn u und v messbar sind. Definition Sei f messbar. f heißt integrierbar (ib.) genau dann, wenn u und v integrierbar sind. In diesem Fall setze f dx := u dx + i v dx ( C) Es gilt: u, v f u + v auf. Hieraus und aus 4.9 folgt: f ist integrierbar genau dann, wenn f integrierbar ist. Definition L p (, C) := {f : C f ist messbar und f p dx < } (Achtung: mit den Betragsstrichen in ob. Integral ist der komplexe Betrag gemeint!) N := {f : C f ist messbar und f = f.ü.} L p (, C) ist ein komplexer Vektorraum (siehe 17.1) und N ist ein Untervektorraum von L p (, C). Definition Für f, g L 2 (, C) setze sowie L p (, C) := L p (, C) N (f g) := f g : (f g) = f(x)g(x) dx (f und g sind orthogonal). ( z bezeichne hierbei die komplex Konjugierte von z, vgl. Lineare Algebra). Klar: (1) L p (, C) ist mit f p := ( f p dx) 1 p ein komplexer normierter Raum (NR). 13
104 17. Das Integral im Komplexen (2) (f g) definiert ein Skalarprodukt auf L 2 (, C). Es ist (f f) = (f g) = (g f), f(x)f(x) dx = f(x) 2 dx = f 2 2, also: f 2 = (f f) (Beachte: es ist z z = z 2 für z C). (f, g L 2 (, C)) Inoffizielle Anmerkung: Dieses Skalarprodukt ist auf C nur linear in der ersten Komponente! Wenn man einen C-Skalar aus der zweiten Komponente rausziehen möchte, muss man diesen komplex konjugieren: α C : (f αg) = α(f g) (αf g) = α(f g) Satz 17.1 (1) Seien f, g : C integrierbar und α, β C. Dann gelten: (i) αf + βg ist integrierbar und (αf + βg) dx = α f dx + β g dx (ii) Re ( f dx) = Re(f) dx und Im ( f dx) = Im(f) dx (iii) f ist integrierbar und f dx = f dx (2) Die Sätze 16.1 bis 16.3 und das Beispiel 16.6 gelten in L p (, C). (3) L p (, C) ist ein komplexer Banachraum, L 2 (, C) ist ein komplexer Hilbertraum. Beispiel 17.2 Sei = [, 2π]. Für k Z und t R setzen wir e k (t) := e ikt = cos(kt) + i sin(kt) und b k := 1 2π e k Dann gilt: b k, e k L 2 ([, 2π], C) und Für k Z und k ist 2π e (t) dt = 2π 2π e k (t) dt = 1 2π ik eikt = 1 ( ) e 2πki 1 = ik 14
105 Damit ist (b k b l ) = 2π b k b l dt = 1 2π e ikt e ilt dt = 1 { 2π e i(k l)t 1, falls k = l dt = 2π 2π, falls k l Insbesondere ist b k 2 = 1. Das heißt {b k k Z} ist ein Orthonormalsystem in L 2 ([, 2π], C). Zur Übung: {b k k Z} ist linear unabhängig in L 2 ([, 2π], C). Definition Sei (α k ) k Z eine Folge in C und (f k ) k Z eine Folge in L 2 (, C). (1) Für n N setze s n := n k= n α k = α k = α n + α (n 1) + + α + α α n k n Existiert lim n s n in C, so schreiben wir k Z α k := lim n s n (2) Für n N setze σ n := n k= n f k = k n Gilt für ein f L 2 (, C): f σ n 2 n, so schreiben wir f 2 = ) f k (= lim σ n im Sinne der L 2 -Norm n k Z Definition Sei {b k k Z} wie in {b k k Z} heißt eine Orthonormalbasis (ONB) von L 2 ([, 2π], C) genau dann, wenn es zu jedem f L 2 ([, 2π], C) eine Folge f k (c k ) k Z = (c k (f)) k Z gibt, mit ( ) f 2 = c k b k k Z Frage: Ist {b k k Z} eine ONB von L 2 ([, 2π], C)? Antwort: Ja! In 18.5 werden wir sehen, dass ( ) gilt mit c k = (f b k ). 15
106
107 18 Fourierreihen In diesem Paragraphen sei stets = [, 2π], L 2 := L 2 ([, 2π], C) und L 2 R := L2 ([, 2π], R). Weiter sei {b k k Z} wie in Satz 18.1 Ist f L 2 und gilt mit einer Folge (c k ) k Z in C: f 2 = k Z c kb k, so gilt: c k = (f b k ) für alle k Z Für n N setze σ n := c k b k k n Aus der Voraussetzung folgt σ n f 2 für n. Sei j Z und n N mit n j. Es gilt einerseits (σ n b j ) = {, falls k j c k (b k b j ) = c j, da gilt: (b k b j ) = 1, falls k = j k n Andererseits: (σ n b j ) (f b j ) für n wegen 16.6(3). Daraus folgt c j = (f b j ) Definition Sei f L 2, n N und k Z. (1) S n f := k n (f b k)b k heißt n-te Fouriersche Partialsumme. Also gilt: f 2 = b k )b k f S n f 2 k Z(f (2) (f b k ) heißt k-ter Fourierkoeffizient von f. (3) k Z (f b k)b k heißt Fourierreihe von f. (4) Für n N setze E n := [b n, b (n 1),..., b, b 1,..., b n ] (lineare Hülle). Es ist dann dim E n = 2n + 1 Beachte: Für v E n gilt v() = v(2π). 17
108 18. Fourierreihen Satz 18.2 Seien f 1,..., f n, f L 2. (1) Gilt f µ f ν für µ ν (µ, ν = 1,..., n), so gilt der Satz des Pythagoras f f n 2 2 = f f n 2 2 (2) Die Abbildung S n : { L 2 E n S n f := k n (f b k)b k ist linear und für jedes v E n gilt S n v = v und (f S n f) v mit f L 2. (3) Die Besselsche Ungleichung lautet: S n f 2 2 = (f b k ) 2 = f 2 2 (f S n f) 2 2 f 2 2 k n (4) Für alle v E n gilt: f S n f 2 f v 2 (1) Es genügt den Fall n = 2 zu betrachten, der Rest folgt induktiv. (2) Übung! (3) Es gilt S n f 2 2 = (f b k )b k und k n f 1 + f = (f 1 + f 2 f 1 + f 2 ) 2 2 = (f 1 f 1 ) + (f 1 f 2 ) + (f 2 f 1 ) + (f 2 f 2 ) = (f 1 f 1 ) + (f 2 f 2 ) = f f (1) = k n (f b k )b k 2 2 = (f b k ) 2 b k 2 2 = (f b k ) 2 k n f 2 2 = (f S n f) + S n f 2 2 = f S }{{}}{{} n f S n f 2 2 (2) En E n k n (4) Sei v E n. Dann gilt: f v 2 2 = (f S n f) + (S n f v) }{{}}{{} E n E n 2 2 (1) = f S n f S n f v 2 2 f S n f
