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Gesundheit weiter gedacht Versicherung beschäftigter Studenten und Praktikanten Beschäftigte Studenten Die versicherungsrechtliche Beurteilung beschäftigter Studenten wirkt sich auf die einzelnen Zweige der Sozialversicherung unterschiedlich aus. So gelten für die Rentenversicherung andere Regelungen als für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. /Versicherungsfreiheit in der Rentenver sicherung Das Arbeitsverhältnis eines Studen ten ist grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Ausnahmen gelten, wenn die Beschäftigung nur kurzfristig aus geübt wird ( 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV), ein in der Studien- Prüfungsordnung vorgeschriebenes Zwischenpraktikum geleistet wird ein (nicht vorgeschriebenes) Zwischenprak tikum unentgeltlich ausgeübt wird. Rentenversicherungsfreiheit aufgrund einer geringfügig entlohnten Beschäftigung besteht, wenn diese bereits vor dem 01.01.2013 aufgenommen wurde und das mtl. Entgelt weiterhin 400, nicht übersteigt. In der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosen versicherung sind Personen ver sicherungsfrei, die während der Dauer ihres Studiums als ordentliche Studierende einer Hochschule einer sonstigen der wissenschaftlichen fachlichen Aus bildung dienenden Schule gegen Entgelt beschäftigt sind (Werkstudenten). Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts werden jedoch nur solche Studierende von der freigestellt, deren Zeit und Arbeitskraft überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen wird. Üben Studierende eine Beschäftigung von wöchentlich mehr als 20 Stunden aus, wird angenommen, dass sie ihrem Erscheinungsbild nach als versicherungspflichtige Arbeitnehmer anzusehen sind. Dabei wird darauf verzichtet, zu ermitteln, wie viel Zeit auf die daneben betriebene wissenschaftliche Ausbildung verwendet wird. Studenten, die eine Beschäftigung von mehr als 20 Stunden wöchentlich ausüben, unterliegen grundsätzlich der als Arbeitnehmer. Versicherungsfreiheit besteht nur dann, wenn die wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden beträgt; die Höhe des Arbeitsentgelts ist dabei ohne Bedeutung (Beispiel 1). Wird eine Beschäftigung mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden lediglich in den Semesterferien auf mehr als 20 Stunden ausgeweitet, so ist auch für diese Zeit Versicherungsfreiheit anzunehmen (Beispiel 2). /Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung Sofern eine Beschäftigung, die an mehr als 20 Stunden pro Woche ausgeübt wird, kurzfristig (3 Monate/70 Arbeitstage) ist, besteht Versicherungsfreiheit. Andernfalls gilt Folgendes:

Für Arbeitnehmer, die ein Studium aufnehmen, tritt mit Aufnahme des Studiums Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs ein, wenn das Arbeitsverhältnis vom Umfang her den Erfordernissen des Studiums angepasst wird und kein prägender innerer Zusammenhang zwischen dem Studium und der weiter ausgeübten Beschäftigung besteht. Eine Freistellung bzw. Beurlaubung unter (Fort-) Zahlung von Studienbeihilfen Arbeitsentgelt führt jedoch nicht zu Versicherungsfreiheit. Versicherungsfreiheit kommt in diesen Fällen nur im Rahmen der Geringfügigkeitsregeln ( 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV) in Betracht. in der Beschäftigung besteht auch bei sogenannten dualen (ausbildungs-, berufs- praxisintegrierten) Studiengängen. Studenten, die sich während des laufenden Studiums für ein mehrere Semester vom Studium beurlauben lassen, sind zwar