Im ersten Schritt gilt es, die Wertströme im Unternehmen bzw. im Werk zu identifizieren und festzulegen, sowie die erforderlichen Organisationsstrukturen zu schaffen. Die Abgrenzung der Produktfamilien und damit die Festlegung der Wertströme im Unternehmen bzw. im Werk erfolgt auch in diesem Schritt. Dies ist die Grundlage für alle weiteren Analyseaktivitäten.
Einbindung in der Organisationsstruktur Sind die Produktfamilien abgegrenzt und die Wertströme festgelegt, stellt sich nun die Frage, wer die Wertstromanalyseaktivitäten durchführt und wie diese in die Organisationsstruktur eingebunden werden sollen. Da Unternehmen immer noch allzu häufig nach Abteilungen und Funktionen organisiert sind, durchläuft der Wertstrom einer Produktfamilie zwangsläufig verschiedene Verantwortungsbereiche. Es ist also erforderlich einen abteilungsübergreifenden Wertstrom-Manager zu bestimmen. Der Wertstrom-Manager sollte direkt an die Werksleitung berichten und somit die Befugnisse haben, Veränderungen über Abteilungsgrenzen hinweg durchzusetzen. Es sollte weiter ein Wertstromanalyse-Kernteam gebildet werden, welches Schlüsselpersonen aus allen Abteilungen und Funktionen enthält. Das Kernteamunterstützt den Wertstrommanager mit fachlichem Know-how bei der Durchführung der Wertstromanalysen und dient als Ansprechpartnerbei spezifischen Fragenstellungen.
Im dritten Schritt wird der Ist-Zustand (engl. Current State Map) des Wertstroms abgebildet und in Bezug auf Verschwendung und Wertschöpfung untersucht. Die Visualisierung und Analyse des Ist-Zustands dient dazu, die Ursachen von Verschwendung im Wertstrom offenzulegen, um daraus Ansatzpunkte für Verbesserungen zu ermitteln.. Zur Ermittelung der notwendigen Informationen sollten der Wertstrom-Manager und die Schlüsselpersonen des Kernteams hierzu persönlich mit Stoppuhr und Notizzettel durch die jeweiligen Bereiche gehen und aktuelle Daten generieren, anstatt sich auf vorhandene und vermutlich veraltete Werte zu verlassen. Der Wertstrom-Manager und das Kernteam sollten den gesamten Wertstrom selbst von Hand mit Bleistift skizzieren. Die Darstellung erfolgt mittels weniger einfacher Symbole auf einem A3-Blatt, später können zur Dokumentation auch Software-Lösungen eingesetzt werden.
Im vierten Schritt wird ein Soll-Zustand (engl. Future State Map) des Wertstroms entwickelt, in welchem die Ursachen der im Ist-Zustand erkannten Verschwendung beseitigt werden. Hierzu können Methoden den aus dem TPS, wie Kundentakt, kontinuierliche Fließfertigung oder Kanban- Systeme, eingesetzt werden.
Im fünften Schritt werden Aktionspläne zur des Sollzustands erarbeitet und gezielte Verbesserungsprojekte initiiert. Die Wertstromanalyse ist nur ein Werkzeug. Wenn der entwickelte Soll-Zustand nicht umgesetzt wird, ist der Entwurf wertlos. In den meisten Fällen wird es, auf Grund begrenzter Ressourcen (Zeit, Manpower oder auch Geld), jedoch nicht möglichsein, den gesamten Soll-Zustand auf einmal umzusetzen. Die sollte daher in sog. Wertstromschleifen erfolgen.