Abschlussprüfung Winter 2011/12. Aufgaben

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1 STEUERBERATERKAMMER SCHLESWIG-HOLSTEIN KÖRPERSCHAFT DES ÖFFENTLICHEN RECHTS Kiel Postfach Kiel Hopfenstr. 2 d Tel. 0431/ Fax 0431/ Abschlussprüfung Winter 2011/12 Steuerfachangestellte Aufgaben Prüfungsfach: Rechnungswesen Bearbeitungszeit: 120 Minuten Erreichbare Punkte: 100 Prüfungsort: Prüfungstag: 21. November 2011 Prüfling: Name: Vorname: Ausbildungsbetrieb: Bewertung der Prüfungsarbeit Erreichbare Punkte Erreichte Punkte Erstkorrektur Erreichte Punkte Zweitkorrektur Endpunkte Teil I - Buchführung - Teil II - Jahresabschluss - 60 Punkte... Punkte... Punkte... Punkte 40 Punkte... Punkte... Punkte... Punkte Insgesamt 100 Punkte... Punkte... Punkte... Punkte Note:.. Note:.. Note:.. Korrigiert von

2 - 2 - Hilfsmittel - Steuergesetze und Durchführungsverordnungen ohne Richtlinien (Rechtsstand 2010) - Wirtschaftsgesetze (z.b. HGB, BGB; GmbHG) - Taschenrechner - Auszug aus dem Kontenrahmen SKR 03 (Anlage 1) - Auszug aus dem Kontenrahmen SKR 04 (Anlage 2) Hinweise zur Bearbeitung der Aufgaben: Falls sich aus den einzelnen Aufgaben nichts anderes ergibt, gilt folgendes: Das Wirtschaftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die Gewinnermittlung erfolgt nach 5 EStG. Es soll ein möglichst niedriger handels- und steuerrechtlicher Gewinn ermittelt werden. Die Umsatzbesteuerung erfolgt nach vereinbarten Entgelten zum Regelsteuersatz. Die Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug sind erfüllt. Ein- und Ausfuhrnachweise gelten als erbracht. Die einzelnen Aufgaben sind unabhängig voneinander zu lösen. Verwenden Sie bitte zur Kontierung die Konten des Kontenrahmens SKR 03 (Anlage 1) oder SKR 04 (Anlage 2). Jede Aufgabe ist auf einer neuen Seite zu beginnen. Im Aufgabenteil Buchführung beachten Sie bei der Lösung der Aufgaben bitte die vorgegebene Reihenfolge.

3 - 3 - Teil I - Buchführung - 60 Punkte 1. Aufgabe 6 Punkte Der Einzelunternehmer Freiberg hat Aktien im Umlaufvermögen bilanziert, für die er nach Abzug von Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag 589,00 als Dividende gutgeschrieben bekommt. Er hat diesen Vorgang wie folgt gebucht: Bank 589,00 an zinsähnliche Erträge 589,00 Eine Steuerbescheinigung mit den korrekten Steuerbeträgen liegt vor. Nehmen Sie die notwendigen Buchungen ohne Angabe von Gewinnauswirkungen vor und ermitteln Sie die für die Buchungen erforderlichen Beträge in einer übersichtlichen Berechnung. 2. Aufgabe 17 Punkte Friedrich Klein betreibt in Heide ein Möbelhaus. Er beschäftigt mehrere Mitarbeiter und beauftragt Sie, für den Mitarbeiter Peter Klotz, 27 Jahre alt, die Gehaltsabrechnung für den Monat Oktober 2010 zu erstellen. Herr Klotz ist ledig, evangelisch, kinderlos und gesetzlich krankenversichert. Der Bruttoarbeitslohn für Herrn Klotz beträgt 2.800,00. Außerdem hat er von seinem Arbeitgeber eine Wohnung gemietet und zahlt hierfür monatlich 400,00. Die ortsübliche Miete für diese Wohnung beträgt 662,00. Im Rahmen der Gehaltsabrechnung sind unstreitig 610,00 Lohnsteuer einzubehalten. Ermitteln Sie in einer übersichtlichen Gehaltsabrechnung für den Monat Oktober 2010 den Auszahlungsbetrag und führen Sie die Buchungen durch. Umlagen sind nicht zu berücksichtigen. Geben Sie die Gewinnauswirkungen an.

