Thoraxzentrum Ruhrgebiet

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1 Thoraxzentrum Ruhrgebiet Pneumologie und Infektologie Schlaf- und Beatmungsmedizin Chefarzt Prof. Dr. Santiago Ewig Ltd. Oberärztin der Schlaflabore: Dr. Martina Neddermann

2 Dr. Martina Neddermann Fachärztin für Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Nephrologie, Schlafmedizin, Hypertensiologin, Somnologin

3 Standorte Augusta-Kranken- Anstalt Bochum 3 Plätze Ev. Krankenhaus Herne-Eickel 8 Plätze Ev. Krankenhaus Castrop-Rauxel 3 Plätze Chefarzt Prof. Dr. Santiago Ewig Chefarzt Dr. Jürgen Jahn

4 Standorte (private) Plätze Chefarzt Prof. Dr. med. Stefan Krüger

5 Interdisziplinäre Behandlung Adipositas- Zentrum NRW Hausärzte Neurologen HNO-Ärzte Nephrologen Pneumologen Kardiologen

6 Adipositas

7 Schlaf Was ist Schlaf? Was stört den Schlaf? Was ist guter und gesunder Schlaf?

8 Chronobiologie gr. χρόνος chrónos Zeit ; Biologie = Lehre von der belebten Natur untersucht die zeitliche Organisation physiologischer Prozesse und wiederholter Verhaltensmuster von Organismen Für diese Organisation spielen Rhythmen eine große Rolle. Ein biologischer Rhythmus wird häufig endogen von einem schwingenden Teilsystem des Organismus erzeugt, der sogenannten inneren Uhr. Durch exogene (äußere) Einflüsse, die sogenannten biologischen Zeitgeber, wird seine Taktlänge an Veränderungen in der Umgebung angepasst, zum Beispiel an den zeitlich schwankenden Tag-Nacht-Zyklus. Wikipedia

9 Spektrum kompakt

10 Schlafdauer im 21. Jahrhundert: Ständiger Rückgang der Schlafdauer in den Industrienationen durch z.b. Licht Industrialisierung mit Nachtarbeit 24h-Unterhaltungsangebote (TV, Internet) 40% der US-Amerikaner schlafen weniger als 7 Stunden/Tag. National Sleep Foundation: 2005 sleep in America Poll

11 Funktion des Schlafes Im Schlaf wird nicht nur die Müdigkeit abgebaut! Der Schlaf ist ein Zustand, in dem sich der Organismus erholt und regeneriert. Ausreichende Schlafmenge und gute Schlafqualität sind daher wichtig für die allgemeine Gesundheit! Kreislauf, Atmung und viele andere vegetative Funktionen sind im normalen Schlaf auf einen ökonomischen Modus umgestellt, welcher diese Erholungsfunktion unterstützt! Qualitativ guter Schlaf unterstützt das Gedächtnis und die psychische Stabilität!

12 Der Schlafzyklus

13 Wieviel Schlaf brauchen wir? Kleine Kinder schlafen ca. 15 Stunden Kinder und Jugendliche schlafen 8-10 Stunden Die meisten Erwachsenen schlafen 7-8 Stunden

14 Wieviel Schlaf brauchen wir? Wir schlafen durchschnittlich eine Stunde weniger als unsere Großeltern. Viele Menschen schlafen weniger, als sie benötigen Schlafdeprivation ist häufig

15 Schlafmangel führt zu Benommenheit Schlechterer Stimmung Schlechterem Gedächtnis Schlechteren Entscheidungen Schlechterem Lernerfolg Mehr Unfällen Mehr Appetit Verändertem Gewichtsverlust Schlechterem Aussehen

16 Die Rolle des Hausarztes Die häufigsten Schlafstörungen sind: Ein- und Durchschlafprobleme -> Arbeitsdiagnosen Insomnie, Schlafmangel Schlafbezogene Atmungsstörungen -> Arbeitsdiagnose Schlafapnoe

17 Wittchen HU, et al.fortschr Med Orig. 2001;119(1):9-19 SAS-2000 Studie (Nationwide Insomnia Sreening and Awareness Study) Patienten in 539 Allgemeinarztpraxen nach Schlafproblemen befragt: 42% der Erwachsenen haben gelegentlich Schlafstörungen 27% haben eine behandlungsbedürftige Insomnie Schlafstörung dritthäufigster Konsultationsanlass in der Allgemeinarzt-Praxis (12,3% der Patienten)

18 Leitsymptome: Müder Patient / Leistungsfähigkeit 1) Schnarchender Patient 2) Ein- und Durchschlafstörungen 3) Atemaussetzer 4) Depressionen 5) Unruhige /kribbelnde Beine

19 Schlafmangel und Adipositas

20 Schlafdauer und Stoffwechsel Eine kurze Schlafdauer ist vergesellschaftet mit: Metabolischen Veränderungen (Grehlin, Leptin) Insulinresistenz Erhöhtem Diabetes-Risiko Erhöhter Gewichtszunahme Erhöhtem Auftreten einer Adipositas A. Pack; Annu. Rev. Med :

