Gelenkverletzungen
Gelenkluxationen Die Gelenkflächen verlieren bei der vollständigen Luxation den Kontakt zueinander Bei der unvollständigen (partiellen) Luxation bleibt noch ein Teilkontakt erhalten Sehr häufig sind (v.a. bei der vollständigen Luxation) Kapsel und/oder Bandstrukturen verletzt, daraus können Folgeschäden (Instabilität) resultieren
Formen von Luxationen Ausprägung: Vollständige vs. Unvollständige Luxation = Luxation vs. Subluxation Entstehungsart: traumatisch vs. habituell Evtl. mit begleitender Fraktur (Luxationsfraktur)
Häufig von Luxationen betroffene Gelenke Schultergelenk (>50% aller Luxationen) enormer Bewegungsumfang überwiegend muskulo-ligamentär gesichert (vgl. im Gegensatz hierzu das Hüftgelenk) Radiusköpfchenluxation (= Chassaignac ) Kommt nur bei Kleinkindern bis 4 Jahre vor Patellaluxation V.a. bei angeborener Patelladysplasie Finger- und Zehengelenke (vgl. Schultergelenk)
Schultergelenkluxation
Schultergelenkluxation
Schultergelenkluxation
Schultergelenkluxation Häufig ist die traumatische Luxation, z.b. durch Sturz auf den gestreckten Arm Die habituelle Luxation tritt bei alltäglichen Bewegungen auf und basiert auf einer Laxizität des Kapsel-Band-Apparates (angeboren, antrainiert oder infolge traumatischer Luxation) Therapie: Reposition nach Röntgen (Frakturauschluss) Anschließend Ruhigstellung (Kapselschrumpfung)
Reposition einer Schultergelenkluxation - Wichtig: Vorher röntgen, vorher und nachher DMS dokumentieren! - Meist ohne Narkose möglich, wichtig: Entspannung des Patienten durch Verbalnarkose oder Analgosedierung.
Hill-Sachs-Delle Bankart-Läsion Das Entstehen einer Hill-Sachs-Delle und/oder ein Abriss der Gelenklippe (=Labrumabriss,=Bankart-Läsion) können erneute Luxationen begünstigen und die Entstehung einer Arthrose des Schultergelenkes (Omarthrose) beschleunigen
Bankart-Läsion
Luxation des AC-Gelenkes Das Acromio-Clavicular-Gelenk (AC-Gelenk) wird meist bei Stürzen direkt auf die Schulter verletzt Der Schweregrad der Verletzung wird nach Tossy und Rockwood eingeteilt
Luxation des AC-Gelenkes Einteilung nach Tossy/Rockwood
Luxation des AC-Gelenkes Therapie: Bei Tossy I immer konservativ Typ II konservativ außer bei kosmetischen Problemen Ab Typ III operativ (Kordel, Schraube, Rüsselplatte...)
Subluxation des Radiusköpfchens (Chassaignac)
Subluxation des Radiusköpfchens (Chassaignac) Tritt bei Kindern bis 4 Jahre auf, danach ist das proximale Radioulnargelenk stabiler Das Radiusköpchen schlüpft aus dem Ligamentum anulare hinaus Typische Klinik: Der Arm hängt schlaff herab, meist im Ellenbogen gestreckt Das Kind greift und spielt nur mit dem gesunden Arm Der Unterarm wird proniert gehalten Beugung um Ellenbogen und Supination schmerzhaft
Subluxation des Radiusköpfchens (Chassaignac) Therapie: Manuelle Reposition durch Supination unter Druck auf das Radiusköpchen (ggf. Beugung oder Streckung im Ellenbogen). Kein Röntgen notwendig bei typischer Klinik und erfolgreicher Therapie
Luxation von Finger- oder Zehengelenken Meist geschlossen reponierbar (in Lokal- bzw. Leitungsanästhesie) Danach Ruhigstellung für 2-3 Wochen (Schiene, Tape) Cave: Beigleitende Sehnenrupturen!
Ellenbogenluxation Meist durch Sturz auf die Hand verursacht. Häufigste Form: Luxation nach dorsal Weitere Formen: Nach medial, lateral und ventral Häufig mit Begleitverletzungen (Radiusköpfchenfraktur, Fraktur des Proc. coronoideus ulnae, Epikondylenfrakturen, Verletzung von Nerven oder Gefäßen) Therapie: Reposition manchmal in Analgosedierung möglich, häufig jedoch in Narkose, ggf. offene Reposition (v.a. bei Begleitverletzungen).
Ellenbogenluxation
Ellenbogenluxation
Patellaluxation Die Patella ist das größte Sesambein des Menschen Unterscheide traumatische vs. habituelle Luxation (bei der Patella häufig habituelle Luxationen) Die habituelle Luxation wird durch eine Dysplasie (angeborene Fehlentwicklung des Femoro-Patellar- Gelenkes begünstigt) Bei habituellen Luxationen meist spontane Reposition Bei Einriss der Retinakula kommt es zur Einblutung ins Kniegelenk (-> Schwellung, Schmerzen) Knorpelschäden durch Abscheren möglich
Patellaluxation
Patellaluxation Riss des medialen Retinakulums Gleitlager- Dysplasie
Patellaluxation Therapie: Operativ bei Begleitverletzungen oder zur Verhinderung erneuter habitueller Luxationen (Lateral release, mediale Raffung, Versetzen der Patellarsehne) Konservativ: Orthese beim Sport, Muskeltraining
Mondbeinluxation=Lunatumluxation Häufigste Handwurzelluxation Wird desöfteren mal übersehen
Kniegelenkluxation Hüftgelenkluxation Bei heftigem Trauma ( dashboard -Verletzung) Häufiger bei Z.n. Hüft-TEP Kniegelenkluxation Unterkieferluxation Kiefersperre, Asymmetrie Manuelle Reposition möglich durch Druck auf untere Zahnreihe
Was hat dieser Patient?
Hüftgelenkluxation
Hüftgelenkluxation
Hüftgelenkluxation
Hüftgelenkluxation
Hüftgelenkluxation Reposition gelingt meist nur in Narkose, da nur hier eine ausreichende Muskelrelaxation erreicht werden kann. Bei Einklemmung von Weichteilen muss offen d.h. operativ reponiert werden.
Hüftgelenkluxation
Meniskusverletzungen
Meniskuseinklemmung
Gelenkerguss
Kreuzbandverletzungen
Kreuzbandverletzungen
Meniskusverletzungen
Meniskusverletzungen
Meniskusverletzungen
Gelenkverletzungen
Gelenkverletzungen