Partizip -Ein Überblick Inventur der Tätigkeiten 1. Partizipationsmuster identifizieren 2. Liste von Aktivitäten einer Unterrichtssituation darstellen 3. Partizipationsmuster der Peers - Was machen die anderen? Gemeinsamkeiten und Differenzen zur Teilnahme der Person einschätzen 4. Partizipationsbarrieren identifizieren Gelegenheitsbarrieren Sachzwänge Einstellungen der Mitarbeiter Einfluss der peers Sozialformen des Unterrichts (...) Zugangsbarrieren Inhalt Lernbereitschaft Personelle Ressourcen (...) Wie lassen sich (gemeinsame) Lernsituationen herstellen? Partizipation durch veränderte Sozialformen veränderte Sprache veränderte Lernräume Methodisch-didaktische Dimension inklusiver Bildungsprozesse 5. Planen und implementieren von Interventionen (auf Gegenwart und Zukunft ausgerichtet) Wie lässt sich der Inhalt aufbereiten und die Lernbereitschaft erhöhen? Partizipation durch Elementarisierung Differenzierung Individualisierung Motivation 6. Evaluation War die Intervention erfolgreich? Hat sich der Partizipationsgrad erhöht? JA NEIN Radikale Veränderung des schulischen Umfeldes Ggf.: Wechsel des Förderortes
Schritt 1: Partizipationsmuster identifizieren Wie nimmt der Schüler am bisherigen Unterricht teil? In welchen Situationen fällt es ihm/ihr schwer mitzuarbeiten? (Sozialformen, Unterrichtsfächer, Beziehung zu einzelnen Schülern, Lehrern etc.) In welchen Situationen fällt es ihm/ihr leicht mitzuarbeiten? (z.b. Sozialformen, Unterrichtsfächer, Beziehung zu einzelnen Schülern, Lehrern, etc.)
Schritt 2: Liste von (geplanten) Unterrichtsaktivitäten und -Tätigkeiten Wie sieht der schulische Alltag im Unterricht aus? -Liste von geplanten Aktivitäten einer Unterrichtsreihe, einer Unterrichtsstunde erstellen - Eine Aktivität, bzw. eine Unterrichtsstunde exemplarisch auswählen und konkretisieren Geplante Aktivitäten einer Unterrichtsreihe, / -Stunde bzw. eines Unterrichtstages Möglichst genaue Beschreibung einer geplanten Aktivität / Phase einer ausgewählten Unterrichtsstunde Aktivität:
Schritt 3: Partizipationsmuster der Peers einschätzen Gewählte Aktivität: -Von welcher Beteiligung / Partizipation der Mitschüler ist in der ausgewählten Situation / Aktivität auszugehen? -Kann sich der Schüler in diese Situation sinnvoll einbringen? -Worin liegt das Gemeinsame und das Spezielle in der Situation? Wie beteiligen sich die Mitschüler in der geplanten Situation? In welchen Phasen kann der Schüler auf dem gleichen Stand teilnehmen, wo ist eine Veränderung notwendig? (Wie, was und womit arbeiten die Schüler? konkrete Schüleraktivitäten, Sozialformen) (Erwartetes Verhalten, Lern- und Leistungsvoraussetzungen des Schülers berücksichtigen, Gemeinsamkeiten und Diskrepanzen im Partizipationsgrad feststellen)
Schritt 4: Partizipationsbarrieren identifizieren Gewählte Aktivität: Wo genau liegen in der konkreten Umsetzung die möglichen Barrieren / Probleme bezogen auf diese Unterrichtssituation /-Aktivität? -bezogen auf die Gelegenheit im Unterricht -bezogen auf den Zugang zum Unterricht / zu Unterrichtsinhalten -Gemeinsamer Austausch über Hypothesen Analyse der Probleme bezogen auf die Gelegenheit Analyse der Probleme bezogen auf den Zugang -Sozialform -Sachzwänge -Einstellung der Mitarbeiter -Einfluss der peers -Interesse und Bedeutung des Inhaltes für den Schüler -Differenzierung von Arbeitsaufträgen -Elementarisierung des Inhalts -Lernbereitschaft Hypothesen über die Ursache / Konsequenzen Hypothesen über die Ursache / Konsequenzen