21 Wenig Schlaf, großer Hunger Wer weniger als 5 Stunden schläft, hat eine 1,5 höhere Wahrscheinlichkeit für Diabetes und Adipositas (Nurses Health Study) Schlafmangel (nur 5,6 Stunden) und gestörter Schlaf führen zu einem Absenken des Grundumsatzes (5 kg Zunahme pro Jahr) Buxton et al 2012 Schlafentzug erhöht das Diabetesrisiko Dr. Sebastian Schmid, Uni Lübeck Sci Transl Med 11 April 2012: Vol. 4, Issue 129, p. 129ra43

22 Wenig Schlaf, großer Hunger

23 Schlafbezogene Atmungsstörungen

24 Schlafapnoe und Gewicht Übergewicht ist vergesellschaftet mit schlafbedingten Atmungsstörungen. Eine mit 690 Teilnehmern durchgeführte Studie zeigte deutlich, dass sich Gewichtsänderungen direkt auf den Schweregrad der Schlafapnoe auswirken. So führte eine Gewichtszunahme von 10 % zu einem 6-fach erhöhten Risiko, eine mittelschwere bis schwere Atmungsstörung zu entwickeln. JAMA 2000 (20. Dezember); 284: Longitudinal study of moderate weight change and sleep-disordered breathing. Peppard PE, Young T, Palta M et al.)

25 Übergewicht ist ein starker Risikofaktor bei obstruktiver Schlafapnoe neben Alkoholkonsum, Rauchen, Nasenatmungsbehinderung, Östrogenabbau Gewichtsabnahme ist die einzige Interventionsstrategie, die evidenzbasiert ist (Young et al 2002) Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom tritt bei % bei Männern und % bei Frauen auf (Young et al 2002) Prävalenz nimmt im mittleren Alter zu

26 70 % der Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe sind übergewichtig Malhotra et al 2002 Prävalenz von obstruktiver Schlafapnoe bei Übergewichtigen liegt bei 40 % Young et al 2002 BMI > 30 : 26 % AHI > % AHI > 5 BMI > 40: 33 % AHI > 15 Valencia-Flores % AHI > 5

27 Wechselwirkungen Obstruktive Schlafapnoe Adipositas verminderte Alltagsbewegung, Ausdauersport, reduzierter Energiestoffwechsel, geringe Motivation Depressionsneigung

28

29 Schlafbezogene Atmungsstörungen Flow Thorax OSA Abdomen SaO % 70 Flow Thorax CSR Abdomen SaO % sec

30 Non-REM- und REM-Schlaf

31 Der Schlafzyklus

32 Zerstörte Schlafarchitektur

33 Beschwerdebild bei Schlafstörungen Chronische Schlafstörung Nächtliche Beschwerden u.a. Ein- und Durch-schlafstörung. Luftnot. Starkes Schwitzen. Angst. Beschwerden am Tage u.a. Müdigkeit, Schläfrigkeit. Verstimmung. Körperliches Leistungstief. Bluthochdruck.

34 Das Schlafapnoesyndrom Kollapsneigung Atempumpe

35 Begünstigende Faktoren für OSAS Anatomie der oberen Luftwege Übergewicht > 70% Alter, Geschlecht, familiäre Disposition, ethnische Zugehörigkeit Genussmittel (Alkohol, Nikotin) Medikamente Körperlage Verschiedene Grunderkrankungen + Schlaf!!!

36 Obstruktive Apnoe 1 min

37 Obstruktive Hypopnoe 1 min

38 Obstruktives Schlafapnoesyndrom Nachts Bluthochdruck. Luftnot, Herzrhythmusstörungen. Schwitzen, motorische Unruhe. Berichtete Atempausen. Schwitzen, motorische Unruhe. Am Tag Bluthochdruck am Tage. Morgendlicher Kopfschmerz. Konzentrationsprobleme. Müdigkeit, Schläfrigkeit. Morgendliche Mundtrockenheit.

39 Schlaf-bezogene Atmungsstörungen (SBAS) Klinisches Spektrum SBAS mit Obstruktion der oberen Atemwege Gutartiges Schnarchen Obstruktives Schnarchen Obstruktives Schlaf-Apnoe Syndrom ( AHI > 10/h) SBAS ohne Obstruktion der oberen Atemwege Zentrales Schlaf-Apnoe Syndrom Cheyne-Stokes-Atmung

40 Obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom (OSAS) Prävalenz im mittleren Alter (40-50 J.) AHI > 5: Männer 24% Frauen 9% OSAS : Männer 4% Frauen 2% (N Engl J Med 1993;328:1230-5) Risikofaktoren für ein OSAS: -Männliches Geschlecht (Arch Int Med 2002;162: ) -Alter -BMI (Halsumfang, Taille) -Schnarchen -Rauchen (JAMA 2003;289: )

41 Positiver prädiktiver Wert von Anamnese und klinischem Befund beim obstruktiven Schlafapnoesyndrom Nachtsymptomatik ca. 50% Tagessymptomatik ca. 60% Klinische Untersuchung ca. 55% Fazit: Anamnese und klinischer Befund allein sind nicht hinreichend für die Diagnosestellung, sie müssen durch eine Untersuchung der nächtlichen Atmung ergänzt werden.

42 Video obstruktives SAS Schlaf = 30% der Lebenszeit!

43 Therapiemöglichkeiten:

44 Unser schlägt für. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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