Anämien - Klassifikation

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Transkript:

Anämien - Klassifikation 1. Anämien durch Blutverlust 2. Anämien durch Störung der Erythozytopoese 3. Anämien durch gesteigerten Erythrozytenabbau 4. Anämien als Symptom anderer Erkrankungen

Mögliche Folgen aller Anämien - funktionell - strukturell 1. Hypoxämie und Hypoxie 2. hypoxische Organveränderungen z.b. Gehirn, Koronarien, Leber, Niere, Haut / Schleimhäute, Knochen 3. Knochenmarkreaktionen

Anämien - Klassifikation 1. Anämien durch Blutverlust 2. Anämien durch Störung der Erythozytopoese 3. Anämien durch gesteigerten Erythrozytenabbau 4. Anämien als Symptom anderer Erkrankungen

Anämien durch Blutverlust Zeitfaktor wichtig: Volumeneinheit Blutverlust / Zeiteinheit

Anämien - Klassifikation 1. Anämien durch Blutverlust 2. Anämien durch Störung der Erythrozytopoese 3. Anämien durch gesteigerten Erythrozytenabbau 4. Anämien als Symptom anderer Erkrankungen

Anämien durch Störung der Erythrozytopose 1. Aplastische Anämie 2. Eisenmangelanämie 3. Sideroblastische Anämie 4. Megaloblastische Anämie 5. Hämoglobinopathien angeborene Globindefekte, z.b. Thalassämien)

Aplastische Anämie 1. allgemeine Definition: klinikopathologische Korrelation von ausgeprägter medullärer Hypozellularität und Panzytopenie 2. Ursachen Chemotherapie Radiatio Medikamentös-toxisch (z.b. Antibiotika, Antiphlogistika, Antiepileptika, Antimalariamittel, Antidiabetika) Vorstufe eines myelodysplastischen Syndroms (ca. 10% der long-term survivor einer aplastischen Anämie entwickeln eine akute myeloische Leukämie (AML) post-infektiös (z.b. Virusinfekte) Gendefekt idiopathisch

Aplastische Anämien - Ätiologie 1. Konstitutionell (familiär, kongenital) 1.1. Fanconi-Anämie ( mit weiteren morphologischen Veränderungen) 1.2. Estern-Damesheck-Anämie (ohne weitere morphologische Veränderungen) 2. Erworben 2.1. Unbekannte Noxe (idiopathisch) 2.2. Bekannte Noxe medikamentös-toxisch, postradiogen 2.3. Postinfektiös 3. Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie 4. Bei myelodysplastischen Syndromen und Leukämien

Aplastische Anämien Veränderungen am Knochenmark : meist hypozellulär bis azellulär Symptome : Panzytopenie mit Folgen Infektabwehr insuffizient Übergang in Myelodysplasie und Leukämien Prognose : Prognose : unbehandelt - mehr oder weniger - infaust behandelt besser

Akute lymphoblastische Leukämie (ALL) mit Hypereosinophilie als Zustand nach Therapie einer aplastischen Anämie Knochenmarkblut-Ausstrich

Systemische Mastozytose als Zustand nach Therapie einer aplastischen Anämie Peripheres Blutbild

Anämien durch Störung der Erythrozytopose 1. Aplastische Anämie 2. Eisenmangelanämie 3. Sideroblastische Anämie 4. Megaloblastische Anämie 5. Hämoglobinopathien angeborene Globindefekte, z.b. Thalassämien)

Eisenmangel 1. Reserveeisen-Mangel 2. Eisendefizitäre Erythropoese 3. Manifeste Eisenmangelanämie

Anämie-Definition abhängig vom Eisengehalt (nach WHO) Kinder (6 Monate bis 6 Jahre) Kinder (7 bis 14 Jahre) Männer Frauen Schwangere - ab 11 g/dl - ab 12 g/dl - ab 13 g/dl - ab 12 g/dl - ab 11g/dl

Eisenmangelanämie: Anulozytose und Anisozytose

Eisenmangelanämie : erythrozytäre Hyperplasie entleerte Eisenspeicher

Eisenmangel- anämie

Retina-Unterblutungen u.a. bei Eisenmangelanämie infolge Reifungsstörung der Magakaryozytose mit sekundärer Gerinnungsstörung