109 Bemerkung 18.3 Es sei K {R, C}, a, b R, I := [a, b] (a < b) und f n, f, g C(I, K); es war f := max t I f(t). (1) (f n ) konvergiert auf I gleichmäßig gegen f genau dann, wenn f n f (n ) (vgl. Analysis I/II). (2) f L p (I, K) und f p (b a) 1 p f (siehe 16.2). (3) Gilt f = g fast überall, so ist f = g auf I. Es existiert eine Nullmenge N I : f(x) = g(x) x I \ N. Sei x N. Für ε > gilt: U ε (x ) I N (andernfalls: λ 1 (N) λ 1 (U ε (x ) I) > ). Das heißt, es existiert ein x ε U ε (x ) I : x ε N. Also: n N x n U 1 n Also: x n x. Dann: f(x ) = lim n f(x n ) = lim n g(x n ) = g(x ) (x ) I : x n N. Satz 18.4 (Approximationssatz von Weierstraß) Es sei I = [a, b] wie in 18.3 und K {R, C}. (1) Ist f C(I, K) und ε >, so existiert ein Polynom p mit Koeffizienten in K mit: f p < ε (2) Ist a =, b = 2π, f C(I, K), f() = f(2π) und ε >, so existiert ein n N und ein v E n mit: f v < ε Satz 18.5 Sei f L 2. Dann gilt: f 2 = k Z (f b k)b k und f 2 2 = k Z (f b k ) 2 (Parsevalsche Gleichung) Insbesondere gilt: (f b k ) ( k ). Zu zeigen: f S n f 2 (n ). Die Parsevalsche Gleichung folgt dann aus Sei ε >. Wende 16.8(2) auf Re f und Im f an. Dies liefert eine stetige Funktion g : (, 2π) C mit: K := supp(g) (, 2π), K kompakt und f g 2 < ε. Setze g() := g(2π) :=. Dann ist g stetig auf [, 2π]. Satz 18.4 liefert nun: n N v E n : g v < ε. 19
110 18. Fourierreihen Damit: g v 2 2π g v < 2πε. Somit: f S n f 2 = f g + g S n g + S n g S n f 2 f g 2 + g S n g 2 + S n (g f) 2 }{{}}{{}}{{} <ε 18.2(4) 18.2(3) g v 2 g f 2 < 2ε + 2πε = ε(2 + 2π) Sei m n. Dann gilt: E n E m, also w := S n f E m. Damit: f S m f 2 f w 2 = f S n f 2 < ε(2 + 2π) Reelle Version Sei f L 2 R. Es gelten die folgenden Bezeichnungen: (1) Für k N bezeichnen wir die Funktionen t cos(kt) und t sin(kt) mit cos(k ) bzw. sin(k ). 2π (2) Für k N : α k := 1 π f(t) cos(kt)dt = 1 π Re(f e k). Für k N : β k := 1 2π π f(t) sin(kt)dt = 1 π Im(f e k), β :=. Definition f heißt gerade (bezüglich π) genau dann, wenn gilt: f(t) = f(2π t) für fast alle t [, 2π]. f heißt ungerade (bezüglich π) genau dann, wenn gilt: f(t) = f(2π t) für fast alle t [, 2π]. Satz 18.6 (Dieser Satz folgt aus 18.5 und etwas rechnen) Sei f L 2 R und n N. (1) S n f = α 2 + n k=1 (α k cos(k ) + β k sin(k )) (2) f 2 = α 2 + k=1 (α k cos(k ) + β k sin(k )) (3) 1 π f 2 2 = α2 2 + k=1 (α2 k + β2 k ) (Parsevalsche Gleichung) Insbesondere gilt: α k, β k (k ) (4) Ist f gerade, so sind alle β k = und α k = 2 π ist eine Cosinusreihe. Ist f ungerade, so sind alle α k = und β k = 2 π f ist eine Sinusreihe. π f(t) cos(kt)dt. Die Fourierreihe von f π f(t) sin(kt)dt. Die Fourierreihe von Beispiele: { 1, t π (i) f(t) := 1, π < t 2π 11
111 f ist ungerade, also α k = k N. Es ist β k = 2 π Damit: f 2 = 4 π j= sin((2j + 1) ) 2j + 1 π sin(kt)dt = {, k gerade 4 kπ, k ungerade. Beachte: (S n f)() = 1 = f() und (S n f)(2π) = 1 = f(2π). { t, t π (ii) f(t) := 2π t, π t 2π f ist gerade, das heißt β k = k N und α k = 2 π { π t cos(kt)dt, α = π., k gerade Für k 1 : α k = 4, k ungerade. πk 2 Damit: f 2 = π 2 4 π j= cos((2j + 1) ) (2j + 1) 2 Satz 18.7 Sei f L 2 und k Z (f b k) <. Dann: (1) Die Reihe k Z (f b k)b k (t) konvergiert auf [, 2π] absolut und gleichmäßig. Setzt man g(t) := k Z (f b k)b k (t) für t [, 2π], so ist g stetig, g() = g(2π) und f = g f.ü. auf [, 2π]. (2) Ist f stetig, so gilt f = g auf [, 2π], also: f(t) = k Z(f b k )b k (t) t [, 2π] Insbesondere: f() = f(2π) (1) f k (t) := (f b k )b k (t); f k (t) = (f b k ) b k (t) = 1 2π (f b k ) t [, 2π] k Z Aus Analysis I, 19.1(2) (Konvergenzkriterium von Weierstraß) folgt: Die Reihe in (1) konvergiert auf [, 2π] absolut und gleichmäßig. Aus Analysis I, 19.2 folgt: g ist stetig. Klar: g() = g(2π). s n (t) := f k (t) (n N, t [, 2π]). k n Aus 18.5 folgt: f s n 2 (n ). g s n (2) g s n 2π (n ) Also: g s n 2 (n ) Aus 16.5 folgt: f = g f.ü. (2) f = g f.ü. 18.3(3) = f = g auf [, 2π]. 111
112 18. Fourierreihen Satz 18.8 f L 2 R und die Folgen (α k) und (β k ) seien definiert wie im Abschnitt Reelle Version. Weiter gelte: k=1 α k < und k=1 β k <. Dann gelten die Aussagen in 18.7 für die Reihen in Satz 18.9 Sei f : [, 2π] C stetig differenzierbar und f() = f(2π). (1) Es ist (f b k ) = ik(f b k ) k Z (2) k Z (f b k) < (d.h.: die Voraussetzungen von 18.7 sind erfüllt) (1) (f b k ) = 1 2π 2π f (t)e ikt dt P.I. = 1 [ f(t)e ikt] 2π 1 2π 2π 2π = 1 2π (f(2π) f()) + ik(f b k ). f(t)( ik)e ikt dt (2) Setze σ n := k n (f b k) (n N ). Es genügt zu zeigen: (σ n ) ist beschränkt. Klar: σ n. σ n (f b ) = (f b k ) (1) = 1 (f b k ) k }{{} < k n < k n }{{} :=v k = = < k n ( ( 2 2 n k=1 k=1 u k v k CS-Ugl. u 2 k u 2 k ) 1 2 < k n :=u k < k n v 2 k 1 2 } {{ } 18.2(3) f 2 ) 1 2 f 2 u 2 k 1 2 < k n v 2 k 1 2 Beispiel (1) f sei wie im Beispiel (2) vor Es war: f 2 = π 2 4 π j= cos((2j + 1) ) (2j + 1) 2 ( α 2j+1 = ) 1 (2j + 1) 2, α 2j = 112
