NZZ-Podium vom 12. März 2015 Schönheit und Lifestyle

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1 NZZ-Podium vom 12. März 2015 Schönheit und Lifestyle Von Prof. Dr. Wolfgang Ullrich Schönsein als Kulturtechnik Der Verstand sei die bestverteilte Sache der Welt, schrieb René Descartes zu Beginn seines «Discours», seien doch selbst sonst unersättliche Menschen der Ansicht, genug davon zu haben. Oder hat sich schon mal jemand beschwert, zu dumm zu sein? Mit der Schönheit hingegen verhält es sich anders. Hier fühlt sich fast jeder zu kurz gekommen, und vermutlich wurde auch insgesamt zu wenig davon verteilt. Problemzonen also allenthalben und daher riesige Märkte für Schönheitsprodukte. So wechselte die Firma «Allergan», die 80 Prozent des globalen Absatzes von Botox kontrolliert, 2014 für 66 Milliarden Dollar den Besitzer. Und unter den zehn bestverdienenden Ärzten der Welt sind nicht weniger als vier Schönheitschirurgen. Zugleich jedoch hat kaum etwas ein schlechteres Image als eine Schönheits-OP. Zahllos sind die Missbilligungen, die sowohl denjenigen, die der Schönheit medizinisch nachhelfen, als auch den Kunden der entsprechenden Dienstleistungen gelten. Letztere geben sich auch kaum einmal zu erkennen: Als würden sie selbst nicht dazu stehen, dass sie sich Brüste vergrössern, Fett absaugen oder Haare verpflanzen lassen. Doch vielleicht sind die strikten Ablehnungen der Beauty-Medizin gerade Folge der allgemeinen Unzufriedenheit mit der Verteilung von Schönheit. Eben weil viele selbst gerne schöner wären, empfinden sie es als Spielverderberei, wenn andere sich um eine künstlich geschaffene Schönheit bemühen: Bricht nicht aus der Solidargemeinschaft der zu kurz Gekommenen aus, wer sich nicht länger mit den eigenen Mängeln abfindet? Andere Kritiker halten es für anmassend und selbstsüchtig, sich zum Gestalter des eigenen Körpers zu machen. Vielleicht sagen sie sogar, dass der Mensch als Geschöpf Gottes diesem nicht ins Handwerk pfuschen dürfe. Anders als bei einer religiösen Begründung bleiben viele Einwände hingegen ziemlich vage. Dann ist etwa von Manipulation die Rede. Doch was ist, wenn man mit blitzblanken Zähnen herumläuft, während ohne massive zahnärztliche Unterstützung nur ein paar schwarze Stummel im Mund wären? Ist das nicht auch Manipulation? Oder

2 2 stellt der Zahnarzt nur einen Zustand wieder her, der beim jeweiligen Menschen schon einmal vorhanden war, während der Schönheitschirurg einen Körper umdefiniert und Proportionen verschiebt? Aber warum ist man dann auch dagegen, dass einem ehedem schlanken Menschen das nach und nach angesammelte Fett abgesaugt wird? Trägt das nicht ebenfalls zur Rückkehr zu einem früheren schöneren Körperbild bei? Hier liegt wieder der Verdacht der Missgunst in der Luft. Diesmal wird es als unfair empfunden, nur mit Geld schnell zu korrigieren, wofür andere viel Zeit und Anstrengung aufwenden, wenn sie sich einer Diät oder einem Workout-Programm unterziehen. Statt einer Manipulation der Natur wird also Bequemlichkeit unterstellt und das wohl von niemand so gerne wie von Menschen, die sich viel in Fitnessstudios aufhalten. Wer mehrmals wöchentlich trainiert, Muskeln aufbaut, den Fettgehalt seines Körpers reduziert, Leistungsgrenzen verschiebt, hat nur Spott und Verachtung für alle Formen käuflicher Schönheit übrig. Dahinter steht, nicht unbedingt bewusst, ein