Stundenprotokoll vom 07.07.15 Bildungswissenschaften Modul 2.4 (SoSe 2015) Stundenprotokoll vom 07.07.15 Seminar Kommunikation und Interaktion Dozentin: Fr. Dr. Lütjen Protokollantin: Rebecca Schmude Zu Beginn der letzten Sitzung wurde das Stundenprotokoll vom 22.06. vorgestellt. Dabei wurde nochmals auf Das Referat zur Schemapädagogik eingegangen. Im Weiteren wurden Theorien von Keupp, Harris und Rogers eingegangen. Hier ist im Besonderen der Ansatz von Rogers zu nennen, der sich mit dem Bereich der Erziehungsberatung bzw. der entwicklungspsychologischen Abteilung beschäftigt. Während seiner Arbeit als Psychologe und Therapeut stellt er drei Basisvariablen, die Grundhaltungen des Therapeuten, auf: Die erste Variable ist die der Kongruenz. Darunter wird die Echtheit, die Unverfälschtheit oder die Transparenz seitens des Therapeuten verstanden. Der Therapeut soll sich als Helfer seines Klienten sehen und ihm durch seine eigene Transparenz eine Beziehung auf Vertrauensbasis ermöglichen. Die nächste Variable ist die Empathie. Dabei ist der Therapeut bemüht, seinen Klienten in seinem Erleben, seinen Werthaltungen, Motiven, Wünschen und Ängsten zu verstehen. Es ist ihm dadurch möglich, sich auf sein Gegenüber einzulassen und die Welt mit seinen Augen zu sehen. Nun wurde das Referat kurz für eine Diskussion über die Variable der Empathie unterbrochen. Frau Lütjen fragte uns, was wir unter diesem Begriff verstehen und ob er für uns als LehrerInnen von Bedeutung sei? Wir erklärten uns den Begriff Empathie mit dem Verständnis und dem Mitgefühl unseres Gegenübers. Mit der entgegengebrachten Empathie wird man sich selbst gegenüber ehrlicher und sie Selbstzensur wird weniger. Wir müssen uns nicht schuldig fühlen oder sogar verstecken. Frau Lütjen zeigte uns, dass Rogers Neurosen mit fehlender Empathie des Gegenübers erklärt. In solchen Therapiegesprächen, wie Rogers sie vorschlägt, können sie gelöst werden. Ebenso können die Basisvariablen auch auf den Unterricht angewendet werden. Denn für jede Interaktion sind diese Variablen wichtig. Sie gelten für jeden, wenn Menschen miteinander arbeiten bzw. agieren, sei es die Krankenschwester oder der Sozialarbeiter. Das Protokoll wurde fortgesetzt und es ging nun um das Referat "Spracherwerb bei Kindern aus anderen Ländern in der Grundschule". Dabei wurde Deutsch als 1
Zweitsprache vorgestellt und wie wichtig es ist, dass die Kinder in dieser Lebensphase sprachliche Vorbilder brauchen und vor allem die Sprache selbst erfahren müssen, zum Beispiel durch Spiele oder Geschichtenerzählen. Nach dem Protokoll hörten wir das erste Referat über Jean Piaget. 1.Biografie *09. August 1896 in Neuchatel (Schweiz) 16.September in Genf fasziniert von den Naturwissenschaften erforschte logisches Denken bei Grundschulkindern benutzte eigene Kinder für Forschungszwecke er schrieb in 5 Büchern seine Forschungsergebnisse nieder 2.kognitive Entwicklung von Kindern Assimilation und Akkomodation Zusammenspiel von Assimilation, das Anwenden von bereits vorhandenem Wissen, und Akkomodation, das Umwandeln und Anpassen an die Umwelt, nennt man Adaption. Assimilation Subjekt Prozess der Adaption Umwelt Akkomodation 3. Entwicklungsstufen jeder durchläuft in seiner Entwicklung Stufen Stufen= universell übertragbar jede Stufe hat spezielle Eigenschaften 2
