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Transkript:

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Prostatakrebs ist eine Krebsart, die mehr Menschen betrifft, als man denkt: Mit 57.400 Neuerkrankungen pro Jahr ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Etwa jeder 8. Mann erkrankt während seines Lebens an Prostatakrebs. 90 % der Betroffenen überleben mindestens 10 Jahre; viele von ihnen allein durch eine aktive Überwachung, indem sie regelmäßig kontrolliert werden. Es versterben also deutlich weniger als an Lungen- oder Darmkrebs. 1 Erkrankungsrisiko in Deutschland nach Alter Männer im Alter von in den nächsten 10 Jahren jemals 35 Jahren < 0,1 % (1 von 4.300) 12,1 % (1 von 8) 45 Jahren 0,4 % (1 von 230) 12,2 % (1 von 8) 55 Jahren 2,3 % (1 von 43) 12,3 % (1 von 8) 65 Jahren 5,4 % (1 von 18) 11,2 % (1 von 9) 75 Jahren 5,4 % (1 von 19) 7,8 % (1 von 13) Lebenszeitrisiko 11,9 % (1 von 8) Modifiziert nach RKI, Krebs in Deutschland für 2013/2014, 2017 1

Wer ist betroffen? Prostatakrebs tritt vor dem 50. Lebensjahr nur selten auf. Früherkennung wird von Experten ab dem 45. Lebensjahr empfohlen. 2 Gibt es Risikofaktoren? Der wichtigste Risikofaktor ist steigendes Alter. Allerdings stellen auch eine familiäre Vorbelastung oder der ethnische Hintergrund Risikofaktoren dar. Wie äußert sich Prostatakrebs? In den Anfangsstadien treten keine Beschwerden auf. Erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung kann es zu Schmerzen im Becken- und Rückenbereich sowie zur Beeinträchtigung der Blasen- oder Darm-Funktion kommen. Diese Zeichen können auch bei anderen Erkrankungen vorkommen. Die Früherkennung bietet Vorteile: Wird ein Tumor zu einem Zeitpunkt erkannt, an dem er noch auf die Prostata begrenzt ist, so ist er meist besser behandelbar und die Heilungschancen sind höher. Ein möglicher Nachteil der Früherkennungsuntersuchung ist, dass sie einen nicht eindeutigen Befund hervorbringen kann, sodass weitere Kontrollen rückblickend bei dem ein oder anderen Mann zu einer Überbehandlung führen, obwohl der Krebs keiner Behandlung bedurft hätte. Was umfasst die Früherkennung? In Deutschland ist bei Männern mit einer Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren die Früherkennungsuntersuchung von Prostatakrebs ab 45 Jahren vorgesehen. Dann sollen sie über die Möglichkeiten und Inhalte der Untersuchung und deren Folgen aufgeklärt werden. Wird der Wunsch nach Früherkennung geäußert, wird ein rektaler Tastbefund erhoben. Außerdem kann einmalig ein bestimmter Blutwert gemessen werden, das Prostataspezifische Antigen oder abgekürzt PSA. Je nach Befund und Lebensalter werden dann Kontrolluntersuchungen alle 1 4 Jahre empfohlen. Bei Männern über 70 Jahren mit einem niedrigen PSA-Wert kann sogar auf weitere Folgeuntersuchungen verzichtet werden. Mehr Informationen zur Früherkennung von Prostatakrebs finden Sie im Factsheet Ablauf Früherkennung, das Sie sich auf www.deine-manndeckung.de/frueherkennung/ herunterladen können. 2

Wie läuft die Therapie ab? Zur Therapie von Prostatakrebs gibt es verschiedene Ansätze. Wenn die Diagnose gestellt ist, wird eine individuelle Therapieempfehlung gemeinsam mit dem Patienten abgestimmt und geplant. Aktive Überwachung Wenn kein Eingriff notwendig ist, wird eine besondere Überwachung wichtig, damit bei Fortschreiten der Erkrankung rechtzeitig eine Therapie begonnen werden kann. Operation Ist die Erkrankung auf die Prostata begrenzt, kommt neben der Überwachung auch eine Operation in Frage. Bei dem chirurgischen Eingriff werden die Prostata und gegebenenfalls in der Nachbarschaft liegende Lymphknoten entfernt. Diese Operation ist vor allem sinnvoll, wenn nur das Gewebe der Prostata betroffen ist. 2 Strahlentherapie Ist die Erkrankung auf die Prostata begrenzt, kommt neben der Überwachung oder Operation auch eine Strahlentherapie in Frage. Bei der Strahlentherapie wird durch äußere oder innere Bestrahlung das Gewebe des Prostatakrebses zerstört. 3

Hormontherapie Sind bereits andere Organe betroffen, weil der Tumor gestreut hat oder die anderen Therapien nicht erfolgreich sind, kann es sinnvoll sein, zusätzlich eine Hormontherapie anzuwenden. Die Hormontherapie wirkt systemisch, das heißt im ganzen Körper. Da das Wachstum von Prostatakrebszellen primär abhängig von Hormonen ist, wird bei der Hormontherapie die Wirkung dieser Hormone unterdrückt. Allerdings können sich Krebszellen verändern und nach einer gewissen Zeit auf diese Art von Therapie nicht mehr ansprechen. 2 Chemotherapie Sind bereits andere Organe betroffen, weil der Tumor gestreut hat oder die anderen Therapien nicht erfolgreich sind, kann es sinnvoll sein, zelltoxische Substanzen (Zytostatika) alleine oder in Kombination mit einer Hormontherapie einzusetzen, um das Wachstum der Krebszellen zu stoppen. Langfristige Beobachtung Nicht alle Männer, die im Laufe ihres Lebens ein Prostatakarzinom entwickeln, müssen mit einer Einschränkung ihrer Lebenserwartung oder Lebensqualität durch den Krebs rechnen. Die Strategie des Zuwartens kommt insbesondere für Männer mit einer eingeschränkten Lebenserwartung von < 10 Jahren in Frage. Bei diesen Patienten lassen die Untersuchungen ein so langsames Wachstum vermuten, dass keine Lebensgefahr besteht. Referenzen 1. Robert Koch Institut, Krebs in Deutschland 2013/2014, 11. Ausgabe, 2017. 2. Deutsche Krebshilfe e.v., Prostata Krebs, Antworten, Hilfen, Perspektiven, Stand 2/2013. 4