protestantischer Affekt: die Vorstellung, dass nur gut sein kann, was mit Disziplin und Arbeit erreicht wird, während blosser Konsum als unproduktive Ersatzhandlung gilt. Dabei folgen Fitnessstudiobesucher ihrerseits den Verheissungen einer hochgerüsteten Konsumwelt. Ihre Ernährung richten sie danach aus, was am meisten Muskelmasse oder Leistungssteigerung verspricht. Sie haben spezielle Kleidung und Schuhe, die ihnen ein Gefühl von Professionalität verleihen, von körperlich passiveren Menschen aber auch den Vorwurf des Fanatismus oder zumindest einer gesteigerten Humorlosigkeit eintragen. Dies erst recht, wenn sie mit diversen Geräten die Selbstkontrolle auf die Spitze treiben und möglichst viele Daten ihres Körpers messen, um einzelne Werte zu optimieren. Bei alldem geht es ebenfalls mehr um Schönheit, als es zuerst den Anschein hat. Tatsächlich hat die Angst vor Fett genauso vor allem ästhetische Gründe wie die Bemühung um bestimmte Muskeln, deren Ausprägung oft gar nicht stärker macht, aber den Eindruck eines kraftstrotzenden, gesunden, wohlgeformten Körpers vermittelt. Selbst stilistischen Moden sind fitnessbewusste Menschen nicht weniger unterworfen als diejenigen, die einen schönheitschirurgischen Eingriff vornehmen lassen oder an bestimmten Stellen die Botox-Spritze ansetzen. Ändert sich im einen Fall die Form von Nasen, Lippen oder Brüsten, so haben im anderen je nach Fitnessstudio oder Jahrzehnt unterschiedliche Muskeln Konjunktur. Als Ort von Schönheitsmoden verraten Körper also einiges über den Zeitgeist und seine Wandlungen. Und manche Körper sind nicht

3 3 nur biologisch gealtert, sondern auch stilistisch und semantisch in die Jahre gekommen. Würden sich Kunst- und Kulturwissenschafter der Stil- und Motivgeschichte der Körper mit derselben Sorgfalt widmen wie der von Bauwerken, Gemälden und Kunstgewerbe, erhielte das Schönheits-Business in seinen diversen Spielarten vermutlich bald ein besseres Image. Man würde im stilbewussten Umgang mit dem eigenen Körper ein Set an Kulturtechniken erkennen und zur Ansicht gelangen, dass das von der Natur Gegebene immer nur der Ausgangszustand sein kann, von dem aus intensive Weiterbearbeitung stattzufinden hat. Wie Rohstoffe raffiniert, Pflanzen veredelt, Nahrungsmittel aufbereitet und verfeinert werden, ist somit auch der menschliche Körper zu überformen. Dabei kann man, wie die Fitness-Bewegung, eine Do-it-yourself- Haltung propagieren und alle Verschönerungen aus eigener Kraft erwirken wollen, kann aber genauso auf die Chancen der Arbeitsteilung vertrauen und medizinische Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Schon jetzt werden Überformungen des Körpers gesellschaftlich eher toleriert, wenn sie nicht im Namen der Schönheit stattfinden. Dabei sind sie dann oft viel extremer. Vollzieht jemand eine Geschlechtsumwandlung, bleibt von wirklich gläubigen Minderheiten abgesehen der Vorwurf der Manipulation aus. Vielmehr wird dann sogar akzeptiert, dass die betreffende Person sich bisher im falschen Körper gefühlt hat und mit der Umwandlung die Entfremdung von ihrer eigentlichen Natur überwinden konnte. Einer Frau nimmt man hingegen nicht ab, sich falsch mit ihren Brüsten zu fühlen und daher deren Veränderung anzustreben; man argwöhnt, sie suche den plastischen Chirurgen nur mit dem Kalkül auf, ihre Chancen auf dem Beziehungsmarkt zu verbessern. (Und man erläutert