Eisenmangelanämie Onychodystrophie

Ursachen des Eisenmangels (I) gastrointestinal pulmonal Magenulzera pulmonale Hämosiderose Hiatushernien Ösophagusvarizen uterin Tumore Menorrhagien Darmparasiten (z.b. Würmer ante- und postpartal Colitiden (z.b. CEDE) Angiodysplasien renal Teleangiektasien Hämaturie Divertikulose chronische Dialyse Hämorrhoiden suizidale Absicht

Ursachen des Eisenmangels (II) Schwangerschaft materno-fetale Transfusion Hämosiderinurie chronische intravakuläre Hämodialyse paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie sog. Herzklappenhämolyse Malabsorption atrophische Gastritis gluten-induzierte Enteropathie Magen(teil)resektion Diät qualitativ schlechte Diät notorische Vegetarier

Ulcus ventriculi mit gastrointestinaler Blutung und Eisenmangelanämie

Multiple Teleangiektasien im Magen-Darm-Trakt mit erosiven Schleimhautdefekten und und gastrointestinalen Blutungen

Wurmeier als Ursache einer Eisenmangelanämie

Zirkulär stenosierendes adenoides Kolonkarzinom mit Darmblutung

Angiodysplasie mit rezidivierender Darmblutung und Eisenmangelanämie

Gefäßektasie des Colon als Ursache einer massiven intestinalen Blutung

Lungenhämosiderose (M.Ceelen Ceelen)

Anämien durch Störung der Erythrozytopose 1. Aplastische Anämie 2. Eisenmangelanämie 3. Sideroblastische Anämie 4. Megaloblastische Anämie 5. Hämoglobinopathien angeborene Globindefekte, z.b. Thalassämien)

Einteilung der Anämien I. Anämien durch Blutverlust II. Anämien durch Störung der Erythrozytopoese 1. Aplastische Anämie 2. Eisenmangelanämie 3. Sideroblastische (sideroachrestische) Anämie 4. Megaloblastische Anämie 5. Hämoglobinopathien (angeborene Globindefekte) z.b. Thalassämien III. Anämien durch gesteigerten Erythroztenabbau IV. Anämien als Symptom anderer Erkrankungen

Problem Intrinsic-Factor (von Parietalzellen gebildetes sialinsäurehaltiges Glycoprotein) Mensch kann Vitamin B12 (Cobalamin( Cobalamin) ) nicht selber synthetisieren oder ungebunden aus Nahrung resor- bieren: deshalb im Dünndarm Komplexbildung von Intrinsic-Factor + Vitamin B12 + Kalzium jetzt Resorption im terminalen Ileum möglich phylogenetisches Relikt: vorübergehende Komplexbildung in Mundhöhle von R-Protein des Speichels + Vitamin B12 jedoch nicht resorbierbar; ; durch Pankreasenzyme im Dünndarm wieder gespalten

Hyperzelluläres blutbildendes Mark mit erythrozytärer Hyperplasie und megaloblastärer Reifungsstörung bei Vitamin B12- und/oder Folsäure-Mangel

Megaloblasten bei Vitamin B12-Magel und /oder Folsäure-Mangel

Hyperzelluläres blutbildendes Mark mit erythrozytärer Hyperplasie und sowie megaloblastärer Reifungs- störung Reifungsstörung der Granulo- zyto- - und Thrombozytopoese bei Vitamin B12- und/oder Folsäure-Mangel

Knochenmark bei Vitamin-B12-Mangel : megaloblastäre Zellformen und Kernreifungsstörungen aller Zellreihen

Megaloblastäre Anämie Huntersche Glossitis Mundwinkelrhagaden

Hämorrhagische Diathese infolge Gerinnungsstörung bei megaloblastärer Anämie

Myelinolyse bei Vitamin B12-Mangel mit Entmarkung der Hinterund Seitenstränge des Rückenmarkes (funikuläre Spinalerkrankung)

Normale Magenschleimhaut (Corpus ventriculi) Autoantikörper gegen Parietal- zellen der Magenschleimhaut Chronisch-atrophische Gastritis mit Schleim- atrophie, foveolärer Hyperplasie und intesti- naler Metaplasie

Atrophie der Magen- schleim- haut mit abgeflachtem Schleimhaut- relief

Normale Duodenalschleimhaut Duodenalschleimhaut-Atrophie bei Sprue

Morbus Duhring bei Sprue

Einteilung der Anämien I. Anämien durch Blutverlust II. Anämien durch Störung der Erythrozytopoese 1. Aplastische Anämie 2. Eisenmangelanämie 3. Sideroblastische (sideroachrestische) Anämie 4. Megaloblastische Anämie 5. Hämoglobinopathien (angeborene Globindefekte) z.b. Thalassämien III. Anämien durch gesteigerten Erythroztenabbau IV. Anämien als Symptom anderer Erkrankungen