weiterhin eingeschrieben, nehmen aber in dieser Zeit nicht am Studienbetrieb teil. Wird während der Urlaubssemester eine Beschäftigung aufgenommen, ist das Erscheinungsbild als Student nicht gegeben. Daher besteht keine Versicherungsfreiheit als Werkstudent. Beschäftigungen, die ausschließlich in den Semesterferien ausgeübt werden, unterliegen unabhängig von der wöchentlichen Arbeitszeit und der Höhe des Arbeitsentgelts nicht der. Etwas anderes gilt dann, wenn sich derartige Beschäftigungen mit mehr als 20 Wochenstunden im Laufe des Jahres wiederholen und insgesamt mehr als 26 Wochen ausmachen. In Ausnahmefällen kann von einer starren 20-Stunden-Grenze abgewichen werden. Die Arbeitszeit muss dann so liegen, dass sie sich den Erfordernissen des Studiums anpasst und unterordnet. Das ist zum Beispiel bei einer mehr als 20-stündigen wöchentlichen Beschäftigung dann der Fall, wenn das Überschreiten dieser Zeitgrenze vornehmlich auf der Beschäftigung an Wochenenden in den Abend- und Nachtstunden beruht. Je mehr die 20-Stunden-Grenze allerdings überschritten wird, desto schwieriger ist der Nachweis zu führen. Bei vollschichtiger Tätigkeit muss er als ausgeschlossen gelten (Beispiel 3). Vom Erscheinungsbild eines Studenten kann jedoch nicht mehr ausgegangen werden, wenn eine Beschäftigung mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden ohne zeitliche Befristung ausgeübt wird auf einen Zeitraum von mehr als 26 Wochen befristet ist. In diesem Fall steht die Zugehörigkeit zum Kreis der Beschäftigten im Vordergrund (Beispiel 4). Besteht Versicherungsfreiheit als Arbeitnehmer, ist jedoch die in der Krankenversicherung der Studenten (KVdS) nicht ausgeschlossen, soweit der Student an einer staatlichen staatlich anerkannten Hochschule eingeschrieben ist und die übrigen Voraussetzungen nach 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V erfüllt sind. Im Übrigen endet die Versicherungsfreiheit beschäftigter Studenten nicht mit dem Erreichen des erstmöglichen Abschlusses einer Hochschulausbildung (Hochschulprüfung). Sie kommt vielmehr auch für solche Studenten in Betracht, die nach einem berufsqualifizierenden Abschlusses in der gleichen in einer anderen Fachrichtung ein weiteres bzw. neues Studium aufnehmen, das wiederum mit einer Hochschulprüfung abschließt. Ein Promotionsstudium begründet hingegen keine Versicherungsfreiheit. Versicherungsfreie Dauerbeschäftigungen von Werkstudenten mit einem monatlichen Arbeitsverdienst bis 450, lösen eine alleinige Beitragspflicht des Arbeitgebers zur Krankenversicherung an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft Bahn See aus (Pauschalbeitrag 13 % des Arbeitsentgelts). In der Rentenversicherung besteht bei geringfügig entlohnten Beschäftigungen. Der Arbeitgeber trägt 15 % des Beitrages (Pauschalbeitrag), der Arbeitnehmer 3,6 %. Ungeachtet der versicherungsrechtlichen Beurteilung einer neben dem Studium ausgeübten Beschäftigung entfällt ein etwaiger Anspruch auf Familienversicherung u. a., sofern das regelmäßige Gesamteinkommen 435, monatlich überschreitet. Für geringfügig beschäftigte Studenten beträgt die Einkommensgrenze 450,. Überschreitungen bis zu drei Monaten im Jahr schließen die Familienversicherung nicht aus. Diese Erläuterungen sollen einen Überblick über die versicherungsrechtliche Beurteilung beschäftigter Studenten geben. Ergänzend dazu dient das nebenstehende Schaubild als Hilfe für Ihre Entscheidungen. Diese Kurzinformation kann nicht auf jeden Einzelfall eingehen. In Zweifelsfällen hilft Ihnen wie gewohnt Ihre BARMER.