nicht einmal, warum dies ein niederer Beweggrund sein sollte.) Geht es nicht um Schönheit, vermutet man einen zwingenden Grund oder ist beeindruckt davon, was sich jemand freiwillig zumutet. Viele «body modifications», von harmlosen Piercings bis zu armbandgrossen Ringen in den Ohrläppchen, werden von einer Mehrheit sogar als hässlich und entstellend empfunden. Dann aber kommt es zu einer ähnlichen Reaktion wie bei etlichen Formen moderner Kunst, die ihrerseits Schönheit gerade verweigern und auf das Schrille, das Hässliche, das Monströse setzen. Man setzt bei denjenigen, die sich dafür interessieren und deshalb gar viel Geld ausgeben, Coolness voraus: die Fähigkeit, härter zu leben und weniger Gemütlichkeit zu brauchen, ja mehr auf existenzielle Erfahrungen aus zu sein als man selbst. Die

4 4 Verlegenheit darüber, dass sich jemand mit moderner Kunst, aggressiven Tattoos oder heftigen «body modifications» ausstattet, schlägt in verschüchterte Bewunderung um; man fühlt sich etwas mickrig, harmlos und unterlegen. Die Bemühung bloss um Schönheit erscheint vor diesem Hintergrund auch als oberflächlich, ja als Luxus. Und obwohl Schönheitschirurgie längst keine Sache vornehmlich reicher Gattinnen mehr ist, sondern gerade die Angehörigen sozial schwacher Schichten anspricht, die sich das Geld für eine Operation erst mühsam zusammensparen oder dafür gar einen Kredit aufnehmen müssen, wird darin gerade nichts Existenzielles gesehen. Der Vorwurf von Verschwendung wird gegenüber Ärmeren sogar noch lauter vorgebracht: Was könnten sie mit demselben Geld nicht alles tun? Wie kurzsichtig, ja eben oberflächlich sei es, grosse Summen nur für ein bisschen Schönheit auszugeben! Die Urteile fielen anders aus, würden die, denen Schönheit so wichtig ist, nicht nur besser gefallen wollen, sondern insgesamt eine Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit anstreben. Dann entsprächen sie nämlich einem alten Ideal, das bei den Griechen unter dem Begriff «Kalokagathie» verhandelt wurde. Mit ihm wird die Einheit des Schönen und des Guten proklamiert, Schönheit also als Ausdruck einer insgesamt stimmigen und souveränen Persönlichkeit verstanden. Sie ist das Pendant zu einem integren Charakter, einem starken Auftreten, einem gebildeten Geist. Gemäss diesem Ideal zufolge ist es unsinnig, den Körper verschönern zu wollen, aber nicht zugleich auf eine Ausbildung der Gesamtpersönlichkeit hinzuarbeiten: Das Aussehen des Menschen suggeriert dann etwas, das nicht gehalten werden kann, der Anspruch auf umfassende Verbesserung reduziert sich auf äusserliche Kosmetik. Jeder Besucher eines Wellness-Hotels bekennt sich heutzutage zur Kalokagathie, ja ist der Überzeugung, dass wahre Schönheit von innen kommt. Daher braucht es spirituelle Anregung, radikale Entschleunigung, Meditation, Dufttherapie oder Urklänge, um das Innere von allem Schädlichen zu reinigen und zu sich zu finden. Und erst wer sich gefunden hat, zu einer gereiften Persönlichkeit geworden ist und harmonisch mit sich selbst sein kann, wird echte Schönheit ausstrahlen. Das gelingt natürlich auch mit Crèmes und Tinkturen, sofern man daran glaubt, dass sie spezielle Heilsubstanzen enthalten, die ihrerseits zuerst auf Geist und Seele wirken und erst dann ebenso den Körper erfassen. Viele weitere Wellness-Produkte mal mehr esoterisch, mal mehr naturhaft variieren ebenfalls dasselbe Prinzip.