4 Aufgabe 17 Punkte Maxi Meierhoff betreibt in Kiel ein Einzelhandelsgeschäft sowie einen Versandhandel für Babyartikel und Umstandsmoden. Folgende Sachverhalte wurden bisher noch nicht berücksichtigt: 1. Am bestellte sie bei dem französischen Babybettenhersteller Maurice Laurent für 1.400,00 Beistellbetten. Die Lieferung und der Rechnungseingang erfolgten am unter Angabe der jeweiligen nationalen USt-IdNr.. Am wurde der Rechnungsbetrag unter Abzug von 2 % Skonto vom Bankkonto überwiesen. 2. Frau Meierhoff veräußerte am in ihrem Geschäft in Kiel an die Kundin Carlotta Simonetti Holzbausteine für die Spielecke in deren Restaurant in Florenz (Italien). Frau Simonetti gab beim Kauf ihre italienische USt-IdNr. an, bezahlte 42,00 bar und nahm die Bausteine mit. 3. An die Kundin van Bommel aus Belgien (Privatperson) verkaufte Frau Meierhoff am in ihrem Geschäft in Kiel Umstandskleidung und eine Babytrage zum Preis von 327,25 gegen Barzahlung. 4. Frau Meierhoff versendete an die finnische Hausfrau Anna Seikoenen diverse Babyartikel. Der Nettowert der Ware betrug 530,00. Die für Finnland maßgebliche Lieferschwelle wird von Frau Meierhoff seit Jahren überschritten. Der finnische USt-Satz beträgt 22 %. 5. Frau Meierhoff bestellte im August 2010 bei einem deutschen Kinderwagenhersteller drei Kinderwagen mit diversem Zubehör. Ende September wurde die bestellte Ware geliefert und die Rechnung über insgesamt 2.637,04 erteilt. Bei der Prüfung der Ware stellte sich heraus, dass ein Kinderwagen defekt war. Frau Meierhoff sendete im Oktober den Kinderwagen im Wert von 730,00 netto gegen Gutschrift zurück. Bei einem weiteren Kinderwagen waren die Bezüge verschmutzt. Daraufhin erteilte der Lieferer im Oktober eine Gutschrift in Höhe von 50,00 brutto. Der Restbetrag der Rechnung wurde unter Abzug von 3 % Skonto vom Bankkonto überwiesen Buchen Sie die Vorgänge. Gehen Sie nicht auf die Gewinnauswirkungen ein.

5 Aufgabe 7 Punkte Die Einzelunternehmerin Renate Blauwasser hat zum ein betriebliches Fälligkeitsdarlehen über ,00 mit einer Laufzeit von 5 Jahren bei einem Kreditinstitut aufgenommen. Nach Abzug einer Vermittlungsgebühr an einen selbständigen Kreditvermittler in Höhe von 1 % der Darlehenssumme sowie eines Disagios wurden ihr ,00 auf das betriebliche Bankkonto überwiesen. Frau Blauwasser zahlt jeweils nachschüssig zum Ende des Quartals 6,7 % Zinsen für das Darlehen durch Banküberweisung. Die Zahlungen erfolgten am sowie am Nehmen Sie alle mit dem Darlehen zusammenhängenden Buchungen bis zum in der zeitlich richtigen Reihenfolge vor und geben Sie die Gewinnauswirkungen an. 5. Aufgabe 13 Punkte Die Kabel AG stellte zum eine Rücklage für Ersatzbeschaffung in Höhe von ,00 in die Bilanz ein. Diese Rücklage ergab sich aus der Zusage der Versicherung, eine Entschädigung für eine durch höhere Gewalt zerstörte Verseilmaschine zu leisten. Alle erforderlichen Buchungen für den Jahresabschluss 2009 sind bereits erfolgt. Am ging die Zahlung der Versicherung in Höhe von ,00 auf dem Bankkonto der AG ein. Die Ersatzmaschine wurde am für ,00 zuzüglich USt geliefert und umgehend in Betrieb genommen. Die Montagekosten in Höhe von 5.000,00 zuzüglich USt stellte die Lieferfirma ebenfalls in Rechnung. Die Nutzungsdauer der Ersatzmaschine beträgt 6 Jahre. Nehmen Sie alle erforderlichen Buchungen in der zeitlichen Reihenfolge für das Jahr 2010 vor. Ermitteln Sie die höchstmögliche AfA ohne Berücksichtigung von 7g EStG. Geben Sie auch die Gewinnauswirkungen an.