3.1 Sensomotorische Phase ( Geburt bis 2.LJ.) Kind macht Erfahrungen mit seinen Sinnesorganen und mit seinen Bewegungen sensomotorische Phase wird in 6 Unterphasen eingeteilt: 1. 0.-1. Lebensmonat Angeborene Reflexmechanismen von der Geburt an ist das Kind mit bestimmten Reflexen ausgestattet. Der Organismus zeigt spontane Tätigkeit. 2. 1.-4. Lebensmonat Primäre Kreisreaktionen Handlungen mit angenehmen Konsequenzen werden widerholt." Das Kind baut sich sein Wissen von dieser Welt auf, indem es durch aktives Tun zunächst Erfahrungen an seinem eigenen Körper, später an Gegebenheiten seiner Umwelt sammelt..." 3. 4.-8. Lebensmonat Sekundäre Kreisreaktionen Das Kind erkennt, dass es durch eigene Aktivität bestimmte Effekte in der Umwelt hervorrufen kann. Handlungen können als Mittel zum Zweck eingesetzt werden. Es existiert demnach die Möglichkeit einer Differenzierung zwischen dem gewünschten Ziel und dem angewendeten Mittel zur Erreichung des Ziels. 4. 8.-12. Lebensmonat Intentionales Verhalten Übertragung bereits bekannter Effekte auf eine Aktivität in neuen Situationen. Durch das Ausprobieren werden die Handlungsschemata durch Anpassung weiter verfeinert. 5. 12-18. Lebensmonat Tertiäre Kreisreaktionen Das Kind versucht herauszufinden, wann und warum bestimmte Ereignisse auftreten. es offenbart Interesse an jeder neuen Reizsituation. Durch das Experimentieren in der Umwelt werden neue Handlungsschemata angelegt. 6. 18.-24. Lebensmonat Übergang zur voroperationalen Phase Ergebnisse einer Aktivität können teilweise vorhegesehen werden. Experimentieren, wie eine Handlung am besten vollzogen werden kann, wird unnötig. Mit knapp zwei Jahren existiert ein inneres Abbild eines Gegenstandes. 3.2 Präoperationale Phase (2.-7. LJ) kindliches Denken beinhaltet noch Fehler, da das Denken mehr von Wahrnehmungen als von Logik geleitet wird Anthropomorphismus: Tendenz zur Vermenschlichung 3
Magisches Denken: Gegebenheiten werden mit höheren Mächten als mit Logik erklärt Jetzt wurde ein kurzes Video auf youtube zu kindlichen Irrtümern gezeigt. Hier sah man verschiedene Versuche mit einem kleinen Jungen, zum einen das berühmte Flüssigkeitenexperiment oder das Vergleichen von Stocklängen. Nachfolgend wurden sie mit folgenden Phänomenen erklärt: 1. Egozentrismus: das Kind sieht nur seine Ansicht als die einzig wahre -> "Drei-Berge-Versuch" 2. Zentrierung: Aufmerksamkeit/Urteil liegt nur auf einem Merkmal 3.3 Konkrete Operationen (7.- 12. LJ.) Logik statt Wahrnehmung im Vordergrund konkrete Denkoperationen werden erklärbar hypothetisch-deduktives Denken: Wenn zwei Annahmen wahr sind, dann muss auch eine darauf abgeleitete Folgerung wahr sein. (Inklusionsbeziehung) 3.4 Formales Operieren (12.-15. LJ.) logisches Denken fast ausgereift hypothetische Annahmen nachvollziehbar 4. Fazit selbstständige Entwicklung von Kindern ermöglichen und anregen nur das Kind ist in seiner Entwicklung aktiv dem Kind müssen zahlreiche Anregungen zur Erkundung gegeben werden Piaget sieht Intelligenz als besondere Form der biologischen Anpassung Im zweiten Referat ging es um " Kommunikation zur Entschärfung von Konfliktsituationen im schulischen Kontext". 1. Definition von Kommunikation "Man kann nicht nicht kommunizieren." (Watzlawick) 4
