NIERENSTEINE (Urolithiasis)

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Transkript:

NIERENSTEINE (Urolithiasis) Allgemeines Nierensteine bleiben lange Zeit unbemerkt, bevor sie sich auf die schmerzhafte Wanderschaft begeben. Diese machen sich durch Nierenkoliken, Erbrechen, Übelkeit, Schüttelfrost und manchmal Blut im Urin bemerkbar. Damit jedoch ein Stein entsteht bzw. mehrere, muss der Urin mit Mineralsalzen (Kalzium, Phosphat, Oxalat oder Harnsäure) soweit angereichert sein, dass sich diese nicht mehr auflösen, sondern sich zuerst als Sand oder Grieß, in der Folge als Steine zusammenballen. Ursachen - Zu geringe tägliche Trinkmenge - Falsche einseitige Ernährung o Zuviel tierische Produkte (Fleisch, Wurst, Käse und Milchprodukte) o Zuviel Kochsalz o Zuviel Zucker, Süßigkeiten und Weißmehlprodukte o Zuviel alkoholische Getränke o Zuwenig Obst, Gemüse, Salat und Vollkornprodukte - Stress und starke psychische Belastung - Häufige Harnwegsinfekte - Gicht - Verengungen (Stenosen) im harnableitenden System Steinarten - Calciumoxalat 60-70% der Fälle - Harnsäure 10-15% - Calciumphosphat 2-10% - Magnesiumphosphat 5-7% - Zystin 1% der Harnsteine Ernährungstherapie allgemein 1. Viel trinken, um den Urin ausreichend zu verdünnen - 2,5-3,5l pro Tag, bei Zystinsteinen mind. 3,5l - Leitungswasser, Früchte- und Kräutertee, mit Wasser verdünnten Apfelsaft 2. Verzicht auf Alkohol und Limonaden 3. Verzicht auf Kaffee und Schwarzen Tee 4. Tierische Lebensmittel (Fleisch, Wurst, Käse und Milchprodukte) reduzieren 5. Vermehrt ballaststoffreiche Lebensmittel, wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte 6. Die Grundlage ist eine vollwertige, bedarfsgerechte, gesunde Ernährung 2006, Gabriele Gäbler, Diaetologin www.richtiggesund.at Seite 1 von 6

Ernährungstherapie bei Calciumoxalatsteinen 1. Sorgen Sie für eine ausreichende Harnverdünnung Aufenthalt in südlichen Ländern ist hierfür eine Trinkmenge von 2,5 3,5 l pro Tag Decken der Trinkmenge nur durch neutrale Getränke: Und: - Hydrogencarbonatreiches Mineralwasser (HCO 3 ) Ca unter 200mg/l, HCO 3 über 1500mg/l, z. B. Preblauer oder Peterquelle - Alkoholische Getränke, auch Bier 2. Vermeiden von oxalatreichen Lebensmitteln (> 50mg Oxalsäure/100g Nahrungsmittel) - Rote Rüben - Rhabarber - Spinat - Mangold - Kakaopulver 3. Steigerung der Zitratausscheidung durch - Orangen-, Grapefruit- und Zitronensaft - Obst besonders Zitrusfrüchte - Gemüse und Salate (außer oben und unten genannte) 4. Verzicht auf purinreiche Lebensmittel - Innereien, Meeresfrüchte (Garnelen, Scampi, Muschel..), geräucherte Fische (Lachs, Hering, Bückling...), - Hülsenfrüchte (getrocknete Erbsen, Bohnen, Linsen) - Spinat, Spargel, Erdnüsse - Fleisch- und Knochensuppen (auch Hühnersuppe) 5. Calciumzufuhr reduzieren - 500mg Ca ist in einer üblichen milchfreien Ernährung enthalten. - 300-500mg Ca in Form von Milchprodukten zuführen. - Max. 1Portion Milchprodukt / Tag: z.b. ¼ l Buttermilch ODER 5-6dag Käse. 1 Becher Joghurt (250 ml) 300 mg Ca 30 g Parmesan 387 mg Ca 250 ml Buttermilch 275 mg Ca 50 g Edamer 400 mg Ca 250 ml Kuhmilch 300 mg Ca 50 g Emmentaler 510 mg Ca 60 g Camembert 342 mg Ca 2006, Gabriele Gäbler, Diaetologin www.richtiggesund.at Seite 2 von 6

Ernährungstherapie bei Harnsäuresteinen Aufenthalt in südlichen Ländern ist hierfür eine Trinkmenge von 2,5 3,5 l pro Tag Und: - Hydrogencarbonatreiches Mineralwasser (Ca unter 200mg/l, HCO 3 über 1500mg/l) z. B. Preblauer oder Peterquelle - Alkoholische Getränke, auch Bier 2. Verzicht auf purinreiche Lebensmittel - Innereien, Meeresfrüchte (Garnelen, Scampi, Muschel..), geräucherte Fische (Lachs, Hering, Bückling...), - Hülsenfrüchte (getrocknete Erbsen, Bohnen, Linsen) - Spinat, Spargel, Erdnüsse - Fleisch- und Knochensuppen (auch Hühnersuppe) 3. Max. 2-3 Fleischmahlzeiten in der Woche 4. Steigerung der Zitratausscheidung - Orangen-, Grapefruit- und Zitronensaft - Obst besonders Zitrusfrüchte - Gemüse und Salate (außer oben genannte) 2006, Gabriele Gäbler, Diaetologin www.richtiggesund.at Seite 3 von 6