113 Aus 18.7 bzw folgt: Setzt man nun t =, folgt f(t) = π 2 4 π j= = π 2 4 π cos((2j + 1)t) (2j + 1) 2 t [, 2π] j= 1 (2j + 1) 2 und man erhält durch Umstellen eine Auswertung für diese eigentlich kompliziert wirkende Reihe: 1 (2j + 1) 2 = = π2 8 j= (dass diese Reihe konvergiert, ist eine einfache Übung aus Ana I; ihren Wert aber haben wir bislang noch nicht berechnet) (2) f(t) = (t π) 2 (t [, 2π]). f ist gerade bzgl. π, also ist β k =. Es ist { 2 α k = 3 π2, k = 4, k 1 k 2 (nachrechnen!) Also: Aus 18.9 bzw. 18.7(2) folgt: f 2 = π j=1 cos(j ) j 2 Setzt man nun t =, erhält man f(t) = π j=1 π 2 = π j 2, also j=1 cos(jt) j 2 t [, 2π] j=1 1 j 2 = π2 6 Damit erhält man z.b. auch j=1 1 (2j) 2 = 1 4 j=1 1 j 2 = π2 24 und damit ( 1) j+1 j 2 j=1 = ±... = π2 8 π2 24 = π
114
115 A Satz um Satz (hüpft der Has) Satz 1.4. Erzeuger der Borelschen σ-algebra auf R d Satz 1.5. Spuren und σ-algebren Satz 2.5. Fortsetzungssatz von Carathéodory Satz 2.6. Eindeutigkeitssatz Satz 2.1. Regularität des Lebesgue-Maßes Satz Satz von Vitali Satz 4.6. Satz von Beppo Levi (Version I) Satz 4.7. Satz von Beppo Levi (Version II) Satz 4.9. Charakterisierung der Integrierbarkeit Satz 5.5. Satz von Beppo Levi (Version III) Satz 6.2. Konvergenzsatz von Lebesgue (Majorisierte Konvergenz) Satz 9.1. Prinzip von Cavalieri Satz 1.1. Satz von Tonelli Satz 1.2. Satz von Fubini (Version I) Satz 1.3. Satz von Fubini (Version II) Satz Transformationssatz (Version I) Satz Transformationssatz (Version II) Satz Integralsatz von Gauß im R Satz Integralsatz von Stokes Satz Satz von Lebesgue (L p -Version) Satz Satz von Riesz-Fischer Satz Approximationssatz von Weierstraß
116
117 Stichwortverzeichnis A-B-messbar, 27 σ- Additivität, 14 Algebra, 9 Algebra, Borelsche, 11 Abgeschlossenheit, 11 Besselsche Ungleichung, 18 Borel σ-algebra, 11, 3 Mengen, 11 Nullmenge, 47 Chauchyfolge, 97 dicht, 12 Diffeomorphismus, 77 Dirac-Maß, 14 Disjunktheit, 7 Divergenz, 83 einfach, 34 Elementarvolumen, 17 Erzeuger, 1 für fast alle, 47 fast überall, 47 Figuren, 17 Fläche, 87 Flächeninhalt, 87 Flächenstück, 87 Fourier -koeffizient, 17 -reihe, 17 -sche Partialsumme, 17 gerade Funktion, 11 Halbraum, 11 Hilbertraum, 97 Inneres, 77 Integral, 42, 13 integrierbar, 42, 13 Intervall, 11 Kreuzprodukt, 83 Kugelkoordinaten, 81 Lebesgueintegral, 37, 38, 42 Lebesguemaß, 17, 21 Maß, 14 Dirac-, 14 endliches, 14 Punkt-, 14 Wahrscheinlichkeits-, 14 Zähl-, 14 Maßraum, 14 messbar, 28, 3, 13 Borel, 28 Funktion, 27 Raum, 27 Negativteil, 33 Normalenvektor, 87 Normalform, 34 Nullmenge, 47 Oberflächenintegral, 89 Offenheit, 11 orthogonal, 13 Orthonormalbasis, 15 Parameterbereich, 87 Polarkoordinaten, 79 Positivteil, 33 Potenzmenge, 7 Prähilbertraum, 97 Prämaß, 2 Punktmaß, 14 Raum messbarer, 27 Reihe 117
118 Stichwortverzeichnis unendliche, 1 Ring, 17 Rotation, 83 Rotationskörper, 65 Spur, 12 stetig, 1 Tangentialvektor, 83 Träger, 12 Treppenfunktion, 34 ungerade Funktion, 11 Ungleichung Cauchy-Schwarz, 92, 96 Hölder, 92 Minkowski, 92 Ungleichung Besselsche, 18 Wahrscheinlichkeitsmaß, 14 Zählmaß, 14 zulässig, 34, 85 Zylinderkoordinaten,
119 B Credits für Analysis III Abgetippt haben die folgenden Paragraphen: 1: σ-algebren und Maße: Rebecca Schwerdt, Peter Pan, Philipp Ost 2: Das Lebesguemaß: Rebecca Schwerdt, Philipp Ost 3: Messbare Funktionen: Rebecca Schwerdt, Philipp Ost 4: Konstruktion des Lebesgueintegrals: Rebecca Schwerdt, Philipp Ost, Peter Pan 5: Nullmengen: Rebecca Schwerdt, Jan Ihrens, Philipp Ost 6: Der Konvergenzsatz von Lebesgue: Philipp Ost, Jan Ihrens 7: Parameterintegrale: Jan Ihrens 8: Vorbereitungen: Jan Ihrens 9: Das Prinzip von Cavalieri: Jan Ihrens, Rebecca Schwerdt 1: Der Satz von Fubini: Jan Ihrens 11: Der Transformationssatz: Jan Ihrens, Rebecca Schwerdt 12: Vorbereitungen für die Integralsätze: Rebecca Schwerdt 13: Der Integralsatz von Gauß im R 2 : Benjamin Unger 14: Flächen im R 3 : Benjamin Unger 15: Der Integralsatz von Stokes: Philipp Ost 16: L p -Räume und L p -Räume: Philipp Ost, Rebecca Schwerdt, Peter Pan, Jan Ihrens 17: Das Integral im Komplexen: Peter Pan, Jan Ihrens 18: Fourierreihen: Jan Ihrens, Philipp Ost, Peter Pan 119
A. Maß- und Integrationstheorie
A. Maß- und Integrationstheorie Im folgenden sind einige Ergebnisse aus der Maß- und Integrationstheorie zusammengestellt, die wir im Laufe der Vorlesung brauchen werden. Für die Beweise der Sätze sei
4 Messbare Funktionen
