Wirtschaftsinformatik 2. Tutorium im WS 11/12

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1 Wirtschaftsinformatik 2. Tutorium im WS 11/12 Entity/Relationship-Modell SQL Statements Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/12 2.1

2 Datenmodellierung mit ERM (1) Datenmodellierung zur Erarbeitung des konzeptionellen Schemas Entity/Relationship-Modell (ERM) vorgeschlagen von P.P. Chen 1976 Quasi-Standard zur Datenmodellierung in der Praxis Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/12 2.2

3 Datenmodellierung mit ERM (2) Abbildung eines Realitätsausschnittes mittels eines ERM basiert auf folgenden Elementen: Entity (Entität) Definition: "a thing which can be distinctly identified" (reales Objekt, abstraktes Konzept, Ereignis) Beispiele: Mitarbeiter, Abteilung, Produkt, Vorlesung, usw. Relationsship (Beziehung) Definition: "an association among entities" Beispiele: Bestellung (Entitäten: Produkt, Kunde) Property (Attribut, Eigenschaft) Definition: Eigenschaft, die eine Entität oder eine Beziehung beschreibt Beispiele: Alter einer Person, Dozent einer Vorlesung, Orchester oder Gruppe eines Konzerts Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/12 2.3

4 Kardinalitäten des ERM nach Chen Die Kardinalität eines Relationship-Typs gibt an, in welchem Verhältnis die Entitäten der beteiligten Entitäten-Typen zueinander in Beziehung stehen. Die Kardinalität wird durch Beschriftung der Kanten mit 1, m, n ausgedrückt eins-zu-eins (1:1), Maus 1 gehört 1 zu Tastatur eins-zu-viele (1:n) = viele-zu-eins (n:1), Mitarbeiter n arbeitet 1 in Abteilung viele-zu-viele (m:n) Kunde n kauft m Artikel Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/12 2.4

5 Aufgabe 1: Datenmodellierung mit ERM Modellieren Sie den folgenden Sachverhalt als ERM: Die "SchraubeLocker AG" betreibt Baumärkte und unterhält in Deutschland 4 Regionalgesellschaften (Nord, Ost, Süd, West). Diese Regionalgesellschaften bestehen jeweils aus mehreren Filialen. Die verkauften Artikel bezieht die "SchraubeLocker AG" jeweils exklusiv von mehreren Zulieferern (ein Artikel von genau einem Zulieferer). Jeder Zulieferer liefert einen oder mehrere Artikel. Die Lieferungen der Zulieferer gehen direkt an die einzelnen Baumärkte. Nicht jeder Artikel ist in jeder Filiale im Angebot. Um in den Genuss von 2,5 Prozent Rabatt zu kommen, können sich Kunden im Baumarkt registrieren lassen und eine Kundenkarte beantragen. Wegen fehlender Abstimmung zwischen den Regionalgesellschaften sind die Kundenkarte und damit auch die Rabattberechtigung nur auf dem Gebiet gültig, das von der jeweiligen Regionalgesellschaft betreut wird. Ein Kunde kann also mehrere Kundenkarten besitzen, die sich auf jeweils eine Regionalgesellschaft beziehen. Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/12 2.5

6 Zusammenfassung: Wie erstelle ich ein ERM? (1) Das folgende "Kochrezept" soll beim Erstellen relationaler Datenbankmodelle helfen: 1. Identifikation der Daten (Inhalte), die in der DB festgehalten werden sollen (also die Entitäten). 2. Festlegung der Relationships zwischen diesen Entitäten. 3. Zeichnen der Entitäten und Relationships. Danach Überprüfung des Modells anhand des Sachverhalts auf Integrität und Vollständigkeit. Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/12 2.6

7 Zusammenfassung: Wie erstelle ich ein ERM? (2) 4. Hinzufügen von Kardinalitäten zum ERM. 5. End-Prüfung des resultierenden Datenmodells. 6. Obwohl es nicht notwendig ist, kann es sinnvoll sein, die Entitäten und Relationships um Attribute zu ergänzen. 7. Ein Testen des Modells mit "realen" Datensätzen kann hilfreich sein. ;-) Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/12 2.7

8 Ableitung von Relationen aus ERM- Diagrammen Regeln zum Aufstellen: im Normalfall eine Relation pro Entität aus jedem n:m-relationship-typ wird eine zusätzliche Relation Informationen aus einem 1:n-Relationship können an die Relation "angehängt" werden, die dem Entitäten-Typen an der mit n beschrifteten Kante entspricht Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/12 2.8