Beispiel 1 Ein Student übt eine unbefristete Beschäftigung aus. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 18 Stunden. Es besteht Versicherungsfreiheit, da die Beschäftigung den Studen ten nicht mehr als 20 Stunden in der Woche in Anspruch nimmt. Beispiel 2 Ein Student übt eine unbefristete Beschäftigung aus. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt während der Vorlesungszeit 18 Stunden und während der Semesterferien 38 Stun den. Es besteht Versicherungsfreiheit, da die Beschäftigung den Studenten nicht mehr als 20 Stunden in der Woche in Anspruch nimmt und die Ausweitung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 38 Stunden auf die Semester ferien beschränkt ist. Beispiel 3 Ein Student übt in den Nachtstunden und an den Wochenenden eine Beschäftigung als Taxifahrer aus. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 24 Stunden. Es besteht Versicherungsfreiheit, weil die Arbeitszeit den Erfordernissen des Studiums angepasst und untergeordnet ist. Beispiel 4 Ein Student übt eine unbefristete Beschäftigung aus. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 24 Stunden, die Überschreitung der 20-Stunden-Grenze ist nicht durch Abend-, Nacht- Wochenendarbeit bedingt. Es besteht, da die Beschäftigung unbefristet ausgeübt wird. Vom Erscheinungsbild her gilt der Student als Beschäftigter. Darüber hinaus ist für solche Studenten Versicherungsfreiheit anzunehmen, die zwar während der Vorlesungszeit mehr als 20 Stunden wöchentlich arbeiten, deren Beschäftigungsverhältnis aber von vornherein auf nicht mehr als drei Monate befristet ist; auch in diesen Fällen spielt die Höhe des Arbeitsentgelts keine Rolle (Beispiel 5). Wird der Zeitraum von drei Monaten wider Erwarten überschritten, tritt vom Zeitpunkt des Überschreitens an ein. Stellt sich bereits im Laufe der Beschäftigung heraus, dass sie länger als drei Monate dauern wird, so beginnt die Ver sicherungspflicht mit dem Tage, an dem das Überschreiten der Zeitdauer bekannt wird (Beispiel 7). Für die zurückliegende Zeit bleibt es bei der Versicherungsfreiheit. Unabhängig davon ist Versicherungsfreiheit auch noch bei solchen Beschäftigungen anzunehmen, die zwar länger als drei Monate andauern, aber ausschließlich auf die Semesterferien begrenzt sind (Beispiel 6). Übt ein Student im Laufe eines Jahres mehrmals eine Beschäftigung aus, ist zu prüfen, ob er noch als ordentlicher Studierender anzusehen ist bereits zum Kreis der Beschäftigten gehört. Hiervon ist auszugehen, wenn ein Student im Laufe eines Jahres mehr als 26 Wochen beschäftigt ist. Vorab muss aber geprüft werden, ob die zu beurteilende Beschäftigung für sich allein gesehen die Voraussetzungen für die Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs erfüllt (d.h. Überschreiten der 20-Stunden-Grenze nur aufgrund Wochenend-, Abend- Nachtarbeit Beschäftigung ausschließlich in den Semesterferien). Nur wenn dies der Fall ist, ist die Prüfung der 26-Wochen- Frist vorzunehmen. Liegen in der zu beurteilenden Beschäftigung für sich gesehen die Voraussetzungen für das Werkstudentenprivileg nicht vor, wird sie auch nicht deshalb versicherungsfrei, weil ggf. unter Berücksichtigung von Vorbeschäftigungen innerhalb eines (Zeit-)Jahres noch keine 26 Wochen überschritten werden. Der Jahreszeitraum ist zu ermitteln, indem vom voraussichtlichen Ende der zu beurteilenden Be schäf tigung ein Jahr zurückgerechnet wird. In diesem Zeitraum sind solche Beschäftigungen anzurechnen, in denen unabhängig von der versicherungsrechtlichen Beurteilung die wöchentliche Arbeitszeit mehr als 20 Stunden beträgt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Beschäftigungen nur bei einem Arbeitgeber bei verschiedenen Arbeitgebern ausgeübt werden. Ergibt die Zusammenrechnung, dass insgesamt Beschäftigungszeiten von mehr als 26 Wochen vorliegen, besteht vom Beginn der zu beurteilenden Beschäftigungen an bzw. von dem Zeitpunkt an, in dem erkennbar ist, dass der vorgenannte Zeitraum überschritten wird, (Beispiel 8). Beispiel 5 Semesterferien 01.07. bis 15.10. 