6 - 6 - Teil II - Jahresabschluss - 40 Punkte 1. Aufgabe 16 Punkte Der Gartenbauunternehmer Claus Spirea, Hamburg, betreibt sein Unternehmen in der Rechtsform eines Einzelunternehmens. In dem Unternehmen sind für den Jahresabschluss 2010 noch die folgenden Sachverhalte zu klären. Die Bilanzerstellung für das Jahr 2010 erfolgte am a) Herr Spirea kaufte zur vorübergehenden Kapitalanlage mit betrieblichen Mitteln am Aktien und führte sie seinem Unternehmen zu S-Aktien zum Kurs von 70,00 pro Aktie und 500 D-Aktien zum Kurs von 40,00 pro Aktie Die Anschaffungsnebenkosten betrugen 1,5 %. Für die S-Aktien wurde am ein Kurs von 68,00 festgestellt. Bis zur Bilanzaufstellung ist der Kurs auf 72,00 gestiegen. Zum fiel der Kurs der D-Aktien auf 38,00 und bis zur Bilanzaufstellung auf 35,00. b) Für das Beladen seiner Kipper hatte er im Januar 2009 einen Radlader angeschafft. Die Anschaffungskosten betrugen ,00. Herr Spirea schreibt den Radlader innerhalb von sechs Jahren linear ab. Aufgrund gesunkener Wiederbeschaffungskosten hat er den Lader unstreitig mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bzw. niedrigeren Teilwert in Höhe von ,00 in der Handelsbilanz und in der Steuerbilanz zum angesetzt. Am Bilanzstichtag konnte er einen unter den fortgeführten Anschaffungskosten liegenden beizulegenden Wert bzw. Teilwert nicht mehr nachweisen, da die Preise durch eine verbesserte Konjunkturlage wieder angestiegen sind. Beurteilen Sie die vorstehenden Sachverhalte aus handels- und steuerrechtlicher Sicht und entwickeln Sie die einzelnen Bilanzansätze jeweils für die Handelsbilanz und die Steuerbilanz zum unter Hinweis auf die gesetzlichen Bestimmungen. Ermitteln Sie für den Sachverhalt b) zusätzlich die Abschreibungs- bzw. Zuschreibungsbeträge. Es wird jeweils ein möglichst geringer Gewinn angestrebt.

7 Aufgabe 11 Punkte Der Gewerbetreibende Norbert Lange e. K. weist in seiner Bilanz einen Forderungsbestand von ,00 aus. In diesem Forderungsbestand sind u. a. enthalten: 1. Der Kunde Wagenknecht aus Leipzig hat von Herrn Lange eine Rechnung i. H. v ,00 erhalten. Im November 2010 hat Herr Wagenknecht Mängel an der Warenlieferung angezeigt. Daraufhin haben sich Herr Lange und Herr Wagenknecht auf einen Preisnachlass von 15 % und ein verlängertes Zahlungsziel von insgesamt drei Monaten geeinigt. 2. Bereits im November 2010 stellte sich heraus, dass der Kunde Fahrenhorst, Kiel, in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist. Im Februar 2011 erfährt Herr Lange, dass gegenüber dem Unternehmer Fahrenhorst das Insolvenzverfahren im Dezember 2010 eröffnet worden ist. Die Forderung beträgt , Im Februar 2011 erfährt Herr Lange, dass im Januar 2011 über das Vermögen seiner Kundin Ursula Wiesengrund aus Lübeck das Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Die Höhe der Forderungen an Frau Wiesengrund beträgt 8.925, Herr Lange möchte eine Forderung in Höhe von ,00 gegenüber der Kundin Franziska Gärtner mit 80 % ansetzen, da Frau Gärtner in der Vergangenheit die Zahlungsfristen regelmäßig überzogen hat. Bis zur Bilanzerstellung in 2011 hat Frau Gärtner den gesamten Rechnungsbetrag beglichen. Ermitteln Sie unter Angabe der gesetzlichen Vorschriften den Steuerbilanzansatz der Forderungen zum Es wird ein geringstmöglicher Gewinn angestrebt. 3. Aufgabe 13 Punkte Die Einzelunternehmerin Frauke Bill legt die nachfolgenden Sachverhalte vor. Begründen Sie unter Angabe der gesetzlichen Bestimmungen deren Handels- und Steuerbilanzansatz zum Die Gewerbesteuerabschlusszahlung für das Jahr 2010 wird voraussichtlich 1.650,00 betragen. Ein Gewerbesteuerbescheid ist noch nicht ergangen. 2. Frau Bill erhält am eine Rechnung über 773,50 brutto für Reparaturarbeiten an einem Kühlaggregat, die am ausgeführt wurden. 3. Seit November 2010 ist das Dach eines Lagergebäudes defekt, die Reparaturarbeiten werden im Februar 2011 ausgeführt und die Rechnung über 5.750,00 netto plus USt wird im Juni 2011 bezahlt.

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