"Prozess der Übertragung von Nachrichten zwischen einem Sender und einem oder mehreren Empfängern." (vgl. Gabler Wirtschaftslexikon) 2. Definition von Konflikt lat.: Widerstreit, Zusammenstoß Auseinandersetzung intrapersoneller Konflikt ( Gewissenskonflikt) interpersoneller Konflikt (zwischen zwei Akteuren) 3. Auslöser und Ursachen von Konflikten unbedachte Äußerung Witz, der vom Gegenüber falsch verstanden wird nonverbales Zeichen nichtgehaltenes Versprechen schlechte Laune Kommunikationsproblem 4. Konfliktkontrahenten Schüler-Schüler Schüler-Lehrer Lehrer-Lehrer/ Lehrer-Schulleitung Lehrer-Eltern 5. Konflikterkenntnis und Konfliktmanagement Konfliktbeschreibung Konfliktgeschichte Konfliktzusammenhang Konfliktparteien praktizierte Konfliktregelung -> Mit Konfliktmanagement werden Konflikte und neue Verhaltensmuster geklärt 6. Konfliktbewältigungsstrategien "Jeder -gewinnt- Methode" nach Gordon favorisiert 5
7. Konfliktregelung nach Glasl Berater bzw. Experten werden in den Problemlösungsprozess mit eingebunden die Konfliktkompetenz der Lehrer und Schüler werden dadurch mit gestärkt 8. Unterrichtsstörungen verbales Stören fehlende Lernmotivation motorische Unruhe aggressives Verhalten 9. Kategorisierung von Unterrichtsstörungen nach H.P. Nolting aktive Unterrichtsstörungen passive Unterrichtsstörungen Störungen der Schüler-Schüler Interaktion 10. Prävention von Unterrichtsstörungen Förderung des Klassenklimas erzieherische Maßnahmen des Klassenlehrers Aufstellen von Regeln Form des Unterrichts Rücksichtnahme und Geborgenheitsgefühl in der Klasse (vgl. Eisberg-Modell) 11. 7 Grundbedürfnisse von Kindern 1. Bedürfnis nach liebevollen und beständigen Beziehungen 2. Bedürfnis nach körperlicher Unversehrtheit, Sicherheit und Regulation 3. Bedürfnis nach individuellen Erfahrungen 4. Bedürfnis nach entwicklungsgerechten Erfahrungen 5. Bedürfnis nach Grenzen und Strukturen 6. Bedürfnis nach stabilen und unterstützenden Gemeinschaften 7. Bedürfnis nach einer sicheren Zukunft für die Menschheit Führungskompetenz des Lehrers ist ausschlaggebend, um Unterrichtsstörungen einzudämmen 6
Nach dem Referat galt es noch ein paar organisatorische Dinge bezüglich der Abschlussprüfung zu klären. Frau Lütje erklärte zur Prüfung: Gliederung mit 3 Hauptschwerpunkten (dürfen auch untergliedert sein) administrativer Kopf Literaturverzeichnis -> nicht nur ein Buch gelesen haben Gliederung gilt als roter Faden Modulschein nicht vergessen! 3 Gliederungen zur Prüfung mitbringen (Frau Lütjen, Herr Rödler, eigene) die Gliederung Frau Lütjen spätestens einen Tag vor der Prüfung per e-m zuschicken die ersten Termine sind am 24.07.15; man bekommt Bescheid, wann der eigene Prüfungstermin ist Sprechstunde ist am Donnerstag wieder um 18 Uhr bei Fragen steht Frau Lütjen zur Verfügung, auch bei der Recherche oder Bücherauswahl für die Prüfung 7