STRATEGISCHE PERSONALPLANUNG

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STRATEGISCHE PERSONALPLANUNG Prof. Dr. Türkan Ayan (Projektleitung) Dr. Eva Müller (Stellv. Projektleitung & wiss. Mitarbeiterin) Seite 1

Personalplanung - Definition Personalplanung ist die gedankliche Vorstrukturierung von zielorientierten Entscheidungs- und Handlungsprogrammen in personellen Angelegenheiten, die auf der Basis von Antizipationen zukünftiger und damit auch ungewisser Zustände und Entwicklungen entworfen werden. Quelle: Mag, 2007. In: Enzyklopädie der Betriebswirtschaftslehre Handwörterbuch des Personalwesens Seite 2

Ziele der Personalplanung Wirtschaftlichkeit Leistungssicherung Anpassungsfähigkeit Angemessene Arbeitsbelastung Quelle: Oechsler & Paul, 2015, S. 175. Seite 3

Ziele der Personalplanung Beobachtungsfunktion Prüffunktion Beitragsfunktion Quelle: Oechsler & Paul, 2015, S. 175. Seite 4

Prozess der Personalplanung Schritt 1: Sammeln von Informationen aus der internen und externen Umwelt Schritt 2: Ermittlung des Personalbedarfs Schritt 3: Ableitung der Folgeplanungen Quelle: Oechsler & Paul, 2015, S. 177. Seite 5

Ermittlung des Personalbedarfs Externe Einflussfaktoren auf den Personalbedarf Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Branchenentwicklung, Veränderungen der Marktstruktur Rechtliche Veränderungen (Sozialrecht, Tarifentwicklung) Technologische Veränderungen Änderungen im Verhalten der Konkurrenz Quelle: Jung, 2011, S. 114f.. Seite 6

Ermittlung des Personalbedarfs Interne Einflussfaktoren auf den Personalbedarf Arbeits- und Unternehmensorganisation Arbeits- und Urlaubsregelungen Produktivität der Arbeitskräfte Fehlzeiten & Fluktuation Interessen und Bedürfnisse der Arbeitnehmer Quelle: Jung, 2011, S. 114f.. Seite 7

Instrumente der Personalbedarfsplanung Mathematisch-statistische Verfahren (z. B. Korrelationen, Regressionen, Trendverfahren, Simulation) Intuitive Verfahren (z. B. Schätzen, Szenario-Technik, Delphi- Methode) Arbeitswissenschaftliche Verfahren (REFA, MTM) Abgleich von Anforderungen und Qualifikationen Organisatorische Verfahren (z. B. Stellenplan) Monetäre Verfahren (Budgetierung) Quellen: Oechsler & Paul, 2015, S. 180-191; Jung, 2011, S. 122-130. Seite 8

Rechtlicher Regelungsrahmen der Personal(bedarfs)planung Seite 9

Rechtliches zur Personal(bearfs)planung 92 BetrVG (1) Der Arbeitgeber hat den Betriebsrat über die Personalplanung, insbesondere über den gegenwärtigen und künftigen Personalbedarf sowie über die sich daraus ergebenden personellen Maßnahmen ( ) anhand von Unterlagen rechtzeitig und umfassend zu unterrichten. Er hat mit dem Betriebsrat über Art und Umfang der erforderlichen Maßnahmen und übe die Vermeidung von Härten zu beraten. (2) Der Betriebsrat kann dem Arbeitgeber Vorschläge für die Einführung einer Personalplanung und ihrer Durchführung machen. Seite 10

Rechtliches zur Personal(bearfs)planung 92 a BetrVG (1) Der Betriebsrat kann dem Arbeitgeber Vorschläge zur Sicherung und Förderung der Beschäftigung machen. Diese können insbesondere eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit, die Förderung von Teilzeitarbeit ( ), neue Formen der Arbeitsorganisation, Änderungen der ( ) Arbeitsabläufe, die Qualifizierung ( ), Alternativen zur Ausgliederung von Arbeit sowie zum Produktions- und Investitionsprogramm zum Gegenstand haben. (2) Der Arbeitgeber hat die Vorschläge mit dem Betriebsrat zu beraten. Hält der Arbeitgeber die Vorschläge des Betriebsrats für ungeeignet, hat er dies zu begründen; in Betrieben mit mehr als 100 Arbeitnehmern erfolgt die Begründung schriftlich. Seite 11

Quellen Jung, H. (2011). Personalwirtschaft (9. Aufl.). München: Oldenbourg. Oechsler, W.A. & Paul, C. (2015). Personal und Arbeit. Einführung in das Personalmanagement (10. Aufl.). Berlin et al.: de Gruyter. Seite 12