4 Messbare Funktionen 4.1 Definitionen und Eigenschaften Definition 4.1. Seien X eine beliebige nichtleere Menge, M P(X) eine σ-algebra in X und µ ein Maß auf M. Das Paar (X, M) heißt messbarer Raum und
Ferienkurs in Maß- und Integrationstheorie
Zentrum Mathematik Technische Universität München Dipl. Math. Wolfgang Erb WS 9/ Übungsblatt Ferienkurs in Maß- und Integrationstheorie Aufgabe. (σ-algebren Sei eine Menge und A eine σ-algebra in. Seien
Lösungsvorschläge für das 5. Übungsblatt
Lösungsvorschläge für das 5. Übungsblatt Aufgabe 6 a) Sei = [0, ], f(x) := [e x ] für x. Hierbei ist [y] := maxk Z k y} für y. Behauptung: f ist messbar und es ist f(x) dx = 2 log 2. falls x [0, log 2),
Aufgaben zu Kapitel 0
Aufgaben zu Kapitel 0 0.1. Seien A und B zwei Mengen. Wie kann man paarweise disjunkte Mengen A 1, A 2 und A 3 so wählen, dass A 1 A 2 A 3 = A B gilt? 0.2. Seien E ein Menge und A eine Teilmengen von E.
Zusammenfassung der Lebesgue-Integrationstheorie
Zusammenfassung der Lebesgue-Integrationstheorie Das Lebesguesche Integral verallgemeinert das Riemannsche Integral. Seine Vorteile liegen für unsere Anwendungen vor allem bei den wichtigen Konvergenzsätzen,
KONSTRUKTION VON MASSEN
KONSTRUKTION VON MASSEN MARCUS HEITEL 1. Einleitung Wir wollen im Folgenden das Lebesguemaß konstruieren. Dieses soll die Eigenschaft λ ( [a, b = b a für a, b R besitzen. Nun ist ein Maß aber auf einer
Meßbare Funktionen. bilden die Grundlage der Integrationstheorie. Definition 24.1 :
24 Meßbare Funktionen bilden die Grundlage der Integrationstheorie. Definition 24. : Sei X eine beliebige Menge, Y ein topologischer Raum, λ ein Maß auf X. f : X Y heißt λ-messbar, falls f (Ω) λ-messbar
Lehrstuhl IV Stochastik & Analysis. Stochastik II. Wahrscheinlichkeitstheorie I. Skriptum nach einer Vorlesung von Hans-Peter Scheffler
Fachschaft Mathematik Uni Dortmund Lehrstuhl IV Stochastik & Analysis Stochastik II Wahrscheinlichkeitstheorie I Skriptum nach einer Vorlesung von Hans-Peter Scheffler Letzte Änderung: 26. November 2002
2. Integration. {x : f(x) <a+ 1 n }
9 2.1. Definition. 2. Integration in Maß ist eine nichtnegative, abzählbar additive Mengenfunktion. in Maßraum ist ein Tripel (X,,µ) bestehend aus einem messbaren Raum X mit der -lgebra und einem auf definierten
TECHNISCHE UNIVERSITÄT MÜNCHEN
Prof. Dr. D. Castrigiano Dr. M. Prähofer Zentralübung 38. Einschränkung eines Maßes TECHNISCHE UNIVERSITÄT MÜNCHEN Zentrum Mathematik Mathematik für Physiker 4 (Analysis 3) http://www.ma.tum.de/hm/ma9204
Metrische äußere Maße, Borel-Maße
Metrische äußere Maße, Borel-Maße Zum einen haben wir mit dem Fortsetzungssatz gesehen, dass man mit einem äußeren Maß (auf P(X) ) stets eine σ-algebra und ein Maß auf dieser bekommt. Liegt nun ein metrischer
Analysis III. Inhaltsverzeichnis. Martin Brokate. 1 Maße 1. 2 Das Lebesgue-Integral Normierte und metrische Räume 38
Analysis III Martin Brokate Inhaltsverzeichnis 1 Maße 1 2 Das Lebesgue-Integral 26 3 Normierte und metrische Räume 38 4 Konvergenzsätze und L p -Räume 48 5 Mehrfachintegrale, Satz von Fubini 63 6 Metrische
2 Allgemeine Integrationstheorie
2 Allgemeine Integrationstheorie In diesem Abschnitt ist (,S,µ) ein Maßraum, und wir betrachten R immer mit der σ Algebra B(R). Ziel ist es, messbare Funktionen f : R zu integrieren. Das Maß µ wird uns
Maßtheorie. Skript zur Vorlesung von Prof. Dr. Michael Kohler. Sommersemester 2005 und Wintersemester 2005/2006
Maßtheorie Skript zur Vorlesung von Prof. Dr. Michael Kohler Sommersemester 2005 und Wintersemester 2005/2006 1 1 Grundbegriffe der Maßtheorie Ziel: Konstruktion von Maßzahlen (wie z. B. Länge / Fläche
Stochastik I. Vorlesungsmitschrift
Stochastik I Vorlesungsmitschrift Ulrich Horst Institut für Mathematik Humboldt-Universität zu Berlin Inhaltsverzeichnis 1 Grundbegriffe 1 1.1 Wahrscheinlichkeitsräume..................................
Analysis 2. Vorlesungsausarbeitung zum SS von Prof. Dr. Klaus Fritzsche. Inhaltsverzeichnis
Bergische Universität Gesamthochschule Wuppertal Fachbereich Mathematik Analysis 2 Kapitel 3 Integrationstheorie Vorlesungsausarbeitung zum SS 2001 von Prof Dr Klaus Fritzsche Inhaltsverzeichnis 1 Maßtheorie
Lösung zu den Übungsaufgaben zur Lebesgueschen Integrationstheorie. Tobias Ried
Lösung zu den Übungsaufgaben zur Lebesgueschen Integrationstheorie Tobias Ried. März 2 2 Aufgabe (Messbarkeit der Komposition zweier Abbildungen). Seien (X, A), (Y, B) und (Z, C) Messräume und f : (X,
Maß- und Integrationstheorie
Maß- und Integrationstheorie Manuskript zur Vorlesung in SS26 Bálint Farkas [email protected] Inhaltsverzeichnis Einführung...................................................................