Schritt 5: Planung und Durchführung von Interventionen für die dargestellte Unterrichtssituation Welche kurzfristigen und langfristigen Maßnahmen ergeben sich aus den festgestellten Partizipationsbarrieren? Welche Sozialformen können den Schüler in der Partizipation an der gewählten Aktivität unterstützen? Wie viel Kollektivierung / Individualisierung ist notwendig und sinnvoll? Welche Lernchancen stehen für den Schüler im Mittelpunkt? Welche Differenzierungsmaßnahmen lassen sich daraus ableiten? Kurzfristiger Maßnahmen zur Reduktion der Gelegenheitsbarrieren Kurzfristige Maßnahmen zur Reduktion der Zugangsbarrieren Langfristige Maßnahmen / Zielkomplex: Gelegenheit Langfristige Maßnahmen / Zielkomplex: Zugang
Schritt 6: Evaluation der Interventionen Hat sich der Partizipationsgrad in gewünschtem Maß erhöht? War die Intervention erfolgreich? Welche Maßnahmen waren sinnvoll bzw. nicht sinnvoll? Verbindliche Absprachen im Team Folgende Maßnahmen waren erfolgreich: Konsequenzen: Folgende Maßnahmen waren nicht erfolgreich: Konsequenzen
Allgemeine (integrative) Pädagogik und Didaktik: Zeitschrift:Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft; Thema: Integration ist unteilbar Nr. 2/2001 Bintinger,G., Wilhelm, M. (Hrsg.): Eine Schule für dich und mich. Inklusiven Unterricht gestalten, inklusive Schule gestalten. Ein Handbuch zur integrativen LehrerInnenaus- und weiterbildung. Insbruck, Wien, München, 2002. Eberwein, H.:(Hrsg.): Integrationspädagogik. Kinder mit und ohne Beeinträchtigung lernen gemeinsam; ein Handbuch 2002, 9-109 Feyerer, E.: Pädagogik und Didaktik integrativer bzw. inklusiver Bildungsprozesse. Herausforderung an Lehre, Forschung und Bildungsinstitutionen.Erschienen in: Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft. Nr. 1/2003; Reha Druck Graz, S.38-52 Feuser, G.: Integration - eine Frage der Didaktik einer Allgemeinen Pädagogik. In: Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft Nr. 1/99 Heimlich, U.: Didaktische Konzepte für den zieldifferenten Gemeinsamen Unterricht. In : ZfHp. 6/2004, 288-296 Sander, A. : Konzepte einer inklusiven Pädagogik in: Zeitschrift für Heilpädagogik 5/2004 Wocken, H.: Gemeinsame Lernsituationen. In: Hildeschmidt, A.; Schnell, I. (Hrsg.): Integrationspädagogik. Auf dem Weg zu einer Schule für alle. Weinheim 1998. Differenzieren, Elementarisieren, Individualisieren Planung von Unterricht Bintinger, G., Wilhelm M.: Inklusiven Unterricht gestalten. Erschienen in: Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft. Nr. 2/2001 Hans Brügelmann: Die Öffnung des Unterrichts muß radikaler gedacht, aber auch klarer strukturiert werden.internetveröffentlichung: (http://bidok.uibk.ac.at/library/bruegelmannradikal.html?hls=differenzierung) Boban, I., Hinz, A.: Index für Inklusion. Lernen und Teilhabe in der Schule der Vielfalt entwickeln Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Deutsche Übersetzung von Booth/Ainscow (2002) ( Fragekatalog C1-Lernarrangements organisieren) Lamers, W.: Goethe und Matisse für Menschen mit einer schweren Behinderung. In: Heinen, N./ Lamers, W.: Geistigbehindertenpädagogik als Begegnung. Düsseldorf 2000, 177-206 Kooperation Ausgewählte Literatur: Für den Einsatz des PARTIZIP-Modells kann ein gezieltes Literaturstudium in folgenden Bereichen hilfreich sein: Eberwein, H./ Knauer, S.: Rückwirkungen integrativen Unterrichts auf Teamarbeit und Lehrerrolle (überarbeitete Neufassung). In: Eberwein, H./Knauer, S. (Hrsg.): Integrationspädagogik - Kinder mit und ohne Beeinträchtigung lernen gemeinsam. Ein Handbuch. Weinheim und Basel 2002, 422-433. Kreie, G.: Einsatz von Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen in integrativ arbeitenden Grundschulen. In: Eberwein, H. (Hrsg.): (2002) Wocken, H.: Kooperation von Pädagogen in integrativen Grundschulen. In: Hans Wocken, Georg Antor, Andreas Hinz (Hrsg.): Integrationsklassen in Hamburger Grundschulen. Hamburg: Curio Verlag 1988; S. 199-274