5 5 Neben der plastischen Chirurgie und dem Fitness-Kult ist die Wellness-Bewegung der dritte Milliardenmarkt, auf dem es um Schönheit geht. So verschieden die Akteure auf diesen drei Märkten sein mögen, so sehr eint sie der Wunsch, mehr aus sich und ihrem Körper zu machen. Alle diese Märkte sind in den letzten Jahren gewachsen. Dass Fitness und Wellness gesellschaftlich viel anerkannter sind als die plastische Chirurgie, zeugt davon, wie intakt die Vorstellung ist, körperliche Schönheit dürfe nicht allein das Ziel sein, habe vielmehr in engem Zusammenhang zu Fragen nach Gesundheit, Leistungsfähigkeit, seelischem Wohlergeben und geistiger Wachheit zu stehen. Dabei sah es vor nicht zu langer Zeit schon einmal so aus, als sei Schönheit alles. Es war in den 1990er Jahren, in der Ära der Supermodels, als Frauen wie Claudia Schiffer, Linda Evangelista, Naomi Campbell oder Cindy Crawford ausschliesslich wegen ihrer Schönheit berühmt wurden. Noch in den Jahrzehnten davor waren die Frauen, die als die schönsten galten, hingegen meist ja zuerst und vor allem Schauspielerinnen: Nur weil sie eine starke Begabung besassen, konnte auch ihre Schönheit eine Rolle spielen. Dagegen wurden die Supermodels zu Stars, indem sie das Schönsein zum Hauptberuf machten. Sie waren auf einer Höhe mit den grössten Pop-Idolen und Schauspielern, gehörten zu den wenigen Auserwählten globaler Prominenz. Man kann in ihnen sogar treibende Kräfte der beginnenden Globalisierung sehen, traten sie doch vor allem in den Werbeblöcken der damals enorm einflussreichen Musiksender sowie in den Anzeigen der internationalen Modemagazine in Erscheinung. Hier wäre es vielleicht auch ein Nachteil gewesen, hätten die Models zusätzlich zu ihrer Schönheit andere markante Eigenschaften oder Professionen gezeigt. Das hätte sie als Angehörige einer einzelnen Kultur definiert, es ihnen also erschwert, Sprachräume und Kontinente zu überschreiten. Bilder purer Schönheit hingegen liessen sich grenzenlos exportieren. Diese Zeiten sind aber vorbei. Zwar können Models nach wie vor Stars sein, doch sind sie mittlerweile nicht nur hinter andere etwa Sportler zurückgefallen, sondern müssen auch mehr als bloss Schönheit bieten. Sie haben mit einem besonderen Talent zu glänzen oder eine ungewöhnliche Biografie aufzuweisen, am besten einen grossen Erfolg, einen Rekord, einen gemeisterten Schicksalsschlag. War die Schönheit der Supermodels der 1990er Jahre rein und gleichsam durchsichtig, mit keinen zusätzlichen Eigenschaften vermischt, so geht es mittlerweile darum, auf individuelle Weise schön zu sein. Schönheit für sich allein würde als langweilig empfunden.

6 6 Dennoch lässt sich nicht von einer direkten Wiederkehr des Ideals der Kalokagathie sprechen. So wird weniger eine direkte Entsprechung von äusserer und innerer Schönheit ein Maximum an Harmonie goutiert als vielmehr ein Gegenakzent, ein ungewöhnliches Komplement, gar eine Störung zum schönen Aussehen erwartet. Was früher ein bewusst gesetzter Schönheitsfleck war, ist heute eine biografische Eigenheit: das gewisse Etwas, das «je ne sais quoi», das einer Person erst Charisma, eine rätselhafte Dimension, ein paradoxes Wesen verleiht und das dazu führt, dass man neugieriger und länger auf diese Person blickt, da man das Zusammenspiel der Eigenschaften eigens begreifen will. Zwei Umstände haben diese Veränderung begünstigt und lassen sie noch genauer beschreiben. Da «Schönheit» seit mehr als zehn Jahren vor allem in Casting-Shows verhandelt wird, angehende Models also immer im Plural auftreten, genügt es nicht, schöne Beine und makellose Gesichter zu zeigen. Es