15.02. bis 10.04. Dauer der Beschäftigung 01.11. bis 31.01. wöchentliche Arbeitszeit 22 Stunden Es besteht Versicherungsfreiheit, da die Beschäftigung auf nicht mehr als drei Monate befristet ist. Beispiel 6 Semesterferien 01.07. bis 15.10. 15.02. bis 10.04. Dauer der Beschäftigung 01.07. bis 10.10. wöchentliche Arbeitszeit 22 Stunden Es besteht Versicherungsfreiheit, da die auf mehr als drei Monate befristete Beschäftigung ausschließlich während der Semesterferien ausgeübt wird. Anzurechnende Vorbeschäftigungen sind nicht vorhanden. Beispiel 7 Semesterferien 01.07. bis 15.10 15.02. bis 10.04. Dauer der Beschäftigung 01.11. bis 31.01. Verlängerung der Beschäftigung durch Vereinbarung vom 15.01. bis 14.02. wöchentliche Arbeitszeit 22 Stunden Vom 15.01. an besteht, da zu diesem Zeitpunkt erkennbar ist, dass die Beschäftigung mehr als drei Monate dauert. Beispiel 8 Dauer der Beschäftigung (wöchentlich 21 Stunden) 01.12. bis 28.02. Vorbeschäftigungen (jeweils wöchentlich 21 Stunden) 01.02. bis 31.03. 01.07. bis 15.08. 01.09. bis 30.09. Zwar ist die vom 01.12. an ausgeübte Beschäftigung auf nicht mehr als drei Monate beschränkt; Versicherungsfreiheit besteht aber nicht, weil zu Beginn dieser Beschäftigung erkennbar ist, dass die Beschäftigungsdauer im Laufe eines Jahres 26 Wochen überschreitet.

Versicherungsrechtliche Beurteilung der von Studenten ausgeübten Beschäftigungen ( Werkstudenten ) Bei fortbestehendem Beschäftigungsverhältnis unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts für ein Studium beurlaubt Beschäftigung während eines Urlaubssemesters monatliches Arbeitsentgelt über 450,00 Beschäftigung während des Studiums Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung Beschäftigung während des Studiums Rentenversicherung Monatliches Arbeitsentgelt über 450, Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- u. Arbeitslosenversicherung nach 8 SGB IV wegen Geringfügigkeit ggf. als Student in der Kranken- und Pflegeversicherung (vorrangig) Familienversicherung freiwillige Versicherung als Student als Arbeitnehmer in allen Zweigen in allen Zweigen KV: 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V PV: 20 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 SGB XI RV: 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI ArblV: 25 Abs. 1 SGB III Versicherungsfreiheit nach 8 SGB IV wegen Geringfügigkeit ggf. als Student (KV, PV) KV: 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V PV: 20 Abs. 1 Satz 2 Nr. 9 SGB XI Familienversicherung ( 10 SGB V) freiwillige Versicherung als Student ( 16 Abs. 2 Nr. 1 der Satzung) In der Rentenversicherung besteht auch im Rahmen einer geringfügig entlohnten Beschäftigung. Versicherungsfreiheit kommt nur in Betracht, sofern es sich um eine kurzfristige Beschäftigung ( 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV) handelt. Grundsatz: Während des Urlaubssemesters ist das Erscheinungsbild als Student grundsätzlich nicht (mehr) gegeben. Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs besteht daher regelmäßig nicht! *) Hinweis: Teilnehmer an dualen Studiengängen sind den zur Berufsausbildung Beschäftigten gleichgestellt. Für diese Personen findet 8 SGB IV keine Anwendung. Der unterliegen auch Empfänger von Studienbeihilfen; für sie kommt jedoch ggf. Versicherungsfreiheit wegen Geringfügigkeit in Betracht. **) Hinweis: Die Zeitgrenzen von 3 Monaten bzw. 70 Arbeitstagen gelten für einen Übergangszeitraum vom 01.01.2015 bis 31.12.2018. Vor dem 01.01.2015 und erneut ab dem 01.01.2019 betragen die Zeitgrenzen 2 Monate bzw. 50 Arbeitstage. Mtl. Arbeitsentgelt über 450, Wöchentliche Arbeitszeit über 20 Stunden Beschäftigung von vornherein auf 2 Monate/50 Arbeitstage bzw. 3 Monate/ 70 Arbeitstage befristet Beschäftigung an Wochenenden/abends/nachts bei überwiegendem Studium Beschäftigung unbefristet auf mehr als 26 Wochen befristet versicherungspflichtig KV: 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V PV: 20 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 SGB XI RV: 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI ArblV: 25 Abs. 1 SGB III versicherungsfrei*) KV: 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V PV: folgt KV ArblV: 27 Abs. 4 SGB III bzw. bei mtl. Entgelt von nicht mehr als 450,00 wegen 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV bei befristeter Beschäftigung wegen 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV versicherungspflichtig 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI. Ausnahme: Versicherungsfreiheit, sofern es sich um eine kurzfristige Beschäftigung nach 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV (2 Monate/50 Arbeitstage bzw. 3 Monate/70 Arbeitstage**) handelt Praktikanten stehen in einem Arbeitsverhältnis besonderer Art. Während des Praktikums soll sich der Praktikant in planmäßigem Zusammenhang mit einer theoretischen Ausbildung durch eine zeitlich befristete praktische Tätigkeit in einem Unternehmen Kenntnisse für den künftigen Beruf aneignen. Zwischenpraktikanten Die Vorschriften über die Versicherungsfreiheit während der Dauer eines Hoch- bzw. Fachschulstudiums gelten nicht nur für Werkstudenten. Versicherungsfreiheit liegt auch in der Rentenversicherung ebenso für Studierende vor, die ein in einer Studien- Prüfungsordnung vorgeschriebenes Praktikum, ein sogenanntes Zwischenpraktikum, absolvieren. Diese Praktikanten bleiben, wenn und solange sie an einer Hochschule bzw. Fachhochschule immatrikuliert sind, ihrem Erscheinungsbild nach Studenten. Sie werden deshalb von der als Arbeitnehmer aus genommen. Auf die Dauer des Praktikums, die wöchentliche Arbeitszeit sowie die Höhe des während des Praktikums erzielten Arbeitsentgelts kommt es nicht an. Dies gilt ebenso für Schüler von Fachschulen, die während des Schulbesuchs ein Praktikum absolvieren. Die pauschale Beitragspflicht zur Kranken- und Rentenversicherung gilt bei geringfügig entlohnten Zwischenpraktika nicht. Wird ein nicht vorgeschriebenes Zwischenpraktikum ausgeübt, kommt Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung nur in Betracht, wenn Zeit und Arbeitskraft überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden ( Werkstudentenprivileg 20 Stunden Theorie). Ansonsten unterliegt der Praktikant der als Arbeitnehmer. In der Rentenversicherung besteht in diesen Fällen nur dann Versicherungsfreiheit, wenn es sich um eine kurzfristige Beschäftigung ( 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV) handelt. Vor- und Nachpraktikanten Praktikanten, die ein in einer Studien- Prüfungsordnung vorgeschriebenes Praktikum absolvieren, aber nicht an einer Hoch- Fachhochschule immatrikuliert sind keine Fachschule besuchen, sind grundsätzlich in allen Versicherungszweigen als Arbeitnehmer versicherungspflichtig (Versicherungsfreiheit kommt selbst bei geringfügig entlohnten Praktika nicht in Betracht). In der Kranken- und Pflegeversicherung besteht abweichend davon als Praktikant, wenn das Praktikum unentgeltlich ausgeübt wird. Diese kommt allerdings bei einem Anspruch auf Familienversicherung nicht zum Tragen.

