Mehran Zolfagharieh Politikwissenschaftliche Forschungsreihe Band 21 Indien: Postkoloniale Demokratie Entstehung, Theorie, Stabilität Studienarbeit
Universität Potsdam Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Professur für Vergleichende Politikwissenschaft Indien: Postkoloniale Demokratie - Entstehung, Theorie, Stabilität Seminararbeit zum Vertiefungsseminar Vergleichende Demokratieforschung im WS 2010/2011 eingereicht von: Zolfagharieh, Mehran
Inhaltsverzeichnis Einleitung... 3 1. Definition und Abgrenzung von Demokratien und autoritären Regimen... 4 2. Die ökonomischen Theorien der Demokratisierung... 5 2.1 Die klassische Modernisierungstheorie... 5 2.2 Przeworskis Survival Story... 7 2.3 Das Demokratisierungsmodell nach Boix... 8 3. Die innenpolitische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung Indiens... 11 3.1 Die innenpolitische Entwicklung Indiens... 11 3.2 Die gesellschaftliche Entwicklung Indiens... 13 3.3 Die wirtschaftliche Entwicklung seit 1947... 14 4. Anwendung der Theorien auf die indische Demokratie... 16 4.1 Die Anwendung der klassischen Modernisierungstheorie und der Survival Story... 16 4.2 Die Anwendung der modifizierten Modernisierungstheorie von Carles Boix... 17 5. Fazit... 18 Anhänge... 24 Literaturverzeichnis... 27 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Klassische Modernisierungstheorie... 24 Abbildung 2: Verhältnis der Demokratie an verschiedenen Ebenen der Wohlfahrt von 1950-1990... 24 Abbildung 3: Vermutete Möglichkeit eines Regimewechsels mit steigendem Wohlstand.. 25 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Implikationen der Modernisierungstheorie und Survival Story... 26 Tabelle 2: GDP in Indien von 1950 bis 2005... 26 2
Einleitung Mit der Erlangung der Unabhängigkeit am 15. August 1947 endete nach knapp 200 Jahren die Kolonialherrschaft über Indien, wobei Indien nicht nur die größte, sondern auch die wichtigste Kolonie des britischen Empire war. In Folge eines gewaltfreien Widerstandes gegen die Kolonialherrschaft, angeführt durch Mahatma Gandhi, wurde die Kolonie Indien in das heutige Indien, West-Pakistan (heutiges Pakistan) und Ost-Pakistan (heutiges Bangladesch) geteilt. Im gleichen Atemzug begann das Experiment Demokratie in diesem neuen Indien in einer agrarischen Gesellschaft, das nicht nur wegen der Größe, sondern auch wegen der Dauerhaftigkeit und Stabilität als weltweite Ausnahme anzusehen ist. In der vorliegenden Arbeit soll, mit Hilfe einer Einzelfallstudie, die Entwicklung Indiens zur größten Demokratie der Welt betrachtet werden. Es soll untersucht werden, warum in einem Land wie Indien, das ein multi-ethnischer Staat ist und in der Zeit des Kalten Krieges als Entwicklungsland oder auch Dritte Welt Land bezeichnet wurde, eine Demokratie entstand und diese hohe Stabilität erlangte. Hierzu sollen die klassische Modernisierungstheorie, die Survival Story, aber auch eine Weiterentwicklung der Modernisierungstheorie nach Carles Boix aus dem Jahr 2006, auf das Fallbeispiel Indien angewendet werden. Einhergehend stellen sich die Fragen, ob und welche wirtschaftlichen Indikatoren eine Demokratisierung einer Gesellschaft begünstigen oder ob solche Indizes lediglich eine stabilisierende Funktion besitzen. Im folgenden Kapitel sollen die Systemtypen der Demokratie und autoritärer Regime zunächst definiert und voneinander abgegrenzt werden. Anschließend werden die einzelnen Theorien näher erläutert, sowie auf ihre Stärken und Schwächen eingegangen. Im daran anschließenden Kapitel wird das Land Indien betrachtet, wobei das Augenmerk nicht nur auf die Entstehung und innenpolitische Entwicklung gelegt werden soll, sondern auch auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung hin zum BRIC-Staat. Daran anknüpfend erfolgt die Anwendung der Theorien auf das Fallbeispiel Indien, indem die wirtschaftlichen Indizes angewendet werden, um so zu klären, ob die Entwicklung und Stabilisierung der Demokratie in Indien anhand ökonomischer Faktoren nachvollziehbar ist. Anschließend soll im Fazit eine kurze Zusammenfassung sowie eine Synthese und Analyse der Beobachtungen erfolgen, die mit einer Bewertung des Fallbeispiels einhergehen. 3