Ernährungstherapie bei Calciumphosphatsteinen Die Ursache für die Entstehung dieser Steine liegt hauptsächlich im Stoffwechsel. Aufenthalt in südlichen Ländern ist hierfür eine Trinkmenge von 2,5 3 l pro Tag - Alkoholische Getränke, auch Bier 2. Vermehrte Zufuhr von harnsäuernden Getränken - Sulfatreiches (SO 4 2 ) und hydrogencarbonatarmes Mineralwasser (HCO 3- ) (SO 4 2- > 400 mg / l; HCO 3 - < 350 mg / Liter, z. B. Astoria - Schwarzer Johannisbeersaft - Preiselbeersaft 3. Calciumzufuhr und Phosphatzufuhr reduzieren - 500mg Ca ist in einer üblichen milchfreien Ernährung enthalten. - 300-500mg Ca in Form von Milchprodukten zuführen. - Max. 1Portion Milchprodukt / Tag: z.b. ¼ l Buttermilch ODER 5-6dag Käse (keinen Schmelzkäse) 1 Becher Joghurt (250 ml) 300 mg Ca 250 ml Buttermilch 275 mg Ca 250 ml Kuhmilch 300 mg Ca 60 g Camembert 342 mg Ca 30 g Parmesan gerieben (3 EL) 387 mg Ca 50 g Edamer (2 Scheiben) 400 mg Ca 50 g Emmentaler 510 mg Ca - Max. 100g Fleisch ODER Fisch ODER Wurst / Tag - Max. 3 Eier / Woche - Produkte mit phosphathaltigen Lebensmittelzusatzstoffen (E 338-341, E450a, b, c) meiden 2006, Gabriele Gäbler, Diaetologin www.richtiggesund.at Seite 4 von 6

Ernährungstherapie bei Magnesiumphosphatsteinen Aufenthalt in südlichen Ländern ist hierfür eine Trinkmenge von 2,5 3,5 l pro Tag - Mineralwasser (Ca unter 200mg/l, HCO 3 unter 350mg/l) - Alkoholische Getränke auch Bier 2. Verzicht auf purinreiche Lebensmittel - Innereien, Meeresfrüchte (Garnelen, Scampi, Muschel..), geräucherte Fische (Lachs, Hering, Bückling...), - Hülsenfrüchte (getrocknete Erbsen, Bohnen, Linsen) - Spinat, Spargel, Erdnüsse - Fleisch- und Knochensuppen (auch Hühnersuppe) 3. Vermehrte Zufuhr von harnsäuernden Getränken - Sulfatreiches (SO 42 ) und hydrogencarbonatarmes Mineralwasser (HCO 3 -) (SO 4 2- > 400 mg / l; HCO 3 - < 350 mg / Liter, z. B. Astoria - Schwarzer Johannisbeersaft - Preiselbeersaft 4. Keine streng vegetarische Kost 5. Doch Fleisch-, Wurst-, Milch- und Milchproduktverzehr begrenzen auf - ¼ l Milch oder Sauermilchprodukt/Tag - 50g Käse/Tag - 100g Fleisch, Fisch oder Wurst/Tag - 3 Eier / Woche 6. Produkte mit phosphathaltigen Lebensmittelzusatzstoffen meiden - E 338-341, E450a, b, c 2006, Gabriele Gäbler, Diaetologin www.richtiggesund.at Seite 5 von 6

Ernährungstherapie bei Zystinsteinen Diese Steinart wird aufgrund eines angeborenen, vererbbaren Nierendefektes gebildet. Aufenthalt in südlichen Ländern ist hierfür eine Trinkmenge von mind. 3,5 l pro Tag Und: - Hydrogencarbonatreiches Mineralwasser (Ca unter 200mg/l, HCO 3 über 1500mg/l) z. B. Preblauer oder Peterquelle) - Alkoholische Getränke auch Bier 2. Ei, Fleisch-, Wurst-, Milch- und Milchproduktverzehr begrenzen - Max. ¼ l Milch oder Sauermilchprodukt/Tag - Max. 50g Käse/Tag - Max. 100g Fleisch, Fisch oder Wurst/Tag - Max. 3 Eier / Woche 3. Kochsalzzufuhr verringern (5-7g / Tag) - Ohne Salz, dafür mit viel Kräutern kochen - Keine Fertiggerichte - Verzicht auf geräucherte, gepökelte und gesäuerte Produkte, sowie auf - Salzgebäck 4. Steigerung der Zitratausscheidung durch - Orangen-, Grapefruit- und Zitronensaft - Reichlich Obst, besonders Zitrusfrüchte und - Gemüse und Salate 2006, Gabriele Gäbler, Diaetologin www.richtiggesund.at Seite 6 von 6