Bei Praktika ohne Arbeitsentgelt müssen die Beiträge zur Praktikantenversicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung vom Versicherten allein aufgebracht werden. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung sind die Beiträge vom Arbeitgeber zu tragen und an die Krankenkasse abzuführen, bei der die Mitgliedschaft die Familienversicherung besteht. Beitragsberechnungsgrundlage in diesen Versicherungszweigen ist ein fiktives Arbeitsentgelt in Höhe von 1% der monatlichen Bezugsgröße. Nicht vorgeschriebene Vor- und Nachpraktika führen grundsätzlich zur als Arbeitnehmer in allen Versicherungszweigen. Da diese Tätigkeiten nicht als Beschäftigungen im Rahmen betrieblicher Berufsbildung angesehen werden, sind jedoch die Geringfügigkeitsregelungen ( 8 SGB IV) zu berücksichtigen. Ergänzend zu den vorstehenden Erläuterungen dient das nachstehende Schaubild als Entscheidungshilfe. Im Zweifel hilft Ihnen auch hier Ihre örtliche Geschäftsstelle der BARMER. Praktikum in einer Studien- Prüfungsordnung vorgeschrieben Vor-/Nachpraktikum Zwischenpraktikum Vor-/Nachpraktikum Zwischenpraktikum als Arbeitnehmer in allen Versicherungszweigen Versicherungsfreiheit in allen Versicherungszweigen Hinweis: Dauer, wöchentliche Arbeitszeit und Höhe des Arbeitsentgelts spielen keine Rolle. als Arbeitnehmer in allen Versicherungszweigen als Arbeitnehmer in allen Versicherungszweigen Regelungen zur Geringfügigkeit ( 8 SGB IV) gelten nicht Besonderheit bei Praktika ohne Arbeitsentgelt: Kranken- und Pflegeversicherung: als Praktikant, sofern kein vorrangiger Anspruch auf Familienversicherung besteht. Befreiung von der als Praktikant auf Antrag ( 8 Abs. 1 Nr. 5 SGB V) möglich. Renten- und Arbeitslosenversicherung: Beiträge aus 1% der mtl. Bezugsgröße ggf. als Student in der Kranken- und Pflegeversicherung (vorrangig) Familienversicherung freiwillige Versicherung als Student Ausnahmen von der Versicherungsfreiheit: duale Studiengänge Nicht vorgeschriebene Vor- und Nachpraktika gelten nicht als Beschäftigung im Rahmen betrieblicher Berufsbildung π Anwendung 8, 8a SGB IV (Geringfügige Beschäftigung geringfügige selbstständige Tätigkeit) möglich. Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung: Werkstudentenprivileg gilt, d. h., ist der Praktikant vom Erscheinungsbild her als Student anzusehen, besteht keine als Arbeitnehmer. Nicht vorgeschriebene Zwischenpraktika gelten nicht als Beschäftigung im Rahmen betrieblicher Berufsbildung π Anwendung 8, 8a SGB IV (Geringfügige Beschäftigung geringfügige selbstständige Tätigkeit) möglich. Ggf. als Student in der Kranken- und Pflegeversicherung (vorrangig) Familienversicherung freiwillige Versicherung als Student Rentenversicherung: Unabhängig vom Erscheinungsbild besteht grundsätzlich als Arbeitnehmer. Ausnahme: kurzfristige Beschäftigung nach 8 Abs. 1 Nr. 2, 8a SGB IV.

Wichtiger Hinweis bei Eintritt von Bei Ihrem Aushilfsjob müssen Sie Besonderheiten beachten, um Komplikationen bei Ihrem durchgehenden Krankenversicherungsschutz zu vermeiden. Hier informieren wir Sie gerne persönlich. Deshalb: Nehmen Sie vor Beginn Ihres Jobs bitte unbedingt Kontakt zur BARMER auf. Sie erhalten als BARMER Mitglied eine spezielle Service-Karte mit wichtigen Hinweisen und Tipps für Ihren Krankenversicherungsschutz und zum Berufsstart. www.barmer.de 6244 0118