Auswertung Darstellung von Wirklichkeit = immer auch Wirklichkeitskonstruktion wie Daten angeordnet, analysiert und dargestellt werden erzeugt eine bestimmte Form der Interpretation
Interpretation qualitativer Daten z.b. offenes Codieren (Aussagen in Sinneinheiten zerlegt und mit Codes versehen eher nur für besonders relevante Passagen) Beispiel aus: FLICK 1995 Also-ick 1 /verbinde 2 /persönlich 3 /mit Gesundheit 4 /die vollständige Funktionstüchtigkeit 5 /des menschlichen Organismus 6 / 1/ Startschuss, einleitend 2/ Zusammenhänge herstellen 3/ Bezugnahme auf sich verstärkend, abgrenzend zu anderen 4/ siehe 2, Aufgreifen der Fragestellung 5/ technisch, gelernt, technischer Lehrbuchausdruck, Maschinenmodell, Normdenken (wer nicht voll funktioniert, ist krank) Kode: Funktionstüchtigkeit, normativer Anspruch 6/ distanzierend, allgemein, Widerspruch zur Einleitung (Ankündigung der persönlichen Vorstellung), Lehrbuch, Bezug auf Mensch, aber als Maschine Kode: mechanistisches Menschenbild
Thematisches Codieren (nach Flick 1995) 1. Einzelfallanalyse, Kurzbeschreibung des Falls Enthält für Interview typische Aussage, knappe Darstellung der Person in Hinblick auf Fragestellung und zentrale Themen, die sie in bezug auf Untersuchungsgegenstand angesprochen hat Thema Technischer Wandel im Alltag (Bspl aus Flick 1995) Fall Für mich hat Technik eine beruhigende Seite Die Interviewpartnerin ist eine französische Informatikerin, 43 Jahre alt und hat einen Sohn von 15 Jahren. Sie arbeitet seit 20 Jahren in verschiedenen Forschungseinrichtungen.Derzeit ist sie in einer soz.wissenschaftlichen Großforschungseinrichtung im Rechenzentrum für Programmentwicklung zuständig. Technik hat für sie viel mit Sicherheit und Klarheit zu tun. Technik zu misstrauen schafft ihr in ihrem beruflichen Selbstverständnis Probleme, Technik zu beherrschen ist wichtig für ihr Selbstverständnis. Sie erzählt viel in Gegenüberstellung von Freizeit, Natur, Familie zu Technik und Arbeit.
Thematisches Codieren (Flick 1995) 2. Entwicklung Kategoriensystem für den einzelnen Fall thematische Struktur, Fein- oder Tiefenanalyse Suche nach Sinnzusammenhängen zwischen Äußerungen im Hinblick auf Untersuchungsgegenstand Entwicklung eines Kategoriensystems für den einzelnen Fall wird auf die nachfolgenden Interviews angewendet und gegebenenfalls modifiziert detaillierte Interpretation einzelner Textpassagen anhand spezifischer Fragen 3. Fall- und Gruppenvergleich: Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Fällen herausarbeiten, Typenentwicklung Zusammenfassung von Einzelfällen anhand bestimmter Merkmale Veranschaulichen durch typische Zitate
Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring Modell der zusammenfassenden Inhaltsanalyse Ziel = Reduktion des Materials zu einem überschaubaren Kurztext, ohne dabei die zentralen Inhalte zu verlieren - Durch Paraphrasierung: weniger relevante und bedeutungsgleiche Paraphrasen streichen - Ähnliche Paraphrasen bündeln und zusammenfassen z.b. und zwar eigentlich im Gegenteil, ich war also ganz-ganz heiß darauf, da endlich mal zu unterrichten (Interview mit arbeitslosem Lehrer) Paraphrase: Im Gegenteil, ganz begierig auf Praxis gewesen Generalisierung: eher auf Praxis gefreut
Globalauswertung (Böhm et al. 1992) Ziel: Übersicht über thematisches Spektrum des Textes zu gewinnen ersten Orientierung: Markierung des Textes am Transkriptrand mit Stichworten aus dem Leitfaden oder Begriffen, die neue thematische Aspekte ansprechen, und grobe Gliederung der Passagen Verfeinerung durch Markierung zentraler Aussagen, Hinweise auf Kommunikationssituation beim Zustandekommen des Textes, Einfälle beim Lesen Themen ordnen
Auswertungsschritte 1) Formulierung Auswertungskategorien Material mehrmals lesen - Ziel: für jedes Interview Themen und deren Aspekte, die sich Kontext der Forschungsfragen zuordnen lassen, notieren (können bei einer Textpassage auch mehrere sein) Greift IP meine zentralen Begriffe auf? Welche Bedeutung haben diese Begriffe für sie? Welche Aspekte ergänzen sie oder nennen sie gar nicht? Welche Themen aus meinem Leitfaden tauchen auf, welchen neuen kommen dazu? relevante Textpassagen nicht immer im direkten Kontext der gestellten Frage Form der Auswertungskategorien abhängig von Fragestellung: also ob z.b. eher inhaltliche Aspekte/ Themen relevant sind oder sprachliche Formen
2) Zusammenstellung in Auswertungsleitfaden - enthält ausführliche Beschreibung der Kategorien (Formulierung verschiedener Ausprägungen für diese Kategorien) 3) Codierung aller Interviews Zuordnung von Textpassagen zu Kategorien (Seiten und Zeilenangaben der Zitate notieren) Wenn im Interview keine Textpassage zu der Kategorie zu finden ist: nicht klassifizierbar eintragen konsensuelles Codieren (mind. 2 Personen, zuerst unabhängig, dann vergleichen und diskutieren) 4) Erstellung Fallübersichten (= quantifizierende Ergebnisübersicht; Darstellung in Tabellenform) zur Vorbereitung weiterer Analyse Um Häufigkeiten zu erkennen, um Ausnahmen zu finden 5) Auswahl einzelner Fälle für vertiefende Einzelfallanalyse zb zur Bildung neuer Hypothesen, Ausdifferenzierung des Konzepts
Kategorie Unter- Ausprä- Ankerbeispiele (Definition) kategorie gungen (Eigen- (Dimensionen) schaften) Mediennutzungsmotive (von den IP direkt oder indirekt genannte Gründe für die Mediennutzung) Informationsbedürfnis Unterhaltungsbedürfnis Überblick Information...... Politik Inland/Ausland, also ich habe da nicht so die Geduld. Ich sehe das im Fernsehen mal kurz in den Nachrichten und dann habe ich das hinter mir, ehrlich gesagt. (In12_w_A) Fernsehen natürlich auch wichtig zum Lernen und wie gesagt, die politischen Sendungen, die ich mir dann gerne ansehe. Presseclub finde ich ganz toll, gucke ich sehr gerne (In4_w-A)