Meßbare Funktionen. Die angemessenen Abbildungen zwischen Meßräumen sind die meßbaren Funktionen.
Meßbare Funktionen Die angemessenen Abbildungen zwischen Meßräumen sind die meßbaren Funktionen. Definition. Seien (X, Ω 1 ) und (Y, Ω 2 ) Meßräume. Eine Abbildung f : X Y heißt Ω 1 -Ω 2 -meßbar oder kurz
Darstellungssatz von Riesz in vollständig regulären Räumen. Carina Pöll Wintersemester 2012
Darstellungssatz von Riesz in vollständig regulären Räumen Carina Pöll 0726726 Wintersemester 2012 Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 1 2 Definitionen und Resultate aus der Topologie 1 3 Der Darstellungssatz
Das Lebesgue-Maß im R p
Das Lebesgue-Maß im R p Wir werden nun im R p ein metrisches äußeres Maß definieren, welches schließlich zum Lebesgue-Maß führen wird. Als erstes definieren wir das Volumen von Intervallen des R p. Seien
2.6 Der Satz von Fubini
1 2.6 Der Satz von Fubini Unser Ziel ist der Beweis des folgenden Ergebnisses. 6.1. Satz von Fubini Sei f : R n+m R integrierbar. Dann gibt es eine Nullmenge N R m, so dass gilt: 1. Für alle y R m \ N
Analysis III Wintersemester 2003/2004. W. Ebeling
Analysis III Wintersemester 2003/2004 W. Ebeling 1 c Wolfgang Ebeling Institut für Algebraische Geometrie Leibniz Universität Hannover Postfach 6009 30060 Hannover E-mail: [email protected]
Existenz des Lebesgue-Borel-Maßes
A Existenz des Lebesgue-Borel-Maßes In diesem (nicht prüfungsrelevanten) Anhang tragen wir u.a. die Existenz des Lebesgue- Borel-Maßes nach. 52 Es empfiehlt sich, diesen Anhang erst nach Kapitel 5 zu lesen
Übungsblatt 5 zur Vorlesung Wahrscheinlichkeitstheorie
Dr. Christoph Luchsinger Übungsblatt 5 zur Vorlesung Wahrscheinlichkeitstheorie Allgemeine Masse Herausgabe des Übungsblattes: Woche 13, Abgabe der Lösungen: Woche 14 (bis Freitag, 16.15 Uhr), Besprechung:
Maßtheorie. Wie interpretiert man Volumenmessung? Ziel :
23 Maßtheorie Ziel : Entwicklung allgemeiner Konzepte, die es gestatten, z.b. Volumina und Oberflächen von Körpern R 3 sinnvoll zu definieren und zu berechnen; sinnvoll soll heißen : für den Einheitswürfel
Lösungen zu Übungsblatt 9
Analysis : Camillo de Lellis HS 007 Lösungen zu Übungsblatt 9 Lösung zu Aufgabe 1. Wir müssen einfach das Integral 16 (x + y d(x, y x +y 4 ausrechnen. Dies kann man einfach mittels Polarkoordinaten, da
1 falls x 2. falls x = 1 und. 0 falls x > 1. eine Lebesgue-integrierbare Majorante. Somit können wir den Satz von Lebesgue anwenden:
Lösungsvorschläge zur Klausur 045 Maß- und Integrationstheorie WS 205/6 Lösungsvorschlag zu Aufgabe Sei f n der Integrant 0 falls x > 2 und f n x) falls x 2. 3+sin 2n)+x x 4n Sein punktweiser Grenzwert
Grundlagen Mengenlehre, Maßtheorie
Grundlagen Mengenlehre, Maßtheorie 12. März 2011 1 Grundlagen der Mengenlehre - Rechnen mit Mengen Im folgenden bezeichnen wir mit P(X) die Menge aller Teilmengen von X, die sogenannte Potenzmenge von
ARBEITSUNTERLAGEN ZUR VORLESUNG UND ÜBUNG AN DER UNIVERSITÄT DES SAARLANDES MAß-, INTEGRATIONS-
ARBEITSUNTERLAGEN ZUR VORLESUNG UND ÜBUNG AN DER UNIVERSITÄT DES SAARLANDES MAß-, INTEGRATIONS- und WAHRSCHEINLICHKEITSTHEORIE im SS 2014 Übung Maß- und Integrationstheorie (SS 2014) 1 Aufgabe 1 (σ-algebra)
Kapitel 19. Das Lebesgue Maß σ Algebren und Maße
Kapitel 19 Das Lebesgue Maß 19.1 σ Algebren und Maße 19.2 Das äußere Lebesgue Maß 19.3 Das Lebesgue Maß 19.4 Charakterisierungen des Lebesgue Maßes 19.5 Messbare Funktionen 19.1 σ Algebren und Maße Wir
1.3 Zufallsvariablen
1.3 Zufallsvariablen Beispiel Irrfahrt zwischen drei Zuständen Start in G bei t = 0, Zeithorizont T N Grundraum σ-algebra Ω = {ω = (ω 0, ω 1,..., ω T ) {G, R, B} T +1, ω 0 = G} Wahrscheinlichkeitsmaß P
Skript zur Vorlesung. Mass und Integral. Urs Lang. Sommersemester 2005 ETH Zürich
Skript zur Vorlesung Mass und Integral Urs Lang Sommersemester 2005 ETH Zürich Version vom 12. September 2006 Literatur [Rudin] W. Rudin, Real and Complex Analysis, Third Edition. McGraw-Hill Book Co.,
Maße auf Produkträumen
Maße auf Produkträumen Es seien (, Ω 1 ) und (X 2, Ω 2 ) zwei Meßräume. Wir wollen uns zuerst überlegen, wie wir ausgehend davon eine geeignete σ-algebra auf X 2 definieren können. Wir betrachten die Menge
Lebesgue-Integral und L p -Räume
Lebesgue-Integral und L p -Räume Seminar Integraltransformationen, WS 2012/13 1 Treppenfunktionen Grundlage jedes Integralbegriffs ist das geometrisch definierte Integral von Treppenfunktionen. Für A R
Kurzskript zur Maßtheorie (Teil der Vorlesung Analysis III, Wintersemester 2010/11, gehalten von D. Grieser)
Kurzskript zur Maßtheorie (Teil der Vorlesung Analysis III, Wintersemester 2010/11, gehalten von D. Grieser) 13. Januar 2011 Inhaltsverzeichnis Vorwort..................................................