Thalassämien Einteilung nach A. Kinik: 1. Th. major(kinder,homozygot) 2. Th. intermedia (Erwachsene) 3. Th. minor (Erwachsene,heterozygot) B. Molekularpathologie alpha - beta - gamma - delta aus unterschiedlichem Aufbau der Globinmoleküle resultieren verschiedene Hämoglobinarten,somit auch verschiedene Thalassämien : Hb-A - alpha : alpha-thalassämie - beta : beta - Thalassämie Hb-F - gamma : gamma- Thalassämie Hb-A2- delta : delta- Thalassämie

Thalassämien Hämoglobinopathie mit ineffektiver Erythropoese Definition: hereditäre hypochrome mikrozytäre Anämie infolge einer Störung der Synthese der Globinketten Lebensdauer der Erythrozyten stark verkürzt Hämolyse

Thalassämien Ursache der verschiedenen Störungen der Erythrozyten liegt nicht allein im verminderten Hb-Gehalt infolge gestörter Globinbildung, sondern auch infolge Überladung der Erythrozyten mit unphysiologischen Hb-Produkten. Also nicht allein das Zuwenig an normalem Hb, sondern auch das Zuviel an pathologischen Hb-Produkten verantwortlich

Thalassämien Diagnostik : Blutbild Knochenmarkpunktion Hb-Analyse Familienanamnese

Thalassämie Symptome : schwere Anämie (mikrozytär hypochrom) Retikulozyten stark vermehrt einzelne periphere Erythroblasten Leukozytose Poikilozytose, Anisozytose, Mikrozyten etc. Wachstumsretardierung (end-organ-failure) Siderose der Leber mit Leberfunktionsstörungen Bronzediabetes Hämosiderose des Myokard mit Herzinsuffizienz Knochenveränderungen(Retardierung,Auftreibung etc. Sehstörungen (abnorme Retinavaskularisation)

Thalassämia major erythrozytäre Hyperplasie massive Siderose

Thalassämia major Wachstumsretardierung Hepatosplenomegalie Ossifikationsstörung

Ossifikationsstörungen bei Thalassämie

Anämien - Klassifikation 1. Anämien durch Blutverlust 2. Anämien durch Störung der Erythozytopoese 3. Anämien durch gesteigerten Erythrozytenabbau 4. Anämien als Symptom anderer Erkrankungen

Anämien durch gesteigerten Erythrozytenabbau (hämolytische Anämien) 1. Isoimmunhämolytische Anämien z.b. AB0-System; Rh-Inkompatibilitäten 2. Autoimmunhämolytische Anämien 2.1. AIHA - eigentliche immunhämolyt. Anämien 2.2. MIHA - medikamentös induzierte hämolyt. Anämie 3. Postinfektiöse hämolytische Anämie 4. Hereditäre hämolytische Anämie

Autoimmunhämolytische Anämie (AIHA) in ca.. 50% Grundleiden bekannt sog. Autoimmerkrankungen (z.b. LE, Myasthenia gravis, aber auch Colitis ulcerosa u.a. lymphoproliferative Erkrankungen und andere Malignome Infektionen (u.a.viren, Mykoplasmen) Immundefekte hormonelle Einflüsse

Schematischer Aufbau der Zellmembran der Erythrozyten. Möglichkeit der Antikörperbildung gegen die einzelnen Kompartimente dieser Zellmembran mit der Folge der Membranzerstörung und damit Hämolyse

Erythroblastose bei ausgeprägter hämolytischer Anämie bzw. Morbus hämolytikus neonatorum (peripheres Blut)

Morbus hämolytikus neonatorum mit hämolytischer Anämie bei Erythroblastose infolge Rh- Inkompatibilität

Klinische Symptome bei Hämolytischer Anämie

Ikterische Nephrose (Tubulusschädigung) bei hämolytischer Anämie und entsprechende Störung der Nierenfunktion

Ikterische Hepatose bei hämolytischer Anämie und entsprechende Störung der Leberfunktion

Anämien - Klassifikation 1. Anämien durch Blutverlust 2. Anämien durch Störung der Erythrozytopoese 3. Anämien durch gesteigerten Erythrozytenabbau 4. Anämien als Symptom anderer Erkrankungen