bedarf zusätzlicher Kriterien der Unterscheidung; in der direkten Konkurrenz müssen die Kandidatinnen über etwas verfügen, das sie interessant und unverwechselbar macht: Ihr Vorleben soll ungewöhnlich oder schwer gewesen sein, sie haben bereits auf anderem Weg ein wenig Prominenz erlangt, sie arbeiten parallel mit Erfolg an einer anderen Karriere. Das an sich stabile Schönheitsideal erhält so jeweils eine andere Färbung, einzelne Merkmale wie Haut, Lächeln, Motorik werden abhängig von der Geschichte, die ein Model zu erzählen hat, verschieden wahrgenommen. Die Geschichten sind aber auch wichtig, damit die Models in der zunehmend massgeblichen Welt der Social Media bestehen können. Nur wer Stoff für Diskussionen, zumindest aber für Klatsch und Unterhaltung zu bieten hat, wird zum Gegenstand der Kommunikation, findet Follower bei Twitter oder Facebook, ja kann mit einem Selfie oder Kommentar Aufmerksamkeit erhalten. Prominenz ist zu einer Sache von Retweets und Reblogs geworden, mit denen sich oft zugleich diejenigen ein wenig in Szene setzen wollen, die ein Bild oder eine Nachricht an ihre Freunde und Follower schicken. Alles, was überrascht, unerwartet kommt, unwahrscheinlich ist, verspricht dabei am meisten Aufmerksamkeit und Anerkennung. Mehr noch als Casting-Shows begünstigen die Social Media also Differenzen, fordern Abwechslung, Extremes, Einmaliges. Und auf einmal erscheint sogar verhandelbar, was als schön gilt, ja ergänzend zum vorherrschenden Schönheitsideal etablieren sich in den Social Media Alternativen. Unterschiedliche Körpermasse, bizarre Frisurenstile oder ungewöhnliche Kombinationen ethnischer Merkmale können auf einmal auch als schön

7 7 anerkannt werden. Mittlerweile gibt es sogar erfolgreiche Models, die androgyn sind und wahlweise als Männer oder Frauen in Szene gesetzt werden. Oder Models, die eine Pigmentstörung haben und mit schwarz-weiss gefleckter Haut keiner bestimmten Ethnie zuzuordnen sind. Oder Models voller Tattoos. All diese Models haben zwar bescheidenere Karrieren als die Supermodels der 1990er Jahre, doch auch Frauen, die im klassischen Sinne schön sind, werden nie mehr so berühmt sein wie ihre Vorgängerinnen. In dem Masse, in dem die Macht der grossen Modemagazine durch zahlreiche Modeblogs und die Mechanismen der Social Media geschmälert wird, verteilt sich der Ruhm vielmehr auf zahlreiche, schnell sich abwechselnde und auch deshalb ausgefallenere Models. Manchmal setzen sich die Betreiber von Modeblogs sogar selbst als Models ein. Dann nähern diese sich Testimonials an, ähnlich wie in den Fällen, in denen ein Model parallel in einem anderen Bereich Kunst, Sport, Kino Meriten sammelt. Vor allem aber erfüllen die vielen Überraschungen und Abwechslungen ein Bedürfnis nach Unterhaltung. Der Anblick eines schönen Menschen braucht nicht zu läutern oder zu beglücken, er soll in Verbindung mit dessen anderen Eigenschaften Emotionen wecken und bestenfalls den Eindruck vermitteln, man könne etwas Einmaliges erleben. Schönheit allein bietet zwar zu wenig Stoff für die omnipräsente Medienwelt, aber dennoch ist sie unabdingbares Element einer Eventkultur, so wie das Wasser unabdinbar für den Fisch ist. Sie liefert die Atmosphäre, in der Unterhaltung erst gedeihen kann. Mit ihr geht vieles leichter und das nicht nur in der Welt von Mode und Models. Deshalb werden die der Schönheit gewidmeten Märkte auch weiter boomen. Sich als schön, als gut gestylt, als körperbewusst präsentieren zu können, gehört in einer anspruchsvollen Mediengesellschaft zu den wichtigsten Kulturtechniken.

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