Reelle Analysis. Vorlesungsskript. Enno Lenzmann, Universität Basel. 11. Oktober 2013
Reelle Analysis Vorlesungsskript Enno Lenzmann, Universität Basel 11. Oktober 2013 3 Fortsetzung von Prämassen zu Massen Der Begriff des Prämasses ist nicht ausreichend, um eine geschmeidige Integrationstheorie
10 Der Satz von Fubini
er Satz von Fubini ie Bezeichnungen seien wie in den Paragraphen 8 und 9. Satz. (Satz von Tonelli Es sei f : d [, + ] messbar. (Aus 8 folgt dann, dass f, f y messbar sind, wobei klar ist, dass f, f y sind.
Höhere Analysis. dω = Reiner Lauterbach. Vorlesung. Universität Hamburg, WS 2015/2016
Höhere Analysis Vorlesung Reiner Lauterbach M dω = M ω Universität Hamburg, WS 2015/2016 ii Inhaltsverzeichnis 12 Integration im R n 5 12.1 Mengenalgebren............................ 6 12.2 Inhalt und
9. Übung zur Maß- und Integrationstheorie, Lösungsskizze Aufgaben
9. Übung zur aß- und Integrationstheorie, Lösungsskizze Aufgaben A 50 (Eine Flächenberechnung mit dem Cavalierischen Prinzip). Es seien a, b > 0 und : { (x, y) R 2 : (x/a) 2 + (y/b) 2 1 }. (a) Skizzieren
Absolute Stetigkeit von Maßen
Absolute Stetigkeit von Maßen Definition. Seien µ und ν Maße auf (X, Ω). Dann heißt ν absolut stetig bezüglich µ (kurz ν µ ), wenn für alle A Ω mit µ(a) = 0 auch gilt dass ν(a) = 0. Lemma. Sei ν ein endliches
x, y 2 f(x)g(x) dµ(x). Es ist leicht nachzuprüfen, dass die x 2 setzen. Dann liefert (5.1) n=1 x ny n bzw. f, g = Ω
5. Hilberträume Definition 5.1. Sei H ein komplexer Vektorraum. Eine Abbildung, : H H C heißt Skalarprodukt (oder inneres Produkt) auf H, wenn für alle x, y, z H, α C 1) x, x 0 und x, x = 0 x = 0; ) x,
Maß- und Wahrscheinlichkeitstheorie
Skript zur Vorlesung Maß- und Wahrscheinlichkeitstheorie Robert Hable Christina Schneider Paul Fink * Wintersemester 2014/15 LMU München Institut für Statistik * Originalfassung Kapitel 1-10: Robert Hable
ε δ Definition der Stetigkeit.
ε δ Definition der Stetigkeit. Beweis a) b): Annahme: ε > 0 : δ > 0 : x δ D : x δ x 0 < δ f (x δ f (x 0 ) ε Die Wahl δ = 1 n (n N) generiert eine Folge (x n) n N, x n D mit x n x 0 < 1 n f (x n ) f (x
Analysis I. Guofang Wang Universität Freiburg
Universität Freiburg 30.11.2016 5. Teilmengen von R und von R n Der R n ist eine mathematische Verallgemeinerung: R n = {x = (x 1,..., x n ) : x i R} = } R. {{.. R }. n mal Für x R ist x der Abstand zum
Vorlesungsskript,,Integrationstheorie
Vorlesungsskript,,Integrationstheorie Christoph Kühn aktuelle Version: 15. Februar 2013 Das Skript wird parallel zur Vorlesung im Wintersemester 2012/13 aufgebaut, Hinweise auf Fehler sind sehr willkommen.
5 Stetigkeit und Differenzierbarkeit
5 Stetigkeit und Differenzierbarkeit 5.1 Stetigkeit und Grenzwerte von Funktionen f(x 0 ) x 0 Graph einer stetigen Funktion. Analysis I TUHH, Winter 2006/2007 Armin Iske 127 Häufungspunkt und Abschluss.
3 Messbare Funktionen
3. Messbare Funktionen 1 3 Messbare Funktionen Sei (, A, µ) ein beliebiger Maßraum. Definition. ine Funktion f : R = [, + ] heißt messbar (bezüglich A), falls die Menge {f < c} = {x : f(x) < c} = f 1 ([,
Serie 2 Lösungsvorschläge
D-Math Mass und Integral FS 214 Prof. Dr. D. A. Salamon Serie 2 Lösungsvorschläge 1. Seien folgende Mengen gegeben: und für a, b R R := [, ] := R {, }, (a, ] := (a, ) { }, [, b) := (, b) { }. Wir nennen
Erwartungswert als Integral
Erwartungswert als Integral Anton Klimovsky Gemischte ZVen, allgemeine ZVen, Erwartungswert für allgemeine ZVen, Lebesgue-Integral bzgl. WMaß, Eigenschaften des Integrals, Lebesgue-Maß, Lebesgue-Integral
4 Fehlerabschätzungen und Konvergenz der FEM
4 Fehlerabschätzungen und Konvergenz der FEM 4 Fehlerabschätzungen und Konvergenz der FEM 153 Es sei V der Lösungsraum und V N V ein endlich dimensionaler Unterraum. Weiters sei u V die exakte Lösung und
Misterlösung zur Klausur zur Vorlesung Analysis I, WS08/09, Samstag, (Version C)
Misterlösung zur Klausur zur Vorlesung Analysis I, WS08/09, Samstag, 14..009 (Version C Vokabelbuch In diesem Teil soll getestet werden, inwieweit Sie in der Lage sind, wichtige Definitionen aus der Vorlesung
Zusammenfassung Analysis 2
Zusammenfassung Analysis 2 1.2 Metrische Räume Die Grundlage metrischer Räume bildet der Begriff des Abstandes (Metrik). Definition 1.1 Ein metrischer Raum ist ein Paar (X, d), bestehend aus einer Menge
Vorlesung Mathematik für Ingenieure (WS 11/12, SS 12, WS 12/13)
1 Vorlesung Mathematik für Ingenieure (WS 11/12, SS 12, WS 12/13) Kapitel 5: Konvergenz Volker Kaibel Otto-von-Guericke Universität Magdeburg (Version vom 15. Dezember 2011) Folgen Eine Folge x 0, x 1,
Vorlesung Mathematik für Ingenieure I (Wintersemester 2007/08)
1 Vorlesung Mathematik für Ingenieure I (Wintersemester 2007/08) Kapitel 4: Konvergenz und Stetigkeit Volker Kaibel Otto-von-Guericke Universität Magdeburg (Version vom 22. November 2007) Folgen Eine Folge
Maß & Integral de Gruyter Lehrbuch, Berlin 2015 ISBN:
Maß & Integral de Gruyter Lehrbuch, Berlin 205 ISBN: 978 3 03484 9 Lösungshandbuch René L. Schilling & Franziska Kühn Dresden, Januar 205 Diese Version: Februar 206 R.L. Schilling: Maß & Integral Dank.