9 Umsetzung in ein Datenbankschema Bilden Sie die benötigten Relationen und unterstreichen Sie die Primärschlüssel. Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/12 2.9

10 Aufgabe 2: Datenmodell einer Hotelverwaltung (1) Entwerfen Sie ein Datenmodell für eine Hotelverwaltung, das folgende Sachverhalte abbildet: Das Hotel hat Zimmer, die zu einer bestimmten Kategorie gehören. Jedes Zimmer hat eine Nummer, jede Kategorie eine Bezeichnung (Einzel-, Doppelzimmer, Suite etc.) Die Zimmerpreise sind abhängig von der Kategorie und der Saison. Jede Saison hat eine Bezeichnung (Vor-, Neben-, Hauptsaison etc.) sowie ein Anfangsund ein Enddatum. Das Hotel hat Gäste, für die die üblichen Kontaktdaten (Vor-, Nachname, Straße etc.) gespeichert werden sollen. Ein Gast kann mehrere Aufenthalte im Hotel verbringen. Es muss jeweils Beginn und Ende des Aufenthaltes gespeichert werden. Während eines Aufenthaltes kann der Gast verschiedene kostenpflichtige Zusatzleistungen (Minibar, Fitnessraum, Restaurant etc.) nutzen. Damit diese später auf der Rechnung berücksichtigt werden können, muss jeweils das Datum, die Art der Zusatzleistung und der Preis festgehalten werden. Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/

11 Aufgabe 2: Datenmodell einer Hotelverwaltung (2) Stellen Sie ein ER-Modell für diesen Sachverhalt auf. Notieren Sie auch die Komplexität (Kardinalität) der Relationship-Typen. Sollten die Angaben nicht ausreichend sein, so treffen Sie ggf. geeignete Annahmen und notieren Sie diese ebenfalls. Ergänzen Sie das Modell um weitere notwendige Attribute und definieren Sie sinnvolle Primärschlüssel. Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/

12 Datenmanagement auf Basis von SQL SQL (Structured Query Language) ist die Standardsprache für relationale Datenbanken wird durch ISO und ANSI (SQL2003) normiert bildet die Basis aller gängigen relationalen Datenbanksysteme Trotz Normierung hat jede Datenbank im Detail ihren eigenen SQL-Dialekt In dieser Vorlesung: Verwendung von MySQL-Befehlen Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/

13 Die relationale Sprache SQL Data Definition Language: Anlegen von Tabellen/Relationen Data Manipulation Language: Ändern der Daten in Tabellen/Relationen Query Language: Generierung von Abfragen zur Extraktion von Daten aus einer oder mehreren Tabellen/Relationen Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/

14 SQL als Data Manipulation Language Aufgabe: Veränderung der extensionalen Datensicht Es gibt drei grundlegende Befehle: Einfügen von Tupeln (insert) insert [into] <tablename> values (<wert_1>, <wert_2>,..., <wert_n>) Ändern von Tupeln (update) update <tablename> set <attributsname> = <arithmetischer Ausdruck> Der update-befehl kann durch die where-klausel ggf. auf bestimmte Tupel eingeschränkt werden. Löschen von Tupeln (delete) delete from <tablename> [where <bedingung>] Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/

15 SQL als Query Language (QL) Abfragesprache zur Extraktion von Daten bzw. Informationen aus der Datenbank Anwendung des Select-Befehls Einfachster Select-Befehl: Vollständige Anzeige aller Tupel einer Relation: select * from <tablename> Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/

16 Selektionsoperatoren Projektion A B C D E Selektion A B C D E Join A B C D E F G H I A C D G H + = Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/

17 Aufgabe 3: SQL 1. Geben sie alle Informationen der Tabelle Spieler aus. 2. Geben Sie den Nachnamen und den Wohnort aller Spieler aus. 3. Geben Sie alle Vorsitzenden von Vereinen aus Kaiserslautern aus. 4. Geben Sie den Vornamen und den Nachnamen aller Spieler aus Köln aus, die nicht älter als 22 sind. 5. Geben Sie den vollständigen Namen aller Spieler an, die in einem Verein in Köln spielen. 6. Fügen Sie in die Tabelle Spieler Hans Schmitt aus Kaiserslautern ein, er wurde 1989 geboren. Seine SpielerID ist 156 und seine VereinsID lautet Fügen sie den 1. Sportverein Ludwigshafen mit der VereinsID 333 in die Tabelle Verein ein. Der Vorsitzende des Vereins heißt Herber. Tutorium Wirtschaftsinformatik WS 11/

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