Analysis 3. Vorlesungsskript Wintersemester 2011/12. Bernd Schmidt. Version vom 16. Februar 2012
Analysis 3 Vorlesungsskript Wintersemester 2011/12 Bernd Schmidt Version vom 16. Februar 2012 Institut für Mathematik, Universität Augsburg, Universitätsstr. 14, 86135 Augsburg, [email protected]
Stetige Funktionen. Definition. Seien (X, d) und (Y, D) metrische Räume und f : X Y eine Abbildung. i) f heißt stetig in x 0 (x 0 D(f)), wenn
Stetige Funktionen Eine zentrale Rolle in der Analysis spielen Abbildungen f : X Y, wobei X und Y strukturierte Mengen sind (wie z.b. Vektorräume oder metrische Räume). Dabei sind i.a. nicht beliebige
Wahrscheinlichkeitstheorie und Maßtheorie
KAPITEL 7 Wahrscheinlichkeitstheorie und Maßtheorie 7.1. Vorüberlegungen Die folgenden drei Beispiele sind Spezialfälle des Oberbegriffs Maß. Beispiel 7.1.1 (Verteilung der Ladung oder der Masse). Man
1 Konvergenz im p ten Mittel
Konvergenz im p ten Mittel 1 1 Konvergenz im p ten Mittel In diesem Paragraphen werden zunächst in Abschnitt 1.1 die L p Räume eingeführt. Diese erweisen sich als vollständige, lineare Räume über R. In
Skriptbausteine zur Vorlesung Maßtheorie
Skriptbausteine zur Vorlesung Maßtheorie Vorlesender: Prof. Dr. Bernd Hofmann Der folgende Text soll die Nacharbeit der Vorlesung erleichtern und dabei an Definitionen, Sätze und Beispiele erinnern. Das
Lösungsvorschlag zur Übungsklausur zur Analysis I
Prof. Dr. H. Garcke, Dr. H. Farshbaf-Shaker, D. Depner WS 8/9 NWF I - Mathematik 9..9 Universität Regensburg Lösungsvorschlag zur Übungsklausur zur Analysis I Frage 1 Vervollständigen Sie die folgenden
Maßtheoretische Konzepte der Stochastik
Maßtheoretische Konzepte der Stochastik Sommersemester 2016 Mathias Trabs Universität Hamburg 17. November 2016 Inhaltsverzeichnis 1 Wozu brauchen wir Maßtheorie? in Beispiel. 2 2 σ-algebren und Maße 4
10 Aus der Analysis. Themen: Konvergenz von Zahlenfolgen Unendliche Reihen Stetigkeit Differenzierbarkeit
10 Aus der Analysis Themen: Konvergenz von Zahlenfolgen Unendliche Reihen Stetigkeit Differenzierbarkeit Zahlenfolgen Ein unendliche Folge reeller Zahlen heißt Zahlenfolge. Im Beispiel 2, 3, 2, 2 2, 2
Maß- und Integrationstheorie
Maß- und Integrationstheorie Klaus Ritter Kaiserslautern, SS 2014 Literatur Insbesondere J. Elstrodt, Maß- und Integrationstheorie, Springer, Berlin, 1. Auflage 1996, 7. Auflage 2011. Vorkenntnisse Grundlagen
Fraktale Geometrie. 9: Metrische äußere Maße II. Universität Regensburg Sommersemester Daniel Heiß:
Universität Regensburg Sommersemester 013 Daniel Heiß: 9: Metrische äußere Maße II I Das mehrdimensionale Lebesguemaß 1.1 Definition (i) Für reelle Zahlen a b, c d ist ein Rechteck im R die Menge R = a,
Der Satz von Lusin. Markus Schuster Juni 2012 Universita t Ulm
Der Satz von Lusin Markus Schuster 29-30 Juni 2012 Universita t Ulm Maßtheorie Seminar 2012 Seite 2 Der Satz von Lusin Markus Schuster 29-30 Juni 2012 Inhaltsverzeichnis Motivation Definitionen Der Satz
Wichtige Klassen reeller Funktionen
0 Wichtige Klassen reeller Funktionen Monotone Funktionen sind i.a. unstetig, aber man kann etwas über das Grenzwertverhalten aussagen, wenn man nur einseitige Grenzwerte betrachtet. Definition 0. : Sei
Analysis II (FS 2015): MEHRFACHE INTEGRALE
Analysis II (FS 2015): MEHRFACHE INTEGRALE Dietmar A. Salamon ETH-Zürich 27. April 2015 Zusammenfassung Das Ziel dieses Manuskriptes ist es, das Riemannsche Integral einer Funktion von mehreren Variablen
σ-algebren, Definition des Maßraums
σ-algebren, Definition des Maßraums Ziel der Maßtheorie ist es, Teilmengen einer Grundmenge X auf sinnvolle Weise einen Inhalt zuzuordnen. Diese Zuordnung soll so beschaffen sein, dass dabei die intuitiven
Einführung und Grundlagen
Kapitel 1 Einführung und Grundlagen Generelle Notation: Ω, A, P sei ein W-Raum im Hintergrund nie weiter spezifiziert Die betrachteten Zufallsvariablen seien auf Ω definiert, zb X : Ω, A M, A, wobei M,
Maßtheorie für Partielle Differentialgleichungen
Maßtheorie für Partielle Differentialgleichungen Ben Schweizer TU Dortmund Material für das Sommersemester 2016 Version vom 9.8.2016 Inhaltsverzeichnis I. Allgemeine Maßtheorie 7 1. Maßräume 8 1.1. Definitionen
Musterlösung. Aufgabe 1 a) Die Aussage ist falsch. Ein Gegenbeispiel ist die Funktion f : [0, 1] R, die folgendermaßen definiert ist:
Musterlösung Aufgabe a) Die Aussage ist falsch. Ein Gegenbeispiel ist die Funktion f : [, ] R, die folgendermaßen definiert ist: f(x) := { für x R \ Q für x Q f ist offensichtlich beschränkt. Wir zeigen,
Maß und Integral I und II. SS 2004 und WS 2004/05
Maß und Integral I und II SS 2004 und WS 2004/05 Vorlesung von Priv.-Doz. Dr. J. Dippon unter Verwendung einer Vorlesung von Prof. Dr. H. Walk im SS 2003 Inhaltsverzeichnis Bezeichnungen 3 1 Grundbegriffe
Topologische Grundbegriffe I. 1 Offene und Abgeschlossene Mengen
Topologische Grundbegriffe I Vortrag zum Proseminar Analysis, 26.04.2010 Nina Neidhardt und Simon Langer Im Folgenden soll gezeigt werden, dass topologische Konzepte, die uns schon für die Reellen Zahlen
I Grundbegriffe 1 1 Wahrscheinlichkeitsräume Bedingte Wahrscheinlichkeiten und Unabhängigkeit Reellwertige Zufallsvariablen...
Inhaltsverzeichnis I Grundbegriffe 1 1 Wahrscheinlichkeitsräume......................... 1 2 Bedingte Wahrscheinlichkeiten und Unabhängigkeit........... 7 3 Reellwertige Zufallsvariablen........................
(c) (a) X ist abgeschlossen. X = A,wobeiderDurchschnittüberalleabgeschlossenenMengengebildet wird, die X enthalten. (d) (e)
27 15. Metrische Räume Mit Hilfe einer Norm können wir den Abstand x y zweier Punkte x, y messen. Eine Metrik ist eine Verallgemeinerung dieses Konzepts: 15.1. Metriken. Es sei M eine beliebige Menge.
8 1. GEOMETRIE DIFFERENZIERBARER MANNIGFALTIGKEITEN
8 1. GEOMETRIE DIFFERENZIERBARER MANNIGFALTIGKEITEN (vi) Konvergenz von Folgen ist in topologischen Räumen folgendermaßen definiert: Ist (a n ) M eine Folge, so heißt sie konvergent gegen a M, wenn es
Analysis I - Stetige Funktionen
Kompaktheit und January 13, 2009 Kompaktheit und Funktionengrenzwert Definition Seien X, d X ) und Y, d Y ) metrische Räume. Desweiteren seien E eine Teilmenge von X, f : E Y eine Funktion und p ein Häufungspunkt
Notizen zur Vorlesung. Analysis III. G. Sweers
Notizen zur Vorlesung Analysis III G. Sweers Wintersemester 2-2 ii Inhaltsverzeichnis Teilmengen und Strukturen. Topologie, Metrik und Norm...........................2 Basis und Produkt bei Topologien.......................
4 Fehlerabschätzungen und Konvergenz der FEM
4 Fehlerabschätzungen und Konvergenz der FEM 4 Fehlerabschätzungen und Konvergenz der FEM 153 Es sei V der Lösungsraum und V N V ein endlich dimensionaler Unterraum. Weiters sei u V die exakte Lösung und
9 Metrische und normierte Räume
9 Metrische und normierte Räume Idee: Wir wollen Abstände zwischen Punkten messen. Der Abstand soll eine reelle Zahl 0 sein (ohne Dimensionsangabe wie Meter...). 9.1 Definition Sei X eine Menge. Eine Metrik
Definition 3.1. Sei A X. Unter einer offenen Überdeckung von A versteht man eine Familie (U i ) i I offener Mengen U i X mit U i
3 Kompaktheit In der Analysis I zeigt man, dass stetige Funktionen f : [a, b] R auf abgeschlossenen, beschränkten Intervallen [a, b] gleichmäßig stetig und beschränkt sind und dass sie ihr Supremum und
Vorlesungen Analysis von B. Bank
Vorlesungen Analysis von B. Bank vom 23.4.2002 und 26.4.2002 Zunächst noch zur Stetigkeit von Funktionen f : D(f) C, wobei D(f) C. (Der Text schliesst unmittelbar an die Vorlesung vom 19.4.2002 an.) Auf
30 Metriken und Normen
31 Metriken und Normen 153 30 Metriken und Normen Lernziele: Konzepte: Metriken, Normen, Skalarprodukte, Konvergenz von Folgen Frage: Versuchen Sie, möglichst viele verschiedene Konvergenzbegriffe für
Lösung zu Kapitel 5 und 6
Lösung zu Kapitel 5 und 6 (1) Sei f eine total differenzierbare Funktion. Welche Aussagen sind richtig? f ist partiell differenzierbar f kann stetig partiell differenzierbar sein f ist dann immer stetig
3 Das n-dimensionale Integral
3 Das n-dimensionale Integral Ziel: Wir wollen die Integrationstheorie für f : D R n R entwickeln. Wir wollen den Inhalt (beziehungsweise das Maß ) M einer Punktmenge des R n definieren für eine möglichst
Universität Ulm Abgabe: Mittwoch,
Universität Ulm Abgabe: Mittwoch, 8.5.23 Prof. Dr. W. Arendt Jochen Glück Sommersemester 23 Punktzahl: 36+4* Lösungen Halbgruppen und Evolutionsgleichungen: Blatt 2. Sei X ein Banachraum und (T (t)) t
2 Folgen und Reihen. 2.1 Folgen in C Konvergenz von Folgen. := f(n)
2 Folgen und Reihen 2.1 Folgen in C 2.1.1 Konvergenz von Folgen Eine Folge komplexer Zahlen ist eine Funktion f : N C. Mit a n schreibt man (a n ) n=1, (a n ) oder auch a 1, a 2,.... := f(n) (a n ) heißt
Grundstudium Mathematik. Analysis III. Bearbeitet von Herbert Amann, Joachim Escher
Grundstudium Mathematik Analysis III Bearbeitet von Herbert Amann, Joachim Escher Neuausgabe 2008. Taschenbuch. xii, 480 S. Paperback ISBN 978 3 7643 8883 6 Format (B x L): 17 x 24 cm Gewicht: 960 g Weitere
Lösungen der Übungsaufgaben von Kapitel 3
Analysis I Ein Lernbuch für den sanften Wechsel von der Schule zur Uni 1 Lösungen der Übungsaufgaben von Kapitel 3 zu 3.1 3.1.1 Bestimmen Sie den Abschluss, den offenen Kern und den Rand folgender Teilmengen
Konvergenz im quadratischen Mittel und die Parsevelsche Gleichung
Konvergenz im quadratischen Mittel und die Parsevelsche Gleichung Skript zum Vortrag im Proseminar Analysis bei Dr. Gerhard Mülich Christian Maaß 6.Mai 8 Im letzten Vortrag haben wir gesehen, dass das
Mathematik III. Vorlesung 74. Folgerungen aus dem Satz von Fubini. (( 1 3 x3 1 2 x2 y +2y 3 x) 1 2)dy. ( y +2y y +4y3 )dy
Prof. Dr. H. Brenner Osnabrück WS 2010/2011 Mathematik III Vorlesung 74 Folgerungen aus dem Satz von Fubini Beispiel 74.1. Wir wollen das Integral der Funktion f :R 2 R, (x,y) x 2 xy +2y 3, über dem Rechteck
Regulär variierende Funktionen
KAPITEL 4 Regulär variierende Funktionen Unser nächstes Ziel ist es, die Max-Anziehungsbereiche der Extremwertverteilungen zu beschreiben. Dies wird im nächsten Kapitel geschehen. Wir haben bereits gesehen,
